FWi '% "'■%* tt ■:'■■■%' t 4.T* *#** i a« . * .*.•• ww § t*?. *L*4 K a 4 * Äf ** .wv. .> H'^; tf-tf* Jplkl v.<*, «*>A r*^ ;.# / 0' %. ^S?: Botanischer Jahresbericht. der Botanischen Literatur aller Länder. Unter Mitwirkung von Askenasy in Heidelberg, Batalin in St. Petersburg, Emmerling in Kiel, Engler in München, Focke in Bremen, Geyler in Frankfurt a. M., Haberlandt in Wien, Hartig in Neustadt- Eberswalde, Hennings in Kiel, Kanitz in Klausenburg, Kurtz in Berlin, Levier in Florenz, Limpricht in Breslau, Loew in Berlin, Mayer in Wageningen, Minks in Stettin, H. Müller in Lippstadt, H. Müller-Thurgau in Geisenheim, Pedersen in Kopenhagen, Peyritsch in Wien, Pfitzer in Heidelberg, Sadebeck in Hamburg, J. Schröter in Raftatt, Schumann in Breslau, Sorauer in Proskau, Strasburger in Jena, H. de Vries in Halle, Warming in Kopenhagen herausgegeben von Dr. Leopold Just, ausserordentlichem Professor am Polytechnikum in Carlsruhe. Dritter Jahrgang (1875). BERLIN, 1877. Gebrüder Borntraeger. Ed. Eggers. Carlsruhe. Druck der G. BRAUN'sclien Hofbuchdruckorei. Vorrede. Die Herausgabe der zweiten Abtheilung des dritten Bandes des Jahres- berichts ist leider sehr verzögert worden. Einige nothwendig gewordene Aenderungen unter den Mitarbeitern machten ein früheres Erscheinen unmöglich. Es ist jedoch dafür gesorgt, dass eine solche Verspätung bei der Herausgabe der nächsten Bände vermieden werde. Für den vorliegenden dritten Band hat Herr F. Kurtz in Berlin (Königin- Augusta Strasse 50) an Stelle des Herrn Professor Dr. Ascherson die europäischen Floren bearbeitet. Herr Kurtz wird auch in Zukunft diesen Theil des Jahresberichts bearbeiten, aber ausserdem auch noch die Arbeiten über aussereuropäische Floren, über die er schon für den vorliegenden Band mit Herrn Dr. Engler gemeinschaftlich berichtete, in den Kreis seiner Referate ziehen. Während Herr Dr. E. Warming in Kopenhagen für den ersten und zweiten Band die gesammte Morphologie der Angiospermen bearbeitete, hat er für den vorliegenden dritten Band nur über die Morphologie der Vegeta- tionsorgane berichtet, während die Morphologie der reproductiven Organe von Herrn Dr. Engler übernommen wurde. Diese Morphologie der reproductiven Organe wurde mit der früher für sich bestehenden Abtheilung der „Syste- matischen Monographieen" vereinigt unter dem Titel „Blüthenmorphologie und Systematik". Dieses Kapitel wurde dann weiter eingetheilt in eine „Allgemeine Morphologie der reproductiven Organe" und eine „Specielle Blüthenmorpho- logie und Systematik". In der ersten Unterabtheilung dienten die einzelnen Organe, in der zweiten die Familien als weiteres Eintheilungsprincip. IV Die hiermit getroffene Einrichtung, die auch für die Zukunft fest- gehalten werden soll, liegt gewiss sehr im Interesse der Uebersichtlichkeit und richtigen wissenschaftlichen Anordnung des vorhandenen Materials. Herr Dr. Engler wird in der morphologisch-systematischen Abtheilung floristische Arbeiten in soweit berücksichtigen, als dieselben morphologische und systematische Auseinandersetzungen über Familien, Gattungen etc. enthalten. Den einzelnen Abtheilungen der Kryptogamen waren schon in den früheren Bänden Verzeichnisse der neuen Arten beigefügt. Für den vor- liegenden dritten Band ist der Versuch gemacht, ein solches Verzeichniss auch für die Phanerogamen aufzustellen. Das von Herrn Hennings in Kiel zusammengestellte Verzeichniss bezieht sich wesentlich auf die von Herrn Dr. Engler in der morphologisch-systematischen Abtheilung besprochenen Abhandlungen, berücksichtigt aber nur zum kleinen Theil die in der floristi- schen Literatur enthaltenen neuen Species. Somit leidet das Verzeichniss an Unvollständigkeit. Herr Kurtz hat übrigens in seine Referate alle in den betreffenden Abhandlungen enthaltenen neuen und kritisch besprochenen Arten aufgenommen. Da die Namen all' dieser Species in das allgemeine Register aufgenommen sind, so ist hiermit wenigstens einiger Ersatz für die Unvoll- ständigkeit des erwähnten Arten -Verzeichnisses gegeben. Es ist dafür gesorgt, dass für den nächsten Band das Arten -Verzeichniss für die Phanerogamen die möglichst erreichbare Vollständigkeit erhalte. Die Namen derjenigen neuen Species, die in den verschiedenen Verzeichnissen (Kryptogamen und Phanerogamen) aufgeführt sind, wurden nicht sämmtlich in das allgemeine Register aufgenommen, vielmehr wurden in demselben nur die Namen der betreffenden Gattungen angeführt und bei diesen durch die Notiz „Neue Arten S. ..." auf die Seite des Bandes hingewiesen, auf welcher die betreffenden neuen Species der Gattung ver- zeichnet sind. Eine Erweiterung erfuhr der vorliegende Band des Jahresberichts durch Einrichtung einer Abtheilung für landwirtschaftliche Botanik. Die- selbe wurde durch Herrn Professor Dr. F. Haberlandt in Wien in sach- kundigster Weise bearbeitet. Herr Haberlandt wird auch in Zukunft die Referate für die fragliche Abtheilung liefern. Meine Zeit gestattete mir nicht mehr die chemische Physiologie selbst zu bearbeiten. Dieselbe wurde schon für diesen dritten Band von Herrn Dr. H. Müller (Thurgau), Vorstand des physiologischen Laboratoriums in Geisenheim a. Rh., übernommen. An Stelle des Herrn Dr. H. de Vries wird in Zukunft Herr Professor Dr. J. Wiesner in Wien die physikalische Physiologie bearbeiten. An Stelle des Herrn Dr. Minks in Stettin wird Herr Dr. Stahl in Strassburg die Referate über Flechten liefern. Herr G. Li mp rieht in Breslau bearbeitete schon für den vorliegenden - Band den systematischen Theil der Moose und wird in Zukunft auch die Morphologie und Physiologie der Moose in den Kreis seiner Referate ziehen. Herr Professor Dr. Ad. Mayer, der bisher die Referate über die Literatur der Gährungserschöinungen lieferte, wird, da ihm an seinem jetzigen Aufenthaltsort die nöthige Literatur nicht zur Verfügung steht, aus der Reihe der Mitarbeiter ausscheiden. Die betreffenden Referate hat Herr Oberstabsarzt Dr. Schröter übernommen. An Stelle des Herrn Professor Dr. Kanitz wird Herr Professor Dr. V. v. Borbäs in Buda-Pesth die Referate über ungarische und slavische Literatur liefern. Herr Dr. Thomas in Ohrdruff wird in Zukunft über die Arbeiten über Gallenbildungen berichten. Ich sage den Herren, die aus der Reihe der Mitarbeiter ausscheiden, meinen verbindlichsten Dank für die opferwillige Hingebung, mit der sie dem Jahresbericht ihre Kräfte gewidmet haben. Die Fortexistenz des Jahresberichts ist wohl vollkommen gesichert. Es soll mein stetes Bestreben sein, das Unternehmen so zu leiten, dass es allen gerechtfertigten Ansprüchen Rechnung trägt und sich stets auf der Höhe der Wissenschaft hält. — Ich hoffe, dass diejenigen Herren, die mich in diesem Bestreben durch ihre Mitarbeiterschaft an dem Jahresbericht bisher in werthvollster Weise unterstützten, mir auch in Zukunft ihre Mithilfe nicht versagen werden. Von vielen Seiten gingen mir bisher wohlgemeinte Rathschläge für etwaige Verbesserungen in der Form und Inhalt des Jahresberichts zu. Es soll mir besonders werthvoll sein, wenn dies auch in Zukunft geschieht. — Wenn ich in den vorgeschlagenen Veränderungen eine wirkliche Verbesserung ersehe, werde ich denselben gern Rechnung tragen. Zu meinem grossen Bedauern ist es mir bisher nicht immer gelungen, dem Jahresbericht diejenige Vollständigkeit zu geben, die für denselben nothwendig ist; selbst manche wichtige Arbeit blieb unberücksichtigt. Es war mir trotz der erdenklichsten Mühe, die ich mir stets gab, nicht immer möglich, alle für die Bearbeitung des Jahresberichts nöthige Literatur zu beschaffen. Ich werde es dankbarst anerkennen, wenn mich VI die Herren Autoren in dieser Hinsicht etwas mehr unterstützen als dies bisher der Fall war. Ich bemerke noch, dass alle für die Zwecke des Jahresberichts bei mir eingehende Literatur unter die Mitarbeiter zu deren Eigenthum vertheilt wird. Von vielen Seiten gingen mir bisher literarische Sendungen in liberalster Weise zu. Ich sage an dieser Stelle für solche Zusendungen meinen besten Dank. Ich muss zugleich um Entschuldigung bitten, wenn ich meinen Dank nicht in jedem Einzelfall besonders ausspreche. Mit Rücksicht auf die übergrosse Arbeitslast, die mir die' Reclaction des Jahresberichts auferlegt, wird man mir jene Unterlassung wohl verzeihen. Carlsruhe, 1. Mai 1877. L. Just. Inhalts- Verzeichniss. a ) I. Buch. Kryptogainen 1-356 Seite A lgen 1—50 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten '...- 1—3 Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts. Floren 3—9 Fucaceae 9 — 12 Phaeozoosporeae 12 — 16 Florideae 16— 20 Characeae • 20— 24 Chlorozoosporeae 24— 36 Conjugatae 36— 38 Phycochromaceae 38— 42 Neue Arten 42 43 Baccillariaceae 44 — 50 Flechten 50—147 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 50— 53 Systematica 53_ 70 Lichenographie 70 101 Floren und Sammlungen 70— 95 Europa 70— 87 Deutschland 73— 76 Oesterreich -Ungarn 76— 77 Schweiz 77— 78 Italien 78— 79 Belgien 79 Grossbritannien und Irland 79 — 82 Schweden und Norwegen 82 — 84 Finland 84— 87 ') Die Titelverzeichnisse sind den Hauptabtheilungen vorgedruckt. ') Das Druckfehler- Verzeichniss befindet sich am Ende des Bandes hinter dem Register. 4437J vra Seite Asien 87— 89 Afrika 89- 90 Amerika 90— 91 Australien 91—93 Polarländer 93 ._ 95 Monographieen und monographische Sammlungen . ..*..... 95—101 Naturgeschichte. Anatomie. Physiologie. Morphologie 101—112 Artenverzeichniss 112—147 Pilze (weiteres Inhaltsverzeichniss siehe Seite 148—154) 148—292 Physiologie niederer Organismen 284—292 Moose 292-325 Systematik und Verbreitung (weiteres Inhaltsverzeichniss siehe S. 292—294) 292—318 Anatomie. Morphologie. Physiologie 318—325 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 318 Gefässkryptogamen 325—356 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 325—328 Keimung. Vorkeim 328—331 Sexualorgane 331—333 Embryo 333—334 Vegetative Organe . - . . 334—339 Sporangien und Sporen 339-342 Verwandtschaftsverhältnisse. Systematik. Geographie 342—356 IL Buch. Anatomie. Morphologie . 357-540 Morphologie und Physiologie der Zelle 357—374 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 357—358 Untersuchungsmethoden 358—359 Protoplasma 359-362 Zellbildung 362—369 Zellwand 369—372 Aleuron und Proteinkrystalloide 372 Chlorophyllkörper und Verwandtes 372 Stärke. Schleim. Inulin. Gummi 372—373 Krystalle . . : 373-374 Morphologie der Gewebe 374—410 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 374—375 Allgemeines 375—379 Hautgewebe 379—391 Spaltöffnungen 382-389 Lenticellen 389-390 Korkbildungen 390-391 Fibrovasalstränge und Grundgewebe 391—401 Schutz- und Strangscheiden 401—402 Gewebebildung 402-409 Ge wcberegeneration 409—410 Specielle Morphologie der Cycadeen, Coniferen und Gnetaceen . . 410-419 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 410 IX Seite Morphologie der Angiospermen (Metaspermen) 419—503 Morphologie der Vegetationsorgane 419—436 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 419—420 Axe (Wurzel, Stengel) 421—428 Blatt 428—436 Blüthenmorphologie und Systematik 436—503 Allgemeine Morphologie der reproductiven Organe 436—451 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 436—437 Blüthe im Allgemeinen 437—438 Androeceum 438—444 Gynoeceum 444 — 450 Keim 451 Specielle Blüthenmorphologie und Systematik 451—503 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 451—454 Najadaceae 454 Pandanaceae 454 Palmae 455 Cyperaceae 458 Gramina 459 Juncaceae 463 Amaryllidaceae 467 Iridaceae 467 Haemodoraceae 467 Orchidaceae 468 Balanophoraceae 468 Aristolochiaceae 468 Hydrophyllaceae (Hydroleaceae) 469 Asperifoliae 469 Solanaceae 470 Convolvulaceae 471 Scrophulariaceae 471 Verbenaceae 471 Labiatae 471 Oleaceae 472 Gentianaceae 472 Asclepiadaceae 473 Compositae 474 Lobeliaceae 476 Cucurbitaceae ,. . . 476 Primulaceae 476 Ebenaceae 477 Styraceae 477 Ericaceae 478 • Diapensiaceae 478 Ranunculaceae 478 Anonaceae 479 Resedaceae 482 Cruciferae v . 482 Violaceae 483 Passifloraceae 484 Hypericaceae v . 484 Guttiferae 484 Ternstroemiaceae 484 * Seite Rhamnaceae 484 Penaeaceae 485 Celastraceae • 485 Ilicineae 486 Malpigbiaceae 486 Anacardiaceae 487 Vochysiaceae 488 Trigoniaceae 489 Rutaceae 489 Meliaceae 489 Geraniaccae 489 Tiliaceae 490 Malvaceae 490 Ulmaceae 492 Urticaceae 492 Euphorbiaceae 492 Chenopodiaceae 493 Phytolaccaceae 494 Portulacaceae 494 Caryophyllaceae 495 Saxifragaceae 495 Onagraceae 497 Lythraceae 497 Myrtaceae 497 Lecythidaceae 498 Rhizophoraccae 498 Olacineae 499 Thymelaeaceae 499 Rosaccae 499 Pomariae 500 Leguminosae 501 Nomeuclatur 503 Zusammenstellung neuer Arten der Phanerogamcn 505—529 Bildungsabweichungen ....... 529—540 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 529 — 530 III. Buch. Palaeontologie. Geographie . 540-762 Phytopalaeontologie 540—567 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 541—545 Primäre Formationen 545—556 Cambrischcs System 545—546 Devon 546 Carbon 546—556 Unter-Carbon 546 — 549 Productive Steinkohle 549—552 Pflanzeugruppen aus der Steinkohle 552-556 Dyas 556 XI Seite Secundäre Formationen 557—564 Trias 557 Jurassische Formation 557—563 Lias 557—558 Jura 558—563 Kreideformation 563—564 Tertiäre Formation 564—567 Flandrische Stufe 564 Eocen 564 Oligocen . 565 Obertertiär 566 Quartäre Formation 567 Anhang ....." 567 Pflanzengeographie 572—762 Allgemeine Pflanzengeographie ♦ . . 572 — 610 Näheres Inhaltsverzeichniss Seite 572—576 Specielle Pflanzengeographie 610—762 Europa 610—724 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 610—617 Arbeiten, die sich auf mehrere Länder beziehen 617—636 Skandinavien 636—638 Deutsches Florengebiet 638-668 Arbeiten, die sich auf mehrere Länder beziehen .... 638—639 Provinz Posen 639 Baltisches Gebiet 639 Märkisches Gebiet 640 Provinz Schlesien ; 641—646 Obersächsisches Gebiet 646—647 Hercynisches Gebiet 647—648 Niedersächsisches Gebiet 648—652 Niederrheinisches Gebiet 653 654 Oberrheinisches Gebiet 654—656 Baiern . . . 656—657 Böhmen 657 Ober- und Niederösterreich "... 657—659 Krain, österreichisches Litorale und Istrien 659—660 Tirol und Vorarlberg 660—663 Schweiz 663—668 Niederländisches Florengebiet 668—670 Niederlande 668 Belgien 668—670 Lützeburg 670 Britische Inseln 670—676 England 671 Schottland 676 Irland 676 Frankreich 677—692 Iberische Halbinsel 692-694 Italien 694—697 Balkan-Halbinsel 697—701 Karpatenländer 701—714 Russland 714-724 XIV Seite Nachträge zu Buch III. Palaeontologie. Geographie 1024—1026 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 1024 Europäische Floren 1024 Aussereuropäische Floren . 1025 Nachträge zu Buch rV. Physiologie 1026—1038 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 1026 Nachträge zu Buch V. Pharmaceutische, Forstliche Botanik .... 1038 Verzeichniss der besprochenen Arbeiten 1038 Pharmaceutische Botanik 1038 Forstliche Botanik 1039 I. Buch. KRYPTOGAMEN. A. Algen. Referent: Askenasy. (Mit Ausschluss der Bacillariaceen.) Verzeichniss der besprochenen Arbeiten. I. Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts, Floren. 1. Kny. Das Pflanzenleben des Meeres. (Ref. S. 3.) 2. Mer. La Glycogenese dans le regne vegetal. (Ref. S. 3.) 3. Kj eilmann. Vegetation hivernale des Algues ä Mosselhay. (Ref. S. 3.) 4. Kraus. Bemerkungen zu Kjellmann's Aufsatz. (Ref. S. 4) 5. Reinsch. Contributiones ad Algologiam et Fungologiam. (Ref. S. . r >.) 6. Rabenhorst. Die Algen Europa's. Dec. 240 und 241. (Ref. S. 5.) 7. — Die Algen Europa's. Dec. 242 und 243. (Ref. S. 5.) 8. Colin. Die Algen von Jobannisbad und Landeck. (Ref. S. 5.) 9. Moseley. Notes on fresh water Algae of Furnas, Azores. (Ref. S. 5.) 10. Tbiselton Dyer. Note on the foregoing communication. (Ref. S. 5.) 11. Archer. Notes on some collections from Furnas Lake. (Ref. S. 5.) 12. S uringar. Aanwinsten voor de Flora Algologica van Nederland. (Ref. S. 5.) 13. Sowinsky. Materialien zur Algen- und Moosflora einiger Kreise der Gouv. Kiew und Kamenetz-Podolsk. (Ref S. 6.) 14. Farlow. List of the marine Algae of the United States. (Ref. S. G.) 15. Melvill. Notes on the marine Algae of South Carolina and Florida, (Ref. S. G.) IG. Merrifield. Arctic marine Vegetation. (Ref. S. 7.) 17. Dali. Arctic marine Vegetation. (Ref. S. 7.) 18. Wills. Marine Aquariums. (Ref. S. 7.) 19. Dickie. The marine Algae of St. Thomas and Bermuda. (Ref. S. 7.) 20. — Enumeration of Algae coli, at the Cap Verde Islands. (Ref. S. 8.) 21. Moseley & Dickie. Notes on Plants coli, at St. Pauls Rocks. (Ref. S. 8) 22. Dickie. Enumeration of Algae from Fernando de Noronha. (Ref. S. 8.) 23. — Enumeration of Algae from Barra Grande near Pernambuco. (Ref. S. 8.) 24. — Enumeration of Algae from Bahia. (Ref. S. 8.) 25. Moseley et Dickie. Algae from Tristan d'Acunba. (Ref. S. 8.) 26. Dickie. Algae from Inaccessible Island. (Ref. S. 8.) 27. Travers. List of the Algae of the Chatam Islands. (Ref. S. 8.) 28a. Buchanan. Notes on the Flora of the Prov. of Wellington. (Ref. S 3.) Botauischer Jahresbericht III. i 2 Kryptogamen. — Algen. 28b. Thi sei ton Dyer. Sexual reproduction of Thallophytes. (Ref. S. 9.) [Hauck. Algen des Triester Golfs. (Ref. S. 9.)] i) II. Fucaceae. 29. Kny. Das Scheitelwachsthum einiger Fucaceen. (Ref. S. 9.) 30. Reincke. Ueber Fucus vesiculosus. (Ref. S. 10.) III. Pbaeozoosporeae. 31. Janczewski. Observations sur l'accroissement du thalle des Pkeospore>s. (Ref. S. 12.) 32. Rein seh. Neue Phaeosporeae. (Ref. S. 15.) IV. Florideae. 33. Sirodot. Observations sur le developpement des algues compos. le genre Batracho- spermum. (Ref. S. 16.) 34. Holmes. On Stenogramme interrupta. (Ref. S. 18.) 35. Merrifield. Observations on the fruit of Nitupbyllum versicolor. (Ref. S. 18.) 36. Magnus. Ueber Haftorgane bei Florideeu. (Ref. S. 18.) 37. Kny. Ueber denselben Gegenstand. (Ref. S. 19.) 38a. Reinscb. Neue Florideen. (Ref. S. 19.) 38b. Ar cb er. Ueber Ballia callitricba. (Ref. S. 20.) [Sirodot. Etudes sur la famille des Lemaneacees. (Ref. S. 20.) V. Characeae. 39. Nordstedt und Wablstedt. Ueber die Keimung der Charttceen. (Ref. S. 20.) 40. De Bary. Zur Keimungsgeschichte der Charen. (Ref. S. 20.) 41. Cbaboiseau. Notiz über das Vorkommen von Ohara stelligera. (Ref. S. 24.) [Ueber Ohara aspera. (Ref. S. 24.)] VI. Ghlorozoosporeae. 42. Cohn. Die Entwiche] ungsgeschichte der Gattung Volyox. (Ref. S. 24.) 43. Braun. Ueber einige Volvocineen. (Ref. S. 27.) 44. Goroshankin. Die Genesis bei den Palmellaceen. (Ref. S. 27.) 45. Rostafinski. Quelques mots sur l'Haematococcus lacustris. (Ref. S. 32.) 46. Hunt. Ueber Protococcus nivalis. (Ref. S. 34.) 47. Göppert. Ueber Einwirkung des Frostes auf die Gewächse. (Ref. S. 34.) 48. Berggren. On Haematococcus sanguineus. (Ref. S. 35.) 49a. Dodel- Port. An der unteren Grenze des pflanzlichen Geschlechtslebens. (Ref. S. 35.) 49b. On Coleochaete. (Ref. S. 35.) 50. R eins eh. Neue Chlorosporeen. (Ref. S. 35.) 51. Archer. Ueber Staurogenia reetangularis. (Ref. S. 35.) VII. Conjugatae. 52. Nordstedt. Desmidieae aretoae. (Ref. S. 36.) 53. Reinsch. Neue Desmidieen. (Ref. S. 36.) 54a. Schumann. Ueber die Bewegungen in den Zellen von Closterium Lima. (Ref. S. 36.) 54b. Jacob sen. Sur les Desmidiacees du Danemark. (Ref. S. 37.) 55. Archer. Ueber Conjugation zweier verschiedener Desmidieenformeu. (Ref. S. 38.) 56. — Ueber Dictyosphaerium constrictum Arch. olim. (Ref. S. 38.) VIII. Phycochromaceae. 57. T hur et. Essai de Classification des Nostochinees. (Ref. S. 38.) 58. Archer. On Apothecia oecurring in some Scytonematous and Sirosiphonous Algae. (Ref. S. 41.) 59. Schneider. Ueber die grünen und gelben Streifen in dem Meer von Java. (Ref. S. 41.) ') Die eingeklammerten Aufsätze waren dem Ref. nicht zugänglich und werden hier nur der Voll- ständigkeit wegen mit aufgeführt. Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts, Floren. 3 I. Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts, Floren. 1. Kny. Das Pflanzenleben des Meeres. (Sammlung gemeinverst. wiss. Vortr. von Virchow und Holzendorff. Berlin. Carl Habel.) Diese kleine Schrift (61 S.) ist eine klare, kurzgefasste Darstellung des über das Pflanzenlehen des Meeres Bekannten. Verf. bespricht zuerst allgemein die Verbreitung der Seepflanzen, weist darauf hin, dass sie nur innerhalb gewisser Tiefen vorkommen, und an Zahl der Individuen und Arten beträchtlich gegen die Thiere zurückstehen. Dann werden die Ursachen dieser Erscheinung behandelt, wobei namentlich der Lichtmangel in grösseren Tiefen von Bedeutung ist. In Bezug auf das S. 17 vom Verf. Gesagte ist zu bemerken, dass über die Durchsichtigkeit des reinen Wassers sehr genaue Untersuchungen vorliegen (von Wild, vgl. Müller's kosmische Physik S. 395), auch über die Durchsichtigkeit des Seewassers sind Untersuchungen angestellt worden. Ferner ist sicher konstatirt, dass die Farbe des reinen dcstillirten Wassers sowohl wie des Seewassers wirklich blau ist; solches Wasser absorbirt die am schwächsten brechbaren Bestandtheile des weissen Lichtes am stärksten und die andern um so weniger, je stärker brechbar sie sind. Vgl. hierüber Tyndall „in den Alpen" S. 416, und die Angaben Vogel's über das Licht der blauen Grotte im Naturf. für 1875. Hierauf folgt eine kurze Beschreibung der wichtigsten systematischen Gruppen der Algen und Meeresphanerogamen nach ihrer Gestalt und Entwicklung, die durch vier Holz- schnitte erläutert wird, die sich auf Bildung der Schwärmsporen von Bryopsis, Befruchtung von Fuchs und Befruchtung der Florideen beziehen. Dann erwähnt Verf. noch die geogra- phische Verbreitung der Seepflauzen und die Variabilität ihrer Formen. 2. Mer. La Glycogenese dans le regne vegetal suite. (Bullet, de la soc. bot. de Fr. T. 22, 1875, S. 146 ff.) In diesem Aufsatz erwähnt Verf. auch des Vorkommens der Stärke bei den Algen. Die grünen See- und Süsswasseralgen erzeugen auch bei wenig intensivem Licht Stärke, die ziemlich beständig ist, mitunter selbst nach drei- bis viertägigem Verweilen in Dunkelheit nicht schwindet. Ferner fand Verf. auch Stärke bei Porphyridium cruentum (Näg.). Die bekannten sphärischen Körner der Florideen, die durch Jod braun oder violett gefärbt werden, hält der Verf. mit Van Tieghem für Stärkekörner, hat auch in desorganisirten Fragmenten von Ilorideen Blaufärbung der Körner durch Jod beobachtet. Endlich be- hauptet er, dass er auch in einigen von ihm untersuchten olivenfarbenen Algen solche Körner gefunden hat, aber ohne deren Namen zu nennen. Den Fucaceen fehlen sie. 3. Kjellmann. Vegetation hivernale des Algues a Mosselbay (Spitzberg) d'apres les ob- servations faites pend. l'exped. sued. en 1872—1873. (Comptes rendus de l'acad. des sc. 1875, T. 80, S. 474; auch Bullet, de la soc. bot. de Fr. T. 22, S. 93, und Bot. Ztg. 1875, S. 770.) Die schwedische Expedition nach Spitzbergen unter Nordenskiöld von 1872/73 war u. A. dazu bestimmt, das Leben der Seethiere und Seepflanzen während des polaren Winters zu beobachten, zu welchem Zwecke von Anfang Oktober bis Ende April zahlreiche Schleppnetzuntersuchungen vorgenommen wurden. Mosselbay liegt unter 79° 53' nördlicher Breite, die Sonne bleibt hier vom 20. October bis zum 21. Februar unter dem Horizont, doch dauert die wirkliche Dunkelheit nicht über drei Monate. Von Ende September bis Ende October war die Temperatur des Seewassers — 1° C, im November schwankte sie von — 0,5° bis — 1° C, von Ende November bis Mitte April hielt sie sich zwischen — 1,5° und — 1,8°. Die Temperaturen der Luft gaben folgende Monatsmittel: Nov. — 8,2° C. , Dec. -14,5°, Jan. --9,9 U , Febr. —22,7°. Die Dicke des Eises während der letzten Hälfte des Winters war 1,20 bis 1,50 Meter. Die Art des Grundes in der Mosselbay ist den Algen nicht günstig, mit Ausnahme einiger kleinen darin befindlichen Riffe. Der Grund am Eingang des Golfs war auf 5—6 engl. Quadratmeilen mit Lithothamnion calcareum bedeckt. Das Schleppnetz ergab bald nach der Ankunft eine Ausbeute von etwa 30 Algen, die man nebst einigen andern auch während des ganzen Winters vorfand. Dies zeigt also, dass die winterliche Algenvegetation 1* 4 Kryptogarnen. — Algen. der Mosselbay aus denselben Species besteht, wie die des Sommers oder Herbstes, während man an der skandinavischen Küste im Frühling, Sommer und Herbst nicht dieselben Species antrifft. Unter den höheren Algen waren folgende die gemeinsten: Corällinaceae : Lithothamnion calcareum Ell. et Sol. Florideae : Bhodomela tenuissima Rupr., Polysiphonia arctica J. Ag., Delesseria sinuosa (Good. et Woodw.) Lam., Euthora cristata (L.) J. Ag. , Bhodymenia palmata (L.) Grev. , Hulosaccion ramentaceum (L.) Kütz. , Phyllophora interrupta Grev. , Ptilota serrula Kütz, , Antithamnion Plumula (Ell.) Thur. Fucaceae: Fuchs evanescens J. Ag. Phaeozoosporeae: Laminar ia äigüata (L.), L. eaperata Delap., L. solidungida J. Ag., Alaria esculenta (L.) Grev., Chordaria flagelli- formis (Fl. dan.) Ag., Balfsia sp., Elachista lubrica Rupr., Chaetopteris plumosa (Lyngb.) Kütz., Sphacelaria arctica, Pilayella Uttoralis (L.) Kjellm., Dictyosiphon sp., Desmarestia aculeata (L.) Lam., D. virida (Fl. dan.) Lam. Chlorozoosporeae: Ulva latissima (L.), Gon- ferva melagonium (Webb. et Mohr), Cladophora areta (Dill.) Kütz. Diese Algen zeigen im Winter ganz dieselben Formen, wie im Sommer, mit Aus- nahme von Halosaccion ramentaceum, wo die im Sommer und Herbst gefundenen Exemplare zahlreiche Proliflcutionen (an denen sich Tetrasporen entwickeln), besassen, welche den im Winter gesammelten fehlten, offenbar weil sie im Herbst abfallen. Bei den im Winter gesammelten Algen zeigte sich die Lebensthätigkeit weder ge- hemmt noch vermindert. Es wurden keimende Florideen und Fucaceen vou verschiedenen Entwickelungsstufen gefunden. Die Algen mit verzweigtem Stamme Bhodymenia palmata, Delesseria sinuosa, Phyllophora interrupta hatten während des ganzen Winters sowohl ganz junge wie ältere Zweige , die Individuen verschiedener Species zeigten die Zellen am Vegetationspunkte in Theilung begriffen. Von den 27 oben aufgeführten Species besassen 22 im Winter Reproductionsorgane. Einige Arten, wie Elachista lubrica batten Reproduc- tionsorgane während des ganzen Winters, andere während eines längeren oder kürzeren Theiles desselben. Bei manchen waren sie in grosser Menge vorhanden , so bei Bhodomela tenuissima, deren Stamm während einer gewissen Periode ganz von Sporocarpen, Antheridien und Stichidien erfüllt war. Dieselbe Fülle von Vermehrnngsorgauen zeigten verschiedene Phaeozoosporeen , wie Chaetopteris plumosa und die Laminarien. Die Chlorozoosporeen sind in der Mosselbay wenig zahlreich. Bei einer der drei oben erwähnten Arten zeigten sich die Zellen mit Zoosporen erfüllt, deren Austritt indessen nicht beobachtet wurde. Doch unterliegt es keinem Zweifel, dass die Zoosporen nicht bloss ihre vollständige Ausbildung während des Winters erhalten können , sondern auch während dieser Jahreszeit aus der Mutterzelle austreten. So waren von einigen Phaeozoosporeen alle Anfangs Winter ge- fundenen Exemplare steril , während die später vom Schleppnetz heraufgebrachten Zellen mit Zoosporen zeigten , wobei in einigen Zellen die wohlentwickelten Zoosporen zu sehen waren, während andere leer waren und die Oeffnung zeigten, durch welche die Zoospore ausgetreten war. So war u. A. Chaetopteris plumosa im October und Anfang November ohne reproductive Organe, während in der zweiten Hälfte des November, im December, Januar und der ersten Hälfte des Februar an derselben Pflanze zahlreiche ein- und viel- zellige Zoosporangien gefunden wurden, von denen einige mit Zoosporen erfüllt, andere leer waren. Gegen P^nde Februar wurden die mit Zoosporen erfüllten Kapseln seltener, und von Anfang April an wurden wieder nur vollkommen sterile Exemplare gefunden. 4. Krauss. Bemerkungen zu Kjellmann's Aufsatz. (Bot. Ztg. 1875, S. 771.) K. giebt an, dass er an Ulothrix tcnuis Kg. (Rabh. Flor. eur. alg. II. 366) im Flusswasser, das am Beobachtungstag eine Temperatur von -J- 2,5 U G. zeigte, und an dessen Rande schon wochenlang Eiskrusten waren, reife und lebhaft ausschwärmende Microgonidien beobachtet hat. Die Alge wurde dann in ein Gefäss im Freien gebracht, dessen Wasser bei einer Lufttemperatur von — l u C. durch Schnee auf f 1° bis 2° C. abgekühlt wurde. liier fand immer noch lebhaftes Ausschwärmen der Microgonidien statt. Dasselbe erfolgte auch auf dem Objectträger unter dem im Freien stehenden Microscop, während die Flüssigkeit auf demselben am Rande zu Eis erstarrte. Verf. sah die Schwärmsporen eine Viertelstunde lang sich zwischen den kleinen Eisschollen mit ungeminderter Schnelligkeit hin und her bewegen. In Bezug auf die Angaben Kjellmann's über die Bildung von Reproductionsorganen im Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts, Floren. 5 Winter erinnert Verf. an die allgemein bekannte Begünstigung der Zeilbildungsvorgänge durch die Abwesenheit des Lichtes. Aus dem Umstände, dass Kj. eine leicht wahrnehmbare Zerstörung des Farbstoffs oder der Farbstoffkörper der Algen nicht erwähnt, darf wohl sicher geschlossen werden, dass sie in auffallendem Maasse nicht statt hatte, mag es nun sein, dass Dunkelheit nicht bei allen Pflanzen eine zerstörende Wirkung ausübt, oder dass sie bei so niederer Temperatur einen so überaus langsamen Einfluss hat, dass er auch nach langer Zeit wenig oder gar nicht merklich wird. 5. Reinsch. Contributiones ad Algologiam et Fungologiam. Vol. I. (Leipzig. T. 0. Weigel. Folio, 103 S. und 131 Farbendrucktafeln.) In diesem Bande werden vom Verfasser eine grosse Zahl Algen aus den verschie- densten Gruppen beschrieben und abgebildet und zwar sämmtlich neue Formen, dabei auch viele neue Genera. Ref. muss sich hier, wie in allen ähnlichen Fällen jedes Urtheils in Bezug auf die Berechtigung der neu aufgestellten Genera und Species enthalten. Verf. untersuchte hauptsächlich trockenes Material, die Meeresalgen stammten von der amerikani- schen Küste und aus dem adriatischen Meer, die Süsswasseralgen aus Tirol, ferner werden auch eine Anzahl Formen aus der näheren Umgebung des Verf.'s (Franken) beschrieben. Die Diagnosen der neuen Genera folgen unter den zugehörigen Klassen (obwohl nicht zu verkennen ist, dass sie ohne die Abbildungen vielleicht nicht durchweg verständlich sein werden) ; die Namen der neuen Species am Schlüsse des Referates. Jede neu aufgestellte Species bildet Verfasser ab; zahlreiche Species werden nicht benannt, sondern nur abgebildet und beschrieben. 6. Rabenhorst. Die Algen Europa's. Dec. 240 und 241. (S. Hedwigia 1875, S. 29.) 7. Derselbe. Die Algen Europa's. Dec. 242 und 243. (S. Hedwigia 1875, S. 190.) 8. Cohn. Ueber die Algen von Jofcannisbad und Landeck. (Sitzungsber. d. bot. Sect. d. schles. Ges. f. vaterl. Cultur 1874; Bot. Ztg. 1875, S. 595.) Dem im vorigen Jahresbericht (S. 10) Mitgetheilten fügen wir nach dem ausführ- licheren Berichte der Bot. Ztg. noch Folgendes zu. Dr. E. Warnung schickte dem Verf. aus mehreren an der seeländischen Küste befindlichen, mit verschiedenen Infusorien und Wasserpflanzen belebten Pfützen Proben des Wassers in verschlossenen Flaschen. Beim Oeffnen derselben wurde ein penetranter Geruch von Schwefelwasserstoff entwickelt, an der Oberfläche des Wassers zeigte sich ein gelbliches Häutchen von präcipitirtem Schwefel. Im Wasser selbst fanden sich zahlreiche microscopische Organismen theils Beggiatoen, theils Spirillen von ungewöhnlicher Grösse, theils Monaden. Alle diese Organismen enthielten in ihrem Innern Körnchen, die sich nach den Reactionen als aus Schwefel bestehend erwiesen. 9. Moseley. Notes on fresh water Algae of Furnas, St. Michael, Azores. Verf. sammelte Algen in dem durch heisse Schwefel wasserstoffhaltige Quellen ge- speisten See Furnas (s. vor. Jahresber. S. 11). Das Wasser an der Stelle, wo diese Algen wuchsen, war so heiss, dass man darin die Hand nicht halten konnte und glaubt Verf. dar- nach die Temperatur auf 149—156° F. (52—56° C.) schätzen zu dürfen. Die Algen nebst den faulenden Resten anderer Pflanzen (Potamogeton etc.) bildeten streckenweise einen Schaum auf der Oberfläche des Sees. Nach dem Zurücktreten des Wassers trocknet dieser zu einer eigenthümlichen harzigen braunen Substanz aus, die in Stücken von bedeutender Grösse gesammelt werden kann. 10. Thiselton Dyer. Note on the foregoing communication (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 326) bezieht sich hauptsächlich auf einige Diatomeen von Furnas. 11. Archer. Notes on some collections from Furnas Lake (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 328) wurde schon im vor. Jahresber. S. 11 besprochen. 12. W. F. R. Suringar. Aanwinsten voor de Flora Algologica van Nederland. (Nederl. Kruidk. Archief H. Serie, T. II, 1875, p. 27—29.) In der Nähe von Mook und Heumen wurden folgende, für die Niederländische Flora neue Desmidiaceen gesammelt: Pentium cylindrus Breb.; P. Brebissonii Ralfs; Clo- sterium costatum Corda; C. attenuatum Ehr.; G. Leibleinii b. minus; C. parvulum Näg.; C. rostratum Ehr.; C. setaceum Ehr.; Tetmemorus granulatus Ralfs; Pleurotaenium bacu- ZwmBary; P. truncatum Näg. ; P. crenulatum Rab. ; P. turgidum Bary; Sphaerozosma verte- 6 Kryptogamen. — Algen. bratum Ralfs; S. excavatum Ralfs; S. filiforme Rab. ; Bambusina Brebissonii Kg.; Didy- moprium Grevillei Kg.; Cosmarium Botrytis Menegh.; G. ovale Ralfs; C. Cucumis Corda; G. pyramidatum Breb.; C. quadratum Ralfs; G. granatum Breb.; C. bioculatum Breb.; G. Naegelianum Breb.; G. ornatum Ralfs ; C. ? Broomii Thwaites; G. cristatum Ralfs; G. connatum Breb. ; Euastrum pectinatum Breb. ; E. Balfsii Rab. ; E. elegans Kg. ; E. euneatum Jenner; Micrasterias oscitans Ralfs b. pinnatifida Rab. ; 31. Crux Melitensis Ehr. b. furcata Aut. ; M. truncata Breb.; M. radiosa Ag.; M. fimbriata Ralfs ; Staurastrum cuspidatum Breb.; S. dilatatum Ehrb.; S. paradoxum Meyen; S. hirsutum Breb.; S. ? echinatum Breb.; S. Hystrix Ralfs; S. enorme Ralfs; Xanthidium fasciculatum Ehr.; Arthrodesmus Incus Hanal. H. de Vries. 13. W. Sowinsky. Materialien zur Algen- und Moosflora einiger Kreise der Gouvernements Kiew und Kamenetz-Podolsk. (Schriften der Gesellschaft der Naturforscher zu Kiew. Band IV, Heft 1. 8°. Kiew. [Russisch.]) Im Auftrage der obengenannten Gesellschaft wurden vom Verf. folgende Kreise be- sucht: Lipowetz, Tarastscha (beide im Gouvernement Kiew), Bratzlaw und Gaisin (im Gou- vernement Kamenetz-Podolsk); von den besuchten Orten lieferten das Städtchen Nemirow und die Kreisstadt Tarastscha die grösste Ausbeute. Es sind überhaupt 134 Arten von Algen gesammelt, von denen folgende sich sehr selten in diesen Gegenden vorfinden: Dia- tomaceae: Cyclotella Kützingiana Thw., Cymbella aequalis Sm., Cymbella rostrata Rabenh., Navicida gracilis Ehrb., Navicula scutelloides Sm. , Navicula Peisonis Grün.; Batracho- spermum moniliforme Roth und Draparnaldia sp. wurden nur bei Nemirow getroffen. Von den 134 im Verzeichnisse aufgestellten Arten gehören: 91 Arten in 20 Gattungen zu den Diatomaceen, 35 Arten in 21 Gattungen zu den Chlor ophyllaxeen und nur 9 Arten in 5 Gattungen zu den Phycochromaceen. — Die Moose wurden vorzugsweise in den Kreisen Bratzlaw und Lipowetz gesammelt, es sind von ihnen 17 Arten in 13 Gattungen aufgezählt, — das Verzeichniss ist wahrscheinlich nicht vollständig. — Als Anhang zum Aufsatze ist eine Liste von Algen beigefügt, die in Kiew und im Dorfe Bojarka (in dessen Kreis) vom Verf. gefunden waren (ungefähr 80 Arten). Batalin. 14. Farlow. List of the marine algae of the United States. (Americ. Journal of arts and sciences 1875, S. 351.) Verf. giebt hier ein Verzeichniss der bisher an den Küsten der Vereinigten Staaten gefundenen Meeralgen mit Bemerkungen über neue oder unvollkommen bekannte Species. Seit der Herausgabe des letzten Theiles der Nereis Am. Bor. von Harvey sind fast nur von Agardh und Ruprecht einige neue Species zu den bereits bekannten hinzugefügt worden. Dies rührt daher, dass die am besten bekannte Ostküste eine verhältnissmässig arme Flora besitzt. Von Eastport Me. bis Boston hat die Flora einen aretischen Character mit wenigen Species und zahlreichen Individuen. Die marine Flora von Nantucket bis New- York ist am genauesten untersucht worden. Die Anwendung des Schleppnetzes hat hier gezeigt, dass manche Pflanzen, die man, wie z. B. Euthora cristata Ag., für dem nördlichen Neu-England eigenthümlich ansah, auch in dem tieferen und kälteren Wasser südlich vom Cap Cod vorkommen. Die Küste von New -York bis Charleston ist wenig bekannt, dürfte aber auch, da sie sandig ist, nur wenig bieten. Key West dagegen ist sehr reich und über- trifft an Menge der Species selbst Biarritz. Ueber die Algen der Küste des Golf von Mexiko ist fast nichts bekannt. Die paeifische Küste übertrifft weitaus die atlantische an Arten- reichthum. Verf. hat die von Harvey in der Ner. Am. Bor. angewandte Classification bei- behalten. Er zählt im Ganzen 430 Species auf, davon 88 Melanospermae, 255 Bhodospermae und 97 Chlorospermae. 15. Melvill Notes on the marine Algae of South Carolina and Florida. (Journ. of bot. brit. & for. 1875.) Verf. giebt ein Verzeichniss der von ihm in Charleston und Key West gesammelten Algen, das 127 Species umfasst, die von J. Agardh bestimmt wurden, darunter sind 15 Melanospermae, 79 Bhodospermae, 33 Chlorospermae. Chrysymenia acanthoclada Harv. gehört nach Agardh zu Eueheuma. Schriften vermischten oder allgemeinen Inhalts, Floren. 7 16. Merrifield. Arctic marine Vegetation. (Nature Vol. 12, 1875, S. 55.) Verf. giebt einen Auszug aus Agardh's Anfsatz über die von der schwedischen Expedition nach Grönland im Jahr 1870 an der dortigen Küste gesammelten Algen. (Bidr. tili kanned. of Grönlands Lamin. och. Fucac. af J. G. Agardh inl. t. K. Vet. Acad. d. 27. Sept. 1871.) Die aretische Flora wird characterisirt durch die geringe Zahl der Species, wie durch die grosse Menge von Individuen. Ferner ist die bedeutende Grösse vieler Species für die Algenvegetation kälterer Meere characteristisch. Bei dieser Gelegenheit wird das Einsalzen der Algen als das vortheilhafteste Aufbewahrungsmittel empfohlen. Einen bedeutenden und ausgezeichneten Bestandtheil der aretischen marinen Flora bilden die hier oft sehr grossen Laminarieen. Während an der schwedischen Küste nur 2 Arten von Laminaria gefunden werden, kennt man von Spitzbergen und Grönland wenig- stens 5 Species. Lamin. longicruris ist eine der gemeinsten Algen Grönlands; Agardh sah Exemplare, deren Stamm und Frons zusammen 80 Fuss lang waren. Grosse Species von Alaria werden von Ruprecht für das Ochotskische Meer angegeben, eine sehr grosse Species kommt auch bei Spitzbergen vor. Während die Algenflora von Grönland und Spitz- bergen verhältnissmässig reich ist, soll nach Ruprecht die Behringssee nördlich der aleutischen Inseln, sowie das ganze Eismeer östlich von dem Kara-Golf bis zur Behrings- strasse der Algen fast vollständig entbehren. Weiterhin werden die verschiedenen Laminaria- Arten von Grönland und Spitzbergen erwähnt. Die schönste und characteristischste Algen- species für Grönland ist Agarum Turneri, das sich weder in Europa, noch in Spitzbergen findet. Von Alaria kommen 5 Species in Grönland vor. Von Fucaceen fehlen in Grön- land (wie in Amerika) die in Nordeuropa gemeinen Formen Fueodium canaliculatum, Fuc. serratus, Halidrys süiquosa. Fuc. vesiculosus ist eine der gemeinsten Algen Grönlands. Ausserdem kommen daselbst F. evanescens, filiformis und Midonensis vor. Als weitere Quellen über die aretische marine Flora werden angeführt: die Liste aretischer Algen in Harvey's Nereis Bor. Americ. und Dickie's Liste der Algen von Cumberland Sound (Journ. Linn. soc. Vol. IX. 17. Dali. Arctic marine Vegetation. (Nature Vol. 12, 1875, S. 166.) Verf. widerspricht der im vorhergehenden Aufsatz erwähnten Angabe Ruprecht's» dass die Behringssee und das Meer nördlich davon der Algen ermangle. Verf., der lange in diesen Gegenden verweilte, bemerkt, dass die Linie der Aleuten mit Algen besetzt ist, die in eben solcher Fülle nördlich wie südlich von jener Inselreihe auftreten. Aber auch weiter nördlich findet man Algen. Die grosse Masse derselben besteht hier aus Melanospermen; Rhodospermen und Cldorospermen finden sich in geringer Individuenzahl. Eine Form, die mit Fuc. vesiculosus verwandt oder identisch ist, findet sich in grossen Massen an den felsigen Ufern der Behringssee von den Aleuten bis zur Behringsstrasse und wohl noch darüber hinaus. Die Vertheilung der Algen hängt grossentheils vom Character der Felsen ab , die die Küste bilden. Basaltische Felsen sind am wenigsten reich und zeigen haupt- sächlich F. vesiculosus und Species von Agarum. Granitische Felsen und tertiäre Sand- steine und Konglomerate zeigen immer wenigstens einzelne Formen rother und grüner See- algen, während an den metamorphischen Schiefern und Felsen, die den grössten Theil der Aleutenkette zusammensetzen, Nereocystis, Laminaria, Nullipores und Agarum am häufigsten sind. Die Behringssee ist für Algen ungünstig, da ein grosser Theil des östlichen Plateaus aus weichem Schlick oder feinem vulkanischem Sand besteht, der Algen keinen Halt ge- währt; aber wo Felsen sind, kommen auch Algen vor. Im Norton-Sund sammelte Verf. 15 oder 20 Algenspecies. Weiterhin erwähnt Verf., dass in den warmen Quellen der Halbinsel Alaska, die eine Temperatur von 110— 180° F. haben, der Boden mit einer braunen ledrigen Alge bedeckt ist. 18. Wills. Some unsolved probiems in the management of the marine aquarium. (Nat. Vol. 13, 1876, S. 189.) Verf. bespricht die Thatsache, dass in den Meerwasseraquarien gewöhnlich keine Seepflauzen zu finden sind, und führt einige Algen an, deren Cultur er für zweckmässig hält. 19. Dickie. On the marine algae of St. Thomas and Bermuda. (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 312.) Die Algen wurden von Moseley von der Challenger-Expedition gesammelt, und 8 Kryptogamen. — Algen. von Verf. bestimmt. Das Verzeichniss führt von St. Thomas 15 Species auf, 1 Floridee und 14 Ghlorospermae; von den Bermudas 41, 9 Melanospermae , 21 Rhodospermae und 11 Ghlorospermae, davon die Hälfte von 31 Faden Tiefe (vgl. übrigens Bot. Jahresber. 1873, S. 4). 20. Derselbe. Enumeration of Algae coli, at the Cape-Verde Islands. (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 344.) Ebenfalls von Moseley gesammelt. 48 Algen (3 neue Species) und 5 Diatomeen von St. Vincent, 5 Algen von St. Jago. Die grosse Mehrzahl kommt auch an anderen, z. Th. weit entfernten Orten vor. Ausserdem wird eine fossile Alge von einem Kalkstein bei Porto Praya aufgeführt, die in die Nähe von Lithothamnion Macemus Lam. gehört. 21. Moseley. Notes on plants collected at St. Pauls Rocks (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 354) und Dickie. Enumeration of the Algae coli, at St. Pauls Rocks. (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 355.) Bemerkungen über die Beschaffenheit der St. Pauls Felsen und Aufzählung der da- selbst gesammelten Algen. Diese Miniaturinselgruppe liegt etwa l ü nördlich vom Aequator, halbwegs zwischen Afrika und Südamerika. Die Inseln zeigen gar keine Landvegetation, nicht einmal eine Flechte. Die einzige Landpflanze ist eine einzellige, grüne Alge, die als Ueberzug an Gestein in geschützten Pfttzen vorkommt und von D. Protococcus affinis ge- nannt wird. Aufgezählt werden 14 Algen (3 Melanosp., 2 Corallinae, 4 Florid., 5 Chlorosp.) und 3 Diatomeen. 22. Dickie. Enumeration of Algae from Fernando de Noronha collected by H. N. Moseley. (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 363.) 30 Species werden aufgezählt, von denen die meisten auch im Golf von Mexiko vor- kommen. 23. Derselbe. Enumeration of Algae from 30 fathoms at Barra Grande near Pernambuco Brasil coli, by H. N. Moseley. (Journ. Linn. soe. Bd. 14, S. 375.) 16 Species. 24. Derselbe. Enumeration of Algae from Bahia, coli, by H. N. Moseley. (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 377.) 7 Species. 25. Moseley. Notes on Plants collect, in the Islands of the Tristan d'Acunha gr6%p. (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 377.) Dickie. Algae from Tristan d'Acunha. (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 384.) 11 Species, darunter Macrocystes pyrifera, die, wie Moseley in dem erstgenannten Aufsatz mittheilt, einen dichten Gürtel um diese und um die anderen Inseln der Gruppe bildet. 26. Dickie. Algae from Inaccessible Island near Tristan d'Acunha coli, by Moseley. (Journ. Linn. soc. Bd. 14, S. 386.) 5 Species. 27. List of the Algae of the Chatham Islands collected by H. H. Travers and examined by Prof. J. Agardh of Lund. (Transact. of the New Zealand Instit. 1873, S. 208.) Travers sammelte bei einem Besuche auf den Chathaminseln 62 Species von Mecresalgen, die zu 46 Genus gehören. Sie wurden von Agardh bestimmt, der darunter 2 neue Genus und 10 neue Species fand. Die Diagnosen derselben will Ag. demnächst ver- öffentlichen. Von den Algen sind 16 Melanospermae Harv., 41 Florideae und 5 grüne Algen (Gaulerpa, Codium, Bryopsis, UlcaJ. Die neuen Species sind: Bhodomela Traversii, Lau- rcucia urceolata, L. thyrsifera, Gracilaria ßayelliformis, Gigartina angulata, Grateloupia caudata, Ceramium nodiferum, stich idiosum, Pandorea Traversii n. y. et sp., Grif/itlisia Sonderiana. Einige früher gesammelte Algen derselben Localität hatte Agardh bereits im Jahr 1864 untersucht. 28a. Buchanan. Notes on the Flora of the Prov. of Wellington with a list of plants col- lected therein. (Transact. of the New Zealand Instit. 1873, S. 210.) In dem Pflanzenverzeichniss der neuseeländischen Provinz Wellington, welches Verf. giebt, werden auch 100 Algenspecies mit aufgeführt, die an den dortigen Küsten vorkommen. Fucaceae. 9 Davon sind 39 Melanospcrmac , 45 Floriäcae und 16 Chlorospermae , letztere zu den Gat- tungen Caidcrpa, Codium, Bryopsis, Porphyra, Viva, Entcromorpha, Conferva, Ghroolepus gehörig. Im Verhältniss zu der geringen Zahl der rothen Algen sind die braunen sehr zahlreich und wird dies vom Verf. dem zugeschrieben, dass die starken Stürmen ausgesetzten Küsten nur wenig geschützte Orte darbieten, die zur Ansiedlung der zarteren Khodospermen geeignet wären. 28 b. Thiselton Dyer. Sexual reproduction of Thallophytes. (Quart, journ. of micr. sc. 1875, S. 294, 396; mit vielen Holzschnitten.) Zusammenstellung des bisher über die geschlechtliche Fortpflanzung der Thallophyteu bekannt Gewordenen. Hauck. Algen des Triester Golfs. (Oesterr. Bot. Ztg. 1875, S. 446 etc.) II. Fucaceae. 29. Kny. Das Scheitelwachsthum einiger Focaceen. (Bot, Ztg. 1875, S. 450, aus den Sitzungsber. des bot. Ver. der Prov. Brandenburg.) Die besten Resultate erhielt Verf. bei Pelvetia canaliculata. Die rein vegetativen Zweigenden sind an der Spitze abgestumpft und zeigen hier eine tiefe Furche , die sich in der Richtung des breitesten Querdurchmessers der Frons über deren Scheitel hin erstreckt. Führt man an 'jungen Sprossen, die längere Zeit in Weingeist gelegen haben, zarte Längs- schnitte senkrecht zur breiteren Seite genau durch die Mitte des Scheitels, so sieht man am Grunde der Vertiefung das Punctum vegetationis liegen. Von den Längsschnitten eines Sprossendes zeigten stets einer oder zwei an der tiefsten Stelle je eine Zelle , die durch Grösse und Reichthum an trübem, deutlich braun gefärbtem Protoplasma vor ihren Nach- barinnen ausgezeichnet war; diese Zelle nennt Verf. Initiale. Von ihr geht sehr wahr- scheinlich der Anstoss zum Längenwachsthum aus. Sie ragt etwas tiefer nach innen hinein, als die benachbarten Aussenzellen. Form und Dimensionen sind im Einzelnen sehr ver- schieden. Die Theilungen der Initiale finden bald durch Längswände, bald durch Querwände statt. Die Längswände, die Verf. niemals genau median fand, trennen Segmentzellen in seitlicher Richtung, die Querwände solche nach innen ab. Die verjüngte Initiale nimmt den grösseren Theil der Mutterzelle in sich auf. Auf Querschnitten zeigt sich der Grundriss der Initiale entweder .dreiseitig oder vierseitig, zuweilen nahezu rechteckig. Die Aufeinander- folge der Längstheilungen Hess keine Regelmässigkeit erkennen, bald waren sie successiv nach drei, bald nach zwei gegenüberliegenden, mit den früheren sich kreuzenden Richtungen erfolgt. Beide Arten der Theilung können auch in demselben Scheitel mit einander ab- wechseln. Die von der Initiale in seitlicher Richtung abgetrennten Segmente stimmen in der Art der Theilungen im wesentlichen mit ihr überein. Querwände und Längswände folgen einander, wie es das räumliche Bedürfniss der sich gestaltenden Stammspitze gerade erfordert. Die von der Initiale und deren seitlichen Segmenten abgeschiedenen Innenzellen sind ihrer- seits auch noch theilungsfähig, sowohl durch Längs- als durch Querwände. Die von den seitlich an die Initiale grenzenden Aussenzellen abgetrennten Innenzellen eilen diesen an Bildung der Längswände sogar meist voraus. Doch erlöschen die Theilungen hier schon in sehr geringer Entfernung unterhalb der Scheitelfurche, während sie in den korrespondirenden Aussenzellen noch fortdauern. Durch die Abwechslung von Längs- und Querwänden wird eine reihenförmige Anordnung der Zellen auf Längsschnitten bewirkt; die in der Axe ver- laufenden Reihen sind ziemlich genau longitudinal gerichtet. Die vom Scheitel nach aussen gelegenen verlaufen fächerartig divergirend, am Grunde des vertieften Scheitels dagegen kon- vergiren dje Reihen; beides findet seine genügende Erklärung in dem früher Gesagten. Die Endverzweigung von Pelvetia canaliculata erscheint gleich beim ersten Sichtbarwerden als Gabelung, auch im Laufe der weiteren Entwicklung halten die Gabelsprosse meist gleichen Schritt miteinander. Die ersten vom Verf. beobachteten Anfänge legten die Deutung nahe, dass der eine der beiden Gabelsprosse die Initiale des Muttersprosses in sich aufnimmt, während der andere aus einem ihrer seitlichen Segmente den Ursprung nimmt. Bei Fuchs vesicuhsus und Ozothalia nodosa waren die Resultate weniger zufrieden- IQ Kryptogamen. - Algen. stellend. Eine bestimmte Zelle als Initiale des Längemvachsthums konnte hier nicht nach- gewiesen werden. Bei Fucus vesiculosus hatte es den Anschein, als ob deren zwei, bei Ozoth. nodosa, als ob deren mehrere vorbanden wären. Im Uebrigen findet das oben Gesagte auf beide Arten Anwendung, nur dass bei Fucus vesiculosus die Längstheilungen in den Aussenzellen zuweilen derart stattfinden, dass die Scheidewände nicht genau vertikal von innen nach aussen verlaufen, sondern sich mit ihrem untern Ende einer der Seitenwände in spitzem Winkel anfügen. 30. Reinke. Ueber Fucus vesiculosus. (Nachrichten der k. Ges. d. Wiss. zu Göttingen 1875, S. 230 und Bot. Ztg. 1875.) Der Thallus von Fucus vesiculosus gliedert sich in ein scheibenförmiges Rhizom, einen mehr weniger rundlichen bis zweischneidigen Stiel und den flachen Laubkörper, welcher der Länge nach von einer Mittelrippe durchzogen wird. Wohlentwickelte Individuen pflegen eine reichliche Verzweigung zu besitzen, die Gabelungen liegen alle in einer Ebene und fallen theils in die Region des Stiels, theils in die des Laubkörpers. Der Stiel geht aus der sich verdickenden Mittelrippe des Laubkörpers hervor, indem diese durch Absterben und Abbröckeln des Laubrandes frei wird. Das Spitzenwachsthum des primären Thallus wird vermittelt durch die Thätigkeit eines Vegetationspunktes, welcher in der Mitte einer tiefen, der Laubfläche parallelen Spalte eingesenkt ist. Er wird von einer Schicht gleichwerthiger, fast cubischer Initialen gebildet, die, wie bereits durch Kny richtig hervorgehoben wurde, durch Quertheilung parallele Zellreihen erzeugen, während sie durch tangentiale Theilung den nothwendigen Zuwachs der Epidermis besorgen. Dfe normale Verzweigung beruht, wie schon Kny beobachtet hat, auf einer Theilung dieses Vegetationspunktes in zwei gleiche Hälften. Das aus dem Vegetationspunkt hervorgehende Gewebe ist in allen seinen Theilen ein achtes Parenchym, wie es den Körper der Phanerogamen aufbaut. Verf. unterscheidet darin folgende Gewebegruppen : 1) Epidermis, 2) primäre Rinde , 3) Füllgewebe des Laub- randes, 4) Mittelrippe, 5) Vcrdickungsschicht. Die Epidermiszellen sind von prismatischer Gestalt und werden durch Radialtheilung der Initialschicht des Vegetationspunktes angelegt ; sie sind selbst aber noch an den älteren Theilen des Laubkörpers im Stande, sich durch Radialtheilung zu vermehren. Ausserdem theilen sich aber an den Seiten, den lappenför- migen Wülsten der gespaltenen Tballusspitze , die Epidermiszellen auch noch quer wie die Initialgruppe und erzeugen dadurch die primäre Rinde. Die centralen Zellen der Initial- gruppe erzeugen durch Quertheilung die parallelen eng aneinander schliessenden, aus regel- mässigen langgestreckten Zellen zusammengesetzten Zellreihen der Mittelrippe, während die zu beiden Seiten gelegenen Urmeristemzellen sich zum Füllgewebe des Laubrandes entwickeln. Dieses ist anfangs parenchymatisch, nimmt aber dann durch ungleichmässige Streckung der Zellen ein dem Mark der Juncus- Halme ähnliches Aussehen an mit grossen Intercellular- räumen, die aber hier nicht mit Luft, sondern, wie alle Intercellularräume der Fucaceen mit Schleim erfüllt sind. Das Parenchymbündel der Mittelrippe wird rings noch von ein paar Schichten umgeben , die zwar auch aus der Initialgruppe hervorgehen , aber wegen geringer Längsstreckung mehr Aehnlichkeit mit den Zellen der primären Rinde besitzen; diese Zellen nennt Verf. Vcrdickungsschicht. Etwa zwei Centimeter unterhalb der Tballusspitze treten zu dem eben beschriebenen Zustand noch Complicationen hinzu, die vom Verf. als secundäres Dickenwachsthum zu- sammcngefasst werden. Die Zellen der Verdickungsschicht wachsen nämlich an ihren unteren Enden zu hyphenartigcn Zellreihen aus, die in dem intercellularen Schleime der Verdickungs- schicht und der Mittelrippe schräge nach abwärts dringen und sich bald auf das reichste verzweigen. Sie durchwuchern besonders die Mittelrippe und nehmen nach rückwärts so enorm an Zahl und Verzweigung zu, dass bald alle Parenchymreihen durch sie von einander getrennt, und jede von einer mehrschichtigen Ilyphenscheide umgeben wird. In den älteren Theilen überwiegen die Hyphen in bedeutendem Maasse die primären Parenchymreihen. Die Stiele von Fucus vesiculosus besitzen an der Basis nicht selten den zehnfachen Durchmesser der primären Mittclrippe, und dieser Zuwachs wird zum grössten Theil durch die der Ver- dickungsschicht entsprossenen Hyphen bewirkt. Ausserdem nimmt aber auch die Rinde am seeundären Dickenwachsthum Theil, indem die äussersten Schichten sich spalten und radial Fucaceae. 1 1 gestellte Zellreihen erzeugen, die Verf. als secundäre Rinde bezeichnet; die Epidermis hat auf dieser Stufe ihre Theilbarkeit verloren, sie zerreisst daher bald und wird iu einzelnen Fetzen abgeworfen, die secundäre Rinde nimmt die Aussenfläche des Stieles ein. Das Rhizom von F. vesiculosus besteht ausschliesslich aus Hyphen ohne eingestreute Parenchym- zellen. Die gegen die Oberfläche verlaufenden Hyphenenden bilden hier eine pseudoparen- chymatische Rinde. An älteren, besonders an verletzten Exemplaren findet man nicht selten eine reich- liche Bildung von Adventivästen. Verf. fand diese immer nur an den Rippen oder doch in der Nähe derselben, an den Stielen und an dem Rhizom. Wie ein Schnitt durch letzteres zeigt, sind sie ausnahmslos endogenen Ursprungs, entstehen mehr oder weniger tief im Hyphengefiecht des Rhizoms und gelangen erst nach Durchbrechung der pseudoparenehy- matischen Rinde an die Oberfläche. Genaue Beobachtungen ergaben, dass die Adventiväste ihren Ursprung in der End- oder Gliederzelle eines Hyphenfadens nehmen, die zuerst mit dichterem Plasma sich füllt, dann sich in 3—5 ziemlich isodiametrische Zellen theilt, welche dann durch Querspaltung eine Doppelreihe von Zellen bilden, von denen die unteren zu langen mit denen des Mutter-Rhizoms sich verflechtenden Hyphen auswachsen, während aus den oberen die eigentliche Zweiganlage hervorgeht. Beide Zellreihen ergänzen sich nämlich durch weitere Theilungen zunächst zu zwei kleinen, ungefähr kreisförmigen Platten. Die Zellen der unteren, der Basalplatte, wachsen zu Hyphen aus, die obere Platte verhält sich ganz wie die Initialschicht eines entwickelten Thallus. Sie wird bald zu einem halbkugel- förmigen Körper, erst später nimmt der Bildungspunkt der jungen Anlage die Gestalt eines Trichters an und erst lange nach Durchbrechung der Rhizomrinde geht die Trichterform der Vegetationsspitze in die normale spaltenförmige über, von da an bildet sich der Laub- körper, der bis dahin eine cylindrische Gestalt hatte, flächenförmig aus. Der unterste Theil des Stiels adventiver Thallusäste ist also von vornherein von kreisförmigem Querschnitt, und wird hier diese Form nicht erst durch Abstossung des Laubes bewirkt. Aus T hur et 's Abbildungen geht hervor, dass die Entwicklung aus dem Embryo eine ganz ähnliche ist, dass insbesondere das Rhizom von vornherein aus Hyphen hervorgeht. Besondere Organe des Thallus sind die Luftblasen und die Fasergrübchen. Erstere, die aber nicht selten ganz fehlen, sind die einzigen lufterfüllten Intercellularräume der Pflanze, communiciren aber nirgends mit der atmosphärischen Luft, sondern sind allseitig geschlossen. Sie gehören dem Füllgewebe des Laubrandes an und entstehen durch Aus- einanderweichen desselben und Ansammeln von Luft im Schleim; die Blasenwände gehen aus der Rinde hervor. Die Fasergriibchen sind eigenthümliche Gebilde, deren biologische Bedeutung nach Ansicht des Verf. darin besteht, dass die langen Büschel der darin ent- wickelten Sprossfäden wie die Wurzelhaare der Phanerogamen geeignet sind, die endosmotisch thätige Oberfläche des Thallus zu erweitern. Sie entstehen an den lippenförmigen Rändern des Spaltes der Thallusspitze , indem erst einige Epidermiszellen , dann darunter gelegene Rindenzellen auseinander weichen und einem schleimerfüllten Intercellularräume Platz gewähren - , der sich am Grunde bald urnenartig erweitert und dessen Wänden die von Kützing als Sprossfäden bezeichneten Trichome entspringen. An älteren Laubkörpern verschwinden diese lang aus den Fasergrübchen hervorragenden Sprossfäden, dafür gehen neue dicht aneinander liegende Zellreihen aus dem Grunde der Fasergrübchen hervor, die den Hohlraum desselben erfüllen. Die zu geschlechtlicher Reproduction metamorphosirten Thallusspitzen bezeichnet Verf. als Blüthen. Die Metamorphose beschränkt sich auf Anschwellung, lichtere Färbung, geringfügige histologische Abweichungen und die Entwicklung der dicht bei einander liegenden Conceptakeln. Diese sind den Fasergrübchen der rein vegetativen Theile des Thallus homologe Gebilde; die Oogonien sind kurze metamorphosirte Sprossfäden, die Antheridien metamorpho- sirte Aeste verzweigter Sprossfäden. Diese morphologische Gleichwertigkeit von Conceptakeln und Fasergrübchen wird schon durch den Vergleich der erwachsenen Organe ausser Frage gestellt, findet aber ihre volle Bestätigung in der Entwicklungsgeschichte, indem bis zum Heranwachsen der Oogonien und Antheridien Fasergrübchen und Conceptakeln nicht von einander zu unterscheiden sind. 12 Kryptogamen. — Algen. Aehuliche Verhältnisse wie bei Fucus vesiculosus fand Verf. an den Haupttypen der grossen Familie der Fucaceen, sowie der Laminarieen und Sporochneen. Während das Scheitelwacksthum erhebliche Abweichungen darbietet, z. B. der Thallus von Halidrys, Haierica, Cystosira, Sargassum durch Segmentirung einer dreiseitig pyramidalen Scheitel- zelle sich aufbaut, und ebenso in der äusseren Gliederung der verschiedenen Gattungen eine continuirlicbe Reihe von den einfachsten Thaliomen bis zu den vollendeten Sprossbildungen sich kund giebt, vollzieht sich das secundäre Dickenwachsthum überall nach demselben Schema nur mit quantitativen Abstufungen. So fand Verf. bei Pycnophycus sysimbrioides keine Spur einer secundären Verdickung durch eingeschobene Hyphen. Verf. macht zum Schluss auf die eigenthümliche Verbindung von parenchymatischem und Hyphengewebe im F ucaceen -ThaWxis aufmerksam, welche Erscheinung nicht blos bei den Fucaceen und Phaeosporeen, sondern auch bei den Florideen weit verbreitet ist und bisher nicht nach Gebühr gewürdigt wurde. III. Phaeozoosporeae. 31. Janczewski. Observation snr l'accroissement du thalle des Pheosporees. (Mem. de la soc. des sc. nat. de Cherbourg 1875.) Die Klasse der Phaeosporeen, die von T hur et im Jahre 1850 mit Rücksicht auf die Natur der Vermehrungsorgane begründet wurde, umfasst Algen, die in Bezug auf Ge- stalt, Grösse und Bau ungemeine Verschiedenheiten zeigen. Verf. hat die Art des Wachs- thums bei einer Anzahl der wichtigsten Formen dieser Gruppe untersucht und gelangt zu dem Ergebniss, dass dasselbe nach drei wesentlich verschiedenen Typen erfolgt, die er als Wachsthum vermittelst einer terminalen Scheitelzelle, peripherisches Wachsthum und inter- calares Wachsthum unterscheidet. Der erste Typus ist der seltenste. Er besteht darin, dass alle Auszweigungen des Thallus an der Spitze eine Scheitelzelle besitzen, die sich durch der Basis parallele, plane Wände theilt und so eine Reihe von Segmenten erzeugt, durch deren weitere Quer- und Längstheilungen dann das Gewebe des Thallus gebildet wird. Nach diesem Typus erfolgt, wie Geyler und Pringsheim nachgewiesen haben, das Wachsthum der Sphacelarieen. Nach den Untersuchungen des Verfassers gehört auch Dictyosiphon foeniculaceus hierher, bei dem aber die Gestalt der Scheitelzelle und insbesondere die Bildung der Zweige von der bei den Sphacelarieen gewöhnlichen abweichen. Letztere erfolgt in ganz regelloser Weise. Die Zweige entstehen in beträchtlicher Entfernung von der Stammspitze imd zeigen keinen Bezug zu der Scheitelzelle. Die Theilungen der Segmentzellen erfolgen ähnlich wie bei den Sphacelarieen; schliesslich entsteht durch Auseinanderweichen der centralen Zellen die innere Höhlung des Thallus. Bei dem zweiten Typus, dem peripherischen Wachsthum, sind die äussersten margi- nalen oder peripherischen Zellen die jüngsten und mehr oder weniger zu einem Scheitelzell- gürtel verbunden. Hierbei finden je nach dem Bau und der Gestalt des Thallus mannigfache Modificationen statt. Das kleine auf Ulven wachsende Myrionema vulgare Thur. ist einer Coleochaete sehr ähnlich und wächst genau auf dieselbe Art. Der kreisförmige Thallus be- steht aus Fäden, die von einem Mittelpunkt ausstrahlen und sich nach der Peripherie hin verzweigen. Sie sind bald frei bald eng mit einander verbunden. Jeder Faden wächst mit- telst seiner Terminalzelle, die sich durch Querwände theilt und, nachdem sie eine Anzahl Glieder gebildet hat, gabelt; die beiden Gabelzweige scheiden sich durch schiefe Wände. ab und setzen dann jeder das Wachsthum der früheren Terminalzelle fort. Vertical nach oben sprossen aus gewissen Zellen des Thallus farblose Haare, kurze, farbstoffhaltige Paraphysen und Zoosporangien hervor. Bei Petrospongium BerTceleyi besteht der Thallus aus einem dichten Rasen von Fäden, die von der Basis nach Aussen hin strahlen und sich verzweigen. Jeder Faden wächst durch eine Endzelle; unweit derselben entspringen die Seitenzweige und die Haare. Ausserdem sprossen von der Basis der Glieder der Hauptfäden auch Wurzelhaare aus. Der junge Thallus von Leathesia marina gleicht dem von Petrospongium. Er bildet Phaeozoosporeae. 1 3 eine Halbkugel, die aus fächerförmig angeordneten, gegen die Aussenfläche hin sich verzwei- genden Fäden mit stark gerundeten Gliederzellen besteht. Das innere Gewebe wird später ^ zerstört, wodurch der Thallus im Innern hohl wird. Der peripherische Zuwachs erfolgt da- durch, dass an der Spitze einer äusseren Zelle zwei oder mehr kleinere abgerundete Zellen hervorsprossen. Die Haare entstehen seitlich an den Zellen. Balfsia verrucosa ist eine der wenigen Phaeosporeen, denen die Haare völlig fehlen. Der Thallus erinnert ganz an demjenigen der Krustenflechten; auch in der Art des Wachs- thums stimmt er mit dem vieler Flechten überein. Bei Aglaozonia parvula ist die Endzelle jeder der fächerförmig angeordneten Zell- reihen die Scheitelzelle derselben und theilt sich parallel dem Rande des Thallus. Das Dickenwachsthum des letzteren wird durch zur Oberfläche parallele Theilungen der Glied- zellen vermittelt. Die erste Theilungswand liegt näher an der oberen Fläche des Thallus, die zweite ist genau median, die dritte liegt nahe an der untei'en Fläche; demzufolge besteht der Thallus aus vier Zellschichten. Die beiden äusseren sind weniger hoch als die beiden inneren, von letzteren theilt sich die obere nochmals in zwei Schichten. So ist der Thallus schliesslich aus fünf Zellschichten gebildet; aus der obersten sprossen die Haare vertical zur Oberfläche hervor. Der dritte, intercalare Wachsthumstypus, dem die Mehrzahl der Phaeosporeen folgt, zeigt nachstehende drei Hauptmodificationen : 1) Der Thallus endet in ein oder mehrere Haare, der Vegetationspunkt liegt an der Grenze von Haar und Thallus und ist beiden gemeinsam. 2) Der Thallus besteht aus drei Organen, der Frons, dem Stiel und den Rhizoiden, der Vegetationspunkt für Stiel und Frons liegt an der Grenze beider und ist beiden gemeinsam. Die Rhizoiden dagegen verlängern sich durch Spitzen- wachsthum. 3) Der Thallus ist vollkommen ungetheilt und wächst durch einen an der Basis der Pflanze befindlichen Vegetationspunkt. Als das einfachste Beispiel der ersten Art des intercalaren Wachsthums führt der Verfasser Ectocarpus simpliciusculus an. In einer Anmerkung bemerkt er, dass diese Art pluriloculäre und uniloculäre Sporangien auf demselben Individuum erzeugt. Bei ihr wie bei E. secimdus fand Thuret wahre Antheridien ähnlich denen von Tüopteris Mertensii und Cutleria. Die Gegenwart männlicher Organe bei den Phaeosporeen schliesst nach Verf. die Möglichkeit der Copulation von Zoosporen aus. Neue Untersuchungen des Verf. über Punctaria plantaginea haben die früheren Beobachtungen bestätigt. Weder beim Aus- treten der Zoosporen, noch während ihrer Bewegung, noch bei ihrer Keimung findet Copu- lation statt. Der Thallus von Ectocarpus simpliciusculus besteht aus etwas verzweigten Fäden, die in Haare von gleichem Durchmesser endigen. Je näher der Spitze, desto kürzer werden die Zellen und an der Grenze, wo das Haar anfängt, sieht man etwa zehn sehr kurze und reichlich mit Protoplasma erfüllte Zellen, die etwa 1 j i so lang als breit sind. Dies ist der Vegetationspunkt, in welchem lebhafte Zelltheilung stattfindet, wobei sowohl nach oben dem Haare, wie nach unten dem Thallus, neue Elemente zugefügt werden. Die Verzweigung ist acropetal, in der Nähe des Vegetationspuuktes findet man die jüngsten Anlagen der Aeste, doch trifft man auch weiterhin zwischen den älteren sehr junge Zweige an. Ferner bildet E. simpliciusculus auch Wurzelhaare, die fast immer dem basalen Gliede der Zweige entspriessen. Ausser den Theilungen am Vegetationspunkte finden keine weiteren Zellthei- lungen statt. Bei anderen Arten von Ectocarpus dagegen wird die charakteristische Be- schaffenheit des Vegetationspunktes durch spätere Theilungen verdeckt, doch bleibt im wesentlichen die Art des Zuwachses die gleiche, wie dies Verf. an nachfolgenden Species feststellen konnte: Ectocarpus simplex, E. firmus, E. Hincksiac, E. siliculosus, E. seeundus. Streblonema veluüvmm, Tüopteris Mertensii. Desmareslia gehört demselben Typus an wie Ectocarpus, nur bringt der robustere und complicirtere Bau einige Verschiedenheiten mit sich. Der Thallus ist hier regel- mässig gefiedert, die Fiedern sind theils gefiederte, abfaHende Haare, theils kleine Zweige, 14 Kryptogamen. — Algen. die in ähnliche Haare enden. Der Vegetationspunkt liegt zwischen dem terminalen Haar und dem Thallus, so dass wie bei Ectocarpus keine scharfe Grenze zwischen beiden Organen gezogen werden kann. Das Haar ist gefiedert, wie der Thallus, aber während die Entwicke- lung der Fiedern bei diesem acropetal ist, ist sie bei jenem basipetal. Die Zweige des Thallus sind ursprünglich einfache Zellfäden, aber bereits in der Nähe des Vegetations- punktes werden sie von Rinde bedeckt. Diese nimmt ihren Ursprung immer von jeder untersten Zelle der zwei Haare, die an einer Thalluszelle sitzen, und wenn die Haare fehlen, von zwei kleinen Zellen, die rudimentäre Haare darstellen. Die Rinde nimmt weiterhin an Masse zu, sie theilt sich in eine gewisse Anzahl Schichten und bildet zuletzt die Hauptmasse des Thallus, der im Centrum von dem primären Zellfaden durchsetzt wird. Desmarestia ligulata, aculeata und viridis verhalten sich in Bezug auf das Wachsthum identisch. Zu einer bestimmten Zeit des Jahres fallen sämmtliche terminale und seitliche Haare ab. Cutleria hat denselben, vom Verf. auch mit dem Namen trichothallisch bezeichneten Wachsthumstypus wie Ectocarpus. Cutleria multifida wurde allein untersucht, aber C. adspersa und collaris verhalten sich analog. Bei Cutleria multifida endet der Thallus in einen Strauss von Haaren, welche die unmittelbare Fortsetzung der Zellreihen der Thallus- spitze bilden. Diese Haare sind völlig frei, während die Zellreihen weiter unten innig mit einander verschmolzen sind; der Vegetationspunkt (zone generatice) liegt an der Grenze der Haare und der Zellreihen des Thallus. Das Thallusende einer Cutleria entspricht so mehreren Fäden von Ectocarpus, die bis an die Basis der Haare mit einander verwachsen ,wären. Die Zellen des Thallus wachsen hinter dem Vegetationspunkt stark in die Breite, die peripherischen theilen sich in der Längs- und Querrichtung und erzeugen so die klein- zelligen äusseren Schichten; die inneren Zellen dagegen theilen sich vom Vegetationspunkt rückwärts nicht, wachsen aber stark in Länge und Breite und bilden die grossen farblosen Zellen des Thallusinnern. Die Verzweigung des Thallus von Cutleria besteht in einer Spaltung des Vegetationspunktes in zwei Zweige, sie ist mit einer Vermehrung der Zell- reihen am Vegetationspunkt verbunden, wodurch die durch die Spaltung bewirkte Ver- minderung der Zahl der Zellreihen daselbst bald wieder ausgeglichen wird. Sporochnus pedunculatus und Carpomitra Cabrerae scheinen sich im Wachsthum der Cutleria multifida analog zu verhalten. Bei den Laminarieen besteht der Thallus aus drei Hauptorganen, der Frons, dem Stiel und den Rhizoiden. Letztere sind wurzeiförmige, mehr oder minder dichotome Organe, die an der Basis des Stieles sitzen. Ihr Gewebe besteht aus parallelen Zellreihen, die sich nach der Peripherie hin vermehren; auf Längsschnitten durch die Rhizoidenspitze sieht man sie regelmässig fächerförmig angeordnet. Der Stiel ist bald cylindrisch, bald flach, ein- fach oder verzweigt, zuweilen mit appendiculären Organen versehen. Die Frons ist bald ganz einfach, bald gefiedert oder fingerförmig; bei den Laminarieen sitzen die Fruchtorgane auf derselben , während sie bei Alaria auf den Blättchen des Stiels sitzen. Der Bau des Stiels ist bei den Laminarieen etwas complicirt, im Innern liegt ein centrales, aus lang- gestreckten Zellen bestehendes Mark, dann folgt nach aussen ein parenehymatisches Gewebe, das durch einen Meristemgürtel gebildet wurde, und endlich die Rinde, die bei Laminaria Cloustoni Gummicanäle enthält. Der Vegetationspunkt befindet sich bei den Laminarieen an der Grenze von Stiel und Frons. Verf. bezeichnet diesen Zuwachstypus daher als stipo- frondal. Der Vegetationspunkt ist nicht homogen , er besteht aus dem centralen , lang- gestreckten und dem parenehymatischen peripherischen Gewebe, wie die älteren Theile der Pflanze. Der Zuwachs selbst findet entweder ohne Unterbrechung während des ganzen Jahres statt, so dass die allmählich absterbenden Spitzen der Frons durch den Zuwachs an der Basis ersetzt werden, so bei Laminaria flexicaulia, L. saccharina, Haligenia bidbosa etc. oder die junge Frons entwickelt sich nur im Frühjahr an der Basis der alten , die dann später plötzlich abfällt, so bei Laminaria ('l<>i>ii. Die Verzweigung der Lessonia fus- cescens und laminar ioides ist eine wirkliche Dichotomie, durch Spaltung des Vegetations- punktes in zwei symmetrische Theile bewirkt. Die Verzweigung der Macroctjstis pyrifera ist anfangs der der Lessonia ähnlich, aber die Weiterentwicklung der beiden Zweige ist verschieden, da der eine zum Blättchen wird, während der andere den Stiel fortsetzt; so Pliaeozoosporeae. J5 erscheint der Stiel der Macrocystis als ein aus Dichotomie hervorgehendes einseitiges Sym- podium (Sichel). Die dritte Modification des intercalaren Wachsthumstypus , das Wachsthum des Thallus an seiner Basis, ist die merkwürdigste von allen. Die genaue Untersuchung von Scytosiphon lomentaceus zeigt, dass das obere Ende des röhrigen Thallus desorganisirt und im Absterben begriffen ist. Der jüngste Theil ist die Basis, hier sind weder Sporangien noch Haare entwickelt ; das Gewebe schliesst dicht zusammen, die centrale Höhlung entsteht erst weiter oben durch Auseinanderweichen der inneren Zellen. Chorda filum erinnert; durch den Bau des Thallus und die Beschaffenheit der Sporangienschicht an die Laminarieen. Der Thallus ist cylindrisch, an beiden Enden zu- gespitzt, am oberen Ende immer im Absterben begriffen. Er ist der ganzen Länge nach hohl, die innere Höhlung aber stellenweise von Diaphragmen unterbrochen, die aus dem- selben von langgestreckten Zellen gebildeten Gewebe bestehen, das auch die innere Fläche der Höhlung auskleidet, während die Wand selbst von Parenchym gebildet wird. Der cen- trale Hohlraum schwindet gegen die Basis des Thallus hin und in geringer Entfernung der Insertionsstelle der Pflanze ist das Innere von langgestreckten Zellen erfüllt, durch deren Auseinanderweichen eben der Hohlraum entsteht. Hier wie bei den Laminarieen enthält der Vegetationspunkt sowohl Parenchym, wie aus gestreckten Zellen bestehendes Gewebe. Das Wachsthum von Scytosiphon und Chorda ist nicht als ein in ganz strengem Sinne basales zu bezeichnen, vielmehr findet sich unter dem Vegetationspunkt immer ein kleiner Theil des Thallus, der zur Fixirung der Pflanze dient und dessen peripherische Zellen die vielzelligen Wurzelhaare erzeugen, mittelst deren der Thallus fest am Substrat haftet. Bei Chorda filum hat dieser Theil die Gestalt eines umgekehrten Kegels, der in einem Kissen von Wurzelhaaren versteckt liegt. Zu den Phaeosporeen mit basalem Wachsthum gehören nachstehende Formen, bei denen man den eigenthümlichen Wachsthumstypus oft schon bei Betrachtung mit blossem Auge erkennt: Myriotrichia fdiformis, Lithosiphon pusillus, Punctaria, Scytosiphon lomentarius, Asperococcus und Chorda filum. Nicht immer indessen ist das basale Wachsthum hier leicht zu konstatiren, da es zuweilen durch später erfolgende Zelltheilungen verdeckt wird. Zum Schluss spricht Verf. die Ansicht aus, dass die von T huret herrührende Classification der Phaeosporeen einiger Modifikationen bedarf, namentlich müsste man die für manche Familien sehr characteristische Art des Wachsthums des Thallus und dessen Structur dabei berücksichtigen. Chorda filum müsste z. B. von den Chordarieen aus- geschlossen werden und eine besondere Familie bilden, die eine Mittelstellung zwischen den Laminarieen und den übrigen Phaeosporeen einnehmen winde. 32. Reinsch. Neue Phaeosporeae. (S. oben u. 5.) Entonema nov. gen. Sect. Ectocarpearum. Planta parasitica minutissima , thallus procumbens ex filis densius aut laxius intricatis in substrato vivente late vagis formatus; thallus et superficialis et in parenehymate interno plantae infeetae (Rhodophycear. et Me- lanophyc. struetura laxiore) expansus, interdum inter spatia intercellularia cellularum Bhodo- phyc. parenehymate ex cellulis arete conjunetis formato, uni aut bistratoso, nidulans, non- nunquam in cellularum infeetarum interanea penetrans; filorum cellulae irreguläres, mag- nitudine ac forma valde diversae , cytiodermate utplurimum indistinetiore (?), cytioplasmate subtiliter granuloso, colore luteo, olivaeeo-viridi usque luteo viridi (raro aliter colorato); fruetificatio : Zoosporangia zoosporangio Ectocarporum valde similia, in filis sessilia siliqui- formia; zoosporis in seriebus transversalibus regulariter dispositis, numerosissimis ; Oospo- ' rangia ? linearia, ex cellularum serie unica formata. Apud singulas species gignuntur in cellulis singulis incrassatis filorum cellulae minu- tissimae sphaericae (Zoogonidia?). Genus hueusque nondum observatum continet plantas late expansas. Fere omnis plantae parenehyma Rhodophycearum majorum infeeta est ab ullo Entonemate. Beschrieben werden 10 benannte, 4 unbenannte Species. Hierher gehören wohl auch die von Kny beobachteten parasitischen braunen Algen (Jahresber. 1873, S. 5 unter 11). Von Ectocarpus beschreibt R. 3 neue Species, sowie 8 nicht benannte Formen. 16 Kryptogamen. — Algen. Actinema nov. gen. Planta planitieformis; thallus substrato viventi adpressus, uni- stratosus plus minusve regulariter circumscriptus , ex cellulis parenchymate conjunctis exstitutus cellulae lineares rectangulares usque polygonae; cellulae aut regulariter radialiter aut absque ordine dispositae; cellularum cytioplasma homogeneum , colore olivaceo-viridi usque luteo - viridi ; fructificatio ? — Gen. incertae sedis in systemate Melanophycearum. 1 benannte, 3 nicbt benannte Species. Sphaerosiphon nov. gen. Planta ex cellulis solitariis valliforme juxtapositis exstituta, physcuma cohaerens, plus minusve expansum formans; cellulae pbyscuma planitieforme aut corporeum cobaerens in substrato vivente expansum formantes; cellulae pyriformes, cuneiformes, rarius oblongo - ellipticae ; ex cellularum cytioplasmate cellularum minimarum sphaericarum numerus explicatur (Zoogonidia?); cellularum cytioplasma subtiliter granulosum, varie coloratum. 9 Species, davon eine im süssen Wasser. Von Myrionema 1 nicht benannte und 1 benannte Species. Von Leathesia 3 neue Species. Sphacelaria 3 benannte, 3 unbenannte Species. JDesmithamniam nov. gen. Ectocarpearum. Plantula microscopica parasitica ex filis a basi dichotome decomposito-ramosissimis, densissime positis, caespitulos bemisphaericos formantibus exstituta; rami summi (fructif eri ?) fasciculato-corymbosi , ex cellulis in medio tumidio aequalibus, aequaliter latis formatis. IV. Florideae. 33. Sirodot. Observations sur le developpement des algues d'eau douce compos. le genre Batrachospermum. (Bull, de la soc. bot. de France T. 22, 1875, S. 128 ff.) Verf. recapitulirt zuerst seine früheren Mittheilungen in den Comptes rendus, über die bereits im Jahresbericht für 1873 berichtet worden ist, und giebt dann die weiteren Erfahrungen, die er seitdem über die Entwickelung von Batrachospermum gewonnen hat. Nach dem von ihm bereits früher Mitgetheilten erzeugt die geschlechtslose Chantransia das Batrachospermum als einen heteromorphen Zweig, das geschlechtliche Batrachospermum erzeugt Oosporen, aus deren Keimung wiederum Chantransia hervorgeht. Man hat demnach zwei Hauptpunkte zu beobachten: erstlich das Erscheinen des Batrachospermum als Zweig einer Chantransia) zweitens die Entwickelung der Chantransia aus der Keimung der Oosporen von Batrachospermum. Der erste weit leichter zu beobachtende Punkt soll zuerst besprochen werden. Auftreten des Batrachospermum als Zweig einer Chantransia. Dieses ist bei einjährigen Batrachospermen leicht zu beobachten , bei vieljährigen aber bedarf es dazu zahlreicher vergleichender Untersuchungen an verschiedenen Orten. Die einjährigen B. verschwinden am Ende der Vegetationsperiode, nur die Oosporen überdauern den Winter; die perennen B. werden in der Zwischenzeit zwischen zwei Vegetationsperioden durch ein aus polyedrischen Zellen bestehendes Zellgewebe repräsentirt , das auf dem Substrat aus- gebreitet ist; in selteneren Fällen auch durch die unteren hart gewordenen Theile der primären Axen der früheren Vegetation. Die Verschiedenheit der einjährigen und perennen B. zeigt sich übrigens schon sehr früh , da die Bildung des oben erwähnten Gewebes , des Prothalliums, aus den Rhizoiden des jungen B. schon beginnt, wenn es eben an der Chan- transia entstanden ist, während die Rhizoiden der annuellen B. durchweg nur lange hin- und hergebogene Zellschläuche bilden. 1) Einjährige B. Nach dem eben Gesagten müssen sämmtliche einjährige B. beim Beginn der Vegetation von der zugehörigen Chantransia begleitet sein. Verf. hat in der That keine einzige Ausnahme von dieser Regel beobachtet; so sind z. B. sämmtliche Arten der Section Virescentia und ffelmmtliosa annuell, jede dieser 7 bis 8 Arten ist nun in seiner Sammlung durch eine Chantransia im Moment der Metamorphose vertreten. Dabei ist indessen zu beachten, dass jede Chantransia sich durch besondere einzellige Organe, Sporulen, vermehrt, und so können mehrere Generationen von Ch. vor der Metamorpbose zu B. aufeinander folgen. Aus den Beobachtungen des Verf. ergiebt sich aber noch, dass Florideae. 17 die Bildung von B. an Cliantransia vielfach nur unter ganz bestimmten äusseren Bedingungen erfolgt, so dass er Standorte von Cliantransia- Arten kennt, die ganz sicher zu bestimmten Batrachospermum-Arten gehören, wo aber letztere doch nie angetroffen wurden. In anderen Fällen ist die Cliantransia in manchen Gewässern allgemein verbreitet, das B. aber selten und nur an einzelnen Orten zu finden, und zwar nur an solchen, die von directem Sonnen- lichte getroffen werden; auch zieht B. Stellen vor, wo das Wasser besonders reissend ist. Im Aquarium hält sich Cliantransia ziemlich lange gesund, während B. auch bei oft er- neuertem Wasser bald zu Grunde geht. Mitunter ist die Cliantransia von ausserordentlicher Kleinheit und kann dann leicht übersehen werden. Besonders schwer zu beobachten ist der Hergang in den Fällen, wo das B. nur auf alten Axen der Cliantransia erscheint, nachdem der gesammte obere Theil ihrer Verzweigungen abgefallen ist. Die meisten Zweige trennen sich unmittelbar über der Ansatzstelle eines Seitenzweiges ab; nach einiger Zeit bildet sich dann als Verlängerung des abgebrochenen Zweiges eine Zelle von bleicher Farbe, die das erste Rudiment eines B. darstellt. Die Species der Section Moniliformia sind alle perennirend, mit Ausnahme einer einzigen Art, die Verf. B. ectocarpum genannt hat, und die sich ausserdem dadurch aus- zeichnet, dass die Cystocarpien nicht im Innern der Wirtel liegen, sondern ausserhalb der- selben, obwohl die Wirtel gut entwickelt sind. 2) Perennirende B. Mit Ausnahme der eben erwähnten Form sind alle übrigen Species der Section Moniliformia ausdauernd, das Gleiche gilt von B. vagum. (Sect. Tur- fosa.) Die Arten der Section Moniliformia kommen an manchen Standorten ohne, an andern mit der zugehörigen Cliantransia -Form vor. Die vollständige Abwesenheit der letzteren Form an Orten , wo ein B. häufig ist und unzählige Oosporen bildet , erscheint auf den ersten Blick sehr seltsam. Die nähere Untersuchung zeigt aber, dass an manchen dieser Orte (namentlich in den Brunnen „Fontaines") das B. sich durchaus nicht zu vermehren scheint; die Raschen werden allein grösser durch das peripherische Wachsthum des aus- dauernden basalen Zellgewebes. An andern Plätzen dagegen findet unzweifelhaft eine lebhafte und rasche Vermehrung statt, die auch durch in das Wasser niedergelegte Quarzstücke oder Porzellanscherben nachgewiesen werden kann, an denen sich bald kleine Flecken zeigen, die zuerst Prothallien, nachher ganze Pflanzen von B. darstellen. Trotzdem wird nie eine Chan- transia beobachtet. Diese Erscheinung erklärt sich dadurch, dass auch B. unter Umständen sich durch einzellige Sporulen zu vermehren vermag; am leichtesten ist dies bei B. vagum zu beobachten; bei den Moniliformia findet diese Vermehrung in folgender Weise statt: Das basilare Zellgewebe bedeckt sich bei Beginn der neuen Vegetationsperiode wenigstens theil- weise mit kurzen perlschnurartigen einfachen oder verzweigten Fäden, von diesen entwickelt sich ein Theil weiter zu wahren JB.-Pflanzen, ein anderer bildet hie und da Sporulen. Die Standorte, wo B. und Cli. zusammenwachsen, sind nicht sehr zahlreich, immerhin giebt es unter den neun Arten der Section Moniliformia nur eine Art, bei der die Chan- transia-Form unbekannt ist; bei zweien ist sie zweifelhaft; bei allen andern hat Verf. den Dimorphismus selbst beobachtet. B. vagum (Sect. Turfosa) zeichnet sich durch seine ausserordentliche Dauer aus; in gewissen Brunnen fand Verf. während acht Jahren bei zahlreichen Besuchen im Laufe jedes Jahres immer dieselbe Form. Obwohl B. vagum Antheridien und Trichogyne besitzt, auch anhaftende Pollinidien am Trichogyn beobachtet werden, schlägt doch das Cystocarp regelmässig fehl. Verf. hat nur einmal bei der Var. affine die Bildung von Oosporen gesehen. Dem entsprechend fehlt auch an den Standorten die zugehörige Cliantransia. Die Vermeh- rung selbst erfolgt: 1) durch das fast unbegrenzte Wachsthum des am Substrat haftenden Zellgewebes ; 2) durch Sporulen, die sowohl an den ersten fast microscopischen Raschen auf- treten, die bei Beginn der Vegetation zuerst von dem basalen Gewebe aussprossen, wie auch später an den Enden der Wirtelzweige ; 3) endlich wiewohl seltener durch abgetrennte Zweige, die sich festsetzen, indem die Rindenfäden der unteren Wirtel zu Rhizoiden sich umwandeln. Entwickelung der Oosporen, des Prothalliums und der Cliantransia. Die Oosporen keimen unmittelbar nach ihrem Freiwerden; sie theilen sich in zwei Zellen, Botauischer Jahresbericht III. 2 18 Kryptogamen. — Algen. dann verlängert sich eine Zelle und wird zu einem gegliederten Faden, indem die Endzelle sich fortwährend durch Querwände theilt. Alles das kann in der Nähe des Cystocarps in den Wirtein der B. beobachtet werden. Wenn aber die junge Pflanze dann nicht irgendwo festhaftet, geht sie bald zu Grunde. Man muss deshalb suchen, die Keimung unter natür- lichen Verhältnissen zu beobachten. Hier aber wird die genaue Beobachtung dadurch er- schwert, dass die Sporulen der Chantransien und Batrachospermen unter ganz denselben Bedingungen keimen, deshalb eine Verwechslung der verschiedenen Keimpflanzen leicht erfolgen kann. Verf. hat nur in einem Fall die Entwickelung der Oosporen vollständig verfolgt, nämlich bei einer annuellen Art aus der Section Helminthosa. Aus der nicht befestigten Oospore entsteht ein einfacher gegliederter Faden mit langen und etwas unregelmässigen Zellen; die fixirte Oospore erzeugt durch Sprossung eine sphärische oder elipsoidische Zelle, die ihr an Gestalt gleicht. Aus dieser zweiten Zelle sprosst eine ähnliche dritte hervor; weiterhin wiederholen sich solche Sprossungen aus diesen beiden jungen Zellen und aus der Oospore; diese werden so zum Mittelpunkt von strahlig ausgehenden Zellreihen; auch die leeren Zwischenräume zwischen diesen werden mit Zellen erfüllt, letztere werden durch gegenseitigen Druck polyediisch und bilden so ein falsches Zellgewebe , das Prothallium. Durch Sprossung entstehen nun auf der freien Oberfläche des Prothalliums neue Zellen, die aber nicht sphärisch oder ellipsoidisch, sondern cylindrisch werden; sie theilen sich durch Querwände; die obere Zelle wird zur fortwachsenden Scheitelzelle , die sich weiter durch Querwände theilt. So entstehen gegliederte Fäden, die ersten Anlagen der Chantransia. Das Prothallium, das vor der Anlage der jungen Chantransien gebildet ist, wird bald durch diese überdeckt; aus den untersten Zellen der Chantransia, nämlich entspringen absteigende Zellfäden, die sich durch Scheitel wachsthum verlängern, verzweigen und so ein System von Rhizoiden bilden, aus dem wieder neue Chantransia-Hnsen emporwachsen. Unter den jungen Rasen, die auf dem alten Batraehospermum gebildet wurden, entwickelten sich manche so weit, dass sie an ihren oberen Verzweigungen zuerst Sporulen und endlich das Batracho- spermum selbst zeigten. Verf. hat ein ausführliches Werk über B. in Arbeit, das im Jahr 1876 erscheinen soll. 34. Holmes. On Stenogramme interrupta. (Grev. Vol. III, 1874, S. 88, mit l col. Tafel.) Die tetrasporische Frucht dieser seltenen und schönen Alge ist bisher nur sehr selten gefunden worden. Verf. giebt eine genaue Beschreibung derselben. Die Tetrasporen sind zu ovalen Nemathecien von ca. 1 Mm. Länge vereinigt, die unregelmässig über die Fläche der Frons zerstreut sind. Die Nemathecien bestehen aus einer Anzahl Zellreihen, von denen jede etwa vier Zellen hat. Der Inhalt jeder solchen Zelle theilt sich in vier Theilzellen, die Tetrasporen. 35. Merrifield. Observation on the fruit of Nitophyllum versicolor. (Grevillea Vol. IV, 1875, S. 138.) Verf. macht einige Bemerkungen über die Kapselfrucht dieser Species, die bisher nicht bekannt war, aber vor einigen Jahren in Ilfracombe gefunden wurde. Unter demselben Titel veröffentlicht die Verf. im Journ. Linn. soc. 1875, Bd. 14, denselben Aufsatz wie in der Grev., nebst drei Holzschnitten, Abbildungen der Frucht. 36. Magnus. Ueber Haftorgane bei Florideen. (Bot. Ver. v. Brandenb., 1874, S. 77; Bot. Ztg. 1874.) Im Auschluss an seine Beobachtungen bei Plocamium coccineum und Gystoclonium /■iirjmrascens (s. vor. Jahresber. S. 16) bemerkt M., dass er bei Triest die Catenella Opuntia vielfach antraf, welche die senkrechten Felswände nahe am Wasserspiegel dicht überzog. Es war leicht zu erkennen, dass sie durch zahlreiche, aus parallelen langgliedrigen Zell- reihen gebildete Haftwurzeln an diesem Felsen festsass, und bilden sich die Ilaftwurzeln aus der dem Felsen aufliegenden Fläche des Laubes durch gemeinschaftliches Auswachsen eines Feldes benachbarter Zellen. Ganz ebenso verhalten sich die niedrigen, dicht am Wasser- spiegel hinkriechenden Formen des Gelidium corneum, das um so niedriger wird, je näher der Oberfläche sein Standort liegt, bis es in den niedrigst bleibenden Formen dicht an die Oberfläche herangeht, was sich in der Triester Bucht überall schön beobachten liess. Florideae. 19 37. Kny. Ueber denselben Gegenstand (Bot. Ver. f. Brandenb., 1874, S. 77 ; Bot. Ztg. 1874) bemerkt im Anschluss an das von Magnus Gesagte, dass die Bildung von Haft- organen an beliebigen Stellen des Thallus eine bei den Florideen sebr verbreitete Erschei- nung ist. In sehr eigenthümlicber Weise spreche sich die Neigung hierzu bei Nitophyllum uncinhatum aus, das bei Palermo nicht selten vorkommt und von ibm auch kürzlich in Jersey gefunden wurde. Von der gelappten Fläche der Frons entspringen schlanke stolonen- artige Sprosse, die sich am Ende schneckenförmig einkrümmen und dazu bestimmt sind, fremde Gegenstände, insbesondere benacbbarte Algen, zu umklammern. Noch bevor sie dies thun, entwickeln sie meist zahlreiche platte Hafto,rgane. Aus der convexen Seite derselben entspringen ein oder mehrere Tochtersprosse gleicher Form , die sich auch ihrerseits ein- krümmen und Haftorgane entwickeln. Finden auch diese keine geeignete Stütze, die sie umklammern können, so kann sich an ihnen, resp. an ihrem Tochterspross, derselbe Vor- gang noch ein bis mehreremal wiederholen. — Magnus bemerkt hierauf, dass das Auftreten von Haftwurzeln bei Nitophyllum bereits mehrfach beschrieben worden ist. 38. fteinsch. Neue Florideae. (S. oben unter 5.) Von Chantransia werden 10 benannte , 7 unbenannte Species nebst zahlreichen Formen beschrieben. Sie sind hauptsächlich auf den Breitendurchmesser der Zellen und die Maassverhältnisse der Oosporangien (Propagula) gegründet, da Verf. diese Merkmale für besonders constant hält. Stylonema nov. gen. Thallus filamentosus, teretiformis, ramosus, ex cellulis irregu- laribus, absque ordine dispositis, formatus, plantae filum primarium in pedicello brevi uni aut bicellulari substrato insidens, supra basin subito ampliatum et in ramos repetito dichotomos transiens j rami summi sensim attenuati et obtuso - rotundati , plerumque ex serie singula cellularum formata, omnis thallus indumento hyalino tubuliforme velatus. 1 marine Species. Cctllonema nov. gen. Thallus filamentosus, teretiformis, ramosus, ex serie singula cellularum formatus , cellulae rectangulares usque quadraticae , spatiis hyalinis cellularum longitudini usque aequaliter longis (et longioribus et brevioribus) disjunctae, extrorsum in- dumento communi , hyalino , decolorato , tubuliformi, plerumque duplo cellularum latitudine latiore (et magis) velatae, cytioplasma varie coloratum (purpurascens , smaragdinum, oliva- ceum, aerugineum), propagatio? Bhodophycearum generi Bangia cum praecedente genere proximum, differt cellularum divisione in directione tantum longitudinali. Complectit: Genus Goniotrichum Kütz. , singulae species generis Bangiae Lyngb. (Aber alle Bangien bilden in der Jugend einfache Zellreihen. Ref.) 5 benannte, 1 unbenannte Species, ferner zählt Verf. hierher Callonema elegans Chauv. syn. Bangia elegans Chauv. Von CalUthamnion werden 6 benannte, 2 unbenannte Species beschrieben. Von Polysiphonia 3 benannte, 1 unbenannte Species. Plectoderma nov. gen. Thallus expansus , planitieformis , irregulariter limitatus, substrato viventi dense adhaerens, ex Strato homogeno unicellulari cellularum conformium, radialiter dispositarum formatus, cellulae thallodis reguläres, rectangulares, in seriebus rectis et leviter curvatis ex centro communi radiantibus regulariter dispositae, cellularum series aut ex conjunctione cellulari circulariter circumscripta, aut ex cellula singula centrali excur- rentes; fructificatio? Genus Tribu Delesseriacearum pertinens Cryptoplmrae, Aglaophyllo, Nitophyllo proximum. 2 benannte Arten, 1 unbenannte. Bhizophyllum nov. gen. Thallus planitieformis lobatus regulariter limitatus sub- strato viventi radiculis ex thallode ortis adhaerens, partim totaliter, partim partialiter; ex Strato homogeno , unicellulari cellularum polygonarum conformium formatus ; cellulae poly- gonae, non in series ordinatae, arctissime parenchymatice conjunctae; lobi thallodis plus mi- nusve regulariter ovales, apice late rotundato, basi angustata, lobi plerumque in puncto com- muni centrali cohaerentes; radiculi et in inferiore parte et in margine loborum orti, pluri- cellulares, ex numerosis fasciforme conjunctis cellulis cylindricis cytiodermate crassiore velatis formati; fructificatio? Genus Bhizophyllis Kütz. differt physeumate pluristratoso, radiculis unicellularibus, fasciculatim dispositis. 2 benannte Arten. Ferner wird von Crouania, Nemastoma, Hypoglossum , Gastroclonium je eine Art, von Hormoceras 2, von Lophura (Rhodomela) und Odonthalia je eine Art beschrieben. 2* 20 Kryptogamen. — Algen. Von Porphyra beschreibt Verfasser 2 neue benannte, 1 unbenannte Art und 1 Form von P. purpurea. Er bildet dabei mehrfach das eigentümliche Haftorgan (Füsschen) ab, welches durch das Auswachsen der unteren Zellen des Laubes zu langen, dicht aneinander liegenden hyalinen Wurzelfäden entsteht, übrigens allen Porphyra-Axten zukommt (s. Jahres- bericht f. 1873, S. 14). Von Alsidium 1 neue Art. Choreocolax gen. nov. Verae parasitae vegetabiles; physeuma ex partibus binis formatum, una pars in parenchymate plantae infectae se expandiens; altera pars supra plan- tam infectam assurgens, corpus convexum, formans , forma hemisphaerica usque fere sphac- rica. hemiellipsoidica usque irregulariter limitata; cellulae in parenchymate plantae infectae se expandientes , aut graciliores cellulis suprasequentibus , aut aequaliter formatae, cellulae physeumatis extrauei aequales aut inaequales, extra ordine aut in filis subramosis dense in- tricatis positae, cellulae ultimae interdum longiores ac tenuiores; fructificatio : Polysporangia? — 8 Arten, die an verschiedenen grösseren Algen parasitisch leben. Syringocolax nov. gen. Parasita vegetabilis vera. Physeuma ex partibus binis formatum, una pars in parenchymate plantae infectae se expandiens, altera pars supra plan- tam infectam assurgens, corpus irregulariter limitatum, breviter pedicellatum formans; pby- seuma extraneum ex filis heteromorphis exstitutum , corpus in substrato viventi (Bliodo- phyceae parenchymate densiore) ab utroque latere particulae conjunctivae plus minusve ex- pansum formans; cellulae in parenchymate plantae infectae se expandientes, paulo graci- liores cellulis supra sequentibus, cellulae internae physeumatis extranei graciles, subcontortae, densissime intricatae; cellulae externae ovales, in fila crassiora tubuliformia seriatim dispo- sitae, Stratum corticale formantes; fructificatio? Polysporangia spbaerica aut ellipsoidea ex sporis late ovalibus 12 is — 20 is formata, ex filis strati corticalis evoluta. — Genus novum sicut Entocolox incertae sedis apud Bhodophyeeas. — 1 Art. Entocolax nov. gen. Parasita* vegetabilis vera. Physeuma totum entophyticum in cavis parasitae actione monströse transmutatarum excrescentiaram physeumatis Bhodophy- cearum se expandiens, ex cellulis minimis centraliter dispositis formatum; fructificatio? — 1 Art. PseudoNaste nov. gen. Parasitae vegetabiles falsae; physeuma convexum plus mi- nusve regulariter limitatum ex cellulis homomorphis, plerumque in seriebus longitudinalibus dispositis formatum , basi plana , substrato viventi dense adpressa , insidente (cellulae sine cohaesione organica cum cellulis plantae infectae); propagatio? — 4 Arten. Endlich noch 1 Varietät und 1 neue Art von Batrachospermvm. 38 b. Archer, üeber Ballia callitricha var. (Quart, journ. of micr. sc. 1875, Vol. XV, S. 416.) A. bespricht einige Eigenthümlichkeiten im Bau von B. callitricha, so das Vorhan- densein von Poren (pits) zwischen den Zellen, sowie die Art, wie die Gliedzellen mit ein- ander verbunden sind. Er will später über den Gegenstand ausführlicher berichten. [Sirodot. Etudes anatomiques organographiques et physiologiques sur les algues d'eau douce de la famille des Lemaneacees. (Paris. G. Masson ed.)J V. Characeae. 39. Nordstedt und Wahlstedt. Ueber die Keimung der Characeen. (Flora 1875, No. 6, S. 94.) Die Verf. haben zuerst vollstäudige Beobachtungen über die Keimung der Characeen angestellt und veröffentlicht (L. J. Wahlstedt, Om Characernas knoppar och öfver vintring Lund 1864, 0. Nordstedt, Nagra iakttagelser öfver Characernas groning Act. Univ. Lund. Tom. II. 1866), deren Kesultate sie in diesem Aufsatz kurz mittheilen. Da wir unten über eine ausführlichere Arbeit über denselben Gegenstand zu referiren haben, welche die Ar- beiten der oben genannten Forscher mit berücksichtigt, so erscheint ein näheres Eingehen auf dieselben hier überflüssig. 40. A. de Bary. Zur Keimungsgeschichte der Charen. (Mit 2 colorirten Tafeln, Bot. Ztg. 1875, S. 377 ff.) Pringsheim gab zuerst in den Jabrbüchern für wiss. Bot. Bd. III. eine richtige Characeae. 21 Beschreibung vom Bau und Wachsthum des Charenvorkeims, sowie von der Entstehung des ersten Stengels an demselben. Die von ihm unerledigt gelassene Frage, wie der primäre Vorkeim aus der Oospore entsteht, wurde später von Nordstedt (s.o.) beantwortet. Der Aufsatz De Bary's theilt desseu eigene Untersuchungen über Charenkeimung, sowie einige Berichtigungen über die Wachsthumserscbeinungeu des Vorkeims mit, nach den Unter- suchungen Kamienski's im Strassburger Laboratorium. Vorausgeschickt werden einige Notizen über die parthenogenetische Entwickelung der Ohara crinita. Aus den Untersuchungen des Verfassers ergiebt sich, dass die Eiknospen dieser Art genau an denselben Orten entstehen, dieselbe Entwickelung und denselben Bau haben, wie die anderer monoecischer und dioecischer Arten der Gattung, auch die bekannten 5 Halsspalten besitzen. Die Reifung der Oosporen an isolirt kultivirten weiblichen Pflanzen, die bei genauer, andauernder Controle weder eine Spur von Antheridien zeigen, noch anthe- ridientragende Pflanzen zu Nachbarn haben, findet in der ausgiebigsten Weise statt. Die so gereiften Oosporen erwiesen sich als keimfähig, die daraus hervorgehenden Stöcke sind normal gebaut und tragen oft schon auf dem ersten Blattwirtel des Stengels Oosporen. An dem wirklichen Stattfinden einer Parthenogensis kann hier somit nicht der leiseste Zweifel bestehen. In Bezug auf die braune Schale, welche die reife Oospore überall eng um- schliesst, wird Folgendes bemerkt. An der Bildung derselben betheiligen sich in allen Fällen die ganzen der Oospore anliegenden inneren Wandstücke der 5 gewundenen Hüll- schläuche und die der Oospore unten angrenzende Wand der basalen Wendungszelle. Ferner nehmen daran auch die Seitenwände der Hüllschläuche Theil, und zwar je nach den Arten ein nur schmaler oder ein breiterer Theil derselben, wodurch seitlich vorspringende Leisten entstehen. Bei Ohara fragilis , Ohara barbata . oft auch Ohara foetida sind neben stark entwickelten Leisten auch die Kanten, in welchen die Seitenwände der 5 Hüllschläuche mit der basalen Wendungszelle und der Stielzelle der Eiknospe zusammenstossen , sowie die Aussenkanten der Querwand zwischen beiden Zellen an der Schalenbildung betheiligt , wo- durch an der Basis -der Schale 5 jenen Kanten entsprechende, durch dünne Querleisten ver- bundene Füsschen entstehen. Ferner betheiligt sich bei Ch. foetida und Gh. fragilis auch die Innenwand der die Oospore überragenden Halsstücke an der Schalenbildung, so dass hier der fünfkantige Scheitel von 5 Fortsätzchen überragt wird. Bei vielen Species besteht die Schale allein aus der verholzten Membran, bei andern ist sie von einer mehr oder minder starken Lage aussen bedeckt, die von Körnchen kohlensauren Kalks dicht durchlagert ist, der Kalksschale. Wird das Kalksalz durch eine Säure vorsichtig gelöst, so zeigt sich, dass es in eine hyaline weiche Membran eingelagert ist, welche die verholzte überall umkleidet. Verfasser hat die Keimung beobachtet bei Ch. foetida A. Br. , fragilis Desv. , con- traria A. Br., crinita Wallr., scoparia Bauer, Tolypella intricata Roth, glomerata Desv., Nitella capitata A. Br., tenuissima Desv., hyalina A. Br. Nordstedt untersuchte ausser genannten noch: Nitella flexilis Ag. , N. mucronata A. Br. , Tolypella nidifica A. Br., Lychnothamnus Wallrothii (Rupr.). Der Verlauf ist bei allen diesen Arten bis auf geringe Formunterschiede der gleiche. Der Beginn der Keimung wird durch eine Ansammlung von hellem feinkörnigem Protoplasma am Scheitelende der Oospore bezeichnet. Alsbald wird dieser scheitelständige plasmaerfüllte Raum, als kleine linsenförmige Zelle, von der grossen reservestofferfüllten anderen abgegrenzt. Letztere nennt Verf. die Basalzelle; die kleine linsenförmige Zelle wird erste Knotenzelle genannt. Von ihr allein geht der weitere Aufbau der Keimpflanze aus. Sie wächst zunächst etwas in Höhe und Breite und sprengt die Schale in den 5 Kanten des Scheitelendes in 5 Lappen, zwischen welchen sie in das umgebende Wasser hervortritt. Sofort erfolgt in ihr eine Theilung durch eine senkrechte, die Längs- axe der Oospore in sich aufnehmende Wand in zwei an Gestalt und Grösse nicht merkbar von einander verschiedene Tochterzellen. Beide wachsen an ihrem Scheitel zu je einem cylindrischen stumpfen Schlauch aus. Einer von diesen bildet sich rasch zu dem ersten Vorkeim, dem Hauptvorkeim des Charastockes aus. Weitere Theilungen finden nur im oberen Theile dieser Zelle statt, nicht im unteren. Der andere Schlauch nimmt bald die Eigenschaften eines Wurzelhaares au und erhält späterhin auefo die characteristische Gelenk- und Zweigbildung 22 Kryptogamen. — Algen. der Charenwurzel. Er ist sowohl die erste, als auch für längere Zeit meist die stärkste Wurzel der jungen Pflanze und kann daher Haupt- oder Primärwurzel, die ihn austreibende Hälfte des ersten Knotens Primärwurzelzelle genannt werden. In dem Grunde dieser finden aber weitere Zelltheilungen statt. Bezeichnet man als Hauptschnitt der jungen Keimpflanze die Ebene jenes axilen Längsschnitts durch die Oospore, der auf der primären Längswand der ersten Knotenzelle senkrecht steht, so treten im Grunde der Primärwurzelzelle zuerst zwei dem Hauptschnitt ähnlich gerichtete excentrische und nach innen couvexe Wände auf; die Zelle wird so in eine mittlere und zwei seitliche getheilt, erstere setzt sich direkt in die Primärwurzel fort, die beiden seitlichen wachsen weiterhin ebenfalls zu Wurzelhaaren aus. Von der Aussenseite der eben beschriebenen drei Zellen werden durch nach innen convexe Wände neue Stücke als besondere Zellen abgeschnitten, und in diesen kann sich der gleiche Theilungsprocess mehrfach wiederholen, wodurch der Grund der Primärwurzelzelle in einen vielzelligen Körper verwandelt wird, in dem keine Regelmässigkeit in der Anordnung der Zellen erkannt werden kann. Dieser Körper schwillt an und tritt aus der Schale hervor. Die an seiner Oberfläche liegenden Zellen wachsen zu Wurzeln, zuweilen auch zu aecesso- rischen Vorkeimen aus. In Bezug auf die Weiterentwickelung des Hauptvorkeims' bestätigt Verf. Prings- heim's Angabe, dass sich dieselbe gerade so verhält, wie die accessorischen Vorkeime jeder Art. Zunächst wird das obere Ende durch eine Querwand als Zelle abgetrennt , die sich durch weitere Querwandbildung in eine 2 — 6zählige Reihe von Zellen verwandelt , die Vorkeimspitze. Die Zellen dieser strecken sich zu erheblicher Länge und Breite , ohne weitere Theilungen zu zeigen. Unterhalb der Vorkeimspitze schwillt der ursprüngliche Schlauch etwas an, das angeschwollene Stück trennt sich als besondere Zelle quer ab von dem fernerhin ungetheilt bleibenden, zu einer meist langen chlorophyllfreien Zelle sich streckenden unteren Stücke des Schlauchs. In der angeschwollenen Zelle dagegen treten noch zwei Querwände rasch nach einander auf , welche eine niedrige obere und untere von einer beide trennenden mittleren Zelle abgrenzen. Die mittlere Zelle theilt sich nicht mehr, sie streckt sich zu einem verschieden langen Schlauche. Die beiden andern Zellen können nach der Terminologie des Verf., die untere als zweiter, die obere als dritter Knoten der Keimpflanzen bezeichnet werden. Pringsheim nennt jene den Wurzelknoten, diese den Stengelknoten des Vorkeims. Der Wurzelknoten wird als niedrige scheibenförmige Zelle angelegt. Diese theilt sich durch eine senkrechte Wand in zwei Hälften , jede von diesen dann durch weitere ziemlich unregelmässige senkrechte Wände, so dass der Wurzelknoten zu einer einschichtigen mehrzelligen Scheibe wird, die aus einigen inneren Zellen und einem Kranze peripherischer Zellen besteht, welche letztere zu Wurzeln des bekannten Baues auswachsen. Der Stengelknoten des Vorkeims, ebenfalls als scheibenförmige Zelle angelegt, ist schon früh auf der einen von Pringsheim vorderen genannten Seite höher als auf der anderen; diese Ungleichheit nimmt weiterhin zu, indem sich zugleich die Seiten wand am oberen Rande der Vorderseite nach aufwärts vorwölbt. Pringsheim fasst die von ihm beobachteten Theilungen des Stengelknotens dahin auf, dass diese Zelle den Character der Scheitelzelle eines Stengels habe. Nach den von Kamienski gemachten Beobachtungen aber erfolgen die Theilungen ganz ähnlich wie an den Knoten ausgebildeter Stengel. Die scheibeniörmige Zelle wird zuerst durch eine senkrechte, mitten durch die Vorderfläche gehende *Längswand in zwei ziemlich gleiche Hälften getheilt. Aus jeder von diesen wird durch successive Längstheiluugen ein Halbring von 3 — 4 peripherischen und einer inneren an die Halbirungswand grenzenden Zelle abgeschnitten. Die Theilungen, durch welche die peripherischen Zellen abgeschnitten werden, beginnen in jeder Hälfte an der Vorderseite und schreiten nach der Hinterseite fort. Die erste Zelle wird auf der einen, die zweite auf der andern Seite der Halbirungswand abgeschnitten, die dritte neben der ersten u. s. f. Die beiden ersten Zellen sind schon der Anlage nach grösser als die übrigen, was bei fort- gesetztem Wachsthum immer auffallender wird, und ganz besonders ist es die erste Zelle, die älteste peripherische, die den übrigen voraneilt. Sie nimmt bald die ganze aufwärts gewölbte Vorderfläche ein und ist die erste Zelle, die Initiale, ihr gewölbter freier Theil Characeae. 23 der Vegetationspunkt des ersten Stengels des Charastockes ; die andern Zellen des Ringes können zu den bekannten rudimentären Blättchen der Vorkeimwirtel auswachsen. Die Stengelinitiale wird durch eine innerhalb des dritten Knotens stehende tangentiale Wand getheilt in eine kleine innere im Knoten verbleibende und eine äussere Zelle, die zu ihrem grössten Theil ausserhalb des Knotens liegt. Letztere beginnt nun nach Art der Stengel- scheitelzelle zu wachsen und Segmente zu bilden. Das erste Segment liegt noch theilweise innerhalb des Knotens und bildet mit der erstgenannten inneren Zelle den Basilarknoten des Stengels. Dieses erste Segment theilt sich durch eine senkrechte radiale Längswand in zwei Hälften, die an der freien Vorderfläche zu Blättchen auswachsen. Die ferneren Segmente der Scheitelzelle verhalten sich denen des erwachsenen Stengels gleich. Nordstedt nennt den Grund der Primärwurzel den primären Wurzelknoten des Vorkeims. Er ist aber nicht ein Theil des Vorkeims, sondern ein Theil der Primärwurzel, und diese ist der Anlage und öfters auch der ersten Ausbildung nach ein dem Vorkeim gleichwerthiger Spross. Zur Rechtfertigung der Benennungen : erster Knoten, zweiter Knoten (= Wurzelknoten Pringsheim) bemerkt Verf., dass diese Zellen, so abweichend auch ihre Weiterentwickelung ist, mit den gewöhnlich Knoten genannten Theilen der Stengel und Vor- keime darin übereinstimmen, dass sie die Ursprungsorte der Auszweigungen sind. Sie gleichen diesen aber auch in dem Auftreten der primären Halbirungswand. Der geschilderte Entwickelungsgang zeigt die normale Gliederung und Sprossfolge der Charenstöcke. Ausser den normalen Gliedern können aber noch andere accessorische oder adventive hinzutreten. Accessorische Blätter sind nicht bekannt, dagegen können alle anderen Auszweigungen, Wurzeln, fruchtbare Stengel und Vorkeime accessorisch auftreten, und zwar an den Knoten und Gelenken jeder Art gleichnamiger und ungleichnamiger Glieder, worüber Wählst edt (a. a. 0.) zahlreiche Beobachtungen veröffentlicht hat. Verf. hebt folgende Fälle hervor: Eine längst bekannte Erscheinung ist das Auswachsen accessorischer Wurzeln aus peripherischen Zellen im Boden befindlicher Stengelknoten. Stengelsprosse gleicher Entstehung werden vom Verf. accessorische Zweige genannt. Ihr Auftreten an Blättern ist nicht bekannt; an den übrigen Knoten und dem Primärwurzelgrunde können sie vorkommen. Ihr Aufbau ist von dem normaler Sprosse nur durch die bei berindeten Arten öfters unterbleibende oder verkümmernde Rindenbildung unterschieden, wodurch Pringsheim's nacktfüssige Zweige entstehen. Accessorische Vorkeime endlich, die den Bau, die Entwickelung und die Seitensprossbildung des normalen Hauptkeims in allen Stücken wiederholen, entstehen aus schlauchförmig anwachsenden Zellen, sowohl an den Stengelknoten als auch an den Wurzelgelenken und den ersten Knoten des Keimlings. Die am erst- genannten Orte entspringenden sind seit Pringsheim's Beschreibung als Zweigvorkeime bekannt. Aus den Wurzelgelenken entspringende accessorische Vorkeime sind eine wenigstens bei manchen Species regelmässig und oft höchst ausgiebig auftretende Erscheinung. So vor Allem an Lychnotliamnus Wallrothii und CK aspera. Die bekannten über 1 Mm. dick werdenden, meist kugligen weissen Knöllchen letzterer Pflanze gehören wohl in allen Fällen den Wurzeln an. Jedes ist seiner Hauptmasse nach eine einfache mit Amylon reich erfüllte Zelle, die in den beobachteten Fällen das unterste Glied einer Seitenwurzel darstellt. Auf dem Scheitel sitzt das Wurzelgelenk als ein kleinzelliges Körperchen. Aus diesem können accessorische Vorkeime entspringen. An dem Stengelkuoten des Vorkeims sind bisher nur accessorische Zweige gefunden worden , keine Vorkeime. An dem Wurzelknoten und dem Grunde der Primärwurzel kommen beide accessorischen Sprossformen vor. Ueber die Orientirung der successiven Theilungen und über Wachsthumsrichtungen bemerkt Verf. Folgendes : Die erste Wand , die den ersten Knoten abgrenzt , steht immer senkrecht zur Längsaxe der Spore, die zweite, die Halbirungswand, immer rechtwinklig zur ersten, womit auch die Orientirung zum Blatt, das die Oospore trug, gegeben ist. Nach den Beobachtungen Nordstedt's an den linsenförmig abgeplatteten Oosporen der Nüella flexilis, die so orientirt sind, dass ihre Breitseite in die Radialschnittebene des Tragblattes fällt, liegt die erste Halbirungswand der Breitseite parallel, also auch in der Radialschnitt- ebene. Die Beobachtungen des Verf. an N. tenuissima scheinen dies zu bestätigen; da aber die abgeplatteten Oosporen immer so liegen, dass ihre Breitseite dem ebenen Substrat parallel 24 Kryptogamen. — Algen. ist, so könnten auf die Richtung der Halbirungswand auch geocentrische Kräfte bestimmend sein. Die Versuche, hierüber ins Klare zu kommen, haben kein bestimmtes Kesultat ergeben. Die Ebene der Halbirungswand im Stengelknoten schneidet die der ersten in einem annähernd rechten Winkel; die Stellung der Halbirungswand des Wurzelknotens lässt sich nicht bestimmt angeben. Bei den untersuchten CVtcira-Arten tritt die Anlage des Vorkeims und der Primär- wurzel unter sehr spitzem Winkel divergirend aus der Schale hervor; erst nachträglich wächst durch Anschwellung der Insertionsstücke die Divergenz bis auf 180°. Bei den unter- suchten Nitellen und Toh/pellen dagegen wölbt sich der erste Knoten gleich nach der Theilung breit aus der Schale hervor und seine beiden ersten Aussprossungen divergiren von Anfang an um 180 u . Alle normalen Theilungen der Keimpflanze, die des ersten Stengelknotens inbegriffen, scheinen sehr rasch zu erfolgen und innerhalb 24 Stunden vollendet zu werden. 41. Chaboisseau. Notiz über das Vorkommen von Ohara stelligera. (Bull, de la soc. bot. de Fr. T. 22, 1875, S. 89.) Bezieht sich auf das Vorkommen dieser Pflanze im Teich von Arandon bei Morestel (Isere) in Früchte und Antheridien tragenden Exemplaren. [Ueber Chara aspera. (Bull, de la soc. bot. de Belgique 1874.)] VI. Chlorozoosporeae. 42 Cohn. Die Entwickelungsgeschichte der Gattung Volvox. (Festschrift, dem Geh. Med. Rath Göppert von der phil. Facultät der Universität Breslau gewidmet, mit 1 col. Taf.) [Derselbe. Die Entwickelungsgeschichte der Gattung Volvox. (Mit derselben Tafel wie obige Schrift. Beiträge zur Biologie der Pflanzen, 3. Heft, S. 93.)] (Der zweite Aufsatz ist ein mit einigen Abänderungen versehener Auszug aus der ersten Schrift.) Nach einer geschichtlichen Einleitung bemerkt Verf. , dass Volvox sich ^von allen anderen Gattungen der Familie der Volvocineen dadurch unterscheidet, dass nicht sämmtliche Zellen des Coenobium sich in Bezug auf die Vermehrung gleich verhalten, sondern, dass der bei weitem grössere Theil derselben steril, in ausgewachsenem Zustand zur Vermehrung unfähig ist, und nur eine kleine Anzahl Zellen, die sich an bestimmten Stellen des Coenobium entwickeln, die Vermehrung vermitteln. Wir haben also bei Volvox sterile oder vegetative Zellen und reproductive Zellen. Letztere selbst aber sind von dreierlei Art: geschlechtslose, männliche und weibliche. Diese finden sich nie in derselben Familie zusammen, sondern entweder in 3 getrennten Coenobien, oder männliche und weibliche vereinigt, aber von den geschlechtslosen getrennt. Die sterilen Zellen bestehen aus einem kleinen, mehr oder minder grün gefärbten Proto- plasmakörper, der von einer dicken Gallerthülle membranartig eingeschlossen ist. Im Innern ent- hält er zwei pulsirende Vacuolen. Seine Gestalt zeigt je nach dem Alter eine grosse Verschieden- heit, in jüngeren Coenobien schmal spindelförmig, hat er in ausgewachsenem Zustande eine kugligc oder linsenförmige Gestalt mit einem nach aussen gerichteten wasserhellen Fortsatz, an dessen Spitze die beiden langen Flimmergeissein entspringen. Die Gallerthülle ist nach aussen scharf abgegrenzt, membranartig, nach innen weich und fast flüssig. Die Scitenwände der Gallerthülle jeder Zelle sind von 5—6 Tüpfelcanälen durchbohrt; zarte fadenartige Fort- sätze des grünen Plasmakörpers füllen die Tüpfelcanäle aus; die Canäle benachbarter Zellen correspondiren mit einander, scheinen aber doch geschlossen zu sein, nicht zu communiciren. Die sterilen Zellen von Volvox sind zu einer einfachen Schicht aneinandergereiht, sie bilden eine Scheinmembran, welche hier die Peripherie einer Kugel darstellt. Die Scheide- wände zwischen den einzelnen Zellen sind nur schwierig oder mit Hilfe von Reagentien zu unterscheiden. Die geschlechtslosen Fortpflanzungszellen (Parthenogonidia) unterscheiden sich schon in ganz jungen, noch in den Mutterkugeln eingeschlossenen Coenobien durch ihre bedeu- Chlorozoosporeae. 25 tendere doppelte oder dreifache Grösse von den sterilen Zellen. Bald nach der Gehurt der jungen Volvoxkugeln beginnt in ihnen der Theilungsprocess. Sie theilen sich zuerst durch eine mediane Scheidewand, dann durch zwei auf der früheren senkrechte Wände in vier Quadranten. Hierauf folgt ein Zustand , wo vier im Centrum zusammenstossende längliche Segmente ein Kreuz bilden, in dessen ausspringende Ecken vier nahezu dreieckige Segmente eingeschoben sind. Sodann findet man vier central um den Mittelpunkt gelegene Segmente von 12 peripherischen umgeben. Die Zelltheilungsfolge wurde hier nicht genau festgestellt. Alexander Braun jedoch hat diese bei Eudorina bis zur vierten Theilung (16zelliger Zustand) genau ermittelt und vermuthet, dass hier der Hergang analog ist. (S. unter 43.) Der weitere Verlauf der Theilungen ist undeutlich. Indem aber mit der Zahl der Segmente auch das Volumen der von ihnen begrenzten Kugel wächst, bildet sich im Innern dieser ein fortdauernd sich vergrössernder Hohlraum, der sich anscheinend mit Wasser füllt. Anfangs besteht kein organischer Zusammenhang zwischen den Segmenten, erst kurz vor der Geburt und nach völlig beendeter Theilung beginnt die Ausscheidung von Gallerte zwischen den- selben, die dann erstarrt und so die Bildung eines membranartigen Scheingewebes einleitet. Während der Entwickelung der Familie vergrössert sich unter beständiger Quellung die Mem- bran der Mutterzelle; schliesslich stellt sie eine grosse in die Centralhöhle der Mutterkugel frei hineinhängende wasserhelle Blase dar, in deren Innern die junge Volvoxzelle nach Aus- bildung der Geissein zu rotiren beginnt; dann gelangen unter Durchreissung der sich ver- flüssigenden Mutterzelle die Tochterfamilien in die Centralhöhle der Mutterkugel und nach Sprengung der letzteren in das umgebende Wasser. Die Normalzahl der geschlechtslosen Fortpflanzungszellen, die sich in einer Volvoxkugel zu Tochterfamilien ausbilden, ist 8. Der regelmässige Abstand derselben spricht dafür, dass jedes der acht primären Segmente, die bei der dritten Theilung entstehen, immer nur eine einzige Parthenogonidie, im Uebrigen aber nur sterile Zellen erzeugt. Die Zahl der zu einem Coenobium verbundenen Zellen ist verschieden; Verf. glaubt, nach seinen Zählungen bis zu 12,000 annehmen zu dürfen. Die überraschende Massenzunahme des grünen Protoplasmas der Parthenogonidien während der Entwickelung der letzteren glaubt Verf. durch die Annahme erklären zu können, dass die von der Gesammtzahl der vegetativen Zellen während ihres Lebens producirten Bildungsstoffe den 8 Fortpfianzungszellen zu Gute kommen. Für die Richtigkeit dieser Ansicht scheinen die Tüpfel zwischen den einzelnen Zellen zu sprechen, die in ähnlicher Weise bei den 16 Zellen von Goniimi vorkommen. Während die Vermehrung durch Parthenogonidien im ganzen Jahre stattfindet, tritt die geschlechtliche in der Regel erst im Herbst auf, sie ist als der Abschluss einer grösseren oder geringeren Zahl geschlechtsloser Generationen aufzufassen; wir haben hier somit einen wirklichen Generationswechsel. Die geschlechtlichen Fortpflanzungszellen finden sich immer nur in kleiner Zahl unter den vielen Tausenden steriler Zellen. Die männlichen und weiblichen (Androgonidien und Gynogonidien) finden sich entweder in derselben Zellenfamilie, oder in verschiedenen Kugeln. Es giebt demnach monoecische und dioecische Volvoxkugeln. Die ersteren sind die häufigeren. Die weiblichen Zellen unterscheiden sich anfangs nicht von den Parthenogonidien, im älteren Zustand sind sie fiaschenförmig , indem ihr Hals in der Peripherie befestigt ist, während der kuglig aufgetriebene Bauch frei in die Centralhöhle des Coenobiums hineinragt. Weiterhin unterscheiden sie sich von den Parthenogonidien durch ihre weit grössere Anzahl, durch das Unterbleiben der Theilungen, sowie durch die geringere Grösse. Wenn die weibliche Zelle ausgewachsen und befruchtungsfähig ist, rundet sich ihr grüner Plasmakörper zur Kugel und bildet so die Befruchtungskugel oder Eizelle. Auch die männlichen Zellen gleichen anfangs den Parthenogonidien, ja sie theilen sich anfangs wie jene, ihre Segmente sind aber in eine ebene, Scheibe, nicht in eine Kugelfläche, geordnet. Schliesslich entsteht ein Bündel cylindrischer oder spindelförmiger Stäbchen, eine männliche Zellfamilie. Die einzelnen Stäbchen sind nackte Protoplasmakörper, die sich weiterhin zu Spermatozoiden ausbilden. Die fertigen Spermatozoiden von Volvoos haben am meisten Aehnlichkeit mit denen von Sphaerofilea imd Fucus; sie sind schmal und verlängert mit einem dickeren blassgelb gefärbten Ende, während das entgegengesetzte, an dessen Grunde ein Augenfleck aufsitzt, in ein farbloses langes Schnäbelchen ausläuft, das in überraschend 26 Kryptogamen. — Algen. hohem Grade retractil und flexil ist; an der Ansatzstelle des Schnabels entspringen zwei lange Flimmergeisseln. Gleichzeitig mit der Bildung der Eizellen beginnen an den Sperma- tozoidenbündeln der Antheridieu die Flimmergeisseln ihre Bewegungen: in Folge dessen rotiren die Bündel bald mit beschleunigter Geschwindigkeit um ihre eigene Axe; dann zer- fällt das Bündel in einzelne Spermatozoiden, diese bewegen sich frei in der Höhlung der sich allmählig auflösenden und erweiternden Gallerthülle des Antheridiums; endlich dringen sie aus dieser Hülle heraus und zerstreuen sich in der Centralhöhle der Volvoxkugel. Darauf sammeln sie sich um die Oogonien und haften an der Aussenseite ihrer aufgeblasenen stark gequollenen Gallerthüllen, in die sie sich mit Hilfe des Halses und der Geissein ein- zubohren scheinen. Einzelnen gelingt es schliesslich, die Gallertmembran zu durchbrechen, sie bewegen sich in dem Zwischenraum zwischen Eizelle und Gallerthülle und legen sich endlich an die Eizelle an. Es ist nicht zu bezweifeln, dass sie schliesslich mit dieser ver- schmelzen, wenn dies auch nicht direct constatirt wurde. Das befruchtete Ei wird zur Oospore; um die nackte Befruchtungskugel bildet sich eine neue anfangs glatte , dann mit spitzen, kegelförmigen Höckern versehene Membran. Weiterhin bildet sich unmittelbar um den grünen protoplasmatischen Inhalt eine innere Membran, die sich bedeutend verdickt, so dass die sternförmige Sporenhaut (Epispor) durch einen breiten Raum (Endospor) vom Inhalt abgetrennt wird. Mit dem Reifen der Spore treten im Innern derselben Stärkekörner auf, das Chlorophyll schwindet, an dessen Stelle ein orangerother , in Oel gelöster Farbstoff tritt. Die reife Oospore erinnert ganz an die Eisporen von Sphaeroplea. Nach der Reife gehen die Mutterfamilien bald zu Grunde, die Oosporen fallen heraus und sinken auf den Grund des Wassers, um dort zu überwintern. Die Keimungsversuche des Verf. gelangen bisher nicht. Die einzigen Beobachtungen über Keimung der Oosporen von Volvox hat Cienkowski in einer 1856 erschienenen russischen Schrift über Infusorien und niedere Algen veröffentlicht, wo er die ersten Keimungszustände abbildet. Hiernach scheint sich der Inhalt der Spore in 8 später ausschwärmende Kugeln zu theilen. Die von Ehrenberg als Volvox stellatus beschriebene Species ist Volvox Globator mit Sporen, seine Sphaerosira Volvox ist eine geschlechtliche Volvoxkugel mit zahlreichen Antheridien und Oogonien. Neben dem monoecischen Volvox finden sich und zwar meist in denselben Tümpeln auch dioecische Coenobien , bei denen also Antheridien und Oogonien gesonderten Coenobien angehören. Die Sporen dieser Form, die eine Varietät oder eine besondere Species darstellt, sind nicht sternförmig, sondern glatt und die kugligen Zellfamilien kleiner. Da durch mehrere Schriftsteller in die Nomenclatur dieser beiden schon früher unterschiedenen Formen einige Verwirrung gebracht worden ist, so schlagt Verf. folgende neue Namen für sie vor: a. Volvox monoicus ( V. Globator Ehr. 1831 , Cohn 1856 ; V. stellatus Ehr. 1831, Carter 1858). b. Volvox dioicus (V. rrAnor Stein 1854, Cohn 1856; V. aureus Ehr. 1831; V. Globator'? Carter 1858). Verf. weist am Schluss seines Aufsatzes auf die grosse Aehnlichkeit der beschrie- benen Entwickelung von Volvos: mit der von ihm und Carter beobachteten von Eudorina elegans hin. Sehr abweichend verhält sich aber nach den Beobachtungen Pringsheim's, die letzterer äusserlich so ähnliche Pandorina Morum. Verf. findet nun die Uebereinstimmung aller Verhältnisse bei Volvox und Eudorina mit Sphaeroplea und Fucus so bedeutsam, dass eine Vertheilung dieser Algen in zwei Classen als unnatürlich erscheinen muss. Er ist ferner der Ansicht, dass Pandorina trotz der verschiedenen Art der Befruchtung nicht von den Volvocineen zu trennen ist, deren Stellung, im System sich nach den höchstentwickelten Formen der Familie zu richten hat. Er stellt sie also zu seinen Oosporeen (Hedwigia 1872, p. 18), betrachtet übrigens jetzt Oosporeen und Zygosporeen als zwei Unterabtheilungen einer Classe, der Gamosporeev, deren wesentlicher Character auf der Erzeugung geschlecht- lich befruchteter Sporen beruht. Diesen stellt er die Carposporeen oder Gamoearpeen gegenüber, bei welchen aus der Befruchtung nicht eine Spore, sondern der zusammengesetzte Körper einer Frucht hervorgeht. Chlorozoosporeae. 27 43. A.Braun. Ueber einige Volvocineen. (S.-Ber. d.Berl. Ges. naturf. Fr., auch B. Ztg. 1875, S. 189.) Verf. knüpft an die Besprechung der Cohn'schen Schrift über Völvox (s. unter 42) einige Bemerkungen. Er spricht sich zunächst gegen den Gebrauch des Ausdrucks Coenobium für die Volvox- Kugeln aus; denn die Definition, welche er von dem von ihm aufgestellten Begriff Coenobium gegeben hat (in der Schrift Alg. unicell. gen. nov.) lautet : consociatio e cellulis originitus distinetis composita, und passt also nur auf Hydrodietyon und Pediastrum, nicht aber auf die Volvocineen, Palmellaceen und Chroococcaceen, bei denen wir es mit einer consociatio e cellula matre unica per generationes successivas evoluta = familia zu thun haben. Weiterhin behandelt Verf. die Zelltheilungsverhältnisse der Volvocineae. Er hat diese an Eudorina elegans genauer verfolgt. Bei dieser Pflanze, deren bewegliche, aus 16 oder 32 Zellen bestehende Familien wie bei Volvox ringsum geschlossene hohle, aber etwas verlängerte Körper darstellen, entstehen die neuen Familien ganz unzweifelhaft durch Zell- theilung in nur zwei Kichtungen, weshalb sie anfangs flache Täfelchen bilden, die jedoch schon sehr frühe, ehe die Zellen durch Gallertausscheidung auseinanderrücken, sich wölben und zur Kugel zusammenkrümmen. Nur die Antheridien sind bleibend scheibenförmig. Sie gleichen ganz den Antheridien von Volvox, und lassen somit vermuthen, dass auch die vegetativen Kugeln dieser Alge, wie die von Eudorina, in Form von Scheiben entstehen. Das Gleiche scheint nach einigen der Abbildungen Pringsheim's x on Pandorina zu gelten. Die Gattungen Goniicm und Stephanosphaera behalten die ursprüngliche Scheibenform auch im erwachsenen Zustande. Die Zelltheilung erfolgt bei Eudorina in nachstehender Weise: Stellen wir das durch die erste Theilung gebildete Zellpaar nach rechts und links, so tritt die zweite Theilung mit der ersten sich kreuzend beiderseits in horizontaler Richtung ein; wir erhalten als dritte Generation vier ins Quadrat gestellte Zellen. Von diesen theilen sich nur zwei, die entgegengesetzten Ecken des Quadrats einnehmende, in senkrechter Richtung, also so, dass die Theilungslinie III sich mit der Theilungslinie II kreuzt, während die zwei anderen, die abweichenden Ecken des Quadrats einnehmenden Zellen sich horizontal, also der Theilungslinie II parallel, theilen. Hierdurch entstehen vier innere im Centrum der Scheibe zusammenstossende, und vier äussere das Centrum nicht erreichende, zwischen die Schenkel der ersteren eingekeilte Zellen. Verf. nennt diese Theilungsart radförmig. Durch Abrundung geht daraus eine Scheibe mit vier inneren und vier mit diesen abwechselnden äusseren Zellen hervor. Die vierte Theilung kreuzt sich durchweg mit der dritten, hat somit in den aus der dritten Theilung hervorgegangenen Zellpaaren abwechselnd horizontale und verticale Richtung. Hiermit sind 16 Zellen gebildet, 4 centrale und 12 peripherische, die sich weiterhin in verschiedener Weise ordnen können, entweder in drei mit dem innern Kreise und unter sich abwechselnde vierzählige Kreise, oder in einen vierzähligen und einen achtzähligen Kreis, von denen ersterer mit dem innern vierzähligen Kreis abwechselt, während die Theile des letzteren paarweise mit denen des äussern vierzähligen Kreises alterniren. Der erstere Fall findet sich bei Eudorina ; den letzteren glaubt Verf. trotz der abweichenden Angaben Cohn's bei Gonium annehmen zu dürfen. Auch Stephanosphaera, wo der Ueber- gang vom vierzelligen zum achtzelligen Zustand nach Colin durch anscheinend genau radial gestellte Theilungsebenen vermittelt zu sein scheint, glaubt Verf. durch Annahme eines sehr spitzwinkligen Ansatzes der Theilungslinie III an die Theilungslinie 1 und II mit dem Bildungsgesetz von Eudorina in Einklang zu bringen, wofür insbesondere die Anordnung der Zellen in den Microgonidienscheiben spricht. Verf. glaubt demnach annehmen zu dürfen, dass allen Zellfamilien der Volvocineen ein gemeinsames Bildungsgesetz zu Grunde liegt. Nur die Gattungen Chlamydococcm und Chlamydomonas weichen wesentlich ab und nähern sich dadurch den Palmellaceen-Gsittimgea Gloeocystis und Protococcus. Zum Schluss kritisirt Verf. die neueren Eintheilungsversuche deifffhallophyten , insbesondere die von Cohn und Sachs. Er glaubt, dass deren Systeme künstlich sind, und dass man ein natürliches System nicht ausschliesslich auf die Fructificationsverhältuisse gründen kann. 44. Goroshankin. Die Genesis bei den Palmellaceen, Versuch einer vergleichenden Morpho- logie der Volvocineae (Rabenh.). (Nachrichten d. kais. Ges. f. Naturwiss., Anthropol. u. Ethnogr., Bd. XVI, Heft 2. Moskau 1875. [In russischer Sprache, 39 S. m. 2 T.]) Nach einer historischen Einleitung und einer Uebersicht des bisher über die Volvo- 28 Kryptogamen. — Algen. cmeen bekannten berichtet der Verf. über seine eigenen Untersuchungen. Das Material dazu sammelte er in der Umgegend Moskau's. Er fand, dass dort an etwas höheren Punkten auf rein lehmigem Boden die Regenpfützen oft ganze Mengen von Gonium, Pandorina, Eudorina enthalten, so zwar, dass in einer Pfütze in der Regel nur eine Form aus- schliesslich und mit nur sehr wenigen Euglenen und Infusorien vorkommt. An einer Pfütze kann man dann auch den ganzen Entwickelungsgang einer Art verfolgen. Bei warmem Wetter kann man schon drei bis vier Tage nach einem starken und warmen Regen das Grünwerden der Pfützen bemerken; zu dieser Zeit findet lebhafte ungeschlechtliche Ver- mehrung statt, wodurch bald das gesammte Wasser der Pfütze eine grasgrüne Farbe annimmt ; nach einigen Tagen geht dann bei günstigem Wetter diese Farbe in das Dunkelgrüne über, und jetzt zeigt sich das Wasser ganz erfüllt mit geschlechtlichen Colonien; dann beginnt die Farbe heller zu werden, und nach einem Tage findet man eine Menge Oosporen. An- fangs findet daneben noch ungeschlechtliche Vermehrung statt , aber die neuentstehenden Colonieen zeigen deutliche Zeichen einer mangelhaften Ausbildung; dasselbe zeigen auch die geschlechtlichen Generationen, wenn bereits eine grössere Menge Oosporen zu Boden gesunken ist. Zuletzt trocknet die Pfütze aus und es bleiben nur die kugligen rothen Oosporen übrig, um bei günstigem Wetter nach einigen Wochen den früheren Vegetationscyclus von Neuem zu beginnen. Volvox scheint andere Lebensbedingungen zu haben als die oben genannten Arten. Verf. fand ihn hauptsächlich in Teichen und in reinen ruhigen Buchten von Flüssen. Auch verträgt Volvox nicht die Cultur im Aquarium, die bei den andern Arten sehr wohl gelingt. Wir bringen nun den Bericht des Verf. über die Untersuchung einzelner Arten. Eudorina elegans (Ehr.). Die Colonieen dieser Alge sind von ellipsoidischer Form. Innerhalb einer gemeinsamen Hülle liegen 16 oder 32 kuglige grüne Zellen. Verf. giebt hier, wie sonst, genaue Zahlenangaben über Grössen und Zeitverhältnisse, für die wir auf die Originalarbeit verweisen. Die gemeinsame Zellhaut ist von 64 kleinen Oeffnungen durch- bohrt, durch welche die Wimpern der Einzelzellen hindurchgehen. Diese gemeinsame Haut besteht aus zwei Schichten; einer äusseren dichteren und einer inneren dickeren aber mehr wasserhaltigen. Verf. bemerkt, dass er niemals bei den Zellhäuten der Volvocineen mit Jod und Schwefelsäure Blaufärbung hervorrufen konnte. Die grünen Einzelzellen sind ganz kuglig und haben keinen hyalinen Schnabel, wie die anderer Volvocineen. An der Stelle, wo die Geissein befestigt sind, ist das Protoplasma farblos, feinkörnig, und enthält hier einen rothen Augenpunkt und zwei sehr kleine pulsirende Vacuolen; die Dauer einer Pulsation von Systole zu Systole beträgt 16 — 22 Secunden. Im Innern der Zellen liegt ein grosser Amylonkern,* der sich bei den Zelltheilungen ganz wie ein wahrer Zellkern verhält. Die farblose Materie, die das Innere der Colonieen erfüllt, ist jedenfalls keine wässrige Flüssigkeit, wie Cohn u. A. meinen, sondern besitzt eine schleimige Consistenz, was Verf. aus ver- schiedenen Reactionen schliesst. Die ungeschlechtliche Vermehrung von Eudorina geht rasch vor sich. Eine Colonie, die am Morgen geboren wurde, kann sich Abends wieder vermehren. Unter normalen Verhältnissen beginnt die Theilung Nachmittags von 4—6 Uhr; nach 10 Uhr des folgenden Morgens findet man keine in Theilung begriffenen Colonieen mehr. Die Theilung beginnt in der Regel nicht in allen Zellen derselben Colonie zu gleicher Zeit. Vor der Theilung zieht sich das Plasma von der Zellhaut zurück und alle darin enthaltenen Amylon- kerne verschwinden ; dann zeigt sich ein heller Gürtel mitten um dasselbe in der zur gemein- samen Zellhülle senkrechten Richtung. Hier erscheint nun auch die erste Scheidewand, die das Protoplasma in zwei Hälften theilt. Gleichzeitig bemerkt man um das ganze Plasma einen hellen Saum, aus dem später eine Zellhaut hervorgeht. Nach einigen Minuten zerfallen die zwei Tochterzellen durch zwei neue Scheij|wände, die zu den früheren sowohl, wie zu der gemeinsamen Zellhaut der Colonie senkrecht stehen, in zwei neue Zellen. Nach einer halbstündigen Pause theilt sich jede Quadrantzelle durch eine Wand, die wie alle früheren und folgenden zur gemeinsamen Hülle der Colonie senkrecht orientirt ist, und die zur Wand der Nachbarzelle so liegt, wie dies unter No. 43 beschrieben ist. So entsteht der achtzollige Complex mit dem innern Kreuz und vier Zellen an den Ecken. Die weitere Theilung findet erst nach einer Stunde statt, und zwar zuerst in den Zellen des Kreuzes, die dadurch in je Chlorozoosporeae. 29 eine innere und eine äussere zerfallen. Die vier inneren im Centrum zusammenstossenden Zellen bilden ein Dauergewebe und theilen sich nicht weiter. Bald darauf theilen sich auch die vier andern in den Ecken liegenden Zellen. Die Theilungswände haben dieselbe Richtung wie in den anstossenden Kreuzzellen desselben Quadranten. So erhalten wir einen tafel- förmigen, aus 16 in einer Ebene liegenden Zellen bestehenden Complex. Diesen Zustand bezeichnet Verf. wegen der Aehnlichkeit mit Gonium als goniumartig. Er dauert einige Stunden; daher kommt es, dass trotz des nicht gleichzeitigen Beginnes der Theilungen in der Colonie, doch schliesslich zu einer gewissen Zeit alle Zellen derselben das gleiche goniumartige Stadium zeigen. Soll die Eudorina-Colonie 32 Zellen besitzen, so finden noch weitere Theilungen statt, wodurch jedes Quadrant in acht Zellen zerfallt, indem die innerste Zelle ungetheilt bleibt, die Eckzelle in drei, die beiden andern in je zwei Zellen zerfallen. Die weitere Ausbildung ist aber bei den 16- wie bei den 32-zelligen Complexen die gleiche. Der Rand des Gonium- Täfelchen biegt sich allmälig nach innen um. Die endliche Ver- einigung der Ränder und die Bildung der Kugel erfolgt sehr rasch, fast momentan. Diese Bildung ist nach Ansicht des Verf. mit einer Verschleimung der Wände verbunden, die aber nicht vollständig ist. Dann wachsen die Zellen rasch und erhalten durch Druck eine poly- gonale Form. Ein Theil des Schleims wird in das Innere der Colonie gedrängt, ein anderer bildet einen hellen Saum an der Aussenseite. Darauf bilden sich die Geissein. Hierauf scheidet die Oberfläche der Zellen die gemeinsame Membran der Colonie aus und jede Zelle umgiebt sich mit ihrer besonderen Membran. Während der ganzen hier beschriebeuen Ent- wickelung ist sowohl die Wand der Mutterzelle der jungen Colonie, wie die gemeinsame Zellhaut der alten fortwährend gewachsen. Beide sind zugleich immer dünner geworden. So wie die Geissein angelegt sind, beginnt die Bewegung der neuen Colonie, die nun erst die Zellhaut ihrer Mutterzelle, dann die Haut der alten Colonie durchbricht und ins Freie tritt. Geschlechtliche Fortpflanzung. Die weiblichen Colonieen sind nur wenig von den ungeschlechtlichen verschieden. Die Einzelzellen (Eizellen) sind etwas grösser, das Plasma der ersteren enthält einige peripherische Amylonkerne und ist tief dunkelgrün ge- färbt. Die gemeinsame Zellhaut quillt auf und verschleimt bis zur vollständigen Auflösung, doch können die Spermatozoiden auch bei nur theilweiser Verschleimung zu den Eizellen gelangen. Die Cultur in der feuchten Kammer zeigte, dass isolirte weibliche Colonieen etwa 2 — 4 Tage leben, dann aber deutliche Zeichen der Desorganisation erkennen lassen; die un- geschlechtlichen lebten immer beträchtlich länger. Die Eizellen sind mit Geissein versehen und die weiblichen Colonieen bewegen sich, bis sie mit Verschleimung der Haut der Colonie zu Ruhe kommen, wobei aber die Bewegung der Wimpern noch fortdauert. Die vegetativen Colonieen, deren Theilzellen zu männlichen Colonieen (Antheridien) werden , unterscheiden sich in ihrer äusseren Gestalt nicht von den sich ungeschlechtlich vermehrenden. Die Theilungen bis zum goniumartigen Stadium finden genau in der oben für die Bildung ungeschlechtlicher Colonieen beschriebenen Weise statt. Wie diese bilden die Antheridien einen Complex von entweder 16 oder 32 Zellen. Weiterhin ist aber die Entwicklung verschieden. Das Wachsthum findet langsamer statt, die Färbung wird lichter und geht vom Grünen ins Gelbe über. Dann schwellen die Zellen des Antheridium plötz- lich an, runden sich und um den ganzen Complex erscheint ein lichter Saum. Aber die einzelnen Zellen ordnen sich nicht zu einem Sphaeroid, sie bleiben scheibenförmig angeordnet. Weiterhin nehmen die Zellen die für die Spermatozoiden characteristische Gestalt an und erhalten zwei lange Geissein , worauf der ganze Complex eine rasche drehende Bewegung annimmt. Die Antheridien besitzen nach dem Verfasser weder eine gemeinsame noch par- tielle Hülle aus Zellhaut. Die äussere gemeinsame Hülle besteht nur aus Schleim. Zuletzt bricht der ganze Complex durch die zerreissende Mutterzellhaut hervor 'und gelangt dann, die gemeinsame Haut der Colonie durchreissend, in's Freie. Dem einen Complex folgen bald die andern. Werden die männlichen Colonieen isolirt von den weiblichen cultivirt, so erlischt die Bewegung der jungen männlichen Colonie nach 2 — 3 Stunden, worauf diese bald zu Grunde geht, wobei sie zuweilen vorher in die Spermatozoiden zerfällt, die aber auch bald absterben. Wenn aber männliche mit weiblichen Colonieen zusammen vorhanden sind, so 30 Kryptogamen. — Algen. stösst eine sich lebhaft bewegende männliche Colonie bald auf eine weibliche und bleibt, falls deren äussere Zellhaut genugsam verschleimt ist, mit den Enden einiger Geissein an derselben haften , wobei sie aber fortfährt , sich um ihre Längsaxe herumzudrehen. Etwa 5—6 Minuten nach dem Festbaften beginnt der Zerfall der männlichen Colonieen in die Spermatozoideu, die sich einer nach dem andern von der Peripherie derselben loslösen. Sie sind anfangs sichelförmig gekrümmt, strecken sich aber dann gerade, wenn auch nicht ganz vollständig. Sie haben ein farbloses spitz ausgezogenes Ende, an dem zwei lange Geissein befestigt sind. An der convexen Seite gegen das Ende hin liegt ein Augenpunkt und zwei kaum sichtbare pulsirende Vacuolen. Das hintere Ende ist dicker, gelb gefärbt und enthält einen Amylonkern. Verf. ist der Ansicht , dass wie die männliche Colonie das Homolog der vegetativen Colonie ist, so auch das Spermatozoid vollkommen der vegetativen Theilzelle homolog ist. Die Spermatozoiden dringen dann in die weibliche Colonie ein und gelangen an die Eizellen , in deren nächster Nähe man ihre Bewegungen vielfach wahrnehmen kann. Die Beobachtung des Befruchtungsactes selbst wird durch die Menge des Schleims und die dunkelgrüne Farbe der Eizellen beträchtlich erschwert. 20—40 Minuten nach dem Zutritt der Spermatozoiden zeigen die Eizellen bereits eine mehr oder weniger deutliche doppelcon- turirte Hülle. Aussen findet man dann an dieser immer anhaftende Reste von Spermatozoiden. Einmal gelang es Verf., eine Eizelle mit einem Spermatozoid unbeschädigt zu isoliren. Bald darauf legte sich dies mit seinem Schnabel gegen jene helle Stelle der Eizelle, die den An- satzort der Cilien umgiebt. Hier bemerkte Verf. dann eine Erhellung des Plasmas, sowie an der erhellten Stelle eine Körnerbewegung „Glitschbewegung". Nach 30 Minuten zeigte sich die erste Spur einer Zellhaut an der Eizelle, die bald deutlich doppelconturirt war und an der aussen der Rest des Spermatozoids , als ein Schleimklümpchen ansass. Hieraus schliesst Verf., dass eine vollständige Verschmelzung des Spermatozoids mit der Eizelle nicht erfolgt. Die Zellhaut der Oospore wird bald doppelschichtig. Ihr Plasma nimmt allmählig statt der grünen eine ziegelrothe Farbe an. Mitunter ist die Haut etwas sternförmig gezeichnet, mitunter glatt. Beide Formen finden sich in derselben Colonie. Die Keimung der Oosporen wurde vom Verf. nicht beobachtet. Pandorina Morum. Verf. hat die Entwicklung dieser Alge vollständig beobachtet, kann aber dem von Pringsheim Mitgetheilten nichts neues hinzufügen. Sowohl bei der ungeschlechtlichen, wie bei der geschlechtlichen Vermehrung finden die Zelltheilungen ganz so statt wie bei Eudorina. Nach dem Verf. ist das Spermatozoid von Eudorina völlig homolog der geschlechtlichen Zoospore von Pandorina. Gonium pectorale. Die Colonieen von Gonium sind tafelförmig; sie bestehen aus 16 Zellen, die an den ausgezogenen Ecken ihrer Häute mit einander zusammenhängen und von einer gemeinsamen Schleimhülle umgeben sind. Jede Theilzelle hat einen Augenpunkt und einen Kern (Amylonkern), der sich bei den Theilungen verhält, wie der von Eudorina. Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung steht die erste Theilungswand senkrecht auf der Fläche der Goniumtafel, die zweite steht senkrecht auf der ersten wie auf der Goniumtafel, alle übrigen Scheidewände sind der ersten oder zweiten parallel. Bis zur Theilung II, wo- durch 4 Quadrantzellen entstehen, ist der Hergang wie bei Eudorina, nunmehr aber zerfällt jeder Quadrant durch eine der Wand I. parallele Scheidewand in zwei Zellen. Wir haben dann einen Complex von 8 Zellen , die zu 2 parallelen Reihen von je 4 Zellen geordnet sind; hier wird also nicht wie bei Eudorina und Pandorina ein inneres Kreuz mit 4 Eck- zellen gebildet. Nunmehr theilen sich die 4 inneren Zellen durch 4 Wände, die den Thei- lungswänden II. parallel sind; etwas später theilen sich auch die 4 äusseren Zellen durch gleich gerichtete Wände. Dann besteht der Complex aus 16 Zellen , 4 centralen und 12 peripherischen. Verf. sah bei der weiteren Entwickelung keine Spur einer gemeinsamen Zellhaut. Die Zellen runden sich schliesslich ab, die äussere gemeinsame Schleimhülle wird sichtbar, die nach Ansicht des Verf. aus den verschleimenden Wänden der Theilzellen her- vorgeht. Die austretende junge Colonie zeigt die Zellhüllen um die Theilzelleu bereits fertig gebildet. Chlorozoosporeae. 31 Verf. beobachtete an in Aquarien cultivirten Gonium nach einiger Zeit ein Zer- fallen der Colonie in einzelne Zellen. Diese wurden in reines Wasser gebracht. Darauf zeigten sich am Boden des Gefässes kuglige Zellen mit rothem Inhalt und dicker Hülle, an der man mindestens zwei Schichten unterscheiden konnte, von denen die äussere zuweilen einen stumpfen Auswuchs zeigte. Die Art, wie diese Zellen entstehen, konnte Verf. nicht ermitteln. (Vgl. unter 45.) Volvox globator. Wir heben nur jene Punkte hervor, die nicht bereits unter 43 berücksichtigt worden sind. Verf. bespricht die verschiedenen Ansichten über V. globator und V. minor. Er glaubt, dass die mit glatter, wie die mit sternförmig gezeichneter Aus- senhaut versehenen Sporen zu V. globator gehören, dass aber nur letztere Oosporen sind, während erstere den incystirten Zellen (Ruhesporen) von Steplmnosphaera analoge Gebilde darstellen. Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung ist die Theilungsfolge , die Verf. bis zum achtzelligen Zustand verfolgte, dieselbe, wie bei Eudorina, es wird also ein innneres Kreuz gebildet u. s. w. Zeitig biegen sich die Ränder des Zellcomplexes nach innen, so dass dieser eine krugförmige Gestalt erhält, die Mündimg des Krugs wird immer enger und verschwindet zuletzt ganz, wodurch dann das Sphaeroid fertig gebildet erscheint. Die Theilung in den männlichen Colonieen (Antheridien) erfolgt bis zum 16-zelligen Zustand, bis wohin sie Verf. verfolgte, na,ch dem Eudorina-Typus. Die Spermatozoiden sind an Gestalt von denen von Eudorina kaum zu unterscheiden. Eine männliche Colonie enthält entweder 32 oder 64 Spermatozoiden. Chlamydomonas pidvisculiis (Ehr.). Die Untersuchungen des Verf. über die Entwicke- lung von Chlamydomonas haben ihm gezeigt, dass die zu Chlamydomonas gezogenen Arten in ihrer geschlechtlichen Fortpflanzung wesentlich von einander abweichen. Das Studium des letzteren Actes ist besonders wichtig, weil dieser nach Ansicht des Verf. eine Art Ueber- gang von der Copulation der Conjugaten zu jenen Formen der sexuellen Vermehrung bildet, die bei den Chlorozoosporeen gewöhnlich sind. Verf. untersuchte Chlamydomonas communis Perty, rostrata Cnk. und pulvisculus Ehr. Chi. pidvisculiis ist eine seit lange bekannte Form, deren Diagnose nach Verf. folgt : Grösse von 0,012 Mm. bis 0,019 Mm., selten bis 0,02. Die Zellhaut steht am hinteren Theil mehr oder weniger vom Plasma ab. Die Geissein sind kaum deutlich sichtbar, gleich lang mit dem Körper der Pflanze, oder kürzer. Ein Amylon- kern ist vorhanden, ebenso ein kleiner aber deutlicher Augenpunkt und zwei ganz deutliche pulsirende Vacuolen. Das eben aus der Mutterzelle frei werdende junge Individuum hat eine dem Plasma dicht anliegende Zellhaut und eine mehr ovale Form. Die ungeschlecht- liche Vermehrung dauert zuweilen während einiger Wochen fort, die geschlechtliche wird seltener und nur bei warmem Wetter beobachtet. Dabei werden männliche und weibliche Individuen gebildet. Bei der Bildung der ersteren (der Microgonidien) theilt sich das ungeschlechtliche Individuum in acht Theilzellen , jede derselben wird frei und bildet eine neue Pflanze, die einer ungeschlechtlichen sehr ähnlich ist, nur dass der Schnabel stärker ausgebildet ist. Die Grösse der männlichen Zelle beträgt ungefähr 0,01 Mm. Die weibliche Pflanze ist der männlichen vollkommen ähnlich, nur ist sie etwa zwei mal so gross bis 0,022 Mm. Sonst sind beide mit Geissein , Augenpunkt und pulsirenden Vacuolen ver- sehen. Der Unterschied der weiblichen Pflanze von der ungeschlechtlichen ist auch nur sehr gering. Erstere hat immer einen stark entwickelten stumpfen Schnabel und ihre Zell- haut liegt dem Plasma an. Die weiblichen Zellen werden durch Theilung eines Individuums in 2—4 Theilzellen gebildet. Während der Zeit der geschlechtlichen Befruchtung finden sich im ganzen Regentümpel, in dem diese Chlamydomonas vorkommt, fast ausschliesslich geschlechtliche mit wenig ungeschlechtlichen Individuen. Der erste Moment des Zusammenhaftens der männlichen und weiblichen Zellen ist schwer zu beobachten. Man muss annehmen, dass die hyalinen Schnäbel beider an den Enden verschleimt sind, da man leicht beobachten kann, dass sie an den Schnäbeln und nicht mit den Geissein an einander haften. Letztere bleiben frei und bewirken eine eigen- thümliche tanzende Bewegung der beiden verbundenen Körper. Etwa 10—20 Minuten nachher fallen die Geissein beider ab. Nach Verlauf einiger Zeit beobachtet man dann, 32 Kryptogamen. — Algen. dass an dem vorderen Ende der beiden Körper ein verbindender Canal entstanden ist. Durch diesen aus Zeilbaut bestebenden Canal kriecbt das Plasma der männlicben Zelle in den Innenraum der weiblichen binein und zeigt sich hier am vorderen Ende. Vorher hatte sieb das weibliche Plasma nacb dem hinteren Theil der Zelle zurückgezogen. Das Austreten des Plasmas aus der männlicben Zelle gebt langsam vor sieb, dauert einige Stunden; man kann daher leicht beobachten, wie diese Zelle nach und nach leer wird. Endlich sieht man in der weiblichen Zelle das grüne männliche Plasma mit Amylonkern und Augenpunkt. Dieses kriecht mit einzelnen stumpfen Fortsätzen an der Wand nach hinten zum weib- lichen hinunter , beide vereinigen sich zuerst aussen an der Peripherie ; mit dem ersten Moment des Verschmelzens zeigt sich an der Vereinigungsstelle lebhafte Glitsckbewegung. Bevor die Vereinigung auch der innern Theile beider Plasmamassen erfolgt ist, wenn die beiden Amylonkerne und Augenpunkte noch sichtbar sind, beginnt eine lebhafte drehende Bewegung der ganzen Protoplasmamasse. Darauf bildet sich um diese eine neue Zellhülle; Amylonkerne und Augenpunkte schwinden; die alte Zellhaut wird nach und nach aufgelöst. Das Plasma nimmt eiue dunkelgrüne Farbe an ; nach längerer Zeit wird es fast farblos, schliesslich geht die Farbe ins Braune über. Die leeren männlichen Zellhüllen sind noch lange an den Oosporen sichtbar. Die weiblichen Zellen verschwinden so nach und nach, indem sie zu Oosporen werden. Der männlichen Zellen sind aber vergleichsweise mehr vorhanden ; man beobachtet dann nach einiger Zeit einen interessanten Prozess : die Entleerung der männlichen Zellen. Diejenigen unter diesen, die keine weiblichen befruchtungsfähigen Zellen angetroffen haben, setzten sich an den todten (äusseren) Zellhüllen der weiblichen Zellen mit ihren verschleimten Schnäbeln fest. Dann kriecht ihr Plasma langsam aus seiner Zellhülle heraus und nimmt nach vollendetem Austritt die Kugelform an. Nach einiger Zeit geht es dann zu Grunde. Nur zweimal beob- achtete Verf. die Copulation zweier männlichen Individuen von CM. pulvisculus, deren Product eine biseuitförmige Oospore war. Vielleicht war dies aber eine andere Art von CMamydomonas. Chlamydomonas rostrata Cnk. Das ungeschlechtliche Individuum hat eine länglich ovale Form, zwei lauge Geissein, einen Augenpunkt und zwei deutliche grosse, pulsirende Vacuolen. Die Zellhaut steht überall, mit Ausnahme des vorderen Theils. vom Inhalt ab. Grösse 0,012 — 0,017 Mm. Bei ungeschlechtlicher Vermehrung theilt sich das Plasma in vier Zellen. Bei geschlechtlicher entstehen aus einer vegetativen Zelle acht kleine Micro- gonidien, den vegetativen Zellen ganz ähnlich, aber nur 0,008 — 0,009 Mm. gross. Die Befruchtung erfolgt durch Copulation der Microgonidien ; die dadurch gebildete, mit vier Geissein versehene Microzoospore, hat eine biseuitartige Form, ist fast unbeweglich und umgiebt sich an ihrer Oberfläche bald mit einer neuen Zellhaut, nachdem die alte Zellhaut der copulirenden Zellen zerflossen ist. Bald darauf verschwinden auch die Geissein. Zum Schluss bespricht Verf. die systematische Stellung der von ihm untersuchten Algen, wobei er die Ansichten von Colin, Sachs und Pringsheim kritisirt. Er hebt die gemeinsamen Eigenthümlichkeiten der Volvocineen hervor und bemerkt, dass sowohl der Bau der vegetativen Colonieen, wie die geschlechtliche Fortpflanzung in dieser Gruppe eine stetig fortschreitende Differenzirung erkennen lassen. In beiden Beziehungen steht Volvox (jlobator oben au, dessen Kugeln Verf. nicht, wie man bisher allgemein zu thun pflegte, als aus vielen gleichwerthigen Individuen bestehende Colonieen, sondern wegen der Differenzirung in sterile und vermehrungsfähige Zellen als einzelne Individuen angesehen haben will. Die CMamydomonaden dagegen trennt er als besondere Gruppe von den Volvocineen ab. Er fasst die Gruppen der Chlamydomonaden, Palmellaceae verae Cnk. und Volvocineae, denen man vielleicht noch die Euglena -artigen Flagellaten zugesellen kann, als nächstverwandt unter eine Gruppe als Vacuolatae zusammen. 45. Rostafinski. Quelques mots sur l'Haematococcus lacustris et sur les bases d'une Classification naturelle des algues chlorosporees. (Mem. de la societe des Sc. nat. de Cherbourg 1875, T. XIX.) Verf. bringt zuerst entschiedene Beweise für die schon früher oft vermuthete speci- ösche Identität von Chlamydococcus nivalis und pluvialis. Zunächst fand er, dass nach von Schi mp er am Standorte selbst gefertigten Zeichnungen über die Entwicklung des Chi nivalis, Chlorozoosporeae. 33 diese vollkommen mit der des CM. pluvialis übereinstimmt. Ferner fand Verf. bei mehr- jäbriger Cultur des letzteren, dass er sieb noeb zwischen -f- 2 und -f- 6° reichlicb vermehrt und Zoosporen bildet. Selbst wenn das die Algen enthaltende Wasser zu einer Masse pur- purfarbigen Eises gefroren war, fand man doch darin nach langsamem Wiederaufthauen eine grosse Zahl Zoosporen in lebhafter Bewegung. Endlich gelang es auch dem Verf., die Pflanze in mit Schnee gefüllten Gefässen zu eultiviren; dabei ergab sich, dass die Vermeh- rung nur dann erfolgte , wenn die Oberfläche des Schnees etwas geschmolzen war. Da nun Chi. pluvialis sowohl in seiner Entwickelung mit CM. nivalis übereinstimmt, als auch unter denselben äusseren Bedingungen (auf Schnee und Eis) leben kann, so fällt jeder Grund für die speeifische Trennung beider Formen weg. Verf. wählt als Namen für die Pflanze: Haematococcus lacustris (Girod.). Der Genusname rührt von Agardh her (1828), während der Speciesnäme an die relativ sehr gute Beschreibung der Pflanze erinnert, welche Girod Chantrans bereits im Jahre 1797 gegeben hat. Durch Cohn uud A. Braun kennt man die Beschaffenheit und Vermehrungsart der Zoosporen von Haematococcus. Ausser diesen Zoosporen sind aber auch kleinere und anders gestaltete Microzoosporen bekannt, deren Entwickelung Verf. zuerst verfolgt hat. Das Plasma der Mutterzelle theilt sich dabei (meist bei Nacht) in 32 Microzoosporen von ziem- lich verschiedenartiger, meist spindelförmiger oder cylindrischer oder biseuitförmiger Gestalt. Der Inhalt besteht aus röthlichem feinkörnigem Protoplasma, das eine Ende ist farblos und trägt zwei Wimpern. Diese Microzoosporen wurden in einer Van Tieghem'schen Zelle eultivirt; nach einigen Tagen gelangten sie zur Ruhe, ohne sich vorher zu copuliren; sie wandelten sich in kleine rothe Kugeln um ; nachdem zum Wasser Nährstoffe gegeben wurden , nahmen sie ununterbrochen an Grösse zu. Als sie die Dimension gewöhnlicher Ruhezellen von Haematococcus erreicht hatten, wurden sie in einen Tropfen reinen Wassers gebracht. Darauf gingen aus ihnen durch Viertheilung die gewöhnlichen Macrozoosporen hervor. Da die von Veiten angegebene Copulation der Macrozoosporen auf einer irrig gedeuteten Beobachtung beruht, so haben wir demnach bei Haematococcus zweierlei Arten von Zoosporen, die beide der ungeschlechtlichen Vermehrung dienen, eine Erscheinung, die sich bei den Phaeosporeen wiederholt; während aber diese ausserdem noch Antheridien, folg- lich auch eine geschlechtliche Fortpflanzung besitzen, ist Haematococcus sicher eine asexuelle Alge. Zur Familie der Volvocinen rechnet man die nachfolgenden Gattungen: Haemato- coccus, Cldamydomonas, Eudorma, Pandorina, Gonium, Stephanosphaera, Spondylomorum und Volvox. Von diesen besitzt Volvox Oogonien und Antherozoiden , dasselbe gilt nach den Untersuchungen von Carter und Goroshankin von Eudorina. Bei Pandorina bat Pringsheim die Copulation der Zoosporen als geschlechtliche Befruchtung nachgewiesen. Verf. vermuthet, dass bei Stephanosphaera die Befruchtung in ähnlicher Weise erfolgt. Wahrscheinlich geschieht sie bei Gonium in derselben Weise. Im Jahre 1872 beobachtete nämlich Hieronymus in Halle in einem Gefässe, das fast ausschliesslich 6rom'«m-Colonieen enthielt, eiförmige Zoosporen, ähnlich denjenigen, die Cohn bei Gonium beschrieben hat. Nachdem diese zur Ruhe gekommen waren , erzeugten sie beständig Abends je 8 Microzoo- sporen von eiförmiger Gestalt und am zugespitzten Ende mit zwei langen Cilien versehen. Unmittelbar nach dem Ausschlüpfen copulirten sie in nächster Nähe der Mutterzelle und verschmolzen je zwei und zwei zusammen, um nach einigen Minuten vier Sporen zu bilden. Die weitere Entwickelung der letzteren blieb unbekannt. Dieselbe Art der Befruchtung hat Verf. selbst bei Chlamydomonas multifdis nachgewiesen. Reinhardt will sie auch bei CMamydomonas ptdvisculus gesehen haben, während Goroshankin bei derselben Pflanze die Copulation einer Macro- mit einer Microzoospore beobachtet hat. Die Entwickelung von Spondylomorum ist noch wenig bekannt. Aus dem früher Gesagten endlich ergiebt sich, dass Haematococcus der geschlechtlichen Befruchtung entbehrt. Man hat also in der Gruppe der Volvocinen Pflanzen vereinigt, die zum Theil asexuell sind, während ein anderer Theil sich durch Copulation gleichgestalteter Zoosporen, ein anderer durch Oogonien und Antherozoiden fortpflanzt. Verf. weist nun durch zahl- reiche analoge Fälle nach, dass bei einer so bedeutsamen Verschiedenheit der Fortpflanzungs- Botauischer Jahresbericht III. 3 34 Kryptogaraen. — Algen. Organe weder die Beweglichkeit der Zellfamilien, noch die Art der Zelltheilung, noch ander- weitige morphologische Eigentümlichkeiten uns veranlassen können, so heterogene Algen in eine Familie zu vereinigen. Die bisher zu den Volvocinen gezählten Algen bilden viel- mehr drei verschiedene Gruppen. Die erste besteht aus Haematococcus , die zweite aus Pandorina und Chlamydomonas, sehr wahrscheinlich auch aus Gonium und Stephanosphaera. Die dritte Gruppe bilden Volvox und Eudorina. Zum Schluss giebt Verf. eine Uebersicht der natürlichen Gruppen unter den Chlor o- sporeen. Die erste natürliche Gruppe besteht aus den Conjugaten (mit Einschluss der Desmidieen). Eine andere Gruppe bilden jene Chlorosporeen, bei denen eine Copulation von Zoosporen erfolgt, die nicht dem Geschlechte nach differenzirt sind. Man kann sie Isosporeen und das Product der Befruchtung Isospore nennen. Zu ihnen gehört die Familie der Pandorineen, welche die Genus Pandorina, Chlamydomonas (wenigstens Chi. multifilis), wahrscheinlich auch Gonium und Stepha?iosphaera umfasst. Vielleicht ist auch Scenedesmus hierherzustellen. Characteristisch für diese Familie ist die Bildung neuer Zellcolonieen im Innern der vegetativen Zelle einer Muttercolonie. Ferner gehören vielleicht die Hydro- dictyeen zu dieser Gruppe. Im Jahre 1873 hat nämlich Suppanetz im Laboratorium von Prof. De Bary die Copulation der Microzoosporen von Hydrodietyon entdeckt. Diese erfolgt noch in der Mutterzelle oder unmittelbar nach dem Austreten ; die Microzoosporen ver- schmelzen zu zwei, drei oder sechs. Die so entstandene Zoospore zeigt dieselbe Weiter- entwickelung, wie sie Pringsheim seiner Zeit bekannt gemacht hat. Ob Pediastrum die- selbe Entwickelung zeigt, wäre noch zu untersuchen. Nach des Verf. eigenen Untersuchungen gehört hierher auch die Familie der Botrydieen. Die Hypnosporen (Dauersporen) von Botrydium, die unter dem Namen Proto- coccus botryoides Kütz. beschrieben worden sind, erzeugen, in Wasser gebracht, Mikro- zoosporen, welche ganz so miteinander verschmelzen, wie dies oben für die von Hydro- dietyon angegeben wurde. Aus der so entstandenen Isospore entwickeln sich unmittelbar vegetative Pflänzchen; diese bilden entweder wiederum Hypnosporen durch Segmentation des Plasmas, oder sie verwandeln sich in Zoosporangien , die unter dem Namen Botrydium beschrieben worden sind. Der Hauptcharacter dieser Familie liegt also darin, dass hier die Hypnosporen ohne vorherige Befruchtung entstehen, während die durch Befruchtung erzeugte Isospore unmittelbar zu einer vegetativen Pflanze heranwächst. Als eine dritte den Conjugaten und Isosporeen coordinirte Gruppe betrachtet Verf. die Algen, welche De Bary schon früher (in seinen öffentlichen Vorträgen) Oophoreae genannt und in eine Abtheilung vereinigt hat, nämlich die Sphaeropleae, die Vaucherieae, die Oedogonieae und die Coleochaeteae. Hierher gehört nach dem oben Gesagten auch die Familie der Volvocineae, zu der aber jetzt nur die Genus Volvox und Eudorina zu rechnen sind. Die Isosporeen stehen den Oophoreen viel näher als den Conjugaten, indem sie mit ersteren den Generationswechsel und gewöhnlich auch die Vermehrung durch asexuelle Organe gemein haben, während die Conjugaten keinen Generationswechsel zeigen und sich nur durch Zygosporen vermehren. Von einer sehr grossen Zahl von Chlorosporcen ist die Entwickelung noch nicht genügend bekannt. Man darf sie aber deshalb nicht zu einer natürlichen Gruppe vereinigen, vielmehr werden weitere Untersuchungen wahrscheinlich ergeben, dass sie sich wenigstens zum Theil in eine der drei oben erwähnten Gruppen werden einordnen lassen. Ob es sich empfiehlt, eine vierte Gruppe, die der Agamen, aufzustellen, welche die Chlorosporeen umfassen würde, die wie Haematococcus der geschlechtlichen Fortpflanzung ermangeln, erscheint dem Verf. zweifelhaft; übrigens legt er auch dieser Frage keine besondere Be- deutung bei. 46. Hunt. Ueber Protococcus nivalis. (Monthly microsc. Journ. 1875, S. 281.) Notiz über das Vorkommen des P. nivalis in der Sierra Nevada in Californien. 47. Göppert. Ueber Einwirkung des Frostes auf die Gewächse. (Bot. Ztg. 1875, S. 609.) Giebt an , dass Protococcus nivalis 2 Stunden lang einer Temperatur von — 36° ausgesetzt lebend blieb und in- seiner späteren Entwickelung nicht gehemmt wurde. Chlorozoosporeae. 35 48. Berggren. On the occurrence of Haematococcus sanguineus on the wool of a dead Sheep. (Transact. of the New Zealand Instit. Vol. VII, 1874, S. 1 369, mit einer Tafel.) Notiz über das Vorkommen von Haematococcus sanguineus (Ag. ?) auf der Wolle eines todten Schafs nebst Abbildung. 49. Dodel-Port. An der unteren Grenze des pflanzlichen Geschlechtslebens. (Vortrag auf der naturf. Vers, in Gratz. Bericht in der Bot. Ztg. 1875, S. 735.) Ulothrix Sonata zeigt sich als eine sehr polymorphe Form. Die Schwärmsporen entstehen zu 1, 2, 4, 8, 16, 32 und mehr in einer Zelle. Die Microzoosporen sind nicht von gleicher Grösse, sie bilden, zu zwei zusammentretend, bald Zygosporen, welche sich mit dem hyalinen Pol festsetzen und während mehrerer Monate als einzellige Pflänzchen oft mit wurzelartig aussehenden Haftorganen ausgestattet „die geschlechtlich erzeugte, ohne Zweifel aber ungeschlechtliche Entwickelung dieser Alge darstellen". Ihre weitere Entwicklung wurde nicht ermittelt. Die mit zwei Cilien ausgestatteten Microzoosporen gehen aber nicht alle nothwendig eine Copulation ein, sondern keimen auch bei Unterbleiben derselben ohne weiteres und erzeugen so auf ungeschlechtlichem Wege neue fortpflanzungsfähige Individuen, ganz ähnlich wie die mit vier Cilien ausgestatteten Macrozoosporen , die einzeln oder zu 2 oder 4 in einer Zelle entstehen. 49b. On Coleochaete. (Grevillea Vol. III, 1874, S. 89.) Bemerkungen über Pringsheim's siebente Species von Coleochaete , die als wahr- scheinlich identisch mit dem „jungen Zustand" von Coleochaete scutata, den Brebisson erwähnt, angesehen wird. 50. Reinsch. Neue Chlorosporeae. (S. oben unter 5.) Chroolepiis, 2 n#ue Arten, 1 unbenannte Spec, von denen die erste auf Laubmoos- blättern, die andere wirklich parasitisch in Jungermannien-Bl&ttern wächst. Chromopeltis nov. gen. (incertae sedis). Plantula in foliis muscorum frondosorum parasitica, physeuma parenchymaticum disciforme saepissime circulariter circumscriptum formans, cellulae physeumatis irregulariter limitatae, usque rectangulares, arctissime con- junctae aut absque ordine aut radialiter dispositae; cytioplasma cellularum subtiliter granu- losum colore fusco-viridi ; f ructificatio ? — 2 Arten. Sorastrum 1 neue Art, Polyedrium 1 neue Var., 1 neue Art, Gongrosira 3 neue Arten, Spirogyra, Chlorotylium je 1 neue Art. Nun folgt ein unbenanntes Nov. gen. Ulvacearum. Planta parasitica in plantis aquaticis expansa (Lemna, Typha, Potamogeton) physeuma substrato dense adpressum ex filis densius aut laxius intri- catis saepissime parenchymatice conjunctis exstitutum formans, cellulae regulariter rectan- gulares usque subcylindricae ; propagatio? mit 1 Species. Ferner je eine neue Ulothrix, Cymatonema, Stigeoclonium. Actidesmium nov. gen. Palmellacearum. Thalius ex cellularum familiis in pedicellis hyalinis radialiter cohaerentibus dispositis formatus, cellularum familiae subsphaericae ex cellulis 8is— 12is sphaericis in pedicellis hyalinis radialiter dispositis compositae, propagatio zoogonidiis. — 1 neue Art. Dactylococcus 2 neue Arten, je ein neues Sphaerastrum , Characium, Palmogloca, Hydrianum, Microthamnion, Oedogonium. 2 neue Bulbochaete. 51. Archer, üeber Staurogenia rectangularis (Morren). (Quart, journ. of mier sc. Vol. V, 1875, S. 206.) Verf. bemerkt beim Vorzeigen dieser seltenen Alge (= Crucigena rectangidaris Morren, Chlor opaedium rectangulare Näg.) gegenüber einer Bemerkung von Morren fil. in Bezug auf die Identität mit dem Genus Tetrapedia Reinsch, dass beide Organismen sehr verschieden sind, da die vorgezeigte Alge Chlorophyll enthält, Tetrapedia aber phycochrom- haltig ist. 3* 30 Kryptogamen. — Algen. VII. Conjuyatae. 52. Nordstedt. Desmidieae arctoae. (Ofversigt af Kongl. Vetcnsk.-Akadem. Forhandl. 1875. Stockholm. S. 13, mit 3 Tafeln.) Nachdem Verf. bereite früher eine Anzahl Desmidieen aus Spitzbergen beschrieben hat, giebt er in dieser Arbeit eine Aufzählung der von Kj eilmann in den Jahren 1872 und 1873 in Spitzbergen gesammelten Desmidieen mit Beschreibung und Abbildung der neuen Arten und abweichenden Formen. Die Zahl der aus Spitzbergen bekannten Desmi- dieen steigt damit auf 85. Unter den neuerdings gefundenen sind auch einige der seltenen Gosmariwni-'E 'ormen mit dreieckigem Querschnitt; auch solche, deren eine Hälfte von ellip- tischem, die andere von dreieckigem Querschnitt war, fand Verf. Ferner werden 23 Desmidieen von Novaja Semlja und Jugor Sharr und 31 aus Russisch Lappland aufgezählt. 53. Reinsch. Neue Desmidieen. (S. oben u. 5.) Von Cosmarium werden 26 neue Arten und Varietäten beschrieben (6 unbenannte) von Staurastrum 21 (4 unbenannte) von beiden mehrere mit den Zygosporen, ebenso 2 Xan- ihidium mit Zygosporen, 1 Arthrodesmus, 1 Oniclitonema und 1 Micrasterias. Schizospora nov. gen. {Palmogloeae proximum). Cellulae cylindricae (a Pahnogloeac cellulis vix distinguendae) polis late rotundatis, in medio non aut leviter»repandae, cytio- plasmate granuloso, corpusculis chlorophyllaceis binis majoribus instrueto; zygospora initio unicellularis, deinde divisa et in statu explicato ex cellulis binis perfecte aequalibus exstituta. Post divisam zygosporam membrana cellularum filiarum nova formatur; membrana cellulae maternae inscissa per vim incrementi cellularum filiarum, partes utrinque in latere dissepi- mento novo formato adhuc adhaerentes cellulis filiis dejiciuntur in statu perfecto evoluto zygos]iorae; cellulae filiae zygosporae maturae postremo dilapsae? # A Palmogloeae tantum zygospora matura diversum genüs. — 2 Arten. Zum Schluss beschreibt Verf. noch einige abnorm gebildete Desmidieen. 54a. Schumann. Ueber die Bewegungen in der Zelle von Ciosterium Lunula. (Flora 1875, S. 65, mit einer Tafel.) Die Vacuolen von Ciosterium Lunula, welche die in lebhafter Bewegung begriffenen Tbeilchen enthalten , haben nicht die Form einer Hohlkugel , sondern eine conische oder kugelkappenartige Gestalt, wobei der der Mitte der Pflanze zugewandte Theil stets durch eine Calotte von bedeutend grösserem Krümmungsradius abgeschlossen wird. Die Vacuolen sind in fortdauernder Gestaltveränderung begriffen, wobei die Verengerung des Querschnitts die Verlängerung, die Zunahme der Breite die Verkürzung des Längendurchmessers bedingt. Der Antrieb zu dieser Pulsation liegt nach dem Verf. in den Strömungen des Protoplasmas. Man findet bei Ciosterium zunächst der Zellwand einen hyalinen Primordialschlauch von äusserster Zartheit, unmerklich betreffs der Abgrenzung folgt darauf ein pruiöses Plasma, das den Ausgangspunkt für ein System dünnerer Fäden und dickerer Stränge bildet. Beide Theile, Primordialschlauch und letztgenanntes Plasma, kleiden die Räume zwischen den Chlorophyllplatten in schlauchartiger Form aus, indem sie ebenso gestaltete Vacuolen ein- scbliessen. In dem ganzen Protoplasma ist dauernde Bewegung wahrnehmbar, welche durch die fortrückenden Körnchen angezeigt wird. Die Körnchen strömen ruckweise nach dem Ende der Zelle zu, bald gehen sie in gleichmäßigem Zug vorwärts, dann machen sie plötzlich Halt, weichen auch zuweilen zurück, um wieder mit grösserer Geschwindigkeit den Weg fortzusetzen. Sind sie an der Vacuole angekommen, so ist der enge Zwischenraum für die gröberen Partikelchen ein unüberwindliches Hinderniss, sie häufen sieb hier an, während die feinen Contenta ungehindert die Enge passiren. Der ungleichmassige Verlauf der Körn- chenströmung hat erstlich darin seinen Grund, dass der auf und niedersteigende Strom oft dicht neben einander vorbeigeht, so dass der eine den andern momentan inhibiren oder sogar ein Stück nach der anderssinnigen Richtung mitschleppen kann; ausserdem vermag aber auch die Körnchenstauung besonders in der Nähe der Vacuole eine partielle Hemmung der Ströme zu Wege zu bringen. Nicht selten dringen Körner aus dem Protoplasma in den Vacuolenraum selbst ein und betheiligen sich dann an der tanzenden Bewegung, wie schon Conjugatae. 37 Nägeli beobachtet hat. Nägeli beschreibt aber auch, dass Körner aus der Vacuole in das Protoplasma eintreten können, was Verf. nicht beobachtet hat und bezweifelt, „weil der Ausdruck der Kraftäusserung in Molecularbewegung schwingender Körper viel zu gering ist, als dass eine solche Arbeitsleistung, wie das Durchbohren der Hautschicht geschaffen werden könnte". Die Bewegung des Protoplasmas in den Glosterium-Zellea nimmt mit der Erhöhung der Temperatur bis ca. 27° C. zu, dann vermindert sie sieb, bis bei 41° C. völlige Ruhe eintritt. Hiermit ist auch die Contraction des Primordialschlauchs verbunden. Verf. glaubt, dass die Molecularbewegung der Körnchen in den Vacuolen mit der Bewegung des Protoplasmas zusammenhängt, weil bei gesteigerter Rapidität der letzteren auch die der ersteren zunimmt. Die Annahme, dass Protoplasmaströme, welche im Stande sind, die Form der Vacuole dauernden Veränderungen zu unterwerfen, auch vermögen, mit dieser Contouren- variation zugleich Stösse auf die minimalen Inhaltseinschlüsse auszuüben, hat für den Verf. nichts unwahrscheinliches. Gegen die Annahme , dass die Bewegung der Körner in der Vacuole eine Molecularbewegung sei, spricht der Umstand, dass zuweilen ein Korn aus der Gemeinschaft der übrigen herausgeschleudert wird und ein wenig nach der Wand zu geht, um dann in eben so kurzer Frist zum Hauptschwarm zurückzukehren. Solche eigenthümlich verlaufende Curven sieht man sonst bei Molecularbewegung nicht. Gegen Annahme einer solchen spricht ferner der Umstand, dass die Körnchen nicht gleichmässig in dem ganzen Raum der Vacuole vertheilt, sondern dichtgeschaart im Centrum zusammengehäuft sind, was eben für eine Einwirkung seitens der rings um die Vacuole kreisenden Protoplasmaströme spricht. Endlich hebt Verf. hervor, dass, wenn das Protoplasma durch Jod, Säuren, Glycerin, Erhöhung der Temperatur getödtet wird, auch die Bewegung der Körnchen in der Vacuole aufhört, selbst wenn die genannten Agenden so schwach angewandt werden, dass die Form der Vacuole erhalten bleibt. Ucber die Natur der schwingenden Partikeln ist Verf. zu keinem sicheren Resultat gelangt. Nur ist er überzeugt, dass sie nicht aus Gyps bestehen, weil Gyps im Wasser überhaupt nicht dauernd molecular schwingt. Zum Schluss bringt Verf. noch einige Versuche über Molecularbewegung. 54b. Jacobsen. Apercu systematique et critique sur les Desmidiacees du Danemark. (Ex- trait du Journal de botanique 1874, Copenhague. Mit 2 Tafeln.) Die Untersuchungen des Verf. erstrecken sich hauptsächlich auf den District Thy, ausserdem aber auch auf zahlreiche andere dänische Oertlichkeiten. Voran gehen einige geschichtliche Notizen über die Desmidiecn, dann einige allgemeine Bemerkungen über die Systematik dieser Familie. Verf. hebt von spontanen Variationen die Aenderung der kreis- förmigen oder ovalen Form des Querschnittes in die dreieckige, und die Veränderung dieser in die viereckige oder polygonale hervor. Diese Abänderungen werden nur bei den Arten beobachtet, wo die Halbzellen einen ungefähr gleichen Durchmesser nach den drei Dimen- sionen des Raumes besitzen. Man fasst sie im Allgemeinen als Varietäten auf. doch sind auch ausnahmsweise einzelne Arten auf solche Gestaltunterschiede begründet worden. In vielen Fallen kennt man wahrscheinlich bisher nur die eine Form, oder man kennt deren zwei, stellt aber beide zu verschiedenen Genus. Verf. nimmt an, dass die Stacheln, Zähne. Warzen der Zellhaut der Desmidieen als ein Vertheidigungsmittel den Thieren gegenüber zu betrachten sind und rechnet deshalb die formae ornatac zu den adaptiven Variationen. Eigenthümliche Abänderungen entstehen, indem die Theilung der Individuen so rasch fortschreitet, dass sich die jungen Zellen bereits theilen, ehe sie ihre vollständige Ausbildung erlangt haben. Diese Erscheinung trifft man im Beginn des Frühjahrs öfters, und hat sie Verf. namentlich bei Micrasterias rotata und M. truncata in zahlreichen Individuen beobachtet. Die neu entstandenen Zellen Aveichen in vielen Punkten von dem normalen Typus ab, und glaubt Verf., dass die formae depauperatae und die formae minores z. Tb diesen Ursprung haben: Die Gestalt und Anordnung der Chloro- phyllplatten bei den Desmidieen, auf die De Bary und Nägeli zuerst aufmerksam gemacht haben, wird meistens als ein wichtiger generischer Character angesehn. Verf. glaubt, dass sie nur in dem Falle als ein solcher angesehen werden sollten, wenn sie nicht durch die 38 Kryptogaraen. — Algen. besondere Gestalt der Zelle motivirt sind, indem er als Hauptprincip aufstellt, dass das Chlorophyll in der Weise angeordnet ist, um dem Licht eine möglichst grosse Fläche darzu- bieten. Mit L und eil stimmt Verf. darin überein, dass die Gestalt der Zygosporen und die Bekleidung ihrer Haut mit Stacheln etc. nicht als generische Charactere benutzt werden können. Aus dem Vergleiche der von ihm beobachteten Desmidieen mit den Zeichnungen, die andere Autoren (Ralfs, Notaris, De Bary, Nägeli, Lundell) von denselben Formen gegeben haben, und den dabei ermittelten Unterschieden schliesst Verf., dass es geographische Racen von Desmidieen giebt ohne indessen über diesen Punkt ganz sicher zu sein. Er hebt aber dabei hervor, dass es wichtig Ist auch bereits bekannte Formen aus verschiedenen Gegenden abzubilden. Endlich bemerkt Verf., dass die Begrenzung der Genus Cosmarium, Euastrum, Staurastrum, Spliaerozosma und Spondylosium einer Revision bedarf, welche die Umstellung einer Anzahl Species nach sich ziehen dürfte, dass dazu aber namentlich eine genauere Kenntniss der tropischen und subtropischen Formen nothwendig ist. Von Dänemark waren bisher nur etwa 22 Species bekannt. Verf. zählt deren 138 auf, die etwa 162 Species nach der von Lundell gewählten Begrenzung entsprechen. Ralfs führt 162 für Grossbritannien, Lundell 325 für Schweden auf. An einem einzigen Torfmoor hat Verf. 82 Arten gefunden, also etwa die Hälfte aller in Dänemark bekannten Formen. Die sog. fossilen Xanthidieen von der Insel Moen hat Verf. gesehen, hält sie aber weder für Desmidieen noch für Zygosporen. Nun folgt die Aufzählung der in Dänemark gefun- denen Desmidieen. Das Genus Penium (Breb.) ist vom Verf. anders begrenzt, indem er mehrere sonst dazu gestellte Arten ausschliesst , dagegen die Genus Mesotaenium Näg. und Cylindrocystis Menegh. damit vereinigt. Eine besondere Sorgfalt wendet Verf. der Geschichte der Genus und Species zu, weshalb mehrere bei ihm einen andern Autornamen erhalten als sonst üblich ist, was jedesmal besonders begründet wird; auch die Eigenthümlichkeiten , die Verf. an den von ihm gefundenen Exemplaren beobachtete, werden hervorgehoben und die abweichenden Formen in den beigegebenen Tafeln abgebildet. 55. Archer. Ueber Conjugation zweier verschiedener Desmidieenformen. (Quart, journ. of. micr. sc. Vol. XV, 1875, S. 414.) Soviel bisher bekannt, findet Conjugation nur zwischen zwei ganz gleich gestalteten Desmidieen derselben Art statt. Selbst bei den sehr ähnlichen aber doch distineten Staurastren, die man unter Staurastrum dejeetum begreift, und die man oft in Gesellschaft antrifft, wobei nur eine oder mehrere Formen in Conjugation sind, findet letztere nur zwischen Individuen derselben Form statt. Nun fand aber Verf. in zwei bis drei Fällen Euastrum didelta und Euastrum humerosum in Conjugation mit wohl ausgebildeter Zygospore. Zur Erklärung dieses seltsamen Factums muss man entweder annehmen, dass beide Formen nur Varietäten einer Art sind, oder dass hier ein wirklicher Fall von Hybridismus vorliegt. Verf. neigt sich zu der letzteren Ansicht. 56. Archer. Ueber Dictyosphaerium constrictum Aren, olim., in Conjugation. (Quart, journ. of. micr. sc. Vol. XV, S. 415.) Verf. hat diese von ihm früher als D. constrictum beschriebene Alge (Quart, journ. Vol. VI, p. 127) nunmehr in Conjugation mit Zygosporen gefunden und hält sie somit für eine wahre, obwohl anomale Desmidiee. Die Alge scheint bis jetzt nicht ausserhalb Irlands gefunden worden zu sein. VIII. Phycochromaceae. 57. Thuret. Essai de Classification des Nostochinees. (Ann. des sc. nat., 6. Ser., T. I, 1875, S. 372 ff.) Dem nachgelassenen unvollendeten Aufsatz Thuret 's schickt Bornet einige ein- leitende Bemerkungen voraus. Nach den Schriften Kützing's oder Rabenhorst's eine Nostochinee zu bestimmen gelingt nicht oft, weil die meisten Genus beider Schriftsteller zu zahlreich, schlecht begrenzt und auf ungenaue oder werthlose Charactere begründet sind. Phycochromaceae. 39 •4 Nostoceae Anabaena Aphanizomenon Sphaerozyga Thuret versucht nun diesem Uebelstande abzuhelfen. Die pbycochromhaltigen Algen — Cryptophyceae — werden eingetheilt in Cliroococcaceae und Nostochineae. Die ersten ver- mehren sich durch isolirte Zellen (Gloeocapsa, Xenococcus Thur. mscr.), die zweiten durch bewegliche Fadenstücke „Hormogonien". Wir geben nun hier den dichotomischen Schlüssel, den Thuret zur Bestimmung der Nostochineen aufgestellt hat: Fäden an der Spitze zu einem durchsichtigen Haar zu- gespitzt (CalotriclieaeJ 12 Fäden ohne apicales Haar 2 Fäden mit Heterocysten 3 Fäden ohne Heterocysten (Lyngbyeae) 7 Fäden mit Seitenzweigen (Scytonemeae) 10 Fäden unverzweigt (Nostoceae) 4 Fäden von einer bestimmt geformten Gallerte umgeben Nostoc Fäden frei oder in amorpher Gallerte liegend ... 5 Fäden in einer besonderen durchsichtigen Scheide ein- geschlossen 6 Fäden ohne besondere Scheide A,B,C 1) Mit intercalaren (im Faden zerstreuten Heterocysten). A. Die Sporen entstehen in Zellen, die nicht den Heterocysten benachbart sind ß. Fäden zu kleinen Bündeln vereinigt . . . B. Die Sporen entstehen nur in den Nachbarzellen zu beiden Seiten der Heterocysten 2) Heterocysten terminal (je am Ende des Fadens). C. Die Sporen entstehen in den Zellen unmittelbar unter den Heterocysten Zellen discoid. Sporen sehr ansehnlich. Die Hetero- cysten stehen in regelmässigen Zwischenräumen Zellen länger als breit. Sporen fehlen Fäden spiralig gewunden Fäden nicht spiralig gewunden Fäden ohne besondere Scheide ß. Fäden zu kleinen fluthenden Bündeln vereinigt . Fäden zu einem oder mehreren in einer durchsichtigen Scheide, aus der sie heraustreten, um neue Individuen zu bilden Scheide, wenigstens in den dicksten Exemplaren mehrere Fäden enthaltend A. Pflanzen, in zerstreuten Bündeln (meches) kriechend, aufrecht oder fluthend .... B. Pflanzen, büschelig aufrecht in kleinen ab- gerundeten Röschen oder in Rasen von un- bestimmter Ausdehnung wachsend. Einzel- fäden sehr dünn . .* Inactis Nur ein einziger Faden in einer Scheide A, B A. Pflanzen einfach (oder nur ausnahmsweise einen Be- ginn der Verzweigung zeigend, durch die Deviation des Fadens, der seitlich aus der Scheide hervortritt) Lyngbya ß. Pflanzen zu Bündeln (meches) verklebt . . Symploca 7 Lyngbyeae 9 < Cylindrospermum Nodularia Microchaete Spirulina 8 Oscillaria Trichodesmium 9 A, B Blicrocoleus 40 Kryptogamen. — Algen 10 Scytonemeae< B. Pflanzen verzweigt. Die Zweige entstehen durch die Deviation des Fadens aus der Scheide. Verzweigung sehr unregelmässig, oft stehen die Zweige zu zweien wie bei Scytonema . Plectonema / Die Zellen der Fäden theilen sich nur quer zur Längs- axe des Fadens 11 Die Zellen theilen sich auch in der zur Längsaxe des Fadens parallelen Richtung, wenigstens an den Stellen, wo Zweige aussprossen, die immer durch diese seitliche Theilung gebildet werden . . . . A, B A. Zellen des Fadens oft zu zwei oder drei neben- einander in Folge seitlicher Theilung, selbst mehr- zellige transversale Scheiben bildend. Scheide dick. Zellen mit dicker Membran , namentlich in alten Exemplaren. Die Hormogonien entstehen in Seiten- zweigen, die aus einer einfachen Zellreihe bestehen Stigonema ß. Fäden der Hormogonien viel dünner als der Hauptfaden, in einseitigen Büscheln . . . Fischerei B. Fäden zum grössten Theil aus einer einfachen Zell- reihe bestehend. Scheide dünn. Wasserpflanzen vom Aussehen der Tolypothrix Ha±mlosiplion 11 12 Calotrichac 13 Mehrere Fäden in einer Scheide Cystocoleus Nur ein Faden in der Scheide. Die Verzweigungen ent- stehen durch die Deviation des Fadens, der seitlich aus der Scheide austritt A, B Zweige meist zu zweien; sie entstehen indem der Faden sich aus der Scheide herausbiegt und dann zwei parallele, in rechtem Winkel austretende Seiten- fäden bildet. Heterocysten hie und da im Faden zerstreut ohne Bezug zur Verzweigung .... Scytonema ß. Scheide sehr dick, einen durchsichtigen Rand um den Faden bildend Petaloncma y. Fäden zu aufrechten Bündeln vereinigt . . Symphyosiphon B. Die Zweige selten zu zweien, meist einzeln und an den Stellen entspringend, wo der Faden durch Heterocysten unterbrochen wird. Ein oder mehrere Heterucysten stehen unmittelbar über jedem Zweige lolypothrix Fäden durch eine mehr oder weniger feste Gallerte mit einander verbunden. Frons im Allgemeinen von be- stimmtem Umriss 13 Fäden frei in kleinen Büscheln oder Rasen von unbe- stimmter Ausdehnung Calothri.r Intercalare Heterocysten. Verzweigung sehr unregel- mässig; sie entsteht jndem sich der Faden in Form eines V umbiegt, wodurch zwei Seitenzweige gebildet werden, die an der Basis getrennt sind, sich aber in einer gewissen Entfernung von dieser zu einem ein- zigen aus einer einfachen Zellreihe bestehenden Faden vereinigen. Frons hohl, aber hart, gefaltet, von dem Aussehen einer kleinen Rivularia . . . Hormactis 13 14 Phycochroniaceae. 41 HeteroCysten basilar (au der Basis der Hauptaxeu und der Zweige stehend). Die Zweige entstehen durch Quertheilung der Fäden. Der obere Theil eines Fadens trennt sich ab und wird zum Seitenzweige, während der untere sich neben diesem verlängert und eine neue Spitze bildet 14 In dem unteren Theil der Fäden werden Sporen gebildet Gloeotrichia Fäden ohne Sporen A A. Die Frons neigt zur Halbkugel oder Ilohlkugelform die Fäden sind von der Basis der Frons ab strah- lenförmig angeordnet Bivularia ß. Frons flach. Fäden aufrecht und parallel . Isactis. Zu vorstehendem Schlüssel ist zu bemerken, dass die Gattungen, welche mit den Buchstaben A, B, C bezeichnet sind, ein Ganzes bilden, das man unter einem Namen begreifen könute, weil die Unterschiede sich nur auf secundäre Charactere beziehe, dass es aber doch bequemer und natürlicher ist, die Genus getrennt zu lassen. So haben die Genus Sphaero- zyga, Anabaena und Cylindrospermum ähnliche Fäden und Sporen, aber die Sporen haben eine zu den Heterocysteu verschiedenartige Stellung. Die mit griechischen Buchstaben bezeichneten Sectionen haben einen geringeren Werth, als die eben genannten. Sie gründen sich im Allgemeinen auf den Habitus oder auf eine zwar sehr in die Augen fallende, aber doch systematisch wenig bedeutsame Eigen- thümlichkeit. So weichen die Genus Aphanizomenon , Symploca , Symphyosiphon , von Anabaena, Lyngbya und Scytonema nur darin ab, dass ihre Fäden zu Bündeln agglutinirt, nicht frei sind. Petalonema ist ein Scytonema mit sehr eutwickelter Scheide. Ausser dem Schlüssel giebt Verf. noch eine Enumeratio generum Nostochinearum, nebst Synonymen, wobei auch bei jedem Genus eine oder mehrere Species aufgeführt weiden. 58. Archer. On Apothecia occuring in some Scytonematous and Sirosiphonaceous Algae. (Quart. Journ. of micr. sc. Vol. XV, 1875, S. 27, mit 1 Tafel.) Verf. beschreibt Apothecien auf Scytonema myochroum, auf einem nicht benannten Scytonema, auf Sirosijriwn alpinus, Sirosiphon pulvinatus (od. S. Heußeri) und auf dem Stigonema mamülosum der Flora Hibernica, das nach ihm von Stigonema mammiferum Thwaites oder Sirosiphon coralloides Kütz. kaum verschieden ist. Alle diese Algen bewoh- nenden Flechten wurden von ihm selbst schon vor längerer Zeit in Irland (Wicklow hüls) gefunden. Im Uebrigen müssen wir auf den die Flechten behandelnden Theil dieses Jahres- berichtes verweisen. 59. Schneider. Mittheilung über die grünen und gelben Streifen in dem Meer von Java. (Naturk. Tydskr. f. ned. Indie 33. Bd., 1873, S. 302, daraus Lotos, Zeitschr. f. Naturw. 1875, S. 63.) Auf einer Reise durch den Molukken-Archipel und das Meer von Java sieht man häufig zumal in den Monaten Februar, März und April meilenlange grüne und gelbe Streifen im Meere. Schneider liess bei Gelegenheit einer Reise durch diese Gewässer Wasser vou einer solchen Stelle aufholen. In dem Kübel zeigten sich kleine grüne Körper. Beim Fil- triren färbte sich das Papier roth. Die Substanz bedeckte das Papier als ein feiner erdiger Niederschlag und nahm eine rothbraune Farbe an, wobei sie einen nicht unangenehmen, durchdringenden, an Heu erinnernden Geruch verbreitete. Ein Theil der gesammelten Masse wurde an Ehrenberg und an Magnus geschickt, welche sie für eine Oscillatorie, Tricho- desmium erythraeum erklärten. Weiter folgt eine Zusammenstellung (von Ehrenberg) der Beobachtungen , die bis jetzt über das Auftreten dieser Pflanze gemacht worden sind, woraus sich ihre allgemeine Verbreitung in den wärmeren Meeren ergiebt. Die Pflanze selbst T. erythraeum (T. Elircnbcrgi, T. HindsiiJ ist in jungem Zustand grün gefärbt, wird später gelb und im Alter roth. Sie besteht aus Fadenbündeln von 2—4 Mm. Länge. Die Fäden sind 0,38—0,45 Mm. lang und die Zellen 1— 3mal so lang als breit. 42 Kryptogamen. - Algen. Verzeichuiss neu aufgestellter Species. 1 ) Dictyoteae. Dictyota cuneata Dickie 21. Phaeozoosporeae, Actinema nov. gen. Reinsch. (= R.) 5. — fA. Scutellnm R. 5. — fA. subtüissi- mum R. 5. — Chordaria abietina Rupr. 14. — Desmithamnion nov. gen. R. 5. — fD. tergestinum R. 5. — fElachista minutula R. 5. — f Ectocarpus Anticostiensis R. 5. — fE. Chüoensis R. 5. — f E. radicans R. 5. — Entonema nov. gen. R. 5. — fE. bicolor R. 5. — fE. elegans R. 5. — fE. intestinum R. 5. — fE. moniliforme R. 5. — fE. paradoxum R. 5. — fE. penetrans R. 5. — fE. rhizomatoides R. 5. — fE. subcorticale R. 5. — fE. tenuissimum R. 5. — fLeathesia Archeriana R. 5. — fL. macrocystis R. 5. — fL. minima R. 5. — fMyrionema minimumü. 5. — fSphacelaria daedalea R. 5. — fS. pectinata R. 5. — f& pilifera R. 5. — Sphaenosiphon nov. gen. R. 5. — fS. a^Mfflß dwfcjs R. 5. — fS. cuspidatus R. 5. — f S. incrustans R. 5. — fS. Leibleiniae R. 5. — fS. minimus R. 5. — fS. olivaceus R. 5. — fS. prasinus R. 5. — f S. roseus R. 5. — f S. smaragdinus R. 5. — fS. sorediformis R. 5. Florideae. f Alsidium adhacrens R. 5. — f Batrachospermnm moniliforme forma R. 5. — fP. tumidum R. 5. — fJBangia caespitosa R. 5. — j Callithamnion abietinum R. 5. — fC. axirhizans R. 5. — f 0. Bebbii R. 5. — f C lasioides R. 5. — f C Labradorense R. 5. — fC. pinastroides R. 5. — f Calloncma nov. gen. R. 5. — f C. aeruginosum R. 5. — J-(7. Itefo^r- sohnii R. 5. — f C. olivaceum R. 5. — f C smaragdinnm R. 5. — fC. subtile R. 5. — Centro- ceras Eatonianum Farlow 14. — Ceramium nodiferum Ag. 27. — 0. stichidiosum Ag. 27. — jChantransia ascosperma R. 5. — fC Chüoensis R. 5. — f C. Daviesii forma R. 5. — jC. flageUifera R. 5. — fC. gracillima'R. 5. — fC. irregularis R. 5. — fC minutissima R. 5. — fC Nordstedtiana R. 5. — fC polyrhiza R. 5. — fC rigida R. 5. — Choreo- colax nov. gen. R. 5. — f C. americanus R. 5. — f G destruetor R. 5. — f C macronema R. 5. — f C miräbüis R. 5. — -J- C. paehydermus R. 5. — fC. Polysiplwniae R. 5. — fC. Babenhorstii R. 5. — fC. tumidus R. 5. — Chrysimenia Agardhii Harv. ß. plani- frons Melv. 15. — -j- Crouania densa R. 5. — Dasya elegans var. scotochroa Melv. 15. — JD. obscura- Dickie 25. — Entocolax nov. gen. R. 5. — /f..E Naegelianus R. 5. — f Gastro- clonium minutulum R. 5. — Gigartina angulata Ag. 27. — Gracilaria flageUifera Ag. 27. — Grateloupia caudata Ag. 27. — Griffithsia Sonderiana Ag. 27. — HUdebrandtia expansa Dickie 27. — f Hormoceras Capri Cornu R. 5. — f H. macrospermum R. 5. — f Hypoglossum Grayanum R. 5. — Laurencia nrecolata Ag. 27. -L. thyrsifera Ag. 27. • — Liagora Cayohyesonica Melv. 15. — .L. farionicolor Melv. 15. — f Lopliura Bayana R. 5. — Microciadia californica Farlow 14. — M. Moseleyi Dickie 25. — Nemastoma Bairdii Farlow 14. — f N. inconspicua R. 5. — f Odonthalia furcata R. 5. — Pandorea Traversii nov. gen. u. spec. Ag. 27. — Phyllophora Clevelandii Farlow 14. — Plectoderma nov. gen. R. 5. — f P. majus R. 5. — f P. minus R. 5. — Plocaminm biserratum Dickie 20. — fPorphyra Grayana R. 5. — fP. microphylla R. 5. — f P. purpurea var. R. 5. — Pseudoblaste nov. gen. R. 5. — fP. irregularis R. 5. — fP. paehydermis R. 5. — fP. Phyllophora R. 5. — fP. suhriae R. 5. — fPolysiphonia americana R. 5. — fP. flagel- lifera R. 5. — P. Ilarveyi ßail. var. abietina Farlow 14. — fP. spinidifera R. 5. — Bhizophyllum nov. gen. R. 5. — fJBÄ. enervum R. 5. — -J-.R/&. nervosum R. 5. — Bhodo- mela Traversii Ag. 27. — Stylonema nov. gen. R. 5. — f $£. Cor«« Cervi R. 5. — Syringo- colax nov. gen. R. 5. — f S. maeröblepharis R. 5. ') Zu den mit einem f bezeichneten sind auch Abbildungen gegeben. Die hinter dem Namen stehenden Zahlen beziehen sich auf die Nummer des zugehörigeu Referats. Verzeichniss neu aufgestellter Species. 43 Chlorozoosporeae. Actidesmium nov. gen. E. 5. — \A. Höokeri R. 5. — f Bulbochaete pachyderma R. 5. — iCharacium Dyerii R. 5. — Chlorococcum ellipticum Dickie 20. — Chromo- peltis nov. gen. R. 5. — -fChr. irregiüaris R. 5. — fChr. radicans R. 5. — -fChroölepus entophyticus R. 5. — fClir. muscicola R. 5. — j- Chlor otylium incrustans R. 5. — Cla- dophora minuta. Dickie 22. — Cl. subvaricosa Dickie 22. f üoelastrnm (Sphaerastrum) verrucosum R. 5. — f Dactylococcus De Baryanus R. 5. — f J). Hookeri R. 5. — fCro«- grosira muscicola R. 5. — Hormospora pellucida Dickie 22. — f Hydrianum heteromor- phum R. 5. — Kallonema caespitosum Dickie 20. - K. obscurum Dickie 22. — fMicro- thamnion irreguläre R. 5. — f Oedogonium spinospermum R. 5. — fPolyedrium enorme Ralfs var. R. 5. — f P. hastatum R. 5. — Prasiola minuta Dickie 21. — Protococcus affinis Dickie 21. — fSorastrum cormitum R. 5. — fS. speciosum Näg. /brma R. 5. — ffifä- geoclonium simplicissimum forma R. 5. — Struvea ramosa Dickie 19. Conjugatae. Clostermm Lens Jac. -54 b = Penium closterioides Ralfs var. major, intermedia et minor. — fClosterium spiraliferum Jac. 54b. — Cosmarium angustatum Nd. (= Nord- stedt). -fß trigonum Nd. 52. — f G. arctoum Nd. 52 nov. sp. fß trigonum Nd. 52. — fC. arrosum Nd. 52. — f C. auriculatum R. 5. — fC. bicardia R. 5. — fC. binodulum R. 5. — fC biocidatum Breb. fß triquetrum Nd. 52. — f C. biretum Breb. f var. trigibberum Nd. 52. — f C. cinctutum Nd. 52. — fC. costatum Nd. 52. — fC. cyclicum Lund. forma R. 5. — C fascicidatum Jac. 546. — C galeritum JMd. fvar. minus R. 5. — fC. holmiense forma TS,. 5. — fC. homalodermum Nd. 52. — f C. margaritiferum'R. 5. — f (7. Meneghinii Breb. forma R. 5. — f C. moniliferum R. 5. — f (7. Nordstedtianum R. 5. — f C ochthodes Nd. 52. — f(7. pericymaticum Nd. 52. — f C polychroum Näg. form. R. 5. — f C. pseudonitidulum Nd. var. R. 5. — C. pseudopyramidatum Lund. fß crispulum Nd. 52. — fC. pycnochondrum Nd. 52. — fC rectangidum R. 5. — C. subcrenätum Hantsch. f(3 trigonum Nd. 52. — fC. subreniformis Nd. 52. — fC SM&specioswm Nd. 52. — fO. tracliy- cyrtum R. 5. — C. undidatum fvar. tumida Jac. 54 b. — C. venustum (Breb.) Rab. fß trigonum Nd. 52. — Euastrum binale Ralf, f dissimile Nd. nov. subsp. 52. — f ^> crassicolle Lud. ß dentifera Nd. 52. — 2£. elegans (Breb.) fvar. danica Jacob 54b. — f J ^- geminatum Breb. var. R. 5. — f -E 1 . platycercum R. 5. — f J5. sublobatum Breb. forma R. 5. — f-E. tetralobum Nd. 52. — Hyalotheca dissüiens Breb. f # quadridentula Nd. 52. tß triquetra Jac. 54b. — Schizospora nov. gen. R. 5. — f & minor R. 5. — !& pachydermis R. 5. — Sirogonium Loskosianun Rabbst. 6. — f Spirogyra annularis R. 5. — & BeZ- Zonrte Zeller 6. — f Staurastrum aristatum Ralf. var. R. 5. — fS. bibrachiatum R. 5. — f & dcjectum Breb. forma R. 5. — f $. erutum R. 5. — f»S. furcato stellatum R. 5. — f es *J es fcj o "o o .s es s- o CO a Ol o CO o 00 «a cS u o 03 ' Sporae bi — pluriseptatae : „ uniseptatae : „ simplices: ( „ simplices: „ uniseptatae: Usneei. Boccella Bamälina Cetraria Evernia Usnea Alectoria Physcia Pyxine Parmeliei. Speerschneidera Theloschistes Pannelia Lecidei. Lecidea Lecidea Lecidea bi — pluriseptatae : Physcia muriformi- multiloculares : Physcia Biatorei. Piatora Piatora Biatora Heterothecium Heterothecium Buellia Heterothecium Buellia Heterothecium Buellia Unterschiede, wie diese, erscheinen dem Verf. zweifellos bedeutende zu sein und eine mögliche Wechselbeziehung zu anderen einzuraunen, welche keinen Zweifel lassen möchten, dass diese Typen einen Ausdruck im Systeme verlangen. Die Darstellung dieser beiden Grund- anschauungen schickt Verf. seinem Systeme voraus, und somit erscheint es jetzt auch hier geeignet, die Ueb ersieht J ) desselben folgen zu lassen. An der Spitze des Systemes wird die Definition der Lichenen als Pflanzenordnung vermisst, um so mehr, als der Wunsch im Hinblicke auf die alte Definition, die Verf. einst entlehnend jenem ersteren Werke vorsetzte, seine zeitige Auffassung des Wesens der Lichenen kennen zu lernen, als ein berechtigter erscheinen muss. Wie sich im Verlaufe der Betrachtung ergeben wird, muss die Wiedergabe des Systemes fast wörtlich erfolgen. Der mebr descriptive Charakter der Diagnose, in welcher oft niebt einmal eine Andeutung von einer differentiellen Diagnose zu finden, ist eine ganz natürliche Folge der Hauptgrundanscbauung von der systematischen Bedeutung des Habitus. Ueberall in der Natur herrscht schöne Harmonie, hervorgebracht durch die mannichfachsten Ue bergan ge in der äusseren Gestalt, daher wohl schon im Voraus alle Bemühungen von dort aus, noch dazu bei niederen Thallophyten, eine systematische Sonderung zu schaffen, als fast vergebliche zu erachten sind. Trib. I. Parmeliacei. Apothecia rotundata, scutellaeformia aperta aut raro subglobosa, reeeptaculo thallino hymenium normaliter diseoideum excipulo proprio plerumque indistineto reeeptum marginante. Fam. I. Usneei, Fr. Thallus erectiusculus, suffruticulosus v. passim filamentosus, varie dein dilatatus v. depressus, subcartilagineus. 1. Boccella DC. Apothecia lateralia disco nigricante, hypothecio nigro. Sporae daetyloideo-fusiformes, quadriloculares, incol. Spermatia acicularia, arcuata, sterigmata subsimplicia. Thallus fruticulosus dein pendulus, cartilagineo-coriaceus, intus stuppeus. — z. B. 2 ) B. phycopsis Ach. 2. Ramalina Ach., De Not. Apothecia thallo subconcoloria. Sporae oblongae biloculares incoloratae. Spermatia oblonga v. bacillaria, sterigmata pauciarticulata. Thallus fruticulosus dein pendulus filamentosusve, plerumque compressus cartilagineo - riges- cens pallidus. — z. B. B. calicaris Fr., B. usneoides (Ach.) Fr. 3. DactylinaNyl. emend. Apothecia subterminalia, disco thallo discolore. Sporae sphaeroideae simplices incol.. Thallus erectus daetyloideus ramosusve fruticulosus, turgidus fragilis intus stuppeus v. subinanis. — z. B. D. madreporiformis Wulf., D. aretica (Hook.) Nyl. *) Bereits im vorigen Jahrg. S. 102 lernten wir die Eintheilung wenigstens äusserlich kennen. 2 ) Die Beispiele sollen den Sinn und Umfang der angenommenen Gattungen erläutern, um so äusierer Bücksichteu halber die Synonymik der Gattungen fortlassen zu können. 56 Kryptogamen. — Flechten. 4. Cetraria Ach., Fr. Apothecia demum dilatata peltaeformia, thalli marginibus apicibusve oblique affixa, disco thallo concolore. Sporae subellipsoideae simplices incol. . Spermatia oblonga, apice altero v. saepius utroque incrassata vel cylindrica; sterigmata pauciarticulata. Thallus adscendens aut fruticulosus lobis v. subteretibus v. canaliculato- foliaceis, aut expansus, subcartilagineus. — z. B. C. tristis Fr., C. Fahlunensis (L.) Schär., C. Islandica Ach., C. alewites Ach. 5. EverniaAch., Mann. Apothecia demum dilatata cyathiformia, disco thallo discolore. Sporae subellipsoideae simplices incoloratae. Spermatia oblonga v. bacil- laria apicem versus alterum v. utrumque fusiformi-incrassata v. cylindrica; sterigmata pauci- articulata. Thallus fruticulosus dein pendulus, angulatus v. foliaceo-compressus, mollis, medulla stuppea, rarissime (quoad nostras) passim indurata. — z.B. E. f 'urfuracea Mann. , E. divari- cata Ach., E. vulpina Wulf. 6. Usnea (Dill.) Ach. Apothecia peltata disco thallo subconcolore v. rarissime discolore. Sporae subellipsoideae simplices incol. Spermatia bacillaria, apicem versus alterum fusiformi-incrassata v. cylindrica; sterigmata subsimplicia. Thallus fruticu- losus dein pendulus filamentosusve, teres undique similaris medulla duplici, interiori indurata axem sistente lignosum, exteriori stuppea. — z. B. U. barbata Fr., U. longissima Ach. 7. Ale ctoria (Ach.) Nyl. Apothecia innato-sessilia, disco thallo dis- colore. Sporae ellipsoideae, simplices v. rarissime muriformi-multiloculares, fuscescentes v. saepius decoloratae. Spermatia bacillaria apicem versus utrumque fusiformi-incrassata; ste- rigmata pauci-articulata. Thallus fruticulosus filamentosusve, teres undique similaris intus stuppeus v. subinanis. — z. B. A. jubata Fr., A. ocliroleuca Fr. Farn. II. Parmeliei. Thallus horizontalis foliaceus expansus (raro adscendens everniaeformis, rarissime alectoroides), cartilagineo-membranaceus, subtus normaliter fibrillosus. 8. Speerschneid er a Trev. Sporae ex ellipsoideo oblongae v. dacty- loideae bi- rarius quadriloculares incol. Spermatia oblonga; sterigmata pauciarticulata. Thallus tereti-compressus, dichotomo-ramosissimus, implexus appressus cartilagineo-corriaceus, fibrillis obsoletis. — z. B. Sp. euploca (Tuck.) Trev. 9. Theloschistes Norm, emend. Apothecia disco luteo-aurantiaco. Sporae polari-biloculares (rarissime, in sp. exot., quadriloculares) incol. Spermatia ellip- soidea v. oblonga; sterigmata multi-articulata. .Thallus foliaceus squamulosusve appressus aut adscendens everniaeformis, cartilagineo-membranaceus, plerumque flavicans. — z. B. Th. 2mrietinus (L. Duf.), Th. chrysophthalmus (L. DC), Th. candelarius (Ach.). 10. Parmelia Ach., De Not. Apothecia subpodicellata. Sporae ex ovoideo ellipsoideae oblongaeve simplices incol. Spermatia oblonga medio constricta apicibus plerumque acutis, raro acicularia; sterigmata pauciarticulata v. subsimplicia. Thallus foliaceus lobato- laciniatus appressus raro adscendens everniaeformis, rarissime constrictus filiformis. submem- branaceus. — z. B. P. saxatilis Ach., P. conspersa Ach., P. (EverniopsisJ trulla Ach., P. olivacea Ach., P. lanata Nyl. 11. Physcia (DC. Fr.) Th. Fr. Sporae ellipsoideae bi-loculares (rarissime in sp. exot., quadri — pluriloculares) fuscae. Spermatia ellipsoidea v. oblonga; sterigmata multi- articulata. Thallus foliaceus, ramoso-laciniatus stellatus aut adscendens everniaeformis, subcar- tilagineus. — z. B. Ph. ciliaris Ach., Ph. stellaris Ach. 12. Pyxine Fr. Apothecia subscutellaeformia mox nigricantia. Sporae oblongo-ellipsoideae, biloculares fuscae. Spermatia oblonga; sterigmata pauci-articulata. Thal- lus foliaceus, imbricatim lineari-laciniatus, subcartilagineus. — z. B. Pyxine Cocoes (Sw.) Nyl. Farn. III. Umbilicariei. Thallus horizontalis foliaceus coriaceo-cartilagineus, sub- monophyllus, substrato per gomphum affixus. 13. Umbilicaria Hoffm. Apothecia subscutellaeformia denigrata plerum- que demum lirelloso-prolifera. Sporae subellipsoideae, e simplici mox granulosae, rarius dein muriformi-multiloculares, fuscescentes. Spermatia oblonga; sterigmata multi-articulata. — z. B. U. pustulata Hoffm., U. cylindrica Ach. Fam. IV. Peltigerei. Thallus piano -adscendens, frondoso - foliaceus coriaceo- Systematica. 57 membranaceus subtus villosus venis cyphellisve saepius variegatus. Stratum gonimicum in- dolis variae: e gonidiis aut viridibus (solitis) aut caerulescentibus (collogonidiis) constans. 14. Sticta (Scbreb.) Delis., Fr. Apothecia submarginalia elevata subinde nigricantia. Sporae e fusiformi aciculares, bi — quadri — pluriloculares, fuscescentes v. incol. Spermatia oblonga, apice utroque incrassata; sterigmata multiarticulata. Thallus frondoso- foliaceus varie lobatus orbiculatus v. dein protensus coriaceo-cartilagineus, subtus villosus cyphellis maculisve saepius interspersis. Stratum gonimicum e gonidiis solitis aut collogoni- diis constitutum. — z. B. St. silvatica Acb., St. pulmonaria Ach., St. herbacea Acb. 15. NepbromaAch. Apotbecia reniformia thalli lobis productis postice innata margiue subintegro disparente. Sporae subfusiformes , quadriloculares, fuscesccentes. Spermatia oblonga apice utroque incrassata; sterigmata multi-articulata. Thallus frondosus subtus villosus nee venosus. Stratum gonimicum e gonidiis solitis aut collogonidiis consti- tutum. — z. B. N. laevigatum Ach., N. tomentosum (Hoffm.). 16. Peltigera (Willd., Hoffm.) Fee. Apothecia peltaeformia thalli lobulis productis, raro margini, antice adnata margine lacero-crenato. Sporae e fusiformi aciculares, quadri — pluriloculares, demum incol. Thallus frondosus subtus villosus venosusque, Strato corticali ibidem nullo. Stratum gonimicum e gonidiis viridibus aut saepius caerulescentibus (collogonidiis) constans. — z. B. P. canina Hoffm., P. venosa Hoffm. 17. Solorina Ach. Apothecia orbicularia tballo antice innata margine evanido. Sporae ex ellipsoideo fusiformi -oblongae biloculares fuscae. Thallus frondosus subtus villosus venosusque, Strato corticali ibidem interrupto aut nullo. Stratum gonimicum collogonidiis aut viridibus aut caerulesoentibus constitutum. — z. B. S. saccata Ach. Fam. V. Pannariei. Thallus horizontalis , frondoso -foliaceus dein multifidus v. squamulosus coriaeeo-membranaceus, hypothallo pannoso demum evanido. Stratum gonimicum indolis variae, e gonidiis viridibus (solitis) aut saepius caerulescentibus (collogonidiis) constans. 18. Heppia Nag. Apothecia orbicularia in thallo saccato - depressa v. . dein prominula margineque demisso subeineta. Sporae ovoideo - oblongae , simplices incol. Spermatia ellipsoidea; sterigmata simpliciuscula. Thallus frondoso-squamulosus, monophyllus matrici arete adnatus hypothallo obsolescente. Stratum gonimicum e collogonidiis consti- tutum. — z. B. H. Despreauxii Mont. 19. Pannaria Delis. emend. Apothecia subscutellaeformia v. lecanorina v. zeorina v. dein pseudobiatorina. Sporae ovoideo -ellipsoideae v. oblongae, simplices v. rarius bi — quadriloculares v. rarissime muriformi-pluriloculares, fuscescentes aut saepius de- coloratae. Spermatia obloaga; sterigmata multiarticulata. Thallus subfoliaceus e monophyllo laciniato -multifidus squamulosusve, subinde crustaceo-compactus. Stratum gonimicum e gonidiis aut saepius collogonidiis constans. Psoroma Ach.: P. hypnorum (Fr.), P lanuginosa (Ach.). Eupannaria: P. ruUgmosa Ach., P. brunnea (Sw.), P. lepidiota Th. Fr., P. granatina (Sommf.), P. haematopis (Th. Fr.). Endocarpiscum Nyl.: P. Guepini (Delis.). Coccocarpia Nyl.: P. plumbea Ach. Lecothecium Trev.: P. nigra (Huds.), P. Petersii Tuck., P. byssina (Hoffm.). Fam. VI. Collemei. Thallus frondoso-foliaceus v. dein crustaeeo-diminutus, rarius fruticuloso-ascendens v. alectoriiformis , cartilagineo- v. coriaeeo-membranaceus , humidus in plerisque subgelatinosus , hypothallo fere semper obsoleto. Stratum gonimicum plerumque inordinatum dissolutumve, e collogonidiis v. varie dein aggregatis v. saepissime moniliformi- concatenatis et in pulpa mucilaginosa nidulantibus constans. Subfam. 1. Lichinei. Thallus fruticulosus filamentosusve , collogonidiis aut axem demum dissolutum sistentibus aut in Stratum substipatis. Medulla plus minus paren- chymatica. Apothecia globosa varie defornjatave v. pseudo-biatorina. 20. Ephebe Fr., Born. Apothecia sublateralia globosa disco coaretato punetiformi-impresso. Sporae oblongo-ellipsoideae simplices incol. Spermatia oblonga; ste- rigmata subsimplicia. Thallus filamentosus decumbeils ramosus nigricans, collogonidiis ma- 58 Kryptogamen. — Flechten. jusculis axem primitus sistentibus, dein plus minus strati instar inter corticem et cellulas confusas medulläres dispositis. — z. B. E. pubescens Fr. 21. Lieh in a Ag. Mont. Apothecia terminalia globosa disco coaretato punetiformi-impresso. Sporae ellipsoideae simplices incol. Spermatia ellipsoidea; sterigmata simplicia. Thallus fruticulosus cartilagineo-corneus fusco-ater; collogonidiis moniliformi-con- catenatis, Stratum inter corticalem subdistinetum et medullärem sistentibus. - z. B. L. con- finis (Müll.) Ag. Subfam. 2. Eucollemei. Thallus foliaceus macro- v. microphyllinus aut dein crus- taeeo-diminutus, rarissime fruticulosus, collogonidiis v. glomeratis v. in plerisque moniliformi- concatenatis in pulpam homogeneam filamentis medullaribus percursam saepius confluentibus. Medulla in infimis parencliymatica. Apothecia normaliter lecanorina, nonnunquam persi- stenter globosa. 22. Synalissa Fr., Nyl. emend. Apothecia depresso-globosa disco urceo- lato v. dein aperto. Sporae ovaideo-ellipsoideae simplices incol. Spermatia ellipsoidea oblongave aut filiformia arcuata; sterigmata simplicia. Thallus corallino-granulosus rarius fruticulosus, plerumque totus parenehymaticus, collogonidiis v. glomeratis v. dein moniliformi-concatenatis. — z. B. S. symphorea DC; 8. Schaereri (Mass.), S. phylliscina Tuck. , S. lignyota (Wahlb.) (= Pyrenopsis fuligineaj, S. riparia (Arn.). 23. Omphalaria Dur. et Mont. Apothecia subglobosa, thallo plus minus immersa v. verrucarioideo-prominula, rarius dein explicata scutellaeformia. Sporae ellipsoideae simplices incol. Spermatia ellipsoidea aut nunc filiformia arcuata; sterigmata simplicia. Thallus foliaceus v. rarissime fruticuloso-ascendens umbilicato-affixus, collogonidiis plerumque solitariis glomeratisve, nunc moniliformi - concatenatis, filamentis medullaribus saepius conspieuis. — z. B. 0. phyllisca (Wahl., Nyl.) (= Phylliscum endocarpoides) , 0. Girardi Dur. et Mont. 24. Collema (Hoffm.) Fr. Flot. Apothecia scutellaeformia. Sporae ovoideo-ellipsoideae v. simplices v. dein fusiformi-elongatae bi — pluriloculares, v. muriformi- pluriloculares subincol. Spermatia ellipsoidea oblongave; sterigmata plerumque articulata. Thallus foliaceus aut rarissime fruticulosus , Strato corticali plerumque nullo v. indistineto, collogonidiis fere semper moniliformi-concatenatis, filamentis medullaribus conspieuis laxis. Sect. 1. Collemella Tuck. — z. B. %C. cladodes Tuck. Sect. 2. Lathagrium Ach. — z. B. G. myriocoecum (Ach.) Nyl. C. microphyllum Ach., C. verrueiforme Ach., C. nigrescens (Huds.). Sect. 3. Eucollema. — z. B. G. pulposum (Bernh.), C. melaenum Ach., C. fur- vum (Ach.). 25. Leptogium Fr. Nyl. Apothecia subscutellaeformia lecanorina v. pseudo-biatorina. Sporae ovoideo-ellipsoideae v. simplices v. dein fusiformi-elongatae bi — pluriloculares v. saepissime muriformi-pluriloculares subincol. Spermatia oblonga; sterigmata articulata. Thallus foliaceus aut rarius fruticulosus, strato corticali distineto, collogonidiis saepissime moniliformi-concatenatis , filamentis medullaribus conspieuis laxis. Medulla nunc parenehymatica. Sect. 1. Polyschidium 1 ) Ach. z. B. L. muscicola (Sw.) Fr. Sect. 2. Lathagrium Ach. L. albociliatum Desmaz. Sect. 3. Euleptogium. z. B. L. lacerum (Sw.) Fr., L. myochroiim (Ehrh., Schär.) 26. Hydrothyria Russ. Apothecia pseudo-biatorina. Sporae fusiformes quadriloculares incolor. Thallus foliaceus strato corticali distineto, gonimo e collogonidiis moniliformi-subconcatenatis , filamentis medullaribus compactis, subtus venosus. — z. B. H. venosa Russ. Fam. VI. Lecanorei. Thallus crustaceus aut effiguratus aut rarissime papilloso- ramulosus aut uniformis, matrici adnatus, hypothallo diminuto v. minus conspieuo. Subfam. 1. Eulecanorei. Apoth#cia scutellaeformia. 27. Pia codi um (DC) Näg. et Hepp. Apothecia subscutellaeformia leca- ') Diese Schreibweise, sowie diejenige von Lathagrium zu beachten I Systematica. 59 norina v. pseudo-biatorina margine v. proprio v. composito, disco plerumque luteo-aurantiaco. Sporae ellipsoideae polari-biloculares (rarius normaliter biloculares, rarissime simplices) incol. Spermatia oblonga v bacillaria; sterigmata fere semper multi-articulata. Thallus crustaceus aut effiguratus aut rarissime suffruticulosus aut uniformis, saepius flavescens. Sect. 1. Thamnoma Tuck. z. B. P. cladodes Tuck. Sect. 2. Am philo ma Fr. z. B. P. fulgens DC. , P. elegans DC, P. mriabile (Pers.). Sect. 3. Callopisma. z. B. P. vitellinum (Ebrh.), P. rupestre Scop. , P. cinna- barinum (Ach.) , P cerinum Ach. , P. aurantiacum (Lightf.) , P. femigineum (Huds.), P. sinapispermum (DC.) Hepp. 28. Lecanora (Ach.). Apothecia scutellaeformia , margine nunc com- posito. Sporae ex ellipsoideo oblongae simplices, rarissime bi — quadri-loculares v. elongato- fusiformes pluriloculares incol. Spermatia oblonga v. bacillaria v. acicularia arcuata; sterig- mata subsimplicia. Thallus crustaceus, aut effiguratus aut rarissime papilloso-fruticulosus aut uniformis. Sect. 1. Cladodium Tuck. z. B. L. thamnitis Tuck. Sect. 2. Squamaria DC. z. B. L. crassa DC. , L. straminea Wahlb., L. muralis (Schreb.) Sect. 3. Eulecanora. a. Sporae simplices. z. B. L. tartarea Ach., L. subfusca Ach. b. Sporae 2— 4-loculares. z. B. L. athroocarpa Dub. c. Sporae fusiformes, pluriloculares. z. B. L. ventosa Ach. Sect. 4. Aspicilia Mass. z. B. L. calcarea (L.), L. melanaspis (Wahlb.), L. oculata Dicks. Sect. 5. Acarospora Mass. z. B. L. chlorophana (Wahlb.), L. cervina (Pers.) 1 ). 29. Rinodina Mass , Stizb. Apothecia scutellaeformia margine nunc composito rarius biatorina. Sporae ellipsoideae biloculares, rarius dein quadri-plurilocu- lares, fuscae. Spermatia oblonga v. bacillaria; sterigmata subsimplicia. Thallus crustaceus effiguratus aut uniformis. Sect. 1. Dimelaena Norm. z. B. B. oreina (Ach.). Sect. 2. Eurinodina. z. B. B. sophodes (Ach.). Sect. 3. Maronea (Mass.) 2 ). z. B. B. constans (Nyl.). Subfam. 2. Pertusariei Nyl. Apothecia composita difformia. 30. Pertusaria DC. Apothecia globulari-difformia clausa porisque per- tusa hymenia (1—00) nucleiformia includentia aut explanata lecanoroidea. Sporae magnae ellipsoideae simplices v. rarissime biloculares incol. Spermatia acicularia recta; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. P. pertusa Ach., P rhodocarpa Körb. Subfam. 3. Urceolariei. Apothecia plus minus urceolata. 31. Conotrema Tuck. Apothecia urceolata truncato-conoidea, subinde patellato-aperta excipulo proprio atro, thallino tenui evanido. Sporae cylindraceae pluri- loculares incol. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. C. urccolatum Tuck. 32. Dirina Fr. Mass. Apothecia scutellaeformia hypothecio corneo nigro. Sporae fusiformes quadriloculares incol. Spermatia acicularia arcuata; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. D. repanda. 33. Gyalecta (Ach.) Anzi. Apothecia urceolato-biatorina margine sub- crenulato, excipulo proprio colorato (rarius nigro) connivente v. dein explanato, a thallino lecanorino v. incompleto plus minus marginato. Sporae ex ovoideo ellipsoideae fusiformes v. aciculares, bi — quadri — pluriloculares loculis rarius irregulariter v. nunc muriformi - divisis. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. G. lutea Dicks. , G. pineti (Schrad.) , G. corticola Lönnr., G. cupularis Schär., G. rliexoblephara (Nyl.), G. odora (Ach.). 34. Urceolaria (Ach.) Flot. Apothecia urceolato - scutellaeformia , ex- cipulo proprio atro connivente, dein saepius explanato, discum nigrum margine, a thallino *) Umfasst Acarospora glaucocarpa, A. squamulosa (Fr.), A. discrcta id., A. glebosa Körb., Sarco- gyne clavus DC, S. pruinosa Ach. 2 ) Verf. beschreibt die Sporen als biloculare farblose und hält sie für typisch gefärbte. 60 Kryptogamen. — Flechten. lecanorino (rarissime obsoleto) demum discreto, cingente. Sporae ovoideo-ellipsoideae muri- formi-pluriloculares fuscae. Spermatia oblonga v. bacillaria; sterigmata subsimplicia. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. U. scruposa. (Ach.) 35. Thelotrema (Ach.) Eschw. Apothecia urceolata e verrucaeformi scutellato-aperta, disco velato , excipulo proprio varie colorato margine sublacero cum thal- lino concreto. Sporae ex ellipsoideo oblongae, bi — pluriloculares v. demum muriformi-multi- loculares, fuscae v. decoloratae. Spermatia fere incognita. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. Th. lepadinnm Ach. 36. Gyrostomum Fr. Apothecia ex urceolato explanata orbicularia v. elongato-difformia, excipulo proprio atro, margine integro, thallino demum disparente. Sporae ellipsoideae muriformi-plirriloculares fuscescentes. Spermatia haud visa. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. G. scyphuliferim (Ach.) Fr. Appendix. Myriangium Mont. et Berk. Apothecia lecanoroidea multi- locularia, loculo singulo thecam singulam fovente, paraphysibus nullis. Sporae oblongo- ovoideae, submuriformes incol. Thallus frondoso-orbiculatus, friabilis totus cellulosus, ambitu plicato striatus effiguratusve, absque gonidiis. — z. B. M. Duriaei Mont, et Berk. Trib. II. Lecideacei Fr. Apothecia libera rotundata patellaeformia aperta dein et hemisphaerica globosave cephaloidea, excipulo proprio, thallino normaliter nullo. P'am. I. Cladoniei (Zenk., Körb.) Th. Fr. Thallus duplex: horizontalis squamu- losus v. granulosus, nunc evanidus, et verticalis caulescens, dein suffruticulosus (podetia). 37. Stereocaulon Schreb. Apothecia patellaeformia excipulo proprio, dein cephaloidea, solida. Sporae filiformes v. aciculares, 4-pluriloculares, incolor. Spermatia ex oblongo saepius bacillaria v. acicularia; sterigmata simplicia. Thallus fruticulosus erectus solidus. squamulis granulisve in ramulos corallinoideos nunc abeuntibus plus minus vestitus (podetia), horizontali granuloso v. saepius evanido. — z. B. St. paschale Fr. 38. Pilophorus Th. Fr. Apothecia cephaloidea solida. Sporae ellip- soideae simplices incolor. Spermatia bacillaria, sterigmata subsimplicia. Thallus verticali3 subsimplex, primitus solidus granulatus (podetia), horizontali granuloso-squamuloso. — z. B. P. acicularis (Ach.) Tuck. 39. Cladonia Hoffm. Apothecia patellaeformia excipulo proprio, mox cephaloidea subinania. Sporae ovoideo- oblongae simplices incol. Spermatia bacillaria; sterigmata simpliciuscula. Thallus horizontalis squamuloso- foliaceus aut crustaceus, verti- calem fistulosum subsimplicem aut fruticuloso - ramosum subinde granuloso - squamulosum (podetia) proferens. — z. B. C. papillär ia (Ehrh.), C. alcicornis Fr., C. pyxidata Fr., C. vermicularis Ach., C. furcata Flor., C. rangiferina HofFm., C. cornucopioides Fr. Fam. IL Coenogoniei. Thallus horizontalis, conferveo-filamentosus. 40. Coenogonium Ehrb. Apothecia patellaeformia excipulo proprio pallido. Sporae ex ellipsoideo subfusiformes , saepius biloculares incol. Spermatia fusi- formia; sterigmata simplicia. Thallus e filamentis articulatis in telam subdeterminatam viridulam intertextis. — z. B. G. Linkii Ehrb. Fam. III. Lecideei. Thallus crustaceus aut effiguratus aut rarissime papilloso- ramulosus suifruticulosusve aut uniformis, matrici adnatus. Subfam. 1. Baeomycei Fee. Apothecia substipitata. 41. Baeomyces Pers. DC. Nyl. Sporae ex ellipsoideo subfusiformes e simplici nunc bi— quadriloculares incol. Spermatia oblonga; sterigmata multiarticulata. Thal- lus horizontalis crustaceus effiguratus aut uniformis. — z. B. B. roseus Pers., B. aeruginosus Scop., B. placophyllus Fr. Subfam. 2. Biatorei. Apothecia subsessilia excipulo disco pallidiori. 42. Biatora Fr. Apothecia excipulo ceraceo colorato. Sporae ex ellipsoideo simplici oblongae bi— quadriloculares v. fusiformes v. aciculares dein pluriloculares incol. Spermatia (q. obs.) ex oblongo bacillaria; sterigmata subsimplicia. Thallus crustaceus effiguratus aut uniformis. Systemati ca. Q\ Sect. 1. Psora Hoffm. z. B. L. ostreata Hoffm. Sect. 2. Eubiatora. a. Sporae simplices. z. B. B. coarctata (Ach.), B. vemalis Fr., JB. uliginosa (Schrad.), B. quemea (Dicks.), B. castanea Hepp. b. Sporae 2-loculares. z. B. B. cyrtella Ach., B. cumulata (Sommf.) , B. erysibe Fr., B. mixta Fr. c. Sporae fusiformes 4— pluriloculares. z. B. B. sphaeroides Sommerf., B. hypno- phila Turn. d. Sporae aciculares pluriloculares. z. B. B. rubella Fr. 1 ). e. Thecae polysporae. Biatorella De N. z. B. B. campestris Fr., B. fossarum (Duf.), B. geophana Nyl., B. resinae Fr. 43. Heterothecium Flot. emend. Apothecia excipulo proprio margine subincrassato subinde lecanoroideo. Sporae plerumque inagnae ex ellipsoideo oblongae v. simplices v. bi— pluriloculares v. muriformi-multiloculares subincol. v. fuscescentes. Spermatia (q. obs.) ellipsoidea v. oblonga; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. H. sangumarium (L., Flot.) Tuck., H. tuberculosum (Fee) Flot., H. pezizoideum (Ach.) Flot. Subfam. 3. Eulecideei. Apothecia subsessilia excipulo atro. 44. Lecidea (Ach.) Fr. emend. Apothecia excipulo carbonaceo. Sporae ex ellipsoideo fusiformes v. dein aciculares, e simplici rarius bi—quadri— pluriloculares incol. Spermatia ex oblongo bacillaria v. filiformia; sterigmata subsimplicia. Thallus crustaceus effiguratus aut uniformis. Sect. 1. Thalloedema Mass. z. B. L. vesicidaris (Hoffm.). Sect. "2. Eulecidea. a. Sporae simplices. L. contigua Fr., L. enteroleuca Fr., L. vitellinaria Nyl., L. turgidula Fr., L. Diapensiae Tb. Fr., L. atrobrunnea (DC), L. fasco-atra (Ach.). b. Sporae bi — pluriloculares (Toninia Mass.). L. acclinis Flot., L. caudata Nyl., L. squalida, L. grossa Pers. c. Thecae polysporae. Sporastatia Mass. L. morio (DC). 45. Buellia De Not. emend. Sporae ex ellipsoideo oblongae, e simplici bi — quadri-loculares v. demum muriformi-multiloculares fuscescentes. Spermatia oblonga v. bacillaiia; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus effiguratus aut uniformis. Sect. 1. Catolechia Flot. z. B. B. epigaea Pers., B. badia (Fr.), B. pidchella (Schrad.), B. scabrosa (Ach.). Sect. 2. Eu buellia. z. B. B. parasema (Ach.), B. parasitica (Flor.), B. alboatra (Hoffm.), B. atroalba (Flot.). Sect. 3. Rhizocarpon. z. B. B. petraea (Flot.), B. geographica (L.). Trib. III. Graphidacei Eschw., Nyl. Apothecia difformia saepius elongata (lirellaeformia) excipulo proprio, aliquando in- distincto. Farn. I. Lecanactidei Stizb. salt. pr. p. Apothecia subrotundo- difformia rarius elongata, marginata. 46. Lecanactis (Eschw.) Körb., emend. Apothecia rotundata rarius oblonga, excipulo proprio integre nigro. Sporae e dactyloideo fusiformi- oblongae, quadri — pluriloculares incoloratae. Spermatia oblonga v. bacillaria, sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. L. abietina (Ach.). 47. Platygrapha Nyl. Apothecia rotundata oblongaque, excipulo proprio margine plerumque occulto v. obsoleto, accessorio thallode coronato. Sporae ex oblongo fusiformes quadri— pluriloculares incol. Spermatia oblonga v. bacillaria; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. P. periclea Nyl. 48. Melaspilea Nyl. Apothecia rotundata v. oblonga opegraphoidea excipulo proprio nigro. Sporae obtuse ellipsoideae v. soleaeformes, biloculares fuscescentes ') Umfasst als Varietäteil [!j spadicea (Ach.), snffusa Fr., Schweinitzii Tuck., incompta Ny). f. min- corum, f. atrogrisea (Del.), hmvdatu Fr., arreutina (Ach.) uebeneinander. g2 Kryptogamen. - Flechten. v. subincol. Spermatia oblonga; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis aut sae- pius obsoletus. — z. B. M. arthonioides (Fee) Nyl. Farn. II. Gpegraphei Stizb. Apothecia lirellaef ormia , rarissime rotundato-difformia. 49. Opegrapba (Humb.) Ach., Nyl. Apothecia lirellaeformia (rarius rotundata) subsimplicia, plerumque superficialia, excipulo proprio fere semper integre nigro. Sporae parvulae ex ellipsoideo dactyloideae v. saepius fusiformes, bi — quadri— pluriloculares, fuscescentes v. decolor. Spermatia oblonga v. bacillaria; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis v. saepe hypophloeodes. — z. B. 0. varia (Pers.). 0. atra (Pers.), 0. viridis Pers. 50. Xylographa. Fr., Nyl. Apothecia ex angulato-patellaeformi sae- pius lirellaeformia, excipulo proprio ceraceo. Sporae ellipsoideae simplices decolor. Sper- matia acicularia; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis aut obsoletus. — z. B. X. parallela Nyl., X. opegraphella Nyl. 51. Graphis Ach., Nyl. Apothecia lirellaeformia subramosa v. rarissime rotundato-difformia, plerumque innata, excipulo proprio v. colorato v. nigro basi saepius incol. , a thallino thallodeve fere semper coronato. Sporae ex ellipsoideo oblongae v. eru- caeformes, quadri— pluriloculares v. muriformi-multiloculares, fuscescentes v. decolor. Sper- matia (q. cogn.) oblonga v. bacillaria, sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. G. scripta Ach. Farn. III. Glyphidei (Fr.) Mont. Apothecia plura in stromate thallode verrucae- formi collecta. 52. Chiodecton Ach. Apothecia rotundato-difformia oblongave, plano- convexa, immarginata, hypothecio nigricante suffulta, in stromate albo immersa. Sporae fusiformes v. nunc oblongo-ovoideae, quadri— pluriloculares, rarissime muriformi-multiloculares, fere semper incolor. Spermatia acicularia; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis. — z. B. Ch. rubro-cinctum Nyl. 53. Glyphis Ach., Mont., Nyl. Apothecia rotundata v. oblonga concava nigra in stromate albo conferta. Sporae ex ellipsoideo oblongae erucaeformesque, e quadri- pluriloculares fuscescentes v. incol. Spermatia haud visa. Thallus crustaceus, uniformis. — z. B. G. Achariana Tuck. Farn. IV. Arthoniei Körb. Apothecia difformia immarginata stromatoideo- subconfluentia. 54. Arthonia Ach., Nyl. Apothecia rotundata oblongave, margine accessorio thallode nunc instructa, proprio destituta, plus minus aggregata v. dein in pseudo- stroma difforme v. rotundatum v. stellatum confiuentia. Sporae (in thecis plerumque abbre- viatis pyriformibus) oblongo-ovoideae (nymphaeformes) v. oblongae v. rarissime fusiformes, 2— 4-pluriloculares, demum et muriformi-multiloculares, fuscescentes v. decolor. Spermatia oblonga v. bacillaria v. acicularia; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus uniformis aut hypophloeodes. — z. B. A. cinnabarina (DC.) , A. impolita (Ehrh.) , A. lurida Ach., A. astroidea (Ach.), A. varians Dav., A. spectabilis Flot. 55. Mycoporum (Flot.) Nyl. Apothecia subcomposita, pseudostromate difformi nigro hymenia (1— plura) fovente. Sporae (in thecis abbreviatis subpyriformibus) oblongo-ovoideae v. oblongae, bi — quadriloculares. v. dein muriformi-multiloculares fusces- centes v. decolor. Spermatia haud visa. Thallus crustaceus uniformis v. hypophloeodes. — z. B. M. pycnocarpum Nyl. Appendix. Agyrium (Fr.) Nyl. Apothecia rotundata v. oblonga, homo- genea ceracea immarginata. Sporae (in thecis clavatis) ellipsoideae simplices subincol. Spermatia haud cognita. Thallus „parum vel vix visibilis". — z. B. A. ruf um (Pers.) Fr. Trib. IV. Caliciacei. Apothecia turbinato-lentiformia (crateriformia) globosave excipulo proprio v. nudo, saepius stipitato, v. a thallino accessorio recepto, capitulum discoideum e sporis nudis coacer- vatis compactum submarginante. Systematica. gg Fam. I. Sphaerophorei. Thallus verticalis fruticulosus. * Siphula Fr. Apotbecia ignota. Spermatia „linearia". Thallus fruticulosus teretiusculus parce ramosus, basi quasi radicatus, intus stuppeus. — z. B. S. ceratites (Wablb.) Fr. 56. Sphaeropborus Pers. Apothecia globosa excipulo proprio (hypo- tbecio) mere infero thallino ex apicibus ramorum intumescentibus formato incluso. Sporae e tbecis cylindraceis mox ejectae, spbaericae simplices violaceo-nigricantes. Spermatia ellip- soidea oblongave; sterigmata simplicia. Thallus fruticulosus erectus iutus stuppeus. — z. B. S. fragilis (L.). 57. Acroscyphus Lev., Mont. Apothecia crateriformia excipulo proprio nigro thallino clavato, ex apicibus ramorum intumescentibus formato recepto. Sporae e thecis cylindraceis mox ejectae obtusissime ellipsoideae medio constrictae biloculaies iüscae. Spermatia oblonga; sterigmata articulata. Thallus fruticulosus erectus solidus, medulla pri- mitus flavescente, dein chondroideo-cartilaginea. — z. B. A. sphaerophoroides Lev. Fam. II. Caliciei. Thallus crustaceus, aut effiguratus aut uniformis. 58. Acolium (Fee) De Not. Apothecia crateriformia, rarius urceolifor- mia sessilia, excipulo proprio nigro v. nudo v. a thallino accessorio marginato. Sporae e thecis cylindraceis mox ejectae, spbaericae ellipsoideaeve v. simplices v. bi — quadriloculares v. dein muriformi-pluriloculares, fuscescentcs. Spermatia ellipsoidea oblongave, rarius bacil- laria v. acicularia; sterigmata simpliciuscula. Thallus crustaceus uniformis v. subsquamu- losus v. rarissime effiguratus v. in parasiticis nullus. — z. B. A. tigillare (Ach.), A. tympa- nellum (Ach.). 59. Calicium Pers., Ach., Fr. Apothecia turbinato-lentiformia stipitata excipulo proprio fusconigro v. atro marginata. Sporae e thecis cylindraceis mox ejectae, sphaericae ellipsoideae oblongaeve, simplices v. bi- rarissime quadriloculares, fuscescentes. Spermatia ellipsoidea oblongave, rarius acicularia : sterigmata subsimplicia. Thallus crustaceus uniformis, rarius subsquamulosus obsoletusve v. in parasiticis nullus. Sect. 1. Cyphelium DeN. z. B. C. chrysocephalum (Turn.). Sect. 2. Calicium DeN. z. B. C. hyperellum Ach. Sect. 3. Sphinctrina DeN. z. B. C. tiirbinatum Pers. 60. Coniocybe Ach. Apothecia globosa stipitata excipuli propra colo- rati margine subevanido. Sporae e thecis cylindraceis mox ejectae sphaericae simplices subincol. Spermatia ignota. Thallus crustaceus uniformis lepfosus v. obsoletus. — z. B. C. furfuracea (L.). Trib. V. Verucariacei (Fr. 1821, Fee) Stizb. Apothecia globosa apice poro pertusa, excipulo exteriori proprio (perithecio) nucleum gelatinosum interiori plus minus distincto (amphithecio) inclusum tegente. Fam. I. Endocarpei Tb. Fr. Thallus foliaceus v. squamaeformis. 61. Endocarpon Hedw., Fr. Apothecia thallo immersa, perithecio dimi- nuto, amphithecio pallido v. demum nigricaute, paraphysibus mucilaginoso-diffluxis. Sporae ovoideae, ellipsoideae v. oblongae, simplices v. nunc bi — quadriloculares v. muriformi-multi- loculares. fuscescentes v. decolor. Spermatia ellipsoidea oblongave; sterigmata aut simplicia aut multiarticulata. Thallus foliaceus squ»mulosusve , dein crustoso - diminutus. — z. B. E. miniatum (L.), E. rufeseens Ach., E. hepaticum Ach., E. cinereum (Pers.). 62. Normandina Nyl. Apothecia verrucis thallinis immersa, perithecio deminuto, amphithecio nigro, paraphysibus obsoletis. Sporae oblongo-cylindraceae, 8-loculares incol. Spermatia ignota. Thallus squamaeformis monophyllus. — z. B. N. Junyermanniae (Del.). Fam. II. Verrucariei. Thallus crustaceus. Subfam. 1. Segestriei. Apothecia solitaria perithecio colorato. 63. Sege Stria Fr. Apothecia in verrucis thalünis immersa, perithecio colorato, amphithecio pallido v. dein nigricante, paraphysibus capillaribus. Sporae ex ellip- soideo oblongae v. fusiformes, e simplici bi— quadri— pluriloculares v. dein muriformi-multi- 64 Kryptogamen. — Flechten. loculares incolor. Spermatia (q. obs.) oblonga v. acicularia; sterigmata simpbxia. Thallus rustaceus effiguratus aut uniformis. — z. B. S. lectissima Fr. 64. Staurothele Norm. Apothecia verrucis thallinis immersa, peri- thecio nigricante, amphithecio pallido, paraphysibus diffluxis. Sporae ellipsoideae muriformi- multiloculares, fuscescentes. Spermatia ignota. Thallus crustaceus effiguratus v. uniformis. — z. B. St. umbrina (Wablb.). Subfam. 2. Trypetheliei. Apothecia plura in stromate verrucaeformi collecta. 65. Trypethelium Spreng., Ach., Nyl. Apothecia (1—00) stromate verrucaeformi immersa, perithecio diminuto nigricante, amphithecio nigro, paraphysibus capillaribus. Sporae ex ellipsoideo oblongae, quadri— pluriloculares (v. dein muriformi-multi- loculares) fuscescentes v. subincol. Spermatia ignota. Thallus hypophloeodes v. obsoletus. — z. B. T. virens Tuck. Subfam. 3. Pyrenulei. Apothecia solitaria v. nunc confluentia, perithecio atro. 66. Sagedia (Mass.) Körb., emend. Apothecia innato-superficialia peri- thecio distincto atro, amphithecio pallido v. dein nigricante, paraphysibus capillaribus v. nunc diffluxis. Sporae e cymbiformi fusiformes v. clavatae, dein aciculares, quadri — pluri- loculares incol. Spermatia ignota. Thallus crustaceus uniformis evanidusve. — z. B. S. chlorotica (Ach.), S. oxyspora (Nyl.). 67. Verrucaria Pers. emend. Apothecia innato-prominula, amphithecio pallido v. dein nigricante, paraphysibus tenuibus plerumque indistinctis v. diffluxis. Sporae ovoideo-ellipsoideae, e simplici bi — quadriloculares v. demum muriformi-multiloculares, sub- incol. Spermatia (q. obs.) acicularia; sterigmata simplicia. Thallus crustaceus subtartareus uniformis, rarius areolato-squamulosus. Sect. 1. Sporae simplices. z. B. V. epigaea (Pers.) Ach., V. nigrcscens Pers., V. Hawaiis Ach., V. tartaricola Linds. Sect. 2. Sporae bi — quadri — pluriloculares. z. B. V. pyrenophora Ach., Nyl. Sect. 3. Sporae muriformi-multiloculares. z. B. V. terrestris (Th. Fr.). 68. Pyrenula (Ach.) Näg. et Hepp emend. Apothecia emerso-denudata, perithecio atro, amphithecio pallido v. dein nigricante, paraphysibus capillaribus nunc diffluxis. Sporae ex ellipsoideo oblongae, bi — quadri — pluriloculares, demum et muriformi- multiloculares, fuscescentes v. decolor. Spermatia oblonga bacillaria v. acicularia; sterigmata simplicia. Thallus hypophloeodes obsolescens, rarius epiphloeodes. Sect. 1. Sporae decoloratae exceptis [!] P.pygmaea (Körb.) et P. thelena (Ach.). — z. B. P. punctiformis (Ach.), P. quinqueseptata (Nyl.), P. gemmata (Ach.) Näg. Sect. 2. Sporae coloratae. z. B. P. glabrata (Ach.), P. nitida Ach., P. ladea (Mass.). 69. Pyrenastrum Eschw. Apothecia emerso-denudata turbinata, pluri- bus saepius in ostiolum commune pallidum desinentibus , perithecio conico - elongato obliquo atro, amphithecio nigricante, paraphysibus capillaribus. Sporae ex ellipsoideo oblongae, muriformi-multiloculares, fuscescentes. Spermatia ignota. Thallus hypophloeodes. — z. B. P. astroideum (Fee) Eschw. 70. Strigula Fr. Apothecia prominula depresso-globosa, perithecio atro amphithecio incol. v. dein nigricante, paraphysibus capillaribus. Sporae oblongo-ovoideae v. oblongae, e simplici bi — quadriloculares incol. Spermatia oblonga; sterigmata simplicia. Thallus hypophloeodes epiphyllus, in crustam teifuem suhinde effiguratam demum confluens. — z. B. 8. complanata (Fee, Mont.) Nyl. Ein Blick auf dieses in mancher Hinsicht eigenthümliche System wird auch dem Leser wieder sagen, dass es leichter ist, ein System aufzustellen, als es zu begründen. Forscher nämlich, welche sich ein mehr oder weniger langes Leben hindurch, mehr oder weniger tief eindringend mit der Natur, mit ihren einzelnen Abschnitten beschäftigten, er- langen oft eine staunenerregende Fertigkeit, natürliche Gruppen als Gattungen, Familien u. s. w. zu schaffen, allein sie ringen vergeblich nach dem Ausdrucke ihrer Anschauungen, die mehr gefühlt als gedacht sind, für welche erst spätere Wissenschaft die wissenschaftlich befriedigende Begründung, die Diagnose, liefert. Ein mehr oder weniger feines Gefühl Systematica. 65 leitete bisher alle Systematiker unter den Lichenologen. Allerdings können wir mit T. darin einstimmen, dass Fries in der Einsicht der Flechtenwelt in ihren Grundzügen bis jetzt unerreicht dasteht, dass alle späteren systematischen Bestrebungen immer nur Variationen jener Grundansichten sind. Ref. ist überzeugt, dass spätere Wissenschaft einst befriedigende Gründe für alle jene auf das Gefühl hin mehr oder weniger allgemein angenommene Flechten- gruppen schaffen wird. Höchst unvollkommen sind dieselben bisher bei den meisten Systematikern zu finden, und auch Verf. hat mauche neue natürliche Gruppen auf- gestellt, ohne sie aber in befriedigender Weise erklären zu können, Gruppen, die nicht selten mit denen des neuen Systemes von Th. Fries im Allgemeinen zusammenfallen, welche aber dort auch begründet wurden. Auffallen muss es, dass Verf. sich einer Richtung so sehr verschliesst , wie solche in neuester Zeit von Th. Fries eingeschlagen ist. Er nahm, Nylander folgend, welcher mit Schwendener unzweifelhaft die Basis für das neueste System von Th. Fries bereiten half, den anatomischen Bau als differentiellen Charakter bei dfer Sonderung einzelner kleiner oder grosser Gruppen an, warum ging er nicht weiter? Oder glaubt sich Verf. wirklich von dem, was die Natur dem unbewaffneten Auge im Habitus spricht, befriedigt? Er ringt vergeblich darnach, der Gattung Siphula, um nur dieses eine Beispiel herauszugreifen, in seinem Systeme eine natürliche Stelle zu geben, und geräth mit ihr, abweichend von allen Autoren, zu den Caliciacei, während ihn anatomische Unter- suchung auf einen besseren Weg geführt haben würde. Wir führen dieses Beispiel auch gerade desshalb an, um darauf hinzuweisen, dass diese Anschauungsweise der Natur mehr oder weniger nur eine subjeetive, persönliche bleiben muss. Stizenberger brachte mit besserem Gefühle Siphula in die Nähe von Eoecella, wofür Th. Fries die Begründung liefern wird i ). Wie der anatomische Bau den äusseren Habitus veranlasst und beeinflusst und schon deshalb einem tiefen Studium zu unterziehen ist, um in dem Baue für das Wesen des Habitus die Gründe zu entdecken, so sind wir gar bei den zahlreichen niederen Flechten auf das micro- scopische Studium ausschliesslich angewiesen, äusserer Habitus und innerer elementarer Bau gehen hier für das beschränkte menschliche Auge in einander über. W r ie oft liegt in der Natur, nicht blos in der Flechtenwelt, eine Gestalt unklar im Habitus ausgedrückt vor, die uns in ihrem elementaren Baue so deutlich ist. Alle solche Erwägungen, vor Allem aber die Nothwendigkeit , welche auch an den Verf. herantrat, den anatomischen Bau in systematischer Hinsicht zu verwertheu , also eigentlich inconsequent zu handeln, hätten ihn dazu führen müssen, dieses Verfahren weiter auszudehnen, consequent zu handeln. Er würde dann vor Th. Fries Gruppen, die man bisher als zusammengehörende, natürliche ahnte, durch den Ausdruck ihres Wesens, entnommen dem anatomischen Baue, auch begründet haben. In Wahrheit ist Verf., mag er uns noch so bestimmt widersprechen, einer der Vorläufer der neuesten Ansichten von Th. Fries. Schon dies stellt ihm das glänzendste Zeugniss für sein alle bisherigen Systematiker übertreffendes feines Gefühl aus. Wenn Verf. in der Betonung der Bedeutung des Habitus fast in das Extrem gerieth, so wollte er wohl eigentlich, wie Ref. ihn recht zu verstehen glaubt, sich auflehnen gegen das herrschende Verfahren der Gegenwart, welche das Studium der Sporen und der Spermatien ausschliesslich befriedigt, so dass sie das Studium des Habitus, oder vielmehr ein vergleichendes Studium dieses und des anatomischen Baues vernachlässigen zu können glaubt. Nicht die Sprache möchte die Fachgenossen von dem Studium dieses Werkes abhalten, sondern eben dieses ablehnende Verhalten des Verf. gegenüber der herrschenden Sitte der Gegenwart. Wer unter den Fach- genossen ausser dem Einsammeln und Bestimmen der Lichenen auch über das lichenische Wesen in seinen so mannichfaltigen Aeusserungen nachzudenken liebt, der wird diese meisterhafte Darstellung von Betrachtungen über diesen Gegenstand als einen gerade in der Gegenwart erquickenden Genuss verfolgen, eine Darstellung, welche durch umfassende Kenntniss der Flechtenwelt, bewunderungswürdige Belesenheit in der Literatur wesentlich unterstützt wird. Obgleich Verf. es besonders ausspricht, dass die Lichenen sich nach 2 Apothecien- typen sondern, wie diese Dualität im Systeme von E. Fries auch ausgedrückt ist, so unter- lässt er es doch, hierin seinem Vorbilde zu folgen, trotzdem aber stellt er die 5 jenem J ) Eigentlich yon dem Bef. schon geliefert, s. Jahresber. II, S. 117. Botanischer Jahresbericht III. 66 Kryptogamen. — Flechten. Systeme entlehnten Tribus als coordinirte hin. Auch Verf. hielt zähe fest, wie alle Licheno- logen bisher, an der scharfen Sonderung dieser beiden Typen, ohne sie gleichfalls in einer die Ansprüche der Gegenwart befriedigenden Weise begründen zu können. Die Unter- scheidung des discoiden Apothecium in das lecanorine und das lecideine ist auf den Habitus begründet. Wenn auch das Vorhandensein von Gonidien oder deren Fehlen als die Basis dieser Typen bei dem Verf. nicht ganz iu den Hintergrund tritt, so macht er doch nicht weitere Anwendung von diesen Momenten als Nylander. Wir können uns nicht des Ge- dankens erwehren, dass Verf. sich hier ebenso benimmt, wie jene anderen, die das „ist" an- nehmen, aber das „weil" vergessen. Verf. sieht in den 5 Tribus so scharf gesonderte Typen und dazu von so hoher morphologischer Bedeutung, dass das Ganze des Habitus für ihn mehr in den Hintergrund tritt. Allein nicht blos die Versuchung, Lecanoracei und Lecideacei zu vereinigen, trat nicht an den Verf., wie an Th. Fries, heran, er vermochte auch nicht den Graph ideen-Tji)ns, wie Th. Fries, zu begründen, denn erst auf der Basis des Begriffes Sclerolichen gewinnt die Gestalt des Apothecium dieser Flechtenreihe ihre Stellung. Die Gestalt dieser Apothecien nämlich, besonders von Arthonia- und Melaspilea-Arten u. a. m., finden wir auch unter den Lecideacei. Eine gewisse Iuconsequenz liegt auch schon in der Bezeichnung der I, II und V Tribus. Und hätte sich Verf. entschliessen können zur Unterordnung des Graphideen-Typiis unter einen höheren, so würde sich eine weniger künstliche, an diejenige von Th. Fries in Heterolich. sich anschliessende, Eintheilung gefunden haben. Da dem Verf. nicht ausgedehnte anatomische Untersuchungen, um über das Verhältniss von Lecania und Haematomma zu Lecanora, von Blastenia zu Callopisma, dieses letzteren zu Lecanora zu entscheiden, zur Seite standen, so liess er sich durch den Habitus und den Bau der Sporen zur Beibehaltung solcher Gattungen, wie Placodium Näg. et Hepp, verleiten. Allein die vorwiegende Berück- sichtigung des Habitus der Apothecien brachte den Verf. zu noch viel mehr sonderbaren An- schauungen. Er vereinigt Gattungen wie Urceolaria, Conotrema, Thelotrema, Gyalecta nicht blos, sondern er subordinirt diese Gruppe den Parmeliacei, nicht aber als eine selbst- ständige Familie, was diesen Schritt weniger bedenklich erscheinen lassen würde, sondern als Unterfamilie der Lecanorei. Hätte Verf. in dieser sich an die Urceolariacei Mass. an- lehnenden Gruppe die Antwort auf den Ausdruck für das diesen Formen innewohnende gemein- same Wesen in der anatomischen Prüfung des Thallusbaues, oder gar noch der Entwickelungs- geschichte des Apothecium gesucht, so würde sich ihm eine andere höchst natürliche Stellung dieser Gruppe ergeben haben. Auf die Effecte, welche die Sonderung und Einreihung aller solcher ihrem Wesen nach unbekannten Formen, denen der Habitus den Stempel der Zu- sammenhörigkeit aufdrückt, nach seinem Principe hervorbringen würde, bauete jedenfalls Th. Fries mit Recht seine Hoffnungen, als er das Urtheil über sein neues System bis zu dessen Vollendung aufzuschieben ersuchte. Sonderbarer Weise hat die Natur zu dem der Anschauung und den Principien von Th. Fries abholden Verf. bei der Begrenzung und Einordnung gewisser Gruppen seines Systemes viel deutlicher gesprochen, als zu den übrigen, es sind gerade diejenigen Punkte, in denen er als Vorläufer der neuen von Th. Fries durchgeführten Principien erscheint. Am besten documentirt sich dies an der Stellung der Collemacei. Verf., diese Pflanzen als Lichenen betrachtend musste, da er an den Grundzügen des Systemes von E. Fries zähe festhielt, sie in einer der Tribus desselben unterbringen , und er wählte für diese den lecanorinen, leeideiuen und sogar pyrenocarpen Typus besitzende Flechtenreihe die Parme- liacei. entgegen allen Systematikern, welche für diese seit Alters her als eigenthüinlich erkannten Lichenen eine abgesonderte Stellung schaffen zu müssen geglaubt hatten. Allein das feine Gefühl machte diesen Schritt, den er der Verehrung seines Vorbildes verdankte, wieder gut durch die Aneinanderordnung der Peltigerei, Pannariei und Uullemei, welche, natürlich mit mehreren Ausnahmen, im Allgemeinen dem Begriffe der Phycolichenes Th. Fries entsprechen. Mit gleich sicherem Gefühle gruppirte Verf. seine Gattung Pannaria, welche in Hinsicht auf das morphologische Moment, wie es die Gestalt des Lagers bietet, hingegen mehr eine Familie oder Series zu nennen ist als eine Gattung, da sie fast alle Typen der Lagerform, welche bei der Sonderung anderer Gruppen als Familien Kriterien abgeben, Systematica. ß7 umfasst. Diesen mit Glück ausgeführten Gruppirungen ist an die Seite zu stellen die Sonderung der Gattungen Verrucaria, Sagedia und Pyrenula im Sinne des Verf. Es ist zwar nicht zu verkennen, dass den Verf. hierbei die Befolgung seines Principes in Betreff der systematischen Bedeutung der Sporencharaktere zu solcher Trennung veranlasste, allein beachtet man die beiden gleichgrossen Gruppen von Pyrenula, von denen die eine entfärbte, die andere gefärbte Sporen besitzt, während die Diagnose der Gattung typisch gefärbte Sporen anzeigt, so will es doch scheinen, als ob ein allen diesen gemeinsames Wesen zu dem Verf. deutlicher für die Zusammenhörigkeit sprach, als bisher zu den übrigen Lichenologen, wodurch er getrieben wurde, die Verbindung zwischen Pyrenula Körb. Syst. und Artho- pyrenia Mass. mittelst Microthelia herzustellen. Bei alledem erscheint das Verfahren will- kürlich und inconsequent , da ein alle diese Formen als zusammengehörige definirender Charakter, wie er in dem Begriffe des Scleroliclien liegt, nicht gegeben wird. Eben so treffend ist die Vereinigung von Leptorrhaphis mit Sagedia. Somit ist die Unterfamilie der Pyrenulei eine dem Wesen nach sehr natürliche, welche nur die zwar in sich höchst glücklich griip- pirte Gattung Verrucaria stört. Was die Bedeutung der Lagerform betrifft, so zieht sich durch das ganze System der Gedanke hindurch, dass der blattartige Thallus einer Parmelia, Sticta u. s. w. die höchst entwickelte Form darstellt, eine Anschauung, welche bereits E. Fries und Nylander hegten. Auch Verf. fasst diese Form als ein Centrum auf, um welches sich die anderen gruppiren, daher hebt jede Tribus an mit dem staudigen Thallus, um alle Variationen des blattartigen Lagers durchlaufend mit dem krustigen Thallus zu schliessen. Durch dieses abwechselnde Steigen und Fallen entsteht jene Art von System, wie sie Müller Arg. als das wahre Ideal hinstellt. Auch dies muss zu den Vorzügen des Tuckerman'scheu Systemes gezählt werden. Auffallend ist es, dass dem tiefblickenden Forscher jene grosse Kluft unbeachtet blieb, welche er dadurch hervorrief, dass er den placodinen Lagertypus nicht als ein natürliches Mittel- glied zwischen dem blattartigen und dem krustigen Thallus ansah, ihn daher nicht als ein generisches Kriterium erachtete, sondern die betreffenden Formen mit in anderer Hinsicht als verwandt betrachteten, wie in den Gattungen Pannaria, Placodium, Lecanora, Binodina, Lecidea, Buellia, vereinigte. Während Verf. in mehreren Gattungen nur Formen mit gleichem Thallustypus vereinigt, stellt er wieder andere auf, in denen mehrere, ja alle Typen in ver- schiedenen Variationen vertreten sind, wie Synalissa, Placodium, Lecanora und Pannaria, welche letztere aus diesem Grunde und wegen der verschiedenen in ihr vertretenen Gonidien- typen, wie bereits gesagt, eher einen Familien- als einen Gattungscharakter erhält. Die Trennung der Gattungen Synalissa, Omphalaria, Collema, Leptogium und Hydrothyra lediglich auf die Art der Anheftung des Lagers hin, so dass Omphalaria allein den anderen gegenüber als Vertreter der per gomphum angehefteten Collemacei zu betrachten wäre, erregt hier noch mehr Bedenken als in anderen Gebieten des Plechtenreiches. Gerade hier, wie auch bei den Verrucariacei, zeigt es sich, dass dieser Unterschied ein höchst relativer, abhängig von der die untere Lagerfläche an Ausdehnung übertreffenden oberen ist. Und auch mehrere unter Lecanora, Placodium und Synalissa begriffene Arten besitzen in Wahrheit eine analoge Anheftungsweise. Gleichsam als einen Uebergang in unserer Betrachtung der Durchführung der beiden Grundsätze des Verf. von dem ersten zu dem zweiten, auf die Anwesenheit oder Abwesen- heit der Farbe in den Sporenmembranen basirten, wollen wir die systematische Bedeutung, welche der Verf., auch hierin mit vielen Anderen E. Fries folgend, dem Auftreten von Farb- stoff in dem Excipulum und dem Perithecium in den verschiedenen Mengeverhältnissen und den von diesen abhängigen Consistenzabstufungen unterlegte, einer Kritik unterziehen. Verf. blieb der alten Anschauung, welche jene Eigenthümlichkeiten als generische Kriterien hin- stellt, treu, während Tb. Fries sich endlich, Nylander folgend, zu dem Aufgeben jener An- sicht entschloss. Um die Unnahbarkeit dieses Kriteriums zu erweisen, wollen wir uns damit begnügen, dass wir auf die Vergleichung von Lecidea und Biatora hinweisen, in denen wir Formen sehen, welche bei anderen Forschern, die der gleichen Ansicht huldigen, bald zu Lecidea, bald zu Biatora sich versetzt finden. Allerdings sind die Schwankungen dieses generischen Kriteriums dem Verf. nicht entgangen; dass er nun diese Gattungen beibehielt, erblicken wir als die Folge eines Eindruckes auf ihn, wie solchen wohl in den Gattungen 5* 68 Kryptogamen. — Flechten. Leeidea, Biatora, Heterothecium und Buellia vorgeführte Formenreilien mit ihren ent- sprechenden aequivalenten Gliedern hervorzurufen vermögen. Verf. sah in solchen Er- scheinungen, welche gerade unter den Flechten sich von verschiedenen Gesichtspunkten aus reihenweise vereinigen lassen, den Ausdruck natürlicher Verwandtschaft, den die Natur selbst giebt. Allein in Wahrheit bleibt dieses Verfahren des Verf. ein willkürliches, nicht natur- gemässes, sondern naturwidriges. Auch die Sporenmembran zeigt alle Abstufungen von dem gänzlichen Fehlen bis zur dichten Anhäufung von Farbstoif in derselben. Wir glauben daher consequent zu handeln, wenn wir das Verfahren, auf den Grad der Anhäufung von Farbstoff in diesen Membranen Gattungen zu gründen, ebenfalls willkürlich nennen. Woher weiss denn der Verf., dass in dem einen Falle typisch farblose, in dem anderen typisch gefärbte vor- liegen? Gestehen wir uns nur, dass wir solche Kriterien bei dem bedauerlichen Stande der Wissenschaft nicht entbehren können, aber nennen wir solche Gruppen nicht Gattungen, sondern traurige Nothbehelfe, um uns in der Fülle von verwandten Formen orientiren und uns gegenseitig verständigen zu können. Daher erklärt es sich auch, dass Verf. durch sein ganzes Werk hindurch nicht das Bewusstsein los werden kann, diese auf wankender Basis aufgerichteten Typen unterstützen zu müssen. Ueber die Verlegenheiten in der Entscheidung, welcher „Typus" vorliege, hilft sich Verf. meist mit bewunderungswürdiger Gewandtheit, allerdings nicht immer ohne sophistische Spitzfindigkeit hinweg. Die Mängel dieses Principes treten in dem Systeme nicht so auffallend hervor, da es nur auf eine sehr beschränkte Zahl von Formen gegründet ist. Manche Formen, welche die Unhaltbarkeit solcher Gattungen noch deutlicher hätten erweisen können, wurden wohl einer Besprechung unterzogen, allein als bisher in Nordamerika nicht aufgewundene erhielten sie natürlich keine Stelle im System. Um nur ein Beispiel herauszugreifen, so hat die grosse Gruppe Polyblastia Mass. pr. max. p. nur eine einzige Vertreterin mit farblosen mauerförmig-vielfächerigen Sporen in der Gattung Verrucaria. Ueberhaupt haben nur einzelne Formen dieser Gattung „Sporae subincol.", und doch vertritt dieselbe eine der Gattung Pyrenula analoge unter den Erd- und Steinflechten. Es tritt gerade in diesem Falle recht auffallend hervor, dass der Bau der Spore für den Verf. das entscheidende Moment abgiebt. Es ist diese nicht die einzige Gattung, deren zahl- reiche Formen es kaum bis zu fast gefärbten Sporen bringen, und deren Sporen doch als typisch gefärbte gedacht werden eben, weil nach dem Verf. die mit der einfachen Spore beginnende und alle Stufen durchlaufende immer nach Ausdehnung, nicht nach Längen- wachsthum strebende Modificationsreihe vorliegt, welcher ausserdem als Kriterium das Vor- handensein von Farbe in der Membran zukommt, und welche Farbe daher fast allen Formen der Gattung fehlen kann, ohne dass diese darum die Eigenschaft verliert, typisch gefärbte Sporen zu erzeugen. Der Leser wird nach einer Prüfung der obigen Uebersicht des Systemes es erklärlich finden, dass obige die zweite Grundanschauung des Verf. darstellende Tafel als geeignet hingestellt wurde, die glänzende Seite derselben recht hervorzukehren. Ebenso wird man auch zu der Einsicht gelangen, dass gerade das Verlockende in jener Gruppirung zu der Annahme jener beiden Sporentypen führte. Die bipolare Spore wird zwar als ein beide Typen verbindendes Mittelglied hingestellt, allein ohne hiervon eine durchgreifende Anwendung zu machen, wenn man solche nicht bei dem Vergleiche der Gattungen Placo- dkvm, Lecanora und Binoduia entdecken will. Die grösste Consequenz entwickelte Verf. bei der Durchführung seines Grundsatzes, dass die bisher geltenden Sporenunterschiede nur als graduale anzusehen seien, wie sich dies in der Vereinigung von Varicellaria mit Pcrtusaria zeigt. Diese und Phlyetis zu vereinigen, hatte bisher Niemand gewagt, obgleich alle drei nur auf Sporencharaktere gegründete Gattungen sind. Verf. that wenigstens diesen einen Schritt. Dass Verf. bei solchen Anschauungen über den generischen Werth der Sporen- unterschiede nicht auf Grösse und Zahl der Sporen in den Schläuchen gegründete Gattungen anerkennen konnte, erscheint selbstverständlich. Es erübrigt noch Manches, welches einer Besprechung zu unterziehen wäre. Allein wir müssen uns begnügen damit, die Aufmerksamkeit auf Punkte, wie die Gattungen Cetraria, Speeraclineldcra, Thelonchistes, Pyxine, die Cuenoyoniei, die Stellung der Baeomycei im Ver- Systematica. 69 gleiche zu älteren und neuesten Auffassungen, die so weite Sonderung von Xylographa und Agyrium, die Diagnose von Blycoporum im Vergleiche mit der von Nylander gegebenen, die Vereinigung von Sphinctrina mit Calicium u. s. w. u. s. w. einfach hinzulenken. Obwohl sich Verf. durch Beibehaltung der Hauptgruppen des Systemes von E. Fries eine Fessel anlegte, welche die freie Entfaltung seines Talentes in der Anschauung und Dar- stellung des Habitus hemmte, so wohnen doch diesem Systeme bei den mancherlei Schatten- seiten so schöne Vorzüge inne, die den neueren und gegenwärtig beliebten Systemen abgehen. Möge die Zukunft entscheiden, ob die auf die Sporentypen gegründeten Kriterien zu- sammenfallen mit wichtigeren, mit naturgemässeren , ob sie also unter den solche natür- lichen Gattungen der Zukunft charakterisirenden Merkmalen als die zuerst der Erkenntniss zugänglich gewesenen sich herausstellen werden. Gegenwärtig sind solche Gattungen nur künstliche zu nennen. Da das Buch ausserhalb des Zeitraumes dieses Jahresberichtes erschien, so müssen wir uns leider damit begnügen, nur den der Systematik angehörenden Theil hier zu be- sprechen ')• Wir wollen hiermit diese Schatzgrube lichenologischer Kenntnisse, die schöne Frucht ernstesten Strebens, tiefsten Nachdenkens, welche jenseits des Oceanes reifte, der unverdienten Nichtbeachtung entreissen, indem wir diese Besprechung als einen, wenn auch späten, aber pflichtschuldigen Ausdruck wissenschaftlicher Dankbarkeit bringen. Diese schöne Arbeit lässt den Wunsch, dass es dem Verf. recht bald vergönnt sein möge, die in Aussicht gestellte Synopsis of the North -American lichens vorzulegen, als einen durchaus berechtigten erscheinen 2 ). 2. J. Sachs. Lehrbuch der Botanik. Im Allgemeinen wird in dieser neuen Auflage des so beliebten Lehrbuches dasselbe und in derselben Weise, wie in den früheren Auflagen, vorgetragen. Auf 11 Seiten, von deren Raum noch dazu der vierte Theil durch Holzschnitte in Anspruch genommen wird, ist das Wesen der Lichenen veranschaulicht. An diesem berühmten Botaniker sind nicht bloss die während des Erscheinens der verschiedenen Auflagen, sondern die bereits vorher bekannt gemachten Errungenschaften der Lichenographie, welche die Morphologie mächtig beeinflussen mussten, unbeachtet vorübergegangen. Vergeblich wird der Anfänger in der Botanik nach den ersten Begriffen der Lichenologie behufs Aufklärung suchen. Was von dem obigen Räume nach der dürftigen Wiedergabe der Untersuchungen De Bary's und Schwendener's, der 3 Seiten in Anspruch nehmenden Darstellung der Schwendenerischen Theorie übrig bleibt, enthält eine Darstellung der Flechtenwelt, wie wir solche in zu anderen Zwecken und für ein anderes Publikum verfassten Büchelchen besser finden. Manchem Leser möchte es wohl kaum zu Bewusstsein gelangen, was eigentlich den Verf. bewog, nur bei den Lichenen Abbildungen, wie „Graphis elegans eine Krustenflechte", „eine Gallertflechte, Collema pidposum", „Usnea barbata, eine Strauchflechte", „Sticta puhnonacea, eine Laub- flechte [d. h. ein Thallusläppchen. — Ref.]", vorzuführen. Wir finden keinen anderen Beweggrund, als dass Verf. bei dem Leser, d. h. dem Anfänger, praktische Erfahrungen in der Flechtenwelt, wie in den übrigen Ordnungen des Pflanzenreiches nicht voraussetzte. Freilich besteht ja für den Verf. eine Fl echten weit nicht mehr, denn die Lichenen bilden eine Gruppe der Ascomyceten. Schon in äusserlicher Hinsicht ist dafür gesorgt, dass sie unter den Pilzen verschwinden. Ein weiteres Referat erscheint überflüssig, zudem ist es unmöglich, solche Extracte nochmals zu extrahiren. In dem Wenigen, das geboten wird, fehlt es nicht an Irrthümern. Um nur einige Beispiele vorzuführen, so hält Verf. die Pycniden, wie bei den Ascomyceten, für Parasiten, identificirt die Adventiv- und Soredialäste Schwendener's und liefert eine allerdings die letzteren darstellende, aber unrichtige Ab- bildung, nennt nebeneinander Bactrospora, Sarcogyne und Acarospora als Gattungen mit je Hunderten von Sporen u. dergl. m. *) Nachdem im I. Jahrg. eine Besprechung unterlassen war, musste dieselbe aus Eaumrücksichten auch im II. Jahrg. unterbleiben. 2 ) In dem gegenwärtigen Werke sind den Betrachtungen über die Gattungen auch sämmtliche in diesem Gebiete gefundenen Arten mit Angaben der Standorte, Sammler etc. beigefügt, allein offenbar nur zu erläutern- den Zwecken. 70 Kryptogamen. — Flechten. II. Lichenographie. Floren und getrocknete Sammlungen. Europa. 3. W. Nylander. Addenda nova ad Lichenographiam europaeam. Continuatio XIX. Nylander, welcher alljährlich die Lichenologie mit einer Fülle von neuen Arten beschenkt, hat in diesem Jahre vielleicht alle bisherigen Jahresleistungen in Bezug auf die Lichenographie Europa's übertroffen, da er diese Flora mit 122 Arten bereicherte. Wie allbekannt, ist dieser Lichenologe seit dem Jahre 1866 einer Richtung zugewandt, welche den Artbegriff in einem Grade spaltet, dass das äusserste, bisher noch denkbar gewesene Extrem bei Weitem übertroffen wird. Das wenigstens muss man anerkennen, dass N. con- sequent, unaufhaltsam fortschreitet. Daher darf es nicht Wunder nehmen, dass ein Forscher, welcher das Schauspiel eines selten so schroffen Wechsels seiner Anschauung von dem Art- begriffe vorf ührte *) . endlich naturgemäss auch diese spaltende Sonderung auch auf den Gattungsbegriff auszudehnen beginnt. Gerade in diesem Jahre ist N. auch auf diesem Gebiete fruchtbar gewesen, er schuf acht neue Gattungen. In der vorliegenden Fortsetzung seiner Addenda stellt N. 36 neue Arten und Unter- arten auf und giebt die Beschreibung einer von Norrlin als neu aufgestellten Art. Eine nicht unbedeutende Zahl von neuen Arten ist auch in diesem Jahre durch die dürftigste, ja sogar eine unwürdige Diagnose charakterisirt. Die neue Gattung Ephebeia, welche Verf. aufstellt, unterscheidet sich von Ephebe durch „apothecia paraphysibus determinatis et anaphysibus conspicuis, sporis omnino sim- plicibus". Es bedarf wohl kaum eines Hinweises, dass dies der Weg der „Sporologen" ist, welchen Verf. beschreitet. Wir dürfen gespannt sein, falls die Spaltung der Gattungen Lecanora, Lecidea und Verrucaria beginnen sollte. Zu dieser neuen Gattung wird ausser einer als neu beschriebenen Art [55] auch Ephebe spinulosa Th. Fr. gezogen. Die übrigen als neu beschriebenen Arten gehören den Gattungen Ephebe [56], Collemopsis [299] , Pterygium [259] , Calicium [34] , Alectoria [4] , Parmelia [264 , 266], Lecanora [78, 81, 83, 97, 99, 106, 108, 117], Lecidea [131, 134, 146, 156, 161, 171, 180, 181, 185, 191, 223, 229, 230], Xißographa [386] und Verrucaria [352, 354, 358, 361, 371, 383] an. Ausserdem wird die Diagnose der bereits 1874 in Arn. exsicc. No. 587 heraus- gegebenen Lecanora cembricola Nyl. [80] gegeben. Zu beachten ist die Vereinigung von Lecanora anopta Nyl. mit L. paroptoides Nyl., zu welcher Verf. veranlasst wird, weil er auch bei L. paroptoides Spermatien, wie bei L. anopta sah. Er bemerkt dazu, dass verschiedene Elechtenlager auf Holz oft untermischt vorkommen, woraus man, wie es scheint, entnehmen muss, dass die als der L. anopta an- gehörig aufgefassten Spermogonien einer fremden Flechte angehörten. Freilich muss N. zu dieser Annahme greifen, da er seine Lehre von der Constanz der Grösse und der Gestalt der Spermatien noch länger zu verkünden sich getrieben fühlt. 4. W. Nylander. Addenda nova ad Lichenographiam europaeam. Continuatio XX. In dieser Arbeit stellt N. eine neue auf eine neue Art [302] gegründete Gattung, Mag- mopsis auf. Obwohl sich der Autor nicht recht klar über den Typus des Apothecium der- selben ist und zweifelt, ob ein Nucleus oder ein Peridium vorläge, womit er natürlich dar- legt , dass der letztere bisher noch nie befriedigend von ihm definirte Typus noch immer nicht klar geworden, so bringt er sie doch zu den Pliylliscoidei, da sie nicht zu den Peri- diei, gehören könne. Der Thallusbau nämlich ist pyrenopsisartig, besteht aus gelbgrünlichen knäuelförmigen oder körnig difformen Syngonimien. Die mittelgrossen Gonimia sind bleich- meergrün oder dem übrigen Thallus gleichgefärbt und ohne Ordnung auftretend. Bei Ge- legenheit der Besprechung des Apotheciums dieser Gattung wendet N. für die Bezeichnung von Perithecium s. autt. diejenige von Pyrenium an und empfiehlt die erstere nur für den ') Man vergleiche den Nylander des Lichonos Sound. (1861) und den der Flora in dem letzten Jahrzehnte. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 71 das Thecium sowohl des discocarpen, als auch des pyrenocarpen Apothecium umgebenden Theil des Exipulum, also das Conceptarulum annulatum und dimidiatum anzuwenden. Ausserdem beschreibt N. noch 14 neue Arten, welche den Gattungen Pyrenopsis [303], Collema [47], Usnea [347], Parmelia [262], Lecanora [82, 116], Lecidea [136, 143, 147, 162, 219], Verrucaria [360, 375] und Tlielopsis [322] angehören. Ferner erklärt er die bisher für Leptogiitm amphineum Ach. („subathallum") gehaltene Flechte für eine von dieser verschiedene Art, ebenso trennt er von Lecidea undata [207] und Opegrapha lithyrga [249] je eine neue Art ab. Demnach enthält die Abhandlung 18 neue Arten. Endlich werden zwei Arten widerrufen [5, 8]. 5. W. Nylander. Addenda nova ad Lichenographiam europaeam. Continuatio XXI. Von den neuen Gattungen, welche Verf. in dieser Abhandlung aufstellt, gehört Licliinodium , vertreten durch eine neue Art [238] zu den Lichinei, unter denen sie sich Lichinella wenigstens im Thallus nähert, vor derselben sich aber auszeichnet durch die langen Reihen der längsgerichteten Gonimia, von welchen Keinen mehrere jeden Thallus- abschuitt durchziehen. Der Thallus ist von winzigzelligem Bau (weniger deutlich als bei Homodium gen. in litt.). Die Gonimia sind blaugrün 0,008—0,014 Mm. gross. Eine andere neue Gattung Stereocladium wird auf Stereocaulon apocalypticum Nyl. und eine neue Art [315] *) gegründet. N. begnügt sich leider zu oft mit solchen hingewor- fenen Aussprüchen und überlässt es dem Leser, sich die Diagnose, vor allem die differentielle, solcher Gattungen zurecht zu legen 2 ). Wir können nach reiflichem Ueberlegen in solchem Handeln wohl einen bedauerlichen Grad von Selbstgefälligkeit, aber wenig wissenschaftliche Gewissenhaftigkeit erblicken. Eine fernere neue Gattung, Parmosticta, wird auf Sticta aurata gegründet und von Sticta durch die Apothecia parmelina unterschieden. Ferner löst N. die Gattung Umbüicaria, wie er sie bisher annahm, nach demselben Gesichtspunkte auf, indem er die Arten (U. pustulata und U. atropruinosaj mit thallinem, aus Rinden- und gonidienloser Markschicht 3 ) bestehendem Receptaculum von denen mit lecideinen (mehr oder weniger gyrosen) ein von dem Rindengewebe des Thallus, in welches es übergeht, abweichendes Perithecium besitzenden Apothecien 4 ) sondert. Die so entstehende erstere Gattung nennt N. Umbüicaria, die andere Gyrophora. Die ferneren in Tirol, Banat, Frankreich, England und Finland gefundenen neuen Arten vertheilen sich auf die Gattungen Collema [48] , Coniocybe [49] , Placodium [297], Lecanora [88, 104], Pertusaria [280, 282], Lecidea [122, 138, 149, 151, 163, 172, 176, 177, 200, 217, 222] und Verrucaria [351]. Demnach werden in dieser Arbeit 21 neue Arten und Unterarten aufgestellt. 6. W. Nylander. Addenda nova ad Lichenographiam europaeam. Continuatio XXII. In dieser Fortsetzung stellt N. wiederum neue Gattungen auf. Zunächst sondert er Pyrenopsis haemalea (Sommf.) und P. granatina (Sommf.) von dieser Gattung und gründet auf beide die neue Gattung Euopsis. Als die generischen Unterschiede derselben werden einfach die Gestalt und der obere Bau des Apothecium hingestellt. Ferner mit nothwendiger Consequenz nach der Absonderung der Gattung Parmosticta [s. Ref. 5] und der Scheidung von Umbüicaria Nyl. olim trennt N. von Stictina als neue Gattung Parmostictina wegen der durchaus parmelinen Gestalt der Apothecien. Zu dieser ') Zu beachten Arnold's Bemerkung [Ref. 12] über den Habitus derselben. 3 ) Um allen Lesern ein Urtbeil über die Gattung zu ermöglichen , citirt Ref. die Beschreibung von St. apocalypticum in Lichenes Middendorffiani p. 1 (A. v. Middendorf, Uebers. d. Natur Nord- u. Ostsibiriens. Appendix): „Thallus albicans v. albido-pallescens, fere mediocris (alt. i U~l pollic), caespitose divisus , apicibus deplauatis subfoliaceis firmulis subrugosis v. rugosis rnarginibusque crenato-crispis albioribus stipiiibus late ver- sum basin fusconigricantibus (er. c. 0,5—1,0 Mm.) nudis, sursum subtus parte suhfoliacea tomentosa. Apothecia non visa. Spermog. frequentia, spermatia reeta v. subreeta, 0,0045—65 lg. Cephalodia olivacea, glomerulis goni- micis sirosiphoideis. Cortex saepe subureolato-diffractus , K. praesertim marginibus thalli flav." Der Habitus erinnert bei oberflächlicher Betrachtung au Ramalina pöltitiaria. Sie wird mit St. corticulum Nyl. Syn. I, p. 240, verglichen. 3 ) Da ein thalliner Bestandteil fehlt, ist es also kein thallines Receptaculum. — Ref. 4 ) Vgl. hiermit die abweichende Definition der Umbilicariacei in Th. Fr. Lieh. Scand. I, p. 148, auch Jahresber. II, S. 66-57 und 8. 50. 72 Kryptogamen. — Flechten. Gattung bringt N. nur Stictina hirsuta. Zur Gattung Parmosticta fügt er Sticta obvoluta Ach. hinzu. Gewissermaassen als ein Besinnen auf diesem eingeschlagenen Wege erscheinen die Zweifel, ob nicht vielleicht in Wahrheit diese Gattungen nur Untergattungen seien, da man auch bei den übrigen Sticta-Arten Gonidien in ziemlich grosser Zahl in dem thallinen Rande vorfinde, obwohl die Apothecien kaum für wahrhaft parmeline zu halten seien (z. B. bei St. orygmaea und St. Urvülei). Die 22 als neu in dieser Fortsetzung aufgestellten Arten vertheilen sich auf die Gattungen Pterygium [253], Stereocanlon [314], Parmelia [265, 270]. Pliyscia [271, 274], Lecanora [100, 111, 113, 118], Lecidea [158, 199, 209], Opegrapha [251], Arthonia [5, 7, 9, 11], Endocarpon [51], Verrucaria [350, 382] und Mycoporum [242]. Ausserdem wird eine sterile Flechte als neu [278] beschrieben , von welcher es zweifelhaft ist , ob sie der Gattung Pertusaria oder Lecanora angehört. Ferner wird eine Art [9] widerrufen. Zu beachten ist die Aeusserung des Verf., dass die Gattungen Pannaria und Pterygium zusammenfliessen x ), eine Aeusserung, die er aber nicht weiter zu begründen sich bewogen fühlt- 7. W. Nylander. Addenda nova ad Lichenographiam europaeam. Continuatio XXIII. Die 23 in dieser Abhandlung als neu beschriebenen Arten gehören in die Gattungen Pyrenopsis [300], Lichina [239], Calicium [33], Cladonia [41, 42], Bamalina [306], Pliyscia [272, 273], Lecanora [84, 87, 93, 101, 102], Gyalecta [232], Lecidea [140, 155, 179, 187, 206, 216. 227], Opegrapha [246], Verrucaria [357]. Unter den Bemerkungen, welche N. am Schlüsse vorbringt, sind folgende zu beachten. Cladonia LamarcJcii (Del.) scheint sich ihm nicht von C. acuminata (Ach.) Norrl. zu unter- scheiden, als eine Form betrachtet er C. Isignyi Del. Zu der Zahl der mit flaschenförmigen Spermatien versehenen Lichenen werden Parmelia saccatiloba Tay]. , P. martinicana und P. Javanica hinzugefügt. Die Var. rufella Nyl. von Lecidea obscurella i ) wird zur Art [168] erhoben und jetzt als mehr mit L, Cadubriae verwandt erklärt. Eine wohl zu beachtende Meinungsänderung, die allerdings ganz unscheinbar auftritt, ist die Einführung von Gyalecta als Gattung, oder vielleicht auch nur als Untergattung. Jedenfalls ist dieser Schritt, durch welchen endlich diese höchst natürliche Gruppe, welche man bisher lediglich auf den Habitus der Apothecien hin absonderte, zu grösserer Geltung gelangt, mit Freuden zu begrüssen. Bekanntlich fällt bei allen zu dieser Gattung s. Tb. Fr. gehörigen Formen mit dem eigenthümlichen Habitus der Apothecien der abweichende Bau des Lagers zusammen. 8. F. Arnold. Lichenes Jurae et aliarum regionum exsiccati, No. 617—649. Diese Fortsetzung der Sammlung bringt 33 Nummern in 36 Exemplaren, als Zusätze zu früher herausgegebenen Nummern 23 Exemplare, so dass im Ganzen 59 Exemplare vor- liegen. Ausser einer neuen Art Leptorrhaphis Laricis Lahm in litt, ad Arn. [368] bringt dieser Fascikel mehrere vom Herausgeber und von Nylander in den letzten Jahren als neu aufgestellte Arten. Noch mehr als früher war Herausgeber bei der Einsammlung des vor- liegenden Materiales auf sich allein angewiesen und stellte sich somit wieder ein schönes Zeugniss seines Fleisses und seiner Liebe zum Gegenstande aus. Die von demselben gesam- melten Lichenen gehören den Gebieten Frankenjura, baierische Alpen und Tirol an. Die herausgegebenen Exemplare vertheilen sich auf folgende Florengebiete. Frankenjura: 617 Lethagrium flaccidum (Ach.) Körb., 620 a, b, c, Peltigera rufescens Hoffm., 634 Diplotomma epipolium (Ach.) var. ambiguum, 635 BJiizocarpon atro- album (Hepp) Arn.. 639 Amphoridvtm dolomiticum Mass., 321 b, Peltigera canina (L.) var. pusilla (Dill.), 200 b, Polyblastia demimita Arn., 28 b, P. albida Arn., 19 b, Tichothecium gemmiferum (Tayl.) Baiern (Britzelmayr) : 648 Lecanora sarcopis Wahlb. , 649 Biatora tdiginosa (Schrad.) var. fuliginea (Ach.) Th. Fr., 167 b, Bilimbia ligniaria (Ach.), 276 b. EJiizocar- pon betulinum (Hepp). ') Vgl. hiermit die Vereinigung beider im Systeme Tuckerman's, Kef. 1. J ) Norrlin, öfvors. af Tornea etc., Jahrcsber. II, S. 97. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 73 Baierische Alpen: 624 Jonaspis epulotica (Ach.) var. patellula Arn. 1 ), 626 Bia- tora asserculorum (Ach.) Th. Fr., 627 eadem?? (apoth. pallidis), 443 b, Theliclium Au- runtii Mass. Westfalen (Lahm): 674 Leptorrhaphis Laricis Lahm. Rheinprovinz (Förster): 86b Thelidium pyrenophorwm. Tirol: 618 Platysma pinastri (Scop.) Nyl., 619 Peltigera airfithosa (L.) var. com- plicata Th. Fr. ?, 621 Nephromium laevigatum (Ach.) Nyl. var. parile Ach., 622 Aspicilia cinerea (L.) var. glacialis Arn. , 623 a, b A. cinereorufescens (Ach.), 625 Biatora cinnaba- rina (Sommf.) , 628 Lecidella incongrua (Nyl.) , 629 Lecidea silacea (Ach.) , 630, 631 L. (transitoria Arn. var.?) subcoeriüescens Arn., 632 L. sublutescens Nyl., 633 Catocarpus atratus (Sm.), 636 Lopadium pezizoideum (Ach.), 637 Sporastatia cinerea (Seh.), 638 Ver- rucaria chlorotica Hepp var. paehyderma Arn. , 640 Amphoridium Hochstetteri (Fr.) , 641 Arthopyrenia punetiformis, 642 Polyblastia abstrahenda Arn., 643 Dactylospora urceolata (Th. Fr.) , 644 Endococcus hygrophilus Arn. , 645 Polycoccum Sporastatiae (Anzi) , 646 Sphaerella araneosa Rehm, 529 c Solorina octospora Arn., 537 b Lecanora polytropa (Ehrh.), 9 b Aspicilia ceracea Arn., 461 c Varicellaria rhodocarpa (Körb.), 594 b Biatora Cadubriae Mass. , 600 b Bilimbia Naegelii (Hepp) . 507 b Lecidella distans Kremph., 359 b Lecidea rhaeticaüep]), 559 c Catocarpus polycarpus (Hepp) f. rhododendri Arn., 512 b Bhizocarpon geographicum, (L.) , 477 c Microglaena sphinetrinoides (Nyl.) , 502 b Biatorina Stereocau- lorum Th. Fr., 614 b Dactylospora urceolata (Th. Fr.) , 568 b Thelocarpon epibolum Nyl., 345 b Blastetvia ferruginea (Huds.). Es sind 4 Berichtigungen zu früher edirten Nummern in den beiden vorhergehenden Fascikeln auf Aeusserungen Nylander's in litt, und in Flora hin beigefügt. No. 596 wird für Lecania Nylanderiana Mass. 'f. albaria Nyl., 559 für (Catocarpus) Lecidea atroalbicans Nyl., 540 für Lecanora anopta Nyl. 2 ) und 594 für Lecidea Cadubriae Mass. erklärt. Die erste Erklärung Nylander's enthält zugleich die Zustimmung dieses Autors, dass Lecanora cooperta Ach. nicht gleich L. Nißanderiana Mass. sei 3 ). Deutschland. 9. F. Arnold. Lichenologische Fragmente XIX. In dem ersten Abschnitte giebt Verf. einen Beitrag zur Kenntniss der auf der Zirbe (Pinus Cembra) wachsenden Flechtenvegetation. Die Gesammtzahl der bis jetzt auf diesem durch die ganze Alpeukette verbreiteten, aber im Aussterben begriffenen Baume gefundenen Arten schätzt Verf. auf 100. Aus dem Alpengebiete wird eine Stelle, die Schachenalpe am Wettersteingebirge bei Partenkirchen in Baiern herausgegriffen, deren auf den dortigen Zirbenbeständen bei 5200—5600 F. Höhe vorgefundene Flechtenflora, im Ganzen 45 Arten und mehrere Varietäten , aufgezählt wird. Nach dem Verf. kommen an den dünnen mit Nadeln bewachsenen Zweigen nur wenige Flechten vor, ebenso werden die Rindenschuppen und die rissige Borke der älteren Stämme von den Lichenen fast gänzlich gemieden. Der grösste Theil jener 45 Arten wächst vielmehr auf dem entrindeten Holze der Stämme und unteren Aeste von bereits abgetorbenen, aber noch emporragenden, Bäumen, ein Theil auch auf dem morschen Holze alter niedergeworfener , langsam vermodernder Strünke. Die 45 Arten vertheilen sich auf die Gattungen Usnea 1, Alectoria 2, Evernia 3, Cladonia 8, Ce- traria 1 , Platysma 3, Imbricaria 3, Parmeliopsis 3, Oclirolechia 1, Lecanora 3, Varicel- laria 1, Icmadoplüla, Biatora 2, Bilimbia 1, Lecidea 2, Buellia 2, Megalospora 1, Xylo- grapha 1, Acolium 2, Calicium 2, Cyphelium 1, Arthopyrenia 1. Erwähnenswerth sind unter denselben Lecanora mughicola Nyl., Varicellaria rhodocarpa (Körb.), Lecidea elabens Fr., L. assimilala Nyl., Megalospora alpina (Fr.). Von der Vergleichung der in den ausgedehnten Alpenwäldern um Partenkirchen vor- kommenden Lichenen mit der Zirbenflora steht Verf. ab und beschränkt sich im II. Ab- schnitte nur auf wenige Angaben, unter denen Bombyliospora pachycarpa (Duf.) , Raema- *) Vgl. Jahresber. II, S. 70 und auch Nota. ') Welche jetzt von Nylander mit L. paroptoides vereinigt wird. — Ref. 3 ) VgJ. Nylander Läpp. Or. p. 181 und Th. Fries Lieh. Scand. I, p. 292 obs. 74 Kryptogamen. — Flechten. tomma Cismonicitm Beltr. , Usnea longissima Ach., Biatora atroriridis Arn. und Bacidia Friesiana var. violacea Arn. hervorzuheben sind. Es wird die merkwürdige Erscheinung betont , dass auf der Rinde von Alnus viridis am Schachensee nur dieselben gewöhnlichen 6 Arten, wie in den Tiroler Alpen vorkommen. Im III. Abschnitte werden zunächst die steinbewohnenden Arten in der Umgegend von Parteukirchen aufgezählt. Zunächst werden 8 an überflutheten Kalksteinen gefundene Arten, nämlich Placynihium nigrum (Ach.), Sagiolechia protuberans Ach., Verrucaria muralis Ach. f. ?, Thelidium decipiens scrobiculare Garov. , Tli. cataractarum (Hepp) , Th. quinqueseptatum (Hepp) f., Polyblastiae spec. und Sporodictyon clandestinum Arn. an- geführt. Aus der eigentlichen alpinen Region jener in lichenologischer Hinsicht unbekannten Gegend der baierischen Alpen, und zwar von der Frauenalpe (5600 F. h.), zählt Verf. an Kalkflechten 31 auf, unter denen Verrucaria phaeosperma Arn. Auf den hier befindlichen Raibler Schichten, welche nicht in Felsen auftreten, sondern in einer erdigen, die Wiesen- plätze der Alpe bedingenden Schicht, auf welcher bräunlichgraue Sandsteine umherliegen, fand Verf. 20 Lichenen, unter denen Aspicüia verrueulosa Kremph. , Gyalecta leeideopsis Mass. , Lecidea atronivea Arn. , L. sublutescens Nyl. Die bei gleicher Höhe gefundenen moos- und erdbewohnenden Flechten erreichten die auffallend hohe Zahl von 75, unter denen Nephroma expallidum Nyl., Dimelaena nimbosa (Fr.), Secoliga foveolaris (Ach.), Biatorella fossarum (Duf.), Lecidea assimilata Nyl., Catopyrcnium Waltheri Kremph., und Polyblastia evanescens Arn. hervorzuheben sind. Am Schlüsse bemerkt Verf., dass er in dem genannten Bezirke auf Rhododendron Mrsutum keine Lichenen beobachtete , auf Salix retusa da- gegen 5 Arten. 10. F. Arnold. Die Lichenen des fränkischen Jura. Zunächst giebt Verf. als Fortsetzung zu den früheren Abhandlungen über die Flech- tenflora des fränkischen Jura einige weniger erwähnenswerthe Nachträge. Den wichtigsten Theil der Abhandlung bilden die Beiträge zu unserer Kenntniss von der Wahl abnormer, besser gesagt absonderlicher, Substrate seitens der Lichenen. Diese Tendenz tritt so sehr in den Vordergrund, dass wir einige Bedenken trugen, diesen Abschnitt der Arbeit hier, statt in der III. Abtheilung vorzutragen. Wir wollen dem Originale uns im Auszuge anschliessen. A. Auf Glas traf A. im Frankenjura keine Flechten an. B. Auf altem Leder 20 Arten: Lcthagrium flaceidum (Ach.) steril, Parmelia stellaris L. var. tenella Ach., ascendens Fr. st., P. caesia (Hoflfm.)vst., P. obscura (Ehrh.) st., Physcia parietina (L.) st., Placodium saxicolum (Poll.) st. einmal c. apoth., P. albescens (Hoffm.) einmal c. apoth. , Candelaria vitellina (Ehrh.) , Callopisma vitellinellum Mudd, C. cerinum (Ehrh.), f. cyanolepra Fr., G. luteoalbum Turn., C. aurantiacum (Lightf.), Lecanora Flotoiviana (Spr.), L. subfusca (L.), Binodina Bisclwfii (Hepp), Pyrenodesmia variabilis (Pers.), Aspicüia calcarea (L.) concreta und contorta, Biatorina cyrtella Körb., B. diluta (Pers.), Litltoicia nigrescens (Pers.). C. Auf altem Eisen wurden 14 Arten gefunden: Parmelia stellaris (L.) var. tenella Ach. st., P. caesia (Hoffm.) st., P. obscura (Ehrh.) var. virclla (Ach.) st., Pyscia parietina (L.) st., P/t. elegans st., Ph. decipiens Arn. st., Ph. murorum (Hoffm.) c. ap., Candelaria vitellina (Ehrh.) subst., Callopisma vitellineUum Mudd., Lecanora subfusca (L.) c. ap., L. Flotoiviana (Spr.), Aspicilia calcarea f. contorta (Hoffm.) subst., Lecidea goniophila Körb., Lühoicia nigrescens (Pers.). D. Auf Knochen fand A. 12 Arten: Physcia parietina (L.), Ph. elegans (Link), Placodium saxicolum Poll., Candelaria vitellina (Ehrh.), Callopisma vitellineUum Mudd., C. luteoalbum (Pers.), C. aurantiacum (Lightf.), Lecanora Flotoiviana (Spr.), Biatorina cyrtella (Ach.), Lecidea goniopkilaKörb., Lithoicia nigrescens Pers., Verrucaria papulosa (Fl.). E. Auf einem alten Schnecken hause fand A. Lithoicia nigrescens (Pers.). F. Auf alten verhärteten Pilzen beobachtete Verf. 3 Arten: Physcia parietina, Callopisma cerinum f. cyanolepra und Lecanora Hageni. Unter den Substraten, welche hier hätten angereiht werden können, sind besonders umherhegende Topfscherben hervorzuheben. Dieselben bilden ein viel weniger zugängliches Lichenograpkie. Floren und getrocknete Sammlungen. 75 Substrat, als Knochen, Schneckengehäuse, welche sich wegen ihres hohen Gehaltes an Kalk- salzen den beliebten anorganischen Substraten von ähnlicher Zusammensetzung anschliessen. 11. M. Britzelmayr. Die Lichenen der Flora von Augsburg. Das Gebiet, dessen Localflora, eine mit Fleiss und Liebe ausgeführte Arbeit, theil- weise wenigstens die Lücke, welche unsere Kenntniss von der Lichenenflora eines Theiles von Baiern. nämlich der zwischen Donau und den Alpen ausgebreiteten Hochebene und des Lechfeldes ausfüllen soll, hat Augsburg zum Mittelpunkte. Das Verzeichniss der in diesem Bezirke vom Verf. gesammelten Lichenen umfasst 207 Arten, deren Bestimmung von F. Arnold revidirt wurde. Dieselben vertheilen sich auf die Gattungen Usnea 1, Bryopogon 1, Cladonia 19, Evernia 2, Bamalina 3, Cetraria 4, Anuptychia 1, Peltigera 2, Sticta 1, Imbricaria 10, Menegazzia 1, Pannelia 5, Physcia 5, Placodium 3, Acarospora 1, Callo- pisma 4, Caloplaca 1 ) 2, Lecania 1, Binodina 5, Lecanora 13, Aspicilia 3, Icmadopliila 1, Urceolaria 1, Pertusaria 3, Phlyctis 2, Psora 1, Thalloedema 1, Blastenia 1, Bacidia 7, Bhaphiospora 7, Scoliciosporum 1, Bmtorina 9, Biatora 13, BUimbia 4, Diplotomma 2, Buellia 2, Catillaria 1, Lecidella 3, Lecidea 3, Bhizocarpon 3, Sarcogyne 1, Sphyridium 1, Baeomyces 1, Opegrapha 5, Graphis 1, Artlwnia 3, Coniangium 3, Xylographa 1, Stenocybe 1, Calichtm 4, Gyphelium 8, Coniocybe 1, Endopyrenium 1, Catopyrenium \, Segestrella 1, Pyremda 2, Polyblastia 2, Acrocordia 1, Thelidium 2, Sagedia 1, Verrucaria 7, Tlwombium 1, Leptorrhaphis 2, Artliopyrenia 2, Mycoporum 1, Lecothecium 1, Collema 6, Lethagrium 2, Leptogium 2 und Ticliotheciwm 1. Unter den meist häufigeren Arten sind etwa Cladonia Floerkcana Fr., C botrytes (Hag.), Physcia adglutinata (Flor.), Binodina colobina (Ach.), Lecanora subravida Nyl., Bacidia endoleuca (Nyl.) Kiclcx, B. Beckhausii Körb., Biatorina atropurpurea (Schär.), U. adpressa (Hepp), .B. micrococca Körb., Biatora geophana (Nyl.), JB. leucophaea (Flor.), J5. fuscescens (Sommerf.), 5. leprodea (Nyl.), JB. Metzleri Körb., BUimbia NitscMceana Lahm, Diplotomma betidinum (Hepp), Catillaria athal- lina (Hepp), Lecidea grisella Nyl., Z. monticola Ach., Artlwnia qnadriseptata Ohl., Conian~ gium Koerberi Lahm, C patellulatum (Nyl.), Stenocybe byssacea Kremph., Calicium popul- neum (De Brond.), C. parietinum Ach., Segestrella illinita (Nyl.), Polyblastia fallaciosa Stizb., P. fugax Rehm, Thelidium quinqiieseptatum Hepp, Th. umbrosum Mass., Leptor- rhaphis Laricis Lahm, Mycoporum miserrimum Nyl. Auf das Verzeichniss der Arten, in welchem neben den Namen nur wenige diagno- stische Bemerkungen und allgemeine Verbreitungsangaben sich vorfinden, folgt eine Zusammen- stellung der Lichenen dieser Flora nach ihren Substraten, dessen Wiedergabe sich der Mög- lichkeit entzieht. Auch den abnormen Substraten hat Verf. seine Aufmerksamkeit zugewandt. Obgleich wir auch hier wiederum fast denselben Lichenen, welche jene von Arnold [siehe Ref. 10] gegebene Uebersicht vorführt, begegnen, so möchte eine Wiedergabe doch wün- schenswerth erscheinen. Auf Eisentheilen fand Verf. Verrucaria muralis, Physcia parietina und Parmelia stellaris var. adscendens, auf Knochen Parmelia obscura, Physcia parietina, Callopisma luteoalbum var. lacteum, Caloplaca vitellinella . Lecanora subfusca und Verru- caria nigrescens, und endlich auf Leder Parmelia caesia, Callopisma aurantiacum, Caloplaca vitellinella, Aspicilia colcarea a concreta, Diplotomma aJboatrum var. ambignum. Hiermit verknüpft Verf., an Ohlert's Eintheilung der Flechten in bodenvage und bodenstete sich anschliessend, eine Zusammenstellung der Lichenen dieser Flora von jenem Gesichtspunkte aus. Es stehen 45 bodenvagen Arten 207 bodenstete gegenüber. Im III. Abschnitte giebt Verf. schliesslich eine Uebersicht über einzelne Lichenen- fundorte, unter denen namentlich der Bezirk der Stadt Augsburg und deren nächste Umgebung einen anziehenden Aufschluss über das Verhalten der Lichenen bei ihrer Ausbreitung in mehr oder weniger unreiner Luft bietet. Darnach scheint dies Verhalten in Augsburg der von Ohlert und Nylander gemachten Beobachtung, dass innerhalb der Städte, namentlich der grösseren, die Flechtentiora beinahe verschwinde, wenig zu entsprechen, denn Verf. beobachtete innerhalb der früher von Mauern eingeschlossenen Stadt, dann innerhalb ihrer von Garten- gütern, Vorstädten und zahlreichen Fabriken gebildeten Umgebung 49 Lichenen und sogar *) Sonderbare Trennung von Caloplaca und Callopi&mal — Ref. 76 Kryptogamen. — Flechten. noch in der Nähe einer Schwefelsäurefabrik ein? nicht unbeträchtliche Zahl von Arten auf verschiedenen Substraten. Oesterreich - Ungarn. 12. F. Arnold. Lichenologische Ausflüge in Tirol, XIV. Finsterthal. Das Oetzthal von Oetz (2418 F. h.) bis Gurgl (6015 F. h.) um beinahe 3597 Wiener F. ansteigend, lässt zwar in Folge des milden Klima's am Eingange noch Kulturpflanzen des Südens gedeihen, allein die wildwachsende Vegetation, namentlich diejenige der Lichenen ist keine südliche. Verf. legt die Ergebnisse einiger Ausflüge um Oetz und diejenigen eines zweimaligen längeren Aufenthaltes im Alpenhause Kühthei (6125 F. h.) vor. Um Oetz sammelte Verf. auf 2 Excursioneo. je 16 und 18 Lichenen, unter denen etwa Imbricaria Borreri (Turn.), Pertusaria lactea (Seh.), Stereopeltis macrocarpa Fr. und Opegrapha zonata Körb, erwähnenswerth sind. Den Hauptabschnitt der Abhandlung bildet die Schilderung der Flechtenvegetation um Kühthei. Das Hauptziel der Excursionen bildeten die beiden Finsterthaler Seen, sowie die Landschaft von 6000—7200 F. Einmal gelangte Verf. bis zur Höhe von 8000 F. Unter den aufgezählten Arten werden 2 den Gattungen Buellia [211] und Secoliga [231] angehörende als neu beschrieben. Die gefundenen Lichenen, welche Verf. mit ihren hauptsächlichen Synonymen, nebst diagnostischen Bemerkungen u. s. w. in seiner bekannten Weise aufzählt, werden nach Substrat und Standort, wie folgt, gesondert. I. Gneis s und Glimmer [83 Arten]. Gneiss überwiegt. Beide treten hauptsächlich als Blöcke zu Tage. Die Gattung Lecidea (incl. Lecidella) überwiegt an Artenzahl. Erwähnenswerth sind Imbricaria alpicola (Th. Fr.) , Gyroplwra cylindrica var. tornata (Ach.) , G. corrugata Ach. , G. einer ascens (Ach.), G. reticulata (Schär.), Lecanora atriseda (Fr.), L. complanata Körb., Jonaspis chrysophana (Körb.), Toninia caulescens Anzi, Psora aenea (Duf.), Biatora mollis (Wahlb.)?, Lecidella distans Kremph. , L. inserena (Nyl.) , L. proludens (Nyl.) , L. Mosigii (Hepp), Lecidea athrooearpa Ach. , Catocarpus effiguratus (Anzi), Sagedia Koerberi (Flot.). An diese letzte ist eine kritische Zusammenstellung der hier in Frage kommenden Sagedien an- geschlossen, beii der sich ergiebt, dass S. persicina Körb., S. atrata Müll. Arg. und S. byssopliila Körb. Formen einer Art S. Koerberi sind. IL Wasserflechten [21 Arten]. Im Allgemeinen fand A. diese Vegetation mit der auf dem Brenner beobachteten *) übereinstimmend, nur in der Artenzahl etwas zurückstehend. Zu den dort gefundenen Arten kommen hier hinzu Nephroma expallidum Nyl. St., Endocarpon miniatum (L.) var. deci- plens Mass. und Verrucaria hydrela (Ach.). IH. Species terrestres vel muscicolae [91 Arten]. Auffallend ist in dieser Vegetation die grosse Zahl von Cladonia -Formen. Beach- tenswerte Funde sind Nephroma expallidum Nyl., Lecanora rhypariza Nyl., Ochrolechia leprothelia (Nyl.), Pertusaria oculata (Dicks.), Varicellaria rhodocarpa (Körb.), Catolechia pidchella (Schrad.), Lecidea assimilata Nyl., L. neglecta Nyl., Catillaria sphaeraüs Körb., Sagedia declivum Bagl., Microglaena sphinetrinoides (Nyl.), M. sphinctrinoidella (Nyl.), M. leueothelia (Nyl.). Auf einem verwitterten Schafsknochen fand Verf. folgende 6 Arten: Cladonia gra- cilis (L.) chordaUs Flor, st., Parmelia caesia (Hoffm.) f. st. , Lecanora Flotoviana (Spr.), Bilimbia obscurata (Sommf.), Bacidia inundata (Fr.). IV. Rindenflechten [45 Arten]. A. auf Salix retusa wurden 6 Arten gefunden, unter denen Lecanora polytropa (Ehrh.) und Aspicilia alpina (Sommf.). ß. auf Rhododendron ferrugineum 34 A., unter denen zu beachten sind Pertusaria oculata (Dicks.) st., Aspicilia alpina (Sommf.), A. einer eorufescens (Ach.), A. cinerea (L.) st., Lecidea crustulata (Ach.), Catocarpus polycarpus (Hepp), Bhizocarpon geographicum (L.), Bh. grande (Hepp), Sagedia declivum Bagl. ») Cfr. Jahresbsr. II, S. 73. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 77 C. auf Älnus viridis fand sich Calicium praecedens Nyl. D. auf Pinus abies, P. larix, P. cembra fand Verf. 19 Arten. V. Species lignicolae [38 Arten]. Unter diesen sind hervorzuheben Lecanora badia (Pers.), L. hypoptoides Nyl., Bia- torella improvisa (Nyl.), Lecidella elabens (Fr.). VI. Parasiten. Uebergehend auf veralteten Thallus von Peltigtna aphthosa fand A. Cladonia cocci- fera st., C. pyxidata st. und Lecidea assimilata Nyl. , auf den Thallus von Solorina croeea Microglaena sphinctrinoides und Sagedia declivum. Unter den eigentlichen Parasiten [12 A.] sind hervorzuheben Dactylospora urceo- lata Th. Fr., Bertia lichenicola De Not., Thelocarpon epibolum Nyl., Leptosphacria Stereo- caulorum Arn., Endococcus hygrophilus Arn., Polycoccum Sporastatiae (Anzi), Tichothecium macrosporum (Hepp). Die dieser Abhandlung angeschlossenen Nachträge und Berichtigungen betreffen die früher unter demselben Titel erschienenen 18 Abhandlungen des Verf. Ihrer Eigenthüm- lichkeit entsprechend entziehen sie sich der Wiedergabe in einem Referate, und müssen wir uns daher darauf beschränken, das allgemeinerer Beachtang werthe hier vorzuführen. Es werden die Beschreibungen von 2 neuen, den Gattungen Lecidea [176] und Buellia [213] angehörenden, Arten gegeben. Ferner erklärt A. Nylander, in Flora 1872, p. 358, folgend Lecidella umbonata f. exornans Arn. für eine eigene Art. Thelopsis flaveola Arn. exs. 567 hält A. jetzt für einen Fungillus. Die Var. sulphurata Arn. von Acarospora Heufleriana erklärte Nylander in litt, ad Arn. für Lecanora hilaris Duf. Von den Nachträgen sind die umfangreichsten, welche die Abhandlungen II, VI, IX , X und XIII betreffen. Das letzte Gebiet J ) wird darnach um 8 auf Gneiss gefundene Formen reicher, unter denen hervorzuheben sind Stereocladium Tiroliense Nyl., nach dem Verf. dem Thallus von Pilophorus cereolus (Ach.) nicht unähnlich , Lecidella conferenda Nyl. und Verrucaria latebrosa Körb. Im Vennathale fand A. eine aus krystallinem Kalk und Gneiss zusummengesetzte Felsmasse. Er führt die hierauf, theils auf Erde und theils unmittelbar auf dem Gestein bemerkten 24, sämmtlich in geringer Zahl vertretenen, Arten an, um ein weiteres Beispiel des nahen Beisammenlebens von Kalk- und Kieselflechten zu geben 2 ). Den früher aufgezählten 110 Erdflechten werden noch 4 fernere hinzugefügt. Schliesslich werden noch 4 auf Larix-Rmde im Vennathale beobachtete Arten erwähnt. Vom Verf. wird hier eine Art [7] widerrufen. Ausserdem sind nach seinen ver- gleichenden Studien 4 Arten [10, 18, 20, 32] abgesehen von obigen Sagedia-Arteo. als auf- gehoben zu betrachten. Schweiz. 13. Naturf. Ges. Graubündens. Naturg. Beiträge zur Kenntniss der Umgebungen von Chur. Der lichenologische Abschnitt besteht nur in einem auf Theobald, Bündner Flechten 3 ) gegründeten Verzeichnisse. Dasselbe vertheilt die in der Umgegend von Chur gefundenen Arten [nach der Zählung des Ref. 224] folgendermaassen auf die Gattungen des Nägeli- Hepp'schen Systemes : Cladonia 20, Stereocaidonl^ Bufourea 1, Gyrophora 4, Umbilicaria 1, Baeomyces, Biatora 43, Gyalecta 2, Myriosperma 1, Lecidea 12, Coniocybe 1, Cyphe* lium 3, Calicium 3, Arthonia 2, Opegrapha 4, Graphis 1, Usnea 1, Bryopogon 2, Corni- adaria 2\ Evernia 4, Bamalina 3, Borrera 1, Cetraria 6, Solorina 2, Peltigera 6, .Ve- phroma 1, Actinopelte 1, Imbricaria 10, Sticta 2, Parmelia 6, Amphiloma 1, Myriospora 1, Lecanora 22, Placodium 14, Psora 3, Urceolaria 2, Lempholemma 1, Collema 11, Syna* lissa 1, Synechoblastus 3, Endocarpon 4, Pertusaria 3, Verrucaria 4, Thelotrema 2, Pyre* nula 5. Ausser den Namen werden andere Bemerkungen, als über die Häufigkeit und die Verbreitung der einzelnen Arten mittelst Abkürzungen, nicht gegeben. Es werden in Hin- sicht der Verbreitung unterschieden das Gebiet der Thalebene bis in den unteren Waldsaum >) Vgl. Jahresber. II, S. 72. ») Cfr. Flora 1870, p. 233. 3 ) Erschien in dem Jahresber. dieser Gesellschaft III. Jahrg., 1858. 78 Kryptogamen. — Flechten. mit 51 *), die montane Region der Wälder und Voralpen mit 22 und die alpine, an wenigen Stellen die sogenannte subnivale Zone erreichende Region mit 64 Arten. Von der Thalehene bis in die alpine Region verbreitet sind 37, bis in die montane Region 21, von dieser letz- teren bis in die alpine 29 Arten. Im Hinblicke auf den Zweck dieses Büchelchens lässt sich wohl ein so enger An- schluss an jenes System in der Gegenwart noch rechtfertigen. Diese Rücksicht muss wohl auch auf die Liste von blossen Namen ohne alle sonstigen Belehrungen über die Lichenen- flora dieser anziehenden Gegend, deren Zierden wir schon zum Theil aus Hepp, Flechten Europa's, kennen lernten, ausgedehut werden. Leider scheint diese Sammlung aber von dem Verf. der Liste nicht eingehend berücksichtigt zu sein. Ausser mehreren dort vertretenen Standorten dieser Flora sind ihm aber auch wichtige Nachträge und Verbesserungen Hepp's entgangen. Es macht keinen besonders günstigen Eindruck, wenn eine so anziehende, an Nussbäumen um Chur ziemlich häutige Flechte, wie Collema vemiculosum Hepp No. 416, unerwähnt oder vielleicht noch unter „Collema Hildenbrandii" einbegriffen blieb. 14. J. Müller. Lichenologische Beiträge, 4. Als die bei Gelegenheit der Ersteigung des 11,500 Fuss hohen Distelgrates (oder Distelgrätli) , welcher einen Theil des mächtigen und eisigen Aletschgebirges [im nordöst- lichen Wallis] bildet und etwa eine Stunde westlich vom Aletschhorn liegt, von einem Alpen- klubisten Bruu gesammelte Ausbeute giebt Verf. ein Verzeichniss von 16 Flechten, welches wegen jener bedeutenden Höhen der Standorte unter Weglassung der diagnostischen und sonstigen Bemerkungen wiederholt zu werden verdient. Es sind Amplüloma elegans y ferax Müll. Arg., Placodium concolor v. angustum Arn., Thalloedema conglomeratum Mass., Blastenia ferruginea v. melanocarpa Müll. Arg., Baellia ocellata var. tenella Müll. Arg., Gyrophora reticulata (Schär.), Parmelia lanata (VVallr.), P. encausta var. atrofusca (Schär.), Placodium disperso-areolatum Körb., Lecanora gibbosa ß laevata Th. Fr., Lecidea plumbea Mass., L. polycarpa f. eerustacea Anzi, L. vorücosa Körb., L. privigna v. strepsodina. Ausser diesen wurden 2 den Gattungen Placodium [290] und Nesolechia [128] angehörende und als neu beschriebene Arten gefunden. Das Substrat war Gneiss, Quarz und Glimmerschiefer. Italien. 15. A. Jatta. Lichenes Italiae meridionalis. Manipulus primus. Die Arbeit ist nur ein wiederholter Druck der unter dem Titel Lichenum inferioris Italiae manipulus primus in Nuovo Giorn. bot. ital. vol. VI, p. 5 — 58, erschienenen Abhand- lung 2 ), welcher die im Manipulus secundus [s. Ref. 16] erschienenen Nachträge bereits ein- gefügt sind. Daher finden wir hier in dem Conspectus literaturae lichenol. neapolitanae 14 Aufsätze von 12 Verfassern verzeichnet. 16. A. Jatta. Lichenum inferioris Italiae manipulus secundus. Die Hoffnung, welche wir am Schlüsse des Referates über den ersten Manipulus des Verf. aussprachen, ist hiermit bald erfüllt worden. Dieser zweite Beitrag zur neapolitanischen Lichenographie umfasst die von jlem Verf. selbst nach dem Erscheinen des ersten Beitrages in Apulien, Campanien und anderswo gesammelten Lichenen, sowie manche andere, welche zuvor schon von Giordano in Lucanien, von Cesati in Campanien uud der Umgegend Neapels, von Giordano und Visocchi auf Inarime und von Pedicino auf Capri gefunden wurden. Wir wollen wünschen, dass der sorgfältige und seiner Aufgabe mit Liebe hingegebene Forscher seine Hoffnung, weitere Beiträge zu geben, bald in Erfüllung gehen sehen möge. Entsprechend den drei Abschnitten des ersten Manipulus ist auch diese Arbeit ein- geteilt. Im I. Abschnitte giebt Verf. Nachträge zu joner ersten Arbeit, aus denen wir erfahren, dass im Jahre 1829 von Mauri, Orsini und Tenore 15 Flechten gesammelt wurden, dass im Jahre 1872 Copprea eine chemische Analyse des Stereocaulon Vesuvianum Pers. lieferte und dass im Jahre 1874 von Ferren» lü Flechten aufgezählt wurden. Als Nachträge zum II. Abschnitte werden diese Aufsätze aufgezählt, so dass darnach die lichenologische Literatur Neapels 14 Arbeiten von 12 Verfassern umfasst. J ) Alle Zählungen führte Ref. aus. l ) Referat s. in Jauresber. II, S. 79. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 79 Der III. Abschnitt bringt die Aufzählung der weiteren Funde nach dem Körberischen Systeme, 141 Arten, unter denen 2 neue den Gattungen Acarospora [121] und Sagedia [370J angehörige Arten beschrieben werden. Die erstere stellt Verf., obgleich eine ebendort (Vesuv) von Licopoli ') gefundene unbeschriebene, aber durch Figuren charakterisirte Art A. Vesuviana vorhanden ist, auf. Ref. muss der Ansicht des Verf., dass Arten, von denen Name und bildliche Darstellung ohne Beschreibung gegeben sind, nicht als Arten zu berücksichtigen seien, entschieden widersprechen. Die neuen Funde vertheilen sich auf die Gattungen Cladonia 2, Nephroma 1, Solorina 1, Imbricaria 1, Parmelia 2, Pannaria 3, Amphiloma 2, Gyalolechia 1, Dimelaena 1, Placodium 3, Solenospora 1, Acarospora 3, Candelaria 1, Callopisma 8, Rinodina 4, Lecanora 5, Zeora 1, Haematomma 1, Dirina 1, Aspicilia 4, Urceolaria 1, Gyalecta 2, Thalloedema 2, Toninia 1, Blastenia 2, Bacidia 3, Biatorina 3, Biatora 8, Diplotomma 3, Bilimbia 2, Buellia 4, Catülaria 1, Lecidella 4, Lecidea 3, Rhizocarpon 3, Sarcogyne 2, Scoliciosporum 1, Lecanactis 1, üpegrapha 6, Arthonia 2, Trachylia 1, Xylographa 1, Calicium 1, Coniocybe 1, Endopyrenium 4, Acrocordia 1, Sagedia 3, Verrucaria 9, Arthopyrenia 4, Limboria 2, Lecothecinm 1, Collema 3, Synecho- blastus 2, Plectopsora 1, Coccodinium 1, Cclidium 1, Habrothallus 1, Sphinctrina 1, Pharcidia 1. Ausser den neuen Funden werden 12 bereits früher erwähnte mit neuen Stand- orten citirt. Zurückgezogen werden üpegrapha Lecanactis Mass. und Gyalecta scutellaris Bagl. Unter den neuen Funden sind erwähnenswerth: Solenospora Requieni Mass., Rinodina Oleae Bagl., Dirina repanda (Ach.), Urceolaria ocellata (Vill.), Gyalecta geoica (Wahlb.), Thalloedema diffracticm Mass., Tft. tabacinum (Ram.), Bacidia atrogrisea (Delis.), Diplo- tomma Caricac Bagl., Buellia dispersa Mass., JB. tumida Bagl., Sacrogyne pusilla Anzi, Sagedia amygdali Mass., Limboria corrosa Körb, und i. actinostoma (Ach.). Unter dem anorganischen Substrat ist wiederum Tuff, vulkanisches Gestein und Kalk fast ausschliesslich vertreten. Als seltene oder bisher unbekannte Uebersiedlungen auf Kalk verdienen beachtet zu werden diejenigen von Pannaria microphylla (Sw.), Amphüoma elegans (Link), Dime- laena oreina (Ach.), Aspicilia aquatica Körb., Lecidella insularis (Nyl.) 2 ) und Rhizocarpon geographicum (L.). Die Aufzählung der einzelnen Arten und Varietäten ist in der gleichen Weise, wie im I. Manipulus ausgeführt. Von den Exsiccateu wird hier auch auf andere ausser dem Erb. crittog. Italiano verwiesen. Ausser den Diagnosen der neuen Arten werden keine diagnostischen Bemerkungen gegeben. Der unbedingte Anschluss des Verfassers an Massalongo und Körber in einer Zeit, da derartige Anschauungen mit Recht immer mehr unmodern zu werden beginnen, tritt in dieser Arbeit besonders auffallend hervor. Auf der beigefügten Tafel werden Durchschnitte der Apothecien, die Sporen, Schläuche und Paraphysen der neuen Arten und einer neuen var. celtidicola Jat. von Lecanactis lyncea Sm. dargestellt. 17. A. Jatta. Lichenes Italiae meridionalis. Manipulus secundus. Diese Abhandlung ist ein wiederholter Abdruck der im vorhergehenden Referate besprochenen. Als Nachtrag zur lichenologischen Literatur Neapels wird eine Arbeit von Briganti genannt, so dass die Zahl der betreffenden Arbeiten auf 15 gestiegen ist. Verf. macht darauf aufmerksam, dass Briganti in einer Nota in jener Arbeit ein von ihm ver- fasstes Werk, Lichenographia Vesuviana, citirt, das ihm unbekannt geblieben und von dem er glaubt, dass es nie erschienen ist. Belgien. 18. C. H. Delogne. Contribulions ä !a flore cryptogamique de Belgique. HI^ me fasc. Der auf die Lichenen fallende Antheil der Arbeit besteht nur in der Bekannt- machung eines Standortes von Psoroma fulgens Körb. Grossbritannien und Irland. 19. W. A. Leighton. Lichenological Memorabiiia No. 6. In dem ersten Theile der Fortsetzung seiner Memorabilien giebt der Reverend Verf. statt einer geognostisch - lichenologischen oder doch wenigstens butanisch -geographischen ') Stor. nat. delle Critt. del Vesuvio, Ann. di Sc. fis. e nat. vol. V, p. 18 e 35, tav. II, fig. 5—9. 2 ) Die Angabe, ob sie zwischen Lecanora sorduia wächst, ist nicht gemacht. — Ref. 80 Kryptogamen. — Flechten. Schilderung der von ihm durchforschten Gegenden von Nord- und Süd -Wales historische Betrachtungen über die Entstehung jener menschlichen Wohnstätten und Nachrichten über dort vorgefundene Kirchenbauart und Kirchenornamentik. Unter den aufgezählten Lichenen befinden sich 4 neue, von denen aber nur zwei, eine Melaspilea [241] und eine Lecidea [188J mit einer diagnostischen Bemerkung versehen sind, und die letztere noch als fragliche Flechte hingestellt wird. Die beiden anderen sind nur c. nomine bezeichnet, also vorläufig als Arten autore Leight. nicht zu betrachten. Ueberhaupt werden von allen anderen gefundenen Flechten nur die Namen mit den Standorten und Unterlagen angegeben ohne jegliche andere Bemerkungen. Bei dem ersten Standquartier Trefrin im Conway-Thale fand Verf. in Wäldern auf der Rinde der Eiche, Buche, Erle, Bergesche, Birke, des Holzapfelbaumes, des Epheues, der Stechpalme, Sycomore, Fichte, Tanne und Weide 44 Arten, unter denen Arthonia asper- sella Leight. , Opegrapha involuta Nyl. , 0. viridis Pers. , Verrucaria megaspora Nyl. , V m conformis Nyl., auf Felsen 17 Arten, unter denen Verrucaria horistica Leight., V. meso- tropa Nyl., Lecidea sublcochiana Nyl., L. dealbatula Nyl., L. panaeola Ach., Lecanora argopholis Wahlb, auf Felsen am Wasserfall 17 Arten, unter denen Verrucaria lucens Tayl., V. peripherica Tayl., Lecidea leiotea Nyl., L. leucoclinella Nyl. Am See Llyn Geirionydd sammelte L. 19 Flechten, zu Llanrochwyn 3, bei dem Conway-Falle 7. In Süd- Wales fand Verf. um Bwilth 25 Lichenen. An Küstenfelsen von Nord- Wales sammelte L. um Pwlhelli 21 Arten, an einem anderen Punkte 4 und zu Llanbedroy bei Pwlhelli 23, unter denen Lecidea biformigera Leight., L. concreto, Wahlb., Calicium trajectum Nyl. An Felsen des Seees Llyn Dinas bei Beddgelert wurden 7 Formen gefunden. Auf dem Heimwege sammelte L. zu Barmouth an dem Original-Standorte des Autors Lecidea Taylori Salw., ferner Pyrenopsis fuscatula. Schliesslich erwähnt Verf. die Entdeckung von Thelocarpon superellum Nyl. durch Philipps bei Trefrin. 20. W. A. Leighton. Lichenological Memorabilia No. 7. In dem ersten Abschnitte wird eine statistische Uebersicht über den Zuwachs der britischen Lichenenflora gegeben. Verf. schliesst aus der Thatsache, dass die Zahl der nach seiner Liehen Flora of Great Britain vom Jahre 1872 für dieses Gebiet bekannten Lichenen um 200 gewachsen ist, so dass die Gesammtzahl aller Flechten dieser Flora jetzt fast 1000 beträgt, dass das Studium der Lichenologie in seinem Vaterlande sehr zugenommen hat. Die 200 Arten vertheilen sich auf die Gattungen des Nylanderischen Systemes folgender- maassen: Spilonema 1, Pyrenopsis 1, Collemopsis 1, Collema 20, Leptogium 7, Leptogidium 1, Calicium, 2, Coniocybe 1, Boccella 1, Alectoria 5, Evernia 2, Bamalina 3, P eltiger a 1, Solorina 1, Nephromium 1, Peltigera 1, Parmelia 3, Physcia 1, Umbilicaria 1, Pannaria 2, Squamaria 3, Placodium 2, Lecanora 38, Pertusaria 2, Lecidea 71, Xylographa 4, Ptycho- grapha 1, Opegrapha 7, Arthonia 4, Melaspilea 1, Thelocarpon 2, Verrucaria 8 und Obryzum 1. 21. W. A. Leighton. Lichenological Memorabilia No. 9. Es werden die Diagnosen von 4 Lichenen, welche Larbalestier 1875 im Connemara- Districte des westlichen Irlands sammelte, und welche Verf. für neu hält, geliefert. Eine derselben gehört zur Gattung Verrucaria [378], die 3 übrigen zu Lecidea [148, 153, 215]. 22. J. M. Crombie. On a new british species of Xylographa. Verf. giebt die englische Uebersetzung der Beschreibung einer von ihm in Britannien gefundenen und von Nylander als neu aufgestellten Art, Xylographa laricicola. Seit einer Reihe von Jahren bereichert der Verf. die lichenologische Literatur mit Aufsätzen, die in nichts als Uebersetzungen Nylanderischer Diagnosen, Anschauungen etc. in seine Muttersprache bestehen. Verf. scheint es entgangen zu sein, dass die seit Alters her gepflegte Nicht- beachtung continentaler Gcistesproducte Seitens seiner Landsleute längst immer mehr zu schwinden begonnen hat. Offenbar will C, da er die Eigenthümlichkeit seiner Landsleute kennt, es verhüten, dass seine Heimath betreffende Urtheile Nylander's unbeachtet bleiben, da sonst die für einen Lichenologeu wenig schmeichelhafte Voraussetzung, dass er eine Zeitschrift wie die Flora, welche in den letzten Jahrgängen je 14 und 13 lichenologische Abhandlungen brachte, unbeachtet lasse, unerklärlich bleibt. Wie bisher solche Aussprüche Nylander's als eitele Wahrheit hingenommen wurden, so auch in diesem Falle. Die originalen Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 81 Zusätze des Verf. bestehen darin, dass er das bisher unbekannte Wachsthum einer Xylo- grapha auf Rinde hervorhebt und auf den von Th. Fries in Lieh. Scand. I, p. 638 erwähnten Fall hinweist, da X. parallela in Finmarken [nicht Fiuland, wie C. schreibt — Ref.] auf Rinde gefunden wurde. Die von Th. Fries hervorgehobenen Abweichungen im Habitus der Apothecien, überhaupt die grosse Aehnlichkeit der Diagnosen beider Flechten hätte nun C. zu einer Untersuchung anleiten müssen, ob wirklich X. laricicola eine gute Art oder nur jene von Th. Fries beschriebene, durch das Substrat veranlasste Formänderung von X parallela ist. Wenigstens der Nachtrag der differentiellen Diagnose , welche der Autor unterliess, wäre sehr wünschenswerth gewesen, um die begründeten Zweifel, ob sich der Autor nicht durch das aussergewöhnliche Substrat zur Aufstellung einer neuen Art verleiten Hess, nur einigermaassen zu verscheuchen. 23. J., EI. Crombie. On twa new British species of Collemacei. Verf. giebt die englische Uebursetzung der lateinischen Diagnosen zweier neuen britischen Collemacei, Pyrenopsis phylliscella und Collcma granuliferum Nyl., welche seit dem Erscheinen von des Verf. Revision of the Uritish Collemacei ') entdeckt werden. Von Collema granuliferum werden 5 Standorte angegeben. Es werden 2 Formen erwähnt, eine breitere, zu welcher C. flaeeidum var. microlobum Nyl. olim in Crombie, Enum. p. 5, zu bringen ist, und eine schmälere, welche leicht für C. pulposum f. gremulatum gehalten werden kann. Dieses Collema hält Verf. für eines von denen, welche den Thallus von Solorina saccata var. limbata verdrängen und obliteriren 2 ). 24. J., M. Crombie. Recent additions to the British Lichen-Flora. Unter den 36 neuen Beiträgen zur britischen Lichenenflora befindet sich eine neue Art Pilophoron strumaticum Nyl., von welcher aber nur der Name gegeben wird. Dieselben werden gebildet durch die seit dem Erscheinen der letzten Recent additions des Verf. 3 ) von Leighton und Nylander als neu beschriebenen und in diesem Gebiete entdeckten, sowie der vom Verf. für diese Flora neu aufgefundenen Arten. Der Zuwachs der britischen Lichenen- flora vertheilt sich auf die Gattungen: Pyrenopsis 1, Collemopsis 1, Collema 2, Pilophoron 1, Alectoria 1, Parmelia 1, Physcia 1, Lecanora 7, Pertusaria 1, Lecidea 12, Xylographa 1, Ptychographa 1, Arthonia 1, Melaspilca 1, Thelocarpon 1, Verrucaria 1, Obryzum 1 und Endococcus 1. Die beigefügten Bemerkungen, sowohl die Reproductionen Nylanderischer Ansichten, als auch die Mittheilungen eigener sind einer Wiederholung unwerth. 25. W. Joshua. On tlie Collemei of the Circencester or Cotteswold district. Der bis in die neueste Zeit undurchforscht gebliebene Cotteswold -District im west- lichen England liegt nach dem Verf. auf der grossen Oolith- Formation nahe einer der Quellen der Themse und besteht aus einer langen Fläche in dem östlichen Theile von Gloucestershire , welche sich von 500 zu 1000 F. erhebt. Der Boden hat verschiedene Zu- sammensetzung, in welcher schwefelsaure Thonerde und Kalk vorherrschen. Die Luft ist scharf, die Temperatur jedoch nicht unregelmässig. Die poröse Beschaffenheit des Oolithes liefert einen sicheren Standort für die grösseren Collemei, welche besonders an den häufigen Steinmauern gedeihen, da sie dort jeden herabfallenden Tropfen Feuchtigkeit aufsaugen können, während die kleineren Formen den frischen Mörtel der Oberfläche oder die Seiten von feuchten, schattigen Dämmen in nicht zu dunkeln Gassen wählen. Verf. hebt die sonderbare Thatsache hervor, dass diese Flechten, obgleich sie (nach Church) im besten Wachsthume 75—95 °/„ Wasser enthalten, doch anderen in der Widerstandsfähigkeit gegen grösste Hitze wie Kälte nicht nachstehen. Unter den 23 Arten, welche Verf. mit den Angaben ihrer Substrate und Standorte aufzählt, ist nur eine rindenbewohnende Form, Collema nigrescens Huds. Dieselben vertheilen sich auf die Gattungen : Collemopsis2, Collema 10 waöi Leptogium 11. 26. H. Mac Millan. On the rare Jüchens of Glencroe, Argylishire 4 ). Im Jahre 1874 hat Verf. in Glencroe mehrere in Grossbritannien seltene Flechten gesammelt, unter denen Parmelia laevigata, P. Millaniana, P. Mougeotüi und P. diatrypa. J ) S. Jahresber. II, S. 112. 2 ) Vgl. Jahresber. I, S. 152, und II, S. 118. 3 ) 3. Jahresber. II, S. 83. 4 ) Nach einem Referate in Journ. of bot. 1875, p. 249. Botanischer Jahresbericht III. ß 82 Kryptogamen. — Flechten. 27. J. Stirton. Lichens british and foreign. Die 14 Grossbritannien angehörenden, als neu beschriebenen Arten und Unterarten gehören zu den Gattungen Physcia [275], Lecanora [89, 96], Lecidea [124, 125, 127, 130, 132, 160, 164, 165, 186], Opegrapha [247] und Ärthonia [8]. In handschriftlichen Bemer- kungen an den Kef. wird Lecidea corollidea zurückgezogen, ebenso wird der Name der neuen Art L. relicta in relictula umgeändert. Für Lecidea plicatilis Leight wird ein neuer Standort angegeben. Schweden und Norwegen. 28. J. Hulting. Bidrag tili kännedomen om Bohusläns lafvegetation. Als einen Beitrag zur Lichenenflora Bohusläns [Westküste von Schweden] giebt Verf. eine Liste von 233 Arten und Unterarten, welche er während eines kurzen Aufent- haltes zu Strömstad und eines noch kürzeren zu Gustafsberg sammelte. Von der ersteren Stadt dehnte er seine Ausflüge weiter aus. und durchforschte auch 5 kleine Inseln an der Küste. Mit Becht macht Verf. auf den Beichthum der dortigen Flechtenvegetation auf- merksam, er hofft, dass weiter ausgedehnte Exkursionen in das Innere diese Fülle noch ver- mehren werden, namentlich die Zahl der Baumfiechten. Die Liste der gefundenen Arten, welche nur die Namen , Standorte und leider nur wenige Substrate angiebt , ist nach dem neuesten Systeme von Th. Fries abgefasst , ohne aber die Classen und Familien äusserlich abzugrenzen. Schon deshalb dürfte eine Wiedergabe der Gattungen nach der Beihe, wie sie Verf. vorführt, wichtig erscheinen l ). Die Arten vertheilen sich auf die Gattungen Usnea 1, Alectoria 2, Evernia 1, Bamalina 3, Stereocaulon 6, Cladonia 20, Cetraria 7, Parmelia 11, Physcia 6, Xanthoria 2, Umbilicaria 1, Gyrophora 5, Caloplaca 6, Binodina 2, Aca- rospora 1, Lecanora 21, Lecania 2, Haematomma 2, Lcmadophila 1, Urceolaria 1, Pertn- saria 3, Sphyridium 1, Baeomyces 1, Toninia 1, Bacidia 7, Bilimbia 4, Biatorella 1, Sar- cogync 2, Psora 3, Biatora 11, Lecidea 11, Catillaria 5, Arthros})ora 1, Buellia 5, Bhizo- carpon 3, Sphaerophorus 2, Goniocybe 1, Chaenotheca 1, Calicium 4, Sphinctrina 1, Der- matocarpon 1 , Microglaena 2, Staurothele 1, Verrucaria 6, Gyalecta 2, Graphis 1 , Ope- grapha 4, Lecanactis 2, Ärthonia 4, Coniangium 3, Sagedia 2, Thelopsis 1, Acrocordia 1, Arthopyrenia 4, Tomasellia 1, Leptorrhaphis 2, Sticta 3, Nephroma 1, Peltigera 5, Pan- naria 4, Massalongia 1, Leptoginm 3, Collema 3, Polyschidiitm 1, Lichina 1, Porocyphus 1, Pyrenopsis 1, Phylliscum 1, Ephebe 1, Amphiloma 1. Unter den aufgezählten Arten ist eine für die skandinavische Halbinsel neue Flechte, nämlich Thelopsis rubella Nyl., welche noch dazu auf Stein gefunden wurde. Ferner sind ausser den bereits in Th. Fries, Lieh. Scand. I aufgenommenen folgende Arten unter den Funden hervorzuheben: Lecanora epanora Ach., L. atriseda Fr., L. lacustris (With.), Microglaena redueta Th. Fr., Verru- caria acrotelloides Mass., V. margacea Wahlb., Gyalecta fagicola (Hepp), Lecanactis Dil- leniana (Ach.), Ärthonia marmorata Ach., Coniangium proximellum (Nyl.), C. patellu- latum (Nyl.), Sticta amplissima Scop., Pannaria plumbea Lightf. , Collema verrucaeforme Ach., C. granuliforme Nyl. , Porocyphus areolatus Flot. , Pyrenopsis subareolatus Nyl., Phylliscum endocarpoides Nyl. 29. P., G., E. Theorin. Ombergs Lafvegetation. Verf. legt die in einer früheren Abhandlung 2 ) nach einer beabsichtigten Wieder- holung des Besuches des Omberges in Aussicht gestellten weiteren Beiträge zur Kenntniss der Flechtenflora dieses Berges vor. Da die Zeit von fast 5 Wochen auf die Erforschung dieses engen Floreugobietes ohne Störung verwandt werden konnte, so können wir in dieser Arbeit eine fast erschöpfende Monographie des Omberges begrüssen. Es verdient dieses Ver- fahren der gründlichen Durchforschung kleinster Florenbezirke die eifrigste Nachahmung. In Bezug auf die geologischen Eigentümlichkeiten verweist Verf. auf seine frühere Arbeit. Es wird eine Vergleichung zwischen der Flora des eigentlichen Omberges und der auf ent- ') Fachgenossen , welche seit dem Erscheinen von Th. Fries Lieh. Scand. sich mit den Thallusgonidien ,6iiigi'honfi beschäftigten, werden die Classen in der Liste leicht abgrenzen, Sonst kann auch behufa Orientirung ,;"i'glkhiii hii'Jiii Jahresbtr. II, S. 95— 9G. 2 ) Anteckuingar om Ombergs lafvar, 1874. S. Jahresber. II, S. 96. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 83 sprechenden Substraten vorkommenden */ 4 Meile vom Fusse des Berges entfernten angestellt, deren Wiedergabe sich den Grenzen eines Referates kaum anpasst. Verf. hebt hervor, dass auf dem wenig hohen Omberge Spuren einer arktischen Lichenenfiora auftreten. Die Haupt- masse der Flechten besteht natürlich in solchen, welche im mittleren und südlichen Schweden vorkommen, jedoch treten dort manche Flechten auf, welche in diesen Landestheilen selten oder sehr zerstreut sich vorfinden, nämlich Gyalecta Ilotoivii, Thelotrema lepadinum, Ba- cidia albescens, B. abbrevians , B. acerina, B. vermifera, Pachyphiale corticola, Biatora erythrophaea, B. silvana, B. helvola, Bilimbia rufidula, Arthonia lilacina, Calicium lenti- culare, C. alboatrum, C. hospitans, Leptorrhaphis lucida. Als eine weitere auffallende Er- scheinung wird die Seltenheit von Usnea und Bryopogon , dagegen die grosse Menge von Biatorina tricolor , Cetraria glauca und Barmelia physodes , ausserdem das Zurücktreten der Erdfiechten hervorgehoben. In der Aufzählung der Arten, welche nur mit ihren Namen, Standorten und Unter- lagen angeführt werden, folgt Verf., soweit es eben möglich, der Auffassung vou Th. Fries in Lieh. Scand., welcher die Funde theilweise bestimmte. Es sind auch die bereits in jener früheren Arbeit verzeichneten mit aufgenommen 1 ), um einen guten Ueberblick über diese Florula zu gewähren, vermisst wird nur bei diesem durchaus zu billigenden Verfahren die äusserliche Kennzeichnung der neuen Beiträge gegenüber den alten. Die erste Liste in der früheren Arbeit zählte nach dem Verf. 265 Arten und Unterarten, in Wahrheit jedoch 236 [nach Abzug der Varietäten und Formen — Ref.] auf, als neue Beiträge zählt Ref. 70 Arten, so dass die ganze Florula 295 umfasst. Die neuen Beiträge vertheilen sich auf die Gattungen Bamalina 1, Cetraria 1, Nephroma 1, Sticta 1, Parmelia 1, Xanthoria 1, Pannaria 1, Placodium 1 , Acarospora 1, Lecania 1, Lecanora 4, Caloplaca 3, Binodina 1, Aspicilia 1, Gyalecta 1, Cladonia 1, Toninia 3, Bacidia 4, Bilimbia 3, Psora 2, Biatorina 3, Bia- tora 5, Mycoblastus 1, Lecidea 3, Sarcogyne 1, Bhizocarpon 4, Opegrapha 1. Arthonia 1, Coniangium 1, Calicium 1, Coniocybe 1, Dcrmatocarpon 1. Segestria 1, Pyrenula 1, The- lidium 2, Verrucaria 1, Arthopyrenia 2, Tomasellia 1, Leptorrhaphis, Endococcus 1, Col- lema 3 und Lepiogium 1. Von den neuen Funden sind ausser den bereits genannten, in- soferne als sie nicht schon in Th. Fries, Lieh. Scand. I aufgenommen wurden, zu erwähnen Sticta herbacea (Huds.), Lecanora atriseda (Fr.), Aspicilia lacustris (With.), Toninia aro- matica (Sm.), Biatora gibberosa (Ach.), Opegrapha conferta Anzi, Segestria Körberi (Flot.), Thelidium amylaceum Mass. auf Granit [!?], Th. Zivackhii (Hepp), Arthopyrenia stenos- pora Körb., A. pityophila Th. Fr. et Blomb. 30. P., J. Hellbom. Bidrag tili Lille Lappmarks lafflora. Verf. ist endlich dazu gelangt, die Untersuchung der auf seiner Reise in Lule Lapp- mark im Jahre 1871 2 ) gesammelten Lichenen abzuschli essen und die Liste derselben zu ver- öffentlichen. Er begnügte sich mit einer blossen Aufzählung, da er behufs einer vollständigen Schilderung noch die bisher in lichenologischer Hinsicht unbekannten Gegenden jener Lapp- mark zu durchforschen gedenkt. In Betreff der Wahl der Artennamen schliesst sich Verf. an Th. Fries Lieh. Scand. an, einige Abweichungen bat er zu begründen gesucht, jedoch stützen sich seine Begründungen solcher Aenderungen nicht, wie bei Th. Fries, auf die Un- tersuchung von Originalien. Mit der Aufzählung der Ausbeute des Jahres 1871 ist diejenige des Jahres 1865 verbunden, welche bereits früher 3 ) von dem Verf. veröffentlicht wurde. Was diese letztere betrifft, so sind einige Bestimmungen verbessert. Die jetzt hinzukommen- den 90 Arten vertheilen sich auf die Gattungon Bryopogon 1, Cetraria 1, Parmelia 1, Pan- naria 2, Lecothecium 1, Placodium 2, Acarospora 1, Lecanora 3, Pertusaria 2, Varicel- laria 1, Binodina 2, Aspicilia 3, Hymenelia 1, Gyalecta 2, Cladonia 4, Gyrophora 1, Toninia 2, Biatorina 2, Biatora 10, Biatorella 1, Lopadium 1, Catolechia 1, Arthrospora 1, Lecidea 14, Sarcogyne 1, Buellia 3, Bhizocarpon 4, Opegrapha 1, Normandina 1, En- docarpon 2, Belonia 2, Segestria 2, Polyblastia 1, Thelidium 1, Verrucaria 2, Collema 3, Leptogium 2, Polyschidium 1, Pyrenopsis 2, Spilonema 1 und Ephebe 1. Es sind die *) Aspicilia verrucosa ist fortgelassen, ohne dass dies begründet wird. — Ref. 2 ) H. hatte auf die Ausbeute dieser Reise eine Subscription eröffnet. 3 ) Lieh. Anteckn. fran en resan i Lule Lappmark, ibidem Arg. 22, p. 451—478. 84 Kryptogamen. — Flechten. Standorte und Substrate ausführlich angegeben. Unter den beigefügten Bemerkungen ver- dient kaum eine besonders hervorgehoben zu werden. Die mit strengster Consequenz von Th. Fries auf anatomischer Basis durchgeführte Sonderung des lecanorinen und lecideinen Apotheciums verwirft Verf. Offenbar hat er diese Angelegenheit nicht von allen Seiten erwogen, wie wir dies im Referate über jene Ansicht von Th. Fries ') ausführten , da ihm sonst das „entweder — oder" mehr zu Bewustsein gelangt sein möchte. Es bleibt nämlich nur die Wahl, vorläufig, bis wir mit unserer Wissenschaft weiter gelangt sind, das Vorhan- densein von Gonidien, uicht wie Verf. will, den Habitus entscheiden zu lassen, oder die Son- derung der beiden Apothecientypen fahren, dann aber auch alle Folgen, d. h. ein Chaos, ein- treten zu lassen. Sonderbar ist es, dass Verf. behufs Entscheidung dieser Frage in zweifel- haften Fällen nicht zum Microscope greifen will, während er dies doch thun mus«, um eine Biatorina , Bilimbia, Buellia etc. festzustellen. Neue Arten werden hier nicht aufgestellt, dagegen sind folgende höchst anziehende Funde zu erwähnen : Bryopogon Fremontii c. ap., Pannaria HooJceri (Sm.). P. elaeina Wahlb., Lecunora epanora Ach., Aspicilia complanata Körb., Gyaleeta peziza (Mont.), Toninia acervulata Nyl., T. fusispora (Hepp), * Biatora Siebenhaar iana Körb., B. obnubila Th. Fr. et Hellb., B. epiphaea (Nyl.) , Biatorella micro- haema Norm., Lopadium fecundum Th. Fr., Lecidea furvella Nyl., L. pallida Th. Fr., L. pycnocarpa Körb., L. conferenda Nyl., Buellia leptocline (Flot.), B. Copelandi Körb., B. pallescens * glaucescens Th. Fr., Opegrapha abscondita Th. Fr., Endocarpon uvulare Norm., Belonia russtda Körb. , B. incarnata Th. Fr. et Graewe , Segestria mamillosa Th. Fr., Polgblastia terrestris Th. Fr., Thelidium methorium (Nyl.), Pyrenopsis haematopis (Sommf.), P. ocellata Th. Fr. und Spilonema revertens Nyl. Am Schlüsse giebt Verf. eine Tabelle, in welcher er die in Lule Lappmark gefun- denen 346 Arten den in Th. Fries, Lichenes arctoi, aufgezählten 390, wie sie sich beider- seits auf die einzelnen Familien vertheilen, gegenüberstellt. Wir entnehmen aus dieser Tabelle, dass in allen Familien die beiderseitigen Artenzahlen mehr oder weniger den Gesammtzahlen entsprechen, nur die Lecideei von Lule Lappmark stehen als 125 den in Lichenes arctoi angeführten 107 gegenüber. 31. F. C. Schübeier. Die Pflanzenwelt Norwegens. Wie schon aus dem Titel das Programm dieses schönen Werkes ersichtlich und die Worte der Einleitung es bestimmt aussprechen, Verf. wollte keine „Flora Norwegens" schreiben. Was sich in den Rahmen eines Referates einfügen lässt, ist nur wenig. Nach dem Verf. hat man bisher in Norwegen 500, auf 80 Gattungen [welches Systemes ? — Ref.] vertheilte, Arten gefunden. Die übrigen Angaben über die Verwendung von Cetraria islan- dica, C. nivalis, Gyrophora proboscidea und Cladonia rhangiferina als Getreideersatzmittel, von Gyrophora jmstulata, G. vellea und Lccanora tartarea als Färbemittel, sowie sonstige kulturhistorische Notizen, welche sich an diese Flechten und Everuia vulpina und Peltigera aphthosa anknüpfen, sind den sich von solchen Studien angezogen fühlenden Fachgenossen dringend zu empfehlen, denn eine Wiedergabe durch ein Referat ist nicht möglich. Finland. 32. J., P. Norrlin. Herbarium Lichennm Fenniae. Fase. I— IV. Es gehört zu den angenehmen Seiten der Thätigkeit eines Referenten, über Lei- stungen zu berichten, wie die vorliegende, in welcher grosser Fleiss und innige Liebe zur Sache mit gediegener praktischer Kenntniss und beneidenswerthem ästhetischem Sinne in seltener Vereinigung uns eine Arbeit vorführen, welche man, in dieser Weise fortgesetzt, unter den bisherigen Leistungen auf diesem P'elde zu denen höchsten Ranges wird rechnen können und müssen. Ist schon jedes derartige Unternehmen gerade in der Lichenologie mit Dank aufzunehmen, so verdient dieses dankbare Anerkennung um so mehr, als es die Ausbeute mühseliger, zeitraubender und kostspieliger Reisen in einem so unwirthlichen Lande, wie das mittlere und nördliche Finland, bildet. Es ist dies die eine Seite, nach welcher hin dieses Unternehmen mit allgemeiner Freude begrüsst wird, nämlich dass uns jetzt endlich ,die .-reichen Flechtenschätze dieses Landes, von denen Mittheilungen nur in wenige aus- ') 8. Jataresber. II, S. 56-57. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 85 erwählte Herbarien gelangten, und welche die meisten nur durch die Beschreibungen kannten, durch Antopsie kennen zu lernen Gelegenheit geboten wird. Allein das Unternehmen erlangt eine Bedeutung von viel grösserem Umfange, von viel bedeutenderer Tragweite in mehrfacher Hinsicht dadurch, dass Nylander die Bestimmungen der herausgegebenen Exemplare über- wacht. Es gelangt nämlich hiermit einerseits eine Fülle von authentischen Exemplaren, in- dem gerade aus diesem Lande Nylander alljährlich eine grosse Zahl neuer Arten publicirt, zum Studium seitens der Fachgenossen, andererseits aber lernen wir die Auffassung Nylan- der's von anderen Arten durch Belege kennen. Allein dieses Unternehmen hat noch eine viel wichtigere Seite: es werden die Dokumente Nylanderischer Forschungsweise, Nylander rischer Anschauung von der Flechten weit vorgelegt, vor allem werden die Belege für seine neueste Auffassung des Art- und Gattungsbegriffes allgemeiner zugänglich gemacht, und die Zukunft wird es bringen, ob diese Denkmale jener Geistesrichtung zugleich die Grab- male derselben wurden. Dies alles verleiht dieser Sammlung einen höheren Werth, aber auch einen besonderen Reiz. Die weit überwiegende Mehrzahl der Exemplare wurde von dem Herausgeber selbst gesammelt, nach ihm lieferte die meisten Beiträge E. A. Lang, ihm folgt F. Elfving und endlich lieferten einzelne S. 0. Lindberg und Th. Simming. Hoffentlich werden bald alle Flechtenfreunde des Landes diesem höchst löblichen Unternehmen ihre mitwirkende Thätig- keit zuwenden. Vor der eingehenden Besprechung erscheint es zweckmässig, ein Verzeichniss der 200 Exemplare, welche nach dem Nylanderischen Systeme geordnet, Arten von 43 Gattungen desselben liefern, vorauszuschicken, um so mehr als die Sammlung nur für eine kleine Zahl von Privat -Herbarien bestimmt ist 1 ). Alectoria nidulifera Norrl. 15; A. sarmentosa Ach 14, c. ap. Artlionia dispersa (Schrad.) 47; A. marmorata Ach. 46a, b; A. scandinavica (Th. Fr.) 48. Baeomyces icmadopMlus (Ehrh.) 97; B. rufus v. carneus Flor. 98. Calicium * brunneolum (Ach.) 8; C. chrysoeephalum Ach. 3; C. curtum Borr. 9; C. disseminatum * viridulum (Ach.) 11; C. lenticulare Ach. 10a, b; C. melanopliaeum Ach. 7; C. phaeoccphalum Turn 4, — v. ecrustaceum Nyl. 5; C. trichiale Ach. 6. Cetraria crispa f. expallida Norrl. 107, — f. robusüor 106, — f. subtubulosa Fr. 105a, b; G. Delisei Borr. 108a, b, c c. ap. Cladina amauroeraea Flor. 82a, b c. ap., — f. constipata Norrl. 83, — f. fruti- culescens Norrl. 84; C. rangiferina (L.) 80; C. uncialis (L.) c. ap. 81. Cladonia acuminata (Ach.) 57a, b; C. bacillaris (Ach.) Nyl. 75; C. cariosa (Ach.) 58a, b; C. comueopioides (L.) 76; C. cornuta (L.) 66; C. crispata (Ach.) 77a, b, c, — f. 78, — f. divulsa (Del.) 79a, b; C. decortieata Flor. 69, C. degenerans v. anomoea Ach. 72, — v. haplotea Ach. 70a, b, c, — v. — f. fuseescens Nyl. 71; C. delicata Flor. 74; ü. fim- briata * fibula Ach. 59, — * — f. 60; C. gracilis f. aspera Flor. 65a, b, v. chordalis Flor. 63 a, b, — v. — f. 64a, b, — f. lujbrida Ach. 61, — f. — prolifera 62; C. lepidota (Ach.) Nyl. 73; C. macrophylla (Schär.) 68; C. pyxidata (L.) 56; C. verticillata Flor. 67. Collema crispum v. granidatum Ach. 151, C. furvum Ach. 152, C. quadratum Lahm 153. Coniocybe subpallida * obscuripes Nyl. 2. Endococeus gemmifer (Tayl.) 100. Euopsis haemalea (Sommf.) Nyl. 101a, b. Evernia divaricata (L.) 18; E. furfuracea (L.) 17; E. prunastri (L.) 16. Gonionema velutinum (Ach.) 51a c. ap., b. Gyrophora flocciüosa Hoffm. c. ap. 91; G. pölyphylla (L.) Nyl. 92, — f. com- plicata Norrl. 93; G. polyrrhiza f. luxurians Ach. 94; G. spodochroa (Ehrh.) 89; G. tor- rida (Ach.) Nyl. (subintegra) 90. ') Bef. glaubt den Besitzern dieser Sammlung einen Dienst zu erweisen durch Aufzählung de» Inhalte« in alphabetischer Beihenfolge. 86 Kryptogamen. — Flechten. Lecanora älbella f. peralbella Nyl. 138; L. alboatra v. margaritacea Sommf. *) 42; Z. allopliana * mesophana Ach. 131; Z. angulosa Ach. 137a, b, c; Z. anoptoides Nyl. 129; Z. atrynea (Ach.) Nyl. (corticola) 132; Z. cateüea (Ach.) Nyl. 136; Z. cerma v. stiZ- licidiorum (Wahlb.) 154; Z. chlarona (Ach.) Nyl. 133 a, b, — v. coelocarpa (Ach.) Nyl. 134a, b; Z. crassescens Nyl. 159; Z. dimera Nyl. 140, — f. dubitans Nyl. 141; Z. dispersa f. atrynella Nyl. 144a, b; Z. galactina f. lignaria Nyl. 139; Z. hypoptoides Nyl. 125, — f. 126; Z. irrubata (Ach.) 41; Z. Jungermanniae (Vahl) 155; Z. leprothelia Nyl. 161; Z. melanaspis Ach. 160a, b; Z. mniaroeiza Nyl. 158; Z. paroptoides Nyl. 127, — v. livescens (Nyl.) 128; Z. piniperda Körb. 130; Z. polyspora (Th. Fr.) 156; Z. nt&m (Ach.) 162; Z. sophodes * laevigata (Ach.) 157; Z. subintricata Nyl. 142a, b. — (corticola) 143a, b; Z. subrugosa Nyl. 135. Lecidea abbrevians Nyl. 186; Z. albofuscescens Nyl. 181; Z. anthracophila Nyl. 169 a, b c. ap.; Z. atrofusca (Flot.) f. 167; Z. bacülifera f. circumspecta Nyl. 185; Z. ca«- dafa Nyl. 198a, b; Z. crassipes Th. Fr. 194a, b; Z. decolorans Flor. 164, — f. escharoides (Ehrh.) 165; Z. denigrata Fr. 177; Z. disciformis Fr. 196 a, b, — v. leptocliniza Nyl. 197; Z. expmisa Nyl. f. demarginata Nyl. 179; Z. fuliginea Ach. 166; Z. globulosa Flor. 176; Z. glomerulosa (DG.) Nyl. 192; Z. gyrizans Nyl. 200; Z. improvim Nyl. 189a, b, c; Z. lugubris Sommf. 191; Z. leptocline* hypopodioides~Ny\. 199; Z. melaena Nyl. 180; Z. mis- celliformis Nyl. 168; Z. muscorum (Sw.) 188; Z. nigritiüa Nyl. 195; Z. obscurella** lieterella Nyl. 170; Z. pelidna Ach. 182, — v. pelidniza Ach. 183; Z. propinqua Hepp 184; Z. speirea f. subcalcarca Nyl. 146; Z. squalida Ach. 190; Z. Stereocaiilorum (Th. Fr.) 175; Z. siibglomerella Nyl. 178; Z. subincompta Nyl. f. 187; Z. sylvicola Körb. 145; Z. s«/m- mictisa Nyl. 163, — v. subrufella Nyl. 171; Z. triplicans Nyl. 173; Z. turgidula Fr. 172 Z. Urceolariae Nyl. 193. Nephroma arcticum (L.) 38. Nephromium tomentosum (Hoffm.) 39, — v. Jielveticum (Ach.) 40. Odontotrema minus Nyl. 147. Opegrapha diaphora Ach. 49; 0. saxicola v. gyrocarpa (Flot.) 50. Pannaria brunnea Sm. 121a, b; P. microphylla (Sw.) 122a, b; P. muscorum (Ach.) 124a. b; P. iriptophylla (Ach.) 123. Parmelia conspersa (Ehrh.) 26; P. exasperatula Nyl. 29; P. fraudans Nyl. 25a, b; P. ineurva (Pers.) 27; P. isidiotyla Nyl. 30; P. ölivacea (L.) 28; P omphalodcs v. panni- formis Ach. 24; P. subaurifera Nyl. 31; P vittata (Ach.) 32, — formae 33a, b, c. Parmeliopsis aleurites (Ach.) Nyl. 34. Peltigera limbata Del. 119; P. scabrosa Th. Fr. 116; P. spuria Ach. 117, — f. 118. Pertusaria amara (Ach.) Nyl. 44; P. inquinata (Ach.) Th. Fr. 45; P. m?p*is placorodia Nyl. Flora 1869, p. 445, und Crh-min aleurites (Ach.) Th. Fr. Lieh. Soand. I, p. 109, begriffene Flechte herausgegeben. — Bef. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 87 Stereocaulon eondensatum v. condyloideum Ach.; St. coralloides Fr. 85; St. tomentosum Laur. 86. Sticta pulmonacea Ach. 37. Stictina scrobiculata (Scop.) 36. Trachylia tiyillaris (Pers.) 12; T. tympanella (Ach.) 13. Umbilicaria pusttüata (L.) 88. Verrucaria analeptoides Bagl. et Car. 150; V. areolata * turyidella Nyl. 148a, b, c; V. epidermidis (analepta) Ach. 149; V. gibbosula Nyl. f. 99. Mit wenigen Ausnahmen waren die Sammler bestrebt, schöne Exemplare in reich- licher Zahl und in möglichst vielen Abstufungen des Habitus zu liefern. Diese wenigen Aus- nahmen erwecken die Vermuthung, dass gemeinere Flechten, nur um sie aus diesem Lande vorgeführt zu sehen, herausgegeben wurden, und doch sind gerade unter diesen manche unaufgeklärt. Nicht was längst unangefochten dasteht, sondern was zweifelhaften Wesens ist, und selbst das Gemeinste, in schönen und reichlich gegebenen Exemplaren herauszugeben, ist der richtige Grundsatz. Zu diesen Ausnahmen gehören : Sphaerophorus 53, Peltidea 105, Peltiyera 116, 117, Pycnothele 54b, 55, Cladonia 56, 59, Parmeliopsis 34, Nepliroma 38, Arthonia 47, Verrucaria 149. Gerade bei solchen Gelegenheiten Lichenen, wie Peltiyera scabrosa Th. Fr. und Nephroma arcticum (L.) in Prachtexemplaren zu sehen , ist ein eben so erklärliches, wie unschwer zu erfüllendes Verlangen. Diese wenigen Ausnahmen ver- schwinden aber fast in der grossen Zahl guter Exemplare, unter denen mehrere sogar als unvergleichlich schön dastehen. Besonders hervorzuheben sind unter Alectoria 15, Arthonia 46. 48, Galicium 4, 6, 10a, b, Cladina 82, Cladonia 68, 74, Collema 153, Gonionema 51a, b, Gyrophora 89, 91, Lecanora 136, 142, 143, 144b, 155, 156, Lecidea 169a, b, 173, Opegrapha 50, Patmaria 121, 123, Parmelia 25,31,32,33, Pertusaria 43 a— c, Physcia 95, Platysma 110, 111, 113, Pterygium 52, Bamalina 23, Sphinctrina la, b, Stcreocaidon 86. Die Her- richtung der Exemplare ist meist eine praktische, ansprechende, und was das Wichtigste ist, naturgemässe. Bei einigen jedoch, wie Collema für cum, Lecanora crassescens, Lecidea lugubris, Pannaria microphylla, Gyrophora polyphylla v. complicata, ist ein durchaus ver- werfliches, naturwidriges Verfahren angewandt. Erfahrenen Forschern mögen wohl zur Bestimmung solche abgekratzten Brocken genügen, befriedigen aber können sie uns nicht. Es erscheint für die Fortsetzung empfehlenswerth , solche Flechten, welche wegen der Be- schaffenheit des Substrates mit diesem nicht oder nur schwer entfernt werden können, wenigstens auf einem Stückchen wachsend vorzulegen, den grösseren Bestandtheil des Exemplares aber in jener berührten Weise. In Bezug auf die äussere Ausstattung kann die Sammlung in jeder Hinsicht als durchaus musterhaft zur Nachahmung (besonders die bequeme Verschlussart der eleganten Kästchen) dringend empfohlen werden. Die Sammlung, in Folio-Format gehalten, bringt in jedem Fascikel 50 Nummern, welche zu 1 bis 2 auf losen Blättern befestigt und mit deu erforderlichen Angaben des Namens, Fundortes, Substrates, Sammlers etc. versehen sind. Zahlreiche Exemplare liegen in besonderen auf den Blättern befestigten Papierkapseln, und zwar festgeklebt vor. Möge dieses Verfahren auf alle Calicien ausgedehnt werden. Die hiermit verknüpfte Unbequemlichkeit für die Betrachtung und Benutzung zu microscopischen Studien Hesse sich durch Befestigung auf lose in den Kapseln liegenden Blättchen vermeiden. Ref. glaubte diese Vorschläge nicht unterdrücken zu sollen, um Herausgeber und Mitarbeiter anzuspornen, diesem löblichen Unternehmen das Prädikat einer durchaus voll- kommenen Leistung zu erwerben. Asien. 33. A. von Krempelhuber. Lichenes quos legit 0. Beccari in insulis ßorneo et Singapore. Borneo's Lichenenflora war bis jetzt gänzlich unbekannt. Verf. hebt hervor, dass die Kenntniss jener Flechtenvegetation nicht allein desshalb, sondern auch besonders wegen der geographischen Lage jener Insel höchst nützlich und wichtig sei, denn wir erhalten hiermit die erste Einsicht in die Flechtenvegetation der unter dem Aequator liegenden Gegenden. Dieselbe erscheint dem Verf., was die Insel Borneo betrifft, als durchaus eigen- gg Kryptogamen. — Flechten. thümlich, denn unter den 140 von Beccari gesammelten Lichenen sind 96 neue Arten, und zwar meist ausgezeichnete und scharf ausgeprägte. Da diese in tinem verhältnissmässig kleinen Theile im Norden der Insel gesammelt wurden, so liegt dem Verf. der Schluss nahe, dass dort noch viele neue Arten aufzufinden sind. Aus der vorliegenden Ausheute schliesst Verf., dass die niederen Lichenen üherwiegen, da höhere, staudige und hlattartige, wie Cladonia, Sphaerophorus , Usnea, Ramalina, Evernia fehlen oder nur sehr selten vor- zukommen scheinen, ebenso ist nur eine Sticta, eine Pannelia und eine Physcia vorhanden, dagegen sind vertreten die Gattungen Graphis mit 28, Thelotrema mit 11, Ascidium mit 10, Verrucaria mit 28 Arten. Verf. hebt die auffallende Thatsache hervor, dass dort so zahl- reiche blattbewohnende Flechten im Verhältnisse zu anderen Gegenden gefunden wurden. Fernere Eigenthümlichkeiten dieser Flora sind die auffallende Grösse der Apothecien an vielen Exemplaren, besonders von Graphis, Verrucaria und Ascidium, und das häufige Fehlen von Sporen in übrigens gut entwickelten Apothecien, durch welches Moment die Bestimmung sehr erschwert wurde. Den Grund für die letztere Erscheinung zu eruiren vermochte Verf. nicht, und er begnügt sich damit, hervorzuheben, dass die meisten Flechten von Borneo auf Rinden von Bäumen gefunden wurden, deren Holz hart, sogar sehr hart ist, und dass auch die Rinden sich durch besondere Härte, Trockenheit und Zähigkeit auszeichnen. Die Flora von Singapore scheint dem Verf. nach den 24 gesammelten Arten gar nicht oder nur wenig von derjenigen Borneo's abzuweichen. Doch wurden hier ausserdem noch 9 neue Arten gefunden. Ueber Ausbreitung und Standortswahl der Lichenen gingen dem Verf. seitens des Sammlers keine Nachrichten zu. In einer Tabelle liegt eine Uebersicht der auf beiden Inseln gesammelten Flechten vor. Allein da Verf. das Versehen beging, die beiden Inseln gemeinsamen Arten doppelt zu zählen, so kann hier nicht die originale Tabelle vorgeführt werden. Wird ausserdem noch die übersehene Gattung Enterographa berücksichtigt, so ergiebt sich, dass die gesammte Flora aus 153 statt 164 Arten besteht, welche sich auf die Gattungen folgendermaassen ver- theilen: Cöllema 2, Leptogium 4, Tyloplioron 2, Sticta 1, Parmelia 1, Physcia 1, Pannaria 3, Lecanora 4, Lecidea 10, Coenogonium 3, Pyxine 1, Coccocarpia 5, Thelotrema 12, Ascidium 11, Phlyctis 1, Cora 1, Graphis 31, Enterographa 1, Platygrapha 6. Chiodecton 3, Myrio- stigma 1, Glyphis 3, Actinoglyphis 2, Arthonia 2, Melanotheca 1, Verrucaria 22, Trype- thelium 8, Astrothelium 4, Tlielocarpon 2, Strigula 1, Tricharia 2, Dictyonema 1, Stigo- nema 1. In Hinsicht auf das Substrat sondern sich die gefundenen Arten in 122 rinde- bewohnende, 26 blattbewohnende, 1 erdbewohnende und 4 steinbewohnende. Die durchweg in Latein verfasste Arbeit giebt ausser den ausführlichen Diagnosen und Beschreibungen der neuen Arten auch werthvolle diagnostische Bemerkungen zu den meisten anderen aufgeführten Formen. Am Schlüsse wird ein Index aller mit Beschreibung versehenen Arten gegeben. Unter den neuen Arten ist eine als Vertreterin einer neuen Gattung Myriostigma Kremph. [243 j hingestellt, welche dem Autor von den verwandten Gattungen Chiodecton und Glyphis durch die flachen, von sehr zahlreichen, fast farblosen und sehr kleinen Apo- thecien ausgehöhlt-punktirten Thallus^Protuberanzen l ) und die besonderen Sporen hinreichend unterschieden zu sein scheint. Die Diagnose der Gattung lautet: „Thallus tenuis continuus crustaceus v. pulvereus ; apothecia in protuberantiis thalli laevibus depressis subrotundis v. irregularibus et confluentibus demersa, numerosissima interpuneta, minutissima (quasi acu facta), microscopica , aggregata , leviter fuscescentia v. incol. ; sporae fusiformi-oblougae, septato-muriformes, curvulae in ascis amplis subglobosis." Ausserdem wird noch eine andere neue Art dieser Gattung angeführt [244]. Die ferneren neuen Arten fallen zu den Gattungen : Leptogium [236 , 237] , Tylo- phoron [344, 345], Sticta [31G] , Lecanora [103], Lecidea [137, 192, 194, 203, 205, 214, 234], Coenogonium [46], Coccocarpia [43, 44], Thelotrema [323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, ') Vgl. den eigenthümlichen Bau der Eeceptacula von Thämnolia, Jahresber. II, S. 115. Myriostigma befolgt im einzelnen Apothecium den Arthonien -, Thämnolia den leeideinen Typus, dies ist der wesentlich« Unterschied. — Bef. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 89 330, 333, 334], Asciäium [13, 14, 15, 16, 17, 19, 20, 22, 23, 24, 25], Phlyctis [283], Cora [50], Graphis [58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 70, 71, 74, 75, 76. 77], Enterographa [54], Platygrapha [308, 309, 310, 311, 312], Chiodecton [36, 38, 39], Glyphis [57J, Actino- glyphis [2], Arthonia [10], Verrucaria [356, 363, 364, 365, 366, 367, 369, 372, 373, 374, 376, 377, 379, 381, 384, 385], Trypethclium [338, 339, 340, 341, 342, 343], Astrothelium [26, 28], Thelocarpon [320, 321], Tricharia [337] und Stigonenya [318]. Auf der ersten der beigefügten Tafeln werden die Sporen von 25 der neu auf- gestellten Arten, von Ascidium dignotosum Kremph. auch ein Apothecium- Durchschnitt, ausserdem die Sporen von 4 anderen Arten, auf der zweiten wird Cora ligulaia Kremph. in natürlicher Grösse dargestellt. Afrika. 34. J. Stirton. Enumeration of the Lichens collected by H., N. Moseley etc. in the Islands of the Atlantic Ocean. Die von II., N. Moseley, welcher als Botaniker die „Challenger "-Expedition begleitete, auf den Inseln des Atlantischen Oceanes gesammelten Lichenen vertheilen sich, soweit sie Afrika zufallen, auf die Capverde'schen Inseln mit 25 Arten in 12 Gattungen, auf die Azoren mit 8 Arten in 5 Gattungen, die Canarischen Inseln (Teneriffa) mit 11 Arten in 8 Gattungen. Unter den auf der ersten Inselgruppe gesammelten sind 8 neue den Gattungen Endo- carpiscum [252], Pyrenopsis [301], Boccella [307], Alectoria [3], Lecidea [190. 197, 198] und Opegrapha [250] zugetheilte. Von den übrigen gefundenen Flechten sind Gonionema velutinum Nyl., auf Erde [!] wachsend, und Alectoria sulcaia Lev. zu erwähnen. Unter den auf den Azoren (Furnas) gesammelten ist eine neue Lecidea [189]. Die 2 auf Teneriffa gefundenen neuen Arten gehören zu Eamalina [304] und Lecanora [91]. Ausser den Diagnosen der neuen Arten werden nur wenige diagnostische Bemerkungen zu den anderen gegeben. 35. F. Baglietto. Lichenes in regione Eogos Abyssiniae septentrionalis lecti ab 0. Beccari. Unsere höchst unbedeutende Kenntniss von der Lichenenflora Abyssiniens erhält einen schätzenswerthen Beitrag durch diese Aufzählung der von 0. Beccari dort gesammelten Lichenen. Die 62 Alten wurden grösstenteils um Keren im nördlichen Abyssinien in Höhe von 4500 — 5500 F. gesammelt. Unter diesen sind einige in Europa vorkommende, andere mehr dem aequinoctialen Gebiete eigenthümliche. Verf. hält es für beachtenswerth, dass nur eine Graphidee [und noch dazu eine Arthonia — Ref.] gefunden wurde. Als neu werden 11 Arten beschrieben, welche zu den Gattungen Amphiloma [294, 296], Acarospora [119, 120], Callopisma [109, 114], Haematomma [105], Acolium [1], Buellia [225], Lecidea [152] und Arthothelium [6] gehören. Wenn dieses Verzeichniss auch einen weiteren erfreulichen Einblick in diese Flora gestattet, so giebt dasselbe doch wohl kein sicheres Anzeichen für die Zahl der Unterschiede und Aehnlichkeiten in Hinsicht auf die Flora Europa's ab, wie Verf, etwas voreilig wähnt ; darin allerdings ist ihm beizustimmen, dass unsere Ahnung von der dortigen Fülle der Wissenschaft unbekannter Formen mehr der Gewissheit sich nähert. Die gefundenen Arten vertheilen sich auf die Gattungen: Usnea 1, Eamalina 2, Ilagenia 8, Physcia 4, Parmelia 5, Sticta 1, Heppia 1, Amphiloma 2, Endocarpiscum 1, Acarospora 3, Lecanora 3, Callopisma 6, Haematomma 1, Pertusaria 1, Acolium 1, Astroplaca 1, Buellia 7, Lecidea 2, Sarcogyne 1, Biatora 2, Biatorina 1, Arthothelium, 1, Endocarpon 1, Dermatocarpon 1, Verrucaria 1, Limboria 1, Collema 1, Leptogium 1 und Habrothallus 1. In d^m Verzeichnisse der Namen mit den bekannteren Synonymen sind ausser den Diagnosen der neuen Arten auch noch andere diagnostische Bemerkungen beigefügt. Auf der beigegebenen Tafel werden in 14 Figuren von den neuen Arten, von Hagenia aegialita (Ach.) und II picta v. rubicola Bagl. die Sporen und von dem neuen Callopisma exasperatum Bagl. auch die Spermatien dargestellt. 36. J. Stirton. Lichens british and foreign. Eine von J. Payne auf Madeira gefundene und vom Verf. als neu beschriebene [195J Flechte wird als Vertreterin einer neuen Gattung Calidia Stirt. hingestellt, welche sich auf 90 Kryptogamen. — Flechten. den aus Fasern bestehenden Rand des Apothecium und die Form der Schläuche gründet. Aus der wenig befriedigenden differentiellen Diagnose und der Beschreibung ist zu entnehmen, dass dem Verf. höchst wahrscheinlich eine Lecidea (BilimbiaJ mit einer in ihre hyphosen Elemente aufgelockerten Apothecienumrandung seitens des Thallus vorlag. Obwohl in der Diagnose der Art nicht die leiseste Andeutung von einem arthonioiden Habitus des Apothecium zu finden ist, wird doch der in Arthonia subvarians (Nyl.) gegebene Typus in Vergleich gezogen. Verf. spricht von Eigenthümlichkeit des Arthonien - Hymeniums ; worin dieselbe, abgesehen von dem Bau der Schläuche, besteht, nachdem Verf. das Vorhandensein von Paraphysen bei dieser Gattung zuerst nachgewiesen [s. Ref. 54], ist nicht einzusehen. Von den eigentlichen so schwer wiegenden Besonderheiten des arthonioiden Apotheciums schweigt Verf. Die Beschreibung des eigenthümlichen weissen Randes des Apotheciums kann um so weniger befriedigen, als dieser das wahre Kriterium der neuen Gattung bildet. Namentlich wird die bestimmte Angabe über das Vorhandensein oder Fehlen der Gonidien vermisst. Beachtet man ausserdem, dass dem Verf. nur ein kleines Exemplar mit 6 Apothecien vorlag, so möchte man es wohl erklärlich finden, dass an dieser Stelle der neuen Gattung kein Platz eingeräumt werden konnte. Ferner enthält die Abhandlung 2 neue von T. Chapman und G. Thomas gesammelte Lichenen aus den Gattungen Pyrenopsis [298] und Graphis [68]. Amerika. 37. J. Stirton. Enumeration of the Lichens collected by H., N. Moseley in the Islands of the Atlantic Ocean. Die auf der Bermuda-Insel gesammelten Lichenen, welche in dieser Arbeit aufgeführt werden, sind 24 Arten, welche sich auf 11 Gattungen vertheilen. Als neu werden beschrieben 7 Arten aus den Gattungen Ramalina [305], Lecidea [129, 135, 166, 196], Graphis [73] und Arthonia [12]. Unter den übrigen Funden befinden sich Leptogium marginellum (Ach.), Physcia speciosa Fr., Pertusaria melaleuca (Sm.), Graphis Afzelii (Ach.), G. punctiformis Eschw., Arthonia interveniens (Nyl.) und Trypetlieliiim cruentum (Mont.). Es wird in dieser Abhandlung auch eine auf der brasilianischen Insel Fernando de Noronha gesammelte Lecanora [95] als neu beschrieben. 38. J. Stirton. Lichens british and foreign. Verf. beschreibt in diesem Aufsatze auch 3 von A. P. Watt und M. Black bei Montreal in Canada gefundene Arten als neue, welche den Gattungen Lecanora [94], Pertusaria [276] und Graphis [69] angehören, ebenso eine von J. Richardson ebendort am Lake Superior gefundene Pertusaria [279]. 39. E. Tuckerman and Ch. C. Frost. Catalogue of Plants growing without cultivation within thirty miles of Amherst College. Die Liste der Lichenen, welche Tuckerman bearbeitete, bringt nur die Namen von 249 Arten, welche innerhalb 30 Meilen um Amherst im Staate Massachusetts beobachtet sind, ohne sonstige allgemeinerer Beachtung werthe Bemerkungen. Diese Arten vertheilen sich auf folgende Gattungen des Systemes Tuckerman's : Ramalina 2, Cetraria 9, Evernia 2, TJsnea 3, Alectoria 1, Theloschistes 3, Pannelia 11, Physcia 6, Pyxine 1, Umbilicaria 5, Sticta 4, Nephroma 2, Peltigera 6, Pannaria 11, Ephebe 2, Synalissa 2, Omphalaria 1, Collema 7, Leptogium 8, Hydrothyria 1, Placodium 7, Lecanora 16, Rinodina 5, Pertu- saria 7, Conotrema 1, Gyalecta 5, Urceolaria 1, Thelotrema 1, Stereocaidon 4, Cladonia 13, Baeomyces 2, Biatora 23, Heterothecium 3, Lecidea 7, Buellia 10, Lecanactis 1, Mela- spilea 1, Opegrapha 3, Graphis 1, Arthonia 10, Mycoporum 1, Acolium 2, üaliciu,m 8, Coniocybe 2, Endocarpon 4, Staurothelc 2, Trypethelium 1, Sagedia 4, Verrucaria 5 und Pyrenula 8. Neue Arten enthält die Liste 2, eine Pannaria und eine Lecidea, von denen aber nur die Namen angegeben werden. Parmelia crinita Ach. wird hier als eine Var. von P. perforata betrachtet. 40. W., R. Gerard. Omphalaria pulvinata Nyl. Es wird die Entdeckung dieser für Nordamerika neuen Flechte bekannt gemacht. Lichenographie. — Floren und getrocknete Sammlungen. 91 Dieselbe wurde, und zwar bis jetzt ohne Apotliecien, auf angeblich nicht kalkhaltigen Felsen bei Poughkeepsie am Hudson im Staate New York gefunden. Australien. 41. J. Stirton. Descriptions of some New Zealand Lichens collected by J. Buchanan in the Province af Wellington. Es wird ein 22 von J. Buchanan in der Provinz Wellington von Neu -Seeland gesammelte Arten enthaltendes Verzeichniss gegeben. Diese Arten vertbeilen sich auf die Gattungen: Baeomyces 1, Sticta 1, Psoroma 2, Pannaria 1, Squamaria 2, Thelotrema 1, Lecidea 9, Melaspilea 1, Astrothelium 1, Trypethelium 1, Thelenella 1 und Verrucaria 1. Als neu werden 16 Arten aufgestellt, welche den Gattungen: Baeomyces [31], Sticta [317], Psoroma [287, 289], Pannaria [254], Squamaria [291], Thelotrema [332], Lecidea [142 178, 183, 184, 226], Melaspilea [240], Ästrothelium [27], Thelenella [319] und Verrucaria [380], angehören. Nicht allein die neuen Arten werden beschrieben, sondern auch allen übrigen sind diagnostische Bemerkungen beigefügt. Leider hat Verf. statt einer präcisen lateinischen Diagnose die englische Beschreibung gewählt. Ferner sind nicht immer die Sporenmaasse angegeben, und die Spermogonien und Spermatien unberücksichtigt geblieben. 42. J. Buchanan. Notes on the Flora of the Province of Wellington with a List of Plants collected therein. Von der eingehenden Schilderung der geognostischen , klimatischen und pflanzen- geographischen Verhältnisse der Wellington - Provinz Neu -Seelands mögen hier nur einige Einzelheiten, soweit solche in lichenologischer Hinsicht anziehen, Erwähnung finden. Verf. machte die Beobachtung, dass dort die verschiedenen Bodenarten, entsprechend dem Charakter der Gebirgsformationen, von denen sie abstammen, die geographische Verbreitung der Pflanzen beeinflussen. Dieser Einfluss ist in einzelnen Fällen so mächtig, dass der Boden die Temperatur zu beherrschen scheint. Das Klima von Wellington ist in Hinsicht auf die Temperatur mild und gleichmässig. Der Einfluss der Temperatur ist indess von geringerer Bedeutung bei der Erzeugung eines üppigen Pflanzenwuchses als die Feuchtigkeit, mag sie von normaler Feuchtigkeit der herrschenden Winde, oder örtlich von der Ausdünstung der Moorländer oder von dem Walddickicht abhängen. Der Grad der Feuchtigkeit der Atmo- sphäre ist sehr verschieden in den verschiedenen Districten und kann leicht ohne Hilfe von Instrumenten aus der grösseren oder geringeren Fülle von Lichenen erkannt werden. Die- selben findet man dort selten vor, wo trockene Winde herrschen, dagegen oft in übergrosser Menge an der Küstenlinie und im Binnenlande auf mehrere Meilen hin und auf den Berg- höhen 1 ). Die Flora von Wellington sondert Verf. in 5 Gebiete, die Region des Waldes, des freien Landes, des Gebirges, der Küste und des Meeres. In Folge der Gleichmässigkeit des Klima's sind die den beiden ersten Regionen eigentümlichen Arten sehr gleichförmig über die ihnen eigenen Bezirke vertheilt bis zu 2000 F. Höhe. Da die grössten Höhen nur 5000 F. erreichen, so fällt natürlich die Eintheilung von Zonen nach den Höhenabschnitten weg. Wenig bekannt ist die alpine Region von Wellington. Die Küstenregion stimmt meist überein an der ganzen Küste von Neu -Seeland, indem sie eine grosse Gleicbförmigkeit in den Bedingungen des Pflanzenlebens darthut. Die Meeresregion kommt hier natürlich kaum in Betracht. Ausser den Algen sind die übrigen Ordnungen der Kryptogamen über alle Regionen der Phanerogamen vertheilt ; sie bieten noch ein reiches Feld für weitere Forschungen. Von den ganz Neu -Seeland eigenen 2439 Pflanzenarten fallen 1140 auf die Wellington-Provinz , von den 212 Flechten 151 2 ). Die Listen zählen vorzugsweise Pflanzen des südlichen Theiles der Provinz auf. Die Liste der Lichenen ist nach Nylander's System abgefasst und enthält nur die Namen derselben ohne jegliche Zusätze. Der grössere Theil wurde von J. Stirton bestimmt. Unter den 151 Arten befinden sich viele neue , von denen bereits mehrere von Stirton benannt und ebendort beschrieben sind [s. Ref. 41]. Die übrigen 32 neuen Arten haben nicht einmal den üblichen Zusatz über den Autor, geschweige denn ') Vgl. hiermit Graewe's Beobachtungen, Jataresber. II, S. 108—109. J ) Eine genaue Wiedergabe der Tabelle siehe in Jahresber. II, S. 712. 92 Kryptogamen. — Flechten. eine Diagnose, und erst später 1 ) erfahren wir, dass J. Stirton der Autor. Die 32 neuen Arten gehören zu den Gattungen: Baeomyces 3, Pannaria 2, Phlyctis 3, Lecanora 2, Per- tusaria 1, Thelotrema 1, Ascidium 1, Lecidea 8, Graphis 1, Chiodecton 3, Arthonia 2, F) Allelositismus , Kgl. norske Videnskab.- Selsk. Skrifter, 7de Bd., p. 241—255, 1872. s ) 8. Jhhresber. II, S. 140. 10g Kryptogamen. — Flechten. grüner Farbe oder anderen Besonderheiten bemerken konnte, welche auf die Bildung eines Gonidium hingedeutet hätten. Das eigentlich Neue der Abhandlung ist die beigegebene Tafel, auf welcher in 4 Figuren dargestellt werden die bekannten Conglomerate von Keimhyphen von Parmelia stellaris und Physcia parietina mit Protococcus viridis Ag. und 2 Durch- schnitte durch das Lager der ersteren Flechte und von Lecanora murorum, um den gradualen Effect des bekannten Parasitismus zu beweisen, der allen Ernstes aus dem mehr oder weniger zusammengezogenen chlorophyllhaltigen Zellplasma der Gonidien gefolgert wird. 76. G. Arcangeli. Sulla questione dei Gonidi. Mit gewisser Freude durchgehen wir hier eine Arbeit von einem gänzlich un- parteiischen Forscher, welche zum ersten Male Ansichten von Lichenologen über die Ent- stehung der Flechtengonidien , welche dieselben statt durch Abbildungen, nur durch ihre Autorität zu unterstützen pflegten, bildlich darstellt, ausserdem aber sehr wichtige neue Beiträge zu der Lehre von der Gonidienbildung bei den Flechten beibringt. Bevor Verf. seine eigenen anatomischen Untersuchungen über das Verhältniss von Ilyphen und Gonidien im Flechtenthallus vorführt, giebt er einige beachtenswerte Be- trachtungen über die Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit des von Schwendener angenommenen Verhältnisses jener beiden den Flechtenkörper ausmachenden Gewebesysteme. Er stellt einander gegenüber die Ansicht der Lichenologen, dass die Gonidien dem Liehen eigene und der Reproduction J ) vorstehende Erzeugnisse, und diejenige Schwendener's, dass dieselben als Algen und die Lichenen als auf diesen lebende Discomyceten zu betrachten sind. Verf. unterscheidet zwei Fälle dieses Parasitismus. In dem einen überwiegt die „Alge" den „Pilz", und in dem anderen überwiegt der „Discomycet" die „Alge". Nur in dem ersteren Falle, so der weitere Gedankengang, ist die Auffassung eines Parasitismus möglich, da die Dimension der Ernährerin die Möglichkeit einer Erhaltung des Parasiten, wie dies überall, sowohl im Pflanzenreiche, als auch im Thierreiche, stattfindet, gewährt 2 ). Einerseits überwiegt nun aber bei vielen strauchartigen und blattartigen Lichenen das Hyphengewebe die Gonidien an Masse, andererseits übertrifft die Dimension der aus der Spore entkeimenden Fäden die winzigen Cystocoecus-Zellen, mit denen sie in Contact treten sollen. Auch Verf. weist auf die eigenthümliche Erscheinung hin, dass die ernährenden Algen sich auf verschiedene Weise vermehren trotz des Parasitismus seitens des lichenischen Parasiten, daneben hebt er hervor, dass er bei vielen Durchschnitten durch Flechtenlager, sobald dieselben nur gesunde und kräftige Theile trafen , nie Gonidien in alterirtem oder abgestorbenem Zustande 3 ) fand. Die Schwendener's Theorie unterstützende Thatsache ist nach dem Verf. diejenige, dass alle Pilze unfähig sind, in ihrem Gewebe Chlorophyll oder Phycochrom durch Zerlegung der Kohlensäure der Luft und des Wassers zu bilden. Für den Verf. steht nichts der Vereinigung der Lichenen mit den Pilzen entgegen, so zwar, dass dieselben als chlorophyllhaltige Pilze zu betrachten seien 4 ) , da ja auch unter den Phanero- gamen Familien vorhanden sind, die ihre Nahrung aus der Luft und dem Wasser entnehmen, und andere, welche als chlorophyllfreie Parasiten auf anderen Phanerogamen leben. Dass die Lichenen im eigentlichen Sinne des Wortes in ihrem Hyphensysteme bis zur Spore hinauf chlorophyllhaltig sind und diesen Stoff nicht erst in den seeundären Gebilden besitzen, be- weist Verf. durch die Thatsache, dass es ihm gelang, einerseits in den Sporenzellen einiger Collemata, wie C. microphyllum Ach., von Pannaria triptophylla Ach., einiger Parmelien grünlich gefärbte Phycochrom -Kügelchen zu finden, andererseits die grüne Substanz in den Thallushyphen jener Pannaria zu entdecken. Die von Bornet u. A. beobachtete Anheftung der Keimhyphen an Cystocoecus-Zellen wird erklärt durch das denselben nothwendiger Weise innewohnende Streben, Halt für die Zukunft zu gewinnen, und das Bedürfniss nach vieler Feuchtigkeit; in Folge dieser beiden Momente umklammert die Keimhyphe die kugeligen, Feuchtigkeit [uud was nicht zu über- sehen ist, als lebende Körper mit Maass — Ref.J spendenden, Zellen, die „Algen". Dieses ') Diese Wallrothische Ansicht ist längst allgemein verlassen. — Ref. J ) Derselbe Gedanke ist bereits von Caspary ausgesprochen, vgl. Jahresber. II, S. 147. a ) 8. Jahresber. II, S. 110. *) Vgl. dioselbe Ansicht von Th. Fries, Jahresber. II, S. 48. Naturgeschichte, Anatomie, Physiologie und Morphologie. 107 Verhältniss ist daher keineswegs als Parasitismus aufzufassen *). Die Keimhyphen um- klammern aber auch jeden anderen in den Weg tretenden Körper aus jenen beiden Beweg- gründen, bis sie Halt haben und bis sie in der Lage sind, die Gonidien zu erzeugen. Als ein besseres Argument zu Gunsten der algolichenischen Theorie betrachtet Verf. die von Janczewski, Thuret und Bornet beobachtete Thatsache, dass die Nostocaceen einen vollständigen Vegetationscyclus besitzen, indem sie sich durch Sporen und Fadenfragmente fortpflanzen. Allein dies wiegt ihm nicht die abwechselnden und multiplen Generationen, die Heteroecie und den Polymorphismus bei der Classe der Pilze auf, von welchen man, nach den vielen Beziehungen zwischen Pilzen und Flechten zu schliessen, annehmen könne, dass sich derartiges auch bei den Lichenen wiederhole. Die Erfolge der Studien des Verf. über den Bau des Thallus einiger Flechten und die Beziehungen zwischen den Hyphen und Gonidien fassen sich in Folgendem zusammen. Verf. unterscheidet in der sonstigen bekannten Sonderung der Gewebeschichten analoger Weise eine pseudoparenchymatische Hautschicht, eine grüne Gonidienschicht und ein Gewebe von Hyphen, analog denen bei den Pilzen. Er macht besonders aufmerksam» auf die in der ersten und letzten Gewebeschicht auftretende gelatinöse Kittsubstanz, welche er, wie er ja überhaupt bemüht ist, die Grenze zwischen den beiden betreffenden Classen als verwischt hinzustellen, als analog derjenigen bei den Pilzen, namentlich den Tremellinen, hinstellt. Dieselbe erzeugt sich nach seiner Ansicht an der Oberfläche der Hyphen, aber nicht der Gonidien, wie von anderer Seite behauptet werde. Als Beweise führt er an, dass in der Randzone der Variolarien, Lecanoren, in den Spitzen der (^dornen -Podetien, wo keine Gonidien vorhanden, diese Substanz reichlich vorhanden sei. Es wird auf das bei den einzelnen Gattungen verschiedene Vorherrschen der einzelneu der drei Gewebe hingewiesen. Das corticale Pseudo - Parenchym bei vielen blattartigen Lichenen steht in engster Beziehung zu dem Hyphengewebe, indem die es zusammensetzenden Zellen, mögen sie eine Gestalt haben, welche sie wollen, immer mit denselben in Verbindung stehen und in dieselbe allmälig übergehen (besonders deutlich bei Endocarpon). Es wird ein diese Schicht gegen das Hyphengewebe auszeichnender Unterschied hervorgehoben, bestehend in der Fähigkeit der Zellen des Rindenparenchyms, sich nach allen Richtungen des Raumes zu theilen, wie in einem wahren Parenchym, dazu komme, dass die in den Spitzen oder am Rande der Flechtenlager bestehenden Vegetationspunkte oder Vegetationszonen in diesen pseudoparen- chymatischen Geweben liegen, wo che Zellen sich, wie in einem Meristem, und nicht durch Verschmelzung von Hyphen erzeugen. Abweichend von Bornet u. A. hat Verf. die Gonidien bei Sticta pnlmonacea, Evernia prunastri, Alectoria jubata u. a. häufig in einer anderen Verbindung mit den Hyphen ge- sehen, und zwar so, dass ihre Oberfläche einen rechten Winkel mit der Richtung der Hyphe bildet, unfr ferner in den Querdurchmesser der Hyphe kaum übertreffenden Ausbuchtungen. Von den Schilderungen des anatomischen Baues der Lager von Usnea barbata, Alectoria jubata, Cladonia rangiferina und Ramalina farinacea sei hier nur kurz hervor- gehoben, dass es dem Verf. höchst wahrscheinlich ist, dass in den Zweigspitzen dieser Lichenen die Gonidien durch Neubildung an den Hyphenzweigen, da er dieselben an gänzlich abgesonderten Stellen antraf, entstehen, keineswegs aber durch Theilung der vorhandenen älteren Gonidien oder gar durch Vordringen von Zoosporen in der überdies compacten Lager- substanz. Eine besondere Art von Gonidienneubildung fand Verf. bei Cladonia rangiferina, über welche er einen allerdings nicht vollständig befriedigenden Aufschluss zu geben vermag. Er fand nämlich in den äussersten Zweigspitzen unter dem Vegetationspunkte Zellgruppen von unbestimmten Umrissen, in welche Hyphen, gleichsam verfliessend, übergehen. In der Nähe der Spitze sind dieselben aus farblosen, der Basis näher dagegen aus grünen Zellen, Gonidien, zusammengesetzt. Zwischen beiden Extremen sind Uebergänge vorhanden. Sie machen nach dem Verf. die später an die Oberfläche tretenden Soredien aus, was wohl zu bezweifeln ist, da in dem fortwachsenden Thallus an seinem Vegetationspunkte vor allem und ') Wir begrüssen mit Freude den endlichen naturgemässen Ausdruck für dieses so nahe liegende Ver- hältniss, denn die Naivität der gegnerischen Auffassung erreichte hier ihren höchsten Grad, da sie ganz die Be- stimmung vieler Flechten, auf einem Substrat, wie nacktem Granite u. dgl. m., Stand zu fassen, missachtete. 108 - Kryptogamen. — Flechten. zunächst auf die nothwendige Neubildung von Gonidien, welche als neue Ursprungsstätten der weiteren dem Gedeihen des Thallus erforderlichen Gonidien dienen sollen, gerichtet sein muss, und daher auch anzunehmen ist, dass die an solchen isolirten Brutstätten gebildeten Muttergonidien sich fort und fort vermehrend in dem Ganzen aufgehen. Dass die Zellwand des an der Hyphe entstandenen Gonidiums gleicher Natur, wie diejenige der Hyphe ist, sucht Verf. durch Anwendung eines Reagens zu beweisen. Zweig- spitzen von Alectoria, mit Aetzkali und darnach mit Jod und Chlorkalk behandelt, zeigen sowohl die Hyphen- als auch die Gonidienmembran violett. Bei einer Zahl von blattartigen und krustigen Flechten, nämlich: Nephroma laevi- gatum, Sticta pulmonacea, Peltigcra canina, Lecanora muralis, Leciäea vesicularis, Pannaria plumbea, P. triptophylla , Enäocarpon miniatum. , E. pusillum, E. cinereum, Verrucaria tectorum, hat Verf. eine andere Art von Gonidienneubildtmg in hyphoiden Zellen beobachtet. Alle diese Flechten besitzen ein theils beiderseitiges, theils oberflächliches corticales Pseudo- parenehym. Sowohl durch die Beobachtung eines schrittweisen Ueberganges von farblosen Kellen dieses Gewebes bis zu solchen mit vollkommen grünem Inhalte, als auch durch die Vergleichung jüngerer und älterer Thallusabschnitte gelangte Verf. , gestützt auf mehrfache Präparate, zu dem Schlüsse, dass in den Rindenzellen eine Bildung von Gonidien stattfindet. Vergleicht man diese Ansicht des Verf., welche er durch Abbildungen deutlicher macht, mit den Darstellungen, wie sie Schwendener von Heppia und Enäocarpon l ) giebt, so wird aller- dings die Ansicht des Verf. sehr wahrscheinlich. Andere beachtenswerthe Besonderheiten fand Verf. bei Pannaria triptophylla und namentlich ausgeprägt bei der var. nigra. Indem er die verschiedenen Entwickelungsgrade der Thallusabschnitte von der ausgebildeten Schuppe bis zu kleinsten abgerundeten Tuberkeln microscopisch untersuchte, fand er Stadien, welche nur aus einem Gonidium bis zu wenigen in einer Zelle vereinigten bestehen, eingeschlossen in jenen Tuberkeln. Diese Stadien ähnelten sehr Nostoc-Zellen und -Schnüren. Es finden sich solche Tuberkel in erwachsenem Zustande mit einer Oeffnung versehen, aus welcher Gonidienreihen , an der Basis mit einer Heterocyste versehen, hervorragen; diese letzteren ähneln sehr Eivularieen. Die Entstehung der Tuberkel glaubt Verf. auf zwiefache Weise stattfindend annehmen zu müssen. Einerseits entstehen sie aus der Vereinigung von Protothallushyphen, welche sich zur Bildung der Zellgruppen, die Verf. in allen Stadien ähnlich denen im Thallus von Cladonia rangiferina vorfand, verbinden, andererseits aber aus Soredien, welche von älteren Tuberkeln herstammen und sich an die Protothallushyphen anlegen, oder vielmehr von Hyphenzweigen eingeschlossen werden. Ausser dieser Thatsache weisen für den Verf. schon die verschiedene Form und die Färbung der Gonidien dieser Art, welche vom Grün bis zum Blau der Hyphen in allen Stufen vorhanden ist, darauf hin, dass sie nicht von zweierlei Eigenschaft sind und nicht zu verschiedenen Algen gehören. Die Entstehung der Gonidien in den Tuberkeln geht wie die Neubili lung solcher in dem Rindenparenchym der oben genannten Flechten vor sich. Verf. schliesst dies gleichfalls aus allen Abstufungen der Form und der Farbe zwischen den die Tuberkel ausmachenden Pseudoparenchymzellen und den fertigen Gonidien. Es kommt bei dieser Art noch die höchst beachtenswerthe Thatsache hinzu, dass in den Protothallushyphen, sowohl des Randes als auch nach dem Inneren zu, ein deutlich grüngefärbtes Plasma sich zeigt. Die erstere Entstehungsart der Tuberkel betrachtet Verf. als einen der Fecundation analogen Act. In der anderen Entstehungsweise findet er nichts ungewöhnliches, vielmehr etwas häufiges, da er oft von den benachbarten Apothecien herstammende Sporen in Keimung begriffen entweder an die Tuberkeln oder gar an die Hyphen ihren ersten Keimfaden an- legen sah. Ferner beobachtete er bei Physma compactem die Hyphen mit ihren Enden eingeschlossen im Inneren der kugeligen Zellen, mit denen sich zwei Gonidienreihen ver- binden, wie dies Bornet beschrieb und abbildete, nur zweifelt Verf., ob diese Zellen wirklich den Heterocysten entsprechen. Ferner sah er bei Synalissa Acharii Seitenzweige von Hyphen, welche mit Gonidien in Verbindung stehen und zwischen das sich theilende Gonidium ein- dringen und sich gleichzeitig mit der weiter fortschreitenden Theilung der Gonidien ver- ') Unters, über den Flechtenthallus, Taf. IX, flg. 1, Taf. X, flg. 8, a. Naturgeschichte, Anatomie. Physiologie und Morphologie. 109 längern i ). Mit derselben Kegelnlässigkeit sah Verf. diesen Vorgang bei Omphalaria Notarisii stattfinden. Er glaubt, dass bei diesen Arteu eine Gonidienbildung durch Metamorphose der Hyphenenden in der ersten Lebensepoche statthabe, dass später sich die Gonidien durch Theilung, wie in erwachsenen Individuen, bilden. Nachdem Verf. am Schlüsse die grosse ünwahrscheinlichkeit der Annahme Weddell's 2 ) und Van Tieghem's 3 ) von dem Wesen des lichenischen Parasitismus nachgewiesen, spricht er folgenden höchst beachtenswerthen Schluss aus, dass die Flechte die Gonidien nicht direct von den der Spore entkeimten Hyphen, sondern erst von Organen, welche einen wenig ent- wickelten pseudoparenchymatischen Bau besitzen, entstehen lässt. In einem hinreichend ent- wickelten Thallus können nach dem Verf. Gonidien, sei es durch Differenzirung in seinem Vegetationspunkte, oder durch Metamorphose der Pseudoparenchymzellen und durch Ver- mehrung de'r praeexistirenden Gonidien, oder durch eine Art freier Bildung in einer gelatinösen durch Hyphcnfusion gebildeten Substanz oder durch Umbildung der Hyphen, wie sie Frank *) beschreibt, gebildet werden. Hieraus wird gefolgert, dass verschiedene Protococcaceen, Nostocaceen, Bivulariaceen nur besondere Formen von Flephtengonidien und nur als die verschiedenen Phasen ihrer Vegetation zu betrachten sind, dass demnach die Gonidien den Flechten als ihnen eigentümliche Organe angehören. Von den drei Tafeln stellt die erste in drei Figuren zahlreiche Trümmer von Hyphen der Lager von Sticta puhnonacea , Evernia prunastri, Alectoria jubata dar, aus denen unzweifelhaft die Wahrheit der Beobachtung der Bildung von gonimischer Substanz in den Hyphenzellen hervorleuchtet. Die zweite Tafel zeigt zwei Durchschnitte des Lagers von Nephroma laevigatum und einen von Endocarpon pusillum, um die Bildung von gonimischer Substanz in den Rindenparenchymzellen zu veranschaulichen. Die vierte Figur giebt ein Bild von den gänzlich isolirten Gonidieninselchen in der vegetirenden Thallusspitze von Alectoria jubata. Auf der letzten Tafel stellen drei Figuren die oben geschilderte Gonidienbildung bei Cladonia rangiferina dar. In einer Figur wird die Gonidienbildung in dem Pseudoparenchym von Paunaria triptophylla veranschaulicht. In einer anderen Figur wird von derselben Flechte die Darstellung von Protothallusfasern, welche in eine Gonidien- gruppe eindringen, gegeben. In den übrigen 9 Figuren werden von derselben Art dargestellt zwei Hyphen in Conjunction [Copulation s. Schwendener — Ref.] und eine mit grüner Substanz im Inneren, ferner eine Spore an eine Hyphe angeschlossen, eine Gonidienreihe von Hyphenzweigen umklammert, Gonidienreihen aus einem Tuberkel, ein solches von der Farbe des Protothallus, aber mit farblosem, zelligem Inhalte, ein anderes mit gefärbten Inhaltszellen und mit zwei Hyphen in Vereinigung befindlich, zwei solcher Tuberkel mit je einer Gonidienreihe im Inneren, und endlich zwei Gonidienreihen, welche als „Mivularien" aus einem Tuberkel herausgetreten sind. Vorurtheilsfreie Botaniker werden wohl kaum verkennen, dass hier endlich eine lauge ersehnte Behandlung des bekannten Thema's im Sinne der Lichenologen geliefert wird. Wenn auch die Schilderung der elementaren Vorgänge bei der Entstehung der Gonidien in jener vielfachen Weise die Ansprüche der Gegenwart nicht vollkommen befriedigen möchten und so den Anhängern der Lehre Schwendener's die bekannte Hinterthür geöffnet bleibt, um allen diesen Thatsachen zu entgegnen, dass auch sie nicht beobachtet wurden, sondern dass sie aus anatomischen Befunden durch Folgerung festgestellt wurden, so bedarf es jetzt doch nur Wiederholungen dieser Beobachtungen auch von anderen Seiten, um jene „Theorie" endlich über den Haufen zu werfen. Unter allem, das wir durch diese Arbeit gewannen, ist wohl kaum etwas so werthvoll, als die Wahrscheinlichkeit, dass die Keim- hyphe unfähig sein möchte, direct Gonidien zu erzeugen. 77. G. Winter. Zur Anatomie einiger Krustenfiechten 5 ). Zu dieser und der folgenden Arbeit fühlte sich Verf. getrieben durch einige Be- J ) Also die Weise, nach welcher Schwendener die Soredien entstehen Hess. 2 ) S. Jahresber. II, S. 149. 3 ) S. ibidem, S. 155-156. ♦) S. ibidem, S. 128. 5 ) Der Inhalt dieser Arbeit diente auch Schenk als Gegenstand einer Besprechung, s. Sitzungsler. der naturf. Ges. zu Leipzig 1875, p. 5—8. Es erschien überflüssig, diese letztere besonders zu citiren. IIQ Kryptogamen. - Flechten. hauptungen Körber's in dessen „Zur Abwehr der Schwendener-Bornet'schen Flechtentheorie" *), welche derselbe als Beweise gegen die Wahrheit der Schwendenerischen Lehre gebraucht hatte. Körber stand bisher mit diesen sonderbaren Ansichten, zu denen er, wie den Lichenologen bekannt, durch Anwendung geringer Vergrösserungsgrade geführt wurde, voll- kommen isolirt da. Diese Beweisgründe entbehren von vorneherein jeder Wahrscheinlich- keit, konnten somit nicht zur Abwehr gegen jene Theorie dienen, brauchten aber desshalb auch nicht einer Prüfung unterworfen zu werden, vielmehr hätte Verf. sich der Mühe unter- ziehen sollen, die gewichtigen, bisher von den Anhängern Schwendener's unbeachtet gelassenen Gegengründe zu prüfen. Um die Unwahrheit der Behauptung Körber's, dass einige Lichenen in ihrem Thallus der Hyphen vollständig entbehren, zu beweisen, hat Verf. vier Beispiele Körber's, nämlich: Secoliga abstrusa (Wallr.), Sarcogyne privigna (Ach.), Hymenelia affinis Mass. und Naetro- cymbe fuliginea Körb., anatomisch untersucht. Von der ersten Art lag schlechtes Material vor, Exemplare mit abgewaschenem Thallus, wie sie von dieser Art ziemlich häufig sind. Ferner war es dem Verf. unbekannt, welche eigentümliche Stellung diese Gattung gerade wegen ihres Thallusbaues einnimmt. Sie gehört zu den Lichenen mit den sogenannten Graphideen- oder Chroolepus- Gonidien, sie ist ein Sclerolichen s. Th. Fr., Verf. aber ver- leiht derselben die gleichen Gonidien, wie Hymenelia affinis, oder vielmehr er stellt für beide als Nähralge Pleurococcus hin. Die Beschreibung des Thallusbaues von Sarcogyne privigna bringt nichts Neues zu dem hinzu, was wir bereits durch De Notaris und Th. Fr. wissen, freilich war dem Verf. die Beobachtung des Letzteren 2 ) von dem Auftreten der Gonidien- knäuel unter dem Apothecium entgangen. Eine befriedigende Behandlung konnte selbst- verständlich die anderen Formen der Gattung (incl. Stereopeltis) nicht ausschliessen. Die Beschreibung des Thallusbaues von Hymenelia affinis ist in denselben ganz allgemeinen Zügen, wie alle übrigen, ausgeführt. Bei der Tendenz, das Vorhandensein von Hyphen bei diesen Lichenen zu constatiren, mögen solche Skizzen wohl genügen. Die Beschreibung von Naetro- cymbe fuliginea enthält gleichfalls nichts Neues, Verf. liefert dieselbe, nur weil ihm die Kenntniss von der betreffenden Arbeit Millardet's wenig verbreitet zu sein scheint. Was nun die Wissenschaft erhält, reducirt sich auf die Versuche, in mineralogische Bestandtheile versenkte und verschlossene Flechtentheile durch Anwendung der Flusssäure zugänglich zu machen. Die Erfolge scheinen zur Wiederholung aufzumuntern. 78. G. Winter, üeber die Gattung Sphaeromphale und Verwandte. Als Beispiele von Lichenen, welche ohne Hyphen bestehen, hatte Körber [s. Ref. 77J auch Sphaeromphale hingestellt, und zugleich die Entstehung solcher nur aus Gonidien bestehenden Flechten auf den Austritt der Sporoblasten aus der Spore, der statt der Aus- treibung einer Keimhyphe erfolgen sollte, zurückgeführt. Zu dieser Ansicht war Körber offenbar weder durch Experimente noch durch Beobachtungen in der Natur, sondern durch die Annahme eines morphologischen Connexes zwischen den Sporoblasten der zer- quetschten Spore und den brauugr unlieben Microgonidien, welche nach ihm den Thallus zusammensetzen, gelangt. Wie es die Behauptung erfordert, sind vom Verf. nach zwei Richtungen hin Unter- suchungen angestellt, allein die Mittheilung derselben soll auch einiges Neue kennen lehren und bereits Bekanntes bestätigen. Aus der Beschreibung des Baues von Sphaeromphale fissa (Tayl.) Körb., von welcher Verf. ausgeht, sind folgende Momente hervorzuheben. Der Thallus ist durchweg glcichmässig parenchymati&ch, gegen beide Flächen hin gebräunt, doch viel weniger gegen die untere hin, welche Farbe [1J den Verf. veranlasst, eine beiderseitige Rindenschicht zu unterscheiden. Die Unterliäche sendet Hyphen in die Gesteinsoberfiäche, welche in ihrer Gesammtheit vom Verf. bei allen ähnlich gebaueten Flechten als Mycelium bezeichnet wird. Verf. identificirt die Begriffe Piotothallus und Hypothallus, betrachtet aber den ersteren als analog dem Mycelium der Vyrenomyceten. In dem Pseudoparenchyni sind fast gleichmässig zahlreiche Gonidien vertheilt. Die von Körber beobachteten brauugrünlichen Microgonidien fand Verf. *) S. Jahresber. II, S. 14'J. *) S. Lieh. Scand. I, p. 409. Naturgeschichte, Anatomie, Physiologie und Morphologie. 111 nicht. Die Perithecien sind bei einem und demselben Exemplar bald von einer bräunlichen Thallusschicht umlagert, bald nicht. Auch Verf. fand keine Paraphysen, auch er dachte nicht daran, als deren auf einen besonderen Bezirk verwiesene Stellvertreter die Periphysen aufzufassen. In der Subhymenialschicht fand er Gonidien, ebenso zwischen den Schläuchen und im Hohlräume des Perithecium die zahlreichen grünen oder blassgrünen Hymenial- gonidien, dieselben traf er aber auch in den Spermogonien. Der Umstand, dass bei einigen anderen Gattungen die Fructificationsorgane mit denen von Sphaeromphale fissa „völlig identisch" sind, veranlasste den Verf. zur Untersuchung derselben. Wir können uns den Bericht über die höchst skizzenhaft und im Hinblicke auf die in die bisher geltenden Grundsätze der Systematik und Lichenographie tief eingreifenden Entscheidungen wenig befriedigenden Beschreibungen des Baues des Lagers und der Apo- thecien der vom Verf. in Vergleich gezogenen Flechten ersparen und uns mit dem Facit begnügen, dass Verf. sich soweit verstieg, folgende Typen zu vereinigen: Beiderseits berindete und eine durch ihren Bau, nicht etwa durch Mangel der Farbe [s. oben], abgegrenzte Markschicht, sowie fast schichtartig angeordnete Gonidien besitzende Lichenen, wie Dermatocarpon pallidum, D. Schaereri und "D. glomeruliferum ; Durchweg pseudoparenehymatische mittelst Hyphen dem Substrate anhaftende und gleichmässig vertheilte Gonidien enthaltende Lichenen, wie Sphaeromphale fissa, Stigma- tomma clopimum, Dermatocarpon Ambrosianum , bei welcher letzterer noch ein in die Peripherie oft weit ausgedehnter Kranz brauner Hyphen hinzukommt; Lichenen mit einem Lager von verflochtenen und nach oben zu einer pseudoparen- chymatischen, die Gonidien führenden, Rindenschicht verfliessenden Hyphen, wie Polyblastia rufa; und endlich Flechten mit einem nur aus locker verflochtenen und eingestreueten Gonidien bestehenden Lager, wie Polyblastia nigella und P. guestphalica. Allein Verf. verstieg sich nicht zu einer generischen Vereinigung aller dieser Typen, was wenigstens nicht ganz ohne Sinn gewesen wäre, sondern zu einer speci fischen. Alle jene Arten vereinigt er unter die eine alte Art Verrucaria umbrina Wahlb., welche er aber nicht in jener Gattung sensu Ach., Nyl. belässt, sondern zur Gattung Polyblastia versetzt. Hiermit documentirt sich die extreme sporologische Richtung des Verf., es wird uns hiermit auch klar, wesshalb Verf. gerade jene Flechten untersuchte und vereinigte und nicht die grosse Menge anderer nach den obigen 4 Typen gebaueten und ausser lieh von jenen oft schwer unterscheidbai en Formen von Verrucaria, Thelidium, Polyblastia u. a. Offenbar war es das Auftreten von 1—2 mauerförmigen Sporen bei allen jenen Formen, dem zu Liebe er anatomische Unterschiede, wie sie in einer Parmelia, einem Endocarpon gegenüber einer Lecanora , einer Verrucaria bestehen, für geringe Abweichungen erklärte, welche neben der Bräunung des Thallus und der Apothecien, der Entwickelung des „Mycelium" und des Baues der apicalen Region der Perithecien als „Variationstypen" hingestellt werden. Gar sehr vermisst wird die vergleichende Untersuchung der Spermogonien und Spermatien aller vereinigten Formen, Grund genug schon, um des Verf. Versuch abzuweisen. Würden diese neuen Grundsätze sich einführen, so würde die Lichenologie jenen Weg wieder beschreiten, der zu Auffassungen, wie der Vereinigung der Gattungen Graphis und Umbilicaria s. Gyro- phora, zurückführt. Da Verf. natürlich mit den Resultaten seiner lichenographischen Studien Fiasco machen wird, so bleiben die ausschliesslich anatomischen in Bezug auf ihren Werth für die Wissenschaft zu prüfen übrig. Diesen können Wir in den wenigen Worten ausdrücken : Wir erfahren von dem Auftreten durchweg pseudoparenehymatischer Krusten, das Vorhandensein brauner Hyphen ausser farblosen , die ersten Anhaltspunkte für das Urtheil, dass der Bräunung der Perithecien zu viel Bedeutung in lichenographischer Hin- sicht untergelegt wird, die erste Beschreibung der weiteren Entwickelung der Hymenial- gonidien nebst Abbildung und deren Auftreten in den Spermogonien. Leider sind aber diese wichtigen Punkte nicht eingehend behandelt und die nach einseitigen Untersuchungen gewon- nenen Resultate dürften, wie sie Verf. vorlegt, schwerlich die Basis für weitere Forschungen abgeben. Gerade bei der Entstehung der Hymenialgonidien muss Verf. sich mit Vermu- thungen begnügen, wie dass dieselben aus den Subhymenialgonidien , als Thallusgonidien, 112 Kryptogamen. — Flechten. hervorgehen und bei dem lebhaften [?] Wachsthume der das Perithecium bildenden Hyphen aus dem Thallusparenchym schliesslich in den Hohlraum der Apothecien gelangen. Ob Verf. diese Anschauung auch auf die in den Spermogonien vorgefundenen Gonidien ausdehnt, ist nicht ersichtlich, ebenso, ob er die Vermehrung der Hymenialgonidien ausserhalb der Apo- thecien in der Natur beobachtete oder durch Culturen erzielte. Neben den den Thallus- gonidien fast gleichen Hymenialgonidien, welche sich nur durch geringere Grösse von jenen unterscheiden und die gleiche Grösse erst ausserhalb der Apothecien erlangen, fand Verf. noch andere, der Algengattung Stichococcus durchaus gleichende [also neben Pleurococcus noch Stichococcus! — Kef.]. Ob dieselben, wie Schwendener glaubt, von aussen hinein- gelangen, konnte Verf. nicht entscheiden, er hält es für wahrscheinlich, dass dieser Sticho- coccus nur eine Form der Thallusgonidien ist, die durch eine abweichende Theilung (nur in einer Richtung des Baumes) hervorgerufen wird , indem er ganz übersieht, dass gerade auf solchen Unterschieden mehrere Algengattungen basiren, deren generischer Werth hiermit in Frage gerathen würde. Die Auffassung von der Entwickelung der Kruste erreicht bei dem Verf. kaum das Niveau der bisher herrschenden Anschauung. Den Bericht über den zweiten Theil der Untersuchungen, bestehend in Aussaat- versuchen mit Sporen von Sphaeromphale- und Polyblastia-Arten, um den Beweis zu liefern, dass bei der Keimung derselben nur Keimschläuche ausgetrieben werden, nicht aber Sporo- blasten zu Gonidien sich umwandeln, können wir aus mehrfachen Gründen unterlassen. Es wird uns hierbei zur Ueberzeugung , dass es einem Anhänger Schwendener's schwer wird, die Gelegenheit zu Culturversuchen unbenutzt vorübergehen zu lassen, um immer wieder zu „beweisen", dass die Keimhyphe, falls sie keine Algen trifft, zu Grunde geht. *) Die am Schlüsse der Abhandlung gegebene, fast 3 Seiten umfassende Liste aller von dem Verf. unter Polyblastia umbrina (Wahlb.) Wint. vereinigten Arten mit ihren Syno- nymen, bei der leider die Angabe vermisst wird, dass alle in Originalen untersucht wurden, um den Verdacht, dass diese Liste zum grossen Theile aus Copieen von Citaten zusammen- gesetzt wurde, zu verscheuchen, würde sich jedenfalls noch stattlicher ausgenommen haben, wenn alle verwandten Arten, soweit solche bekannt sind, herangezogen wären. Auf den beigegebenen Tafeln sind dargestellt Durchschnitte der Perithecien von Sphaeromphale ftssa , Dermatocarpon Schaereri, Stigmatomma clopimum, des Spermo- goniuma der ersten Art, der Lager von Dermatocarpon pulvinatum, D. Schaereri, D. glome- ruliferum, ferner die Thallus- und Hymenial- Gonidien, sodann die Keimungsstadien der Sporen von Sphaeromphale fissa, Polyblastia diminuta und P. cassia und endlich die Peri- thecien der sämmtlichen abgehandelten Arten in schematischen Durchschnitten, um das Ver- hältniss der Bräunung des Thallus und der Perithecien darzulegen. IV. Arten -Verzeichnisse. 1. Neu aufgestellte Arten. Ab k ü rzn Ligen : E. — Europa, As. = Asien, Af. — Afrika, Am. — Amerika, Au. = Autstralien, N.P. = Nord- polarländer, S.P. = Südpolarländer; Ep. tz Epiphyt.; l m = 0,001 mm. Die Nummern der im vorher- gehenden Jahre aufgestellten haben ein *. Acolium. 1. Af. A. mimittdum Bagl. 8, p. 249. Thallus dispersus, tenuiter ruguloso-plicato-granulatus albus. Apothecia sessilia v. interdum substipitata urceolata dein subcupulari-patelliformia parvula, margine leviter inflexo crasso dein attenuato atro discum albido-pruinosum, tandem nudum, superante. Sporae 8-nae in thecis cylindricis, biloculares, obtusiusculae interdum medio vix contractae, exiguae duplo longiores quam crassae, fuscae. — Auf Holz, Abyssinien. Actinoglyphis. 2. As. A. protracta Kremph. 28, p. 62. Thallus macularis tenuiter atro-marginatus con- tinuus tenuissimus leviter fuscescens. Stromata elongata linearia angusta (diam. 0,8 mm.) ') Vgl. die Gegengrüude von Krempelhuber's in Bef. 74. Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. U3 flexuosa et dendritice ramosa, parum prominula. Apothecia conferta gracillima sub- punctiformia nigricantia albido-pruinosa epithecio vix v. obsolete marginato. Sporae in thecis subcylindraceis 8-nae, ellipsoideae, 6-loculares, tandem pallide olivaceae, 15— 17 m lg., 5— 6m er. — An Rinde, Singapore. Alectoria. *3.Af. A. epichrysa Stirt. 64, p. 367. Thallus erectus (alt. 3— 4-pollicaris) gracilis divaricato- ramosus, ramulis apicalibus brevibus deflexis, sulpbureo-virens v. aurantiacus pulvere ochraceo suffusus, sorediis minutis albidis. Apothecia et Spermogonia ignota. — An Erde, Capverdische Inseln. 4. e. A. nidulifera Norrl. 38, p. 8. Thallus erectus minusculus (1-2— 4-pollicaris) oli- vaeeo-spadiceus, patenti-ramosus , sat dense arbusculiformis, ramis subflexuosis, sorediis dispersis non prominulis albidis, saepius propagula erectula eniittentibus indeque spinu- losis. Apothecia et sporae sicut A. jubatae (prolixae) Ach. — An Fichtenstämmen, Finland. Arthonia. 5. E. A. atrofuscella Nyl. 41, p. 363. Subsimilis A. pineti Körb., sed sporis paullo minori- bus (lg. 12— 16 m, er. 5— 6 m ). 6. Af. Arthothelium Beccarianum Bagl. 8, p. 252. Thallus effusus leprosus v. pulveru- lentus cinereo- albicans. Apothecia innata dein subemersa punetiformia mox lineari- elongata, simplicia denudata atra. Sporae 8-nae in thecis majusculis heniisphaericis v. pyriformibus brevissime stipitatis, ovoideae, rarius ellipticae, obtusatae, 4— 6-loculares hyalinae, demum septis verticalibus muriformes straniineae. — An Rinden, Abyssinien. 7. e. A. epiphyscia Nyl. 41, p. 361. Ep. — Apothecia convexa parva (lat. 0,2 mm.) nigra. Sporae 1-septatae, 11— 12 m lg-, 4 I / 2 m er. — Auf Physcia caesia, Finland. 8. e. A. insinuata Stirt. 47, p. 89. Thallus „subsquaniulosus" tenuissimus albidus v. pal- lidus. Apothecia adnata rotunda v. oblonga v. subirregularia, fusca v. fusco-nigra, primum velata, „margine tballino squamulosulo". Sporae 4— 8-nae oblongae, 5-loculares hyalinae v. leviter fuscescentes 14— 21 m lg., 6— 8m er. — An Rinde, Schottland. 9. e. A. luridofusca Nyl. 41, p. 363. Diff. ab affini A. spadicea reactione thecii K vix ulla (v. obsolete supra obscurante) et apotheeiis intus subincol., sporis majoribus, 14 17m lg., 5— 6m er. — An Buchen, Zw. Exs. 86, D. 10. As. A. miltina Kremph. 27, p. 42. Thallus irregulariter dilatatus continuus tenuis albidus. Apothecia basi immersa, adpressa v. parum prominentia, variiformia, solitaria, raro aggregata, immarginata, numerosa. illis A. cinnabarinae majora, extus intusque pulchre cinnabarina; epithecio scabrido , iuterdum ad basim paullulum albido pulveru- lento. Sporae ignotae. An Rinden, Borneo. U.E. A. subspadicea Nyl. 41, p. 364. Extus subsimilis A. spadiceae, at thecio incol. et K non reagente. Sporae 10— 14 m lg., 3 I /2~4 1 /2iu er. (proximae sicut A. spadiceae). — Auf Sorbus chamaemespilus , Tirol. *12.Am. A. velata Stirt. [nomen consumptum !] 64, p. 372. Thallus (an proprius?) rimoso- diffractus crassiusculus, fere spongiosus farinaceus albidus v. pallidus. Apothecia innata sparsa v. seriatim disposita minutissima (d. c. 0,05 mm.) nigra; sporae in thecis saccatis 8-nae, septatae, 20— 30m lg., 10— 14 m er., demum fuscae v. potius obscure violaceae. — Insel Bermuda. Ascidium. 13. As. A. albogüvum Kremph. 27, p. 21. Thallus indetermihatus granuloso-rugulosus pallide fuscescens v. sordidulo-albidus. Apothecia (Verrucae) dispersa, subhemisphaerico-depressa, medioeria (d. c. 0,9—1,0 mm.) pallide fusca, supra sublaevia v. inaequalia, umbilicata, ore minuto subrotundo, perithecio integro crassiusculo supra modo aperto, fusco. nucleum nigricantem includente et stromate medullari niveo obtecto. Sporae? — An Rinden, Borneo. 14. As. A. carnosulum Kremph. 27, p. 22. Thallus effusus indeterminatus rugulosus tenuis sordide- v. cinereo -carneus. Apothecia (Verrucae) prominula depresso-hemisphaerica numerosa (segregata) minuta (d. c. 0,9 mm.) sordide carnea, umbiUcata, ore rotundo Botanischer Jahresbericht III. 8 114 Kryptogamen. — Flechten. amplo et interdum albido-pruinoso , perithecio subglobuloso nigricante aut fuscescente a stromate medullari niveo circumdato, paraph. capillaribus ; spor.ae 6— 8-nae, 6-loculares, ovoideo-elongatae, hyalinae, 27— 28 m lg., 5 — 7 m er. — An Rinden, Borneo. 15. As. A. confluens Kremph. 27, p. 23. Thallus irregulariter dilatatus atro-cinetus verrucis stipatis inaequalis albidus v. pallide fuscescens. Apothecia (Verrucae) numerosissima solitaria v. saepius confluentia bemispbaerica v. truncato-conoidea prominentia medioeria (d. c. 1,0—1,2 mm.), ore minuto rotundo, nucleum gelatinosum fuscum subpyriformem apice obtuso includentia, utrinque et infra a strato proprio angusto fusco inter Stratum alium tenue albissimum posito circumdata; sporae 4— 6-nae, 4-loculares, oblongae, 10— 14 m lg., 7 — 8m er., hyalinae. — An Rinden, Borneo. 16. As. A. croceum Kremph. 27, p. 25. Thallus macularis (d. c. 10 — 12 mm.) nigro-cinetus tenuis glaucescens. Verrucae dispersae, interdum approximatae , parvae (d. 0,5—6 mm.) thallo concolores , depresso-umbilicatae , ostiolo minuto rotundo v. anguloso leviter mar- ginato, perithecio nigricante depresso, supra stromate interno (medullari) amoene croceo cineto, nucleum albidum includente; sporae 8-nae, 4— 6-loculares, oblongae, 15m lg., 6— 8m er., demum fuseidulae. — An Rinden, Borneo. 17. As. A. dignitosum Kremph. 27, p. 24. Thallus continuus atro - limbatus tenuis pallidus v. pallido-cinerascens. Verrucae dispersae v. confertae valde prominentes hemisphaericae magnae (d. c. 1,3 mm.) thallo concolores, subumbilicatae ostiolo minuto leviter marginato nigricante, perithecio lageniformi supra stromate interno (medullari) crasso atrofusco cineto nucleum cinerascentem includente; sporae 4— 8-nae, multiloculares (sc. 4 — 5-locu- lares, 18— 20-blastae) , reetae v. subeurvatae et flexuosae, 114— 121 m lg., 24— 26 m er., hyalinae. — An Rinden, Borneo. 18. Au. A. elatius Stirt. 48, p. 466. Thallus nodulosus crassus laevis pallido-stramineus. Verrucae prominulae hemisphaericae supra crassae majusculae, perithecio ampullaceo nigro; sporae singulae murali-divisae elongato-ellipsoideae , 200 — 320 m lg., 70 — 90m er., fuscae. — An Zweigen, Neu -Seeland. 19. As. A. gramdiferum Kremph. 27, p. 21. Thallus nideterminatus granulosus pallide fus- cescens v. testaceo-pallidus. Apothecia (Verrucae) tota granulosa depresso-hemisphaerica magna (d. 1,5 — 1,7 mm.) concoloria, subumbilicata, ostiolo subrotundo v. leviter inscisso, perithecio dimidiatim fusco-atro v. atro, supra aperto, nucleum gelatinosum obscurum includente, et stromate niveo medullari; sporae 2— 4-nae, 30(et ultra) - loculares , fusi- formi-oblongae v. cylindraceae, 110— 180 m lg., 13— 18 m er., incol. — An Rinden, Borneo. 20. As. A. isidiophorum Kremph. 27, p. 24. Thallus late irregulariterque diffusus, tenuiter nigricanti-cinetus , isidia crassa concoloria stipata proferens. Apothecia inter isidia dis- persa proreeta, crassa truncato-conoidea v. truncato-cylindrica, rarius depressa, maju- scula (alt. 0,5 mm., lat. 1,6—8 mm.) concoloria, vertice profunde excavata, cupularia v. scutelliformi-ampliata, fundq albido obtuse papillata, papilla perforata, ostiolo minuto rotundato ; perithecium interius fulvum, dein nigricans, cupuliforme, stromate albo cinetum ; thecium angustum irreguläre albidum v. pallide -rosaceum; paraphyses filares; sporae singulae, murali-divisae, late fusiformes, 275— 280 m lg., 27— 30m er., incol. — An Rinden, Borneo. 21. Au. A. melanosporum Knight. 24, p. 363. Thallus crustaceus verrucosus eborinus. Apo- thecia hemisphaerica depresso-umbilicata ; perithecium globosum poro pertusum nigrum; nucleus paraphysibus tenuibus faretus; sporae singulae murali-divisae fusiformes demum fuscae, 180— 250m lg., 65— : 90 m er. — An Rinden, Neu-Seeland. 22. As. A. orthomastum Kremph. 27, p. 60. Thallus indeterminatus (?) ruguloso-rimulosus sat tenuis, albidus. Verrucae solitariae dispersae hemisphaericae, concolores, maju- sculae (lat. 1,8 mm.), umbilicatae, ostiolo aperto amplo intra obturato ; perithecium subro- tundum atrum nucleo nigrieanli a stromate interno rubrofusco cineto, paraphys. filaribus; sporae 2-nae, 10— 12-loculares, fusiformi-oblongae , 52 m lg., 7m er., incol. — An Rinde, Singapore. 23 As. A. phaeoiropwn Kremph. 27, p. 22. Thallus irregulariter dilatatus, tenuiter nigricanti- limbatus subrugulosus tenuis fuscescens v. testaceus aut fuscus. Apothecia (Verrucae) Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. U5 numerosa depresso - hemisphaerica majuscula (lat. 1,75 mm.) thallo concoloria, ostiolo subrotundo minuto, intus stromate niveo; perithecium subglobosum atrum subtus fere evanescens, supra papillatum, nucleo nigricante; sporae 6— 8-nae, 6— 8-loculares, oblongae v. fusiformi-oblongae, 19— 27 m lg-, 6— 8 m er., incol. — An Rinden, Borneo. 24. As. A. pomiforme Kremph. 27, p. 26. Thalkis indeterminatus (?) rugulosus cartilagineus crassiusculus, lutescens. Apotbecia (Verrucae) dispersa superficialia majuscula (d. 1,5 mm.) fulva, subumbilicata, ostiolo minuto nigricante; peritbecium subglobosum nigrum stromate medullari crasso sulpbureo - subleproso cinetum nucleo gelatinoso sordide cinerascenti ; paraph. breves graciles intricatae ; sporae 8-nae, 4-loculares et -blastae ovoideo-oblongae v. elongatae, 26— 30 m lg., 6— 8 m er., incol. — An Rinde, Borneo. 25. As. A. triglyphicum Krempb. 27, p. 22. Thallus indeterminatus (?). subrugulosus tenuis pallide cinereo-fuscescens v. testaceo-pallidus. Apothecia (Verrucae) subhemispbaerica depressa v. plano-convexa majuscula (d. c. 1,75 mm.) concoloria, subumbilicata, ostiolo minuto tri- v. quadri - fisso ; peritbecium subconicum v. subrotundum, subtus deficiens, supra apertum, stromate medullari niveo cinetum nucleum gelatinosum pallidum et colu- mellam mediam teretem atram usque ad os fere eminentem includens ; paraph. capillares ; sporae 1— 2-nae, 18— 24-loculares, fusiformi-oblongae, interdum subeurvatae, 75— 90 m lg., 15— 17m er., incol. — An Rinden, Borneo. Astrothelium. 26. As. A. galbineum Kremph. 27, p. 58. Thallus macularis irregulariter dilatatus nigro- limitatus continuus tenuis laevis pulchre fulvus v. gilvus. Verrucae numerosae singulae v. rarius 2— 4-nae connatae prominentes medioeres (d. 1,0—3 mm.) concolores, intus et vertice truncato ostiolatoque nigrae, sc. 1 — 4 -na perithecia carbonacea ostiolo communi foventes; sporae 8-nae, 4— 6-loculares, oblongae, 30— 32 m lg., 6— 8 m er., incol. — An Rinden, Singapore. *27. Au. A. prostratum Stirt. 63, p. 240; 48, p. 473. Thallus continuus v. subrimulosus tenuis pallide- flavescens v. ciuereo-pallidus. Apothecia in verrucis vix prominulis (lat. 0,5—1,75 mm.); perithecia nigra ostiolo planiusculo ochraeeo-ferrugineo-suffuso; paraph. copiosae filiformes; sporae 8-nae uni-seriatae, 6-loculares oblongae, 40— 50 m lg., 14— 20m er., demum fuscae. — An Rinde, Neu -Seeland. 28. As. A. subfuscum Kremph. 27, p. 64. Thallus colliculosus subcartilagineus crassiusculus opacus pallide fuscus. Verrucae numerosae, valde aggregatae, irreguläres, medioeres, 2 — 6-nis peritheeiis nigris; paraph. graciles subconglutinatae ; sporae 8-nae, 4-loculares, ellipsoideae , 22— 27m lg., 6— 7m er., incol. — An Rinde, Singapore. Baeomyces. 29. Au. B. arcuatus Stirt. 48, p. 460. Thallus crassus granulosus v. subleprosus albidus v. pallide cinereus. Apothecia stipite tenui fere tereti arcuato longo (12 mm. et ultra), claviformia immarginata longitudinaliter plicata testacea intus incol.; sporae 8-nae, simplices fusiformes, 12 — 14 m lg-, 3 m er., incol. — Auf Erde, Neu -Seeland. 30. Au. B. granosus Stirt. 48, p. 460. Thallus irregularis granulosus v. subleprosus albidus v. cinereo-albidus. Apothecia magna dilatata plana v. subconvexa rufo-rubricosa , intus rufescentia, margine pallidiore laevi; hypotheciuui et thecium granulis conglomeratis rufulis inspersa; sporae 8-nae, simplices, oblongo-ellipsoideae, 8'/2m lg, 4 m er., incol. — An Felsen, Neu- Seeland. *31.Au. B. pertenuis Stirt. 63, p. 235; 48, p. 460. Thallus vix ullus. Apothecia sessilia v. rarius substipitata media adnata, ambitu libera, coneava, margine pallidiore; sporae 8-nae in thecis paraphyses crassitie vix superantibus uniseriatae, simplices v. spurie 1-septatae, fusiformes, ö^m lg., 2 m er., incol. — An Stämmen, Neu- Seeland. 32. Au. B. subgranosus Stirt. 48, p. 460. Similis B. granoso, sed apotheeiis fere sessilibus pallidioribus, intus incol., et sporis angustioribus , 8'/ 2 m lg., S^m er, — An Felsen, Neu-Seeland. Calicium. 33. e. C. ellassosporum Nyl. 42, p. 441. Thallus glaucescens v. glaueo - virescens ; gonidia in syngonidiis difformibus conglomerata (singula d. 6 — 8m). Sporae globulosae, d. 2 i l 2 m 8* 116 Kryptogamen. — Flechten. et minora. Subsimile C. brunneolo, sed sporis et gonidiis minoribus. — Auf faulem Erlenholz, Schottland. 34. e. C. polyporahmi Nyl. 38, p. 7. Subsimile C. parietino, sed sporis oblongis, 10— 15 m lg., 3— 4 m er., magis cylindraceo-oblongis quam in C. p. — Auf Polyporus zonatus, Ungarn, Chiodecton. 35. Au. Ch. conehyliatum Stirt. 48, p. 471. Thallus cinereo - violaceus. Apothecia in ver- 'ruculis stromaticis albis aggregata discreta, rotundata v. oblonga, perminuta: hypothecium nigro-iuscum ; sporae 8-nae, 3-septatae, cylindraceae v. subbacillares, 60— 80m lg., 2 1 / 2 m er., incol. — An Rinde, Neu-Seeland. 36. As. Ch. malacum Kremph. 27, p. 45. Thallus (in statu typico verisimiliter continuus et ambitu determinatus) submembranaceus, sat tenuis rugulosus, subopacus pallide virescens, intus niveus. Apothecia in verrucis (stromatibusj thallo concoloribus v. feie albis rotundatis aut planiusculis (jun. obtuse marginatis), lat. 1 mm., immersa, extus punetis nigris (6—12 in quavis Verruca) visibilia; sporae 6— 8-nae, pluri-septatae, anguste fusiformes, aciculares, 60 m lg., 3 m er. — An Rinden, Borneo. 37. Au. Ch. moniliatum Stirt. 48, p. 472. Thallus rugosus nigro-marginatus flavido-fuscus. Apothecia discreta v. concatenata innata rotundata v. oblonga perminuta nigra, margine thallino circumscisso ; hypothecia confluentia fusca; sporae 8-nae, 3-septatae, cylindraceae, curvatae, 50— 60 m lg., 2 i j 2 m er., incol. — An Rinde, Neu-Seeland. 38. As. Ch. öbscurascens Kremph. 27, p. 46. Thallus crustaceus continuus, tenuis, nigro- limitatus, sordide olivaceus, ob copiam verrucarum parum conspieuus. Apothecia in verrucis creberrimis subglobosis v. subdepressis majoribus et minoribus (d. c. 1 mm.), albido - suffusis v. ciuereo - pruinosis innata, extus punetis minutissimis atris indicata ; hypothecia nigra confluentia; sporae 8-nae, 5— 6-septatae, fusiformes, 12— 14 m lg., 3 4 m er., incol. — An Rinde, Borneo. 39. As. Ch. rupestre Kremph. 27, p. 45. Thallus determinatus dilute nigrofusco - limitatus continuus tenuis. Apothecia punetiformia , dein confluentia nigra, verrucis albis (d. 0,7 — 1,0 mm.) depressis subrotundis v. difformibus et passim approximatis immersa; sporae? — An Felsen, Borneo. 40. Au. Ch. sinuosmn Stirt. 48, p. 472. Thallus nigricanti-limitatus rimoso-areolatus albus. Apothecia in striis thallo concoloribus depressis concatenata v. saepe in seriebus tortuosis continuis disposita, rotundato- discreta, perminuta nigra; hypothecium fulvescens tenue; paraph. discretae ; sporae 8-nae, ut Ch. moniliati (v. supra). • An Rinde, Neu-Seeland. Cladonia. 41. e. C. macrophyllodes Nyl.? 42, p. 447. Thallus basi macrophyllus, laciniis lobiformibus glaucis firmis, epithallo subtiliter areolatim insculpto; podetia scyphosa granulato-corti- cata (e laciniis enata). Affinis C. soboliferae, multo insignior. — Tirol, Siebenbürgen. 42. e. C. pycnotheliza Nyl. 42, p. 441. Quasi C. caespiticia effusa subdispersa, podetiis plus minusve evolutis, saepe fere sicut in l'ycnothelia, apotheeiis fuscis aggregatis con- vexis (podetiis frequenter e squamulis thalli enatis, parvis, pallidis, nudis) ; sporae minutae, 7— 9 m lg., 2— 2 1 /2ni er. — An faulen Stämmen, Finland. Coccocarpia. 43. As. C. diver gens Kremph. 27, p. 14. a. latifolia. Thallus membranaceus suborbiculatiin expansus laciniatus, laciniis depressis planis multifidis nonnihil divergentibus, glaucescens v. albido-cinerascens, subtus tomento rhizinoso aterrimo rigido obtectus eoque limbatus. Apothecia plano-convexa, obscure fusca; sporae et paraph. sicut C. molybdeae Pers., sed hyalinae; hypothecium angustum duplex, Stratum superius lutescens, inferius albidum. — An Rinde. — b. angustifolia. Th. rotundato -pauci-lobatus, lobis laciniatis, laciniis angustioribus, radiantibus, approximatis. — An Zweigchen, Borneo. 44. As. C. glauciua Kremph. 27, p. 14. Thallus membranaceus suborbiculariter dilatatus rotundato-lobulatus, lobis incisis, approximatis, margine flexuoso prorecto, subtus dense albido- v. sordide lutescenti-tomentosus et margine dense ciliatus. Apothecia impressa, atra v. fusco-atra; paraph. tenues, vix discretae, supra caeruleo-nigricantes ; hypothecium albidum; sporae 8-nae, biloculares, oblongae, 5— 7m lg., 3m er., incol. — An Rinde, Borneo. Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 117 45. Au. C. periptera Nyl. 24, p. 361. Thallus monophyllus orbicularis, laciniis linearibuB appressis flabelliformibus multifidis radiantibus , centro concretis, plumbeus. Apothecia plana margine dnplice, thallino crenulato, rubro-fuscescentia. Sporae simplices ellipsoi- deae, 13 m lg., 7 i j 2 m er., incol. — An Rinde, Neu-Seeland. Goenogonium. 46. As. C. tenuissimum Krempb. 27, p. 26. Thallus laxe tomentoso-intricatus, filamentis gracillimis (6— 7m er.), virgultulas efformans parvas (alt. 2,8—3,8, lg. 2,5—13,0 mm.) tenues planas, horizontaliter margine extremo (v. acie) folii arboris cujusdam semper- virentis prorecte insidentes. Apothecia dispersa, pallide luteola, minutissima; sporae? — Borneo. Collema. 47. e. C. granuliferum Nyl. 39, p. 103. Subsimile G. melaeno, sed thallo firmiore et globulis isidiosis saepe confertis consperso. Apothecia medioeria rufescentia margine thallino demum suberenato; sporae (fere ut in C. m.) 3-septatae, 25— 32 m lg., 8— 12m er. — Auf Kalk, Frankreich, England. 48. e. C. subplicatile Nyl. 40, p. 297. Thallus subplicatus difformiter lobatus medioeris virescenti- nigricans. Apothecia urceolato - impressa margine thallino turgido, sat parva fusco - nigricantia ; sporae 8-nae, 5-septatae, vix submurales, tumido - subfusiformes, 26— 34 m lg., 11— 15 m er. — Auf Quarz, Banat. CollemOpsiS siehe Pyrenopsis. Goniocybe. 49. e. C. obscuripes Nyl. 40, p. 298. Similis C. sabpallidae Nyl., sed thallo glaueo tenu- issimo continuo v. evanescente (gonidiis chroolepideis), stipitibus fuscescentibus aut fuscis. Sporae d. 4— 6 m . — Auf Rinde, Finland. Cora. 50. As. C. ligulata Krempb. 27, p. 15. Thallus membranaeeo-coriaceus, primo folium sistens subhorizontale prorectum, suborbiculare v. potius reniforme, parte incisa v. sinu firme ramo v. ramulo arboris affixum, demum elongatus atque supra ramulum, hunc subtus in medio obtexens, linguiformiter plus minus extensus et dilatatus (usque ad 15 centimet. lg., 3 — 7 centim. lat.), apice obtuso v. attenuato, supra pallide testaceus opacus, plerum- que nonnihil striatus aut obsolete zonatus, infra integumento algoideo continuo tenu- issimo arachnoideo, aeruginoso, arete adpresso usque ad limbum marginalem angustum nudum vestitus. Apothecia? — Borneo. EndOCarpiSCUm siehe Pannaria. Endocarpon. 51. E. E. polyphyllizum Nyl. 41, p. 362. Accedens ad E. leptophyllum Ach., sed thallus castaneo-fuscescens teuuior (0,2 mm. er., v. etiam tenuior), saepius polyphyllus, lobis imbricatis, sporis minoribus (11— 14 m lg., 5 -6 m er.). — An Felsen, Finland. Enterographa. 52. E. Stigmatiäium dendriticum Leight. 33, p. 257. Thallus tartareus effusus tenuis laevi- gatus albidus v. lacteus. Apothecia innata irregulariter dendritice radiata, plana im- marginata nigra, nuda, intus pallida; sporae 8-iiae, 3— 4-septatae subobovatae v. clavatae, incol. — Auf Felsen, Irland. 53. s.p. St. leueolytum Nyl. 43, p. 726. Thallus rimulosus tenuis glaucescenti - pallidus, saepius in lepram albam dissolutus. Apotbecia lineoliformia fusco-nigra, intus subcon- coloria; sporae 3— 5-septatae oblongo-fusiformes medioeres. — Auf Basalt, Insel St. Paul. 54. As. E. pertricosa Kremph. 27, p. 39. Thallus indeterminatus (?) crassiusculus laevigatus opacus albidus in roseum vergens. Apothecia lirellaeformia immersa linearia elongata flexuosa ramosaque numerosa et valde approximata; epithecium rimuliforme (rimulo saepe obsoleto); paraph. firmae discretae; hypothecium fuscum; sporae 8-nae, murali- divisae, ovoideae, 27— 30m lg., 12— 14 m er., incol. — An Rinden, Borneo. Ephebe. Ephebeia. 55. e. Ephebeia cantabrica Nyl. 38, p. 6. Subsimilis Epliebae pubescenti , sed apotheeiis 118 Kryptogamen. — Flechten. extus subgloboso-tuberculosis, solitariis; sporae ellipsoideae v. oblongo-ellipsoideae, 11 — 16 m lg., 4^2 — 6 1 j 2 m er. — Auf Sandstein, Pyrenaeen. 56. E. JSphebe lapponica Nyl. 38, p. 7. Forsan var. JE. pubescentis , sed differt filamentis thallinis nonnihil crassioribus, monoecis, spermogoniis et apotbeeiis singulis v. aggregatis sporis subtriseptatis fusiformibus, 14- 18 m lg., 4 m er. — Auf Felsen, Lappland. Ephebeia siehe Ephebe. Glyphis. 57. As. G. finitima Krempb. 27, p. 43. Thallus irregulariter dilatatus, tenuiter atro-limitatus crustaceo-cartilagineus fuscescens. Apotbecia lirelliformia gracilbma minuta atra laby- rintbiformiter coacervata in stromatibus subrotundis v. deformibus planiusculis v. parum prominentibus cinereis, binc inde confluentibus ; sporae 8-nae, 4-loculares, 12 — 14 m lg., 5— 7 m er., demum obscure-olivaceae, corrugatae. — An Rinden, Borneo. Graphis. 58. As. G. atroalba Kremph. 27, p. 38. Similis G. Afzelii Ach. (praesertim var. Bornensi Krempb.), differt vero thallo inaequali albido v. sordide fuscescente lirellisque, quarum latera aut margines excipuli atra, nuda, supra vero epitbecio rimiformi v. biante albo vestita, itaque bicoloria ; paraph. graciles ; sporae in tbecis cylindraeeis uniseriatae 8-nae, 4-loculares, ellipsoideae, 12— 15 m lg., 6— 7m er., incol.; hypothecium fuscoatrum v. atrum, crassum. — An Rinden, Borneo. 59. As. G. attenuata Krempb. 27, p. 31. Thallus continuus tenuis nigro-limitatus albidus. Apothecia lirelliformia, lirellis dispersis elongatis 1 — 2- rarius pluri-furcatis, raro simpli- eibus, attenuatis (uno v. altero ramulo in eadem lirella etiam apice obtuso) ; epithecium rimiforme, dein anguste canaliculatum, atrum thallo marginatum; paraph. graciles, vix discretae, granulis multis adspersae; sporae 4-nae, 8— 10-loculares, cylindraceo-oblongae, 35 -57m lg., 11 — 12 m er., olivaceae. — An Rinden, Borneo. 60. As. G. caesiopruinosa Kremph. 27, p. 32. Thallus inaequalis tenuis fuscescens, obscure limitatus. Apothecia lirellaefonnia , lirellis linearibus varie valde flexuosis et tortuosis, ramosis et ramulosis, parum prominulis, approximatis, rarius confertis, planis, amoene caesiopruinosis; excipulum integre atrum, margine proprio angustissimo vix distineto, thallo tenuiter tectum; epithecium rimifome; hypothecium pallidum; sporae 8-nae, 4- loculares, oblongo- v. ellipsoideo-oblongae, 22— 24 m lg., 5— 6 m er., incol. — An Rinden, Borneo. 61. As. G. campetes Kremph. 27, p. 30. Thallus dilatatus continuus tenuis opacus cinera- scens nigro-cinetus. Apothecia dispersa, prominula basi sola innata ibique interdum leviter thallo marginata, lirelliformia (0,4— 3,5 mm. lg.) simplicia, flexuosa v. curvata, atra, nuda; epithecium rimiforme, labiis tenuiter pluri-striatulis ; hypothecium atrofuscum; sporae 6— 8nae, 10— 12-loculares (loculis ocellatis), singulariter crenulatae, oblongo- ovoideae (erucaeformes) v. cylindraceo-oblongae, 39- 55 m lg., 7— 9m er., pallide olivaceae. — An Rinde, Borneo. 62. As. G. (Fissurina) circumscripta Kremph. 27, p. 62. Thallus continuus tenuis sublaevis pallide olivaceus late nigricanti-limbatus. Lirellae dispersae innatae angustissimae, flexuosae, divaricato-ramosae, atrae, thallo vix v. tenuiter marginatae ; epithecium conca- viusculum nudum; paraph. granulosae, non bene conspicuae; sporae 6— 8nae, 6-loculares, ovoideo-oblongae, 18— 22 m lg. , 4— 5m er. , demum olivaceae v. fuscae. — An Rinden, Singapore. 63. As. G. commutabilis Kremph. 27, p. 33. Thallus continuus v. interruptus tenuis albidus v. fuscescenti-albidus, nigro-limitatus. Lirellae numerosae, approximatae , rarius con- fertae, elongatae, angustae, varie flexuosae et curvatae, simplices v. furcatae ramosaeque; epithecium rimiforme v. angusto- canaliculatum impressum nigricans, margine thallino tenui integro v. subdiscisso; paraph. bene conspicuae, fusco-capitulatae; sporae 2-nae, muraliformes, medio saepe subconstrietae et septatae, ellipsoideae, 80— 110 m lg., 25- 33 m er., demum fuseidulae v. fuscae. — An Rinden, Borneo. 64. As. G. computata Kremph. 27, p. 36. Thallus uniformis indetermimttus tenuis cinerascens Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 119 v. albidus. Lirellae subimmersae, approximatae lineares (4— 6mm. lg.), simplices v. ramosae et varie flexuosae, undulatae et intricatae, immarginatae ; epithecium rimiforme canaliculatum nigricans, margine interdum tenuissime striatulo; paraph. conglutinatae ; hypothecium fuscum; sporae 8-nae, 8-loculares, oblongo-ovoideae , 33— 36 m lg., 9 m er., demum fuscescentgs. — An Rinden, Borneo. 65. As. G. (Sarcogräpha) concisa Kremph. 27, p. 31. Thallus indeterminatus (?) crassius- culus rimoso-areolatus, rimis inter areolas profundis, laevis v. subinaequalis, lutescens v. fulvescens, intus albus. Apothecia areolis exalbescentibus („sarcotheeiis" s. Fee irre- gularibus) insculpta, linearia, gracilia, immarginata, atra v. atrofusca, elongata, valde ramosa et flexuosa, brevia confluentia (subglyphidiformia) difformia, aggregata; epithe- cium concaviusculum nudum; sporae 4-nae, 4-loculares, ellipsoideae, 16— 17 m lg., 5— 6m er., pallide olivaceae. — An Rinden, Borneo, Singapore. 66. As. G. convariata Kremph., 27, p. 30. Thallus irregulariter dilatatus continuus tenuis laevis pallide flavescens. Apothecia dispersa et approximata, superficialia, plana nigri- cantia, variiformia, linearia (parum flexuosa), rotunda, oblonga, hinc inde furcata, api- eibus obtusis et attenuatis; epithecium planum nigricans, margine thallino tenui sube- vanido; paraph. firmae, discretae; hypothecium atrofuscum; sporae 6 — 8-nae, 8 -10-locu- lares, fusiformi-oblongae, 30— 35m lg., 8m er., pallide olivaceae demum fuscae. — An Rinden, Borneo, Ceylon. 67. As. G. imparilis Kremph. 27, p. 29. Thallus continuus , passim inaequalis , tenuis, sub- laevigatus albidus v. alboglaucescens, atro-limitatus. Apothecia dispersa prominula, sat magna (d. 1,0—1,3 mm.), rotundata (lecanorina, immo pseudolecideina) v. oblonga, demum non raro lirellaeformia, intus atra; epithecium planum opacum nigrum, margine thallino albido, proprio carbonisato; sporae? — An Zweigen und Zweigchen, Borneo. 68. Af. G. implexella Stirt. 47 , p. 92. Thallus subpulverulentus tenuis pallide cervinus. Apothecia conferta innata tortuosa et ramosa, obtusa, margine thallino crassiusculo; epithecium concaviusculum v. planiusculum (lat. 0,1 — 3 mm.) ; paraph. parcae distinetae filiformes; hypothecium pallidum; sporae 4-, rarius 8-nae, 4-loculares, oblongae v. ellipsoideae, 9— 14m lg., 3^2 — ^/jm er., fuscae. — An Zweigen, bei Victoria. 69. Am. G. iimstula Stirt. 47, p. 90. Thallus rimuloso-areolatus tenuis albidus Apothecia innata, rotundata oblonga v. irregularia nigra; epithecium concaviusculum latum (lat. 0,2— 3 mm.); paraph. crassae; hypothecium incol. ; sporae 2— 8-nae, 5 — 10-loculares, oblongae v. fusiformi-oblongae, 18— 45 m lg., 6— 8 m er. , demum fuscescentes (J. viola- scentes). — An Rinden, Canada. 70. As. G. leueoparypha Kremph. 27, p. 35. Thallus rugulosus, albidus v. albo-glaucescens. Lirellae confertae, breves (1,0—2,6 lg., 0,6mm. er.), simplices, raro furcatae, obtusae, curvulae v. undulatae, margine turgidulo, thallo elevato crasse margiuato, aterrimae; epithecium rimiforme; excipulum nigrum; paraph. reetae firmae; sporae 1 — 2-nae, 25— 30-loculares (loculis lenticularibus uniseriatis) , oblongo- filiformes, 96— 110 m lg., 15— 17 m er., incol. — An Rinden, Borneo. 71. As. G. maeandrata Kremph. 27, p. 36. Thallus macularis irregulariter dilatatus tenuis, uniformis, pallide ochraceus, nigro-cinetus. Lirellae passim subaggregatae , prominulae, angustae lineares, elongatae, valde flexuosae, sursum deorsum varie plicato-flexae, parce divisae, margine tballino tumidulo subfissuriniformi; epithecium nigricans, leviter pruinosum, lineare, rimiforme, paraph. capillares; hypothecium nigrescens; sporae 8-nae, 4— 6-locu- lares. oblongo-ellipsoideae, 18— 25 m lg., 6— 9 m er., fuseidulae. — An Rinden, Borneo. 72. Au. G. mucronata Stirt., 47, p. 95. Thallus tenuissimus subfarinosus, albus. Apothecia subsessilia elongata (in sectione transversa hemisphaerica), flexuosa et interdum ramulos emittentia; epithecium rimiforme; paraph. crassiusculae fusco-apicatae; hypothecium in- col.; sporae 4— 8-nae, 7— 10-loculares, fusiformi-oblongae, mucronatae, demum fusces- centes. — An Rinden, Riverina. *73. Am. G. nematodes Stirt. 64, p. 372. Thallus dilatatus tenuissimus albidus v. pallide cinereus. Apothecia innata fere simplicia elongata flexuosa obtusata, nigra; epithecium rimiforme; paraph. vix discretae, granuloso-inspersae ; hypothecium fere incolor.; sporae 120 Kryptogamen. — Flechten. 8-nae, 10— 12-loculares, oblongo-ellipsoideae, 60— 85m lg., 14 m er., demum fuscescentes. — An Rinde, Bermuda-Insel. 74. As. G. pallido-ochracea Kremph. 27, p. 32. Thallus late diffusus, continuus, tenuis, laevigatus, albissimus, nigro-limitatus. Lirellae dispersae, prominulae, breves (3,0— 5.0 mm. lg.), crassiusculae (0,7—1,0 mm. er.), simplices v. furcato-divisae,, interdum radiato-ra- mosae, flexuosae et curvatae, obtusatae, intus ochraceae, margine primo tumescente thallo obtecto; epitbecium rimiforme, paullum hians. demum margine recedente apertum la- tiusculum, planum, oebraceum, leviter pruinosum; paraph. discretae; excipulum tenue obscure lutescens v. cerinum; hypotbecium pallidum; sporae singulae, muraliformes, oblongae, 120— 125 m lg.. 30— 33 m er., incol. — An Rinden, Borneo. 75. As. G. ramificans Kremph. 27, p. 35. Thallus indistinete limitatus, contiuuus, passim subinaequalis, tenuis, albidus, sordide lutescens v. pallide fuscescens. Lirellae valde pro- minentes, valde elongatae, dendroideo-ramosae et divergentes, flexuosae. angustae (0,8 mm. er.); epitbecium canaliculatum nigricans, leviter pruinosum, interdum (statu vetus- tiore) album, nigro-cinetum, intus nigrum, margine thallino elevato albido v. cinerasceute, passim eximie obliquato, subserratim flexuoso; paraph. conglutinatae; excipulum subtus integrum; sporae 8-nae, 8 — 10-loculares, oblongae v. oblongo-ovoideae, 45— 48m lg., 9 m er., demum fuseidulae. — An Rinden, Borneo. 76. As. G. rustica Kremph. 27, p. 61. Thallus indeterminatus verrueuloso-rugosus, suble- prosus, albidus. Lirellae dispersae, singulae v. (2 — 4-nae) approximatae , prominentiis thallinis difformibus semi- v. omnino immersae, simplices. breves, reetae v. subflexuosae, obtusatae, passim deformes, margine crassiusculo, atrae; epithecium rimiforme angustum v. obsoletum; paraphyses graciles capillaceae; sporae 12— 14-loculares (loculis transverse lentiformibus uniseriatis) , fusiformes, 60— 63 m lg., 9— 10 m er., incol. — An Rinden, Singapore. 77. As. G. tumida Kremph. 27, p. 32. Thallus indeterminatus continuus rugulosus tenuis lutescens. Lirellae sessiles, prominentes, turgidae, ovales v. nonnihil elongatae, flexuo- sae v. curvatae (1,0— 6,0 mm. lg., 0,8 — 1,0 mm. er.), sordide atrae; epitbecium rimiforme, clausum, margine proprio pluries striatulo; sporae? — An Rinden, Borneo. Lecanora. Eulecanora, Aspicilia. 78. e. L. anoptoides Nyl. 38, p. 15 (coli. Lojka no. 2481, Norrl. H. L. Fenn. 159) Differt. a L. par Opioide paraph. distinetis, nigrescenti-clavatis et sporis minoribus. Spermatia subeurvula, 5 m lg., vix Im er. — Auf Holz, Banat, Finland. 79. s.p. L. atrocaesia Nyl. 14, p. 334. Thallus albidus v. caesio-albidus. Apothecia atra, intus concoloria, margine thallino vix prominente; sporae ellipsoideae , submedioeres; spermatia subeurvata. — Kerguelens-Land. 80. e. L. eembricola Nyl. 38, p. 15. ') Differt a L. mughicola jam sporis longioribus (12 — 18m lg., 4— 6 m er.) et spermatiis brevioribus (9— 10 m lg., 2 / 3 m er.). — Tirol. 81. E. L. claneularia Nyl. 38, p. 8. Thallus diffracto-rimosus tenuis inaequalis flavo-albi- dus. Apothecia impresso-innata minuta (lat. 0,2 mm.), thelotrematoidea (margine thal- lino non prominulo), fusca; paraph. gracilescentes liberae; sporae 8-nae, ellipsoideae, 21 — 28m lg., 10— 15m er. — Auf Kieselgesteiu, Frankreich. 82. e. L. conizella Nyl. 39, p. 104. Thallus subindeterminatus, tenuiter granulosus albido- flavidus. Apothecia luti scenti-rufella minuta (d. 0,2—3 mm.), margine thellino subgra- nulato obsoleto; epithecium lutescens, non inspersum ; paraph. fere medioeres; sporae 8-nae, ellipsoideae, 9 -lim lg., 6 — 7 m er. — An Fichten, Frankreich. 83. e. L. deflectens Nyl. 38, p. 8. Affinis L. badiellae et fortasse ejus subspecies, differens apotbeeiis leeideinis (margine thallino vix ullo) et thallo subdissoluto. — An Felsen, Finland. 84. e. L. exspersa Nyl. 42, p. 443. Thallus tenuis opacus variolarioidee efflorescens albi- dus. Apothecia margine thallino evanescente v. subbiatorina (d. 0,5—7 mm.), pallida *) Schon 1874 in Arn. Lieh. exs. No. 587 aufgestellt. Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 121 aut livido-obscurata, nuda v. leviter pruinosa; epithecium luteorufescenti-inspersum, pa- raph. fere mediocres; sporae 8-nae, ellipsoideae. 7— 9 m lg., 4— 5 m er. — An Tannen- rinde und -Holz. Siebenbürgen. 85. Au. L. flavo-pailescms Nyl. 24, p. 362. Thallus subgranulosus tenuis flavo-albicans, in- terdum evanescens. Apotbecia plana, tandem tumida, fulva, marginem pallidum exclu- dentia; sporae 15— 20 m lg., 10— 13 m er. — An Holz, Neu-Seeland. 86. Au. L. flaro-pallida Stirt. 48, p. 463. Thallus granulosus tenuis flavescens. Apotbecia sessilia plana v. convexiuscula, medioeria, fusco-pallescentia, margine pallido; paraph. con- fertae, vix distinetae, apieibus rufofuscis conglutinatis et granulis interspersis ; hypothecium incol.; sporae 8-nae, ellipsoideae, 20— 28m lg., 10— 14 m er. — An Rinden, Neu-Seeland. 87. E. L. gyrodes Nyl. 42, p. 443. Thallus areolato-rimosus, sat tenuis, obscure cervino- cinerascens v. fusco-cinerascens. Apothecia areolis prominulis innata, demum 2 — 6-nae subgyrose conferta (d. 0,2 — 5 mm., saepe pressione deformata), leeideoidea, nigro-mar- ginata; epithecium et perithecium olivascenti-obscurata; sporae 6— 8-nae, ellirjftudeae, 27- 32 m lg., 14 23 m er. — Auf Steinen, Finland. 88. E. L. luridatida Nyl. 40, p. 298. Quasi L. umbrina apotheeiis planiusculis biatorinis, obtuse marginatis, luridis ; paraph. vix discretae, epithecium luteo-fuscescens (subinsper- sum); sporae 9 — Um lg., 4 — 6m er. — Auf nassem Holze, Finland. 89. e. L. mammillifera Stirt. 47, p. 85. Thallus minute areolato-difiractus, areolis planis, obscure einereus v. fusco-cinereus. Apothecia prominula convexa parva (d. 0,2 — 3 mm.), margine obtuso demum depresso, nigra v. fusconigra, intus pallide cinerascentia; paraph. parcae crassiusculae distinetae, apieibus fusco-clavatae, conglutinatae; hypothecium incol.; sporae 8-nae, ellipsoideae, 8 — 10 m lg., 7— 8 1 /2m er. — An Felsen, Schottland. 90. n.p. Aspicüia (?) melinodes Körb. 26, p. 3. Thallus effusus tartareus rimuloso-areo- latus (areolis planis v. convexulis) ex ochraceo aurantiacus , spermogoniis creberrimis immersis nigris albocinetis mox in gonotrophia coneaviuscula nigra subpulverulenta fatiscentibus punetulatus. Apothecia ? Spermatia minutissima bacillaria. — Kieselgestein, Spitzbergen, Novaja-Semlja. *91.Af. L. noseriza Stirt. 64, p. 374. Thallus e glebulis sparsis compositus albus. Apo- thecia primo coaretata, demum expansa, coneava, pallida margine prominulo irregulari; paraph. vix discretae, apieibus pallide fuscescentibus conglutinatae; sporae 8-nae ellip- soideae, 12— 14 m lg., 8'/ 2 — 9m er. — An Rinde, Teneriffa. 92. n.p. A. phialodes Körb. 26, p. 3. Thallus effusus continuus tenuissime leprosus, tandem rimulosus, cinereo-rubieundus. Apothecia innata, demum sessilia urceolata atra, margine tenui concolore subpersistente, excipulum et thecium superne coerulescentia ; paraph. fiaeeidis subconglutinatis ; sporae in thecis clavatis, globoso-ellipsoideae, parvulae. Sper- mogonia punetiformia nigra; spermatia minutissima bacillaria. — Auf Bergkalk, Spitz- bergen. 93. E. L. polytropella Nyl. 42, p. 443. Thallus subgranulatus tenuis albido -flavescens v. evanescens. Apothecia concoloria (d. 0,5 mm. v. minora) plana , margine thallino in- tegro v. interdum obsolete suberenulato ; paraph. gracilescentes superne obsolete insper- sae; sporae ellipsoideae, 9 — lim lg., 4 6 m er. — Auf Gneiss, Finland. 94. Am. L. protervula Stirt. 47, p. 90. Thallus subgranulosus, nonnihil rimuloso-areolatus, pallidus v. pallide virescens. Apothecia adnata medioeria plana, pallide fuscescentia, laevigata, margine albido integro nitido; paraph. conglutinatae, apieibus citrinis parce granuloso-inspersis; sporae ellipsoideae, 10 — 13 m lg., 6— 8 m er. — An Rinden, Canada. 95. Am. L. reeubans Stirt. 64, p. 375. Thallus rimoso-areolatus rugulosus crassiusculus albidus v. pallide cervinus albo-determinatus. Apothecia innata coneava minuta margi- nata; paraph. vix discretae, apieibus citrinis granuloso-inspersis; hypothecium incol.; sporae 8-nae, ellipsoideae, 9 — 12 m lg., 6 — 7m er. — An Felsen, Insel Fernando deNoronha. 96. E. *L. (atra) subbyssoidea Stirt. ') 47, p. 85. Thallus granulosus effiguratus nigro-cine- reus v. fere niger, ambitu sub-byssoideus, albus. — An Felsen, Schottland. ') Ob als Subspecies oder Form vom Autor betrachtet, bleibt zweifelhaft. 122 Kryptogamen. — Flechten. 97. e. L. subrugosa Nyl. 38, p. 15. „Differt a L. chlarona margine thallino determinate crenato et aliis notis." „Differt a L. chlarotera apotheciis minus confertis et gelatina bymeniali J. vinose fulvescente." — An Rinden, Finland. 98. s.p. L. siibsulplutrata Nyl. 43 , p. 725. Differt a subsimili L. sulphurata (Ach.) prae- cipue thallo rugoso-subleproso tenuiore, C non reagente; etiam epithecium C non mu- tatum. — DoJerit, Insel Saint-Paul. 99. e. *L. (polytropa) trabigena Nyl. 38, p. 15. Differt a L. polytropa thallo parum evoluto v. evanescente, sporis 9— 14 m lg., 5— 7 m er. 100. e. L. viridicans Nyl. 41, p. 361. Thallus granulato-verrueosus medioeris obscure viri- dis. Apothecia fusca v. subconcoloria , sat parva (d. 0,5 v. minora), margine thallino saepius suberenulato; paraph. medioeres; sporae oblongae, 11 — 18 m lg., 5— 6 m er. („for- san var. L. Hageni"). — Auf Fichtenholz, Finland. ^ Lecania. Haematomma. 101. e. Lecanora detractula Nyl. 42, p. 444. Differt a L. albariella Nyl. thallo deficiente, apotheciis biatorinis nigricantibus (humectus fuscis) minoribus (d. 0,2—3 mm.), diffuse sparsis; sporae tenuiter 1-septatae, 10— 14m lg., 4— 5 m er. Spermatia arcuata 12 — 15 m lg-) ^2^ er. „Forsan subspec. L. a." — Auf Kalksteinen, Frankreich. 102. e. L. jejuna Nyl. 42 , p. 442. Thallus tenuis sublaevigatus, demum rimosus cinerascens v. chalybeo-cinerascens , passim nigro-cinetus. Apothecia prominula, margine thallino tenui evanido, testaeeo-rufescentia (d. 0,5 mm. v. minora); epithecium lutescens; paraph. gracilescentes ; sporae 8-nae, 1-septatae, ellipsoideae, 18— 23 m lg., 7— 9 m er. Spermatia ellipsoideo-oblonga, 2 m lg. , vix l m er.; sterigmata brevi-articulata. — Kieselgestein, Jersey. 103. As. L. micrommata Kremph. 27, p. 16. Thallus macularis, irregulariter dilatatus tenuis, partim continuus, partim varie interruptus et disjeetus, tenuiter nigricanti- cinetus, pallide glaucescens. Apothecia dispersa numerosa, pusilla (d. 0,3— 5 mm.), patellaeformia , plana, fusca v. nigricantia, margine thallode tenui integro, rarius evanido; paraph. graciles discretae; hypothecium albidum; sporae 8-nae, 3-septatae, oblongae v. elongato- ellipsoideae, 35— 38m lg., 8— 9 m er. — Auf Blättern, Borneo. 104. E. L. olivacella Nyl. 40, p. 298. Thallus rimoso-diffractus v. passim areolato-squamu- losus, areolis planiusculis v. parum convexis, tenuis olivaceo v. subvirescenti-pallidus. Apotbecia plana, demum biatoroidea convexa (d. 0,5 mm.), subfusca v. subfusco-palle- scentia; paraph. medioeres apice iiicrassatae, sordide violaceae; sporae 8-nae, 1-septatae, ellipsoideo-oblougae, 9— 14 m lg., 3 ] / 2 — 4 1 / 2 m er. — Auf Kalk, Frankreich. 105. Af. H. simile Bagl. 8 , p. 248. Thallus limitatus amylaceo - tartareus tenuis, albus. Apothecia emerso-sessilia contigua v. aggregata et mutua pressione angulosa, parvula, margine thallino tenui integro v. undulato, sanguineo-rubra; paraph. capillares apieibus conglutinatae late aurantiacae; sporae 4 - 8 - loculares, aeiformes, plerumque ineurvatae, diam. transv. 5 — 6-plo longiores. — An Holz, Abyssinien. 106. e. L. subalbens Nyl. 38, p. 9. Tballus diffractus inaequahs v. subverrueosus , firmi- usculus (0,2 mm. er.) albidus. Apothecia planiuscula v. convexiuscula (d. 0,5—7 mm.), margine tballino integro , saepius depresso , badio - fuscescentia , subsuffusa ; paraph. medioeres, apice incrassatae, subviolaceo-fuscescentes ; sporae 8-nae, 1-septatae, ellip- soideae v. oblongae, 9 16m lg., 3\ 2 — ^Um er. — Auf Kalkschiefer, Siebenbürgen. 107. Au. L. ? vallata Stirt. 48, p. 463. Tballus leviter rimuloso-areolatus, tenuis, albo- cinereus. Apothecia urceolata, minuta (d. 0,16 mm.), pallido-fusca v. fuscoatra; exci- pulum pallidum integrum innato-sessile; paraph. distinetae capillares, apice clavatae, incol. v. subincol.; hypothecium incol. ; sporae 8-nae, 1— 3-septatae, fusiformes, saepe curvatae, utroque apice obtusiusculae , 16 — 32 m lg., fere 5m er. — An Rinde, Neu- seeland Callopisma. Pyrenodesmia. 108. e. *L. (vitellina) coralliza Nyl. 38, p. 15. Differt a L. vitellina thallo (saepe crasso, 1— 2 mm. er. et tum albido, superiore modo vitellino) coralloideo-subfibrilloso v. granu- Arten-Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 123 loso-coralloideo , apotheciis demum convexis, margine thallino evanido. — An Felsen, Finland. 109. Af. C. exasperatum Bagl. 8, p. 248. Thallus effusus v. interruptus submembranaceo- pulverulentus , papillis discretis spermogoniferis exasperatus, ferrugineo-aurantiacus. Apotliecia sessilia parvula, margine proprio integro persistente, rufoferruginea; paraph. crassiusculae , apice vix tumidulae flavescentes; sporae in thecis elongato-ventricosulis 8-nae, ellipticae, parvulae, diam. transv. vix duplo longiores , nucleis polaribus rotun- datis exiguis. Spermogonia rotundato-urceolata ; spermatia elliptico-obtusata. — An Holz, Abyssinien. 110. s.p. L. fulgescens Nyl. 43, p. 725. Similis L. aurantiacae erythrellae Ach., sed thallo vix areolato-rimuloso et sporis minoribus. — An Felsen, Insel Saint-Paul. 111. b. L. griseo-fusca Nyl. 41, p. 360. Thallus areolato - riinosus tenuis, sublaevigatus, opacus, albido-fuscescens. Apothecia lecideoidea rugulosa opaca (d. 0,5 mm. v. minora), margine demum evanescente fusco-nigra; sporae 16— 20m lg. , 8— lim er. , longiores quam comparandae L. fuscae (Anzi). — Auf Granit, Finland. 112. Au. L. inclinans Stirt. 48, p. 463. Thallus rimuloso-areolatus tenuis albus v. albidus. Apothecia sessilia, parva, flava, excipulo thallino integro; paraph. non discretae, apice fusco-aurantiacae ; hypothecium incol. ; sporae 8-nae, polari-biloculares, 12 m lg., 9 m er. [epithecium K — , C — ]. — An Rinden, Neu-Seeland. 113. E. L. leueospilodes Nyl. 41, p. 360. Quasi L. aurantiaca, sed thallus opacus, obscure cinereus, maculis albis inspersus, tenuis (hypothallus nigricans passim praedominans). Apothecia aurantiaco-rufescentia (d. 1mm. v. minora); sporae 11 — 16 m lg., 6-10 m cr. (fere sicut L. pyraceae, tubulo axeos vix ullo). — Auf Granit, Finland. 114. Af. C. Odoardi Bagl. 8, p. 247. Thallus irregulariter limitatus verrueuloso-granulosus crassiusculus. Apothecia discreta, rarius aggregata superficialia, plana, aurantio-ferru- ginea, margine proprio dilutiore , crassiusculo , integro , erecto , margine thallino tenui demum evanido; paraph. agglutinatae, apice vix incrassato flavescente; sporae in thecis clavato-saccatis ellipticae v. elliptico-elongatae, diam. transv. 2— 3-plo longiores. — Auf Holz und Rinde, Abyssinien. 115. s.p. L. vitellinella Nyl. 14, p. 334. Affinis L. aurantiacae * erythrellae v. potius L. vitellinulae Nyl., sed minutior, sporis angustioribus. — Kerguelens Land. Rinodina. 116. e. L. crassescens Nyl. 39, p. 104. Forsan var. L. confragosae, thallo crassiore (1— 2mm. er.), verrueoso-diffracto, sat laxe affixo, cinereo. Sporae 18— 24 m lg., 9— 13 m er. — Auf Glimmerschiefer, Finland. 117. e. *L. (confragosaj 'exterior Nyl. 38, p. 15. Apotheciis nigris, demum sublecideinis, margine thallino saepe crenato. — Auf Felsen, Finland. 118. e. L. metaboliza Nyl. 41, p. 360. „Sat similis L. metaboloidi, sed gelatina hymenialis J (e coerulescente) vinosa fulvescens." Thallus Ininute granulosus albidus , saepe sub- evanescens. Apothecia vulgo conferta (testacea, fuscescentia, livida simul obvenientia), demum convexa biatoroidea (d. 0,2— 4 mm.); sporae oblongae, 9— 13 m lg., 4 m er. — Auf Holz, in Gebirgen. Acarospora. 119. Af. A. Abyssinica Bagl. 8, p. 246. Thallus effusus, verruculoso-areolatus, areolis, exiguis, discretis v. contiguis, contorto-angulosis, nonnullis sublobulatis, e glaueo candicans. Apo= thecia solitaria, raro bina (in areolis singulis), innata, minutissima, coneava immarginata, atrofusca, nuda ; paraph. flexuosae, agglutinatae ; sporae in thecis saccatis numerosissimae, elliptico-obtusatae, perexiguae. — Auf Granit, Abyssinien. 120. Af. A. patellata Bagl. 8, p. 245. Thallus cartilagineus , areolatus, areolis rotundatis» plerurnque solitariis, centro tantum adnatis, planis, margine erecto leviterque inflexo, sordide virens. Apothecia solitaria v. bina (in areolis singulis) , semiimmersa , scutel- laria, parva, margine integro, subtenui, plana, fusca, nuda; paraph. crassiusculae agglu- tinatae apice tumidulo dilute flavescente; sporae in thecis ventricosis numerosissimae, sphaeroideae, nucleatae, medioeres. — Auf Granit, Abyssinien. 124 Kryptogamen. — Flechten. 121. E. A. vulcanica Jat. 21, p. 218; 22, p. 9. Thallus areolato-squamulosus, squamulis adpressis parvis in medio lobulatis, siccus albopruinosus, humectus pallide virens, vetustus cervinus. Apothecia immersa, demum thallum aequantia, anguloso-difformia, minuta, nigrescentia, pruinosa; paraph. agglutinatae, apice incrassato flavescente; sporae numerosissimae, monoblastae v. pseudodyblastae , 2-plo longiores, q. er. Spermogonia pyriformia; spermatia subglobosa, apieibus sterigmatum simplicium affixa. — Auf vulkan. Gestein, Vesuv. Sarcogyne siehe unter Lecidea. Lecidea. Eulecidea, Lecidella, Biatora, Nesolechia. 122. e. L. aglaeisa Nyl. 40, p. 301. Subsimilis L. aglaeac, at thallo nitidiusculo , sporis minoribus (9— 11 m lg., 5— 6 m er.) et gelatina hym. J vix tineta. Apothecia inaequalia immarginata (d. 0,7— 1,5 mm.), intus obscura; paraph. medioeres apice incrassato smaragdulo-coerulescente. — Auf Kieselgestein, Frankreich. 123. Au. L. aleuroides Stirt. 48, p. 469. Thallus ^.quamulosus, squamulis parvis arete appo- sitis v. imbricatis, margine pallidiore crenulato, flavido-cervinus , hypothallo nigro e fibrillis byssoideis dense compactis compositus. Apothecia sessilia plana v. convexula magna, marginata rufulo-fusca, pruinosa; paraph. non discretae, apice crasso purpura- scente; hypothecium pallide tuscum; sporae 8-nae ellipsoideae v. fusiformi-ellipsoideae, 10— 12 m lg., 4 1 / 2 — 6m er., incol. — An Rinde, Neu-Seeland. 124. E. L. aniptiza Stirt. 47, p. 81. Thallus granulosus tenuis nigro-cinereus v. -virescens. Apothecia prominula convexa papulosa (quasi glomerata) parva immarginata, nigra, intus cinerascentia; paraph. irreguläres, iudistinetae; sporae 8-nae, oblongae v. oblongo- cylindraceae , 7'/ 2 — Um lg., 2'/ 2 — 3 m er., incol. [Thecium K purpurascens.] — Auf Holz, Schottland. 125. e. L. asperella Stirt. 47, p. 87. Thallus determinatus diffracto-areolatus granuloso- furfuraceus crassiusculus niger. Apothecia adnata plana nigra nitida, margine tenui nitido, parva (d. 0,2 — 4 mm.); thecium totum coeruleo-virescens; paraph. vix distinetae, apice clavato coerulescente (N violaceo-purpurascente) ; hypothecium incol. ; excipulum fusco-nigrum ; sporae 8-nae, ellipsoideae v. oblongo-ellipsoideae, 7 1 / 2 — 10 m lg., 4— 5 m er., incol. — An Felsen, Schottland. 126. s.p. L. assentiens Nyl. 14, p. 334. Arcte affinis L. vorticosae Flor., differt thallo K + flavescente, epithecio nigricante et thecio incol. — Auf Felsen, Kerguelens Land. 127. e. L. Braedalbanensis Stirt. 47, p. 87. Thallus tenuis subrugulosus niger v. fusco- niger. Apothecia convexa rugosa, saepe conglomerata , parva (d. 0,3—4 mm.), nigra v. fusco- nigra intus pallide rufescentia; paraph. conglutinatae apice rufofusceseente ; hypothecium pallidum v. ruf um; sporae 4- 8-nae, ellipsoideae, 16 — 22 — 25 m lg-, 11 — 14m er., incol. - Auf Moos, Schottland. 128. e. N. Bruniana Müll. Arg. 35 , * p. 62. Ep. — Apothecia subinnato - sessilia convexa atra levissime aspera; epithecium laete coeruleum; sporae 6— 8-nae, ellipsoideae, 10— 12 m lg., 6— 8m er., incol. — Auf Lecidea conglomerata (Thallus), Schweiz. * 129. Am. L. caliginosa Stirt. 64, p. 371. Thallus adpresso-squamulosus tenuis, cinereus v. fusco-cinereus. Apothecia elevato-sessilia, plana, dein convexa et rugosa, margine tenui evanido, fusco -nigra; paraph. fere conglutinatae incol.; hypothecium crassum fusco- nigrum: sporae 8-nae, ellipsoideae v. fusiformi-ellipsoideae, 10— 12 m lg., 6m er., incol. — An Rinde, Insel Bermuda. 130. E. L. calpodes Stirt. 47, p. 88. Thallus areolato-diffractus, areolis convexulis contiguis v. dispersis, obscure cinereus. Apothecia innato-sessilia coneava (suburceolata), minuta, numerosissima, margine acuto, demum nonnihil explanata, atra; paraph. vix distinetae apice fuscescente; hypothecium tenue, fuscum v. pallide fuscescens; sporae 8-nae, ellip- soideae, fere globosae, 7— 8'/ 2 m lg., 6-7 m er., incol. — An Felsen, Schottland. 131. e. L. clialybeioides Nyl. 38, p. 12. Thallus areolato-diffractus, tenuis deplanatus glauco- coerulescens v. glauco-albidus. Apothecia subinnata plana (d. 0,3—4 mm.) obsolete marginata, nigra, intus concoloria; paraph. crassiusculae apice incrassato coerulescenti; Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 125 hypothecium nigrum supra rufo-fuscescens; sporae 8-nae, ellipsoideae, 6— 8 m lg., 3'/ 2 — 4V2m er. — Auf Quarz, Finland. 132. E. L. confertula Stirt. 47, p. 86. Thallus squamuloso - crustaceus , squamulis parvis contiguis v. dispersis, pallide cinereus. Apothecia numerosissima minuta (d. 0,2— 2 1 / 2 mm.), saepe contigua, planiuscula, obtuse marginata, fusca, intus pallida; paraph. fere conglutinatae fusco-clavatae ; hypothecium incol.; sporae 8-nae, ellipsoideae, 10 — 13 m lg., 5 1 / 2 — 7 m er., incol. — An Felsen, Schottland. 133. s.p. L. Eatoni Cromb. 14, p. 334. Thallus continuus tenuis albus v. caesio-albus atro- cinetus [K flav., J — ]. Apothecia atra, intus concoloria; epithecium coeruleo-nigrum; hypothecium nigrum; sporae oblongo-ellipsoideae, subexiguae. — Au Kelsen, Kerguelens Land. 134. e. L. epixanthoidiza Nyl. 37, p. 10. Forsan var. L. vernalis, sed thallo flavido leproso v. subleproso et sporis tenuioribus (9— 16 m lg., 4 m er.). Sat similis L. epixanthoidi, sed sporae simplices. — An faulem Holz, Finland. * 135. Am. L. euporiza Stirt. 64, p. 371. Thallus tenuis pallidus v. pallide cinereus. Apothecia sessilia v. elevato - sessilia parva, plana, flavida, demum fusca, pellucida, margine ob- scuriore, intus nonnihil purpurascentia ; paraph. conglutinatae, indistinetae ; sporae 8-nae cylindraceae , reetae v. curvulae, 20— 32 m lg., o'^m er., incol. — An Rinde, Insel Bermuda. 136. e. L. euspeirea Nyl. 39, p. 104. Sat similis L. speireae Ach. (Porpidiae trullissatae Kremph.j, sed sporis inaj. et turgidioribus (16— 18m lg., 10— lim er.). Apothecia plana (d. 2 mm.) marginata, margine thallo obtecto; epithecium albo - suffusum aut caesio- pruinosum aut nudum. — Auf Kalk, Schweiz. 137. As. L. expansa Kremph. 27, p. 29. Thallus non distinete dilatatus, contiguus, tenuis, opacus, laevis sordide cinereo-virens. Apothecia adnata, numerosa, medioeria (d. 0,7 — 9 mm.), planiuscula, margine tenuissimo evanido demum convexa, dilute fuscescentia v. fulva. intus incol. ; thecium lutescens, paraph. conglutinatis ; sporae 8-nae, fusiformi- oblongae, 12 — 13 m lg., 3 m er., incol. — Auf Quarz, Borneo. 138. E. L. fusco-atrata Nyl. 40, p. 301. Sat simihs L. fumosae v. fuscoatrae, sed thallo C — et sporis minoribus (8— 9m lg., S^m er.). Gelat. thec. J coerul. , dein thecae viol. — Auf Gneiss, Tirol. 139. Au. L. fuscocineta Stirt. 48, p. 470. Thallus continuus, subrugosus tenuis albescens v. pallide fuscescens. Apothecia coaretata fusca pellucida, margine prominulo fusconigra, demum convexa immarginata; paraph. non discretae; hypothecium, thecium, epithecium incol.; sporae 8-nae, ellipsoideae, 10— 14 m lg., 8 m er., incol. — An Zweigchen, Neu- seeland. 140. Am. L. homalodes Nyl. 42, p. 448. Facie L. polycarpae, sed thallo J -f , K — , et sporis ut in L. plana Lahm (7—11 m lg., 3 — 4 m er.) epithecio coeruleo-nigricante, hypothecio fere incol. Spermatia reeta, 8 — lim lg., 0,7 m er. — Neu-England. 141. Au. L. hypersporella Stirt. 47, p. 94. Thallus vix iuvisibilis albidus. Apothecia con- vexa, immarginata, medioeria (d. 1 mm.) fusca v. fusconigra; paraph. parcae fere diffluentes, incol.; hypothecium crassum, fusconigrum; sporae 12-24-nae, ellipsoideae, 6— 8m lg., 4— 5 m er., incol. — An Holz, Tasmanien. * 142. Au. L. implicata Stirt. 63, p. 239; 48, p. 466. Thallus rimulosus tenuis laevis albidus. Apothecia sessilia plana v. subconvexa rugosa, majuscula, margine laevi prominulo, sub- inflexo, pallide cervina, pruinosa; paraph. discretae filiformes ramosae dense impli- catae; hypothecium et epithecium fuscescentia; sporae 8-nae, ellipsoideae, 45— 60 m lg., 28— 32 m er., incol. — An Bäumen, Neu-Seeland. 143. E. L. inconfluens Nyl. 39, p. 104. Subsimilis L. soredizae Nyl. Pyr. or. p. 38 {L. albocoerulescenti Mudd exs. 181), at sporis nonnihil minoribus (13-18 m lg., 7— 8 m er.) et gel. thecii J coerulescente, dein mox vinose rubescente v. vinose violascente. — Auf Kalk, Kardien. 144. Au. *L. (amptiza) intersociella Stirt. 47, p. 94. Thallo albido, apotheeiis nitidis. — Auf Holz, Tasmanien. 126 Kryptogamen. — Flechten. 145. Au. L. lampra Stirt. 47, p. 93. Thallus tenuissimus albidus. Apothecia adnata plana v. convexula mediocria (d. 1 mm.), vix marginata nitida nigra, intus fuscescentia ; pa- raph. indistinctae, apice fusco; hypothecium incol. v. concolor; sporae 8-nae, oblongae 8— lim lg., 2 [ l 2 — 3m er., incol. — An Holz, Tasmanien. 146. e. L. laxula Nyl. 38, p. 11. Sat similis L. botryizae, sed thallo (subochraceo-pallido) subfurfuraeeo. Forsan modo subspec. Thallus et apothecia sat laxe affixa. — Auf Glimmerschiefer, Finland. 147. e. L. leucitieoides Nyl. 39, p. 105. Subsimilis L. confluenti v. leuciticae Flot. , sed jam sporis ellipsoideis turgidioribus (9— lim lg., 5— 7m er.) et spermatiis longioribus certe differens. — Auf Granit, Lappland. 148. e. L. livescens Leight. 32, p. 78. Thallus disperse granulosus v. granuloso-verrueosus, albus, hypothallo atro praedominante. Apothecia dispersa ex hypothallo oriunda, subinnata v. innato-sessilia, rotunda v. anguloso-difformia, coneava, pallide cinerea, mar- gine crasso, prominente, integro v. flexuoso, atra; hypothecium nigro-fuscum ; paraph. crassae apice fusco; sporae 8-nae, lineari-oblongae, minutissimae, incol. — . Irland. 149. e. L. lygdiniza Nyl. 40, p. 301. Thallus indeterminatus , demum areolato - diffractus, sat tenuis, albus. Apothecia plana marginata (d. 1 mm. v. minora); epithecium fusco- violacee nigrescens, hypothecium (cum perithecio) nigrum, tenue; sporae 20— 23 m lg., 10— lim er. - Auf Kalk, Tirol. 150. s.p. L. lygomma Nyl. 14, p. 334. Thallus rimulosus tenuis cinerascens v. cineras- centi-eyanescens (K demum ciunabarinus). Apothecia sublecanorina plana, nigra, intus concoloria; hypothecium nigrum; sporae submedioeres. — An Felsen, Kerguelens Land. 151. e. L. melaphanoides Nyl. 40, p. 299. Sat similis L. melaphanae et vix differens nisi hypothecio infra medio incol. et gel. thecii J e coerulescente vinose fulvescente v. subrubescente. — Auf Granit, Finland. 152. Af. L. mixta Bagl. 8, p. 251. Thallus dispersus tenuissime amylaceo -granulosus v. nullus. Apothecia discreta, plana, albopruinosa, demum nuda, atra, parvula, margine erecto , obtuso ; thecium tenue , paraph. crassiusculae , adnexae, apice subcapitellato, fuscescente; sporae 8-nae in thecis clavatis, bacillares, attenuatae, obtusae, leviter in- curvatae, exiguae, diam. transv. 3-plo long., incol. — Auf Granit, Abyssinien. 153. e. L. nitesceus Leight. 32, p. 79. Thallus effusus indeterminatus rahmte irregulariter- que rimulosus continuus tenuis albus. Apothecia numerosa plano-convexa, immarginata, parva, nitida; paraph. distinetae, conglutinatae, apice pallido; hypothecium crassum nigrum; sporae 8-nae, oblongae v. lineari-oblongae, medioeres, incol. — An Felsen, Irland. 154. n.p. B. Novajae Körb. 26, p. 4. Thallus disperse granulato-leprosus, tenuissimus, lu- rido-fuscescens. Apothecia adnata mox coacervata, jam primitus convexa immargina- taque obscure fusca; thecium fulvescens, paraph. conglutinatis, hypothecium concolor carnosum; sporae in thecis ventricoso-clavatis 8-nae, ellipsoideae submagnae, hyalinae. — Auf Moos, Novaja-Semlja. 155. E. L. nugaria Nyl. 42, p. 446. Thallus (proprius?) subfurfurellus tenuis umbrino- nigricans. Apothecia plana marginata minuta (d. 0,3 mm.) nigra, intus concoloria; paraph. discretae molles fere crassiusculae, apice incrassato coerulescenti-nigricante; hypothecium nigrum supra coerulescens ; sporae 8-nae, breviter ellipsoideae, 6— 7 m lg., 3^2 — 4'/2 cr - — An Felsen, Finland. 156. e. L. perobscurans Nyl. 38, p. 11. Thallus subfurfuraceus tenuis fuscus v. saepe lu- tescenti-sorediellus, hypothallo nigro maculiformi instratus. Apothecia convexa immar- ginata (d. 0,5 — 8 mm.), livido-nigricantia, intus cinerascenti-incol. ; paraph. tenues vix discretae; hypothecium incol.; sporae 8-nae, ellipsoideae, 10— 15 m lg., 5— 6 m er. An Birken, Finland. 157. s.p. L, perusta Nyl. 14, p. 334. Thallus areolatus, areolis rotundato-angulosis minutis rubro-fuscis in hypothallo nigro dispersis. Apothecia demum subconvexa nigra, intus concoloria; hypothecium incol.; sporae ellipsoideae, nonnihil crassae, demum nigricantes. — Auf Felsen, Kerguelens Land, Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 127 158. e. L. phaeenierodes Nyl. 41, p. 363. Thallus areolato-rimosus firmus (fere 0,5 mm. er.) albidoflavescens. Apothecia plana (d. 1—3 mm.), saepe prolifera livide nigricantia caesio-suffusa, margine persistente flexuoso nigro; paraph. gracilescentes , apice flave- scentes; hypothecium obscure rufescens, supra fuscescens; sporae 8-nae, ellipsoideae, 14— 12 m lg., 8— 12 m er. — Auf Granit, Schweden. 159. s.p. L. phaeostoma Nyl. 14, p. 334. Thallus rugulosus rimulosus tenuis cinerascens. Apothecia plana medioeria, rubra, margine atro; epithecium K. violasc. ; sporae el- lipsoideae, incol. — An Felsen, Kerguelens Land. 160. e. L. phyllodisca Stirt. 47 , p. 86. Thallus minute granulosus v. furfurellus tenuis, nigra, saepe obsoletus. Apothecia saepe (2— 3-na) aggregata et tum undulata, interdum conglomerata, medioeria, margine tenui flexuoso nitido, nigra, intus pallide cinerascen- tia v. coerulee cinerascentia ; paraph. distinetae nigro v. coeruleo- nigro -clavatae (K purp.); hypothecium concolor v. interdum obscurius (1—4) zonatum (cum thecio N purp.); sporae 8-nae, ellipsoideae, 7— 9m lg., 4 , / 2 — Ö 1 ^ m er. — An Felsen, Schottland. 161. e. L. poliodes Nyl. 38, p. 10. Thallus rugulosus opacus, demum rimosus, tenuis v. tenuissimus cinereo-griseus v. griseo-virescens. Apothecia convexa immarginata (d. 0,5 mm.), cinerascenti-pallida ; paraph. non discretae incol.; hypothecium rufescenti-obscu- ratum; sporae 8-nae, ellipsoideae, 7— 9 m lg., 2'/ 2 — 4'/2m er. — Auf Glimmerschiefer, Finland. 162. e. L. polycarpoides Nyl. 39, p. 105. Forsan var. L. tessellatae Flor. , quacum reac- tionibus convenit , sed sectione apothecii sicut in L. spüotica i. e perithecio medullae portionem involvente. Sporae 9— 12 m lg., 5— 6m er. Occurrit etiam ferro tineta. — Lappland. 163. e. L. praecontigua Nyl. 40, p. 300. Subsimilis L. contiguae, thallo contigue areolato, medioeri albo, apotheeiis planis marginatis (d. 1 mm.) nigris, vix prominulis, sed sporis multo majoribus, 23— 30 m lg., 11 — 16 m er.; paraph. gracilescentes, epithecium fusce- scenti-obscuratum. — Auf Basalt, Frankreich. 164. e. L. relictula Stirt. 47, p. 89. Thallus rugosus, fere granulosus nigro-cinereus. Apo- thecia adnata plana obtuse marginata, demum convexa, rugosa, immarginata nigra; paraph. parcae graciles discretae f usco-clavatae ; hypothecium fusconigrum; sporae 8-nae oblongae, 9 — 13 m lg., 5— 6 m er. — An Felsen, Schottland. 165. e. L. restrieta Stirt. 47, p. 88. Thallus rugosus tenuis nigro-cinereus. Apothecia ad- nata plana obtuse marginata parva (d. 0,3—4 mm.) nigra; paraph. distinetae crassae; epithecium fuscescens, N roseo-purp.; hypothecium incol. ; sporae in thecis saccatis 8-nae ellipsoideae (binucleatae), 13— 17m lg., 8— 10 m er., incol. — An Felsen, Schottland. * 166. Am. L. revertens Stirt. 64, p. 372. Thallus continuus tenuis subfarinaceus albidus. Apothecia subinnata minuta fusconigra, hnmeeta fusca pellucida, margine obscuriore fere nigro, intus incol.; hypothecium incol.; ftporae 8-nae, fere cylindraceae, 7 m lg., 2 1 /2m er.? — An Felsen, Insel Bermudas. 167. Au. L. rubricatula Stirt. 48, p. 468. Thallus diffracto-areolatus crassus, areolis planis v. convexulis sublaevibus, albidus v. griseo-pallescens. Apothecia sessilia plana, mar- gine prominulo, rufo-rubricosa, intus rubricantia; paraph. discretae capillares granulis inspers|ie, apieibus rufulis conglutinatae; hypothecium rufulum; sporae 8-nae, ellipsoideae, 18 — 24 m lg-, 9— 16 m er. — An Rinden, Neu-Seeland. 168. e. L. rufella Nyl. 42, p. 448. „Est spec. propria, vicinior L. Cadubriae quam obscu- rellae." Zuvor wurde sie für eine Var. L. obscurellae Sommf. gehalten, s. Norrl. Öfvers. af Torneä etc. p. 335. 169. e. L. (transitoria Arn. var.) subcaerulescens Arn. 5, p. 478[46]. Thallus macularis caerulescens. Apothecia subplana parva atra nuda; excipulum , epithecium et hypo- thecium sordide atrocoerulea ; thecium incol., paraph. crassioribus apice leviter incras- satis; sporae 8-nae, ovales rarius oblongae, 10— 12 m lg., 5 m er. — Auf Kalksteinen, Tirol. 170. s.p. L. sabcontinua Nyl. 14, p. 334. f. ferrea. Thallus rimosus laevigatus ochraceus. Apothecia innata plana; hypothecium nigrum; sporae submedioeres. — An Felsen, Kerguelens Insel. 128 Kryptogamen. — Flechten. 171. e. L. snbglomerella Nyl. 38, p. 10. Thallus inaequalis tenuissimus albido-cinerascens v. evanescens. Apothecia convexa parva (d. 0,2 -3 mm.) vulgo plura connato-aggregata (ita d. 0,5 —8 mm.), nigra, intus albida; paraph. vix distinctae; epithecium vage nigro- coerulescens ; hypothecium incol. ; sporae 8-nae, fusiformi-ellipsoideae, 6 -9m lg-, 3— 3'/2m er. — Auf nassem Holze, Finland. 172. e. L. sublutescens Nyl. 40, p. 300. Thallus areolatus tenuis planiusculus albido-lute- scens v. ochraceo-albidus. Apothecia planiuscula marginata (d. 1mm.); epithecium coerulescenti- v. violascenti-obscuratum , hypothecium (cum perithecio) nigrum ; sporae 8-nae, ellipsoideae , 12— 19m lg., 7- 8m er. Spermatia utroque apice incrassatula (5— 6 m lg., 7 / 10 m coerulescens, hypothallo tenui nigrescente praedominante . areolis solitariis v. in crustam rimulosam coadunatis planis opacis. Apothecia inter areolas oriunda thallo subcoronata plana innata, demum prominula, margine tenerrimo mox evanido convexula; thecium superne nigrocoerulescens, paraph. flaeeidis subarticulatae, subconglutinatae; hypothecium fulvo- fuscum; sporae 8-nae ellipsoideae, constrietae, majusculae. Spermatia bacillaria. — Auf Bergkalk, Spitzbergen. * 183. Au, L. leelica Stirt. 63, p. 237; 48, p. 467. Thallus tenuis minute rimuloso- areolatus, areolis laevibus planis v. subeonvexis, cinereo-albidus. Apothecia subconvexa immar- ') Die Diagnose des Autors giebt die Sporen an als 15— 21 m lg., 7-8 m cr. Vergleicht man diese Maasse und die Bemerkung desselben, dass die Art sich durch die grösseren Sporen eben von L. vorticosa unterscheide, mit den obigen, so wird man wohl au der speeifischeu Trennung wenig Befriedigung haben. — Ref. Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 129 ginata, saepissime aggregata difformia, citrina; paraph. vix discretae apice aurantiacae ; hypothecium pallidum; sporae 8-nae rectae v. curvatae, elongato-ellipsoideae, fere sub- cylindraceae, 12— 18m lg., 4'/ 2 m er. — An Rinde, Neu-Seeland. * 184. Au. L. maculosa Stirt. 63, p. 238; 48, p. 470. Thallus determinatus ruguloso-rimulosus tenuis cinereo - albidus , hypothallo nigro. Apothecia sessilia sparsa v. confluentia, medioeria plana, margine prominulo undulato, nigra; paraph. vix distinetae, nigro-clavatae; hypothecium rufulo-fuscum; excipulum nigrum, sporae 8-nae, ellipsoideae, curvatae, 16 m lg., 7m er. — An Rinde, Neu-Seeland. 185. E. L. leptogica Nyl. 38, p. 13. Ep. — Apothecia subplana, subimmarginata (v. margine obtuso) minuta (d. 0,3 mm.) nigricantia; paraph. graciles; epithecium et perithecium fuscescentia, hypothecium ineol ; sporae 8-nae, ellipsoideae siinplices v. (spurie) 1-sep- tatae, 9- 12m lg., 4 1 /»— ö'^m cr - — Auf Leptog. muscicolum , Frankreich. 186. e.* L. (hemipoliella) semialbula Stirt. 47, p. 89. Thallo bene evoluto, albido v. live- scenti-albido tenui, leviter rimuloso-areolato. — Auf Holz, Schottland. 187. e. L. subrimulosa Nyl. 42, p. 445. Thallus glomeruloso-crustaceus (cr. 1 mm.), tenuissime subrinmlosus, caesio- albidus. Apothecia saepe aggregata, convexula immarginata (d. lmm.), nigra, intus albida; epithel ium nigricans; paraph. crassulae clavatae; hypothe- cium incol.; sporae 8-nae oviformes, 10— 12 m lg., 3— 4 m cr. — An Felsen, Norwegen. Bilimbia. Toninia. 188. e. L. chlorocarpa Leight. 29, p. 114. Apotheciis globularibus dispersis pallide oli- vaeeis, sporis lineari-oblongis , 3-septatis. — Auf Fichtenharz, England. „Fungus?". *189.Af. L. cyanochroa Stirt. 64, p. 373. Thallus tenuis, pallide cinerascens. Apothecia sessilia medioeria, plana marginata, demum subconvexa, nigra, intus purpurascentia; paraph. graciles purpurascenti-clavatae; hypothecium subincol. , inferius purpurascens; sporae 6— 8-nae, rectae, bacillares, 6—12 (et ultra) - septatae [an Bacidia? — Ref.], 60— 80m lg., 4— 4 1 / 2 m cr. — An Rinde, Azoren. *190. Äf. L. epipasta Stirt. 64, p. 368. Ep. — Apothecia plana submarginata, demum convexa immarginata rugulosa, parva nigra; paraph. sat distinetae apice incrassatae, eonglu- tinatae, nigro- purp urascentes, granulis inspersae; hypothecium incol.; sporae 8-nae, 1— 3-septatae, cylindraceae v. elongato-ellipsoideae, saepe curvatae, 18— 28m lg., 4— ö^m er. — Auf dem Thallus von Lecanora flavo-rubens , Capverdische Inseln. 191. e. L. fraterculans Nyl. 38, p. 11. Thallus subdispersus v. dispersus, tenuiter granulosua, albidus, intus laete (fiavo-) viridis. Apothecia parvula (d. 0,25 mm.), convexula, immar- ginata, nigra, intus albida; epithecium coerulescens; paraph. vix discretae; hypothecium incol.; sporae 8-nae, 3-septatae, oblongae v. cylindraceo-oblongae, 16 — 21 m lg., 4 1 / 2 m cr. — Auf Granit, Finland. 192. As. L. morula Kremph. 27, p. 29. Thallus irregulariter dilatatus tenuis sordide albidus, interdum subnullus. Apothecia dispersa sessilia medioeria (d. 0,5—1,0 mm.), plana, demum convexula, atrosanguinea , margine integro crassiusculo atro; paraph. graciles, filiformes distinetae, fuscescenti-capitulatae; thecium tenue fuscescens; hypothecium erassiusculum atrum; sporae 8— 10-loculares, anguste-fusiformes, 24— 26 m lg., 4— 5 m er. — An Rinden, Borneo. 193. Au. L. nubilior Stirt. 48, p. 469. Thallus minute rimoso-areolatus rugulosus farinaceus albido-cinereus. Apothecia sessilia coneuva marginata fuscescentia albopruinosa; paraph. articulatae, interdum ramosae indistinetae; hypothecium incol.; sporae 8-nae, 3— 5-sep- tatae, cylindrieae, leviter ineurvae, 60 m lg., 4 m cr. — An Rinden, Neu-Seeland. 194. As. L. pallidula Kremph. 27, p. 27. Thallus irregulariter dilatatus continuus tenuis, granulis minutissimis laxe consitus, pallide glaucescens. Apothecia dispersa sessilia minima plana v. convexula carneo-rubella, margine concolore demum evanido ; thecium et hypothecium pallide rubella ; sporae 6— 8-nae, 3-septatae, fusiformi-oblongae, 11— 12 m lg., 4m cr. — Auf Blättern, Borneo. 195. Af. Calidia rhizophora Stirt. 47, p. 91. Thallus tenuis farinaceus pallide cinerascens. Apothecia adnata parva (d. 0,2—4 mm.) plana v. convexula fusca, intus obscura, albo- marginata, margine e fibrillis irregularibus ramosis haud septatis omnino composito; Botanischer Jahresbericht III. 9 130 Kryptogamen. — Flechten. paraph. indistinctae , incol.; hypothecium fuscum v. nigricanti- fuscum; sporae 8-nae, 1— 3-septatae, obovatae, attenuatae, 10 — 14 m lg., 3^2 — 4'/ 2 m er. — An Rinden, Madeira. *196.Am. L. semiusta Stirt. 64, p. 371. Thallus squamulosus, squamulis margine recurvis, niger. Apothecia sessilia plana marginata nigra; paraph. indistinctae incol.; hypothecium leviter fuscescens; sporae 8-nae, 3-septatae, elongato-ellipsoideae reetae v. curvulae, 8— 10m lg., 3 m er. — An Felsen, Bermuda -Insel. *197. Af. L. teichiodes Stirt. 64, p. 368. Thallus tessellato-areolatus crassus (1,5 mm. er.) murinus v. fusco-cinerascens. Apothecia innata plana v. subconvexa submarginata parva fusca intus cinerascentia, albido-pruinosa; paraph. crassae graciles, interdum ramosae et articulatae ; hypothecium fusco-nigrum ; sporae 8-nae, 3 ?-septatae, interdum curvulae, elongato-ellipsoideae, 24— 30 m lg., 3— 4 1 / 2 m er. — An Felsen, Capverdische Inseln. *198.Af. L. thyrsodes Stirt. 64, p. 368. Thallus rimuloso-areolatus rugulosus, sät tenuis, cinereus v. cinereo- fuscescens. Apothecia sessilia v. elevato - sessilia coaretata demum plana, obtuse marginata, medioeria, nigra, intus pallida; paraph. filiformes apice arti- culatae et ramosae fuscescentes; hypothecium incol.; sporae 8-nae, 6— 8-pluriseptatae, fere cylindraceae, 70— 90 m lg., S 1 ^— 4m er. 199. e. L. triseptatula Nyl. 41, p. 361. Comparanda cum L. trisepta (Naeg.), sed apothecia ■ nigricanti-livida v. saepe partim livido-pallescentia, sporae (3-septatae) 12— 18 m lg., 3 1 /2" _ 4'/2m er. — Auf Holz, Finland. Bacidia 1 ). 200. e. L. acervulans Nyl. 40, p. 300. Apotheciis fere sicut in L. bacillari (epithecio et etiam perithecio nigricante, hypothecio saltem infra violaceo-fusco), sed thallo granulato- squamuloso, glebuloso-diffracto. Sporae hacillares, 34— 36 m lg., 2 1 j 2 in er. — Auf Ser- pentin zwischen jVIoos, Frankreich. 201. Au. Stereocaulon Buchanani Stirt. 50, p. 367. Thallus effusus tenuis cinerascens v. cinereo-virescens. Apothecia sessilia v. subelevata, interdum conglomerata majuscula (d. 1— 2mm.), subturbinata , demum convexa, immarginata, fusca, intus fuscescentia; paraph. indistinctae; sporae 8-nae in thecis cylindricis, 40 - 50-septatae , „filiformes" [acicularesj, 160— 220m lg., 3— 4 m er. — Neu-Seeland. 202. Au. L. ceratina Stirt. 48, p. 468. Thallus rugosus v. tuberculosus diffracto-areolatus crassiusculus albido-cinereus. Apothecia sessilia fuscorufa v. fusconigra, margine integro corneo; paraph. tenues distinetae, apice fusconigro incrassatae; hypothecium tenue rufescens; excipulum crassum succineum; sporae multiseptatae , elongato - aciculares, subbacillares, 76 m lg., 25 m er. — An Rinde, Neu-Seeland. 203. a«. L. cinnamomea Kremph. 27, p. 27. Thallus macularis indistinete limitatus, con- tiguus , scabriusculus , subfurfuraceus , sat tenuis , opacus , cinnamomeus. Apothecia numerosa medioeria v. parva, convexula, immarginata, opaca, livido-nigricantia v.-fus- coatra; tbecium albidum paraph. brevibus vix discretis; hypothecium superius fuscum, inferius albidum; sporae pluriseptatae, aciculares, 25— 28m lg., Im er. — Auf Blättern, Borneo. 204. Au. L. concinnior Stirt. 48, p. 469. Thallus granulosus cinereo-rufescens. Apothecia subinuata, medioeria, subundulata fusca pellucida, intus fuscescentia; paraph. vix dis- cretae apice fusco; hypothecium fusconigrum; sporae 8-nae, 6 — 18-septatae, fusiformi- aciculares, reetae, 65— 100 m lg., 4 m er. — Auf Rinde, Neu-Seeland. 205. Aa. L. cjalbinea Kremph. 27, p. 27. Thallus macularis subrotundus (d. 1— 3 deeim.) contiguus v. dilaceratus et irregulariter dilatatus glaucescens, granulis minutissimis crebris intus luteis conspersus. Apothecia dispersa, sessilia, minuta, subplana, margine 4enui, interdum evanido, luteoi'ulvescentia , intus lutea. Sporae ut in L. palmicöla Tuck. Auf Blättern, Borneo. 206. e. L. sororians Nyl. 42, p. 445. Thallus dispersus parcus granulosus v, granuloso- ') Wegen der unklaren Diagnosen einzelner Autoren ist eine Sonderung von Bacidia und Bilimbia bis- weilen unmöglich, daher bei der Anwendung dieser Liste im gegebenen Falle immer beide Gruppen zu berück- sichtigen sind. — Ref. Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 131 crustosus tenuis, cinerascens v. cinereo-virescens. Apothecia adnata convexula immar- ginata parvula (d. 0,2 mm.) v. majora , saepius aggregata v. etiam confluentia , nigra, intus obscure albida; epithec. luteofuscum v. lutescenti-subnigrescens; paraph. vix distinctae, gracilescentes ; hypothec. et thecium lutescenti-incol. ; sporae 3-septatae bacillares subrectae, 15 -25 m lg., 2— 2 1 / 2 m er. — An Felsen, Finland. 207. e. L. subinundata Nyl. 39, p. 106. Spermatiis duplo brevioribus distineta a L. inundata. 208. Au. L. Wellingtonii Stirt. 48, p. 469. Tballus areolato-diffractus tenuis albidus. Apo- thecia sessilia plana v. convexula medioeria, nigra, margine pallido cervino demum excluso; paraph. discretae apice livido-nigro incrassatae; hypothec. fere incol. ; sporae 2-nae, 12— 18-septatae, bacillares, curvatae v. spiraliter contortae, 80— 120m lg., 4 1 /zm er. — An Rinde, Neu-Seeland. Buellia, Karschia, Dactylospora. 209. e. L. atroalbicans Nyl. 41, p. 363. „Arn. exs. 559 est L. a." 210. s.p. L. conioptoides Nyl. 43, p. 726. Thallus rimosus tenuis cinerascens v. cinereo- fuscescens. Apothecia plana marginata nigra; epitbecium fuscescens, hypothecium fuscum; sporae 1-septatae paulo min. q. in L. parasemope Nyl. Spermatia arcuata. — Auf Lavaschlacke und Dolerit, Insel Saint-Paul. 211. E. B. contermina Arn. 5, p. 444[12]. Thallus minute areolatus, areolis planis sub- nitidis, albescens. Apothecia areolis insidentia subplana parva atra; epithecium atro- viride, thecium incol., hypothecium fuscescens; sporae 8-nae, 1-septatae, 12— 14 m lg., 6—7 m er. — Auf Felsen, Tirol. 212. äu. L. dissa Stirt. 47, p. 94. Thallus tenuis albus v. albidus. Apothecia medioeria plana, margine obtuso evanido convexa nigra, intus cinerascentia ; paraph. distinctae filiformes, apieibus ramosis fuscoclavatis et interdum articulatis, granuloso-inspersis; hypothecium fuscescens; sporae 2-uae, 1-septatae, ellipsoideae, 22— 34 m lg., 11— 14 m er. — Auf Holz, Tasmanien. 213. e. B. erubescens Arn. 5, p. 493[61]. Differt a B. parasema vulgari thallo K post colorem luteum rubescente, sporis minoribus (15 — 18m lg., 6— 8 m er.). — An Tannen- rinde, Salzburg. 214. As. L. exalbida Kremph. 27, p. 28. Thallus tenuis albidus atro-limitatus, grauulis minutissimis pallide-fuscescentibus v. concoloribus efflorescentibus obsitus. Apothecia dispersa sessilia minuta (d. 0,5 -8 mm.), coneaviuscula margine obtuso, atra, nuda v. subalbopruinosa; paraph. discretae capitulo pallide olivaceo; hypothecium obscure fuscum v. atrum; sporae 8-nae, 1-septatae, oblongae v. late fusiformi- oblongae, 19— 20 m lg., 6 m er., obscure olivaceae. — An Rinden, Borneo. 215. e. L. excelsa Leigth. 32, p. 78. Thallus effusus areolato-rimosus subdiffractus tenuis subnitidus albidus, areolis planis. Apothecia innato-sessilia v. sessilia magna plana v. subconeava coeruleo- nigra, vix pruinosa, margine crassiusculo prominente atriore; paraph. indistinetae ; hypothecium nigrofuscum; sporae 8-nae, 1-septatae, oblongae, parvae, fuligineo-fuscae. — Irland. 216. E. L. Lamyi Rieh. 42, p. 446. Affinis L. parasiticae, sed minor, apotheeiis planis marginatulis (d. 0,2 mm.), sporis majoribus (15— 23 m lg., 6— 7m er.); paraph. crassi- usculae saepius articulatae, apice sensim incrassato fusco. — Ep., Lecanora Parisiensis (thallus), Frankreich. 217. e. L. modica Nyl. 40, p. 301. Thallus depresso-subgranulatus parcus v. evanescens tenuis cinerascenti-albidus. Apothecia mox convexula margine evanido (d. 0,5— 7 mm.), nigra, intus albida; paraph. fere medioeres apice incrassato smaragdino; hypothecium incol.; excipulum subviolascenti-fuscum ; sporae 8-nae ; 1-septatae, ellipsoideae, 12 -17m lg., 6— 8 m er., nigrescentes. — Auf Quarz, Frankreich. 218. Au. L. nidulans Stirt. 48, p. 469. Thallus fere continuus tenuis albus. Apothecia coaretata parva, dein plana marginata nigra, humeeta pellucida; paraph. adglutinatae incol.; hypothecium tenue subrufulum; sporae 8-nae, 3— 5-septatae, elongato-ellipsoi- deae, subineurvae, 12— 25 m lg., 5— 6 m er., fuscae. — Auf Moos, Neu-Seeland. 9* 132 Kryptogamen. — Flechten. 219. e. L. parasüaster Nyl. 39, p. 105. Subsimilis L. sociellae, sed apotheciis (d. 0,3 mm.) intus pallidis et sporis modo 3-septatis (15— 18m lg., 5— 7 m er.). Epithecium et hypo- thecium dilute rufo - fuscescentia ; paraph. gracilescentes , vix distinetae. — Ep. auf Lecidea sphaeroides, Finland. 220. s.p. L. parasemops Nyl. 43, p. 725. Thallus rimosus tenuis albus. Apothecia plana marginata nigra; epithecium et hypothecium nigra; sporae biloculares, fusconigrae. Spermatia arcuata. — Auf Dolerit, Insel Saint-Paul. 221. e. L. Biehardi Lamy. 42, p. 446. (Diff. jam thallo J+ al. colludente.) Thallus areolato-diffractus, areolis subplanis, cinereus, hypothallo nigro passim visibili. Apo- thecia non prominula, plana (0,5 — 7 mm.) subangulosa margine tenui; paraph. molles gracilescentes apice subincrassato nigricante; sporae 1-septatae, 23— 33 m lg., 12— 16 m er., nigricantes. — Auf Kieselgestein, Frankreich. 222. e. L. sequax Nyl. 40, p. 302. Forsan var. L. myriocarpae thallo evanescente albido, apotheciis in rimis lapidis seriatis convexis (d. 0,5 — 6 mm.). Sporae 11— 12 m lg., 6 m er. — Auf Quarz, Frankreich. 223. e. L. subocellata Nyl. 38, p. 12. Subsimilis L. ocellatae Flor., sed thallo K + (e flavo ferruginascente) et J + . Affinis L. uberiori (Anzi). Hypothecium incolor. ; sporae 10— 16 m lg v 6— 8 m er. — Auf Glimmerschiefer, Siebenbürgen. 224. s.p. L. subplicata Nyl. 14, p. 334. Habitu Sarcog. simplicis (Dav.), sed revera sect. L. coniopis (Wahlb.). Sporae 1-septatae, medioeres, fuscae. (Thecii gelat. J coerul., dein vinose rub.) — Auf Felsen, Kerguelens Insel. 225. Af. B. toninioides Bagl. 8, p. 250. Thallus diffractus areolato-verruculosus, areolis parvulis, subcontorto - tumidulis bullatisve, albus, intus cinnabarinus. Apothecia in areolis sessilia, parvula demum margine tenui evanido convexa, leviter pruinosa; paraph. tenues, adnexae, apice fulvescente incrassato; sporae biloculares (binucleatae), ellipticae v. reniformes, demum intensius fuscescentes. — Auf Sandstein, Abyssinien. Rhizocarpon. Lopadium. * 226. Au. X. insidens Stirt. 63, p. 239; 48, p. 470. Thallus continuus laevis albidus. Apo- thecia elevato- sessilia plana rugosa margine prominulo laevi, fusca; paraph. discretae fuscescenti-clavatae ; hypothecium rufescens; sporae 8-nae, murali-loculares, sphaericae, d. 12— 20m, incol. — Auf Moos, Neu-Seeland. 227. e. L. ochrotropa Nyl. 42, p. 445. Thallus areolato- rimosus, saepe subdispersus, sat tenuis v. fere medioeris, pallido-ocbraceus. Apothecia plana (d. 0,6—7 mm.) nigra, margine turgidulo leviter ochroideo-suffuso, intus obscura; paraph. gracilescentes; epi- thecium sordide coerulescens ; hypothecium satis tenuiter (infra) fuscescens; sporae 4— 8-nae, murali-divisae, ellipsoideae, 32— 40 m lg., 11— 14 m er. — Auf Granit, Finland. Sarcogyne, Sporastatia, Biatorella. 228. Au. L. epiphysa Stirt. 48, p. 468. Ep. — Apothecia convexa fere hemisphaerica minuta immarginata, pallido-flavescentia, dein fusca v. fusco-nigra, intus incol.; paraph. filiformes discretae apice fere incol. agglutinatae et granuloso - inspersae ; hypothecium rufulum; sporae in thecis saccatis numerosae, sphaericae, d. 2 m , incol. — Ärthonia perangusta (Thallus), Neu-Seeland. 229. e. L. subornata Nyl. 38, p. 9. Thallus areolato-diffractus sat tenuis albidus. Apothecia convexa subverrueoso-rugulosa immarginata opaca (d. 0,5 - 9 mm.) fusca v. pallido-fusca, intus pallida v. obscuriora; paraph. medioeres; hypothecium incol. v. leviter rufescenti- obscuratum; sporae numerosae globulosae, d. 3m. — Auf Gneiss, Siebenbürgen. 230. e. L. torvula Nyl. 38, p. 9. Thallus glebulose diffractus laxe affixus (fere 1 mm. er.) obscure olivaceo - ruscus subfurfuraceo - opacus. Apothecia vulgo agglomerata convexa {d. 0,5 mm.) rugulosa opaca, nigra, intus obscura; epithecium fuscum, thecium et hypo- thecium lutescentia; paraph. graciles parcae v. parum distinetae; sporae numerosissimae globulosae, d. 3— 4 m . — Auf Granit, Finland, Gyalecta s. Anzi aueta. 231. e. iSeculiga annexa Arn. 5, p. 456[24J. Thallus subgelatinosus pallidum. Apothecia Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 133 leviter urceolata parva carnea margine glabro pallidiore, intus incol.; paraph. capillares discretae; hypothecium incol.; sporae 8-n?ie in thecis elongato- oblonges, 5— 7-septatae bacillares sensim cuspidatae subrectae, 45— 50 m lg., 3 m er. — Auf Moos, Tirol. 232. E. G. chlorobaea Nyl. 42, p. 444. Thallus tenuis inaequaliter laevigatus subobscure virens V. subolivaeeo-virens. Apothecia superficialia marginata (d. 0,3—5 mm.), margine primum pallido, badio-fuscescentia; epithecium fusconigrum, paraph. medioeres v. sub- crassiusculae, hypothecium incolor.; sporae 8-nae, irregulariter 3-septatae et varie ob- lique divisae, breviter ellipsoideae, 11 — 15 m lg., 7 — 9m er. — Auf Glimmerschiefer, Finland. 233. s.p. Urceolina Kergueliensis Tuck. 53, p. 58. Thallus crustaceus adnatus areolato- verrueosus, verrucis gibbosis centroque substipitatis in ambitum effiguratum coalescenti- bus, aurantiaco-fuscescens. Apothecia immersa, margine proprio tenui pallido v. dein livido - nigrescente (d. 1 mm.); paraph. filiformes; sporae in thecis uniserialiter 8-nae, simplices limbatae, 21— 30m lg., 15— 20 ra er. — Auf Felsen, Kerguelen-Insel. Incertae sedis. 234. Ab. L. ? laceratula Kremph. 27, p. 28. Thallus sqamulosus, squamulis tenuibus minu- tis irregulariter laceratulis (passim confluentibus) , glaucescens v. pallide viresceus, hypothallo tenui nigro interruptus. Apothecia dispersa, minuta (d. 0,5 mm.) atra pri- mum caesiopruinosa , plana margine obtuso, ex hypothallo oriunda (?); hypothecium atrum; sporae? — An Rinden, Borneo. Leptogium. 235. b. L. amphinodes Nyl. 39, p. 106. „Dicatur quod („subathallum") ante sub amphineo Ach. duxi." — Finland. 236. As. L. crispulum Kremph. 27, p. 9. Thallus adpressus submonophyllus membranaceus rigidulus parum laciniato-incisus, laciniis approximatis et marginibus crenatis plicato- crispis erectiusculis, opacus laevis cinereo-glaucescens. Apothecia elevata medioeria v. majuscula, coneaviuscula v. plana rufo - rubentia , margine proprio pallide flavicante; sporae 4— 6nae, ellipsoideae, 3-septatae, submurales, breviter acuminatae, 19— 21 m lg., 8— 10 m er. — Auf Blättern, Borneo. 237. As. L. foliare Kremph. 27, p. 10. Thallus submonophyllus suborbiculariter dilatatus depressus tenuiter membranaceus, rugulosus et subradiatim plicatulus, ambitu lobu- latus incisus et crispato-undulatus, glaucescens. Apothecia dispersa majuscula plana rufo-rubentia, margine proprio tenui integro pallido-flavicante, infra etiam thallo plicato- rugoso turgido obteeta; sporae 8-nae in thecis elongatis angustis, muriformes ellipsoi- deae, 24— 26m lg-, 12— 14 m er. — Auf Blättern, Borneo. Lichina, Lichinodium. 238. e. Lichinodium sirosiphoideum Nyl. 40, p. 297. Thallus dense subpulvinato-stipatus (alt. 1—2 mm.), subeffusus, e fruticulis ramosis intricatis constans, rigidiusculus niger v. nigricans. Apothecia ? — Auf Parmelia saxatilis (Thallus), Finland. 239. e. Lichina transfuga Nyl. 42, p. 440. Subsimilis L. confini, sed magis stipata, thallo subconcrescente. — Auf Kalk, Frankreich. LichiDOdiUm sieh» Lichina. MagDlOpsiS siehe Pyrenopsis. Melaspilea. * 240. Au. M. amphorodes Stirt. 63, p. 238; 48, p. 471. Thallus rimulosus tenuis cinereo- albidus v. cinereus. Apothecia elevato-sessilia plana laevia, dein margine tenui evane- scente convexa rugosa parva nigra; paraph. distinetae filiformes fuscoclavatae ; hypo- thecium fuscescens; sporae 4 — 8-nae in thecis pyrif ormibus , multiseptatae et muralidi- visae, oblongo-cylindraceae, uno apice saepe attenuatae. 241. e. M. vermiformis Leight. 29, p. 114. „Sporis 1-septatis vermiformibus". — An Eichen, England. Mycoporum. 242. e. M. rhypontoides Nyl. 41 , p. 362. Sat simile M. pteleodi, sed thalli macula fusca 134 Kryptogamen. — Flechten. saltem apothecia (sparsa) cingens et sparis nonnihil majoribus et coloris subolivacei (22-25 m lg., 9— 10m er.). — Auf Pappeln, Finland. Myriostigma. 243. As. M. candidum Kremph. 27, p. 45. Thallus continuus tenuissimus albidus quasi afflatus irregulariter dilatatus. Apothecia aggregata, protuberantiis thallinis (stroma- tibus) candidis depressis oblongo-difformibus numerosis (d. c. 2,0—4,0 mm), dispersis innata, minutissima punetiformia fuscescentia; paraph. nullae; sporae in tbecis globosis (arthonioideis) 4-nae, muriformes, interdum medio constrietae et septatae, curvulae, fusiformi-oblongae, 39— 49 m lg., 11— 13 m er. — Auf Blättern, Borneo. 244. As. M. cardinale Kremph. 27, p. 45, Tab. I f. 29, sporae duae. — Auf Bambusa arundinacea, Indien. Odontotrema. 245. Au. ? 0. concentricum Stirt. 48, p. 466. Thallus fere continuus tenuis albicans. Apo- thecia demuni in fissuris thalli denticulatis dehiscentia; epithecium planum irreguläre pulvereo-suffusum, duobus annulis concentricis fusconigris plus minus completis cinc- tum; paraph. discretae capillares incol.; hypothecium fusconigrum; sporae 1- 8-nae, 4— 20-loculares, fere cylindricae, 40— 160 m lg., 7— 13m er. — Neu-Seeland. Opegrapha. 246. b. 0. areniseda Nyl. 42, p. 446. Thallus vix ullus. Apothecia linearia subgyrose con- glomerata in acervulis difformibus (d. 1 mm.) pulvinatis, nigra, epithecio angustato; hypothecium nigrum; sporae 1 — 3-septatae fusiformes, 14— 16m lg., 4 m er., incol. — — Auf Sand, Jersey. 247. f. 0. atricolor Stirt. 47, p. 89. Thallus indeterminatus tenuissimus albidus. Apothecia innato-sessilia angusta (lat. 1,0 mm.), plerumque simplicia acutiuscula nigra, intus cine- rascentia v. pallide fuscescentia; epithecium rimiforme dein coneaviusculum v. etiam explanatum rugulosum; paraph. indistinctae apice fusco; hypothecium fusco-nigrum; sporae 4— 8-nae, 3-septatae, oblongo-ovoideae, 15— 21 m lg., 4— 5 1 j 2 m er., incol. — Auf Holz, Schottland. 248. s.p. 0. consimillima Nyl. 43, p. 725. Simillima 0. Caesareensi Nyl., sed differens thallo minus tenui, sporis fere brevioribus et spermatiis brevioribus. Gonidia saepius discreta, simplicia. — Auf Basalt und Dolerit, Insel Saint-Paul. 249. e. 0. lithyrgodes Nyl. 39,' p. 106. „Dicatur, quae datur in Arn. exs. 418." *250. Af. 0. imdulata Stirt. 64, p. 369. Thallus crassus rimoso-areolatus pallidus v. pallide flavidus subfarinaceus. Apothecia subinnata radiato-ramosa explanata apieibus rotun- data, margine proprio tumidulo undulato, nigra albo-suff usa ; perithecium laterale; paraph. sat distinetae; hypothecium pallide rufescens; sporae 8-nae, 7— 9-septatae, fusiformi-ellipsoideae , 28— 35 m lg., 4 J / 2 — 5 1 / 2 m er. incol. — Auf Felsen, Capverdische Inseln. 251. e. 0. xylographiza Nyl. 41, p. 361. Thallus vix ullus proprius. Apothecia subparallele dispersa, lanceolato-linearia (0,5— 7mm. lg., 0,1mm. er.) nigra; epithecium rimiforme v. interdum subplanum marginatum, intus fuscescens; hypothecium nigrum; sporae 1— 3-septatae, oviformi-oblongae, 10— 14 m lg., 3 J /2— 5 1 / 2 m er. (arthoniomorphae aeque ac thecae). — Auf Holz, Finland. Pannaria, Pterygium, Endocarpiscum. •252. Af. E. aterrimum Stirt. 64, p. 366. Thallus squamulosus , squamulis crassiusculis segregatis v. fere conjunetis, ater. Apothecia endocarpea albida; paraph. graciles sat confertae; sporae in thecis fusiformibus numerosissimae , ellipsoideae , 3 '/2 m lg., 2 m er., incol. An Felsen, Capverdische Inseln. 253. e. Pt. conferciens Nyl. 41 , p. 358. Thallus tenuiter fibrillosus v. fibrillis divisis intricato-congestis. supra divisionibus imbricatis, totus crustam dense compaetam efficiens (er. v. alt. 1— 2 mm.), olivaeeo-nigricans. Apothecia? - An Felsen, Finland. *254. Au. P. crustata Stirt. 63, p. 236; 48, p. 462. Thallus squamuloso-crustaceus, areolato- diffractus, squamulis majusculis rugosis rotundatis, margine recurvo creuulato, obscure olivaceus, hypothallo nigro. Apothecia plana v. subconvexa medioeria badiorufa, mar- Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 135 gine proprio tenui, margine thallino prominulo, intus pallida; paraph. discretae apicibus fuscorufis dense conglutinatis; sporae 8-nae simplices ellipsoideae attenuatae, 17— 20m lg., 9— lim er. — An Felsen, Neu-Seeland. 255. s.p. P glaucella Tuck. 53, p. 57. Thallus foliaceus arete adpressus cartilagineus glaueo-cinerascens, lobis radiantibus subintegris, hypothallo pallido obsoleto. Apothecia lecanorina adnata, demum margine integro demisso convexa, fusconigrai; sporae? — An Felsen, Kerguelen-Insel. 256. s.p. P. obscurior Nyl. 14, p. 334. Affinis P. brunneae obscurae , sed apotheeiis nigri- cantibus et gelat. thecii J vinose rub. — Auf Moos, Kerguelen-Insel. 257. Au. P. perfossa Stirt. 48, p. 462. Thallus squamulosus, squamulis compactis v. imbri- catis crenatis v. lobulatis livido - glaucescens nigricanti-limitatus. Apothecia plana, plerumque in medio pertusa margine thallino crenato, demum crispato-contorto, badio- rufa, intus concoloriaet succineo-flava ; sporae 8-nae, simplices, ellipsoideae, 12— 14 m lg., 7— 8 1 / 2 m er., incol. — An Rinde, Neu-Seeland. 258. s.p. P placodiopsis Nyl. 14, p. 334. Thallus placodinus , lobis contiguis turgidulis, sordide lutescens. Apothecia submedioeria margine thallino integro ; sporae ellipsoideae medioeres. — An Felsen, Kerguelen-Insel. 259. e. Pt. poslerulum Nyl. 38, p. 7. Thallus fibrilloso-divisus , fibrillis teretiusculis varie divisis (0,05 — 9 mm. er.), ambitu subradiantibus, raro centrifugus , saepius subdiffusus, olivaeeo-nigricans, infra non coerulescens. (Apothecia non visa, itaque genus incertum.) — Auf Kalk, Siebenbürgen. 260. S.P. P. Taylori Tuck. 53, p. 57. Thallus foliaceus appressus cartilagineus luteo-fulvus, lobis apice rotundatis crenatis incisisque, subtus nigris hypothallo obsolescente. Apo- thecia (d. 2 mm.) lecanorina sessilia plana margine crasso ruguloso fuscescentia ; sporae simplices ellipsoideae, 16— 21 m lg., 9— lim er., incol. — Auf Felsen, Kerguelen-Insel. 261. Au. P. variegata Stirt. 48, p. 461. Thallus squamulosus, squamulis minutis crenulatis pallide cervinus hypothallus nigro-caerulescens byssoideus. Apothecia biatorina sessilia majuscula plana rufa, margine prominulo laevi pallidiore; paraph. discretae apice rufulae; hypothecium pallidum; sporae 8-nae simplices, 14— 18 m lg., 7— 9'/ 2 m er., incol. — An Rinde, Neu-Seeland. Parmelia, Physcia. Parmelia. 262. E. P. aleuritica Nyl. 39, p. 103. Comparanda cum Parmeliopsi aleuriti, sed Parmelia et thallo subtus lacteo (rhizinis parvis nigricantibus). Sporae 8-nae, ellipsoideae, 9— 12 m lg., 5— 6ui er. — Crescendi modo centrifugo et facie simulat P centrifugum, sed distat colore perlato-albo. — An Felsen, Finland. 263. s.p. P confluescens Nyl. 43, p. 725. Thallus confluenti-laciniatus adnatus, laciniis sub- imbricatis parum sinuato-incisis, centro sorediosus, albus, subtus niger. Apothecia fere medioeria, margine reeeptaculari soredioso; sporae submedioeres. — Auf Felsen, Insel Saint-Paul. 264. e. P glabrans Nyl. 38, p. 15. Subsimilis P. glabrae, sed sporis minoribus (7 — lim lg., 5— 6 m er.) et spermatiis bifusiformibus (5— 6 m lg.). — Auf Sandstein, Algerien. 265. e. P. infumata Nyl. 41, p. 359. Subsimilis P fuUginosae, sed nonnihil major, thallo subopaco (in lobis summis subcaesio-olivaeeo-fuliginosus) , reactione medullae C nulla. — Auf Felsen, Finland., 266. E. P. isidiotyla Nyl. 38, p. 8. Forsan var. v. subsp. P prolixae, notanda thalli isidio verrueiformi olivaeeo-cinerascente, saepe conferto, demum crasso et supra albido-soredia- tulo. — Auf Felsen, Finland. 267. E. *P (isidiotyla) isidiascens Nyl. 38, p. 8. „Est analoga P. Delisei." — England. 268. s.p. P. praeperlata Nyl. 43, p. 725. Similis fere P perlatae (sorediatae) , sed jam differens spermatiis longioribus. — Auf Felsen, Insel Saint-Paul. 269. s.p. P. stygiodes Nyl. 14, p. 333. Affinis P. stygiae (minori). sed magis contraeta, thallo brunneolo subopaco (raedulla K flav.). Apothecia margine thallino integro. — Auf Felsen, Kerguelen-Insel. 136 Kryptogamen. — Flechten. 270. E. P. subargentifera Nyl. 41, p. 359. Subsimilis P. glabrae (Schär.), sed thallus sub- opacus laxe imbricatus, lobis laciniarum (praesertim terminalibus) albosorediellis. — Auf Felsenmoos, Finland. Physcia. 271. e. Ph. concrustans Nyl. 41, p. 359. Est quasi Ph. obscura (et forsan ejus subsp.) major crassior, thallo pro maxima parte verrucoso-corrugato., etiam apotheciis (d. 2— 3mm.) a thallo demum verrucoso-marginatis. — An Pappeln, Finland. 272. e. Ph. endochroidea Nyl. 42, p. 442. Forsan non specie distat a Ph. ulotriche, sciastrae subsimilis, thallo nigricante adnato, tenuiter laciniato (lac. 0,2— 4 mm. lat.) intus pro magna parte ochraceo-fulvescente v. Variante ochraceo-cinnabarino. Apothecia lecanoro- ideo-parmelina (0,5—8 mm. lat.) nigra, receptaculo subtus fibrillis rhizinoideis nigris brevibus parum distincte munito. Sporae 14— 18m lg., 6— 8m er. — Auf Felsen, Finland. 273. E. Ph. endochrysoidea Nyl. 42, p. 442. Facie Ph. obscurae thallo cinereo (sorediis glaucescentibus v. alibi obscure caesiis, passim convexis confertis munito) , intus flavo et supra K flavo-virescente. — Auf moosigem Glimmerschiefer, Siebenbürgen. 274. e. Ph. lithotodes Nyl. 41, p. 360. Est ad Ph. ulothricem fere ut var. lithotea est ad Ph. obscuram, at forsan propria species ob apothecia lecanoroidea, margine sc. thallino sat tenui crenulato. — Auf Felsen, Finland. 275. e. Ph. retrogressa Stirt. 47, p. 85. Sat similis Ph. stellari, sed medulla (K — ) et sporis nonnihil minoribus, 13— 18 m lg., 7 — 9 m er. — An Rinde, Schottland. Pertusaria. 276. Am. P. Canadensis Stirt. 47, p. 90. Thallus rimoso-areolatus passim ruguloso-inaequalis tenuis pallidus. Apothecia verrucis subconvexis v. convexis sublaevibus inclusa, epi- thecio irregulariter lecanorino (d. 0.2— 4 mm.) planiusculo fusco-nigro; sporae 1—2-nae oblongae, 54— 77 m lg., 20~30 m er. — An Rinde, Canada. 277. Au. P. circumcincta Stirt. 48, p. 464. Thallus granuloso-congestus crassus subfarinosus albidus v. cinereoalbidus. Apothecia occlusa, demum lecanoroidea (d. 1,5 mm.) coneava, margine prominulo lacerato v. tuberculoso, fusca albopruinosa; sporae oblongae, 130 m lg-, 34 m er. — An Rinde, Neu-Seeland. » 278. e. ? P. diaxantha Nyl. 41, p. 363. Facie fere, ut in Lecanora tartarea, sed thallus C— (nee K tinetus) et sorediis flavis granulosis demum confluentibus efflorescens. Sterilis. — An Felsen, Finland. 279. Am. P. intranidulans Stirt. 48, p. 92. Thallus tenuis laevigatus albidus. Apothecia verrucis thallinis parvis inclusa , ostiolo nigrescente caesioprninoso , dein explanato, lecanorino farinoso; sporae oblongae, 75— 90m lg., 28m er. — An Rinden, Canada. 280. e. *P. (communisj leiotera Nyl. 40, p. 303. Facie externa est P. leioplacae, sed sporis 1 — 2-nis. — An Buchen, Dänemark, Frankreich. 281. Au. P. pertraetata Stirt. 47, p. 93. Thallus nonnihil ruguloso-inaequalis laevigatus albidus. Apothecia verrucis prominulis, planiusculis majusculis sparsis, plura saepius in singulis inclusa, ostiolo papillato pallido v. pallide fuscescente; sporae 8-nae uni- seriatae, 26— 38m lg., 13— 18 m er. Auf Holz, Tasmanien. 282. e. P. violaria Nyl. 40, p. 299. Thallus glebuloso-diffractus, subeerebriformi-verrueosus, crassulus (1 mm. er.) albido-cinerascens. Sterilis. (Thallus C ^ , violaceus.) Incerti generis. — Auf Serpentin, Frankreich. Phlyctis. 283. As. Ph. arachnoidea Kremph. 27, p. 16. Thallus indeterminatus macularis subcontinuus tenuis, araneosus byssoideo-foveolatus, demum sublepidotus. Apothecia dispersa minu- tissima punetiformia coneava obscura, margine crassiusculo albido et virescente, sub- holosericco-ciliato ; sporae singulae, fusiformi-oblongae, 13— 14m lg., 4-5 ra er. — An Blättern, Borneo. 284. Au. Ph. oleosa Stirt. 48, p. 464. Thallus areolato-diffractus laevis albidus, areolis con- cavis recurvis. Apothecia aggregata, rarius sparsa, depressa margine dentato inflexo, rufo-cervina, ochraeeo-pruinosa; paraph. apice rufulae; sporae 4-nae, 7-septatae, cylindraceo-ellipsoideae, curvatae, 80 ra lg., 18 m er., incol. — An Stämmen, Neu-Seeland. Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 137 285. An. Ph. subuncinata Stirt. 48, p. 464. Similis Ph. uncinatae [286] , sed sporis tenui- oribus breviorißus (65— 80 m lg., 5-6 i j 2 m er.). Liquidum oleosum in thecis non vjsum. — An Rinde, Neu-Seeland. 286. Au. Ph. uncinata Stirt. 48. p. 464. Thallus efFusus rugosus tenuis leprosus v. farinosus albidus v. albido-canescens. Apotbecia sparsa v. aggregata depressa irregularia minuta, fusca, albido-pruinosa , margine thallino leproso inflexo irregulariter crenulato; sporae 4— 8-nae (in thecis una cum liquore flavido oleoso) , 7-septatae , fusiformes , acutae, 80— 100m lg., 8— 10m er., incol. PhySCia siebe Parmelia. Placodium, Psoroma, Squamaria. Psoroma. *287.Au. Ps. athroophyllum Stirt. 63, p. 236; 48, p. 461. Thallus continuus multifido- laciniatus, laciniis arete imbricatis adscendentibus latis rotundato - crenatis , crassus, rugosus, nigrofuscus subtiis pallidior. Apothecia magna rugosa margine elevato granu- loso-concreto, rufa, intus succinea; paraph. indiscretae; sporae 8-nae, uniseriatae, fere sphaericae, 14 m lg., 12 m er. — An Rinde, Neu-Seeland. 288. s.p. Ps. hirsutulum Nyl. 14, p. 333. Apothecia coneava, submedioeria, rufofusca, ex- cipulo thallino dense albido-hirsuto. — Auf Moos und Stengeln, Kerguelens Land. *289.Au. Ps. implexum Stirt. 63, p. 236; 48, p. 461. Thallus continuus laciniis anguste multifidis planis obtusis, pulverulentis . rhizinis densis ramosis implexis nigris arete affixus, pallido - luridus v. cervinus, subtus albidus tomentosus. Apothecia elevato- sessilia, medioeria, margine thallino inflexo inciso, badio-rufa; paraph. vix discretae; hypothecium subfuscescens ; sporae 8-nae simplices, ellipsoideae, uno alterove apice subattenuatae, 18— 24 m lg., 9 m er. — An Rinde, Neu-Seeland. Placodium. 290. e. P. gracile Müll. Arg. 35, p. 61. Thallus orbicularis parvus radians aut disperso- areolatus, areolis gebosis convexis rotundis v. reniformibus v. inciso - angulosis , aut demum obsoletus, cartilagineus , stramineus v. stramineo-cinerascens, saepe lividescens, nitidus. Apothecia conferta (d. 1—2 mm.) demum margine crasso evanido convexa im- marginata substramineo- v. albido-carnea ; sporae 8-nae, simplices, 9— 13 m lg., 3 ! / 2 — 4 1 / 2 m er. — *Auf Gneiss, Schweiz. * 291. Au. Sq. thaumasta Stirt. 63, p. 237; 48, p. 462. Thallus tessellato-areolatus squamas polygonias umbonatas distinetas sistens cinereo - albidus. Apothecia elevato -sessilia, coneava, rugosa, parva, fuscorufa, margine thallino prominulo laevi inflexo.; sporae 8-nae uniseriatae, simplices, late ellipsoideae, 12 m )g. , 8'/2ui er. Cephalodiis majusculis prominulis rimose radiatis carneo-rufescentibus. — Auf Felsen, Neu-Seeland. 292. s.p. Amphidium mölybdophaeum Nyl. 1 ) 14, p. 333. Thallus areolato - diffractus, astroideo-fissus plumbo-cinereus, centro pallidior. Apothecia lecanorina submedioeria rubra v. fusco- rubra margine thallino subintegro albido -pallido; sporae irregulariter 3-septatae, suboblongae. — An Felsen, Kerguelens Land. Gasparrinia. 293. E. Physcia australis Arn. 3, p. 154. Simillima colore et habitu Ph. Heppianae. Thallus ambitu plicato-radiosus , lobis leviter inciso-crenatis. Apothecia marginata aurantiaca; sporae biloculares (non polari-dyblastae), saepe curvulae, 22— 25 m lg., 6— 7 m er. Sper- matia reeta, bacillaria, 4— 4 1 / 2 m lg., Im er. — Auf Kalk, Oesterreich (Litorale). 294. Af. Amphiloma Beccarü Bagl. 8, p. 244. Thallus orbicularis anguste brevissimeque radiato-iuciso-lobulatus, lobulis planis arete adpressis, centro tenuiter areolato, auran- tiacus. Apothecia plana raro convexa, exigua, margine crassulo integro persistente, intense aurantiaca; paraph. laxae incrassatae; sporae polari-dyblastae, vix ellipticae, obtusissimae, 3-plo lg. q. er. — An Rinde, Abyssinien. 295. s.p. P. bicolor Tuck. 53, p. 57. Thallus crustaeeo-adnatus rimoso-areolatus ambitu lobatus aurantiacus. Apothecia sessilia plana (d. 2—3 mm.) margine tenui demisso J ) Muss hier vorläufig untergebracht werden, da dem Ref. Sonstiges über diese Gattung, die jedenfalls bisher, wie Humndwm etc., in litt, autoris florirte, nicht bekannt geworden. 138 Kryptogamen. — Flechten. subintegro, nigro-fusca; paraph. capillares; sporae 3-nae in tliecis uniseriatae, polari- dyblastae ellipsoideae, 20- 30 m lg., 12-20 m er. — Cephalodio cefltrali (d. 6-10 mm.) pluribusve depressis radiatim rimosis concoloribus. — Auf Felsen, Kerguelens Land. 296. Af. Ämphiloma Debanense Bagl. 8, p. 244. Thallus areolato-rimulosus ambitu lacini- atus arete adnatus, laciniis simplieibus interdum torulosis, vix inciso-lobulatis applanatis, miniatus. Apotbecia innata v. parum emersa exigua miniata margine dilutiore ; paraph. crassulae, apice flavescentes; sporae 8-nae in thecis clavatis, polari-dyblastae, elliptico- elongatae v. obtuse fusiformes, parvulae, 2— 3-plo lg. q. er. — Auf Granit, Abyssinien. 297. e. P. dissidens Nyl. 40, p. 298. Subsp. esse possit P. murorum, sed laciniis magis discretis et subliberis. Colore thalli vitellino et laciniis planioribus (planiusculis v. convexiusculis) differt a P. elegante. Sporae 9~16 m lg., 5— 7 m er. - Auf Schiefer- dächern, England. rlatygrapha, siehe Schismatomma. FSOrOma siehe Placodium. Pterygilim siehe Pannaria. Pyrenopsis, Collemopsis, Magmopsis. 298. Af. P. agnascens Stirt. 47, p. 92. .Thallus tenuis fuscescens, vix ullus et tantum apo- theeiis vicinus. Apothecia convexa parva (d. 0,1— 2 mm.) fusca; paraph. graciles parcae incol.; hypothecium coeruleo-nigrum ; sporae 4— 8-nae, 3-septatae, oblongae v. fusiformi- oblongae, 11— 15 m lg., ß 1 ,^— 4 1 / 2 m er. — An Grashalmen. 299. B. C. caesia Nyl. 38, p. 7. Accedit ad C. ripariam (Arn.), sed thallus caesius, apothecia rufescentia et sporae nonnihil aliae (15 — 19m lg-, 7 — 8 m er.) J gel. thecii dilute coerulescens, dein thecae fulvescentes. — Auf Kalk, Frankreich. 300. e. P. concordatida Nyl. 42, p. 440. Thallus scabrido-opacus tenuis, demum areolatus, rugosus obscure fuliginascens. Apothecia innata punetiformia, demum sublecanoroidea (d. 0,2—3 mm.), thallo marginatula, subconcoloria; paraph. vix ullae; sporae in thecis oblongis 8-nae ellipsoideae, 12— 18 m lg., 6— 10 m er. — Auf Steinen, Finland. *3ül.Af. P. pellia Stirt. 64, p. 366. Thallus granuloso-furfuraceus tenuis nigricans. Apo- thecia lecanorina coneava minuta margine thallino prominula, concoloria, intus pur- purascentia, praesertim hypothecium ; paraph. parcae graciles ; sporae 8-nae, 1-septatae, ellipsoideae, 8V2— 9m lg., 5— 6 m er. — Auf Lecanora pyracea (Thallus) an Felsen, Capverdische Inseln. 302. e. M. pertenella Nyl. 39, p. 102. Thallus subfurfuraceus subsquamuloso - diffractus tenuis opacus fuliginosus. Apothecia (d. 0,13—14 mm.) innata excipulo nigro, iutus alba; paraph. graciles sat parcae v. subevanescentes ; sporae 8-nae, 1-septatae, ovifor- mes, 14— 16 m lg., 6— 7 m er. — Auf Kalk, Finland. 303. E. P. phylliscella Nyl. 39 , p. 102. Thallus squamulosus , squamulis subverruculoso- inaequalibus subadnatis aggregatis (sed non contiguis), rotundo-difformibus (lat. 0,5—9 mm., er. 0,3—4 mm.), fusco-nigricans. Apothecia conferta endocarpoidea minutissima (5— 15-na in siugulis squamulis), epithecio punetiformi concolori, margine thallino cinc- tulo; paraph. gracilescentes parcae; sporae 8-nae oblongo-ellipsoideae, 5— 7m lg., 8m er. — Auf Kieselgestein, Schottland. Ramalina. *304. Af. B. aulota Stirt. 64, p. 374. Thallus erectus brevis parce ramosus compressiusculus, passim lacunosus subinanis ochroleuco-pallidus. Apothecia terminalia v. subterminalia plana majuscula subpedicellata margine integro; paraph. vix distinetae; sporae 8-nae, 8-septatae, reetae ellipsoideae, 9— 12 m lg-, 5V 2 —6 l ! 2 m er. — An Felsen, Teneriffa. * 305. Am. B. Bermudina Stirt. 64, p. 370. Thallus depresso-caespitosus, sat late expansus, rigescens, laciniatus, laciniis linearibus dichotome multifidis, pallidus v. stramineo-palli- dus v.-rufescens , subnitidus. Apothecia marginalia subpedicellata coiicava majus- cula margine integro, cervina v. pallide rufescentia; sporae 8-nae, 1-septatae, oblongo- ellipsoideae saepe curvulae, 10 16 m lg., 5 m er. — An Zweigchen, Insel Bermuda. 306. e. B. Gumowii Cromb. 42, p. 441. Thallus fruticulosus graoilentus, parum ramosus, teretiusculus v. compressiusculus (alt. c. 8 centim., lat. c. 0,5-1,0 mm.), subrigescens, Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 139 glaucescenti-pallidus. Apothecia geniculato-adnata convexa (d. 2 mm.) pallida; sporae ellipsoideae rectae 11— 15 m lg., 4— 6 m er. — An Felsen, England. Roccella. *307.Af. B. patellata Stirt. 64, p. 366. Thallus pollicaris, parce ramosus teres pallidus v. glaueofuscescens sorediosus. Apothecia terminalia v. subterminalia sessilia leeideina plana majuscula (d. 3 mm.) 'margine acuto undulato, nigra albopruinosa; sporae 8-nae, 3— 7-septatae, fusiformes, 22— 32 m lg., 4 m er. — An Felsen, Capverdische Inseln. Schismatomma. 308. As. Platygrapha chlorochroa Kremph. 27, p. 40. Thallus macularis parvus tenuis ro- tundatus continuus v. varie interruptus, cinereo-virescens v. albidus. Apothecia minuta disco piano v. convexulo atra, protuberantiis parvis thallinis, rotuudatis, parum conspi- cuis, immerso, margine interiore tenui thallo concolore circumeisso, tandem evanido; paraph. graciles vix discretae; sporae 8-nae, 7-septatae, fusiformes, rectae aut curvulae, 20 m lg., 3 m er. - Auf Blättern, Borneo. 309. As. P. minima Kremph. 27, p. 39. Thallus macularis par,vus irregularis tenuissimu3 opacus pallide cinereo-fuscescens. Apothecia prominula minutissima dispersa, disco atro piano v. coneaviusculo (sicco fere punetiformi) protuberantiae thallinae verruci- formi, parum distinetae, leviter immerso; paraph. gracillimae, hypothecium albidum; sporae 8-nae, 4-loculares, fusiformi-oblongae, incol., 13m lg., 4 m er. — An Blättern, Borneo. 310. As. P. mirifica Kremph. 27, p. 40. Thallus continuus rugulosus v. subgranulato-inae- qualis, demum laevis subopacus tenuis pallide testaceus v. albidus, immo glaucescens. Apothecia immerse - patellaeformia , medioeria (d. 1 mm.) plana, subrotunda, oblonga omnino diversiformia , margine thallino tumido tenui parum erecto, interdum sublace- rato, carnea v. nubilose carnea; thecium hypotheciumque tenuissima; paraph. gracillimae fiexuosae; sporae 4— 6-nae, pluri-septatae, submuriformes, cylindraceo-oblongae, 44m lg., 10m er. — An Blättern, Borneo. 311. As. P. planissima Kremph. 27, p. 42. Thallus indistinete limitatus continuus tenuis opacus cinereo-virens. Apothecia arete adpressa planissima majora (d. 1,0—2,0 mm.), sordide v. pallide carnosa aut sordide fuscescentia, margine dilutiore tenuissimo, sub- flexuoso; thecium lutescens tenuissimum paraph. sat conglutinatis ; hypothecium obscure fuscum; sporae 8-nae, 4-loculares. fusiformi-oblongae, 15 m lg., 3— 4 m er. incol. 312. As. P. squamigera Kremph. 27, p. 41. Thallus submembranaceus tenuis hypothallo nigro aut crustaceus subcontiguus lobulato-incisus , arete adpressus, aut saepius totus minute squamulosus, lobulis imbricatis adscendentibus v. suberectis. Apothecia dispersa sessilia minuta (d. 0,6—8 mm.) leeideiformia, plana, atra, margine obtuso integro v. subflexuoso dilutiore; thecium tenue incol., paraph. laxis fuscescenti-clavulatis; hypo- thecium atro-fuscum; sporae 8-nae, 3-septatae, fusiformes, 15 m lg., 3m er., incol. — An Rinde, Borneo. Schizopelte. 313. Am. Sch. californica Th. Fr. 17, p. 143. Thallus e pluribus podetiis e communi basi caespitose assurgentibus compositus, sat validis, fragilibus, ramosis, rarius subsimplieibus, teretibus laevibus v. rugulosis (— 13 cm. alt., 1—6 mm. er.), cinereis v. cinereo-albidis opacis, sorediis elevatis albidis dispersis. Apothecia rotundata coneava margine thallino ineurvo crenatoque, dein varie lobata, lobis unilateraliter produetis, rotundato-crenatis, demum elongatis (— 2 cm. v. forsan ultra), nigra nuda v. caesiopruinosa; paraph. sat graciles ramosae apice fuligineo; hypothecium nigricans; sporae 8-nae, 3 — 5-septatae elongato- v. subcylindrico-oblongae, 15— 24 m lg., 5-6 m er. — An Felsen, Californien. Squamaria siehe Placodiuni. Stereocaulon. 314. e. St. subintricans. Nyl. 41, p. 358. Thallus medioeris, podetiis nudis (alt. c. 4 cm.) ramosis, granulis difformi-verrueulosis v. rarius nonnihil crenatis. Apothecia frequentia, demum convexa (d. 1 mm.) fusca; sporae 1- 3-septatae fusiformes, 16 — 23m lg., 2'/* — 3m cr\ — An Felsen, Finland. 140 Kryptogamen. — Flechten. Stereocladium. 315. E. St. Tiroliense Nyl. 40, p. 302. Thallo stipato toto albido sursum latiore et demiim nonnihil diviso (alt. 2—3 mm., stipitibus compressiusculis basi lat. 0,3—5 mm.), parte thalli corticali-gonidiali facile leprose-dissoluto. — Auf Glimmerschiefer, Tirol. Sticta, Stictina. 316. As. St. (Stictina) Beccarii Kremph. 27, p. 11. Thallus mediocris (d. 4—10 pollic.) profunde laciniato-divisus , laciniis linearibus (elongatis) planiusculis aut nonnihil canali- culatis, sinuato-pinnatifidis, subrigescens, subnitidus, laevis v. passim subscrobiculatus, e pallide-cervino castaneo-fuscus, subtus rbizinis densis nigricantibus et pseudocyphellis crebris niveis. Apothecia marginalia copiosa, sat parva, margine thallino ruguloso. — An Zweigen. Borneo. *317. Au. St. hirta Stirt. 63, p. 235; 48, p. 461. Thallus late expansus, late rotundato- lobatus, glomerulis cephalodinis densis elevatis numerosissimis fere occultus, pallide fla- vidus, subtus fusconiger, dense tomentosus. Apothecia fusco- nigra v. nigra, margine thallino isidioso, isidiis discum fere obtegentibus. Sporae ut in St. Urvillei v. Colensoi. — An Rinden, Neu- Seeland. StigmatidiUm siehe Enterographa. Stigonema. 318. As. ? St. Bornense Kremph. 27, p. 59. Fibrae tenuissimae longae simplices dense con- textae atrae, pulvinos majusculos (d. 5 cm. et ultra) rotundatos v. oblongos planiusculos molles efformantes. Sterile. — Borneo. Thelenella. * 319. Au. lh. Wellingtonii Stirt 63, p. 241; 48, p. 473. Thallus continuus crassiusculus laevis pallide cervinus. Apothecia immersa majuscula perithecio integre incol. sphae- rico, ostiolo depresso fusco-poriformi; paraph. discretae filiformes; sporae 8-nae murali- divisae late fusiformes, 70-110 m lg, 20-30 m er. — An Rinden, Neu-Seeland. Thelocarpon. 320. As. Th. byssoideum Kremph. 27, p. 47. Thallus crustaeeo-byssoideus dilaceratus albidus v. glaucescenti- albidus. Apothecia verrueulas (d. 0,3 mm.) hemisphaericas, reguläres, thallo concolores sistentia, ore punetiformi pertuso, plerumque gregatim disposita; sporae 8-nae in thecis cylindraeeis uniseriatae, simplices oblongae, 13— 15 m lg., 6— 8 m er., obscure olivaceae. — Auf Moos, Borneo. 321. As. Th. luteovirens Kremph. 27, p. 46. Thallus determinatus continuus tenuis opacus luteo-virens. Apothecia dispersa numerosa minutissima verrueulas efformantia reguläres prominulas obscure aeruginosas paullum umbilicatas; sporae 8-nae, 3-septatae, ellip- soideae v. elongato-ellipsoideae, 10— 12 m lg., 4 m er., olivaceae. — Auf Rinde, Borneo. Thelopsis. 322. e. Th. umbratula Nyl. 39. p. 106. Thallus macularis subsilaceo-cinerascens. Apothecia submastoideo-prominula fusconigra opaca, pyrenio totoobscuro; sporae numerosissimae, 3-septatae oblongae, 12— 18m lg., 6-7 m er. - Auf Moos, Finland. Thelotrema. 323. As. Th. cinereo-virens Kremph. 27, p. 18. Thallus irregulariter dilatatus, nigro-cinetus tenuis opacus cinereo-virens v. luteo-virens. Apothecia numerosissima minuta, verru- eulas exhibentia parum prominentes, thallo concolores, ore simplice rotundato minutis- simo, pallide-ocellato, intus lutescentia, excipulo interiore obsoleto, hypothecio subincol. ; paraph. capillares; sporae 6-8-nae, 6-8-loculares, ellipsoideae v. fusiformi-oblongae, 30— 34m lg., 9— 10m er., incol. — An Rinden, Neu-Seeland. 324. As. Th. conformale Kremph. 27, p. 19. Thallus continuus nigro-cinetus tenuis opacus minute gibberulosus v. sublaevis. Apothecia (Verrucae) depresso-conica v. submastoidea, thallo concoloria, ostiolo minuto, intus fundo fusco nonnihil versus ostiolum protuberans, margine proprio nullo; paraph. capillares; sporae 8-nae, 8— 12-loculares, fusiformi- cylindraceae, 42— 44 m lg., 7— 9 m er. — An Rinden. Borneo. 325. As. Th. collativum Kremph. 27, p. 20. Thallus tenuis albidus apotheeiis densis obli- teratus. Apothecia (Verrucae) parva subrotunda, epithecio punetiformi nigricante, mar- Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 141 gine interno tenuissimo albido circumscisso ; paraph. confertae; sporae 8-nae, 5-locu- lares, ellipsoideae, 15 — 17 m lg., 6— 8 m er., incol. 326. As. ? TJi. dilaceratum Kremph. 27, p. 17. Thallus rugulosus tenuis opacus fuscescens. Apothecia numerosa, passim conferta v. gregatim disposita, majuscula (d. 1.0—1,3 mm.), rotundata, conica v. difformia, ample hiantia, excipulo exteriore erecto atro dilacerato v. fisso, interioie erecto atro tenui interdum obsoleto v. non visibili, disco albo, immo niveo planiusculo. Tbecium deest. — An Rinden, Borneo. 327. As. Th. eurychades Kremph. 27, p. 17. Thallus late expansus continuus rugulosus tenuis fuscescens. Apothecia (Verrucae) dispersa majuscula (d. 1,5 mm.) conoideae, de- pressae fulvae late aperta, fundo epitheciali inaequali atro et a margine nigricante pro- prio lacero brevi erecto cineto, tegumento thalliuo intus niveo; sporae 6— 8-nae, 8-lo- culares, cylindraceo-oblongae, 30— 33m lg., 8— 9 m er., demum leviter fuscesceates. — An Rinden, Borneo. 328. As. Th. foraminulosum Kremph. 27, p. 20. Thallus indistinete determinatus continuus crassiusculus laevigatus pallido-glaucus. Apothecia numerosissima, minutissima, incol., extus ostiola modo simplicia, foraminula, rotundata minutissima praebentia, margine proprio fere nullo visibilia; paraph. capillares; sporae 8-nae, 4-loculares, late ovoideae v. oblongae, atrofuscae, 15— 22 m lg-, 12-15 m er. — An Rinden, Borneo. 829. As. Th. glaueophaenum Kremph. 27, p. 19. Thallus macularis tener continuus subinae- qualis v. rugulosus, subnitidus glauco-pallescens. Apothecia numerosissima minuta in verrucis minutis ostiolo simplici fundo albido; sporae 8-nae, 4-loculares, ellipsoideae, 15 m lg., 6 m er. — An Rinden, Borneo. 330. As. Th. granatum Kremph. 27, p. 18. Thallus verrueoso-granulosus v. granuloso-ru- gulosus irregulariter dilatatus opacus fuscescens. Apothecia numerosa, sed dispersa, medioeria (d. 1,0 mm.) depresso-globosa, ore amplo urceolato-lecanoroidea, margine thallino crassiusculo ruguloso v. sublaevi, disco (fundo) coneavo atro, margine proprio tenui ruguloso, saepe obsoleto; hypothecium lutescens; sporae 6— 8-nae, 8— 10-loculares, ellipsoideo-oblongae v. cylindraceo-oblongae, 30— 36m lg., 6— 8 m er., demum fuseidu- lae. — An Rinden, Borneo. 331. Au. 1%. hians Stirt. 48, p. 465. Thallus minute rimuloso-areo latus tenuis laevis fla- vescens v. flavescenti-fuscus. Apothecia parva leviter v. vix prominula ostiolo aperto, margine thallino laevigato, proprio albido, epithecio fusco ; sporae 8-nae, 10-loculares obovatae, 60— 80 m lg., 12 — 14 m er. incol. — An Stämmen, Neu-Seeland. * 332. Au. Th. obovatum Stirt. 63 , p. 237 ; 48, p. 465. Thallus rimulosus inaequalis leviter nodulosus pallidus v. pallide flavescens. Apothecia sparsa v. aggregata hemisphaerica, ostiolis rotundis apertis, margine thallino crasso laevigato, proprio lacerato inflexo, epi- thecio urceolato fusco ; sporae 8-nae, 15-20-loculares, obovatae, uno apice acuminatae, 90— 120m lg., 17— 20m er., incol. — An Bäumen, Neu-Seeland. 333. As. Th. parvulum Kremph. 27, p. 20. Thallus macularis nigrocinetus subverniceus tenuis subnitidus rugulosus viridi-fuscescens. Apothecia dispersa thallo concoloria mi- nutissima (d. 0,4—5 mm.) ostiolis rotundis amplis, thallo tenuiter marginatis itaque scutellato- aperta, fundo coneaviusculo fusco v. albido, excipulo interiore obsoleto; paraph. capillares; sporae 8-nae, 11-loculares, oblongae v. fusiformi-oblongae, 40— 44m lg., 9 — lim er., incol. 334. As. Th. persimile Kremph. 27, p. 19. Thallus continuus tenuiter inaequalis atro-cinc- tus subnitidus pallide olivaeeo-virescens. Apothecia numerosa mastoidea (d. 0,5—6 mm.) regularia v. uniformia, ostiolo minuto rotundo, margine proprio indistineto, fundo fusco v. nigricante; paraph. capillares; sporae 8-nae, 4-loculares, cylindraceo-oblongae, 15 — 16m lg., 4— 5m er., incol. — An Rinden, Borneo. IräChyllä siehe Acolium. Tremotylium. > 335. Au. T. occultum Stirt. 48, p. 465. Thallus rimoso-areolatus cinereo-albidus v. cine- reus. Apothecia innata v. potius depressa et urceolata oblonga v. varie elongata et radiata fusca, margine thallino crasso prominulo saepe oeculta; paraph. vix discretae 142 Kryptogamen. — Flechten. apicibus fuscis conglutinatae; hypothecium incol.; sporae singulae murali - locularea ellipsoideae, 60— 80m lg., 32 m er., fuscescentes. — An Binden, Neu-Seeland. 336. Au. T. suboccaltum Stirt. 48, p. 465. Thallus crassns albidus. Apothecia sparsa v. in seriebus tortuosis linearibus aggregata, rotundata v. oblonga, verrucis tballinis elevatis epitbecium fere oecultantibus cineta, excipulo proprio nullo; paraph. discretae tenues anastomosantes; sporae singulae murali-divisae ellipsoideae, 180— 240 m lg., 80— 100 m er. fuscae. — An Rinde, Neu-Seeland. Tricharia. 337. Aa. T. orbicularis Krempb. 27, p. 64. Tballus orbicularis v. suborbicularis determi- natus majusculus paulum prominens planus, margine subintegro, virescens v. albido- virescens leviter fusco-marginatus. Apotbecia dispersa verrueiformia minutissima pa- rum prominula nitida, demum vertice setulam gracillimam elongatam et attenuatam pro- ducentia. (Tbecium deest.) — Auf Blättern, Singapore. Trypethelium. 338. Aa. T. chrysostomum Kremph. 27, p. 57. Thallus macularis irregularis atro-limitatus continuus rugosus colliculosusque opacus pallide v. obscure-cervinus v. fulvus. Apo- thecia (Verrucae) numerosa diversiformia singula v. connata, peritheeiis 1— 4-nis nigris, ostiolis punetiformibus nigris papillulis discretis aureis cinetis; paraph. graciles capillares; sporae 8-nae, 1— 4-septatae fusiformi-oblongae, 60— 66 m lg., 15m er., incol. — An Rinden, Borneo. 339. As. T. cinererosellnm Kremph. 27, p. 56. Thallus macularis irregulariter dilatatus nigro-limitatus contiguus tenuis opacus cinereo-rosellus v. pallide cinereus. Apothecia atra plura (4— 12-na) prominentiis crebris stromaticis thallo concoloribus medioeribus (d. 1,6—2,6 mm.) convexulis rotundatis oblongis v. irregularibus , interdum confluenti- bus, immersa obteetaque, ostiolis punetiformibus nigrescentibus ; paraph. capillares; sporae 8-nae, 7-septatae (blastidiis 4— 6-angulosis) , fusiformes, 60— 68 m lg., 12— 15m er., incol. — An Binden, Borneo. 340. As. T. leueostomum Kremph. 27, p. 57. Habitu similis T. chrysostomo [338], sed Ver- rucae (stromata) ostiolis pluribus (2 — 5) minutissimis, atris albido-limbatis, interdum in massam atram deformem thallumque paene totum obtegentem efflorescentes; paraph. capillares; sporae 6— 8-blastae (blastidiis lentiformibus v. sexangulatis) , fusiformi-ob- longae, 30— 34m lg., 9m er., incol. - An Binden, Borneo. 341. As. T. megaleium Kremph. 27, p. 55. Thallus rugulosus tenuis cartilagineus durus fla- vescens. Apothecia dispersa solitaria subglobulosa vertice truncatulo, basi modo thallo immersa, majuscula (d. 1,0—1,2 mm.); perithecia atra integra globosa, non pertusa, membrana cinereo v. albido-fuscescente vestita; paraph. filares intricatae; sporae 1— 2-nae murali-divisae, medio septatae, elongato-oblongae v.- ellipsoideae, 210— 222 m lg., 32 —34m er., incol. - An Rinde, Borneo. 342. As. T. peraneeps Kremph. 27, p. 55. Thallus nigro-cinetus cartilagineus tenuis durus subopacus pallido-olivaceus. Apothecia numerosa forma duplice: altera (frequentia) pyrenuliformia prominula rotunda (d. 1,0 mm.) perithecio singulo globuloso tantum vertice pertuso denudato, altera (parca) trypetheliiformia peritheeiis 2—5 et pluribus, sed non confluentibus , minoribus in stromatibus irregularibus extusque modo vertici- bus atris minutis emintntibus ; sporae? — An Binden, Borneo. 343. As. T. stramineum Kremph. 27, p. 56. Thallus macularis majusculus irregularis atro- limitatus stramineus v. pallide testaceus tenuis. Apothecia (perithecia) in stromatibus crebris convexulis oblongis et varie formatis, saepe confluentibus (4- 12-na, raro sin- gula) immersa, ostiolis atris punetiformibus, dein denudatis ampliatis; paraph. capil- lares; sporae 8-nae, 4-blastae, oblongae, 30— 36 m lg., 9 m er., incol. — An Binden, Borneo. Tylophoron. 344. As. T. annulatum Kremph. 27, p. 11. Thallus effusus subleprosus tenuis opacus albidus. Apothecia dispersa protuberantias lecanoroideas sistentia, adnata parva (d. 0,8—1,0 mm.), atra scabriuscula, margine (annulo) fulvo v. aurantiaco crassiusculo proprio integro Arten -Verzeichnisse. - Neu aufgestellte Arten. 143 sporae numerosae, 1-septatae subconstrictae, late oblongae, 12 — lömlg.j 8m er., obscure fuscae. — An Rinden, Borneo. 345. As. T. indicum Krempb. 27, p. 11. Thallus rmulosus inaequalis crassiusculus sub- cartilagineus fulvus. Apothecia magna e verrucis tballinis subglobosis v. irregulariter oblongis prominentia, crassa cylindrica, supra tnncata v. truncato-conoidea, excipulo atro massani sporalem fusco - olivaceam includeatia, basi tballo vestita, atra plana scabriuscula , margine proprio aurantiaco integro; spoi'ae numerosissimae, 1-septatae, subconstrictae, late oblongae, 12— 15 m lg., 6— 9 m er., obscure fuscae. — An Rinden, Borneo. Urceolaria. 346. s.p. U. deuteria Nyl. 43, p. 725. Sat similis II. actinostomae (Pers.) et vix aliter differens quam C — . — Auf Dolerit, Insel Saint-Paul. Usnea. 347. e. U. scabrata Nyl. 39, p. 103. Subsimilis II. plicatae Ach., thallo autem toto papillis crebris, parum elevatis, exasperato, pendulo strictiusculo. — An Tannen, Tirol, Schweiz. Verrucaria. Sporae simplices s. monoblastae, incoloratae. 348. s.P. V. aethiobolisa Nyl. 43, p. 726. Subsimilis V. aethiobolae Ach., thallo subrimuloso tenuissimo cinereo - virescente , apotheeiis perithecio integro nigro parum prominulo, sporis oblongo-ellipsoideis, 12— 15 m lg., 4- 6 m er. — Auf Lavaschlacke, Insel St. Paul. 849. Au. V. beloniza Stirt. 48, p. 472. Thallus macularis obscurus interdum flavescens. Apothecia prominula majuscula nigra, demum rugulosa, poro irregulari, perithecio tenui; paraph. longae irreguläres, interdum ramosae; sporae 4— 8-nae, aciculares, 100— 160m lg., 5m er. — An Rinde, Neu-Seeland. 350. e. V. obnigrescens Nyl. 41, p. 362. Subsimilis V. nigrescenti, sed thallo continuo (v. passim subtiliter areolato - rimuloso) tenuissimo, sporis 22— 27 m lg., 10— 14m er. — Thallus fuliginosus opacus, passim subcaesius. — Auf Glimmerschiefer. Finland. 351. e. V. subviridula Nyl. 40, p. 302. Accedens omnino ad V. tiridxilam, sed areolis thalli subverrueoso-rugulosis (minus q. in V. virente) et sporis 21 —25m lg., 11 13 m cr. Perithecium nigrum. — Auf Kalk, Finland. 352. e. V. submuralis Nyl. 38, p. 14. Est quasi V. muralis perithecio integre nigro. Sporae 19— 23m lg., 9— lim er. — Auf Kalk, Knochen, Siebenbürgen. 353. s.p. V. tesselatula Nyl. 14, p. 335. Affinis V. virenti Nyl. et V Novae- Ängliae Tuck., sed mox differt thallo laevigato et sporis brevioribus. — Auf Felsen, Kerguelens Land. 354. E. V. trabalis Nyl. 38, p. 14. Forsan V. muralis lignicola, sed thallus castaneo- fuscescens (tenuis inaequalis rimosusj. Sporae 16— 22 m lg., 9— 10 m er. — Auf nassem Holze, Finland. 355. n.p. V. WüczeMi Körb. 26, p. 5. Thallus frustulosus dispersus, frustulis rotundatis plano-convexulis opacis glaueo-cinereis. Apothecia marginalia, rarius centralia, sessiüa hemisphaerica nitidula nigra poro pertusa; paraph. subnullae; amphithecium luteolum, perithecium viridulo - nigrum sat molle; sporae ovoideae vix parvulae (Um lg.) sub- luteolae v. incol. — Auf Bergkalk, Spitzbergen. Sporae simplices s. monoblastae, coloratae. 356. As. V. ectypa Kremph. 27, p. 47. Thallus tenuis v. obsoletus albidus v. e fuscescente sordide albidus. Apothecia dispersa majuscula (d. 1,0 mm.), depresso - mamillaria v. hemisphaerico-prominula, perithecio integre atro, ostiolo punetiformi; sporae ellipsoideo- oblongae, 48— 52 m lg., 21— 23 m er., obscure olivaceae. — An Rinden, Borneo. Sporae uniseptatae s. dyblastae, incoloratae. 357. e. V. coniodes Nyl. 42, p. 447. Ep. — Apothecio perithecio integre nigro minimo (d. 0,05 mm.); paraph. nullae; sporae 8-nae in thecis subarthoniomorphis , oviformes, 10— Um lg., S^m er. — Auf Baeomyces carneus (Thallus), Finland. 358. e. V. fluctiyena Nyl. 38, p. 14. Thallus continuus v. passim rimosus sat tenuis opacus fuscus. Apothecia parum prominula, perithecio dimidiatim nigro depressiusculo 144 Kryptogamen. — Flechten. (d. 0,2 mm.); paraph. mediocres irreguläres (non confertae); sporae 8-nae oviformes, 13— 15 m lg., 6— 7 m er. — Auf Kalk, Frankreich. 359. Au. V. leptiza Stirt. 48, p. 472. Thallus minute rimoso-areolatus tenuis niger. Apo- thecia prominula perminuta (c. 0,02 mm.) hemisphaerica nigra, perithecio dimidiato; paraph. nullae; sporae 8-nae dongato - ellipsoideae 12— 15m lg., 4 ra er. — An Rinde Neu-Seeland. 360. E. V. hieliospila Nyl. 39, p. ]05. Subsimilis V. chloroticae, sporae autem longiores et 1-septatae, 21— 27 m lg., fere 4i/ 2 m er., medio subconstrietae ; paraph. graciles, sat copiosae. Thallus fusco-maenans, sat effusus, gonidia chroolepidea continens. — Auf Eschen, Frankreich. 361. e. V. rivulicola Nyl. 38, p. 13. Thallus indeterminatus subpulverulentus albidus. Apothecia hemisphaerica (d. 0,25 mm.) fusconigra, perithecio fusco-rufescente dimidiato; paraph. nullae; sporae 8-nae otlongae, 23-28 m lg., 7- 10 m er.— Auf Kreide, Frankreich. Sporae uniseptatae s. dyblastae, coloratae. 362. Au. V. analtiza Stirt. 47, p. £5. Thallus albus vix ullus. Apothecia fere hemisphae- rica majuscula (d. 0,5—9 mm.) nigra, perithecio dimidiato, poro pertuso; paraph. gra- cillimae irreguläres, subramosae; sporae 8-nae in thecis cylindricis uniseriatae, ellipsoi- deae, 8 -Um lg., 4 5 m er., fuscae. — An Rinden. 363. As. V. melanobapha Kremph. 27, p. 51. Thallus macularis irregulariter dilatatus par- vus, tenuissimus. opacus obscurus v. virescenti-fuscescens , demum crustaceus continuus viridis. Perithecia dispersa hemisphaerica, minora (d. 0,7 mm.) opaca pertusa dimidiata, nucleo nigricante; paraph. nullae; sporae 8-nae in thecis longis anguste-cylindricis uni- seriatae, oblongo-fusiformes, 16m lg., 3— 4 m er., demum fuscescentes. — An Blättern, Borneo. Sporae triseptatae s. tetrablastae, incoloratae. 364. As. V. (Porina) albicera Kremph. 27, p. 53. Similis V. limbulatae Kremph. [369J, sed differens apotheeiis, perithecio luteolo minutissime papillulato; sporae 8-nae, fusi- formes, 22 m lg., 4 m er.; paraph. graciles numerosae. — An Blättern, Borneo. 365. As. V. badia Kremph. 27, p. 48. Thallus macularis determinatus tenuissimus castaneus. Apothecia (verrucae) minora (d. 0,8 mm.) solitaria v. passim (2— 6 -na) confluentia de- pressiuscula parum prominula non umbilicata, ostiolo punetiformi v. obsoleto; sporae 8-nae oblongae v. ellipsoideae, 19— 22 m lg., 7 — 8 m cr. (blastidiis angulosis, subcrystalli- formibus). — An Zweigchen, Borneo. 366. As. V. confraga Kremph. 27, p. 50. Thallus ruguloso-inaequalis crassiusculus sordide fuscescens opacus tenuiter atro - cinetus. Perithecia numerosa hemisphaerica minora (d. 0,3— 4 mm.) atra, subumbilicata, ostiolo minuto pertuso; paraph. capillares; sporae 8-nae, oblongae v. fusiformi-oblongae, 24— 26 m lg., 6 m er. — An Rinden, Borneo. 367. As. V. gravastella Kremph. 27, p. 48. Thallus determinatus continuus tenuissimus albo- cinerascens. Apothecia copiosissima conferta passim (2 — 3 -na) confluentia hemisphae- rica depressiuscula, non umbilicata ostiolo punetiformi, opaca, atra, intus alba; sporae 8-nae oblongae, 12 13m lg., 6— 7 m er. — An Rinde, Borneo. 368. e. Leptorrhaphis laricis Lahm, Arn. exsicc. No. 647. 369. As. V. (Porina) limbulata Kremph. 27, p. 54. Thallus macularis parvus irregulariter dilatatus tenuis cinereo-virens. Perithecia dispersa minutissima hemisphaerica opaca nuda, sordide atropurpurea (humeeta vinoso-rubentia) integra, basi limbo albido angustoj paraph. nullae; sporae 8-nae fusiibrmes, 22 m lg., 5 m er. — Auf Blättern» Borneo. 370. e. Sagedia Phyllireae Jat. 21, p. 233; 22, p. 20. Thallus indeterminatus subleprosus v. laevigatus tenuissimus cinereo-albescens. Apothecia numerosa thallo velata subglo- bosa medioeria carbonacea; paraph. graciles filiformes „guttatae"; sporae 8-nae ia thecis cylindraeeis biseriatae, demum uniseriatae, anguste ellipticae. — Italien. 371. e. V. psilotera Nyl. 38, p. 14. Subsimilis V. oxysporae, sed sporae aciculares longio- res (30- 40m lg., l 1 i ? -2m er.). — Auf Weiden, Nordland; auf Daphne, Finland. 372. As, V. speetabilis Kremph. 27, p. 50. Thallus indeterminatus rimoso-areolatus cras- siusculus cartilagineus subopacus laevis testaceus v. fuscescens. Apothecia dispersa v. Arten -Verzeichnisse. — Neu aufgestellte Arten. 145 passim aggregata, interdum (2— 3-na) confluentia, magna (d. 1.0—1,3 mm.) atra, peri- thecio subgloboso integro crasso semi-immerso, parte superiore nuda subhemisphaerico- prominulo, rarius plano-convexo, pertuso, epapillato; parapb. capillares; sporae 8-nae in tbecis cylindricis, 5-blastae [!J, 30 m lg., 7— 8 m er. — An Rinden, Borneo. Sporae pluriseptatae s. pleoblastae, incoloratae. 373. As. V. (Pyrenula) Äntoniae Kremph. 27, p. 51. Thallus macularis majusculus irregu- lariter dilatatus dilute nigro-cinetus continuus opacus laevis pulchre isabellinus. Apo- thecia numerosa solitaria v. approximata, interdum (2— 5-na) confluentia, medioeria (d. 0,5 mm.), perithecio nigro integro verrueulo thallino subhemisphaerice v. conice prominulo incluso, ostiolo punetiformi nigricante, albido-limbato v.-circumf uso ; paraph. graciles vix conspicuae; sporae 4— 8nae, 6— 8-blastae, oblongae, 38— 42 m lg., 11 — 13m er. — Au Rinden, Borneo. 374. As. V. elaeophana Kremph. 27, p. 48. Thallus determinatus tenuiter rugulosus con- tinuus sat tenuis sublaevis opacus pallide olivaceus. Apothecia dispersa medioeria (d. 0,8 mm.), mamillaria, perithecio verrueulis thallinis prominulis incluso, porinoidea ostiolo denudato fusco; sporae 8-nae, 7-septatae, fusiformes, 96 -99m lg., 8— 10m er. — An Felsen, Borneo. 375. e. V. nigratula Nyl. 39, p. 105. Thallus tenuis opacus niger (gonidiis chroolepideis). Apothecia perithecio integre nigro (d. 0,4 mm.), innata, parte supera prominula; paraph. sat graciles; sporae 8-nae, 3— 5-septatae, ellipsoideo-fusiformes, 21— 25m lg., 8m er. — Auf Moos, Finland. 376. ab. V. (Porina) ravida Kremph. 27, p. 52. Thallus continuus crassiusculus opacus cinereo-glaucescens dilute fuscescenti-limitatus. Perithecia semi-immersa, superiore modo parte colorata, fusca v. fusconigra subdepressa nitidula prominentia, parte sub- mersaalbida; paraph. graciles parcae; sporae 8-nae, 3— 5-septatae, subcylindraceo-fusi- formes, 30— 33 m lg., 8— 9m er. — An Zweigchen, Borneo. 377. As. V. (Porina) rufüla Kremph. 27, p. 53. Thallus macularis sat parvus (d. 5—8 mm.) subrotundus testaceus. Perithecia minutissima, hemisphaerico-prominentia rufa; paraph. gracillimae parcae discretae ; sporae 6— 8-nae, 4— 5-septatae, fusiformi-oblongae, 32— 34m lg., 8— 9m er. — Auf Blättern, Borneo. 378. e. V. suecina Leight. 32, p. 78. Thallus effusus tenuis fuscescens. Apothecia numerosa magna hemisphaerico - conice prominentia papillata succinea; perithecium dimidiatim succineum basi diffusum; epithecium poriforme; paraph. gracillimae; sporae 8-nae, 7-septatae, late fusiformes magnae. — Auf Felsen, Irland. 379. As. V. (Porina) virescens Kremph. 27, p. 53. Thallus macularis parvus continuus v. varie interruptus et disjeetus tenuis pallido-virescens. Perithecia dispersa hemisphaerico- promineutia minuta flavido - pallida , papillula v. ostiolo emerso obscuro v. fuscescente punetiformi; paraph. nullae; sporae 6— 8-nae, 7-septatae, elongato-fusiformes, angustae, 75— 77m lg., ö'/z— 6 m er. — Auf Blättern, Borneo. Sporae pluriseptatae s. pleoblastae, coloratae. * 380. Au. V. cyrtospora Stirt. 63, p. 240; 48, p. 472. Thallus tenuis laevis albus. Apothecia prominula minuta nigra, perithecio integro subsphaerico ; paraph. longae filiformes, interdum ramosae; sporae 8-nae, 4— 8-loculares, fusiformes atteuuatae curvatae, 30 m lg., 4^2 m er., fuscae. — An Rinde, Neu-Seeland. Sporae murali-divisae s. -polyblastae. 381. As. V. (Porina) convelata Kremph. 27, p. 52. Thallus continuus nigro - limitatus in- aequalis laxe adnatus albidus. Apothecia medioeria (d. 1,0 mm.) verrueulis mastoideis prominulis inclusa, ostiolo denudato fusco punetiformi - papillato ; paraph. capillares parcae; spor. 6-nae, fusiformi-oblong., 61— 79m lg., 19— 24m er. incol. — Felsen, Borneo. 382. e. V. inconversa Nyl. 41, p. 362. Thallus ruguloso-iuaequalis, passim areolato-rimulosus, sat tenuis, opacus fuliginosus. Perithecia nigricantia. Sporae 2-nae oblongae, 30- 40 m lg., 11— 16m er., incol. Differt a V. umbrina subsimili sporis incol. — Auf Gneiss, Finland. Botanischer Jahresbericht III. \Q 146 Kryptogamen. — Flechten. 883. E. V. mediana Nyl. 38, p. 14. Quasi intermedia inter V. clopimam et V. umbrinam, thallo umbrino-fusco tenui, rimoso v. areolato-rimoso, laevi, perithecio dimidiatim magis nigricante quam in V. clopima. — Auf Glimmerschiefer, Siebenbürgen. Incertae sedis. 384. As. V. (Porina) futurae Kremph. 27, p. 54. Thallus continuus tenuis coeruleo-cinereus, bypothallo atro dilatatus. Perithecia dispersa hemisphaerice prominentia minuta (d. 0,8—1,0 mm.) thallo concoloria v. dilute fuscescentia, papillula punctiformi nigricante, integra, intus pallide testacea; sporae? — An Rinde, Borneo. 385. Aa. V. monocarpa Kremph. 27 , p. 63. Thallus macularis minutus rotundatus tenuis olivaceus v. pallide olivaceus, in quo medio Verruca solitaria, minima hemisphaerico- prominula subnitida, interdum leviter papillulata v. pertusa atro-purpurea ; sporae? — Auf Blättern, Singapore. Xylographa. 386. e. X. laricicola Nyl. 38, p. 13. Thallus vix ullus. Apothecia sparsa superficialia oblonga (0,4—8 mm. lg.), demum explanatula (margine evanescente), opaca, nigra, intus albida; epithecium fuscum; sporae 8-nae simplices ellipsoideae, 12— 15m lg., 7- 8m er. — Auf Lärchenrinde, Schottland. 387. Au. Arthonia perangusta Stirt. 48, p. 470. Thallus rimuloso-areolatus tenuis laevis cinereus. Apothecia innata, parva rotundata v. oblonga nonnihil irregularia fuscescenti- nigra, intus fuscescentia; paraph. nullae; sporae 8-nae et plures, uniseriatae, simplices, sphaericae, d. 2m, incol. — An Rinde, Neu -Seeland. 2. Aufgehobene Arten. 1 ) A. Durch Widerruf der Autoren. *1. Alectoria Thulensis Th. Fr., Lieh. Suec. exs. n. 28, Lieh. aret. p. 28 = A. nigricans (Ach.) Nyl. — Lieh. Scand. I, p. 22. *2. Bacidia rhoäopis Th. Fr. et Almqv., Bot. Notis. 1867, p. 106 = B. vermifera (Nyl.) Th. Fr. f. — Lieh. Scand. I, p. 364. 3. Lecanora anopta Nyl., Flora 1873, p. 292 — L. paroptoides Nyl. — 38. p. 15. *4. Lecidea albosuffusa Th. Fr., Bot. Notis. 1865, p. 110 — L. petrosa Arn. var. — Lieh. Scand. I, p. 512. 5. L. botryiza Nyl., Flora 1874, p. 10 = L. botryoides Nyl. var. — 39, p. 106. *6. L. sulphurella Th. Fr., Arct. p. 220 = Lecanora atrosulphurea (Wahlb.) Ach. — Lieh. Scand. I, p. 257. 7. Lecidella opponenda Arn., Lieh. Ausfl. X, p. 96 = L. athrooearpa Ach. var. — 5, p. 487 [55]. 8. Parmelia hypotnjpodes Nyl., Flora 1874, p. 16 = P. vittata (Ach.) Nyl. f. - 39, p. 106. 9. Stereocaulon denudatulum Nyl., Flora 1874, p. 6 = St. condensatum Hoff. — 41, p. 359. B. Nach vergleichendem Studium der Originalia. *1. Aspicilia ochracea Mudd., Brit. Lieh., p. 163 «= Lecanora (Aspicilia) flavida Ilepp. — Th. Fr. Lieh. Scand. I, p. 286. *2. Bacidia fraxinea Lönnr., Flora 1858, p. 612 = B. rubella (Pers.) Mass. var. por- riginosa (Turn.) — ibidem, p. 345. *3. Biatora cartilaginea Lönnr., Flora 1858, p. 615 = Lecidea (Biatora) fusca (Schär.) Th. Fr. — ibidem, p. 436. ') In Folge einer wiederholten Durchsicht Ton Th. Fries, Lieh. Scand. vol. I sind Nachträge zu der in Jahrg. II gegebenen Liste erforderlich gowordon. In dieser Listo werden von jetzt ab die den vorhergegangenen Jahrgängen angehörigen Aufhebungen durch ein Sternchen vor der Nummer gekennzeichnet. — In Folge dessen stellt sich die Zahl der von jenem Autor widerrufenen Arten auf 21 (s. Jahresb. II, S. 93). Arten -Verzeichnisse. — Aufgehobene Arten. 147 *4. Bilimbia fusca Lönnr., Vet. Akad. Förh. 1858, p. 274 --= B. obscurata (Sommf.) Th. Fr. - ibidem, p. 272. *5. Lecania fuscella Mass. Körb., Syst. p. 122 = L. syringea (Ach.) Th. Fr. — ibidem, p. 290. *6. Lecanora admissa Nyl., Flora 18G7, p. 370 = *Acarospora (fuscata) discreta (Ach.) Th. Fr. — ibidem, p. 217. *7. L. contractula Nyl., Läpp. or. p. 126 = L. (Placodium) Thulensis Th. Fr. var. — ibidem, p. 227. *8. L. fulvolutea Nyl., Flora 1862, p. 82 = Caloplaca Jungermanniae (Vahl.) Th. Fr. — ibidem, p. 180. *9. L. xylitella Nyl., Flora 1867, p. 326 = Caloplaca obscurella (Lahm) Th. Fr. — ibidem, p. 182. 10. Lecidea atomarioides Müll. Arg., Flora 1874, p. 187 = Catilaria lenticularis (Ach.) Th. Fr. — 5, p. 494 [62]. *11. L. atrofuscescem Nyl., Flora 1866, p. 371 — L. athroocarpa Ach. — Th. Fr. Lieh. Scand. I, p. 483. *12. L. cuprina Nyl., Flora 1865, p. 4 = L. (Biatora) Berengeriana (Mass.) Th. Fr. — ibidem, p. 434. *13. L. eupetraea Nyl., Flora 1870, p. 36 -- Bhizocarpon grande (Flor.) Arn. f. —ibidem, p. 624. *14. L. expansa Nyl. in Leight. exs. n. 186 = L. erratica Körb. — ibidem, p. 557. *15. * L. (resinae) globularis Nyl., Scand. p. 213 == L. asserculorum Ach. — ibidem, p. 474. *1G. * L. (sphaeroides) leueorrhypara Nyl., Läpp, or., p. 183 = Bilimbia obscurata (Sommf.) Th. Fr. - ibidem, p. 373. * 17. L. melanospora Nyl., Bot. Not. 1852, p. 176 = Buellia badia (Fr.) Körb. — ibidem, p. 589. 18. L. obscurrissima Nyl. Delph., p. 399 — L. Mosigii (Hepp) Körb. — 5, p. 443 [11]. *19. * L. (epelidna) pelidniza Nyl., Flora 1874, p. 318 = Bacidia umbrina (Ach.) Br. et Rostr. — Th. Fr. Lieh. Scand. L, p. 365. 20. L. squalens Nyl., Flora 1874, p. 313 — L. conglomerata Ach. var. — 5, p. 441 [9]. *21. Pannaria curvescens Mudd, Brit. Lieh. p. 125 — Lecanora castanea (Hepp) Th. Fr. f. — Th. Fr. Lieh. Scand. I, p. 273. 22. Barmelia Millaniana Stirt., Grev. III, p. 79 = P endochlora Tayl. — 29, p. 117. *23. Pertusaria alpina Hepp, Körb. Par., p. 318 = P. leioplaca (Ach.) Schaer. var. laevigata Th. Fr. — Th. Fr. Lieh. Scand. I, p. 316. *24. P. carneopallida Nyl. Flora 1868, p. 478 — P. protuberans (Sommf.) Th. Fr. — ibidem, p. 305. *25. P. obducens Nyl., Flora 1868, p. 162 = P. coriacea Th. Fr. — ibidem, p. 318. *26. Binodina sulphurea Lönnr., Flora 1858, p. 611 ■=. Buellia verrueulosa (Borr.) Th. Fr. — ibidem, p. 601. 27. Sagedia atrata Müll., Arg. Flora 1867, p. 437. \ 28. S. byssophila Körb., Par., p. 355. ( = S> Körberi ( Flot ) ~ 5, p. 446 29. S. persicina Körb., Syst., p. 364. \ ~ 447 t 14— " 15 J- 30. Sareosagium biatorellum Körb., Par. p. 438 = Biatorella campestris (Fr.) Th. Fr. — Th. Fr. Lieh. Scand. I, p. 398. *31. Stereocaulon fastigiatum Anzi Cat, p. 11 = St. evolutum Graewe var. — ibidem, p. 45. 32. Thalloedema lecanorinum Anzi, Cat., p. 67 == Lecanora rhypariza Nyl. — 5, p. 456 [24J. *33. * Umbilicaria (vellea) tylorrhiza Nyl., Läpp, or., p. 122 = ej. f. aeeid. — Th. Fr. Lieh. Scand. I, p. 153. 10* 248 Kryptogamen. — Pilze. C. Pilze. Referent: J. Schröter. Inhalt. A. Vorbemerkungen. (S. 154—159.) B. Referate, (s. 16O— 229.) I. Geographische Verbreitung. (S. 160— 1G7.) 1. Nordpolarländer, (S. 160.) 1. Karsten, P. A. Fungi in insulis Spetsbergen et Baeren-Eiland collecti. (Ref. S. 160.) 2. Schweden und Norwegen. (S. 160.) 2. Seh übel er, F. C. Die Pflanzenwelt Norwegens. (Ref. S. 160.) 3. Finnland and Russland. (S. 161.) 3. Karsten, P. A. Discomycetes novi. (Ref. S. 161.) 4. — Quaedam ad Ascomycetes fennicos addeuda. (Ref. S. 161.) 4. Dänemark. (S. 161.) 5. Rostrup. Puccinia Malvacearum. (Ref. S. 161.) 5. England. (S. 161-162.) 6. Berkeley, M. J., et Broome, C. E. Notices of British Fungi. (Ref. S. 161.) 7. Cooke, M. C. British fungi. (Ref. S. 161.) 8. Phillips, W., and Plowright, Ch. New and rare British Fungi. (Ref. S. 161.) 9. Green wo od, P. The Hollyhock fungus. (Ref. S. 162.) 10. Dickson, A., and Sadler, J. Localities for some of British fungi. (Ref. S. 162.) 6. Frankreich. (S. 162.) 11. Cornu, M. Pilze aus der Umgegend von Montpellier. (Ref. S. 162.) 7. Belgien. (S. 162.) 12. ... Graphiola phoenicis. (Ref. S. 162.) 8. Niederlande. (S. 162.) 13. Oudemans, C. A. J. A. Aanwinsten voor de flora mycologica van Nederland. (Ref. S. 162.) 9. Deutschland. (S. 162—164.) 14. Fuckel, L. Syrabolae mycologicae. 3. Nachtrag. (Ref. S. 162.) 15. Hess. Mykologische Notizen. (Ref. S. 163.) 16. Irmisch, Th. Trüffeln der schwarzburgischen Unterherrschaft. (Ref. S. 163.) 17. Treichel, A. Vorkommen von Agaricus melleus auf Thuja. (Ref. S. 163.) 18. Braun, A. Polyporus Schweinitzii. (Ref. S. 163.) 19. Weberbauer, 0. Die Pilze Norddeutschlands. IL (Ref. S. 163.) 20. Roth, W. Die im Eulengebirge vorkommenden Pilze. (Ref. S. 163.) 21. Gerhardt. Die Grundseen bei Arnsdorf. (Ref. S. 164.) 22. Schneider, W. G. Neue Beiträge zur schlesischen Pilzflora. (Ref. S. 164.) 10. Oesterreich-üngarn. (S. 164-165.) 23. Thümen, F. v. Beiträge zur Pilzflora Böhmens. (Ref. S. 164.) 24. Mahner, A. Ein neuer Trüffelfundort in Böhmen. (Ref. S. 164.) 25. Ilazslinsky, Fr. A. Beiträge zur Kenutuiss der ungarischen Pilzflora. III. (Ref. S. 165.) 26. — Hungarian Geasters. (Ref. S. 165.) 27. Bolla, J. v. Einige neue Pilzarten aus der Umgebung von Pressburg. (Ref. S. 165.) 28. Schulzer v. Müggenburg, St. Mykologische Beiträge. (Ref. S. 165.) 11. Schweiz. (S. 165.) 12. Italien. (S. 165—166.) 29. Passerini, G. Diagnosi di Funghi nuovi. (Ref. S. 165.) 30—32. Saccardo, P. A. Fungi Veneti novi vel critici. Ser. IT— IV. (Ref. S. 165.) 33. Cesati, V. Battarraeae sp. an nova — Puccinia Malvacearum. (Ref. S. 166.) Verzeichniss der besprochenen Arbeiten. [49 13. Asien. (S. 166.) 14. Afrika. (S. 166.) 34. Passer ini, G. Fungi raccolti in Abissinia. (Ref. S. 166.) 35. Th ümen, F. de. Fungi Austro-Africani. (Ref. S. 166.) 15. Amerika. (S. 166-167.) 36. Berkeley, M. J. Notices of North- American fungi. (Ref. S. 166.) 37. Howe, E. C. New Fungi. (Ref. S. 166.) 38. Gerard, W. R. New Fungi. (Ref. S. 166.) 39. Forst, C. C. Catalogue of Boleti of New England. (Ref. S. 166.) 39a.Cooke, M. C. Synopsis of the Discomycetous fungi of the United States. (Ref. S. 167.) 16. Australien. (S. 167.) 40. T hürnen, F. de. Symbolae ad floram mycologicam Australiae. (Ref. S. 167.) 41. Berggren, M. v. On Ergot in Rye-Grass. (Ref. S. 167.) 17. Südpolarländer. (S. 167.) 42. Eaten, A. E. First report of the naturalist attached to the expedition to Kerguelen's- Island. (Ref. S. 167.) II. Sammlungen. (S. 167—169.) 43. Rabenhorst, L. Fungi Europaei exsiccati. Centur. XX. (Ref. S. 167.) 44. Fuckel, L. Fungi rhenani. Fase. XXVII. (Ref. S. 168.) 45. Thümen, F. de. Fungi austriaci exsiccati. Centur. XIII. (Ref. S. 168.) 46. — Herbarium mycologicum oeconomicum. Fase. V— VII. (Ref. S. 168.) 47. — Mycotheca universalis. Cent. I— in. (Ref. S. 168.) 48. Phillips, W. Elvellacei Britannici. Fase. I, II. (Ref. S. 169.) 49. Plowright, C. B. Sphaeriacei Britannici. Cent. IL (Ref. S. 169.) 50. Vice, J. E. Fungi Britannici. Fase. II. (Ref. S. 169.) 51. Cooke, M. C. Fungi Britannici Second Ser. Cent. I, II. (Ref. S. 169.) 52. Saccardo, P. A. Mycotheca Veneta. Cent. II und III. (Ref. S. 169.) 53. Rehm. Ascomyceten. Fase. VI. (Ref. S. 169.) III. Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts. (S. 169—179.) 1. Allgemeines. (S. 169—171.) 54. Cooke and Berkeley. Fungi their nature, influences, uses e. c. (Ref. S. 169.) 55. Brefeld, 0. Methoden zur Untersuchung der Pilze. (Ref. S. 170.) 56. — Neue Culturmethoden für die Untersuchung der Pilze. (Ref. S. 170.) 57. Hallier, E. Reform der Pilzforschung. (Ref. S. 170.) 58. Cooke, M. C. The Tendencies of systematic Botany. (Ref. S. 171.) 59. Gilkinet, A. Memoire sur le polymorphisme des Champignons. (Ref. S. 171.) 2. Physiologie und Chemie. (S. 171—173.) 60. Münt-z, A. Recherches sur les fonetions des Champignons. (Ref. S. 171.) 61. Sestini, F., et del Torre, J. Les moisissures assimilent elles l'azote? (Ref. S. 172.) 62. Schnetzler, J. B. Champignon sur du plätre. (Ref. S. 172.) 63. Thiselton Dyer. Sexual feproduetion of Thallophytes. (Ref. S. 172.) 64. Church, A. H. Some contributions to plant chemistry. (Ref. S. 173.) 3. Fermentwirkung. Desinfection. (S. 173—175.) 65. Duval, J. Ueber die Natur der Fermente. (Ref. S. 173.) 66. Müntz, A. Sur les ferments chimieques et physiologiques. (Ref. S. 173.) 67—69. Gayon, Ul. Putrefaction spontanee des oeufs. (Ref. S. 173—174.) 70. Kolbe, H. Weitere Mittheilungen über Wirkung der Salicylsäure. (Ref. S. 174.) 71. Wagner, W. Praktische Beobachtungen über die Wirkung der Salicylsäure. (Ref. S. 174.) 72. Font heim, K. Wirkung der Salicylsäure als Heilmittel. (Ref. S. 174.) 73. Zürn. Die Salicylsäure in der Veterinärpraxis. (Ref. S. 174.) 74. Neubauer, C. Ueber die gährungshemmende Wirkung der Salicylsäure. (Ref. S. 174.) 75. Letzerich, L. Wirkung der Salicylsäure auf die Diphterieorganismen. (Ref. S. 175.) 76. Schär, E. Veränderung der Eigenschaft der Fermente durch Salicylsäure e.c. (Ref. S. 175.) 15Q Kryptogamen. — Pilze. 77. Meyer, E. v., und Kolbe, H. Versuche über die gähruugshemmende Wirkung der Salicylsäure e. c. (Kef. S. 175.) 78. Ende mann, H. Paracressylsäure e. c. als Desinfectionsmittel. (Ref. S. 175.) 79. Sehne tz ler, J. B. De l'actiou du Borax dans la fermentation e. c. (Ref. S. 175.) 80. Lewin, L. Das Thymol ein antiseptisches Mittel. (Ref. S. 175.) 4. Pilze als Ursache von Krankheiten bei Menschen und Thieren. (S. 175—176.) 81. Richter, H. E. Neueres über die krankmachenden Schmarotzer - Pilze. 5. (Ref. S. 175.) 82. Bastian, Ch. The microscopic germ-theory of disease. (Ref. S. 176.) 83. Haberlandt. Mais und Pellagra. (Ref. S. 176.) 84. Kühn, J. Ueber die Ursache des Verkalbens der Kühe. (Ref. S. 176.) 5. Pilze als Ursache von Pflanzenkrankheiten. (S. 176—177.) 85. ... Onion blight in the United States. (Ref. S. 176.) 86. Hartig, R. Ueber die Fäulnisserscheinung im Holze der Waldbäume. (Ref. S. 176.) 87. Göppert und Cohn. Zerstörung von Bäumen durch Hymenomyceten. (Ref. S. 177.) 88. Brefeld. Untersuchungen, die Fäulniss der Früchte betr. (Ref. S. 177.) 6. Essbare und giftige Pilze. (S. 177—178.) 89. ... Culture du Champignon. (Ref. S. 177.) 90. Antoine, F. Das Pflanzenreich auf der Wiener Weltausstellung. (Ref. S. 177.) 91. ... Woolhope Club Foray. (Ref. S. 177.) 92. ... Cryptogamic society of Scotland. (Ref. S. 177.) 93. Davis. Vergiftung durch Pilze. (Ref. S. 178.) 7. Systematische Schriften vermischten Inhalts. (S. 178—179.) 94. Pabst, G. Die Pilze. (Ref. S. 178.) 95. Reinsch, P. F. Contributiones ad Algologiam et Fungologiam. (Ref. S. 178.) 96. Sorokin, N. Mykologische Untersuchungen. (Ref. S. 178.) 97. Hegelmaier. Fruchtträger von Pilzen. (Ref. S. 178.) 98. Magnusi, P. Mykologische Mittheilungen. (Ref. S. 178.) 99. Thümen, F. v. Pilze auf Borkenkäferholz. (Ref. S. 178.) 100. Schulzer v. Müggenburg, St. Mykologisches. (Ref. S. 179.) 101. Schröter. Neue Pilzarten. (Ref. S. 179.) IV. Schizomycetes. (S. 179—187.) 102. Cohn, F. Untersuchungen über Bacterien. II. (Ref. S. 179.) 103. Eidam, E. Untersuchungen über Bacterien. (Ref. S. 182.) 104. Helm, 0. Ueber Monas prodigiosa. (Ref. S. 182.) 105. Wiesner. Ueber die dunklen Punkte im Papiere. (Ref. S. 183.) 106. Sadebeck, R. Durch mikroskopische Organismen roth gefärbtes Wasser. (Ref. S. 183.) 107. Archer. Bacterium rubescens. (Ref. S. 183.) 108. Klein, E. Note on a pink-coloured Spirillum. (Ref. S. 183.) 109. Dallinger, W. H, and Drysdale, J. On the e^istence of flagella in Bacterium termo. (Ref. S. 183.) 110. Meusel, E. De la putrefaction produite par les bacteries e. c. (Ref. S. 184.) 111. — Nitritbildung durch Bacterien. (Ref. S. 184.) 112. Burdon-Sanderson, J. Organic formes in connection with contagious and infective disease. (Ref. S. 184.) 113. Dcmarquay. Memoire sur la resistance des protozoaires. (Ref. S. 184.) 114. Bergeron, A. Sur la presence et la formation des vibrions dans le pus des absces. (Ref. S. 184.) 115. Bouloumie, P. Resultats des recherches sur les micro-organismes dans les suppu- rations e. c. (Ref. S. 185.) 116. Gosßelin. Rapport sur un travail de M. Guerin. (Ref. S. 185.) Verzeichniss der besprochenen Arbeiten. 151 117. Pasteur. Observations verb. ä l'occasion du Rap. de M. Gosselin. (Ref. S. 185.) 118. Trecul, A. Observ. conc. la production des bacteries e. c. (Ref. S. 185.) 119. Bechamp, A. Sur les microcymas et les bacteries. (Ref. S. 185.) 120. — Des microcymas et de leurs fonctions e. c. (Ref. S. 186.) 121. — Du röle des microcymas dans la fermentation des oeufs. (Ref. S. 186.) 122. — Remarques conc. une note de M. Gayon. (Ref. S. 186.) 123. Nu seh, M. J. Die Nekrobiose in morphologischer Beziehung. (Ref. S. 186.) 12 4. Zürn. Die pflanzlichen Parasiten, welche bei Haussäugethieren Krankheiten zu er- zeugen vermögen. (Ref. S. 186.) 125. Cattaneo, A. Versuche betreffs der Erzeugung der Cornaliaschen Körperchen. (Ref.S.186.) 126. Forel, F. A. Enquete sur l'epizootie de typhus qui a sevi sur les perches du lac Leman. (Ref. S. 187.) 127. Klein. On the pathology of sheeps-pox. (Ref. S. 187.) 128. Veiten. Ursachen der verschiedenen Weinkrankheiten. (Ref. S. 187.) V. Myxomycetes. (S. 187-188.) 129. Sorokin, N. Ueber einen neuen Schleimpilz. (Ref. S. 187.) 130. Schumann, C. Ein Gährungsversuch. (Ref. S. 188.) 131. Wo ronin, M. Die Wurzelgeschwulst der Kohlpflanze. (Ref. S. 188.) VI. Phycomycetes. (S. 188—200.) 1. Chytridiaceae. (S. 188-190.) 132. Sorokin, N. Uebersicht der Gruppe Syphomycetes. (Ref. S. 188.) 2. Saprolegnieae. (S. 190-191.) 133. Sadebeck, R. Untersuchungen über Pythium Equiseti. (Ref. S. 190.) 134. — Neuere Untersuchungen über Pythium Equiseti. (Ref. S. 190.) 3. Peronosporeae. (S. 191—192.) 135—136. Smith, W. G. The sexual reproduetion of Peronospora infestans. (Ref. 191.) 137. — The resting spores of Peronospora infestans Mont. (Ref. S. 191.) 138. Hallier, E. Die Ursache der gewöhnlichen Kartoffelkrankheit. (Ref. S. 191.) 139. Kühn, J. Ueber Peronospora Dipsaci forma Fulloni. (Ref. S. 191.) 140. Cunningham. The Poppy fungus. (Ref. S. 192.) 141. Schenk. Eine neue Peronospora. (Ref. S. 192.) 4. Mucorineae. (S. 192-197.) 142. Tieghem, Ph. v. Nouvelles recherches sur les Mucorinees. (Ref. S. 192.) (100.) Schulzer v. Müggenburg. Thamnidium e. c. (Ref. S. 179, 196.) 143. Brefeld. Ueber copulirende Pilze. (Ref. S. 196.) 144. Fitz, A. Ueber alkoholische Gährung durch Mucor racemosus. (Ref. S. 197.) Anhang. Hefe. (S. 197-200.) 145. Brefeld, 0. Ueber einige Reagentien auf freien Sauerstoff e. c. (Ref. S. 197.) 145a. Traube, M. Das Verhalten der Alkoholhefe in sauerstoffgasfreien Medien. (Ref.S.198.) 145b. Donath, E. Ueber den invertirenden Bestandtheil der Hefe. (Ref. S. 198.) 146. Brefeld, 0. Ueber Gährung. IL (Ref. S. 198.) 147. — Beobachtungen, die Biologie der Hefe betr. (Ref. S. 198.) 148. Mayer, A. Beiträge zur Lehre über den Sauerstoffbedarf und die gährungs erregende Fähigkeit der Hefepilze. (Ref. S. 199.) 149. Bennett, A. W. Some aecount of modern researches into the nature of yeast. (Ref. S. 199.) 150. Pasteur, L. Nouvelles observations sur la nature de la fermentation alcoolique. (Ref. S. 199.) VII. Ustilagineae. (S. 200—201.) 151. Kühn, J. Der Weizensteinbrand, seine Formen und seine speeifische Verschiedenheit von den Steinbrandarten wildwachsender Gräser. (Ref. S. 200.) 152. — Mykologische Notiz. (Ustilago Reessiana.) (Ref. S. 200.) 153. Reess, M. Ueber Ustilago? capensis. (Ref. S. 201.) 152 Kryptogamen. — Pike. (98.) Magnus, P. üstilago Succisae e. c. (Ref. S. 201.) (46.) Körnicke, Fr. Üstilago longissima. (Ref. S. 201.) VIII. Uredinei. (S. 201—209.) 154. Thümen, F. v. Aphorismen über den sogen. Generationswechsel der Pilze. (Ref. S. 201.) 155. Schröter, J. Ueber einige amerikanische Uredineen. (Ref. S. 202.) 156. — Beobachtungen über die Zusammengehörigkeit von Aecidium Euphorbiae und Uromyces Pisi. (Ref. S. 203.) 157. Magnus, P. Ueber Aecidium auf Rheum. (Ref. S. 208.) 158. Meehan, Th. Change of habit through fungoid agency. (Ref. S. 203.) 159. Thümen, F. v. Puccinia De Baryana. (Ref. S. 203.) 160. Kellermann, Ch. Ueber Puccinia Malvacearum. (Ref. S. 204.) 161. . . . Guerison de la maladie des Malvacees. (Ref. S. 204.) 162. Thümen, F. v. Zur Verbreitung von Puccinia Malvacearum. (Ref. S. 204.) 163. Winter, G. Ueber das Aecidium der Puccinia arundinacea. (Ref. S. 204.) 164. Kühn, J. Ueber die Notwendigkeit eines Verbotes der Pflanzung des Berberitzen- strauches. (Ref. S. 204.) 165. . . . Berberitzensträucber betr. (Ref. S. 205.) 166. Braun, A., Bolle, C, Magnus, P. Aecidium Berberidis und Aec. Magelhaenicum (Ref. S. 205.) 167. Magnus, P. Epidemisches Auftreten einer Puccinia auf Centaurea Cyanus. (Ref. S.205.) 168. Woronin, M. Ueber Puccinia Helianthi. (Ref. S. 206.) 169. Rostrup. Ein eigenthümlicher Generationswechsel bei Puccinia suaveolens. (Ref. S. 206.) 170. Bagnis, C. Osservazione sulla vita e morfologia di alcuni funghi. (Ref. S. 206.) 171. Mussat, M. Dispersion des spores du Podisoma Juniperi. (Ref. S. 207.) 172. Michelsen. Birnbaum- Gitterrost. (Ref. S. 207.) 173. Cooke, C. Podisomo on Juniperus phoenicea. (Ref. S. 207.) 174. - Phragmidium. (Ref. S. 207.) (100.) Schulzer v. Müggenburg. Phragmidium e. c. (Ref. S. 207.) 175. Ou dem ans, C. A. J. A. Drei unrichtig bestimmte Pilze. (Ref. S. 208.) 176. Magnus, P. Kurze Notiz zu Ascospora pulverulenta. (Ref. S. 208.) 177. Kör nicke. Flachs mit Melampsora Lini. (Ref. S. 208.) (98.) Magnus, P. Caeoma Chelidonii. — Puccinia nidificans. (Ref. S. 208.) 178. Magnus, P. Ueber die Familie der Melampsoreen. (Ref. S. 208.) IX. Basidiomycetes. (S. 209—215.) 1. Hymenomycetes. (Ref. S. 209-214.) 179. Reess, M. Ueber den Befruchtungsvorgang bei den Basidiomyceten. (Ref. S. 209.) 180. Kirchner, 0. Beobachtungen der Geschlechtsorgane bei der Gattung Coprinus. (Ref. S. 210.) 181. Tieghem, Ph. v. Sur la fecondation des Basidiomycetes. (Ref. S. 210.) 182. Eidam, E. Zur Kenntniss der Befruchtung bei den Agaricus-Arten. (Ref. S. 210.) 182b. — Keimung der Sporen von Agaricus copropbilus Bull. etc. (Ref. S. 210.) 183. Seynes, J. de. Note sur l'organe femelle du Lepiota cepaestipes. (Ref. S. 211.) 184. Tieghem, Ph. v. Sur le developpement du fruit des Coprinus et la pretendue sexualite des Basidiomycetes. (Ref. S. 211.) 185. Smith, Worth. G. Reproduction in Coprinus radiatus. (Ref. S. 211.) 186. Seynes, J. de. On Agaricus ascophorus. (Ref. S. 212.) 187. Berkeley, J. On Agaricus ascophorus. (Ref. S. 212.) 188. Cooke, M. C. On Corticium amorphum Fr. (Ref. S. 212.) 189. — On Corticium Oakesii. (Ref. S. 212.) 190. Smith, W. G. New and rare Hymenomycetous fungi. (Ref. S. 213.) 191. Christison, R. Notice of a remarkable Polyporus from Canada. (Ref. S. 213.) 192. Gibbon, W. F., und Cunningham, D. Fungi from interior of a white-ant-hill. (Ref. S. 213.) Verzeichniss der besprochenen Arbeiten. 153 193. Kalchbrenner, C. Icones selectae Hymenomycetum Hungariae. III. (Ref. S. 213.) (100.) Schulzer v. Müggenburg, St. Agaricus superbiens e. c. (Ref. S. 213.) 194. Seynes, J. de. Note sur l'Agaricus craterellus. (Ref. S. 214.) 195. Wittmack. Rhizomorpha. (Ref. S. 214.) 2. Gasteromycetes. (S. 214-215.) 196. Eidam. Ueber Keimung und Fortpflanzung der Gasteromyceten (Ref. S. 214.) 197. Cesati, V. Battarraea Guicciardiana. (Ref. S. 214.) 198. Hazslinsky, F. Ein oberirdischer Hypogaeus. (Ref. S. 215.) X. Ascoraycetes. (S. 216-229.) 1. Allgemeines. (S. 216.) 199. Tieghem, Ph. v. Sur le developpement du fruit des Chaetomium et la pretendue sexualite des Ascomycetes. (Ref. S. 216.) 2. Discomycetes. (S. 216-218.) 200. Magnus, P. Eine Bemerkung zu Exoascus Populi. (Ref. S. 216.) 201. — Zur Naturgeschichte der Taphrina aurea. (Ref. S. 216.) 202. Cooke, M. C. Synopsis Helvellaceorum pileatorum. (Ref. S. 217.) 203. — Pezizae americanae. (Ref. S. 217.) 204. — Carpology of Peziza. (Ref. S. 217.) 205. — Revision of Geoglossum. (Ref. S. 217.) 206. — Mycographia seu Icones fungorum. (Ref. S. 217.) 207. — New Scotish Peziza. (Ref. S. 217.) 208. Phillips, W. Note ou Peziza fuscescens. (Ref. S. 217.) 209. Plowright, Ch. B. On the fructification of Rhytisma maximum. (Ref. S. 217.) 3. Pyrenomycetes. (S. 218-226.) 210. Peyritsch, J. Beiträge zur Kenntniss der Laboulbenien. (Ref. S. 218.) 211. — Ueber Vorkommen und Biologie der Laboulbeniaceen. (Ref. S. 218.) 212. Wolff, R. Beitrag zur Kenntniss der Schmarotzerpilze. (Ref. S. 219.) 213. Voss, W. Beiträge zur Kenntniss des Kupferbrandes und des Schimmels beim Hopfen. (Ref. S. 220.) 214. Saccardo, P. A. Conspectus Generum Pyrenomycetum Italicorum. (Ref. S. 221.) 215. — Nova Ascomycetum genera. (Ref. S. 222.) 216. . . . Classification of Pyrenomycetes. (Ref. S. 222.) 217. Niessl, G. v. Ueber Sphaeria caulium. (Ref. S. 222.) 218. — Ueber Sphaeria revelata. (Ref. S. 223.) 219. - Notiz zur 20 Cent, der Fungi europ. e. c. (Ref. S. 223.) 220. — Neue Kernpilze. (Ref. S. 223.) 221. Cesati, V. de. Ueber einige Arten der Gattimg Rosellinia. (Ref. S. 223.) (100.) Schulzer v. Müggenburg. Ueber Rosellinia Aquila. (Ref. S. 224.) 222. Haberlandt. Reiskrankheit. (Ref. S. 224.) 223. Zopf. Ueber Sordaria und Melanospora. (Ref. S. 224.) 224. Winter, G. Hypocreopsis, ein neues Pyrenomyceten-Genus. (Ref. S. 224.) 225. Carruthers, W. On Ergot. (Ref. S. 224.) 226. Couvee, J. Bydrage tot de kennis van het Sclerotium Clavus. (Ref. S. 225.) 227. Taylor, Th. Certain fungi parasitic on Plants. (Ref. S. 225.) 228. Meehan, Th. Contiuuous growth in fungoidal excrescences. (Ref. S. 225.) 229. Plowright, Ch. B. Some remarks upou Sphaeria morbosa. (Ref. S. 225.) (100.) Schulzer v. Müggenburg. Cicinnobolus. (Ref. S. 225.) 230. Petrowsky, A. Die Chlamydosporen bei Penicillium glaucum. (Ref. S. 226.) Anhang. Hyphomyceten e. c. (S. 226—229.) 231. Sorauer, P. Die Entstehung der Rostflecken auf Aepfeln und Birnen. (Ref. S. 226.) 232. T hürnen, F. v. Napicladium, eine neue Hyphomyceten-Gattung. (Ref. S. 226.) 233. Winter, G. Napicladium Soraueri Thfimen. (Ref. S. 226.) 154 Kryptogamen. — Pilze. 234. Phillips, W. Parasitism or polymorphism-which ? (Ref. S. 226.) (100.) Schulzer v. Müggenburg. Umwandl. der Hymenomyc. in Hyphomyceten. (Ref. S. 227.) 235. Schenk, L. Ueber die Kräuselkrankheit der Kartoffel. (Ref. S. 227.) 236. Leidy. A fungus in a Flamingo. (Ref. S. 227.) 237. Haberlandt, F. Das Vorkommen und die Entstehung der sogen. Milchsäurehefe (Oidium lactis). (Ref. S. 227.) 238. Thümen, F. v. Der Grind oder Schimmel des Obstes (Oidium fructigenum). (Ref. S. 228.) 239. Hart ig, R. Der Wurzeltödter der Eiche. (Ref. S. 228.) 240. Hallier, E. Ein gefährlicher Feind der Kartoffel. (Ref. S. 228.) 241. Berkeley, M. J. On the thread blight of tea. (Ref. S. 229.) 242. Passerini, G. La nebbia nelle mellonaje. (Ref. S. 229.) 243. Frazer. Problematic fungal growth. (Ref. S. 229.) C. Neu aufgestellte Arten. (S. 229—283.) I. Schizomycetes. (S. 229—230.) IL Myxomycetes. (S. 230.) HI. Phycomycetes. (S. 230-231.) 1. Chytridiaceae. (S. 230—231.) 2. Saprolegnieae. (S. 231.) 3. Peronosporeae. (S. 231.) 4. Mucorineae. (S. 231.) IV. Ustilagineae. (S. 232.) V. Uredineae. (S. 232—234.) VI. Basidiomycetes. (S. 235—238.) 1. Tremellaceae. (S. 235.) 2. Hymenomycetes. (S. 235—237.) 3. Gasteromycetes. (S. 237—238.) VII. Ascomycetes. (S. 238-283.) 1. Discomycetes. (S. 238—251.) 2. Pyrenomycetes. (S. 251—275.) Anhang. Hyphomycetes, Sphaeropsideae et al. incerti sedis. (S. 275— 283.) A. Vorbemerkungen. Die Zahl der mykologischen Arbeiten, welche in dem diesjährigen Berichte zu be- sprechen waren, ist ungefähr die gleiche wie die im vorigen Jahre (243 Arbeiten von 125 Autoren), es lässt sich daraus annehmen, dass auf diesem Gebiete ziemlich gleichmässig fort- gearbeitet worden ist. Unsere Kenntniss über die Verbreitung der Pilze ist durch zahlreiche floristische Arbeiten und Notizen fast für alle Theile der Erde erweitert worden. Interessant sind diesmal besonders die Angaben über die in hohen Breiten vorkommenden Pilze. Es ist über eine Pilzflora von Spitzbergen und Beeren - Eiland von P. A. Karsten zu berichten (1), in welcher 62 dort gefundene Arten aufgeführt werden; Schübeier hat für einige Pilze fest- gestellt, bis zu welchem Breitengrade sich dieselben im nördlichen Norwegen vorfinden (2); über die Pilzflora von Kerguelen's Land erhalten wir durch Eaten (42) einige Andeutungen, hoffentlich haben die Expeditionen zur Beobachtung des Venusdurchganges noch weiter- gehende Wahrnehmungen gemacht. — Die Flora der einzelnen europäischen Länder ist fleissig weiter durchforscht worden. Wie schon seit einer Reihe von Jahren, so sind auch diesmal wieder die neuen Angaben für England besonders von Berkeley und Broome (6), und Cooke (7), für Finland von P. A. Karsten (3, 4), für die Niederlande von Oudemans (13), für Deutschland und die Schweiz von Fuckel (14), für Oesterreich-Ungarn von v. Thümen (23), Ilazslinsky (25, 26) und Schulzer (28, 100), für Italien von Passerini (29) und Saccardo (30—32), zusammengestellt worden. — Leider sind die Arbeiten Fuckel's durch dessen Tod Vorbemerkungen. 155 in diesem Jahre zum Abschlüsse gekommen. Wenn man jetzt auf dieselben zurückblickt, so wird man nicht verkennen können, dass er durch den seltenen Eifer, mit dem er auch den scheinbar unbedeutendsten Pilzformen nachspürte und mit dem er ein bestimmtes Gebiet durchforschte, die wichtigste Grundlage für eine dereinstige Pilzflora vou Deutschland legte und für weitere Untersuchungen, besonders auch durch seine Pilzsammlungen ein äusserst reiches Material gefördert hat. Sein Eifer und seine Erfolge haben auch die grösste An- regung auf die Durchforschung anderer Länder gehabt, der Einfiuss seiner Symbolae myco- logicae ist fast in allen neueren floristischen mykologischeu Arbeiten zu erkennen. Für die Kenntniss aussereuropäischer Pilzformen verspricht eine neue Sammlung, welche v. Thümen unter dem Namen Mycotheca universalis (47) herausgiebt, sehr förderlich zu werden, nicht allein deshalb, weil die Formen, welche in der Sammlung ausgegeben werden, eine weitere Verbreitung finden und europäischen Mykologen ein leicht erreichbares Material bieten werden, sondern besonders auch darum, dass das Interesse aussereuropäischer Forscher und Sammler dadurch erweckt wird. Als Wirkung des angedeuteten Einflusses sind schon zwei kleine Verzeichnisse von Pilzen Australiens (40) und des Caps der guten Hoffnung (35) anzusehen, welche v. Thümen durch die Mitarbeiter seiner Mycotheca: Bar. v. Müller und Mc. Owen erhalten hat. Die Arbeit Berkeley's über nordamerikanische Pilze ist jetzt, wie es scheint, beendet. Es ist damit ein zweiter Abschnitt in der Erkenntniss der nordamerikanischen Pilzflora ab- geschlossen, ebenso wie die Synopsis von L. v. Schweinitz eine frühere Periode derselben bezeichnete. Dass auf den Grundlagen fort fleissig gearbeitet wird, zeigen viele in diesem Jahre erschienene Mittheüungen. Namentlich hat sich Cooke mit Eifer der mykologischeu Erfor- schung Nordamerika^ gewidmet und schon einige Resultate derselben veröffentlicht (39, 203). Von allgemeineren pflanzengeographischen Gesichtspunkten geht eine kleine Studie aus, welche ich über die amerikanischen Uredineen zusammengestellt habe (155). Ich habe eine grosse Zahl derselben untersucht und mit europäischen Formen identificiren können. Zum Tbeil waren sie unter verschiedenen Namen beschrieben, z. B. die Puccinia solida v. Schw. in Europa als P. compaeta De By. , die Pucc. Menthae Pers. als Pucc. Cunilae Kze. Als amerikanische Typen, welche in Europa nicht vertreten, sind Bavenelia und eine neue Gattung Uropyxis (auf Puccinia Amorphae Curt. gegründet) zu erwähnen. Als Ure- dineen, welche von Amerika nach Europa eingewandert sind und hier fortwandern, sind ausser der Puccinia Malvacearum Mart. noch Pucc. Helianthorum v. Schw. und Pucc. Sorghi v. Schw. (die Pucc. Maydis, und P. Zeae spät. Aut.) angesehen und ihre gegen- wärtige Verbreitung genauer umgrenzt. Alle diese Aufsätze dienen vorwiegend auch der speciellen Systematik. Die Zahl der Arbeiten, welche sich direct mit der Systematik einzelner Pilzclassen beschäftigt, ist aber vergangenes Jahr ebenfalls sehr gross gewesen. Die Systematik der Schizomyceten ist durch die neuere Untersuchung J. Cohn's über Bacterien (102) wieder bedeutend gefördert worden. Abgesehen von Mittheilung vieler in- teressanter neuer Formen, erhalten wir in derselben zum erstenmale eine Darstellung des gesammten Reiches der Sclmophyten, wie es sich durch systematisches Nebeneinanderstellen der phykochromhaltigen und farblosen, sowie der durch andere Farbstoffe gefärbten Formen, gestaltet. In der That muss sich die Ueberzeugung, dass die Trennung der Spaltalgen und Spaltpilze eine rein gekünstelte sei, bei vorurtheilsfreien Botanikern immer mehr befestigen, und es wäre Zeit, die Verwirrung, welche durch das Festhalten an der alten Eintheilung in Pilze und Algen geschaffen ist, zu lösen. Die allseitige Anerkennung der Sclmophyten, nach C.'s Auffassung als eine abgetrennte, am Anfang des Pflanzensystems stehende Classe wäre ein guter Fortschritt. Eine fast vollständige Monographie der Mucorineen hat Ph. van Tieghem in seinen neuen Untersuchungen über die Pilze aus dieser Familie gegeben (142), die umfangreichste mykologische Arbeit, über welche in diesem Jahresberichte zu referiren war. Er bringt die Familie in 4 Gruppen und 15 Gattungen. Die Zahl der Arten, welche er annimmt, beträgt gegen 100. Allerdings wird die Darstellung der Gattung Mucor im engeren Sinne, von welcher v. T. 40 Arten unterscheidet, einer späteren Darstellung vorbehalten. 156 Kryptogamen. — Pilze. Aus der Familie der Ustilagineen haben P. Magnus (98) und Reess (153) einige neue Species bekannt gemacht. Unter den Arbeiten über Systematik der Uredineen ist besonders die Untersuchung von P. Magnus über die Familie der Melampsoreen zu erwähnen (178). Durch Beachtung der feineren morphologischen Merkmale, welche gerade in dieser Familie bisher wenig ge- würdigt worden waren, theilt er die alte Gattung Melanospora in 3 neue Gattungen (Mel. i. eng. S., Phragmopsora und TheJcopsora), und erhält so mit Hinzurechnung von Melampso- rella Sehr, und Calyptospora Kühn eine gute natürliche Gruppirung der hierher gehörigen Formen. Als Anmerkung zu der schon erwähnten Studie (155) habe ich eine Begrenzung der europäischen Uromyces-Arten auf Leguminosen gegeben, von denen ich 8 gut charakterisirte Species unterscheiden kann. Neue Uredineen-Sipecies sind von Magnus (98), von mir selbst (101) und von Anderen in verschiedenen floristischen Schriften aufgestellt worden. Von rein systematischen und rein morphologischen Schriften über Hymenomyceten ist die Fortsetzung von C. Kalchbrenner's Abbildung ungarischer Schwämme (193) hier aufzu- führen, ferner einige kleinere Mittheilungen von W. G. Smith (190) über Pilze in Warm- häusern, J. de Seynes über Agaricus craterellus (194). — J. de Seynes und Berkeley (186, 187) haben durch Untersuchung des Agaricus ascophorus Peck die auffallende Aussage Peck's, dass dieser Pilz bei dem äusseren Aussehen eines Agaricus das Hymenium eines Ascomyceten besitze, widerlegen können. Am meisten von allen Pilzclassen haben die Ascomyceten zu systematischen Arbeiten Anregung gegeben. Es erklärt sich dies durch die Natur der Sache, weil gerade bei diesen Formen die neueren mikroskopischen Untersuchungen gelehrt haben, dass die älteren Unter- scheidungen und Gruppirungen der Arten nach makroskopischen und habituellen Merk- malen nicht genügten, und weil man wünschen musste, durch möglichst sorgfältige Detailuntersuchungen das Material schnell zu begrenzen. Dass dabei in der Auffas- sung auch der geringfügigen Merkmale mit emsigster Sorgfalt vorgegangen wird, wird dem, welcher in der Systematik nicht blos ein Mittel zum Erkennen von sogenannten „guten Arten" sieht, nicht befremdend erscheinen. Die minutiöse Forschung, welche die neuere Systematik nicht allein in der Mykologie, sondern in der Botanik überhaupt einschlägt, wird vielleicht bald zu einer neuen Auffassung über die sogenannten Arten und über die Aufgaben der Systematik überhaupt führen. Die genauere mikroskopische Untersuchung der Biscomyceten hat sich C. Cooke zur Aufgabe gestellt und in einer ganzen Reihe von Publicatiouen (202—207) hat er seine Erfahrungen in Wort und Bild wieder- gegeben. Auch von Phillips (208) und Plowright (209) sind kleine Einzeluntersuchungen publicirt worden, von Letzterem über das oft verkannte Bhytisma maximum. — Von den systematischen Schriften über Pyrenomyceten ist P. A. Saccardo's Versuch eines neuen Systems dieser Familie (214), welches in einheitlicher Weise auf Form, Farbe und Gliederung der Sporen gegründet, zuerst zu erwähnen. Es ist nicht zu bezweifeln, dass sich auf diese Weise die Genera ganz gut auseinander halten lassen. Natürlich erhält man nur ein künst- liches System, welches die natürliche Verbindung der Formen trennt, durch Verbindung dieses Systems mit der auf vegetative Merkmale begründeten Eiutheilung, wie es S. selbst darstellt, erhält man aber eine so leichte Uebersicht über die Formen der Familie, wie sie früher nicht geboten worden ist. — Sehr eingehende Einzeluntersuchungen besonders über Arten der Gattungen Spliaerella, Leptosphaeria und Verwandte sind von v. Niessl (217—220) und Saccardo (30—32), über liosellinia von Cesati (221), über Hypocrcopsis n. gen. von Winter (224) veröffentlicht worden. Die Zahl der Formen, welche in den bisher erwähnten Schriften als neue Arten aufgestellt werden, ist wieder sehr gross, sie beträgt etwa 800. Es ist in dem Berichte dies- mal die Einrichtung getroffen worden, alle diese Species am Schlüsse des Abschnittes zu- sammen aufzuführen. Die Gattungen sind systematisch, die Species innerhalb der Gattungen alphabetisch geordnet. Gehen wir jetzt zu einer kurzen Uebersicht über jene Schriften über, welche die Vorbemerkungen. 157 Physiologie und die Entwickelungsgeschichte der Pilze behandeln. — Auch hierin ist im vergangenen Jahre eine erhebliche Erweiterung unserer Kenntnisse herbeigeführt worden. Von allgemeiner Bedeutung sind Versuche von Müntz (60) über die Respiration eines höheren Pilzes: Agaricus campestris. Er fand, dass derselbe bei Gegenwart von freiem Sauerstoff nur Kohlensäure ausscheidet , dagegen bei Abschluss von Sauerstoff z. B. in reinem Stickstoff: Kohlensäure und Wasserstoff. Es findet eine innere Verbrennung des Zuckers in Alkohol und Kohlensäure statt, wobei, wenn der Zucker Trehalose war, Wasser- stoff frei wird. — Ueber Fermentwirkung der Pilze sind mehrere Arbeiten zu citiren ge- wesen (65 — 69), einen der interessantesten Gesichtspunkte hat hierbei ebenfalls Müntz auf- gestellt (66), der durch Beobachtung der Chloroformwirkung die organisirten Fermente von den chemischen zu unterscheiden gelehrt hat. Sehr zahlreich und hier nur in einigen der wichtigeren Artikel aufgeführt, sind die Beobachtungen über die Wirkungen der Salicyl- säure gegen Fermente verschiedener Art (70—78). In dem Thymol ist schon wieder ein neuer Stoff als Concurrent für Salicylsäure aufgestellt worden , der in seiner Wirksamkeit gegen Fermente mit jener übereinstimmen, in mancher praktische Beziehung ihr vorzuziehen sein soll (80). Ueber die biologischen Verhältnisse der Schizophyten enthält die oben citirte Arbeit F. Cohn's (102) viele wichtige Mittheilungen. Hervorgehoben mögen an dieser Stelle werden die Beobachtungen über Schwefelwasserstoffentwickelung durch Beggiatoen, über das Ausscheiden von Schwefel an der Oberfläche fauligen Wassers und in den Zellen der Fäulniss-Organismen, über die verschiedenen rothen Farbstoffe der Bacterien und ähnlicher Organismen (Bacteriopurpurin etc.), über die Dauersporen von Bacillus u. s. w. C. wirft auch die Frage auf, ob nicht viele Monaden, und zwar die starren mund- losen Formen in die Verwandtschaft der Bacterien gehören möchten. Angeregt wurde er dazu durch die Beobachtung verschiedener pfirsichblüthrother Monaden (z. B. Monas Okenii, M. Warmingii, M. vinosa, Rhabdomonas rosea). Der wesentliche Unterschied von den Bacterien besteht nur in dem Vorhandensein eines Griffels. Schon C. stellt die Frage auf, ob nicht vielleicht alle Bacterien Geissein besistzen, er beantwortet dieselbe aber nicht positiv. Dallinger und Drysdale haben nun neuerdings (109) bei Bacterium Termo wirklich einen Flimmerfaden an jedem Ende gefunden, und dessen Vorhandensein durch gemein- schaftliche Beobachtung festgestellt, auch ihn in verschiedenen Phasen der Bewegung ab- gebildet. Da das Auge dieser Beobachter durch Untersuchung der Monaden sehr geübt worden, lässt sich wohl die Sicherheit der Beobachtung ohne Zweifel aufnehmen. Grosses Aufsehen hat in England eine Reihe Veröffentlichungen Worth. G. Smith's gemacht (135-137), welcher glaubte, die Dauersporen der Peronospora infestans endlich auf- gefunden zu haben. Er erhielt durch Maceration von Blättern, welche durch P. infestans erkrankt waren, grössere kugelige, von Fäden getragene Gebilde, welche ihm einerseits den Fortpflanzungsorganen anderer Peronospora-Arten ähnlich erschienen, andererseits dem Or- ganismus, den Montagne früher als Artotrogns beschrieben und den Berkeley schon früher als die Dauerspore^ der P. infestans angesehen hat. Die mitgetheilten mikroskopischen Photographien sowie die Beschreibung lassen es als nicht ganz unzweifelhaft erscheinen, ob die gesehenen und beschriebenen Organe wirklich richtig gedeutet worden sind. Es ist immerhin möglich , dass sich in den Macerationen ein Pythium oder ein ähnliches Gebilde entwickelt hat. Die Frage über die geschlechtliche Fortpflanzung jener Peronospora dürfte also immer noch nicht endgiltig entschieden sein. Sadebeck hat (133, 134) weitere Beobachtungen über die Entwickelungsgeschichte seines Pythium Equiseti gemacht. Er fand dasselbe auch sehr häufig in sämmtlichen Theilen von Kartoffelpflanzen. Er äussert daher die Vermuthung, dass die erwähnten, von Smith geschil- derten Gebilde vielleicht gerade dieses Pythium gewesen sein könnten. Ueber Biologie der Zygosporeen hat Brefeld (143) weitere Mittheilungen gemacht. Auch van Tieghem berührt in seiner erwähnten Abhandlung (142) einige biologische Eigen- thümlichkeiten dieser Familie, besonders das allgemeine Vorkommen «von Protoplasmaströ- mungen und die grosse Verbreitung von Crystalloiden in dem Protoplasma dieser Pilze. Als Anhang zu den Arbeiten über Mucorineen sind wieder die über Hefe besprochen. 158 Kryptogamen. — Pilze. Von den Abhandlungen, über welche hier referirt wird, sind wieder mehrere Publicationen 0. Brefeld's hervorzuheben (145—147). Interessante Gesichtspunkte stellt derselbe darin z. B. über die Herkunft der Hefe auf. Wenn auch die Zellen derselben in der Natur all- gemein verbreitet sind , z. B. auf Früchten u. s. w. allgemein gefunden werden , so finden sie dort doch nie die Bedingungen, die sie zur Sprossung und zur Alkoholbildung nöthig haben. B. meint, dass sie dieselben nur erreichen, wenn sie in den Verdauungskanal auf- genommen werden, auf den thierischen Excrementen findet man sie daher in natürlicher Sprossung und hier muss man sie studiren, wenn man die natürliche Hefe in ihren Formen studiren will. — Dies Beispiel ist nur einer der hier aufgestellten neuen Gesichtspunkte. Von den Arbeiten über Ustilagineen ist hier eine Untersuchung J. Kühn's über den Weizensteinbrand zu nennen (151). Er hat die Steinbrandformen, welche auf verschiedenen wildwachsenden Gräsern vorkommen, genauer untersucht und kommt zu dem Schlüsse, das keine derselben dem Weizensteinbrande (Tületia Caries und T. laevis) gleich ist. Dieses Resultat hat besonders eine praktische Wichtigkeit, da es dadurch mehr wahrscheinlich ist, durch Einbeizen des Saatweizens den Brand desselben ganz auszurotten. Die Entwickeluugsgeschichte einzelner Rostpilze , welche in verflossenem Jahre untersucht worden, hat wieder neue Thatsachen zu Tage gebracht. — Ich habe, nachdem ich durch zahlreiche Beobachtungen im Freien darauf hingewiesen worden, durch Culturen feststellen können, dass der auf Erbsen, Vicia Craeca und verschiedenen Lathyrus-Avten (besonders Latli. pratensis) so häufige Rost Uromyces Pisi (Str.) durch Infection mit Sporen des Aecidiwn Euplwrbiae Pers. entsteht (156). — G. Winter erzog (163) durch Aussaat der Sporidien von Puccinia arundinacea Hedw. f. auf Bumex Hydrolapathum das Aeciäium Bumicis, und umgekehrt durch Aussaat der Sporen dieses Aecidiums auf Blätter von Phragmites die ?7redo-Sporen jener Puecinie. Es ergiebt sich hieraus, dass Pucc. arundinacea eine heteröciscbe Uredinee ist, deren Aecidium auf Bumex vegetirt. — Die Entwicklungsgeschichte von Puccinia suaveolens (Pers.) ist, wie nachzutragen war, von Rostrup genauer untersucht worden (109). Es ist bei derselben interessant, dass sie eine zweite Generation von Uredo-Siporen bildet, welche von der ersten Generation morphologisch verschieden ist. — Ganz gleich der P. suaveolens verhält sich die Puecinie, welche Magnus epidemisch im Berliner Universitätsgarten auf Centaurea Cyanus auftreten sah (167). Ich sah die Form in derselben Weise vor mehreren Jahren bei Breslau (Spermogonien die ganze Pflanze überziehend, ebenso die darauf folgenden E/redo-Häufchen, später an anderen Pflanzen isolirte Häufchen mit Uredo und Puccinia). — Woronin hat jetzt durch Aussaat der Sporen von Puccinia Tanaceti DC. auf Eelianthus annuus auf dieser Pflanze Aecidium und Uredo erhalten (168) , er schliesst darnach auf die Identität der Puccinia HeliantM Schw. mit P. Discoidearum Link (= P. Tanaceti DC). Das grösste Interesse haben in vergangenem Jahre eine Anzahl von Arbeiten erregt, welche sich mit Studien über die Fortpflanzung der Hymenomyceten beschäftigt haben. Reess war es zuerst gelungen (179), durch Culturen der Sporen von Coprinus stercorarius Bull, in Mistdecoct, an dessen Mycel die Bildung von Organen zu finden welche er glaubte als Spermatien erklären zu müssen. Am zweiten oder dritten Tage nach der Aussaat erhoben sich von den Mycelien cylindrische aufrechte Aeste, die sich später durch Querwände theilen. Darauf treiben die Zellen eine grosse' Menge kurzer stabförmiger Zweige, deren obere Enden sich durch Theilung abgliedern, worauf von dem unteren Theile neue Stäbchen gebildet werden. Nach und nach wird das ganze Protoplasma der Stabträger verbraucht. Keimung der Stäbchen Gab R. nicht, er schliesst daraus, dass diese Gebilde nicht Conidien, sondern Spermatien seien. Als jüngste Anfänge der Fruchtkörper erschienen ihm wenig- zellige kurze Seitenäste der Mycelien, die mit Protoplasma dicht gefüllt waren. Einigemal wurden dieselben mit Stäbchen in Copulation gefunden. R. sah sie als Carpogonien an und hielt es für höchst wahrscheinlich, dass sie in Folge der Befruchtung durch die Stäbchen (männliche Zellen, Spermatien) zum Fruchtträger auswachsen. — Bald wurden auch von anderen Beobachterrf*ähnliche Wahrnehmungen mitgetheilt. 0. Kirchner (180) hatte an den durch Cultur von Sporen des Coprinus ephemerus Bull, erhaltenen Mycelien ähnliche Stäbchenbildung gesehen. — Van Tieghem machte bald seine an Coprinus ephemeroides und Vorbemerkungen. 159 C. radiatus gewonnenen Beobachtungen bekannt. Er hatte bei beiden ganz ähnliche Stäb- chenbildung (Polliniden) gefunden, an anderen Mycelien derselben Pilze blasenförmige Aeste, die als Carpogon gedeutet wurden, an der Spitze mit einer Papille: Trichogyne versehen. Car- pogon und Antheridien bildeten sich aber nie auf denselben Mycelien, waren also diöcisch; durch diesen Umstand glaubte v. T. den Beweis führen zu können, dass Entwickelung von Fruchtkörpern nur einträte, wenn die Stäbchen auf die Carpogon tragenden Mycelien über- geführt wurden , während die getrennt gehaltenen Mycelien ohne Fruchtentwickelung zu Grunde gingen. Er glaubte auch einmal eine Bastardbefruchtung zwischen den beiden Coprinus-Arten erzielt zu haben. — Weiterhin theilte Eidam (182) seine Beobachtung der Spermatien und Carpogonien (?) bei Agaricus coprophüas Bull, und Ag. fascicularis und J. de Seynes (183) die eines mit langer Trychogyne versehenen Carpogons bei Lepiota ccpaesüpes mit. — Eine nächste Arbeit von van Tieghem (164) trat allen diesen Ansichten wieder gegenüber, v. T. hatte späterhin beobachtet, dass die Stäbchen bei Coprinus plica- Ulis und C. stercorarius keimten. Sie copulirten auch nicht ausschliesslich mit den als Carpogonium aufgefassten Zellen, sondern eben so mit gewöhnlichen Mycelzellen. Anderer- seits bildeten sich auch vollkommene Fruchtträger an Mycelien, die keine Stäbchenbildung gezeigt hatten und nie mit Stäbchen in Verbindung getreten waren. Hiernach wird die eben erst aufgestellte Ansicht über die Befruchtung der Hymenomyceten schnell wieder in Frage gestellt. Zur Kenntniss der eigenthümlichen Gasteromyceten • Gruppe der Battarräen bringt die Untersuchung von Cesati über Battarraea Guicciardiana (197) interessante Beiträge. Das allgemeine Interesse richtet sich bei derselben auf die eigenthümlichen Spiralzellen, welche der Sporenmasse dieser Pilze beigemengt sind. G. konnte die Darstellung von W. G. Smith, dass dieselben eine Analogie mit Spiralgefässen bilden, nicht bestätigen. Wiewohl die Exemplare des Pilzes, welche er untersuchte, noch in nicht weit vorgeschrittenem Reife- zustande waren , hingen jene Zellen nie mit anderen Fasern zusammen, sondern erschienen immer als an beiden Enden freie Elateren. Eidam (196) hat die Keimung der Sporen von Cyathus striatus und Crucibulum vul- gare beobachtet. Er fand, dass das Mycel des Ersteren die Neigung hat, in kleine Theil- stücke zu zerfallen. Geschlechtsorgane konnte er nicht finden. Die Literatur der Ascomyceten ist durch eine Arbeit van Tieghem's über die Ent- wicklung von Chaetomium (199) bereichert worden. Auf einem Mycelfaden erhebt sich ein kurzer Seitenast, der sich schraubenförmig einrollt, er bildet das Carpogon, aus dem die Schläuche sprossen. Am Grunde des Carpogons wächst ein dünner Zweig empor, der mit jenem nicht anastomosirt, sich vielfach verzweigt und schliesslich die Hülle bildet, aus der dann die langen Haare sprossen. — Durch Betrachtungen dieses Vorganges und einen Ver- gleich der bei anderen Ascomyceten beobachteten Fruchtentwickelung glaubt v. T. schliessen zu können , dass auch bei den Ascomyceten keine Befruchtung nachgewiesen sei , nur das Carpogon hat man mit Sicherheit aufgefunden, das in manchen Fällen einfach (z. B. bei Eurotium), in anderen doppelt angelegt sei (z. B. bei Erysiphe), als sogenanntes männliches Organ habe man in der einen Reihe der Fälle das zweite Carpogon, welches später ver- kümmert, in der andern Reihe den die Hülle bildenden Faden angesehen. Die Nothwendig- keit der Befruchtung für die Entwickelung des Fruchtkörpers sei in keinem Falle nach- gewiesen worden. Die vielen Abhandlungen über Pyrenomyceten sind fast sämmtlich rein systematischen Inhaltes. An diesem Orte ist besonders eine Untersuchung von R. Wolff über die Ent- wickelung von Erysiphe graminis und E. communis zu erwähnen. Bei ersterer fand R. die bisher noch nicht beobachteten Sporen, sie entwickeln sich erst im Winter nach dem Abfallen der Perithecien. Die Keimung der Ascosporen wurde ebenfalls beobachtet. Die Entwickelung der Perithecien wird ebenso dargestellt, wie sie schon von De Bary gefunden worden ist. ■jßQ Kryptogamen. — Pike. B. Referate. I. Geographische Verbreitung. 1. Nordpolarländer. l. P. A. Karsten. Fungi in insulis Spetsbergen et Beeren Eiland collecti. (Öfersigt af Kongl. vetenskaps-Academiens förhandlingar 1872, No. 2, Stockh., S. 91—108.) Ueber Pilze, welche auf den Inseln des arctiscben Meeres gefunden worden sind, sind nur sparsam ältere Angaben von Sommerfeit (1833) und Lindblom (1839—40) vor- banden. Erst durch die 4 schwedischen Expeditionen (1861—1868) wurde der Pilzflora dieser Lander grössere Aufmerksamkeit zugewandt. Theilweise sind die bei denselben ge- sammelten Pilze von E. Fries beschrieben worden, theilweise blieben sie aber noch den Untersuchungen des Verf. überlassen. Durch Zusammenstellung alles Bekannten bringt K. ein Verzeichniss von 62 auf Spitzbergen und der Beeren-Insel gefundenen Pilze. Von diesen sind 19 (1 Mollisia, 1 Hypocopra, 2 Pleospora, 7 Leptosphaeria, 1 Sphaeria, 6 Sphaerella, 1 Ustilago) vom Verf. neu aufgestellte Arten (s. dieselben unter Neue Arten), die übrigen mögen des allgemeinen pflanzengeographischen Interesses wegen hier aufgeführt sein: Ag. (Clitocybe) laccatus Scop., A. (Collybia) atratus Fr., A. (Omphalia) umbelliferus L. ß ni- valis, A. (Hebeloma) fastibilis (Pers.), A. (Heb.) firmus Pers., A. (Inocybe) geophyllus Sow., A. (Galera) hypnorum Batsch. , A. (Galer a) Embolus Fr.?, A. (Psalliota) campestris L., Coprinus plicatilis (Sow.), Cortinarius cinnamomeus (L.), Hyqrophorus puniceus Fr., Lac- tariiis subdulcis (Bull.), Bussula integra (L.), Cantharellus retirugis (Bull.), C. lobatus (Pers.), Cyathus crucibulum Bull., Bovista plumbea Pers., Lycoperdon caelatum Bull., Helvella pezizoides Afz., Peziza stercorea Pers., Pezizula Cesatii (Carest), Mollisia Dehnii (Rab.) auf Potentilla pulchella und Pot. emarginata, Grumenula pusiola Karst, auf Poa flexuosa und P. stricta, Irochila diminuens Karst., auf verschiedenen Carex und Grasarten, Dupli- caria Empetri (Fr.), Lophodermium culmigenum Fr. an verschiedenen Gräsern, Clathrospora alpina Auersw., Pleospora herbarum (auf 32 Nährpflanzen) mit einer Subspccies: PI. pen- tamera auf verschiedenen Gräsern und Seggen, Leptosphaeria silenes acaidis De Not., Isothea rhytismoides (Berk.) auf Dryas octopetala, Sphaerella genuflexa Auersw. a. Salix polaris, Sph. Andromedae Auersw. a. Andr. tetragona, Sph. Cerastii Fuck. a. Cer. alpinum. Spih. Stellarinearum (Rab.) a. Stell. Edivartsii und £(. humifusa, Sph. Tassaria De Not. auf 32 Nährpfl. , Sph. Eanunculi (Fr.) a. Banunc. nivalis u. B. sulphureus , Sporormia heptamera Auersw., Puccinia Saxifragarum Schlecht, a. Saxifr. nivalis und S. Meraciifolia, Gonosporium puccinioides Link. a. Carex pulla, Leptostroma Potentillae Fr. a. Pot. emar- ginata, Ustilago vinosa Tul. a. Oxyria digyna, Ust. Candollei Tul. a. Polygonum viviparum. 2. Schweden imd Norwegen. 2. Dr. F. C. Schübeier. Die Pflanzenwelt Norwegens. (Specieller Theil, Christiania 1875, S. 97—103. Fungi.) Norwegens Pilze (Sop.) sind noch wenig untersucht, so dass Seh. ihre Zahl nicht ein- mal approximativ angeben kann. Er führt folgende Arten auf und giebt bei den meisten ihre Nordgrenze in Norwegen an: Agaricus deliciosus L. (Norw. : Champignon, Isl. : Aetis- veppr., Farö: Hundaland) bis 71° 7', auch auf Färö und Island. Ag. deliciosus L. bis 67 u 5' Ag. comatus Müll., Ag. exeoriatus Schaff., Ag. gambosus Fr., Ag. melleus Vahl., Ag. pro- cerus Scop., Boletus edulis Bull., Cantharellus eibarius Fr., Ciavaria alba Pers., C. flava Pers., Fistulina hepatica Fr., Hydnum imbricatum L., //. repandum L., Lactarius volemus Fr., Lycoperdon Bovista Pers., Morchclla csculenta Pers. — Alle diese Arten werden ge- gessen und finden sich meist bis Saltdalcn 67 ° 5', Morch. esc. bis Alten (70°), Lyc. Bovista (Norw.: Fissop, Fisbal; Schwed. : Fessop; Isl.: Fissisveppr.) bis West-Finnmarken (70 , / 2 ü ), auf den Färöinseln und Island verbreitet. Amanita muscaria Pers. (Norw.: Fluesop; Schwed.: Flugsvamp.) kommt auch sehr gewöhnlich bis Saltdalen vor. Seh. hat die Ueberzeugung gewonnen, dass der sogenannte Berserksgang , welcher in alten norwegischen Schriften so bäufig erwähnt wird, auf Intaxication durch den Fliegenschwamm beruht habe. Er theilt die von den alten Schriftstellern beschriebenen Symptome mit, die man immer ganz gleich- Referate. — Geographische Verbreitung. X6 1 artig wiederholt findet, und die ganz gleich denen sind, wie sie nach Genuss von Am. mus- caria auftreten. Die gleiche Ansicht wurde übrigens schon 1784 von dem schwedischen Professor Samuel Oedmann geäussert. Claviceps purpurea Tul. ist auf Roggen, seltener auf Weizen , wenigstens bis 69° 4' verbreitet. Im botanischen Garten von Christiania fand Seh. das Sclerotium auf 52 namentlich angeführten Gräsern. Gymnosporangium janiperi (Boestelia cornutaj ist auf Sorbus, bis 62°, Peronospora infestans auf Kartoffeln, bis zum Polarkreise , Polyporus fomentarias und P. igniarius Fr. bis 67° 5' , P. ovinus Fr., (Norw. Lapl. Gnobbar viste) bis Ost-Finnmarken, Sparassis crispa Wulf (Exemplar 18—21 cm. Dchm.) um Christiania, Ustilago segetum Dittm. (Norw. Kul-Ax) bis 69° 4' und Ust. sitophila Dittm. bis 67° 4' verbreitet. Bei Agaricus comatus stellte Prof. C. Boeck Versuche über das Wachsthum an, deren Ergebnisse mitgetheilt werden. Er fand, dass das Wachsthum anfangs ziemlich gleichmässig ist, nachher verhältnissmässig schnell, worauf plötzlich ein Stillstand, ja sogar ein Zusammensinken eintrat. Weder die verschiedenen Tageszeiten (Licht und Finsterniss) noch eine höhere oder niedrigere Temperatur hatten Einfluss auf die Schnelligkeit des Wuchses. Der grösste Zuwachs betrug 20,4 Mm. in 12 Stunden (96ste bis 108te Beobach- tungsstunde). — S. a. No. 43. 3. Finnland. — Bussland. 3. P. A. Karsten. III. Discomycetes novi. 4. Derselbe. IV. duaedam ad Ascomycetes fennicos addenda. (Notiser ur sauskapets pro Fauna et Flora Fennica förhandlingar. 3. haftet. Helsingfors 1874, S. 146—150.) Den in seiner Mycologica fennica (S. Bot. Jahresber. 1873, S. 109, und 1874, S. 287ff.) aufgeführten Pilzen Finnlands werden 16 Arten zugefügt (13 Discomyceten, 3 Pyre- nomyceten), 6 davon sind neu (s. neue Arten). — In einer Anmerkung werden einige neuer- dings aufgestellte Speciesnamen auf ältere Autoren zurückgeführt: Sclerotinia baccata Fuck. = Peziza Mentalis (Berust.), Coryne purpurea Fuck. =■ Ombrophila sareoides * ornalis (Nyl.), Cenangium populinum Fuck. = Tympanis spermatiospora Nyl., Helotium salicinum Fuck, = H. salicellum (Fr.) , Niptera lacustris Fuck. == Mollisia lacustris (Rob.) , Ditiöla con- formis Karst. = Femsjonia luteo-alba Fr. — S. a. No. 46 U. 96. 4. Dänemark. 5. Rostrup. Puccinia Malvacearum. (Warming's und Lütken's Tidsskrift for populär Fremsstilling of Naturvidenskab 1874, p. 460.) Ende August 1874 wurde Pucc. Malvacearum bei Nyborg auf Fünen auf Malva silvestris, später auch in anderen Theilen der Insel reichlich auf Althaea rosea und Malva silvestris gefunden. — S. a. No. 46, 47. 5. England. 6. M. J. Berkeley et C. E. Broome. Kotices of British Fungi. (Ann. and Mag. of Nat. History for January 1875.) Enthält die Nummern 1402—1500, darunter 43 neuaufgestellte Arten. 7. M. C. Cooke. British Fungi. (Grevillea, Bd. III, S. 119—123, 177—186, Bd. IV, S. 33—39, 66—69, Taf. 48-40.) In dieser Fortsetzung der in den früheren Jahrgängen gegebenen Verzeichnisse brit- ischer Pilze werden wieder viele Species aufgeführt, welche im vergangenen Jahre in Eng- land aufgefunden worden sind. Die meisten derselben sind genauer beschrieben, besonders sind auch die Sporenmaasse mitgetheilt. Auf Tafel 48 sind verschiedene von C. neu aufgestellte Ilyphomyceten, auf Tafel 49 sind Umrisse verschiedener Puccinien , darunter P. violarum , P. alpina , P. Fergussoni, P. hastata vergleichsweise dargestellt. Einige neue Arten s. u. neue A. 8. Wm. Phillips und Charles B. Plowright. New and rare British Fungi. (Grevillea Bd. III, S. 124-126, T. 42.) Als Fortsetzung des im vorigen Jahre (Bot. Jahresber. für 1874) begonnenen Ver- zeichnisses von neuen und seltenen britischen Pilzen, welche die Verf. beobachteten, werden Botanischer Jahresbericht III. 11 162 Kryptogamen. — Pilze. 17 weitere Arten (No. 14—30) mit Angabe der Fundorte, theilweise mit Beschreibungen mit- getheilt. Neu sind ; Peziza trichoäea, Nectria mammoidea und Diaporthe samaricola. Auf der Tafel werden Skizzen von diesen Pilzen sowie von Periconia Phillipsii B. et Br., Peziza brunneola Desm., und Desmazierella acicola Lib. gegeben. 9. Greenwood Pim. The Hollyhock Fungus. (Grevillea HI, S. 176.) G. P. berichtet, dass Puccinia Malvacearum seit dem April 1875 auch in Irland, bei Dublin aufgetreten ist. io. A. Dickson and J. Sadler. Localities for some of British Fungi recently collected. (Transactions and proceedings of the Bot. soc. Edinburgh 1874, S. 63.) Standortsangaben von 32 (meist nicht seltenen) in Schottland gefundenen Pilzen. Interessant ist das Vorkommen von Hydnangeum carneum, Octaviania asterosperma (unter Eucalyptus) und Hymenögaster teuer im botanischen Garten zu Glasgow. S. a. No. 43, 46, 47, 49-51, 91, 92, 190, 207. 6. Frankreich. 11. M. Cornu. Pilze aus der Umgegend von Montpellier. (Bulletin de la Societe bot. de France 1875, 2., S. 88.) C. fand im bot. Garten von Montpellier Agarieus pellospermus Bull. , einen Pilz, welchen Fries in seiner Epicrisis nicht erwähnt. Derselbe hat auch einen anderen Pilz: Marasmius Holoschoeni Del. ined. , am Meeresufer auf Scirpus Holochoenus wachsend, nicht aufgeführt. - - Am sandigen Strande bei Palavas (bei Montp.) fand C. im November Montagnites Candollei, Agar, ammophilus, Peziza ammophila und eine merkwürdige Podaxinee: Gyrophragmimn Delilei. — S. a. No. 173. 1. Belgien. 12. ... Graphiola phoenicis. (La Belgique horticole 1875, S. 129.) Graphiola phoenicis Poiteau hat sich jetzt fast in allen Gewächshäusern eingebürgert, z. B. wurde auch in Brüssel sein Vorkommen im botanischen Garten und in dem Garten von Jacob Makoy konstatirt. 8. Niederlande. 13. C. A. J. A. Oudemans. Aanwinsten voor de flora mycologica van Nederland. (Nederl. kruidk. Archiv Ser. II, 2. 10 S., Taf. III.) Als Fortsetzung seiner Mittheilungen über niederländische Pilze (s. Bot. Jahresber. für 1873 S. 42, 1874 S. 201) führt 0. 30 weitere Arten an, welche zum Theil kritisch besprochen werden. Es sind: Agarieus oniscus Fr., A. sphaleromorphus Fr., A. segestrius Fr. , Polyporus albus Fr. , Cyphella fulva B. et Rav. , Geaster Cesatii Rab. , Septoria Stellariae Rab., S. Lychnidis Desm., S. Ulmariae Oud. (T. III, f. 1), S. Petroselini Desm., S. Menthae Oud. (T. III, f. 2), S. Virgaureae Desm., S. Senecionis West., S. Alismatis Oud. (T. III, f. 3), Cheilaria Mori Desm., Gloeosporium Delastrii de Lacr., Puccinia Malvacearum Mont. , P. Angelicae Fuck. , P. Tragopogonis Cda. , Entyloma Calendnlae de Bary, Coleosporium Senecionum Fuck., Synchytrium Taraxaci de By. et Wor. , Isaria arachnöphila Ditm. (T. IV", f. 4), Peronospora Alsinearum Casp., P. Lamii AI. Br., Eamularia Armoraciae Fuck., Peziza calycina Schum., Sphaeria (Plagiostoma) Enplwrbiae Fuck. (T. III, f. 5) , Sph. (Pleospora) agnita Desm. (T. III, f. 6) , Sph. (DiapurtheJ tosta B. et Br. (T. III, f. 7). 9. Deutschland. 14. L. Fuckel. Symbolae Mycologicae. Beiträge zur Kenntniss der rheinischen Pilze. 3. Nachtrag. (Jahrbücher des nassauischen Vereins für Naturkunde 1875, S. 1—39.) Ausser seiner engeren Heimath, die Gegend des Rheingaues, durchforschte F. auf einer vierwöchentlichen Reise nach dem Oberengadin die Pilzflora dieser Gegend, und legte die gewonnenen Resultate in obiger Schrift und in seiner Sammlung (44) nieder. Zahlreiche Beiträge stammen auch von Prof. Körnicke aus der Umgegend von Bonn, andere von Morthicr aus Ncuchätel. Der Nachtrag führt wieder 78 für das Werk neue Arten auf, von denen 32 ganz neu sind. — Auch von älter bekannten Pilzen wird manches Neue an- geführt, so für viele Parasiten neue Nährpäanzen (z. B. Puccinia Anemones auf Anemone Referate. — Geographische Verbreitung. 163 vernalis, P. compacta auf Anemone alpina, P. Aegopodii auf Imperatoria Ostruthium, P. Asteris auf Aster alpinus, Peronospora pygmaea auf Anemone alpina). Von Einigen wurden bisher noch nicht bekannte Fruchtformen aufgefunden, z. B. für Merulius himan- tioides Fr. eine Conidienform , die sich von der, die F. von Polyporus metamorphosus beschrieben hat, nur durch gelbe, kuglige Conidien unterscheidet. Actinothyrium graminis Schm. et Kze. wird als Spermatienform zu einer neuen Phacidiacee: Lophodermium Actino- thyrium gezogen, Dothidea Pinastri Fr. als Spermatienform zu Phacidium lacerum Fr. — Von Ciboria calopus Fckl. wird berichtet, dass der Pilz einen feinen rosenrothen, durch Ammoniak nicht veränderlichen Farbstoff ausscheidet , der z. B. Papier , in welches der Pilz gehüllt wird, durchzieht. 15. Hess. Mykologische Notizen. (Heyer's Allgem. Forst- und Jagdzeitung 1875, S. 440.) Mittheilung, dass Caeoma pinitorquum in der Nähe des Steinbacher Feldes in der Oberförsterei Giessen eine 8 — 12jährige Kieferndickung sehr intensiv befallen habe. — Anfang Mai zeigten sich viele Nadeln rostfleckig durch ein „unfertiges" Cladosporium. — Vereinzelt zeigte sich in dortigen Kiefernbeständen Cladosporium entoxylium Corda, der Erzeuger des Hexenbesens. Aeusserst selten zeigt sich Peridermium pini var. cortieola, der Veranlassung zur Bildung des Kienzopfes ist. An Juniperus communis wurde Podisoma clavariaeforme gefunden. L. Just. 16. Th. Irmisch. Ueber die Trüffeln der Schwarzburgischen ünterherrschaft. (Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenth. Schwarzb.-Sondersh. 1873, No. 90—98.) Benutzt wird nur Tuber aestivum (gute Trüffel genannt), in den Buchenhochwäldern der dortigen Gegend auf Muschelkalk stellenweise und in manchen Jahren reichlich; einmal fand Verf. auf einem Waldwege, nur halb eingesenkt, 2 Trüffeln in einem milden Februar. Tuber excavatum (wilde oder schlechte Trüffel) ist ebenfalls mit derselben häufig; ausser- dem kamen dem Verf. noch bei dem dori eifrig betriebenen Trüffelsuchen folgende unter- irdische Sitze vor : Tuber ruf um ; eine weisse Trüffel Aschion concolor Wallr. , nach de Bary's Vermuthung eine Terfezia ; Genea fragrans, Hysterangium clathroides, Slephensia bombycina, Melanogaster ambiguus, Hhizopogon ambiguus und Elaphomyces granulatus. Verf. bringt dann aus verschiedenen seltenen Schriften Nachrichten über die Geschichte des Trüffelsuchens in Deutschland (dasselbe begann erst zu Anfang des 18. Jahrhunderts in verschiedenen deutschen Staaten, meist durch das culinarische Interesse der regierenden Häupter, durch italienische Trüffelsucher und theuer bezahlte italienische Trüffelhunde), sowie in der Schwarzburgischen Unterherrschaft, wo dasselbe zu Ende des vorigen Jahr- hunderts durch den Seh warzburg-Rudolstäd tischen Jäger Joh. Friedr. Irmisch, den Gross- vater des Verf., eingeführt wurde. Ascherson. 17. A. Treichel. Vorkommen von Agaricus melleus. (Verhandl. des bot. Vereins der Prov. Brandenburg 1875, S. 17.) In den Anpflanzungen von Heringsdorf in Pommern kommt Agaricus melleus zahl- reich auf Stämmen von Thußa Orientalis vor. 18. A. Braun (Verhandl. des bot. Vereins der Prov. Brandenburg 1875, S. 98) fand im botan. Garten von Berlin Polypyrus Schweinitzii auf Pinus Strobus. Das Exemplar hatte 64 Cm. im Breiten- und 44 im Querdurchmesser. 19. Otto Weberbauer. Die Pilze Norddeutschlands mit besonderer Berücksichtigung Schlesiens. (Heft II, mit 6 colorirten Tafeln, Breslau 1875.) Dieses zweite Heft bringt in richtigen und künstlerisch schönen Abbildungen : Auri- cularia sambucina Mart., A. mesenterica P. , Craterellus lutescens Fr. , C. cornueopioides, Sparassis brevipes Krbh., Ciavaria strieta P., Gl. Kunzei Fr., Cl. ligula Schaff., Cl. grisea P., Phallus impudicus L. 20. W. Roth. Bericht über das Florengebiet des Eulengebirges. Die bekanntesten im Eulengebirge vorkommenden Pilze. (Breslau 1875, 20 S.) Das kleine Schriftchen hat F. v. Thielau auf Lampersdorf in Schlesien zur Gratis- vertheilung drucken lassen. Der Verf. war Webermeister in Langenbielau , er kannte die Pilze seiner Heimath nur in volksthümliclicr Weise, seine Bemerkungen über die essbaren und sonst verwendeten Pilze, sowie die populären Pilznamen haben deshalb einen nicht 11* 164 Kryptogamen. — Pilze. durch literarische Erinnerungen beeinträchtigten Werth. Die Pilze, welche im Eulengebirge gegessen werden, sind besonders Boletus-Artvn. Von dem Stein- oder Eichpilz wird der Semmel- oder Herrenpilz unterschieden (beide wohl zu Bol. edulis Bull), letzterer „wird oft so gross wie ein hausbacken Brod". Boletus scaber wird Graukappe oder Graspilz genannt, man unterscheidet 2 Varietäten, die Grasschwappe und der Haselpilz. B. rufus Pers. wird als Rothkappe oder Rothdogge aufgeführt. Zu den beliebtesten Pilzen des Eulengebirges gehört der Tannenpilz (wahrscheinlich B. luridus Schaff.), weil er zuweilen sehr wohl- schmeckend ist und sich leicht abhacken lässt. Er wird auf dem Schnitt dunkelblau. Einige ähnliche Boletus-Arten, welche als Judenpilz und Hirsepilz beschrieben werden, gelten als ver- dächtig. Der Kieferpilz oder Goldpilz (B. luteus L.) wird im Eulengebirge nicht beachtet. — Von essbaren Blätterpilzen wurden beschrieben: die Gelbschwämmel (Cantharellus eibarius P.), Reizger (Galorheus deliciosus), von dem eine Varietät, der Steiureizger, bekannt ist, der Süssling (G. subdulcisj, die Stockschwämmchen (Ag. mutabüisj. Auch der grosse Pfeffer schwamm (G. piperatus) wird als guter Esspilz gesammelt, der Champignon dagegen nicht, weil ihn die Leute für schädlich halten. Den Fliegenpilz hat R. schon von mehreren Leuten, selbst roh, ohne Schaden essen sehen. Ein sehr gesuchter Pilz ist der „Ritterpilz" (scheint Ag. cochleatus Pers.), er bildet eine stockförmige Masse und wird in feineren Küchen oft mit "/2 Mark pro Stück bezahlt. Von Morcheln wird die Spitzmorchel und die Ohrmorchel gegessen, Helvella esculenta hat keinen besonderen Namen. Die Gichtmorchel (Phallus impudicus) wird zerschnitten, in Spiritus geweicht und gegen Gicht angewendet. — Man isst im Eulengebirge, bemerkt R. schliesslich, nur die Pilze, von denen man auch die Brühe mit gemessen kann, da man dieselbe als das Wohlschmeckendste vom Pilzgerichte ansieht, und traut allen den Pilzen nicht, welche den Schleier an sich hängen lassen. 21. Gerhardt. Ueber die Grundseeen bei Amsdorf. (Daselbst S. 120—123.) Bei der Durchforschung der Flora an den Ufern des Arnsdorfer Seees bei Liegnitz in Schlesien schenkte G. auch den endophytischen Pilzen einige Aufmerksamkeit, von denen, welche er dort auffand, sind erwähnenswerth : Peronospora nivea und Puccinia umbelliferarum auf Thysselinum palustre, Puccinia Bumicis, auch noch als Aecidium auf liumex Acetosa, Aecidium Ranunculacearum auf Iianuuculus Lingua. 22. Dr. W. G. Schneider. Neue Beiträge zur schlesischen Pilzflora. (Jahresber. der Schles. Gesellsch. für vaterl. Cultur für 1874, S. 90.) Mittheilung der Namen von 22 Pilzformen, meist Uridineen und Ustilagineen, welche Lehrer Gerhardt theils im Liegnitzer Kreise, theils im Riesengebirge gefunden hat, 2 werden als neue Arten (jedoch nur namentlich) aufgeführt. S. a. No. 43, 44, 46, 47, 53, 97, 98, 101, 139, 141, 154, 157, 167, 224. 10. Oesterreicli- Ungarn. 23. F. v. Timmen. Beiträge zur Pilzflora Böhmens. (Verhandl. der kais. kgl. zoolog. bot. Gesellsch. in Wien 1875, S. 523-554.) Durch die Arbeiten von Corda, Kiombholz, P. M. Opiz, Veselsky, Kirchner und Peyl ist die Pilzflora Böhmens schon einigermassen bekannt, v. Th. hat durch 2'/ 2 Jahre die Umgebung von Teplitz in mykologischer Beziehung genau durchforscht und theilt in diesem reichhaltigen Verzeichniss seine Ergebnisse mit, indem er noch das von Anderen Gefundene hinzufügte, von dem er in seinem Herbar Exemplare besass. Einige aufgeführte neue Arten sollen demnächst in einem besonderen Aufsatze zusammengestellt und beschrieben werden. 24. A. Mahner. Ein neuer Trüffelfundort in Böhmen. (Lotos 1874, S. 79-81.) Im August 1873 wurden im Parke von Dlaschkowitz bei Lobositz in Böhmen Trüffeln gefunden. In dem ganzen Parke befinden sich nur drei Eichen und zwar weit entfernt von dem Fundorte, auf welchem Tilia, Fagus, Betula und Böbinia wuchsen. Die Nester verriethen sich schon durch eine leichte Erhöhung des Bodens, die Pilze lagen höchstens 4—5 Zoll unter der Oberfläche. Sie erwiesen sich als die ächte Tuber melanosporum. — Da in weitem Umkreise diese Trüffeln bis dahin noch nie gefunden worden sind, hält es Verf. für möglich, dass unverdaute Stücke des Pilzes mit dem Dünger aus dem Schlosse in den Garten gekommen sind und sich dort weiter entwickelt haben. Referate. — Geographische Verbreitung. 165 25. Fr. A. Hazslinsky. Beiträge zur Kenntniss der angarischen Pilzflora. III. Fungi hypogaei. (Verhandl. der kais. kgl. zoolog. bot. Gesellsch. in Wien 1875, S. 63—68, mit Taf. 3.) Dem Verf. sind aus Ungarn 9 verschiedene Arten unterirdischer Pilze bekannt, welche ausführlich besprochen werden, es sind: 1) Gautiera morchellaeformis Vitt. , welche H. für nicht verschieden von G. graveolens Vitt. hält; 2) Eydnangium nudum n. sp. : die Bartfelder Trüffel; 3) Bhizopogon rubescens Tul.; 4) Elaphomyces reticulatus Vitt.; 5) El. variegatus Vitt.; 6) Tuber aestivum Vitt.,' von mehreren Orten; 7) Chairomyces Dormizeri Corda; 8) Ch. gangliiformis Vitt.; 9) Ch. albus Corda. Die Chairomyces- Arten sind die am meisten verbreiteten und beliebtesten Trüffeln Ungarns. Sie erscheinen sporadisch vom Fusse der hohen Tatra fast bis zum Ufer der Save. Die Formen lassen sich nur schwer in gute Species fixiren. Tuber album Corda, von Tul. zu Ch. meandriformis Vitt. gezogen, hält H. vorläufig durch die Sporenentwicklung für verschieden, er erklärt sie für synonym mit Aschion concolor Wallr. 26. Derselbe. Hungarian Geasters. (Grevillea Bd. III, S. 161 - 163, Taf. 47.) Aufzählung der in Ungarn gefundenen Geaster-Arten Myriostoma coliiforme Dicks., Plecostoma fomicatuni Huds, Geastcr limbatus Fr., G. striatus DC. , G. fimbriatus Fr., G. rufescens Fr., G. cryptorrhynchiis Hzs. Kalchbr. n. sp., G. hygrometricus, mit Angabe der Fundorte und der localen Abweichungen. Auf T. 47 wird G. cryptorrhynchiis abgebildet. 27. J. v. Bolla. Einige neue Pilzarten aus der Umgebung von Pressburg. (Math.-naturw. Mitth. , welche sich auf vaterländische Verhältnisse beziehen. Herausg. von der ung. Akad. der Wissensch. Band XII, No. VI, S. 131-133.) [Magyarisch und lateinisch.] Fünf neue Arten mit kurzen lateinischen Diagnosen, welche auch ins Magyarische übersetzt sind: Agaricus tomentoso-liirsiitns S. 131. In truncis desectis faginis gregatim ad S. Georgium aestate in hyemen. Polyporus melleo-fuscus S. 131. In silvis montanis ad desectos Tiliarum truncos circum Posonium, autumno in primum ver. Polyporus bufonius S. 132. In silvis faginis ad terram circum Posonium Augusto in Nov. Tulostoma atrum S. 132. In pinetis montanis ad Posonium vere in autumnum. Hypoxylon Bacchi S. 132. In radicibus Vitis viniferae vinearum S. Georgiensium aestate in autumnum. Kanitz. 28. St. Schulzer von Müggenburg. Mykologische Beiträge. (Verhandl. der kais. kgl. zoolog. bot. Gesellsch. in Wien 1875, S. 79—82, mit einem Holzschnitte.) Beschreibung von 4 neuen, von Seh. bei Vinkovce gefundenen Pilzarten; es sind ein eigenthümlicher Gasteromycet und 3 Hymenomyceten (s. neue Arten). S. a. No. 43, 45, 46, 100, 193. 11. Schweiz. No. 44, 47, 53. 12. Italien. 29. G. Passerini. Diagnosi di Funghi nuovi. (Nuovo Giornale Botanico Italiano VII, p. 255-259.) Beschreibung von 16 Pilzen, welche Passerini in Italien, zumeist in der Umgegend von Parma aufgefunden hat und als neue Arten unterscheidet. (S. neue Arten.) 30. P. A. Saccardo. Fungi Veneti novi vel critici. Series II. (Nuovo Giornale Botanico Italiano Vol. VII, No. 4, S. 299-329.) 31. Derselbe. Fungi veneti novi vel critici. Series III. (Hedwigia 1875, S. 68—76.) 32. Derselbe. Fungi veneti novi vel critici. Series IV. (Atti della Sccietä Veneto-Trentina di Scienze Naturali res. in Padova, Vol. IV, fasc. 1, 1875, 41 S.) S. führt in diesen 3 Publicationen eine grosse Zahl von Pilzen auf, welche er in dem von ihm durchforschten Gebiete neu aufgefunden hat. 252 sind numerirt angeführt und meist genauer beschrieben, namentlich auch mit genauer Angabe der Nährsubstanz, auf welcher sie beobachtet worden sind. Zum grösseren Thell (173) sind es Sphaeriaeeen, deren Diagnosen und Abweichungen in den Maassen nach den Substraten sehr eingehend mitgetheilt werden. Als neu sind 118 Formen bezeichnet (99 Sphaeriaeeen). Ein grosser IßQ Kryptogamen. — Pilze. Theil der Formen ist in des Verf.'s Mycotheca veneta II und III. ein Theil auch in v. Thümen Mycotheca univ. niedergelegt, worauf im Text verwiesen ist. — Für die Bezeichnung der Spermatien- (Conidien-)formen der Sphaerellen Dedient er sich folgender Begrenzungen: 1. Septoria: spermatiis filiformibus, guttulatis v. septulatis. 2. Phyllosticta: sperm. (v. stylosporis) ovoideis v. oblongis, continuis. 3. Ascochyta: sperm. (v. styl.) ovoideis v. oblongis, 1-septatis. 33. Vincenze Cesati. Battarreae sp. an nova? — Puccinia Malvacearum. (Rendic. della R. Acad. delle scienze fisiche e matem. Napoli 6. Febr. 1875, 4 S. 4°.) Ueber Battarrea s. No. 197 Puccinia Malvacearum fand C. selbst Juni 1874 am Collosseum in Rom. Er stellt hier alle Angaben über die Wanderung des Pilzes übersicht- lich zusammen. - S. a. No. 43, 46, 47, 52, 170, 214, 242. 13. Asien. S. No. 90, 140, 241. 14:. Afrika. 34. G. Passerini. Funghi raccolti in Abissinia dal Sign. 0. Beccari. (Nuovo Giornale bot. S. 180-192, Tv. IV, V.) O. Beccari hat dem Verf. die Untersuchung der Pilze überlassen, welche er im Sommer 1870 im nördlichen Abyssinien gesammelt hat. Es sind 39 Arten, deren Bekannt- machung schon dadurch einen Werth erlangt, weil bisher aus Abyssinien noch gar keine Pilze beschrieben zu sein scheinen, während aus dem Verzeichniss hervorgeht, dass sich viele interessante Formenreihen finden. 9 Arten kommen auch in Europa vor (Irpex obliquus Fr., Corticium lacteum Fr., Tulostoma mammosum Fr., Puccinia Asparagi DC.> Ilypoxylon concentricum Fr. . H. argillaceum Bk. , Eutypa scabrosa Nke. , Sordaria pul- veracea Ces. et D. Nrs., Physarum mutans Pers. ß. viride), von diesen waren erst 2 in Afrika gefunden worden Hypoxylon concentricum und Physarum mitans Fl. Alger.) , 2 waren schon aus anderen Theilen Afrika's bekannt {Trametes lanata Fr. Guinea. Xylographa attenuata D. R. et Lev. Alger.). 28 sind von P. als neue Arten beschrieben und von 14 Arten auf 2 Tafeln Habitusbilder und mikroskopische Einzelheiten gegeben. 35. F. de Thümen. Fungi Austro ■ Africani. (Flora 1875, No. 24, S. 378—380.) v. Th. beschreibt 17 Blattpilze, die am Cap der guten Hoffnung, fast sämmtlich von Mac. Owen zu Somerset-East, gesammelt wurden. 9 davon werden als neue Arten auf- geführt (s. u. neue Arten), ausserdem sind genannt: Puccinia straminis Fckl. (Uredo) auf Digitaria sanguinalisj, Puccinia Cerasi Cda. auf Persica vulgaris, Puccinia Gladioli Cast. (Uredo auf Gl. Eclüoni), Puccinia Malvacearum Mont. (auf Altliaea rosea), Coleosporium ochraccum Bon, Uredo mixta Dub. (auf Salix capcnsis), Uredo Ricini Brnh., Microstroma quercinum Niessl (auf Quercus Robur). — S. a. No. 46, 47, 153. 15. Amerika. 36. SI. J. Berkeley. Notices of North American Fungi. (Grevillea No. 27—30, Bd. 3, S. 97—112, 145—160, Bd. 4, S. 1—16, 45-52.) Diese Fortsetzung der in den früheren Jahrgängen der Grevillea begonnenen Auf- zählung der amerikanischen Pilze führt weitere Species auf, zumeist Ascomyceten. Neu sind davon No. 601—844, also 243 Arten. 37. E. C. Howe. New Fungi. (Bulletin of the Torrey Botanical Club. New-York, Apr. 1875, Vol. VI, No. 4.) 3 Arten. S. n. A. 38. W. B. Gerard. New Fungi. (Das. No. V.) S. n. A. — G. beschreibt 8 neue Pilze, die er bei Poughkeepsie in New-York ge- funden hat. Zur Berichtigung führt er noch an, dass die früher von ihm als neu aufgestellte Peziza chrysophthalma die P. convexula Pers. und die P. nigra punctula = P. compressa Tul. ist. 39. C. C. Frost. Catalogue of Boleti of New England. (Bulletin of Buffalo Society of Nat. Scienc, vol. 11, p. 1.) Referate. — Sammlungen. 167 39a. M. C. Cooke. Synopsis of the Discomycetous Fungi of the United States. Bulletin of the Buffalo Society of Natural Sciences 1875, vol. II, S. 285-300, u. vol. III, S. 21—37.) Als einen Vorläufer für eine mykologische Flora der Vereinigten Staaten beabsich- tigt C. Verzeichnisse einzelner Gruppen der aus dem Gebiete bekannt gewordenen Pilze er- scheinen zu lassen, vorzüglich in der Absicht, amerikanische Mykologen zu veranlassen, Ergänzungen und Verbesserungen vorzubringen. Viele der aufgeführten Arten, auch der von Schweinitz aufgestellten bedürfen noch der Prüfung. In den vorliegenden Verzeichnissen werden die Namen der bisher bekannten Discomyceten, mit kurzer Angabe des Verbreitungs- bezirks und der literarischen Quellen aufgeführt, die Zahl der Arten aus den einzelnen Gat- tungen ist folgende: Morchella 3, Gyromitra 2, Helvella 9, Mitrula 6, Spathularia 1, Leotia 6, Cidaris 1 , Geoglossum 9, Peziza 252 , Helotium 38 , Chlorosplenium 7 , Psilo- pezia 3, Bliizina 1, Ascöbolus 4, Ascophanus 1, Ombrophila 4, Bulgaria 6, Vibrissea 1, Sarea 1, Dermatea 12, Umula 1, Cenangium 36, Enslinia 3, Cordierites 3, Patellaria 27, Sphinctrina 5, Propolis 8, Xylographa 2, Stictis 19, Naevia 1, Lichenopsis 1, Phacidium 18, Tympanis 19, Bhytisma 27, Dicliaena 4, Lophimn 2, Triblidium 5, Hysterhim 45, Glonium 4, Angelina 2, Hypoderma 11, Aclidiiim 1, LopJwdermium 8, Sporomega 1, Coccomyces 2, Colpoma 3, Ostropa 4, zusammen 630 Arten. — 24 Formen sind als neue Arten beschrieben, 6 von C. allein, 13 von C. et Peck., 2 von Ellis, 3 von B. et C. S. a. No. 46, 47> 85, 155, 158, 191, 203, 227, 228, 229. 16. Australien. 40. F. de Thümen. Symbolae ad floram mycologicam Australiae. (Grevillea IV, S. 70—76.) / v. Th. theilt Namen und Fundorte von 64 Pilzen mit, welche er von Baron Müller aus Australien zugesendet erhielt. Die Hymenomyceteu (46, darunter 10 neue Art.), Trcmel- lineen (1) , Gasteromyceten (8, darunter 1 neu) sind von Kalchbrenner, die Ascomyceten (3) von Rehm, die Uredineen (2, darunter 1 neu), Ustilagineen (1), Myxomycetcn (2), und ste- rilen Mycelien (1) von v. Thümen bestimmt. 41. Dr. Hector v. Berggren. On Ergot in Rye Grass. (Transact. and proc. of the New- Zealand Institute 1874, S. 488, 489.) Seit einigen Jahren hat das Mutterkorn auf den Weidegräsern in Neu-Seeland in bedeutendem Maasse überhand genommen. B. glaubt, dass es mit fremden Samen in die Kolonie eingeführt sein möchte. Vor vier Jahren schon wurde es auf „toitoi"-Gras gefunden, jetzt ist es auf dem Ryegrase ausserordentlich verbreitet. Viele Farmer haben beobachtet, dass die Schaafheerden ,' welche das Gras fressen, von einer Krankheit befallen werden, die in vielen Symptomen mit dem Ergotismus übereinstimmt, besonders wird die Vermehrung der Heerden beeinträchtigt, welche in einem controlirten Falle nur 17 Procent betrug. Die Krankheit konnte nur durch Wechsel der Weide gehoben werden. Pferde und Rinder erkrankten auch, doch nicht so ernstlich. — Als Mittel gegen das Mutterkorn, dessen Wachs- thum vielleicht durch den milden Winter Neu-Seelands gefördert wird, schlägt B. vor, das Gras vor der Reife des Mutterkorns zu mähen. — S. a. No. 47. 17. Süd-Pol arländer. 42. A. E. Eaten. First report of the naturist attached to the transit-of-Venus expedition to Kerguelen's Island 1874. (Cit.: Journal of Botany 1875, S. 183.) Von Pilzen wurden auf Kerguelen's Land gefunden: Agaricus (Psalliota) arvensis. Coprinus atramentarius uud ein eigentümlicher Parasit auf Azorella, welcher aus den Ro- setten derselben als klare Gallert hervorwächst und dann gelblich und fest wird, von un- bestimmter Form. Auch einige Sphaeriaceen auf Gras und abgestorbenen Pflanzenstengeln kommen vor. IL Sammlungen. 43. Dr. L. Rabenhorst. Fungi Europaei exsiccati. Centur. XX. (Dresd. 1875.) Die Beiträge stammen zumeist von verschiedenen Gegenden Deutschlands: Branden- burg (Magnus, A. Braun), Pommern (Fischer), Schlesien (J. Kühn), Pr. Sachsen (Staritz, J. Kunze, M. Rees, J. Kühn), Kgr. Sachsen (L. Rabenhorst, Krieger, Hantsch, Winter), jgg Kryptogamen. — Pilze. Baiern (A. Braun, M. Rees), Baden (Stitzenberger, De Bary, Schröter). — Sodanu aus Oester- reich (Pötsch, Sauter, v. Niessl), Ungarn (Kalchbrenner). — Italien (Cesati. Passerini, Sac- cardo, Beltrani-Pisani , Bagnis). - England (Broome, Plowright). — Schweiz (Cramer). — Norwegen (Kiaer). In 15 Nummern werden neue Arten vorgelegt (S. unter neuaufgest. Arten). Ausser- dem finden sich viele Formen, die als Seltenheiten durch die daran geknüpften Bemerkungen oder als Belege kürzlich publicirter Arbeiten erwähnenswerth sind, z. B. 1903. Ag. flaccidus Sow., mit angescb wollener Stielbasis (Kalchbrenner), 1902. Ag. scaber Müll, in A. lacerum Fr. vergens (Broome). 1910. Exobasidium Rhododendri: Alpenrosen -äpfeli (Cramer). 1961. Peronospora violacea Berk. f. Dipsaci (Schröter). 1964. Fusisporium anthophilum A. Braun. 1965. Rhizoctonia violacea Tul. forma Dauci Kühn , welche an den Wurzeln der Möhren, Kunkelrüben die „Schwärze oder Russthau" verursacht. Eelminthosporium rliizoc- tonon Rabh., dem Sorauer die Krankheit zuschreibt, stellt nur die Conidienform des Pilzes dar. Rhizoctonia Medicaginis DC. und Byssothecium circinans Fuck. werden auch hierzu gezogen. 1966. Pucc. Malvacearum Mont. a. Korn (Beltrani-Pisani). 1968. PuQcinia Tor- quati Pass. und Aecidium Smirnii (Bagnis). 1975. Aecidium Ranunculacearum DC. a. Aco- nitum septentrionäle (Kiaer). 1979. Aecidium conorum Piceae (R. Rees). 1983. Entyloma Ungerianum (De Bary). 1987. Uromyces Omithogali Schi. (J. Kühn.) 1989. Ustilago Kühniana Wolff auf Rumex acetosa: der Pilz überwintert im Rhizom und fructificirt all- jährlich in den Inflorescenzen. (De Bary.) 1995. Ustilago Reesiana Jul. Kühn. (J. Kunze.) 1996. Ust. Omithogali (Schmidt et Kze.) J. Kühn = Ust. umbrina Sehr, wie J. K. durch Vergleichung vieler Originalexemplare v. Schm. et K. feststellte. 1997. Ust. Tulasnei Kühn. Index in Rabenhorst Fungorum Europaeorum exsiccatorum Cent. I— XX. Die Namen der in den 20 Centurien der Sammlung erschienenen Pilze sind in diesem Verzeichniss (18 Seiten gr. Quart) alphabetisch zusammengestellt mit Verweis auf die Nummer der Sammlung. 44. L. Fuckel. Fungi rhenani. Fase. 27. Der Inhalt ist in den Symbolae mycologicae 3 Nachtr. des Verfassers (14) angeführt. 45. F. de Thümen. Fungi austriaca exsiccati. Centuria XIII. (Bayreuth 1875.) Diese Centurie enthält wieder Beiträge aus verschiedenen Theilen Oesterreichs und von vielen österreichischen Mykologen gesammelt und zwar aus Böhmen (v. Thümen, v. Thümen fil., Kirchner), Salzburg (Sauter), Nieder-Oesterreich (v. Thümen, Rössler, Wallner, Buller), Tirol (Rehm), Ungarn (Tauscher, Lojka), Siebenbürgen (Barth, Lojka). Als Selten- heiten sind unter Andcrm bezeichnet: Microxiphium Footii Harw. auf Mercurialis , Ery- siphe communis f. Belphinii Ajacis , E. lamprocarpa f. Stachydis germ., Polyporus abie- tinus Fr. auf Populus nigra. — Kirchner hat eine Sphaeria als neue Art mitgetheilt. Mit dieser Centurie schliesst v. Thümen diese Sammlung. 46. Derselbe. Herbarium mycologicum oeconomicum. Fase. V, VI, VII. (Bayreuth 1875.) Es sind in No. 201 — 350 dieser Sammlung wieder eine Anzahl ökonomisch recht interessanter Pilzformen mitgetheilt, meist Parasiten auf Culturgewächsen , worunter auch viele Hymenomyceten auf Obstbäumen (z. B. Hydnum Schiedermayeri als schädlicher Parasit der Aepfelbäume) , theils auch essbare (z. B. Terfezia Leonis, Tuber Magnatum), theils anderweitig ökonomisch interessante Pilze (z. B. Tonüa Chartarum, welche Tapeten zerstört und auf die Mauern übergeht, Rhizomorpha cliordalis Ach., welche Brunnenröhren verstopft u. a.). Auf den Etiquetten wird der Nutzen oder Schaden, den der betreffende Pilz bringt, erörtert, v. Th. stellt 4, Passerini 2 unvollkommene Pilze als neue Arten auf. — Die Beiträge stammen von dem Herausgeber, Passerini, J. Kühn, Fr. Körnicke, Rössler, E. Rostrup, A. Batalin, Ch. B. Plowright, Hartig, Boller, Meyer, J. Paul, Kemmler, W. G. Schneider, L. Becker, C. Bagnis, J. B. Ellis, Saccardo, Beltrani-Pisaui, J. Wallner, Grimm, Sautor, Leitgeb, Mi Owan, Gerhardt, Schröter. 17. Derselbe. Mycotheca universalis. (Cent. I— III. Bayreuth 1875.) v. Th. hat es sich zur Aufgabe gemacht, in dieser Sammlung Pilze aus allen Erd- theilen auszugeben. Jährlich sollen drei Centurien erscheinen. Die Absicht des Heraus- gebers ist in den ersten drei Centurien sehr vollständig erfüllt, es finden sich in denselben Referate. — Arbeiten allgemeinen oder vermischten Inhalts. 169 Beiträge von 29 Mykologen nicht allein aus verschiedenen Ländern Europa's, sondern auch aus Nordamerika, dem Cap der guten Hoffnung, Australien. Gegenwärtig überwiegen aller- dings noch die Beiträge aus Deutschland, die etwa die Hälfte betragen und meist von v. Th. bei Bayreuth und von Winter bei Leipzig gesammelt sind. Von anderen Ländern ist Oesterreich mit 28, Italien mit 34 (Passerini, Saccardo, Bagnis , Beltrani-Pisani) , England mit 17 (Plowright, Cooke , Phillips, Vize), Schweiz 16 (Morthier), Dänemark 6 (Rostrup), Finland 6 (Karsten), Nordamerika 31 (Ellis, Gerard), Cap der guten Hoffnung 2 (Mac Owan), Australien mit 1 Nummer (von F. Müller) vertreten. — Von 14 als neue Arten aufgestellten Formen sind die Diagnosen, von den anderen Synonymen und genaue Fundortsangaben auf den Etiquetten mitgetheilt. — Die Exemplare liegen frei in geschlossenen Kapseln, deren 2 bis 4 auf ein loses Blatt geklebt sind, sie sind gut und meist sehr reichlich. 48. W. Phillips. Elvellacei Britannici. Fase. I u. II je 50 Species in getrockneten Exemplaren, darunter seltenere Formen von Peziza, von denen viele hier zum ersten Male ausgegeben werden, Verzeichniss in Grevillea Bd. III, S. 131 und IV, S. 84. 49. C. B. Plowright. Sphaeriacei Britannici. (Cent. H. Grevillea Bd. III, S. 164.) Es werden als Seltenheiten in dieser Centurie angeführt: Torrubia entomorrhiza, Hypocrea äelicatula, Hypomyces torminosus , Dothidea Piggotii , Melanconis longipes, Lophiostoma angustilabra und Sphaeria Scirpi, als ganz oder doch für Grossbritannien neu: Hypocrecopsis pidchra, Nectria mammoidea, Biaporilie Berkhausii, D. sumaricola, D. spina, Cuciirbitaria Didcamorae, Sphaeria equorum, Sph. carbonaria, Belitschia Winteri, Sphaeria applanata, Sphaerella Iridis und Sph. Typhae. 50. J. E. Vice. Fungi Britannici. Fase. II. Diese Sammlung, deren erste Centurie bereits im Bot. Jahresber. f. 1873, S. 47 erwähnt wurde, soll nach Cooke (Grevillea III, S. 164) besonders Peronosporaceen, Uredineen und Ustilagineen bringen, so dass durch sie die anderen englischen Pilzsammlungen (48, 49, 51) ergänzt und das Studium einzelner Pilzklassen nach getrennten Exemplaren durch diese Sammlungen erleichtert wird. Als Seltenheiten, welche in diesen 2 Centurien enthalten sind, werden aufgeführt : Septonema elongatispora, Ustüago Salveii, Graphiola Phoenicis, Aecidium Calthae, Puccinia truncata, P. Vincae (nach C. ist P. Berkeley Pass. von P. Vincae Cast. nicht verschieden), Tuburcinia Irientatis e. c. 51. M. C. Cooke. Fungi Britannici Second Series. Cent. I, II. Die Ausstattung ist gegen die erste Serie verbessert (Bot. Jahresbericht für 1874), ausserdem sind bei vielen Exemplaren Abbildungen der Sporen beigefügt, alle mit der Camera lucida nach demselben Maassstabe gezeichnet und nach den Originalzeichnungen lithographirt. Mittelst eines Maassstabes, der in Grevillea Bd. IH, Taf. 28 abgebildet ist, kann die Grösse der Sporen sogleich direct abgelesen werden. 52. P. A. Saccardo. Mycotheca Veneta. Cent. II und III. (Patavii 1875.) 53. Dr. Rehm. Ascomypeten. Fase. VI. (Windsheim 1875, No. 251—300. Verzeichniss in Flora 1875, S. 432.) Mit dem Autornamen des Herausgebers sind 18 Arten verzeichnet (16 Discomyceten, 7 Pyrenomyceten). — S. d. Namen unter n. Arten. III. Arbeiten allgemeinen oder vermischten Inhalts. 1. Allgemeines. 54. M. C. Cooke and M. J. Berkeley. Fungi, their nature, infiuences, uses etc. (Being the XVI. Vol. of International Scientific Series. London, M. S. King and Co.) In Grevillea Bd. III, S. 140-142 wird Folgendes als Inhalt des Buches angegeben. Cap. I von der „Natur der Pilze" schliesst mit einigen Bemerkungen über die Gonidien- Frage bei den Flechten, und die Beziehungen der Flechten zu den Pilzen. — Cap. II von der „Structur der Pilze" handelt von den Ordnungen in ihrer gewöhnlichen Folge. Bei den Agaricini wird eine Anspielung auf die Schläuche, die man in den Lamellen von Agaricus melleus vermuthet hat, gemacht. In diesem Capitel werden Illustrationen von den Haupttypen der Structur gegeben. — Cap. III von der „Classification" erklärt, soweit es die Grenzen 170 Kryptogamen. — Pilze. des Buches erlauben, die Grundzüge der Classification und die Beziehungen der verschiedenen Gruppen zu einander, den Schluss bildet eine tabellarische Anordnung der Familien und Ordnungen. — Cap. IV von der „Verwendung der Pilze" beginnt mit einer Aufzählung der essbaren Arten, und schliesst mit denen, die in der Industrie benützt werden. — Cap. V über „bemerkenswerte Phänomene" bringt Mittheilungen über die bekannten Fälle von Phos- phorescenz, Farbenänderung, besonderen Geruch und andere bemerkenswerte Phänomene — Cap. VI über „Sporen und ihre Ausstreuung" theilt die Form und Vertheilung der Basidio- sporen, Stylosporen, Spermatien, Trichosporen, Sporangien, Thecasporen etc. mit, illustrirt durch einige ihrer Haupttypen. — Cap. VII über „Keimung und Wachsthum" geht die ver- schiedenen Ordnungen durch mit Besprechung der von verschiedenen Autoren in den letzten 5 Jahren über Keimung gemachten Beobachtungen, und bei einigen Beispielen die Bildung secundärer Sporen, mit den verschiedenen Phasen, welche gewisse Species durchlaufen. — Cap. Vin über „Geschlechtliche Fortflanzung". — Cap. IX über „Polymorphismus". — Cap. X „Einfluss und Wirkung", Beziehung der Pilze zu den Krankheiten, ihre Einwirkung auf Menschen, niedere Thiere und Pflanzen. — Cap. XI, „Nährpfianze", betrachtet den Gegenstand von 2 Gesichtspunkten, 1) die Nährpflanzen der verschiedenen Arten, 2) die verschiedenen Arten, welche dieselben Pflanzen bewohnen. — Cap. XH, „Cultur", beschränkt sich nicht auf die Arten, welche zu ökonomischem Gebrauch cultivirt werden, sondern betrachtet auch die Cultur zu wissenschaftlichen Zwecken. — Cap. XIII, „Geographische Vertheilung". — Cap. XrV, „Sammlung und Aufbewahrung". 55. Dr. 0. Brefeld. Methoden zur Untersuchung der Pilze. (Landwirthschaftliche Jahr- bücher 1875, S. 151—175.) B. entwickelt hier in allgemeinverständlicher Weise die Methoden, wie man para- sitische Pilze, welche Pflanzen- oder Thierkrankheiten verursachen, beobachten soll. Zum grössten Theil stützt er sich auf die bei seinen eigenen Untersuchungen gewonnenen Erfah- rungen. (S. Bot. Jahrber. f. 1874, S. 212.) 56. Derselbe. Neue Culturmethoden für die Untersuchung der Pilze. (Sitzungsber. der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin 1875, S. 125 — 133.) Die neueren Culturmethoden für Pilze, welche B. eingeführt hat, haben den Zweck, „Verhältnisse für die Cultur zu ermöglichen, wie sie die Natur nur selten bieten kann, wie sie sie für den Gang der Untersuchung niemals zu bieten vermag, um auf diesem Wege den vollkommenen ununterbrochenen Entwickelungsgang der Pilze zu erzwingen, der sich in der Natur für gewöhnlich nicht vollzieht". Die Einzelheiten des Verfahrens (Düngung von des- inficirtem Brod mit flüssigen Nährmitteln) hat B. schon früher genau beschrieben. Hier werden einige schöne Resultate mitgetheilt, welche durch diese Methode gewonnen wurden. Asper- gillus niger, bis dahin nur in seiner schwarzsporigen Conidienform bekannt, bildet bei der Methode mächtige Sclerotien, die in einigen Punkten mit denen von Penicillium überein- stimmen, in anderen von diesen abweichen; sie wandeln sich im Laufe längerer Zeit in Ascen treibende Früchte um. Eine Peziza, welche nicht selten auf Topinambur parasitisch vorkommt, bildet in den Culturen Sclerotien und eigenthümliche Conidien, welche nicht keimen. — Cordiceps militaris wächst mit seltener Ueppigkeit auf präparirtem Brode. — Mit Leichtigkeit gelang es, aus den Sporen von Agaricus melleus die Rhizomorphen wieder zu ziehen. — „Diese That- sachen (die an sog. ächten Parasiten gewonnenen Erfahrungen) beweisen, dass unsere Auf- fassung über Parasitismus und parasitische Pilze eine befangene ist." Die neuen Cultur- methoden Hessen sich , wie B. glaubt , auch auf die Flechten mit Vortheil anwenden. Die Sclerotien der Peziza und die Rhizomorphen stränge des Agaricus melleus lassen sich in klaren Lösungen auf dem Objectträger ziehen und dabei ihre Entwickelung voll- ständig übersehen. Spermatien oder Conidienbildung findet dabei nicht Statt. 57. E. Ballier. Reform der Pilzforschung. Offenes Sendschreiben an Herrn Professor De Bary. Jena 1875', 14. S. H. behauptet, dass er bei mykologischen Untersuchungen den richtigen Weg verfolge, während De Bary nach einer ganz falschen Methode arbeite. „Die wichtigsten der von mir angegebenen Thatsachen, sagt er, so vor Allem die ganze Micrococciis - Lehre, werden in Referate. — Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts. 171 kürzester Frist die allgemeinste Anerkennung erworben haben und von dem Augenblick an wird in Zoologie und Botanik Alles nach meiner Methode arbeiten." Direct sucht er die Richtigkeit seiner Methode durch seine Darstellung der Entwickelung von Peronospora infe- stans zu beweisen. Es wird zwar anerkannt, dass De B. durch Entdeckung der Schwärmer „eine schöne Beobachtung gemacht" habe, derselben wird aber jeder weitere Werth abgesprochen, da die Keimung der Sporen durch Keimschläuche das Normale sei. Auch habe De B. nicht erkannt, dass die Schwärmer zu einer Amöbe zusammenfliessen, die dann mit einem Keim- schlauche auskeime, ebensowenig dass die Kartoffelkrankheit durch Bacterien (MicrococeusJ, Spicaria, Fasisporium erzeugt wird, die sämmtlich aus der Peronospora hervorgingen u. s. w. 58. M. C. Cooke. The tendencies of systematic botany. (Populär science review, Jul. 1875, 10 S.) C. wirft der modernen beschreibenden (systematischen) Mykologie eine Reihe von Verirrungen vor. Er rechnet dahin erstlich die scrupulöse Genauigkeit, mit der mikro- skopische Einzelheiten wiedergegeben würden, während die allgemeinen Umrisse vergessen würden. Einen grossen Fehler erblickt er in der Zersplitterung der alten Gattungen und in einer abgeänderten Definition der alten Gattungsbezeichnungen, sowie in der Vermehrung der Arten und in der Unterdrückung der alten Autorenbezeichnungen durch neue Com- binationen. Als abschreckendes Beispiel scheinen ihm besonders die Ansichten vorgeschwebt zu haben, welche Fuckel in seinen Symbolae mycol. durchgeführt hat. — Die englischen Botaniker sind, wie C. annimmt, bisher von dieser Epidemie, welche besonders auf dem Con- tinent wüthen soll, verschont geblieben. Die Zahl der Gattungen der Pilze schätzt er auf 1000, die der Species auf 20,000, davon sind 5000 für die Hymenomyceten, 2200 für die Discomyceten und 4400 auf die übrigen Ascomyceten gerechnet. 59. A. Gilkinet. Memoire sur le polymorphisme des Champignons. (Memoires couronnes et autres mem. publiees par l'Academ. de Belgique 1875, 122 S. und 3 Taf.) Die Kgl. Belgische Akademie hatte im Jahre 1873 eine Preisaufgabe gestellt, welche zum Gegenstande eine Erörterung über den Polymorphismus der Pilze haben sollte. Es wurde verlangt, 1) eine gedrängte kritische Uebersicht der den Polymorphismus der Muce- dineen betreffenden Beobachtungen, 2) eine genaue Abgrenzung des Theiles der Entwickelung, welcher ursprünglich der eigenen Natur der Pflanze zuzuschreiben ist, und dann dessen, der durch die äusseren Bedingungen herbeigeführt wird, 3) positiver Beweis oder genügende Widerlegung der Thatsache, dass sich die Fermentpilze unter Umstünden in höhere Pilze umwandeln können. Gilkinet, dessen Arbeit mit dem Preise gekrönt wurde , musste sich den Stoff, den er bearbeitet hat, etwas anders zurechtlegen als in der Aufgabe geschehen, weil jene Anordnung mehr für den passend ist, welcher den Polymorphismus der Pilze vertheidigen resp. beweisen wollte, während G. den entgegengesetzten Standpunkt vertritt. Er bringt daher iu dem ersten Abschnitte eine Uebersicht der über den sog. Polymorphismus aufgestellten Behaup- tungen von Turpin und Kützing, welche (1837) zuerst die Umwandlung der Hefe in Peni- cillium resp. Sporotricham und Mucor gesehen haben wollten, Spring, Bail etc. bis Pouchet, Halber, Hoffmann, Carnoy. Im 2. Theile bringt er eine Darstellung der Entwickelung von Mucor Mucedo, M. racemosus, Cliaetocladium , Thamnidium , Eurotkim aspergillus, Peni- cillium nach den neuesten Untersuchungen, um zu beweisen, dass diese Pilze sich nie in andere Pilze umwandeln können, besonders auch nicht in Hefe, und dass sie mit wenigen Ausnahmen auch keine Gährung hervorrufen. Im 3. Theile werden ebenso die Ergebnisse der neueren Untersuchungen über die Hefe, resp. Gährungspilze besprochen, durch welche bewiesen wird, dass diese Organismen ebenfalls keine Verwandlungen in andere Pilze ein- gehen. — Durch diese Darstellungen glaubt G. vollkommen klar gelegt zu haben, dass der Polymorphismus der Pilze in dem Sinne, wie ihn die im ersten Abschnitte genannten Autoreu aufgefasst haben, nicht besteht. 2. Physiologie und Chemie. 60. A. Müntz. Recherches sur les fonctions des Champignons. (Comptes rendus hebd. des seances de l'Acad. des Sciences 1875, Bd. 80, S. 178—181.) Alle Autoren sind darüber einig, dass bei der Respiration der Pilze in atmosphärischer 272 Kryptogamen. — Pilze. Luft Sauerstoff verbraucht und Kohlensäure ausgeschieden wird, ebenso steht nach den Untersuchungen Marcet's fest, dass sie nach Verbrauch des freien Sauerstoffs auf Kosten ihrer Substanz Kohlensäure bilden und entwickeln, die Ausscheidung von Wasserstoff und anderer Gase musste noch für zweifelhaft gelten. M. untersuchte die Respiration bei einem höheren Pilze: Agaricus eampestris, indem er einen permanenten Luftstrom über denselben hinführte und die abgehende Luft analysirte. Er kam zu folgenden Schlüssen: In Gegenwart von atmosphärischer Luft, die beständig erneuert wird, bildet sich kein verbrennbares Gas, wie Wasserstoff, Kohlenoxydgas oder Kohlenwasserstoff. In einer Atmosphäre von reinem Stickstoff wird Kohlensäure und Wasser- stoff aasgeschieden, kein Kohlenoxyd oder Kohlenwasserstoff. In diesem Falle fand also eine innere Verbrennung Statt, die mit Wasserstoffausscheidung verbunden war. Als Quelle der Wasserstoff bildung fand M. den Zucker des Pilzes, welcher hier Mannit ist. Dieser geht dabei in Alkoholgährung über, Pilze die längere Zeit in nicht brennbaren Gasen vegetirt hatten, enthielten grosse Mengen von Alkohol (ein anderes Ferment war nicht aufzufinden), während dies bei Pilzen, die an der Luft wachsen, nicht der Fall ist. Pilze, welche kein Mannit, sondern Trehalose enthalten, entwickeln Alkohol ohne Ausscheidung von Wasserstoff. — Aus diesen Thatsachen wird der allgemeine Schluss gezogen, dass alle Pilze, die der Wirkung des Sauerstoffs entzogen werden, den zu ihrer Verfügung stehenden Zucker in Alkohol und Kohlensäure umwandeln. Bei der Hefe ist dieser Process typisch, für Penicüliiim und Mucor war er auch schon früher nachgewiesen. M. betrachtet die Alkoholbildung als einen ab- normen Vorgang, der aber nur durch abnorme Vegetationsbedingungen , nicht durch krank- hafte Veränderung des Pilzes hervorgerufen wird. Bierhefe war nie in den normalen Vege- tationszustand überzuführen. Bei reichlicher Sauerstoffzufuhr in Glucoselösung wurde von ihr nicht mehr Kohlensäure ausgeschieden, als bei der Alkoholgährung. Eine Umwandlung der Hefezellen in andere Vegetationsformen fand auch unter diesen Bedingungen nicht Statt, dagegen bildeten die meisten Zellen endogene Sporen. 61. F. Sestini et J. Del Torre. Les moisissures qui naissent et se developpens sur les matieres organiques s'assiinilent-eües l'azote de Vair atmospherique ? — (Bulletin de la Societe chimique de Paris 1875, S. 494—496.) Die Verf. wollten die Frage entscheiden, ob Dünger durch Wachsthum von Schimmel- pilzen Stickstoffgehalt verliert oder ob diese Pilze im Gegentheil den atmosphärischen Stickstoff fixiren. Sie wiederholten zu diesem Zwecke die Versuche Boussingault's, welcher mit auf Molken vegetirenden Schimmeln operirte , unter etwas abgeänderten Bedingungen. Das Ergebniss ihrer Untersuchung genügte, um den Schluss zu ziehen, dass die Schimmel- pilze weit davon entfernt sind, den Stickstoffgehalt der Körper, auf denen sie sich entwickeln, zu vermindern, sondern ihn vermehren. Sie gaben keine entscheidende Auskunft darüber, ob die Schimmel den atmosphärischen Stickstoff in Ammoniak verwandeln, die Verf. glauben aber, dass die Vermehrung des Stickstoffgehaltes nur von einer Absorption des atmosphä- rischen Ammoniaks herrührte. 62. J. B. Schnetzler. Champignon du genre Peziza sur du plätre. (Bulletin de la Societe" vaudoise des sciences natur., 2. Ser., Vol. XIII, No. 73, S. 382—383.) Längs des Gesims einer Zimmerdecke, von feuchtem Gyps bedeckt, wurden rothe Flecken bemerkt, welche aus Peziza convexula in voller Fruchtbildung bestanden. Dieser eigentümliche Standort für den Pilz giebt Sehn. Gelegenheit, die Frage aufzuwerfen, wie wohl derselbe die zu seiner Vermehrung nöthigen Proteinstoffe gebildet haben möge. Sehn, führt an , dass der Gyps keine organische Substanz enthalten habe , die Peziza dürfte also nach Sehn. Ansicht den für die Proteinstoffe des Protoplasmas nöthigen Schwefel aus dem Gyps entnommen haben. Ebenso würde durch den chlorophyllosen Pilz Kohlensäure und Stickstoff oder anorganische Stickstoffverbindungcn , assimilirt worden sein. Sehn, stellt die Frage, ob nicht etwa bei diesem Processe der Schwefelgehalt des Gypses eine wichtige Rolle gespielt habe. 63. W. T. Thiselton Dyer. Sexua? reproduetion of ThaHophytes. (Quaterly Journal of micro- scopical science L. 1875 , S. 295 - 326). Referirende Zusammenstellung der neuerdings ausgesprochenen Ansichten über die Referate. — Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts. 173 Fortpflanzung und geschlechtliche Entwicklung der Thallophyten, besonders nach den For- schungen und Darstellungen deutscher Autoren : Cohn, Pringsheim, Sachs, De Bary, Brefeld u. s. w., 14 Holzschnitte (Copieen) erläutern die Darstellung. 64. A. II. Church. Some contributions to plant Chemistry. (Journal of Botany 1875, S. 169.) Ch. untersuchte 28 Gramm von Geoglossum difforme. Sie enthielten im frischen Zu- stande in 100 Theilen: 92,06 Wasser, 6,84 organische Substanz, 1,10 Asche. Die getrockneten Pilze enthielten: 8,85 Fett, 19,01 Eiweissstoffe (aus dem Stickstoff berechnet), 58,27 Cellulose, 13,87 Asche (davon 18,1 Proc. P 2 5 ). — Der Stickstoffgehalt in der getrockneten Substanz betrug 3 Proc, der Phosphorsäuregehalt derselben 2,51 Proc. Beides weniger als bei anderen Pilzen. 3. Fermentwirliuiig. *) 65. J. Duvai. Ueber die Natur der Fermente. (Aus Journ. de l'anat. et de physiol. durch Centralblatt f. d. medicin. Wissensch. 1875, p. 118.) Duval giebt au, er habe die Bierhefe durch viermal wiederholtes Einsetzen in gekochten und filtrirten Traubensaft derartig gereinigt, dass dadurch die gewöhnlich der Hefe beigemischten Bacterien vollständig verschwunden seien. — Hierauf wurde sie zu einer mit Glycose versetzten Molke gethan, wo sie in kurzer Zeit Milchsäuregährung ver- anlasste, die Hefe wäre also aus einem Alkoholferment ia ein Milchsäureferment verwandelt worden. Dabei hätte sie auch morphologisch ein ganz verändertes Aussehen gewonnen, an Stelle der Hefekugeln fanden sich Bacterien und Ketten glänzender kleiner Kugeln, die nach Duval endogen aus den Hefezellen entstanden wären. — Solche gereinigte Hefe frischem Herbivorenharn zugesetzt, soll Benzoe-Gährung veranlassen. 66. A. Müntz. Sur les ferments chimiques et physiologiqces. (Ann. de Chimie et de Physique, 5 . Ser., T. V, 1875, S. 428 - 432, u. Cpt. rend. hebd. de V Acad. des Sc. 1875, Bd. 81 , S. 1250 - 1253.) Zur Unterscheidung der chemischen und physiologischen (organisirten) Fermente wendet M. das Chloroform an. — Gährungen, welche von lebenden Organismen begleitet werden (Beispiele: Gerinnen der Milch, Urinfäulniss , Milchsäure-, Alkoholgährung) werden durch Chloroform aufgehoben, chemische Gährung (Glycosebildung, Emulsinwirkung, Senföl- bildung) werden dadurch gar nicht beeinflusst. Chloroformirte Hefe invertirt Rohrzucker- lösung (chemische Fermentwirkung) vollständig, ohne eine Spur Kohlensäurebildung zu ver- anlassen (organische Fermentwirkung). M. hofft durch Chloroform eine Unterscheidung der Krankheitsgifte (virus) in solche Gifte, die wie Diastase etc. (chemisch), und in solche, die wie Vibrionen etc. (organisch) wirken, durchführen zu können. Die einige Stunden lang anästhesirte Hefe erreichte nach Aufhören des Versuchs nicht mehr ihre alte Kraft, das Milchsäureferment erholte sich vollständiger. Längere Zeit fortgesetzte Einwirkung tödtete diese Fermente. 67. M. Gayon. Du roie des etres mieroscopiques et de moisissures dans l'alteration des matieres organiques. Putrefaction spontanee des oeufs. (Annales des Sciences nat. VI. Ser. Bot. T. I. 1875, S. 201—219. Taf. 7.) G. theilt seine Versuche über die Entstehung der Fäulniss der Eier, deren Haupt- resultate schon bekannt sind, hier ausführlich mit. In faulenden Eiern findet man immer Bacterien, sie haben zu ihrer Ernährung Luft nöthig und sind deshalb dicht unter der Schaale an der Haut des Eies bei weitem zahlreicher als im Inuern des Eiweisses. Im Anfange bemerkt man nur kurze bewegte Bacterien (B. Termo) , später treten Vibrionen (Dujardin) und lange Stäbchen (Buttersäure-Bact. Pasteur's) auf, bei fortgeschrittener Fäul- niss sind diese allein übrig. Ungeschüttelte Eier können (gegenüber den Behauptungen Donne's) auch selbst in Fäulniss übergehen. Die Ursache der Fäulniss sind nur die Bacterien. Man findet auch Schimmelsporen in den Eiern, diese stehen aber mit der Fäulniss in keinem Zusammenhange. Die Fäulnissorganismen stammen aus dem Eileiter der Vögel. Versuche zeigen, dass die Bacterien nicht selbstständig durch die Poren der Eischale in das Ei ein- dringen, dagegen werden Zellen, welche sich in den Eileitern finden (Epithelium, Hefezellen; von dem Ei mitgeführt und in ihm eingeschlossen. G. hat die Eileiter vieler Hühner unter- sucht und in demselben vielerlei Organismen bis zu der Höhe gefunden, wo sich die Eischale J ) Siehe Physiologie niederer Organisineo. 174 Kryptogaraen. — Pilze. bildet, sowohl Bacterien als auch grössere Pilzsporen. Wahrscheinlich werden diese Orga- nismen während des Begattungsactes von der Kloake aus übertragen und durch die Bewe- gung der Spermatozoen in die Höhe geführt. — Auf der Tafel werden die verschiedenen in faulen Eiern und in der Kloake und den Eileitern der Hühner von G. gefundenen Orga- nismen abgebildet. 68. Derselbe. Reponse ä deux -Communications de Bechamp relatives aux alterations spontanees des oeufs. (Compt. rend. hehd. des seanc. de l'Acad. des Sc. nat. 1875, Bd. SO, S. 074.) 69. Derselbe. Observations sur les alterations spontanees des oeufs. (Das. Bd. 81, S. 1096—1098.) Gegen den Widerspruch Bechamps (S. No. 122) hält G. seine Beobachtung, dass er in jedem Falle von faulen Eiern Bacterien gefunden habe, aufrecht, und nimmt an, dass B. dieselben übersehen habe. 70. H. Kolbe. Weitere Mittheilungen über Wirkung der Salicylsäure. (Kolbe's Journal für praktische Chemie. 11. Bd., 1875, S. 9—23.) Vergleichende Versuche über die Salicylsäure und einige isomere Säuren in ihrer Wirkung auf die Entwicklung der Bierhefe. Es wird zum Schluss auf die innerliche Anwendung der Salicylsäure als Heilmittel hingewiesen und ein Bericht des Professors Wunderlich darüber mitgetheilt. 70. Derselbe. (Das. S. 213—215.) Mittheilung über Anwendung und günstige Wirkung der Salicylsäure in der Thier- heilkunde. 70. Derselbe. (Dingler's Polytechnisches Journal, Bd. 215, 1875, S. 245-251, 345—349.) 71. Dr. W. Wagner. Praktische Beobachtungen über die Wirkung der Salicylsäure. (Das. S. 57-63.) Empfehlung der Säuren für alle Krankheitsfälle, in denen wir annehmen dürfen, dass dieselben durch kleinste Organismen erregt werden. — Bei der Diphteritis scheint sie nicht blos eine grosse Heilkraft zu entfalten, sondern auch den Verlauf der Krankheit wesentlich abzukürzen. 72. Karl Fontheim. Die Wirkung der Salicylsäure als Arzneimittel. (Das. S. 211—213.) Die Wirkung der Salicylsäure gegen Diphterie (innerlich und äusserlich) wird als ganz sicher gepriesen. Von 32 Fällen, die von F. damit behandelt wurden, starb keiner, Allgemeindiphterie etc. kam nicht vor. 73. Prof. Br Zürn. Die Salicylsäure in der Veterinärpraxis. (Das. S. 215—219.) Zürn hat die Salicylsäure in der Veterinärpraxis mehrfach mit dem herrlichsten Erfolg angewendet, sowohl innerlich als äusserlich. — Er gibt eine vergleichende Uebersicht der Wirkung von: essigsaurer Thonerde, Phenylsäure und Salicylsäure auf niedere (Fäul- niss-) Organismen. Von Salicylsäure war eine Concentration von 1 : 300 zur Tödtung der- selben erforderlich, schwächere Lösungen zeigten sich als ungenügend. 74. C. Neubauer, üeber die gährungshemmende Wirkung der Salicylsäure. (Kulbe's Journal für prakt. Chemie, I. Bd., 11, 1875, S. 1—9, II, S. 354-372, III. Bd., 12, S. 331—347.) Die mitgetheilten exacten Versuche beweisen, dass Salicylsäurezusatz die Gährung des mit Hefe (meist Saccharomyces clllpsoidens) versetzten Mostes aufhält und die Ver- mehrung der Hefe selbst bei sehr geringem Säurezusatz bedeutend herabsetzt. Ebenso wurde die Entwickelung der auf Most ausgesäeten Sporen von PenicüHum crustaccum verhindert. Die Bildung von Mycodcrma vini und Mycoderma aceti wurde durch Salicylsäure ebenfalls verlangsamt. Zusatz der Säure zu Moselwein (im Verhältniss von 80 Gramm auf 1000 Liter) verhinderte 4 Wochen lang die Bildung dieser Pilze. Durch eine besondere Versuchsweise widerlegt Verf. Angriffe, welche von Fleck gegen ihn gerichtet waren. # 74. Derselbe. Ueber die gährungshemmende Wirkung der Salicylsäure. (Dingler's Polytech- nisches Journal Bd. 215, S. 169-171.) Empfehlung der Säure in der Weintechnik, besonders zur Verhinderung der Nach- Referate. — Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts. 175 gährung. 100 Gramm Salicylsäure auf 1000 Liter Most genügen, um Hefe von 98 Gramm Trockengewicht unfähig zu machen. 75. L. Letzerich. Ueber die Wirkung der Salicylsäure auf die Diphtherieorganismen. (Allgem. medicinische Centralzeitung, 1875, S. 193—194.) Studien der Wirkung der Salicylsäure auf: „Diphtherieorganismen in ihren niederen Morphen: Bacterien, Plasmakugeln, Micrococcenblasen". 76. Ed. Schär, üeber die Veränderung der Eigenschaften der Fermente durch Salicylsäure und einige andere antiseptische Mittel. (Das. Bd. 12, S. 123—132.) Behandelt besonders den Unterschied in der Wirkung der Salicylsäure auf organisirte (Hefe, Bacterien etc.) zu nicht organisirten Fermenten. 77. E. v. Meyer und H. Kolbel Versuche über die gährungshemmende Wirkung der Salicylsäure und anderer aromatischer Säuren. (Das. Bd. 12, S. 133—151.) Behandelt besonders die Wirkung der Salicylsäure auf Bierhefe. 77. Dieselben. Ueber die antiseptische Wirkung der Salicylsäure und Benzinsäure in Bierwürze und Harn. (Das. S. 178—203.) 77. H. Kolbe. Abweisung nicht begründeter Urtheile von Halbchemikern über die anti- septische Eigenschaft in der Salicylsäure. (Das. Bd. 12, S. 161—178.) Abwehr von Einwänden, welche von verschiedenen Seiten gegen die antiseptische und gährungshemmende Wirkung der Salicylsäure erhoben worden sind. 78. H. Endemann. Paracressylsäure, Carbolsäure und Salicylsäure als Desinfectionsmittel. (Das. Bd. 12, S. 260—264.) E. versucht den Grad der Concentration festzustellen, in dem die genannten Säuren Bacterienbildung in Cohn'scher (Nährstoff-) Lösung verhindern. Er findet für Paracressyl- säure 1 : 516, Carbolsäure 1 : 278, Salicylsäure 1 : 200 Theile Lösung. 79. J. B. Schnetzler. De l'action du Borax dans la fermentation et la putrefaction. (Annales de Chimie et de Physique. 5. Ser., T. IV, 1873, S. 543—549.) Anknüpfend an die Untersuchungen von Dumas hat Sehn, die Einwirkung des Borax auf verschiedene organische Zellen, und besonders auf Fermentorganismen studirt. Hier würden folgende Ergebnisse anzuführen sein : Oidium Tuckeri wird durch Boraxlösung getödtet, indem sich der Inhalt der Zellen zusammenzieht. Die Molecularbewegung des Protoplasmas dauert fort. Ebenso ist die Einwirkung auf das Protoplasma der Hefe, Mucor und andere Schimmel. Ueber die Wirkung von Boraxlösung, Gährung und Fäulniss zu verhindern, ' werden einige Versuche angeführt, und empfohlen, die Säure zur Conservirung anatomischer Präparate, an Stelle des Alkohols zu verwenden. 80. L. Lewin. Das Thymol, ein antiseptisches und antifermentatives Mittel. (Central- blatt f. d. med. Wissensch., 1875, No. 21.) Thymol C 10 H 14 0, aus dem Thymianöl durch Destillation darstellbar, -bildet weisse, höchst aromatisch riechende Krystalle und löst sich im Verhältniss wie 1 : 1000 in heissem Wasser. Diese Lösung bildet ein kräftiges gährungs- und fäulnisswidriges Mittel. Parallel- versuche mit Carbolsäure und Salicylsäure ergaben, dass die Gährung durch Hefe in Zucker- lösung von Thymol bei viermal geringerer Concentration als von obigen Säuren aufgehalten wurde. Ebenso war die Wirkung gegen die Gerinnung der Milch, die faulige Zersetzung derselben, die Fäulniss von Eiweiss, Eiter u. s. w., sehr kräftig. 4. Pilze als Ursache you Kraiikkeiten der Menschen und Thiere. 81. D. M. E. Richter. Neueres über die krankmachenden Schmarotzerpilze. 5. Artikel. (Schmidt's Jahrbücher der in- und ausländ, gesammten Medicin. Bd. 118, 1875, S. 57—81.) In derselben Weise wie in den früheren Artikeln hat auch hier wieder R. über die mykologischen Werke aus den Jahren 1873 bis Anfang 1875, welche Bezug auf Krankheiten haben, oder die Aerzte im Allgemeinen interessiren können, berichtet. Bei Besprechung der Gährungslehre ist auch über Schriften, die rein chemische Vorgänge besprechen, referirt. Das Verzeichniss geht von No. 265—365. Ueber die meisten dieser Arbeiten ist schon im Jahresbericht für 1874 berichtet. 176 Kryptogamen. — Pilze. • 82. Ch. Bastian. The microscopic Germ-theory of Disease ; being a discussion of the relation of bacteria and allied organisms to virulent inflammations and specific COlitagious fevers. (The nionthly microscopical Journal. Vol. XIV., S. 65— 79, 129—140.) Besprechung der von neueren Autoren, besonders von Burdon-Sanderson aufgestellten Ansichten über die Entstehung der Infectionskrankheiten durch Organismen. Eigene Beob- achtungen hat Verf. nicht gemacht. Durch Abwägung der von ihm in Erwägung gezogenen Momente kommt er zu dem Schlüsse, eine „physico-chemical" Theorie für Fermentation und Entstehung contagiöser Krankheiten anzunehmen. Er hält es für möglich, dass sich chemische Veränderungen in einem Gewebe, vielleicht durch Vermittelung kranken Blutes auch auf andere Körpertheile ausbreiten können, und dass hierdurch lebendes Gewebe, mit specifischer oder giftiger Eigenschaft ausgestattete oder zusammengesetzte alcaloidische Verbindungen in grosser Menge gebildet werden, von denen einzelne ausgestossen und nach Art der Contagien wirken könnten. 83. Haberlandt. Mais und Pellagra. (Aus Oesterreich. landw. Wochenbl. in Fühling's landw. Ztg., 1875, S. 549.) Als Ursache der Pellagra, welche in Italien sich immer weiter verbreitet, wurde ein 1840 von Bellardini und Cesati auf Mais gefundener Pilz: Sporisorium maidis angesehen, Andere erklärten dafür das auf schlecht getrockneten Körnern wachsende Penicillium glaucum. H. hält diesen Verdacht für unbegründet. Nach Lombroso ist die Krankheit durch das ranzig gewordene Maisöl veranlasst. 84. J. Kühn. Ueber die Ursache des Verkalbens der Kühe. (Gutachten in der Land- und forstwirthschaftlichen Zeitung für das Fürstenthum Lüneburg, 1875, No. 22. — Fühlings Landw. Zeitung 1875, S. 662—665.) Als Ursache für das Verkalben der Kühe wird besonders „befallenes Futter" an- geführt. Vor allem ist das Mutterkorn gefährlich. Es wird vor dem Verfüttern von Getreide- schrot, in dem Mutterkorn enthalten ist, gewarnt. Auch im Heu, besonders von einschurigen Wiesen und solchen, die viel Wiesenfuchsschwanz und Knaulgras enthalten, kommt oft viel Mutterkorn vor. Ebenso sind die Brandpilze (Mais- und Weizenbrand) gefährlich. Es ist durch directe Versuche nachgewiesen, dass durch diese Brandpilze Abortus hervorgerufen werden kann. Die Peronospora- Arten (auf Erbsen und Wicken) werden auch für verdächtig erklärt. — Die Entstehung des epidemischen Verkalbens wird durch ein Miasma erklärt, dessen Träger wahrscheinlich bakterienartige Körperchen sind. Es wird dagegen Isolirung, Reinigung des Standes mit Karbolsäurelösung und Waschungen der Scheideöffnung mit Salicylsäurelösung 1 : 2000 empfohlen. - S. a. No. 2, 41, 112-117, 124—127. 5, Pilze als Ursache von Pflauzenkrankheit. 85. ... Onion blight in the United States. (Grevillea, Bd. 3, S. 118 aus Annual Report of the Departement of Agriculture for 1872, p. 193.) Aus den Vereinigten Staaten wird das Auftreten einer verheerenden Krankheit auf Zwiebeln mitgetheilt, welche durch eine Peronospora veranlasst sein soll. In der Grevillea wird bemerkt, dass die rohen Zeichnungen, welche die Mittheilung begleiten, keine Per. darstellen, vielmehr könnte man sie für Darstellung eines Oidium, ausserdem noch eines Fusidium und einer mit C/roc^/siis-ähnlichen Sporen versehenen Dematiee halten. 86. R. Hartig. leber die Fäulnisserscheinungen im Holze der lebenden Waldbäume. (Verhandl. des bot. Vereins der Prov. Brandenburg 1875, S. 1—4.) Die Rothfäule der Kiefern wird, wie H. nachgewiesen (siehe Bot. Jahresber. 1873, S. 49 und 552) durch Trametes Pini verursacht. Inficirt man gesunde Kiefern durch Ein- schieben Mycel-enthaltender Holzspähne in Bohrlöcher, so verbreitet sich von der Infections- stelle aus der Parasit besonders schnell nach oben und unten, ein Beweis, dass wir es mit einem ächten Parasiten zu thun haben. — Die Eichenfäulniss , welche H. neuerdings zu erforschen gesucht hat, wird durch sehr verschiedenartige Pilze erzeugt : Polyporus dryadeus macht das Eichenholz rothbraun mit vielen weissen Flecken, verwandelt einzelne Partien in grosse solide weisse Pilzmassen. — Pol. snlphureus färbt es dunkel rothbraun und entwickelt in Spalten desselben weisse Pilzhäute. — Pol. igniarius färbt das Holz weissgelb und macht Referate. — Schriften allgemeinen oder vermischten Inhalts. 177 es gleichmässig mürbe. — Pol. serialis färbt es fleckig-weiss. — Daedalea quercina färbt es aschfarben, Pol. obliqmis gelblichweiss. — Es muss erst durch Infectionsversuche festgestellt werden, welche von diesen Pilzen ächte Parasiten sind. — Im Innern einer hohlen Eiche fand H. auch einen Pilz, welcher Aehnlichkeit mit Xenodochus ligniperda Willk. hatte. 87. Göppert und Cohn (Bericht über die Thätigkeit d. bot. Section d. Schles. Ges. f. 1875, S. 38) theilen Beispiele über Zerstörung von Bäumen durch Hymenomyceten : Polysoms suavcolens e. c. mit. 88. Brefeld. Untersuchungen, die Fäulniss der Früchte betreffend. (10 S.) Bei faulenden Früchten der verschiedensten Art, welche B. untersuchte, fanden sich an den faulen Stellen zwischen dem Gewebe Pilzmycelien, die ausnahmslos zwischen den Zellen, nie in ihrem Innern verliefen. Sie waren entweder mit Scheidewänden versehen und gehörten dann zumeist zu Botrytis cinerea oder Penicillium glaucum oder waren unseptirt und fructi- ficirten alsdann als Mucor stolonifer, seltener als M. racemosus. — Bei künstlicher Infection von Früchten mit den Sporen dieser Pilze zeigte es sich, dass die Fäulniss wirklich Folge der Infection ist, jedoch erfolgt letztere nur von Stellen aus, an denen die Oberhaut kleine Ver- letzungen zeigt. Die Widerstandskraft der Früchte gegen die Fäulniss ist um so grösser, je weniger reif die Früchte sind, je fester und härter das Gefüge der Zellen ist. Bei Infection durch Mucor stolonifer ist der Verlauf der Fäulniss am schnellsten, ihm zunächst steht Botrytis cinerea, Penicillium kommt seltner vor, Mucor racemosus ist nur weichen Früchten gefährlich. Ausser dieser Art giebt es eine spontane Fäulniss der Früchte ohne Pilze, sie ist z. B. an bestimmten Birnensorten häufig. Sie tritt an den noch am Baume hängenden Früchten in Menge auf und verbreitet sich von innen nach aussen, nie sind Pilze zu finden, die Zellen sind einfach abgestorben. Bei der Fäulniss als Wirkung der Pilze sind die Veränderungen an den Zellen ganz die gleichen, hier werden also die Zellen des Gewebes durch die Pilze getödtet. — In der betrachteten Lebensweise der Pilze in lebenden Früchten sieht B. eine besondere Art von Parasitismus. Zwischen ausschliesslichen Saprophyten und specifischen Parasiten steht eine Reihe von Pilzen, welche meist als Parasiten in der Natur vorkommen, aber auch als Saprophyten leben können (Agaricus melleus, Cordyceps militarisj, während obige Schimmelpilze in lebenden Früchten gewöhnlich saprophytisch leben, nur bei bestimmter Prädisposition des Wirthes als Parasiten auftreten können. S. a. No. 5, 9, 12, 15, 43, 46, 213, 225-229, 231-233, 235, 238-242. 6. Essfoare und giftige Pilze. 89. ... Culture du Champignon. (La Belgique horticole, 1875, S. 243—258.) Vor etwa 40 Jahren erschien in Brüssel eine Broschüre unter dem Titel: „Methode nouvelle, facile et peu coüteuse de cultiver le Champignon e. c"; sie wurde dem Baron van der Linden-Hoogvorst zugeschrieben. — Der Inhalt dieser Schrift, welche jetzt ziemlich selten geworden ist, wird hier wiedergegeben. — Es ist hier nicht der Ort, ältere Werke zu besprechen, es mag nur erwähnt werden, dass in diesem Artikel für die Champignonzucht eine Fülle wichtiger Vorschriften und Fingerzeige mitgetheilt werden. 90. Franz Antoine. Das Pflanzenreich auf der Wiener Weltausstellung im Jahre 1873. (Oesterr. Bot. Ztg. 1875, S. 340.) Aus Neu -Seeland war auf der Wiener Weltausstellung Hirneola polytricha als Exportartikel nach China aufgelegt, welche dort in grossen Massen genossen wird. 91. ... Woolhope Club Foray. (Grevillea IV, S. 81.) Die Versammlung von Pilzfreunden und Mykologen, die vom 11.— 16. October zu Hereford tagte, wird als sehr interessant geschildert. Pilzausstellung, gesellige Vergnügungen, Excursionen in die Umgegend , bei welchen viele für England neue oder dort seltene Pilze gefunden wurden, hielten die Gesellschaft zusammen. 92. ... Cryptogamic society of Scotland. (Grevillea IV, S. 79, 80.) Auf der Versammlung zu Perth fand auch vom 30. bis 31. Nov. eine Ausstellung von Pilzen in der City Hall statt. Dieselbe soll an frischen und getrockneten Exemplaren mehr als 150,000 Stück enthalten haben. Unter der grossen Menge fanden sich viele neue oder seltene Arten, die a. a. 0. aufgeführt sind. ■ »litauischer Jahresbericht III. 19 178 Kryptogamen. — Pilze. 93. Davis. Vergiftung durch Pilze. (Chicago Med. Examiner, No. 19, 1874.) Mittheilung der Vergiftuugszufälle durch den Genuss roher Pilze (die Species ist in dem Citat in: Medicin. Central-Zeitung 1875, S. 384, nicht genannt). Nach Verf. Ansicht unterscheidet sich dieser Fall von anderen bisher beobachteten der Vergiftung durch Schwämme in folgenden Punkten: 1) Die Vergiftungserscheinungen traten schon nach 2 Stunden, früher also wie in allen bisher beobachteten Fällen ein. 2) Die Krankheitssymptome waren die eines die Magen- und Darmschleimhaut irritirenden Giftes, während sonst Delirien und Stupor einzutreten pflegen. — Später assen 3 Knaben von denselben Pilzen im gekochten Zustande. Es traten dieselben Krankheitssymptome ein. Einer von ihnen starb. S. a*No. 2, 16, 20, 24, 46, 100, 191. 1. Systematische Schriften vermischten Inhalts. 94. G. Pabst. Die Pilze. (Gera 1875. Fol. Beschreibung. 98 S.) 400 Abbildungen in Farbendruck auf 25 Tafeln, etwa wie bei Lenz. 95. P. F. Reinsch. Contributiones ad Algologiam et Fungologiam. (Vol. I. Lipsiae 1875. — Fungi S. 95—100.) R. beschreibt 15 neue Pilzformen, meist Hyphomyceten und Phycomyceten, welche er auf Moosen, Algen, anderen Wasserpflanzen u. s. w., wie es scheint bei seinen Algen- studien aufgefunden hat. Er bildet aus ihnen 8 neue Gattungen, 4 derselben lässt er unbenannt. 96. N. Sorokin. Mycologische Untersuchungen. (Arbeiten der Naturforschergesellschaft bei der Universität zu Kasan, IL Bd., 1873, S. 1—50, mit 5 Taf.) In der Bot. Ztg. 1875, S. 839, werden die Titel der a. a. 0. veröffentlichten mykol. Arbeiten folgendermaassen mitgetheilt: 1) 7 Tulostoma-Speties. 2) Entwickelungsgeschichte von Chaetomium pannosum Wallr. 3) Bildung der „Schnallen" bei den Hyphomyceten. 4) Traubenförmige Härchen bei Bulgaria inqumans Fr. 5) Chlamydosporen bei Penicillium glaucum. 6) Struktur von Helminthosporium siemphyloides C'orda. 7) Pycniden bei Eurotium De By. 8) Speira toruloides Corda. 9) Isariopsis pusilla Fr. 10) Morchella bispora Sorok. n. sp. 11) Peronospora museorum Sorok. n. sp. 12) Pythium polysporum sp. n. 13) Synchytrium Selaginellae Sorok. n.sp. 14) S. chrysosplenii Sorok. sp. n. 15) Ustilago mirabilis Sorok. n.sp. 16) Coleosporium sp. n.? 17) Ustilago sp. n. ? 18) Cystopus sp.n.? 19) Bcmularia Leonari Sorok. sp. n. 20) Stysanus bidoosus Sorok. sp. n. 21) Sclerotium Stipae Sorok. sp. n. 22) Pilze in der Umgegend der Inderskischen Berge. 97. Prof. Hegelmaier. Ueber Fruchtträger von Pilzen. (Würtembergische naturwissen- schaftliche Jahreshefte 1875, S. 75.) H. demonstrirte im Verein für vaterl. Naturkunde in Würtemberg einen abnorm entwickelten Fruchtträger von Polyporus margmatus Ters. Dieser war innerhalb der Höh- lung eines hohlen Baumstammes gewachsen und bildete einen Cylinder von 20 Ctm. Länge, an dessen Endfläche das jüngste Hymenium mit 15 Ctm. Durchmesser zu Tage trat. — Der- selbe zeigte Fruchtträger von Claviceps microcephula Tul. vor, gezogen aus dem Sclerotium auf Molinia coerulea. 98. P. Magnus. Mykologische Mittheilungen. (Hedwigia 1875, S. 17-21., u. Verh. d. Bot. Vereins der Prov. Brandenburg 1875, S. 22—26.) Bemerkungen über eine Anzahl Ustilagineen und Uredineen. (S. diese Abth.) 99. F. Baron Thümen. Pilze auf Borkenkäferholz. (Flora 1875, S. 237-240.) In Folge der grossen Verheerungen, welche der Borkenkäfer während der letzten 2 Jahre in dem Böhmischen und Bairischen Walde angerichtet hat, fasste der Forstrath Grimm zu Landshut die Idee, es könnten möglicherweise bei der Vertilgung des Käfers pilzliche Parasiten Hilfe leisten können, wie die Verbreitung der Kieferraupe durch Pilz- epidemien in so wirksamer Weise eingeschränkt wird. — v. Th. untersuchte ihm reichlich zugeschicktes Kiefernholz, das von Bohrgängen des Borkenkäfers durchzogen war, er fand aber keinen Pilz darin auf, welcher vernichtend auf den Käfer oder dessen Brut einwirkt. Sehr reichlich trat stellenweise das früher nur auf faulendem Holze gefundene Pseudo- helotiiiin kyalinum (Pers.) in den Bohrgängen auf, ferner Sporotrichwn densum Lk. auf den Referate. — Schizomycetes. 179 todtcn Käfern, einigemal Pilzmycelium auf abgestorbenen Larven, Aspergillus glaucus und andere Schimmelbildungen. — Alle diese Pilze stehen mit dem Borkenkäfer in keinem Zusammenhange, sie entwickelten sich erst auf dem abgestorbenen Holze und den todten Larven und Käfern. 100. St. Schulzer von Müggenburg. Mykologisches. (Oesterreichische Botanische Zeitschr. 1875, S. 169-172, 227-230, 319-323, 359—361.) I. Bemerkungen über Agaricus superbiens. II. Ueber Rosellinia Aqttila, TJiamnidium und Tlielactis. III. Ueber Cincinnobolus Cesatii, Aspergillus repcns, Chaetocladium Jonesii. IV. Ueber Phragmidium, Melampsora Cerasi n. sp., Cantharellus cornucopioides und Fis~ tulina hepatica. V. Ueber Hypliomyceten. (Genauere Inhaltangabe in den einzelnen Abtheilungen.) 101. Schröter. Neue Pilzarten. (Bericht über die Thätigk. der bot. Sect. der Schles. Ges. J. 1875, S. 36, 37.) Mittheilung von 8 neuaufgestellten Pilzarten unter kurzer Angabe ihrer Merkmale. (S. neue Arten.) — Peronospora violacea Berk. fand R. jetzt auch auf Succisa pratensis. — Als interessanter Fund wird der von Hydnum Omasum P. auf einer, am Corner See im Freien wachsenden Acacia Lophantha angeführt. IV. Schizomycetes. 102. Ferd. Cohn. Untersuchungen über Bacterien II. (Beiträge zur Biologie der Pflanzen, 3. Heft 1875, S. 141—207, Taf. V u. VI.) Cohn hat bei seinen Arbeiten über Bacterien die Ueberzeugung gewonnen und daran festgehalten, dass die verschiedenen Formen derselben distinete Arten sind, die man in eine Anzahl Gattungen theilen kann. Die These, dass die Bacterien zu den Pflanzen und zwar, nach der jetzt üblichen systematischen Bezeichnung nicht sowohl zu den Pilzen als zu den Algen gehören, ist jetzt allgemein anerkannt. Sie haben eine so nahe natürliche Verwandtschaft zu den Phycochromaceen , dass es vom rein systematischen Standpunkte aus kaum möglich erscheint, sie von diesen als besondere Familie zu trennen, vielmehr ist es empfehlenswerth, beide zu einer natürlichen Gruppe zu vereinigen. Als passendste Bezeichnung schlägt C. für dieselbe den Namen Schizophytae vor. In dieser schliessen sich die farblosen und die gefärbten Arten und unter letzteren wieder die durch das chlorophyllhaltige Phycochrom und die durch andere Pigmente gefärbten Arten so eng an einander, dass die auf die Färbung basirten Gattungen zum Theil nur einen conventionellen Werth besitzen. Durch Zusammen- stellung der Bacteriaceen mit ihrem nächsten Plrycochrom - haltigen Verwandten bildet sich die folgende Gruppirung der Gattungen: Schizophytae. Tribus I. Gloeogenae. Zellen frei oder durch Intercellularsubstanz zu Schleimfamilien vereinigt. A. Zellen frei oder binär oder quaternär verbunden. Zellen kuglig Chroococcus Nag. Zellen cylindrisch ' . . Synechococcus Näg. B. Zellen im Ruhezustande zu amorphen Schleimfamilien vereinigt. a) Die Zellmembran mit der Intercellularsubstanz zusammenfliessend. Zellen nicht phycochromhaltig , sehr klein. Zellen kuglig Micrococcus Hall, emend. Zellen cylindrisch Bacterium Duj. 00 Zellen phycochromhaltig, grösser. Zellen kuglig Aphanocapsa Näg. Zellen cylindrisch Aphanotliece Näg. b) Intercellularsubstanz aus in einander geschachtelten Zellhäuten gebildet. Zellen kuglig . , Gloeocapsa Kg. Näg. Zellen cylindrisch Gloeothece Näg. C. Zellen zu begrenzten Schleimfamilien vereinigt. c) Zellfamilien einschichtig, in eine Zellfläche gelagert. Zellen quaternär geordnet, in einer Ebene . 9 . . Merismnpedia Meyen. 12* 180 Kryptogamen. — Pilze. 00 Zellen ungeordnet in eine Kugelfläche gelagert. Zellen kuglig, Familien netzförmig durchbrochen Clathrocystis Herf. Zellen cylindrisch keilförmig, Familien durch Furchung getheilt Coelospliaerium Näg. d) Zellfamilien mehrschichtig, zu sphäroidischen Zellkörpern vereinigt. Zellenzahl bestimmt. Zellen kuglig, quaternär geordnet, farblos . . Sarcina Goods. Zellen cylindrisch keilförmig, ungeordnet, phyco- chromhaltig Gomphosphaeria Kg. 00 . Zellenzahl unbestimmt, sehr gross. Zellen farblos, sehr klein Ascococcus Billr. emend. Zellen phycochromhaltig, grösser Polycystis Kg. Coccochloris Spr. Polycoccus Kg. u. a. Tribus IL Nematogenae Rab. Zellen in Fäden geordnet. A. Zellfäden stets unverzweigt. a) Zellfäden frei oder verfilzt. Fäden cylindrisch, farblos, undeutlich gegliedert. Fäden sehr dünn, kurz Bacillus Cohn. Fäden sehr dünn, lang Leptothrix Kg. em. Fäden stärker, lang Beggiatoa Trev. 00 Fäden cylindrisch, pycochromhaltig , deutlich ge- gliedert, Fortpflauzungszellen nicht bekannt . . Hyplieothris Kg. \ Oscillaria Bosc. u. a. 000 Fäden cylindrisch, gegliedert, Gonidien bildend. Fäden farblos Crenothrix Cohn. Fäden phycochromhaltig Chamaesiphon u. a. oooo Fäden schraubenförmig, ohne Phycochrom. Fäden kurz, schwachwellig Vibrio Ehr. em. Fäden kurz, spiralig, starr Spirülum Ehr. Fäden lang, spiralig, flexil Spirocliaete Ehr. Fäden phycochromhaltig. Fäden lang, spiralig, flexil Spirulina Link. ooooo Fäden rosenkranzförmig. Fäden ohne Phycochrom Streptococcus Billr. Fäden phycochromhaltig Anabaena Bory. Spermosira Kg. u. a. uooooo Fäden peitschenförmig nach der Spitze verjüngt Mastigothrix u. a. b) Zellfäden durch Intercellularsubstanz zu Schleimfamilien vereinigt. Fäden cylindrisch, farblos Myconostoc. Cohn. 00 Fäden cylindrisch, phycochromhaltig Chthonoblastus. 000 Fäden rosenkrauzförmig Nostoc.,Hormosij)lionu.a,. oooo Fäden peitschenförmig nach der Spitze verjüngt Rivularia Roth. Zonotrichia Ag. u. a. B. Zellfäden durch fälsche Astbildung verzweigt. Fäden cylindrisch, farblos Cladolhrix Cohn. Streptothrix Cohn. 00 Fäden cylindrisch, pycochromhaltig Calothrix Ag. Scytonema Ag. u. a. 000 Fäden rosenkranzförmig Merizomyria Kg. Mastig ocladus Cohn. 0000 Fäden peitschenförmig nach der Spitze verjüngt Schizosiphon Kg. Gcocyclus Kg. u. a. • Referate. — Schizomycetes. LSI Eine Anzahl neuer Bacetriaceen-Avten und Gattungen, welche zur Bildung dieser Aufstellung mit benutzt wurden, sind genauer beschrieben und abgebildet, ihre Entwickelung beobachtet und ihre Verwandtschaft mit den pycochromhaltigen Schizophyten ausführlich besprochen (s. die Diagnosen unter den neuen Arten, z. Th. sind diese Org. schon im Jahresber. für 1874 erwähnt). Auch einige andere interessante Schizophyten, welche bisher noch gar nicht oder nur ungenügend abgebildet worden sind: Bacillus anthracis, Micrococcus Bombycis, Spirochaete Obermeieri werden dargestellt und dabei die Ergebnisse der neuesten Forschungen über dieselben mitgetheilt. Zu der in der Uebersicht aufgeführten Gattung Clathrocystis stellt C. auch unter der Bezeichnung Cl. roseo -persicina den Organismus , welchen Lankester als Bacterium rubescens beschrieben und untersucht hat. Er erhielt ihn von verschiedenen Localitäten (Schlesien, Dänemark, England) und konnte seine Entwickelung vollständig verfolgen. Die einzelnen kleinen kugligen Elemente desselben sind von einer Schleimhülle umgeben und bilden durch fortgesetzte Zwei - Theilung blasenartige Hohlkugeln von pfirsichblüthrother Farbe. Bei Wassermangel zerreisen diese Colonien zu zierlichen Netzen, die einem Hydro- dyctium-'Netze ähnlich sind. — Cl. roseo-persicina enthält einen Farbstoff, den Lankester spectroskopisch untersucht hat. Er fand ihn von dem der Monas prodigiosa verschieden und bezeichnet ihn als Bacteriopurpurin. Die gleiche Färbung zeigen noch eine Reihe anderer Organismen, von denen C. eine Anzahl untersucht hat. Er beschreibt von solchen: Monas vinosa Ehr., von welcher er es nicht für unwahrscheinlich hält, dass sie bewegte Zustände von Cl. roseo-persicina darstellt, Monas Okenii Ehr., Bhabdomonas rosea n. sp., die nebst der vorigen das Wasser eines Teiches bei Kahla in Thüringen roth gefärbt hatte, Monas Warmingü n. sp., Ophidomonas sanguinea Ehr. , beide in faulendem Wasser des Sundes. Letztgenannter Organismus gleicht ganz einer riesigen Form von Spirillum, ist also vielleicht als grösster Repräsentant der Bacterien unter dem Namen Spirillum sanguineum aufzuführen. Bei Besprechung jener rothen Monaden geht C. auch auf das Verhältniss der Bacterien zu den Monaden ein. „Hätten wir nicht an ihnen die nachschleppende Geissei wahrgenommen, wir würden kaum Bedenken getragen haben, sie als Bacterien aufzuführen. Vielleicht besitzen alle Bacterien Flimmergeissein, wie dies Ehrenberg von je her behauptet hat. Sollte dies der Fall sein, so würde eine Trennung derselben von den mundlosen und daher keine feste Nahrung aufnehmenden, starren Monaden sich kaum rechtfertigen lassen." — Ebenfalls roth gefärbt, aber durch einen anderen Farbstoff zeigte sich eine aus Bacillus (B. ruber n. sp.) bestehende Schleimmasse auf Reisbrei. Die Thatsache ist insofern interessant, als bis dahin Bacillen bisher noch nicht als Pigmentbacterien beschrieben worden waren. — Eine rosenrothe Schleimmasse, ebenfalls einen anderen Farbstoff enthaltend, durch einen Micrococcus (M. fulvas n. sp.) gebildet, wurde auf Pilzculturen entdeckt. — Dagegen konnte in rothgefärbter Milch durch mikrospectroskopische Untersuchung der Farbstoff von Micro- coccus prodigiosus aufgefunden werden. Die erwähnten rothen Organismen haben mit den Beggiatoen höchst merkwürdige biologische Eigenthümlichkeiten gemein. Sie entwickeln Schwefelwasserstoffgas durch Zer- legung von schwefelsauren Salzen und scheiden regulinischen Schwefel in Form von Körnern oder Krystallen ab. Die stark lichtbrechenden Körnchen, welche in allen diesen Organismen gefunden werden , konnte C. mehrmals in Schwefelkohlenstoff auflösen. Bereits in lebhaft bewegten Beggiatoen und rothen Fäulnissorgauismen konnten jene dunkeln Körnchen gefunden werden, welche Cramer in verwesenden Fäden der Beggiatoen bemerkte und als reducirten Schwefel deutete, es ist nunmehr zweifellos, dass die Abscheidung des Schwefels und die Entwickelung des Schwefelwasserstoffes bereits in den lebenden Organismen stattfindet. Eine sehr ausführliche Darstellung von wissenschaftlichem Standpunkte aus findet in der Abhandlung die Käsebereitung, welche unter Mitwirkung von Bacterien zu Stande kommt. Es sind dies Stäbchenbacterien, wahrscheinlich identisch mit dem Buttersäurefermente (Bacillus subtilisj. Sie finden sich schon in frischem Labaufgusse und tragen oft an ihrem einen oder auch an beiden Enden ovale Auftreibungen, die als Dauersporen zu deuten sind. „Der Labauszug enthält ein flüssiges Ferment, welches die Coagulirung der Milch bewirkt, und Fermentorganismen (Bacillus), welche wahrscheinlich Buttersäuregährung einleiten und Ig2 Kryptogamen. — Pilze. auch das langsame Keifen des Käses veranlassen; ihre Dauersporen sind es, welche, von der trockenen Käsesubstanz eingeschlossen, der Siedehitze eine Zeit lang widerstehen, und in geeigneter Nährflüssigkeit sich wieder zu Bacillus Stäbchen entwickeln können." 103. Dr. E. Eidam. Untersuchungen über Bacterien. (Beiträge zur Biologie der Pflanzen, 3. Heft, 1875, S. 208—224.) Zum Theil sind die Ergebnisse von E.'s Versuchen schon im Jahresber. für 1874 mitgetheilt. Das genauere Resultat der hier ausführlich beschriebenen Experimente ist Folgendes: I. Einfluss constanter Temperaturen auf die Lebensfähigkeit des Bacterium Termo: Bei Temperaturen unter + 5° C. wird Bacterium T. zwar nicht getödtet, es verfällt aber in den Zustand der Kältestarre. Vermehrung beginnt erst bei 57 2 °. Bei +10° ist die Vermehrung noch nicht bedeutend, darauf nimmt sie bei steigender Temperatur zu, bei 30—35° wird der Höhepunkt erreicht, dann nimmt die Vermehrung wieder ab, bei 40'' erfolgt Wärmestarre, bei 60° tritt bei einstündiger Erwärmung der Tod ein. II. Einfluss der Dauer der Erwärmung: Ein continuirliches Erwärmen von Bact. T. in Nährlösung auf 40° reicht selbst nach 25 Stunden nicht hin, dasselbe zu tödten. Erwärmung auf 46° tödtete bei 13—14- stündiger Dauer, auf 51° bei dreistündiger Dauer. III. Einfluss des Eintrocknens : Die Experimente zeigen, dass Bact. T. seine Lebensfähigkeit weder durch langes Trocknen bei gewöhnlicher Temperatur, noch selbst bei 56° C. einbüsst, auch wenn es bis 6 Stunden lang diesem Wärmegrad ausgesetzt wird. 104. Otto Helm, üeber Monas prodigiosa und den von ihr erzeugten Farbstoff. (Reichardt's Archiv der Pharmacie, 1875, S. 19-24.) Das Auftreten M. pr. wurde in Danzig von H. im Sommer 1872 und Juli 1874 beobachtet, das zweite Mal verbreitete sie sich in einem bestimmten Hause mit grösster Hartnäckigkeit auf alle Speisen, ihre Ausrottung konnte nur dadurch bewirkt werden, dass die Speiseaufbewahrung in das Vorderhaus verlegt wurde. Durch Fliegen wurde der Stoff sehr schnell verbreitet. — In einer Glasglocke erfolgte Infection freihängender Stoffe innerhalb 1—3 Tagen. Auf mit Glycerin bestrichene Glasplatten ging die Bacterie von selbst über, dieselbe sah jedoch nicht roth aus. — Das Verhalten des Farbstoffes gegen chemische Reagentien giebt H. sehr ausführlich an, er fand dabei auch (wie Ref. schon früher zum Theil festgestellt) wesentliche Unterschiede mit Anilinroth. Chlorwasserstoffsäure verändert die gelbrothe Farbe anfangs in rein rosa, stärkerer Zusatz bringt keine weitere Veränderung hervor. — Anilinroth wird durch wenige Tropfen der Säure violett, durch stärkeren Zusatz entfärbt. Schwefelsäure, wenige Tropfen, färben rosa, stärkerer Zusatz violett. Salpetersäure verhält sich wie Schwefelsäure, bei starkem Zusatz tritt schmutzig gelbe Farbe hervor. — Anilinroth wird schon durch wenige Tropfen Schwefelsäure violett, durch mehrere blau gefärbt, ein stark vermehrter Zusatz verändert das blau in schwach gelblich. Durch Salpetersäure wird Anilinroth erst nicht verändert, ein stärkerer Zusatz färbt die Lösung schmutzig violett, endlich schmutzig grün. Schweflige Säure und Essigsäure verändern die gelbrothe Farbe des Bacterienfarb- stoffes gleichfalls in rein rosa-, hier sowohl, wie auch bei der Rosafärbung durch andere Säuren wird durch Sättigen der Säure mit einem kohlensauren Alkali die ursprüngliche gelb- rothe Farbe wieder hergestellt. Kali- und Ammoniaklösung verändern die gelbrothe Farbe schnell in rein gelb, die auch beim Erwärmen der Lösung «bleibt; Uebersättigen mit verdünnter Säure bringt wieder Rosafärbung hervor. — Anilinroth durch Zusatz starker Alkalien erst in der Farbe ab- geschwächt, dann entfärbt, wird durch Uebersättigen mit einer Säure wieder hergestellt. Kohlensaure Kalilösung färbt den Bacterienfarbstoff gleichfalls gelb, dagegen bewirkt kohlensaures Ammoniak kerne Veränderung. — Anilinroth wird durch letzteres Reagenz auch nicht verändert, durch kohlensaures Kali allmälig gebleicht. Kalkwasser färbt den Bacterienfarbstoff gelb; eine schwache Chromsäurelösung ebenfalls dunkelgelb. Chlorkalklösung, sowie Chlor bleichen die Farbe sogleich. Eine Lösung von unterchlorigsaurem Natron bringt gelbe Färbung hervor. • Referate. Schizomycetes. 133 Chlorzinn verändert die Farbe anfangs nicht, später blasst sie aus, während Anilinroth dadurch violett gefärbt wird. Der aus alkoholischer Lösung durch Verdampfen abgeschiedene Farbstoff löst sich auch in Petroleumäther, Steinkohlenbenzin und Schwefelkohlenstoff, nur zum Theil mit gelber Farbe iu reinem Aether und Essigäther. Anilinroth ist dagegen in Petroleumäther, Stein- kohlcnbenzin und Schwefelkohlenstoff unlöslich. Wird der blutrothe Verdampfungsrückstand mit concentrirter Schwefelsäure befeuchtet, so färbt er sich schmutzig violett , wird dazu eine Spur von gelöstem chromsauren Kali gefügt, so tritt sofort eine braune Färbung ein, die allmählich in rein grün übergeht. Chlor- wasserstoffsäure verändert die rothe Farbe des Ueberzuges nicht, während Anilinroth sogleich gelb gefärbt wird. Recht rein wurde der Farbstoff erhalten, wenn die durch längeres Absetzen geklärte spirituöse Lösung bei massiger Wärme verdampft und der trockene Rückstand mit Petroleum- äther aufgenommen wurde, es bleibt ein brauner schmieriger Rückstand. Die geklärte rothe Lösung wieder verdampft, hinterlässt einen schön blutrothen Rückstand, welcher alle chemischen Reactionen in grösserer Reinheit wiedergiebt. 105. Wiesner. üeber die dunklen Punkte im Papiere. (Dingler'sPolyt.Jrn.,Bd.215,S.270-272.) W. erhielt aus einer Papierfabrik Papier zur Untersuchung, in welchem sich eigen- thümliche dunkle Punkte befanden, die als „Fladern" bezeichnet wurden. Dieselben waren theils graubraun, theils dunkel karminroth. Erstere bestanden aus eisenhaltigem kohlen- saurem Kalk, welche durch Füllung des Papiers mit Gyps entstanden waren. Die rothen Flecke waren kreisrund 0,1—0,3 Mm. breit. Das Pigment war in Alkohol leicht löslich und zeigte dieselben chemischen Reacctionen wie der Farbstoff' der Monas prodigiosa Ehrb. Bei mikroskopischer Untersuchung wurden auch kleine Körperchen in den Flecken gefunden, welche diesem Organismus glichen. Zwischen den Körperchen erschienen abgestorbene intensiv roth gefärbte Pilzfäden, die sich offenbar nur mit dem Farbstoff imprägnirt hatten. Es lässt sich nun annehmen, dass die rothen Punkte der Leimung des Papiers ihr Entstehen verdanken und darin nur in Folge des Klebergehaltes jener Stärke sich bildeten, aus welcher der zum Leimen des Papiers benützte Stärkekleister bereitet wurde. 106. R. Sadebeck. Durch mikroskopische Organismen roth gefärbtes Wasser. (Verhandl. des bot. Vereins der Prov. Brandenburg, 1875, S. 77.) Bei Unterhausen, unweit Bebra (Provinz Hessen -Nassau), liegt ein Teich, dessen Wasser von Zeit zu Zeit roth wird. Ehrenberg untersuchte dasselbe und fand, dass die Färbung nicht, wie in ähnlichen Fällen durch eine Alge, sondern durch einen in die Classe der Bacterien zu Micrococcus zu rechnenden Organismus veranlasst werde, dessen rothes Pigment jedoch im Wasser nur zum Theil löslich ist. 107. Archer. Bacterium rubescens. (Quarterly Journal of microscopical science 1875, S. 206.) Archer bemerkt, dass Bacterium rubescens, von Lankester entdeckt, nicht identisch ist mit Clatlwocystis aeruginosa Henf. oder Monostroma rosea Curr. 108. E. Klein. Note on a pink-coloared Spirillum (Spiriltum rosaceum). (Quarterly Journal of microscopical science. London 1875, S. 381—383.) Proben von Excrementen eines Kranken waren mehrere Monate hindurch in Wasser aufbewahrt worden. Nach Ablauf von etwa 6 Monaten (im Juli) fanden sich in der Flüs- sigkeit zahlreiche Spirillen: Spirillum undula , Spir. volutans, Sp. tenue und Spirochaete plicatilis (letztere beiden hält K. für identisch) , das Rudiment der Excremente hatte sich mit einem rothen Ueberzuge bedeckt und dieser rührte von einer rosenroth gefärbten Spi- rille her, die als neue Species betrachtet wird, da pigmentbildende Spirillen noch nicht beschrieben waren. Der Farbstoff haftet an den Organismen, ist in Wasser, Alkohol, Chlo- roform nicht löslich, wird durch die beiden letzteren zerstört; durch Kalilösung wird er durchscheinend und kann spectroskopisch untersucht werden, es zeigt sich dabei ein deut- licher Absorptionsstreifen nahe der D-Linie und eine schwache Abs. in Grün. 109. W. H. Ballinger und J. J. Drysdale. On the existence of fiage'Ja in Bacterium termo. (The monthly microscop. Journal, vol. XIV, 1875, S. 105-108.) Die Verf. , welche durch ihre Studien über Monaden besondere Uebung in Unter- 134 Kryptogamen. — Pilze. ♦ suchung der kleinen bewegten Organismen gewonnen haben , bemühten sich neuerdings die Bewegungsapparate von Bacterium termo zu studiren. Bei Spirillum volutans Cohn hatten sie schon, ganz wie Cohn angegeben, je eine Geissei an jedem Ende gefunden, bei B. termo konnte mit den bisher angewandten Vergrösserungen kein Flimmerfaden gefunden werden. Bei Anwendung eines neuen Objectivs von Powell und Lealand hatten sie dagegen einen vollständigen Erfolg. B. termo erschien unter demselben nicht, wie es früher gesehen wurde, an den Enden abgerundet , sondern conisch zugespitzt , mit einem kugligen Kern an jedem Ende. Von beiden Beobachtern wurde nun auch mehrmals deutlich eine Geissei an jedem Ende gesehen. Natürlich ist die Beobachtung sehr schwierig , aber die Verf. können jetzt immer die Geissein in derselben Beschaffenheit auffinden, nur muss der Flimmerfaden noch in langsamer Bewegung sein, an todten Individuen ist er selbst bei den kleineren Monaden schwer zu erkennen. 110. E. Meusel. De la putrefaction par les bacteries en presence des nitrates alcalins. (Comptes rend. heb. des se. de l'Acad. des Sciences 1875, T. SO, S. 533, 534.). 111. Derselbe. Nitritbildung durch Bacterien. (Berichte der Deutschen chemischen Gesell- schaft 1875, S. 1214, 1215. Das. S. 1653-1655 Erwiderung auf eine Bemerkung Traube's das. S. 1408.) Das Vorhandensein der Nitrite in vielen Brunnenwässern schrieb man seither der Oxydation des Ammoniaks zu. -Im Gegensatz hierzu constatirte M. in mehreren Fällen, dass die salpeterigsauren Verbindungen aus Nitraten entstehen und zwar durch Vermittelung der Bacterien. Bacterien übertragen auch gebundenen Sauerstoff. M. glaubt, dass sie eine wich- tige Rolle bei der Fäulniss der Cellulose, Eiweisskörper u. s. w. spielen, und dass sie mit Nitraten manchem Chemiker als" Oxydationsmittel dienen werden zum Studium der Kohlen- hydrate, Eiweisskörper u. dgl. (Einer Bemerkung Traube's gegenüber hebt M. die Neuheit und Priorität seiner Ansicht hervor.) In 110 werden die Versuche mitgetheilt, auf welche sich diese Ansichten stützen. In Wasser, welches einige Bacterien enthielt, entwickelten sich keine Nitrate bei Zusatz von alkalischen Nitraten, auch nach Zusatz organischer Säuren war die Entwickelung kaum merklich , sehr schnell aber trat die Reduction ein , wenn statt der organischen Säuren Kohlenhydrate zugesetzt wurden ; Karbol- oder Salicylsäure unterdrückte sofort den Process. 112. J. Burdon Sanderson. The occurrence of organic form in connection with contagious and infective disease. (Aus dem British medical Journal 1875. Jan.— April.) In 3 Vorlesungen hat B. S. die Frage über den Zusammenhang der Infectionskrank- heiten mit Organismen behandelt. Er betrachtet: I. Die Morphologie und Naturgeschichte der Bacterien. II. Einfluss der Bacterien - Vegetation auf den Fäulnissprocess. III. Be- ziehungen zwischen septischen Processen und der Erzeugung von Fieber. IV. Specifische Kontagien. Pocken, Vaccine, Schafpocken, Rucurrensfieber, Milzbrand (Mycosis intestinalis). 113. Demarquay. Memoire sur la resistance des protozoaires aux divers agents de pan- sement generalement employes en Chirurgie. (Comptes rendus hebd. des seances de l'Acad. de sciences nat. 1875, Bd. 80, S. 22, 23.) D. hat Versuche angestellt, aus denen er die Wirkung der antiseptischen Mittel auf die Bewegung und Lebensfähigkeit der in eiweisshaltigen Flüssigkeiten gebildeten Protozoen kennen lernen wollte. Er kommt zu dem Schlüsse, dass keiner dieser Stoffe einen Einfluss auf die Protozoen ausübt, auch ihre Entwickelung nicht verhindert, wenigstens nur dann, wenn er gleichzeitig die Eiweissstoffe zerstört. - ■ Verf. glaubt daher, dass man in keiner Verbandroethode das wirksamste Mittel finden wird, der Einwirkung dieser zerstörenden Elemente entgegen zu treten. 114. A. Bergeron. Sur la presence et la formation des vibrions dans le pus des abces. (Comptes rendus hebd. des seances de l'Acad. des Sciences, 1875, Bd. 80, S. 430—432.) Aus drei Reihen von Untersuchungen über das Vorkommen von Vibrionen (Bac- terien) im Eiter zieht B. folgende Schlüsse: diese Organismen finden sich oft im Eiter, ohne dass Luftzutritt nachzuweisen ist und ohne ernste Störungen zu verursachen. Sie sind auch weder aus den Lymphgefässen , noch aus den Blutadern ausgetreten. Sie sind häufig in Referate. — Schizomycetes. 185 „warmen Abscessen" Erwachsener, anscheinend nie bei denen von Kindern. In „kalten Abscessen" finden sie sich nie. Natron-Hyposulfit wird als bestes Mittel zur Zerstörung der „Vibrionen" angesehen. 115. P. Bouloumie. Resultats des rechercb.es et observations sur les micro • organismes dans les suppurations leur influence sur la marche des plaies et les divers moyens ä opposer ä leur developpement (Comptes rendus hebd. des seances de l'Acad. des Sciences, 1875, Bd. 80, S. 123—126.) In einer Reihe kurzer Sätze werden die Resultate der Untersuchungen B.'s über die Beziehungen der Bacterien e. c. zu Eiterung und Wundheilung und bei den verschiedenen Verbandmtthoden mitgetheilt. Mikroorganismen fanden sich in dem Eiter jeder Art und Entstehung und bei jeder Verbandsmethode, wenn Luft Zutritt hatte, nie in solchen An- sammlungen, die von der Luft abgeschlossen waren. Keine Verbandmethode schützt vor der Entwickelung der Bacterien e. c. Am besten bewährte sich B. Glycerin und Alkohol, weil sie den Bacterien das zu ihrer Entwickelung nöthige Wasser entziehen. 116. Gosselin. Rapport sur un travaille de M. Guerin, intitule: „Du röle pathogenique des ferments dans les maladies chirurgicales; nouvelle methode de traitement des amputes. (Comptes rend. hebd. des seances de l'Acad. des Sciences nat, 1875, Bd. 80, S. 81-87.) Guerin hatte die günstige Wirkung seines sogen. Watteverbandes bei Amputationen dadurch erklärt, dass derselbe Schutz gegen das Eindringen von schädlichen Protozeen abgebe und dadurch auch die Bildung solcher Organismen an der Wundfläche verhindere. In der That hatte Pasteur in dem Eiter einer nach jener Methode behandelten Wunde weder Vibrionen, noch Bacterien gefunden. Neuerdings ist die Verbandweise durch eine Commission der Akademie geprüft worden, es wurde jetzt in mehreren Fällen die Anwesenheit von Bacterien im Eiter unter dem Watteverbande unzweifelhaft beobachtet. Der Verband schützt also nicht vor der Entwickelung oder der Einwanderung dieser Organismen. Die Commission erkannte die günstige Wirkung des Verbandes auf die Wunden an, aber nicht die Theorie, welche G. darüber aufgestellt. 117. Pasteur. Observations verbales ä l'occasion du Rapport de M. Gosselin. (Compt. rend., 1875, Bd. 80, S. 87—95.) P. zeigt an einigen Beispielen, wie die Wirkung der organisirten Fermente studirt werden muss, und wie die sogen. Widerstandsfähigkeit lebender und gesunder organischer Theile gegen jene Fermente in vielen Fällen wissenschaftlich zu erklären ist. Er bespricht darauf den Bericht Gosselin's und giebt die Methoden an, nach denen man die aufgeworfenen Fragen hätte untersuchen müssen, um sichere Schlüsse zu ziehen: 1) müsste der Verband mit strengster Vorsicht gemacht werden , um alle Keime , sowohl an der Oberfläche der Wunde, als an der Watte zu entfernen (Erwärmen auf 200 u ), 2) müssten Parallelversuche gemacht werden: an zwei entsprechenden Gliedern chloroformirter Thiere müssten die gleichen Wunden angebracht werden, die eine mit sorgfältig angelegtem Watteverbaud behandelt, die andere der Wirkung der Organismen aus einer eiternden Wunde ausgesetzt werden, 3) müsste bei einem chloroformirten Thiere eine Wunde an einem für die Beobachtung geschickten Orte angebracht, nur reine Luft zugeführt, aber keinerlei Verband angebracht werden, um den Verlauf der Wundheilung zu beobachten. 118. A. Trecul. Observations verbales concernant la produetion des bacteries, des vibrions et des amylobacters. (Comptes rend. hebd. des seances de l'Acad. des Scienc. not., 1875, Bd. 80, S. 95-96.) T. sieht in der Entstehung der Bacterien unter geschlossenen Verbänden wieder den Beweis dafür, dass Bacterien, Vibrionen und Amylobacterien durch Umformung flüssiger oder körniger organischer Substanzen entstehen können. 119. A. Bechamp. Sur les microzymas et les bacteries. (Comptes rend. hebd. des seances de l'Acad. de Sc, 1875, Bd. 80, S. 494—497.) Bei Gelegenheit einer Erwiderung auf Mittheilungen Balard's , welche die Nicht- existenz der „Mikrocyma" im Blut beweisen sollen, giebt B. eine Darstellung seiner Ansichten über diese Organismen, wie er sie gemeinsam mit Estor seit 1865 aufgestellt hat. 186 Kryptogamen. — Pilze. 120. Derselbe. Des microzymas et de leurs fonctions aas diSerents äges d'un meme etre. (Comptes rend. liebd. d. se. d. l'Academie des Sciences, 1875, T. 81, S. 226—229.) B. beschreibt die Methode, wie er aus deD thierischen Geweben (z. B. Muskel) seine „Mikrozyma's" isolirt, indem er durch Auswaschen mit Kreosotwasaer , darauf mit sehr verdünnter Salzsäure die rein chemischen Substanzen entfernt und in den unlöslichen Theilen die Mikrozymas zurückhält. — Die Wirksamkeit der Microzymas ist nicht nur nach den Organen, aus denen sie stammen, sondern auch nach dem Alter der Gewebe verschieden. 121. Derselbe. Du röle des microzymas dans la fermentation acide, alcoolique et acetique des oeufs. (Compt. rend. hebd. des seanc. de l'Acad. des Sciences nat., 1875, Bd. 81, S. 1027—1031.) 122. Derselbe. Remarques concemant une note de M. Gayon sur les alterations spon- tanees des oeufs. (Das., Bd. 81, S. 1359-60.) Enthält Mittheilungen, welche gegen die Auffassung Gayon's über die Fäulniss der Eier sprechen sollen (nicht mykologischen Inhalts). 123. M. J. Nüsch. Die Nekrobiose in morphologischer Beziehung betrachtet. (Schaffhausen, 1875, 45 S.) Verf. versteht unter Necrobiose das Lehen, welches sich in den todten organischen Körpern weiter entwickelt. Speciell hat er die Entstehung der Fäulnissbacterien im Auge. Er ist der Ansicht, dass die Bacterien weder Algen noch Pilze, sondern pathologische Producte des Organismus seien. 124. Dr. Zürn. Die pflanzlichen Parasiten, welche bei Haussäugethieren Krankheiten zu erzeugen vermögen. (Oesterreichisches landwirthschaftl. Wochenblatt 1875, S. 15—17.) Nach einer gedrängten Mittheilung über die Pilze als Krankheitserreger und die verschiedenen Formen der Bacterien bespricht Z. specieller zwei Krankheiten, das seuchen- hafte Verkalben der Kühe und den Milzbrand. Erstere ist wenigstens in einem Tneile der Fälle durch Bacterien veranlasst. Bezirksthierarzt Bräuer in Annaberg hat nachgewiesen: 1) dass in dem Vaginalschleim der Kühe, welche verkalbt haben, Bacterien und Bacterienreihen sich in grösserer Zahl finden; es sind das Kugelbacterien, welche sich von denen, die in faulenden Flüssigkeiten zu finden, kaum unterscheiden lassen; 2) durch geflissentliche Uebertragung des Vagiualschleims der Kühe, welche abortirt haben, in die Geschlechtsorgane gesunder hochträchtiger Kühe kann das Verkalben künstlich herbeigeführt werden. — Ferner kann die Verbreitung durch Isolirung der kranken Kühe, durch Desinfection der Ställe und locale Desinfection der träch- tigen Kühe aufgehalten werden. Vom Milzbrand führt Z. an, dass man im Blute milzkranker Thiere Anfangs kleine Kugelbacterien, im weiteren Verlaufe „oder erst postmortal" stabförmige Bacterien finde. Dass diese Organismen zu dem Milzbrande in ätiologischer Beziehung stehen , wird durch Folgendes bewiesen: 1) Stirbt eine trächtige Kuh an Milzbrand, so findet man die Milzbrand- bacterien wohl im Blute dieses Thieres, nie in dem des Fötus. Impft man mit dem Blute einer solchen Kuh, so entsteht stets Anthrax, dagegen durch Impfung mit dem Blute des Fötus nie. 2) Isolirt man die Bacterien vom Blut (Versuche vou Tiegel und Klebs), so wird das Blut nicht mehr ansteckungsfähig, die isolirten Bacterien wirken stark inficirend. 3) Mit Wasser verdünntes Blut wirkt erst nach längerer Zeit, als unverdünntes. 4) Die klinischen Erscheinungen des Milzbrandes entsprechen der Wirkung der Bacterien, dem Blute energisch Sauerstoff zu entziehen. — Das einzige Mittel , welches mit wirklichem Erfolg gegen den Milzbrand gebraucht worden, ist die Karholsäure, welche ja auch in das Trinkwasser gegeben prophylaktisch gegen verschiedene Seuchen zu wirken vermag. 125. A. Cattaneo. Ueber Versuche in Betreff der Erzeugung der Ocrnalia'schen Körperchen in Seidenraupen. (Rendiconti d. R. Instit. Lombardo. Ser. II, Vol. VII, p. 665.) Die Versuche, welche Gibelli, Maestri und Colombo im Jahre 1873 ausgeführt hatten (s. Bot. Jahresber. f. 1873, S. 72) Hessen Zweifel darüber, ob sich in den der Be- obachtung unterworfenen Raupen die Carnalia'schen Körperchen etwa darum nicht entwickelt hätten, weil sie vorher an Flaccidezza zu Grunde gingen. C. wiederholte die Versuche nach denselben Principien mit Raupen aus Zellkulturen. Einige Raupen starben nach der ersten Referate. — Myxomycetes. 187 Mauser und zeigton im Innern oscillirende Körperchen, ehe sie mit Pilzen gefüttert wurden. Hierauf wurden die anderen Raupen in gesonderten Abtheilungen mit Claclosporium licr- barum, Fumago salicina, Rlvizopus nigricans, die trocken auf die zum Futter verwandten Blätter gestreut wurden, gefüttert. Fast alle Raupen blieben gesund und verpuppten sich. Aus diesen Versuchen wurde der Schluss gezogen, dass die von Hallier als die Ursache der Cornalia'schen Körper angesehenen Pilze keine Beziehung zu denselben haben und von den Raupen ohne beachtenswerthe Nachtheile verzehrt werden können. 126. F. A. Forel. Enquete sur l'epizootie de typhus qui a sevi sur les perches du lac Leman en 1873. (Bullet, de la Soc. Vaudoise des sc. nat. 2. Ser., Vol. XIII, p. 400-411.) Die seuchenartige Krankheit , welche 1867 , 1868 und 1873 die Barsche im Genfer See hinraffte (s. Botan. Jahresber. f. 1874. S. 239) gab Veranlassung, die Ursachen der- selben durch eine Kommission untersuchen zu lassen. Durch 13 Fragen, die den verschie- denen Interessenten und Sachverständigen gestellt wurden, suchte man möglichst viel Material für die Beurtheilung der Seuche zu gewinnen. Es ergiebt sich hieraus, dass die Seuche fast nur auf die Barsche beschränkt blieb , dass sie durch ungünstige klimatische Verhältnisse im Frühjahr, wenn die Fische im niedrigen Wasser laichen, entsteht. . Die Symptome der Krankheit sind dieselben gewesen, wie sie in den früheren Epidemien beobachtet wurden (weisse Flecken auf der Haut und an den Muskeln, Blut- ergüsse am Grunde der Flossen, Diarrhoe etc.), sie rechtfertigen die Bezeichnung als „Typhus der Barsche". Das wichtigste Zeichen, die Anwesenheit von Bacterien im Blute der noch lebenden kranken Barsche, wurde durch ein Mitglied der Kommission constatirt. 127. Klein. On the pathology of sheeps-pox. (Aus „Reports of the medical officer of the priory-Council and local government board. New. Ser. No. 3. In Quarterly Journal of microscopical science 1875, S. 229 — 243, mit 11 Holzschn.) Ausführliche Mittheilung der Untersuchungen Klein's über die Schafpocken. S. Bot. Jahresber. f. 1874, S. 324. 128. Dr. Veiten. Wie weit geht unsere Kenntniss von den Ursachen der verschiedenen Weinkrankheiten. (Annalen der Öenologie. 5 Bd., 1. Heft, S. 19—22.) Kurze Bemerkungen über die durch Organismen verursachten Krankheiten des Weines und ihre Bekämpfung. Die Bacterien, welche die Ursache vieler zäher Weine sind, sind nach V. einfache, runde, punktförmige Zellen. Das Bacterium des Essigstichs bildet in der Formenreihe den Uebergang zu den Stäbchenbacterien. Die kranken bitteren Weine, welche eine grosse Rolle spielen, sind ebenfalls durch Organismen bedingt, es wird aber unbestimmt gelassen, „ob das Bitter werden durch einen Pilz oder durch ein Bacterium bedingt ist". — Als Mittel gegen die Krankheiten werden erwähnt, das Pasteurisiren, Filtriren der Luft, und um die Entwickelung der im Innern der Fässer und zwischen den Dauben befindlichen Bacterien zu verhüten, die Anwendung heissen Wasserdampfs und der schwef- lichten Säure. V. Myxomycetes. 129. N. Sorokin. Ueber einen neuen Schleiiapilz Bursula crystallina gen. et sp. nov. (Protocoll der 62. Sitzung der Naturforscher-Gesellschaft an der Universität zu Kazan, 4. Mai 1875, Kazan. [Russisch.]) Im Herbst traf der Verf. auf dem Pferdemist rosenrothe Amöben, welche ausser- ordentlich lange Pseudopodien herausliessen; nach einiger Zeit der Bewegung flössen die Amöben zusammen, bildeten ziemlich grosse Klumpen des rosenrothen Protoplasmas, aus dessen Mitte sich allmählig die Warze hervorhob und sich in das Sporangium umbildete. Schon in diesem Stadium konnte man bemerken, dass dieser Organismus nicht GuUnlina rosea Cnk. ist, welchem er sehr ähnlich ist und nahe steht (Bot. Jahresber. I. S. 61), weil das Sporangium mit einer Membran bedeckt war, welche bei Guttulina rosea fehlt. Nachdem, durch Einschnürung, zerfällte sich der Sporangiuminhalt in acht Klumpen , welche , durch das Zerfliessen des oberen Theiles der Sporangiummembran , auf die Oherfläche des Mistes hervorkrichen konnten und sich wie die Amöben bewegten. Dieser Ent wickelungsgang wurde bis Januar beobachtet, als der Verf. zwischen den gewöhnlichen obenbeschriebenen Sporangien ]gg Kryptogamen. — Pilze. solche bemerkte, welche die Protoplasmaklumpen mit deutlich umrissenem Nucleus enthalten; die Entwickelung dieser Klumpen und ihr Schicksal sind denen von früheren Sporangien ähnlich, nur sie haben deu Nucleus. Die mit Nucleus versehenen rosenrothen Amöben, diese ohne Nucleus getroffen — beginnen mit einander zusammen zu fliessen , sich zu copuliren ; es erhält sich ein Protoplasmaklumpen mit einem Nucleus in der Mitte, welcher sich mit der Membran bedeckt. Diese runde Zelle mit dicker Membran kann man als Copulationsproduct (Befruchtungsproduct) der Amöben betrachten, deshalb bezeichnet der Verf. diese Zelle als Oospore. Batalin. 130. Karl Schumann. Ein Gährungsversuch. (Berichte der Deutschen Chemischen Gesell- schaft 1875, S. 44—47.) Traube erklärt die alkoholische Gährung als eine chemische Wirkung des Proto- plasmas auf den Zucker. Er erklärt, nichts stehe der Annahme entgegen, dass die Wirk- samkeit desselben nur deshalb an die Zelle geknüpft sei, weil bisher noch kein Mittel gefunden sei, es unzersetzt aus der Zelle zu isoliren. — Zur Prüfung dieser Frage brachte Seh. in vorher durch Erhitzen desinficirte Zuckerlösung Sporen von Diäymium leueopus. Bis zum zehnten Tage trat weder Kohlensäure- noch Alkoholbildung ein, die Sporen waren sämmtlich geplatzt und hatten ihren Inhalt entleert. Es war also Schwärmerbildung ein- getreten. Hier war also die Zuckerlösung eine Zeitlang der Einwirkung von freiem Proto- plasma ausgesetzt, ohne dass Alkoholgährung eintrat. Seh. hält dadurch die Traube'sche Ansicht für widerlegt. 131. M. Woronin. Die Wurzelgeschwulst der Kohlpflanze. (Nach dem Protocoll der Bot. Section d. St. Petersburger Naturf.-Ges. v. 5. März 1874, in Bot. Ztg. 1875, S. 337—339.) Die Kohlpflanzen (und auch andere ürueiferen, z. B. Iberis umbellata) wurden öfter von einer Krankheit ergriffen, welche in Russland Kapustnaja Kila, in England Clubbing, Club-root, Anbury oder auch Fingers and toes genannt wird. Sie äussert sich darin, dass sich an den Wurzeln, besonders an der Pfahlwurzel, geschwulstartige Wucherungen sehr ver- schiedener Grösse und von höchst mannichfaltiger, manchmal ganz eigentümlich verunstalteter Form bilden. Sie vergrössern sich mit der Zeit und nehmen die ganze Wurzel ein, die schliesslich in eine schmierige stinkende Fäulniss übergeht; dabei wird den oberirdischen Theilen der Pflanze die Nahrung entzogen und es entwickelt sich kein Kopfkohl. — Als Mittel gegen die Krankheit wird in England dem Boden der Kohlbeete Holzkohle oder Russ zugesetzt. W. sieht als Ursache dieser Geschwülste einen Organismus an, welcher in den Parenchymzellen des Wurzelgewebes lebt, und welcher Aehnlichkeit einerseits mit den Myxomyceten, anderseits mit den Chytridiaceen hat. Er erscheint in den Zellen als langsam bewegtes mannichfach gestaltetes Plasmodium, welches anfangs nur einen Theil der Nährzelle einnimmt, dann heranwächst und endlich die ganze Zelle ausfüllt. Hierauf zerfällt es in eine ausserordentlich grosse Zahl äusserst kleiner kugliger Zellen, die Sporen, welche von einer farblosen, der Zellwand dicht anliegenden Haut umschlossen werden. Wie sich diese Sporen weiter entwickeln, hat W. noch nicht gesehen, doch gelang es ihm schon, gesunde Pflanzen zu inficiren, indem er Kohlsamen in Boden aussäete, welcher mit der braunen fauligen Wurzelmasse vermischt war, und auch mit Wasser begoss, welches viel von den Sporen enthielt. VI. Phycomycetes. 1. Chytridieae. 132. N. Sorokin. Uebersicht der Gruppe Syphomycetes. (Arbeiten der Naturf.-Gesellsch. an der Universität zu Kazan 1874, Band IV, No. 3. mit 2 Tafeln in 4°. [Russisch.]) Einige Angaben aus dieser Untersuchung sind schon in Bot. Ztg. 1874 veröffentlicht (Bot. Jahresber. II, S. 240) und daher entnehmen wir aus dieser Uebersicht nur Folgendes : Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Chytridien, Chytridium endor/emim A. Br. (Fig. 1—5) bei Kazan auf verschiedenen Algen vorkommend, ist eine runde Zelle, die im Innern der Zelle sitzt; auf der zu der Algenwand gerichteten Seite der Zelle ist eine ringförmige Erhebung bemerklich, welche dicht an die Wand der Alge anliegt und deren dünnere Gipfel durch das gemachte Loch in der Membran der Alge als mehr Referate. — Phycomycetes. 189 oder weniger langer Hals heraustritt; dieser Hals endigt am Scheitel mit einer trichter- förmigen Oeffnung. Im Jugendzustande ist der Parasit gleichmässig mit feinkörnigem Plasma erfüllt, später sammeln sich die Körnchen im Centrum der Zelle und zeigt sich hier das Plasma von mehr intensiver Farbe; noch später beginnt das Zerfallen des Inhaltes und die kleinen sich absondernden Theilchen beginnen sich zu bewegen, dringen in den Hals ein und gehen heraus, so dass die Zelle leer bleibt. Die Zoosporen haben eine vollständig runde Form, mit einer Cilie versehen, welche sie bei ihrer (hüpfenden) Bewegung hinter sich tragen ; nach 7 — 8 Minuten der Bewegung ruhen die Zoosporen und die Mehrzahl von ihnen stirbt ab und nur einige sind fähig, sich weiter zu entwickeln; die auf Closterium Lunüla keimende Spore verliert zuerst ihre Cilie und beginnt dann in die Alge hineinzugehen; an der Stelle, wo die Spore sitzt, zieht sich das Plasma der Alge von der Membran zurück und bildet einen farblosen Raum, wo nach 3—5 Minuten ein Theil der Spore als kleine Warze erscheint, welche die Membran der Alge durchbohrte; die Warze vergrössert sich allmählig und von der Spore bleibt endlich nur ein kaum bemerkbares Grübchen übrig ; der in die Zelle hineingegangene Theil vergrössert sich und bildet sich in ein Sporangium um; der äusserlich gebliebene Theil (Grübchen) wächst als langer Hals heran. Dieser Impfungs- process erinnert sehr an die gleiche Erscheinung bei Rhüidium Confervae glomeratae , von L. Cienkowsky beschrieben. — Chytridium ampidaccum A. Br. (Fig. 6—11) wurde bei Kasan und in Neapel auf Spyrogyra und Cladophora gefunden ; es besteht aus rundem Sporangium, von dessen Scheitel der scharf abgesetzte Hals entspringt; das Sporangium mit dem Halse sitzt auf einem mehr oder weniger kleinen Stiel, welcher jedoch auch fehlen kann, in das Innere der Nährpflanze dringt der Stiel nicht ein. Die Eigenthümlichkeit dieser Art besteht darin, dass ihr Hals an seinem Gipfel in eine kaum sichtbare verlängert -konische Spitze ausläuft. Ueber die Natur dieser Spitze spricht sich Braun vorsichtig aus. Bei näheren Untersuchungen ist leicht zu bemerken, dass der Scheitel des Halses keine Membran hat und dass diese kaum sichtbare Spitze nichts anderes ist, als die Hauptschicht des Protoplasma, welche hervorragt; mit Jod behandelt, kann man die Contraction des Plasma im Sporangium und im Halse beobachten und dann sieht man bei fortdauernder Zusammenziehung, wie diese Spitze in den Hals hineingeht. Diese Meinung bestätigt sich noch dadurch, dass während der Zoosporenbildung, nach dem Beginne ihrer Bestrebungen aus der Mutterzelle herauszugehen, diese Spitze sich als Höckerchen wölbt, platzt und die Zoosporen entlässt; während der Entleerung des Sporangiums kann man den übrig gebliebenen Theil der zerplatzten Hautschicht als Trichter bemerken. Die Keimung der Zoosporen wurde nicht beobachtet, sie sind verlängert, mit einer Cilie und glänzendem Körnchen. — Chytridium Euglenae (Fig. 12—17) stellt einen länglichen Sack dar, welcher auf kugelförmigem Stiele sitzt; der Parasit sitzt oberflächlich auf dem Körper von JEuglena viridis. Die Zoosporen- bildung geht auf dieselbe Weise vor sich, wie bei Ch. endogenum; von dem Vorhandensein eines Myceliums (wie Bail meint) kann keine Rede sein. — Chytridium cornutum (Fig. 18 — 27). Dieser seltene Parasit wurde in Kazan auf Hormidium varium gefunden; er besteht aus einer Zelle, deren Membran sich stellenweise sehr verdickt und mehr oder weniger lange Fortsätze bildet ; auf dem oberen Theile der Zelle bemerkt man eine Oeffnung für das Frei- lassen der Zoosporen; auf dem unteren Theile ist eine kleine Warze (Stielchen) bemerklich, mittelst deren der Parasit sich auf der Nährpflanze befestigt; das Eintreten des Stielchen in die Zelle hat der Verf. nicht bemerkt und nichtsdestoweniger wird die Nährzelle gelb und entfärbt sich später. In ganz jungem Zustande ist Ch. cornutum eine kleine rund^e Zelle, mit dem Stielchen auf der Alge sitzend; später, zuerst oben, erscheinen die Ver- dickungen der Membran, welche sich allmählig vergrössern und in die Hörnchen (Fortsätze) verwandeln; solche Verdickungen erscheinen auch auf den anderen Theilen der Membran. Der früher durchsichtige Inhalt des Parasits färbt sich mit der Zeit dunkler und zerfällt in eine Anzahl von Zoosporen , die durch die erwähnte Oeffnung sich frei machen ; sie haben auch hüpfende Bewegung, sind mit glänzendem Kern und einer Cilie versehen, welche während der Bewegung hinter dem Körper bleibt. — Chytridium Ulla (Fig. 28 — 40) parasitirt auf Oedogonium und ausschliesslich auf dessen Oogonien. Die Keimung der Zoospore geht so vor sich: nach 15 — 20 Minuten der Bewegung ruht sie, verliert ihre Cilie und ein wenig 190 Kryptogamen. — Pilze. später beginnt sie sich abzurunden; wenn die Keimung auf Objectträgern vor sich geht, so sterben in diesem Stadium die Sporen ab, aber jene, welche auf der Oberfläche des Oogoniums sitzen entwickeln sich weiter : die Spore durchbohrt die Membran der Nährpflanze und geht als kleines, sicli verlängerndes Wärzchen in die Zelle hinein, bis es die Oospore berührt und an derselben sich anhängt (Kny in Bot. Ztg. 1871, p. 870 behauptet, dass der Parasit die Nährpflanze mit der Cilie durchbohrt); seit dieser Zeit beginnt der auswendig gebüebene Theil stark zu wachseu, auf dessen Spitze beginnt die Membran sich zu verdicken und nachher kann man* hier das Deckelchen unterscheiden; der früher durchsichtige Inhalt macht sich feinkörnig, in ihm erscheinen Kerne, um welche sich nachher das übrige Plasma sammelt und nachher zerfällt der ganze Inhalt des Sporangiums in eine Anzahl von Zoosporen, welche aus der Oeffnung, die durch das Abfallen des Deckelchen gebildet ist, herausgehen. — Chytridium cqnculatum (Fig. 41 -43) wurde in Kazan auf Gloeococcns mucosus gefunden; bei ihm war auch die Zoosporenbildung beobachtet. Hapalocystis mirabilis Sork. gen. et sp. nov. (Fig. 44 - 65). Dieser Pilz besteht aus einer grossen Zelle von birnähnlicher Form, mit seinem engeren Ende an faulendem Holze befestigt; sie wurde im Canale grande in Venedig gefunden. Der Inhalt der Zelle besteht aus feinkörnigem und farblosem Plasma , welches bei weiterer Entwickelung in 32 Theile zerfällt; die Zertheilung des Plasmas in 32 geht nicht gleichzeitig vor sich, aber successiv und dadurch, dass im Plasma zuerst eine, so zu sagen, Furche erscheint, welche es in zwei gleiche Theile theilt; in jeder Hälfte erscheint eine solche Furche, in jedem Viertel erscheint auch je eine Furche etc. ; die so gebildeten 32 Klumpen, abrundend, trennen sich von einander und beginnen sich zu drehen, zuerst langsam, später etwas rascher; nach 3—5 Minuten machte sich die Drehung langsamer, kaum bemerklich, und in dieser Zeit beginnen je zwei Plasmaklumpen sich mit einander zu copuliren, so dass man nachher im Sporangium 16 bisquitenförmige Körperchen finden kann, die aber sich bald abrunden und als bewegende Zoosporen erscheinen; bald platzt quer der obere Theil der Membran des Sporangiums, springt als Deckelchen ab und durch die so gebildete Oeffnung gehen die Zoosporen aus, um ihre hüpfenden Bewegungen zu beginnen, wie sie bei Chytridien beschrieben sind. Jede Zoospore ist kugelförmig, mit Kernchen in der Mitte und mit zwei Cilien versehen, besitzt die Grösse von 0,011 Mm., die Grösse des Sporangiums = 0,117 Mm. Die Keimung der Sporen kann man leicht beobachten, nach 13—15 Minuten ruht sie, befestigt sich an irgend einen Gegenstand, bekommt die Membran und beginnt sich zu vergrössern; nach der Erreichung der bestimmten Grösse wiederholt sich der beschriebene Process, d. h. die Segmentirung und Zoosporenbildung. Diese Gattung stellt der Verf. in die Familie Chytri- diaceae. — Weiter beschreibt der Verf. die von ihm gefundenen neuen Pilze : Zygochytrium aurantiacum Sork. und Tetrachytrium triceps Sork., über welche iu Bot. Jahresber. n, 1874, S. 240, berichtet ist. Batalin. 2. Saprolegiiieae. 133. Dr. R. Sadebeck. Untersuchungen über Pythium Equiseti n. sp. (Beiträge zur Biologie der Pflanzen, 3. Heft, S. 117—139, Taf. IH und IV.) S. hat seine Untersuchungen über Pythium Equiseti, über welche schon im Bot. Jahresber. für 1874 referirt worden ist, hier ausführlicher mitgetheilt und durch Zeichnungen (26 Fig.) erläutert. 134. Derselbe. Neuere Untersuchungen über Pythium Equiseti. (Sitzungsber. d. Gesellsch. naturforsch. Freunde zu Berlin v. 21. December 1875, 4 S.) Im Juli 1875 traf S. bei Coblenz ein Kartoffelfeld an , auf welchem sämmtliche Pflanzen krank zu sein schienen. Er untersuchte dieselben, in der Meinung, die Ursache der Erkrankung würde Peronospora infestans sein, fand aber diesen Pilz nicht, dagegen in allen Theilen der meisten Pflanzen das Pythium Equiseti. Vorzugsweise waren die Sexual- organe entwickelt und zwar ebenso wie in den Vorkeimen von Equisetum; das Antheridium hatte auch hier die Membran^des Oogoniums, nicht aber die der Oospore durchbohrt. Auf dem bezeichneten Acker wuchs sehr reichlich Equisetum arvense, die Stämme desselben waren ganz gesund, dagegen fanden sich fast gar keine Vorkeime in ihrer Umgebung, sie waren wahrscheinlich schon vorher durch das Pythium vernichtet. — Auf einem benach- Referate. — Phycomycetes. \$\ barten Kartoffelacker, der mehr fetten Boden besass und ziemlich frei von Equisetum war, fand sich das Pythium nicht. — S. macht schliesslich darauf aufmerksam, dass W. G. Smith, welcher glaubte, neuerdings die Sexualorgane der Peronospora infestans gefunden zu haben, leicht durch dieses Pythium irre geführt sein kann. 3. Peronosporeae. 135. W. G. Smith. The resting-spores of the Potato disease. (Gardener's Chronicle, July 10, 1875, 17 und 24 Jul.) In braunen Flecken auf Kartoffelblättern, welche auch von Peronospora infestans befallen waren, fand S. zwei Arten sporenartiger Gebilde. Die einen waren etwa von der- selben Grösse wie die Zellen des Blattparenchyms , hellbraun, mit dicker Aussenhaut und körnigem Inhalt, die anderen viel kleiner, mit dunklerer, netzförmig gezeichneter Membran. Bei Maceration der Blätter in kaltem Wasser bildeten sich an den fleckigen Stellen Schimmel- rasen. S. betrachtet die grösseren Zellen als Oosporen, die kleineren als Antheridien der Peronospora infestans. Er schliesst dies daraus: 1) dass sie in Gesellschaft der Peronospora auf der Kartoffelpflanze vorkamen, 2) dass sie in Gestalt und Wesen mit den bekannten Buhesporen anderer Peronospora -Arten übereinstimmen, 3) dass sie sich im Wasser entwickeln wie einige andere Schimmel {Saprolegnieae , wozu er auch Botrytis Bassiana rechnet), 4) dass sie in Gestalt mit Artotrogus Mont. übereinstimmen, welchen Berkeley schon lange für die Dauersporen der Per. inf. hält. 136. Derselbe. The resting Spores of the Potato Fungus. (The monthly microscopical Journal. Vol. XIV, 1875, S. 110—129 mit Tafeln CXIV, CXV und CXVI.) Nach einem Abdruck der im Vorigen mitgetheilten Beobachtungen theilt er auf drei Tafeln Abbildungen der Dauersporen von Peronospora in ihrer Lage und isolirt mit, gleich- zeitig auch Copien von Artotrogus und von Oosporen einiger Peronospora- Arten zum Vergleich. — Es ist ihm der Einwand gemacht worden, das was er für Oosporen der Per. infestans erklärt, möchte ein Pythium sein. Diesem gegenüber hält er es für möglich, dass die Peronospora bei Cultur in Wasser in ein Pythium übergeht. 137. Derselbe. The resting spores of Peronospora infestans Mont. (Quarterly Journal of microscopical science Lond. 1875, S. 360-363, Taf. XIX und XX.) Um genau erkennen zu lassen, wie die Gebilde beschaffen sind, welche ihm als die Geschlechtsorgane der Peronospora infestans erscheinen , theilt S. zwei der am besten gelungenen Photographien von mikroskopischen Präparaten dieser Organe (Taf. XIX) daneben auf einer Tafel (XX) den Schlüssel, resp. die Deutung dafür mit. 138. E. Hallier. Die Ursache der gewöhnlichen Kartoffelkrankheit. (Oesterreichisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 1875, No. 41, S. 483, 484.) Die von H. schon a. a. 0. (57) ausgesprochene Ansicht über die Entwickelung der Peronospora infestans wird im Wesentlichen auch hier wiedergegeben. Bezeichnend ist folgender Satz: „Wer über die P. i. und über die Kartoffelkrankheit arbeiten will, der hat nur nöthig, sich den Rhizopus , einen prächtigen Kopfschimmel, zu verschaffen, welcher überall auf faulenden Substanzen zu finden ist , und diesen auf eine Kartoffel auszusäen Acht Tage darauf hat er die Kartoffelkrankheit im Zimmer, wenn auch in der freien Natur nichts von derselben zu finden ist." 139. J. Kühn. Ueber Peronospora Dipsaci forma Fulloni. (Hedwigia, 1875, S. 33—35.) K. hat schon im Jahre 1867 beobachtet und damals auch schon mitgetheilt, dass Peronospora Dipsaci auch die Weberkarde ergreift und in den Culturen derselben grossen Schaden anrichtet. Bei Hohenthurm, in der Nähe von Halle, war der Pilz auf der eultivirten Karde im Frühling in grosser Verbreitung aufgetreten und verursachte nicht nur Verkümme- rung der Wurzelblätter, sondern auch der Blüthenköpfchen. Im Herbst fand ihn Kühn auf jungen Saatpflanzen in einem Garten, auf diesen überwintert er und breitet sich von da aus im nächsten Frühjahr wieder weiter aus. Oosporen wurden nie gefunden. — Als Mittel, die Krankheit zu bekämpfen, wird angegeben, sorgfältig nur gesunde Saatpflanzen auszuwählen, die von dem Pilze befallenen zu vernichten, bei starker Ausbreitung des Pilzes auf den Saatpflanzen den Anbau der Karde für das betreffende Jahr ganz zu lassen. — In dem 192 Kryptogamen. — Pihe. erwähnten Falle wurde auf einer ca. 3 Morgen grossen Fläche der Ernteertrag fast ganz vernichtet. 140. Dr. Cunningham. The Poppy fungus. (The monthly microscopical Journal. Vol. XIII, 1875, S. 244.) Peronospora arborescens verursacht grossen Schaden für die Opiumgewinnung (wohl in Indien). Das Mycel des Pilzes kriecht zwischen den Zellen hin, dringt aber nie in die- selben ein. Oosporen wurden nicht aufgefunden. 141. Schenk. Eine neue Peronospora. (Sitzungsberichte der naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig, 1875, S. 70-73.) Im freien Lande wachsende Stöcke von Serpervivum- Arten: S. albiäum, S. tectorum, S. glaucum und S. stenopetalum wurden im Juni von einer Peronospora ergriffen und zum Theil rasch vernichtet. Der Pilz (P. Sempervivi n. sp.) hatte Aehnlichkeit mit P. infestans. Sein Mycel breitet sich in den Interzellulargängen des Rindengewebes aus, bildet in den Athemhöhlen kleine Knäuel und entsendet durch die Spaltöffnungen ein Bündel unverzweigter Conidienträger , die an ihrer Spitze eiförmige Conidien tragen. Bei längeren Objectträger- culturen bilden sich auch verzweigte Conidienträger. Die Conidien bilden Schwärmsporen, ihrer Grösse nach in verschiedener Zahl (4—32). Sie gleichen denen von P. infestans. Manchmal keimen sie schon in der Conidie. Bei längerer Cultur auf den, einseitiger Beleuchtung vom Fenster her ausgesetzten Objectträgern trafen zuletzt reichlich unregel- mässige Conidien auf, welche auf der vom Lichte abgekehrten Seite stärker entwickelt waren, so dass die Spitze der Conidie seitlich zu liegen kam. Seh. deutet dies als eine heliotropische Wachsthumserscheinung. — Kurze Zeit nach dem Auftreten der Conidien erscheinen am Mycel (welches auch in die Haare eindringt) Oogonien und Antheridien. Der Inhalt des Autheridiums tritt langsam in das Ei über. Die Cellulosemembran der Oospore bleibt glatt, braun. — Von Per. Cactorum Colin, mit welcher der Pilz sowohl in der Form , als in der fäulnisserregenden Wirkung Aehnlichkeit hat, unterscheidet er sich durch die Schwärm- sporenbildung. 4. Mucorineae. 142. Ph. van Tieghem. Nouvelles rechercb.es sur les Mucorinees. (Annales des Sciences nat. VI. Ser. Bot. T. I, S. 5-175. Taf. 1—4.) v. Tiegh. hat die Studien über Mucorineen, welche er mit Le Monnier begonnen hatte, jetzt allein fortgesetzt. Die Methoden, deren er sich bei den Untersuchungen bediente, waren im Wesentlichen dieselben wie bei den früheren Arbeiten, nur wurden die Culturen der Sporen in der Zelle noch mit weiteren Modificationen ausgeführt. Ausser der Cultur der einzelnen Spore in der Zelle führte er die Cultur von zwei Sporen in der abgeschlossenen Zelle ein. Bei dieser war wieder zu unterscheiden, ob die Sporen derselben oder verschie- denen Species angehörten. Bei Sporen derselben Art verschmelzen die Keimschläuche, durch Anastomosen mit einander, oft unmittelbar bei der Keimung, ähnlich wie die Plasmodien der Myxomyceten. Bei Culturen zweier Sporen verschiedener Arten erfolgt eine solche Ver- einigung (vorläufig von dem Parasitismus abgesehen) nicht, man hat also in diesen Culturen ein Mittel , in zweifelhaften Fällen zu unterscheiden , ob zwei Formen zu verschiedenen Species gehören. Die Culturen von 2 Sporen sind auch zum Studium des Parasitismus von grosser Wichtigkeit. Man kann hierbei den „facultativen" und den „nothwendigen" Parasi- tismus dadurch unterscheiden, dass im ersteren Falle bei einfacher Aussaat der Sporen des Parasiten ein fruetificirendes Mycel gebildet wird, während im zweiten Falle zwar Keimung, aber keine Weiterentwickelung folgt. Bei Aussaat eiuer Spore des Parasiten mit einer Spore seiner Nälnpflanze in derselben Zelle erfolgt eine Entwickelung des Ersteren schon ehe eine Berührung stattgefunden, er ernährt sich also durch Diffusion von seinem Wirth. Später heftet sich der Parasit an seine Nährpflanze auf verschiedene Weise an. Durch Aussaat von 3 oder 4 Sporen verschiedener Arten kann man ferner einen Parasitismus 2ten, selbst 3ten Grades nachweisen. Die Cultur zweier Sporen verschiedener Art gestattet auch, die Einwirkung der beiden Pflanzen auf einander zu studiren. Es ist nicht nöthig, dass der Parasit immer nur schädlich auf seinen Wirth wirkt, er kann manchmal sogar durch Zuführung bestimmter Nährelemente fördernd einwirken. Von diesem Gesichtspunkte aus Referate. - Phycomycetes. 193 stellt v. Tiegh. einige Betrachtungen über die neuere Auffassung der Flechten als pilzliche Parasiten auf einer Alge an. Der speciellen Darstellung der .MMCormeew-Formen schickt der Verf. Studien über einige allgemeine Eigenschaften derselben voraus: 1) Bewegung des Protoplasmas, 2) Ver- narbung von Wunden, 3) Bildung von Crystalloiden, 4) Bildung der Sporen. 1) Die Protoplasmabewegung war bisher (bei Mucorineen) nur von Pilobolus bekannt, v. T. fand sie auch fast bei allen anderen Mucorineen , besonders deutlich bei Phycomyces nitens, Pilaira Cesatii, Mortierella tuberosa und strangulata u. s. w. Sie findet während der ganzen Lebensdauer der Pflanze und in ihrer ganzen Ausdehnung statt, sowohl in der Luft als in der Nährflüssigkeit. Bei 8—10 Grad ist sie schon merklich, bei 15—20 Grad aber schneller. 2) Jede Verwundung eines Mycelschlauches vernarbt dadurch, dass sich das Proto- plasma an der verletzten Stelle zusammenzieht, in der Oberfläche fest wird und eine Membran ausscheidet. Man kann Mycelien in verschiedene Stücke zerschneiden, die Wunden ver- narben, die einzelnen Theile bleiben lebensfähig, jeder Theil kann sich weiter entwickeln und fructificiren. 3) Bei den meisten Mucorineen finden sich , besonders im Fruchtträger bis zur Columella, aber auch in den Zellen, welche die Zygosporen bilden, Crystalloide , welche die Reactionen von Eiweisskörpern zeigen. Besonders deutlich erscheinen sie in den späteren Vegetationsstadien, wo sie frei im Zellsafte schwimmen. Sie zeigen sich in zweierlei Form, als reguläre Octaeder (Pilobolus, Phycomyces, Spinellus fusiger, Sporodinia granäis, Bhi- zopus nigricans), oder in dreiseitigen Tafeln mit abgestutzten Kanten, welche aus dem regu- lären Octaeder abgeleitet sind (Mucor, Thamnidium eleqans, Helicostylum elegans, Chaetos- tylum elegans). Sie sind immer einfach lichtbrechend, manchmal sind sie sehr klein, nur 1—2 Mik. lang. v. T. betrachtet die Substanz, welche die Crystalloide bildet, als einen Eiweissstoff, Mucorin, welcher in unlöslicher Form ausgeschieden wird, weil er in dem sporenbildenden Protoplasma überflüssig ist. Bei anderen Pilzen sind Crystalloide nicht gefunden worden, v. T. beobachtete sie nur noch bei Dimargaris, einem Parasiten auf Mucorineen. Die Sporen bilden sich frei im Protoplasma, nicht durch Theilung, in der Regel sind keine Kerne vorgebildet, doch treten diese bei Mortierella oft vorher auf. Zwischen den Sporen bildet sich eine meist körnchenfreie hyaline Zwischensubstanz, die Brefeld schon ausführlich beschrieben hat. Bei den Mucorineen mit cylindrischen Sporangien und ein- reihigen Sporen ist der Vorgang derselbe. Auch hier tritt eine Zwischensubstanz zwischen den Sporen auf. Den grössten Theil der Abhandlung nimmt eine systematische Schilderung der Mucorineen ein. v. T. theilt dieselbe jetzt in 4 Gruppen und 15 Gattungen. Wie dieselben charakterisirt werden, stellt er in umstehender Tabelle zusammen. Es erübrigt darnach nur, über das zu berichten, was speciell über die einzelnen Arten mitgetheilt wird. 1. Piloboleen. 1. Pilobolus Tode. Von dieser Gattung werden 3 Species an- genommen: 1) P. oedipus Mont., 2) P. crystallinus Tode und 3) P. roridus Pers. (= P. microsporus Klein). 2. Pilaira gen. nov. Das Sporangium besitzt dieselbe Structur wie bei Pilobolus, es wird aber nicht in die Luft geworfen, sondern nur durch Verlängerung des Fruchtträgers, der 10—12 Centimeter lang werden kann, emporgehoben, v. T. unterscheidet 2 Arten: 1) P. Cesatii n. sp.: Grösser als d. f. Art, 10—12 Ctm. lang, Sporangium bläulich, Colu- mella ungefärbt. Sporen 8 — 10:6; Zygosporen, denen von Phycomyces ähnlich, wurden einmal beobachtet. 2) P. nigrescens n. sp.: Kleiner, nur 1—2 Cm. hoch, Sporangium und Columella schwarz, Sporen kuglig, 5—6 Mik. im Dchm. IL Mucorineen. 3. Mucor. v. T. erwähnt, dass er von dieser Gattung nach Aus- scheidung der in die folgenden Gattungen untergebrachten Species mehr als 30 Arten kennt, ihre Darstellung behält er sich aber für eine besondere Monographie vor. 4. Phycomyces Kze. Die besonderen Eigenthümlichkeiten der Gattung sind aus Botanischer Jahresbericht III. 13 194 Kryptogamen. — Pilze. 2 e 2. a "-1 crq c, : crc CD P er es -■ ° 5 ® S » a S c^ o ff? es CS V) ■ S n ;• 2L cd B £ - cd 0: p. er B B 2 o 2 CD o D- P. O (x) P 1 B s- a> o S es £ o? »hi i i es c» •s o <» 2 sr » H er co •3 □ er ■i. er ö r co — o es P. CD r-f 3 e « o 3 CD CD a 'S. a ' D eo B a X ►0 5 CD* 5 CS SB IT p P CD a p : P CO DB P. ffi ö 2 5' CD B 'S. CD n •a O B CO OS es DO Tl er CD B i : ö o O W BS ej c_ er CD X CD B o o 5 B f- m W B p. CO o (W 3 r- p B b B ei CD CD o c N es P. DO ß B II i CD B P. CS ~ — — t> n Ba p CD B" OCj CD OQ B 00 ■J} > B >o P OD e CD B £ l_! "• a DD fi B w C9 •"3 U3 rr CO M P o (D CT P CD -i CD >"S CD *—* CD CD » p. Pf M p CD P CO PI p. t? 3 13 CD B er p o CD ■ ' et n P er co ts rra er CD c B H o OD «. 13 r» ri 1 — n ' i *-; (w B M Ti S. B p. r*- O er o I—» CD CD e OD 13 O "1 P B P p. P C3 CR o CO co _ 'S 2, >7 ° £» I S es w ose* CD q B — O er o CO CT' 5 00 t-' po P* o rt C ^r- p p. 5 B 4- ö O •3 c^i lO <& OD C5 h^ OS I fcü SP § ig? s> a *■*>»* =1 Q c» TO ^ «£> o öd o O s (n ^^j J5 A4 «• «« S Ä, 8 S a" 1 g 5 S ,2p !xj O Cd CD © Co Referate. — Phycomycetes. 195 der früheren Arbeit des Verf. bekannt. Er unterscheidet in derselben 3 Arten: 1) Ph. nitens Kunze. 2) Ph. microsporus n. sp.: Sporen kuglig, leicht gelblich, 8 Mik., Zygo- sporen i [ H Mm. im Dchm. Auf Pferdemist. 3) Ph. splendens Fr. auf Lohe. 5. Spincllus n. gen. Begründet auf Mucor fusiger Link, charakterisirt durch das cuticularisirte, dornige, sich bräunende Luft-Mycel. Es werden 2 Arten unterschieden: 1) Sp. fusiger (Lk.) und 2) Sp. sphaerosporus n. sp. : Sporen kuglig, 10 Mik. Dchm., Zygo- sporen 100—150 Mik. — Auf Agaricus fusipes. — Spin. fus. ist ein ächter Parasit, seine Sporen keimen zwar in destillirtcm Wasser, entwickeln sich aber nur auf den Lamellen von Blätterpilzen weiter. 6. Rhizopus Ehrenberg. 3 Species: 1) Eh. nigricans Ehrb., 2) Uli. microsporus n. sp.: Sporenträger 0,4—0,8 Mm. hoch, Sporen schwärzlich, 4 Mik. Dchm. — Auf Pferdemist. 3) Rh. minimus n. sp.: Sporenträger 0,1—0,2 Mm., Sporen 3 Mik. Dchm. — Auf Pferdemist. 7. Sporodinia Link. 5 Species sind beschrieben worden: 1) Sp. grandis Lk., 2) Sp. camea Lk., 3) Sp. dichotoma Corda, 4) Sp>. Candida Wallroth, 5) Sp. Bellemontii Mont., es ist aber zweifelhaft, ob die 4 letztgenannten Arten von Sp. grandis wirklich ver- schieden sind. — Sp. grandis scheint ein ächter Parasit zu sein, dessen Sporen sich nur auf Hutpilzen weiter entwickeln. 8. C ircine IIa v. T. et L. M. Es werden von dieser Gattung 4 Arten aufgeführt, von denen 3 der Verf. und Le Monnier schon in der früheren Arbeit beschrieben haben: 1) X). glomerata, 2) C. umbellata, 3) G. spinosa, 4) C. simplex n. sp. fand v. T. auf Hunde- exerementen, sie unterscheidet sich durch sehr kleine, 2 — 3 Mm. hohe Fruchtträger und ganz einfache Sporangien ohne jede Dornbildung. III. Mortierelleen. 9. Mortierella Coemans. 9 Species, von denen 4 hier neu aufgestellt sind. Sie werden folgendermaassen gruppirt: a) Sporangium tragender Faden einfach: 1) Mortierella simplex v. T. et Le M. , 2) M. strangulata sp. n. charakterisirt durch eine sehr starke Einschnürung des Fruchtträgers unterhalb des Sporangiums. Sporen meist 3eckig ,9:6 Mik. , 3) M. pilulifera n. sp. Fruchtäste etwa 5 Mm. hoch , Sporen oval 7—9:4—5 Mik., am Mycel befinden sich zahlreiche grosse, mit Protoplasma gefüllte Blasen, deren Inhalt später zur Bildung der Sporangien verwendet wird. 4) M. tuberosa n. sp. : Der Sporangienträger erreicht bis 3 Ctm. Höhe, Sporen länglich - oval 11—16:6—8 Mik. Am Mycel finden sich hier ebenfalls zahlreiche, mit dunklem Protoplasma gefüllte Kugeln. b) Sporangienfaden in abnehmender Traube verzweigt mehr oder minder deutlich wirtelständig: 5) M.pdlycephala Coem. 6) M. echinulata Hartz. 7.) M. reticulata v. T. et L. M. c) Sporangienfaden in ein- oder zweiarmigem schneckenförmigem Wickel (cyma) verzweigt, 8) M. candelabrum Le M. et v. T. d) Sporangienfaden zugleich traubig und als einseitiger Wickel verzweigt. 9) M. biramosa n. sp. : ihre Hauptäste sind verzweigt wie M. candelabrum, die Nebenäste traubig, wie M. polycephala. Sporen kuglig, 6 — 9 Mik. Dchm. Dieselben Gruppen kann man bei den Arten der Gattung Mucor s. str. unterscheiden. IV. Syncephalideen. 10. Syncephalis v. T. et Le M. Neuerdings hat v. T. sehr zahlreiche Formen dieser Gattung aufgefunden, so dass er jetzt 13 Arten unterscheidet, deren Unterscheidungsmerkmale in folgender Tabelle zusammengestellt werden: Sporangien- tragende Fäden grade . ge- krümmt ver- einzelt Sporan- gien . sänimtlicb einfach, Sporen sämmtlich dichotom, basi- läro Spore . . , stäbchenförmig ....... S. kuglig S. symmetrisch, i zahlreich . S. Sporangien . ( vier verzweigt, vieltheilig, grundständige Spore . . . theils einzeln , theils verzweigt einseitig linienförmig, quer^teheud . kegelförmig, i cylindrisch. Faden . . . . ( knotig . . . nur am Grunde verzweigt am Grunde und iu jeder Höhe verzweigt S bündeiförmig ,S hornförmig S bischofsstabförmig ,S 13* sphaerica. ventricosa. cor data. tetrathela. asymmetriea. depressa. minima. nodosa. intermedia. ramosa. fasciculata. cor :in. reflexa. 196 Kryptogamen. — Pilze. Bei vielen Arten sind Stylosporen bekannt, bei S. cornu fand v. T. auch Zygo- sporen. Die copulirenden Aeste sind aufrecht, cylindrisch, von verschiedener Länge, der längere wird als weiblicher, der kürzere als männlicher Ast angesehen. Die Zygosporen keimten und es entwickelte sich aus ihnen direct ein Sporangienträger. 11. Piptocephalis De By. et Wor. Auch von P. hat v. T. mehrere (4) neue Arten entdeckt. Die Unterscheidungsmerkmale der 7 Species, die jetzt bekannt sind, sind aus folgender Tabelle zu ersehen: anfangs kriechend, l cylindrisch, / gebr grogg p repens v. T. et L. M. später aufgerichtet, ) Sporangien- j auf Haftwurzeln, ) köpfchen . . ( sehr k,ein p - microcephala n. sp. Sporangien- tragender Faden Sporen \ spindelförmig P. fusispora n. sp. [ cylindrisch, ( ™ r ^ lmä «f J zweilappig . P. arrhiza v, T. et L. M. I J ' 1 warzig , die < sofort aufrecht, ) s P orlln g' en - S letzten Aeste . ( einfach . . . P. Freseniana De By. et Wor. _ ( köpfchen . . I *>l>uren I \ tief zweitheilig P. cruciata n. sp. \ kuglig P. sphaerospora n. sp. Schliesslich werden noch zwei ächte Parasiten (mit notwendigem Parasitismus) auf Mucorineen beschrieben, Dimargaris cristalligena n. sp. und Dispora cornuta n. sp., Hy- phomyceten, deren richtige Stellung im Systeme der Pilze noch nicht bekannt ist. (100.) St. Schulzer v. Müggenburg beschreibt eine auf Milchruhm beobachtete Form von Thamnidium Link, welches er für eine Nebenfructification von Mucor Mueedo betrachtet. Die Sporangiolen an der Spitze waren immer vielsporig, hatten 28 Mik. im Durchmesser, mit Columella versehen, die an den verzweigten Seitenästen waren 4— ösporig, 10—15 Mik. dick, ohne Columella. - Seine Gattung Scitovslcya hält er gegenüber Zimmermann, der sie dem Mucor racemosus beizählt, aufrecht. — Cliaetocladium Jonesii Fres. fand er abweichend von seinem gewöhn- lichen Standorte auf faulenden Vegetabilien. Der Pilz hatte kleinere Sporen (5,3 Mik.) als Fresenius (6,6—8,3) und De Bary (6,6—10,5) angeben; seine Hyphen endeten manchmal in 3 bis 4 dünne Fäden, die seitlich kleine Sporen tragen. Seh. hält ihn immer noch für eine Fruchtform von Mucor Mueedo. 143. Brefeld. Ueber copulirende Pilze. (Separatabdr., 15 S.) B. schildert die Wachsthumsverhältnisse der Zygomyccten ausführlich. Aus den einzelnen Gonidien entstehen die grossen einzelligen Mycelien, aus denen sich durch centripetal auftretende Scheidewände, während die Enden fortwachsen, die Fruchtträgeranlagen abgrenzen. Unter Auftreten von Protoplasmaströmungen ziehen die Fruchtanlagen Protoplasma aus den Fäden an und bilden die Fruchtträger aus, an deren Spitze nun die Gonidienbildung erfolgt. Bei den Mucorineen werden eine Menge derselben in dem Sporangium gebildet, und dabei entweder der ganze Inhalt verbraucht oder nur ein Theil, mit Zurücklassung eines Restes, der bald klebrig, bald wasseranziehend und aufquellend ist, bald an bestimmten Stellen des Sporangiums, bald zwischen den Gonidien gelagert; er dient zur Entleerung der Sporangien und zur Verbreitung der Gonidien. Häufig findet nach der Ausbildung der Sporangien noch eine bedeutende Streckung der Träger durch intercalares Wachsthum eines begrenzten Thciles des Fruchtträgers statt. — Unter besonderen äusseren Lebensverhältnissen kommt die Aus- bildung der Fruchtanlagen nicht normal zu Stande, sie gehen dann in vorübergehende Ruhezustände über, die als Gemmen oder Chlamydogonidien bekannt sind. — Ausser der ungeschlechtlichen Fortpflanzung, in welcher bei dieser Classe der Schwerpunkt der Vermeh- rung liegt, weil sie so überaus reichlich vorkommt, besitzen die Zygomyccten geschlechtlich erzeugte Früchte, weiche der Erhaltung der Art dienen. Zwei Myceläste wachsen einander gegenüber, verbinden sich, trennen durch eine Scheidewand die Sexualzellen ab, die verschmelzen und eine grosse Zygospore bilden. Nur bei Piptocephalis kommt es noch zu einer weiteren Entwickclung, indem hier nicht unmittelbar das Verschmelzungsproduct der Sexualzellen zur Zygospore wird, sondern weiter wächst und sich schliesslich in 3 Zellen theilt, von denen die obere die Dauerspore ist. — Früher wurde angenommen, dass aus der Zygospore bei der Keimung immer nur ein ungeschlechtlicher Fruchtträger ohne Mycelbildung entstehen müsste. Kcferate. — Phycomycetes. 197 Dass dies nicht immer der Fall zu sein braucht, fand B. bei den Culturen von Mucor dichotomus (Sporodinia grandis). Er brachte die Zygosporen des Pilzes zunächst in feuchter Luft bis zu beginnender Keimung, darauf in Nährlösung, wo sie Mycelien bildeten, die ganz vortrefflich gediehen, wiewohl sonst der Pilz nur als Parasit auf grossen Schwämmen vor- kommt. Auf präparirtem Brod entwickelten sich die Mycelien sehr gut und es stellte sich direct eine massenhafte Zygosporenbildung ein, nebenher traten später, aber nicht so üppig, die Mucor- Fruchtträger auf. — Die Bedingungen, unter denen sich die geschlechtliche, und die, unter denen sich die ungeschlechtliche Fortpflanzungsform ausbildet, sind noch ganz unbekannt, aus B.'s Versuchen geht hervor, dass weder das Alter der Cultur, noch eine bestimmte Jahres- zeit, noch auch die Ernährung oder das Alter der Mycelien dafür maassgebend sind. B. nimmt für die Familie der Mucorineen, welche nur einen Theil der Zygomyceten repräsentirt , nur 2 Gattungen an , Mucor uud Pilobolus. Die Gattimg Pilobolus wird genauer besprochen. Ihre Eigenthümlichkeit besteht darin, dass die Sporangien eine derbe cuticularisirte Membran und eine an ganz bestimmter Stelle im Sporangium gelegene Quell- schicht haben, welche bei der Gonidienbildung ausserhalb der Sporen abgeschieden wird. — Die Mycelien und die Bildung der Sporangien ist im Wesentlichen schon von Klein richtig beschrieben worden. Manche Fruchtanlagen bleiben in der Entwickelung stehen und um- geben sich mit derberen Membranen. — Zygosporen waren bisher bei Pilobolus noch nicht bekannt. B. fand sie bei P. anomälus Ces. (den er früher als P. Mucedo n. sp. angesehen hatte) , sie stehen nicht zwischen , sondern über den Trägern und zeigen eine etwas ein- seitige Ausbildung, sie keimen schon nach 4 Wochen. B. unterscheidet 5 Arten der Gattung: 1) P. anomälus Cesati, charakterisirt dadurch, dass das Sporangium nicht abgeschleudert wird, sondern abquillt ; Gonidien 8,6 Mik. 2) P. roridus Persoon, der oft 2 Zoll hoch wird, die Sporangien nur schwach abschleudert , gelbe Gonidien von 12 : 10 Mik. bildet. 3) P. microsporus Klein, mit gelbgrünen Gonidien G : 4 Mik., Träger i j 2 Zoll lang. 4) P. oedipus Coemans Träger kurz, Gonidien unregelmässig, roth, rund, 5—15 Mik. im Durchmesser. 5) P. crystallinus: Träger länger, Gonidien gelbgrün, oval, 15:10 Mik. — Im umgekehrten Verhältnisse zur Grösse des Fruchtträgers steht die Energie des Kopfabschleuderns. Sie ist höchst energisch bei P oedipus, schwächer bei P. crystallinus und microsporus , äusserst schwäch bei dem grossen P. roridus und gar nicht vorhanden bei P. anomälus. — Die Lage und Mächtigkeit der Quellschicht in den Sporangien entspricht genau diesen Verhält- nissen; sie ist in dem Maasse stärker ausgebildet und einseitig localisirt, als das Ab- schleudern zurücktritt. 144. A. Fitz. Ueber die alkoholische Gährung durch den Schimmelpilz Mucor racemosus. (Bericht der deutschen chemischen Gesellschaft, 1875, S. 1540—1542.) Durch Versuche fand F., dass Mucor racemosus seinen Bedarf an Stickstoff dem Salpeter zu entnehmen vermag, was bei der Hefe nicht der Fall ist. Anhang: Hefe. 145. 0. Brefeld. Ueber einige Reagentien auf freien Sauerstoff und über die Bedeutung desselben für die Vermehrung der Hefezellen. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1875, S. 421—430.) B. entgegnet auf die von Traube aufgestellten Sätze, dass sich entwickelte Hefe ohne freien Sauerstoff auf Kosten von Eiweissstoffen zu vermehren vermöge, Hefekeime sich aber in den günstigsten Medien ohne freien nicht entwickeln. Die erste Behauptung Traube's erklärt er daraus, dass dieser zur Prüfung seiner Nährlösungen Indigolösung benutzte, deren Bläuung ihm das Vorhandensein von freiem anzeigen sollte. Nach B. ist dies Reagens aber nicht genügend, das Verhalten der Hefezellen ist ein viel schärferes Reagens. Dem zweiten Satze entgegnet er damit, dass er die endogenen Sporen (Gonidien) der Hefe denselben Bedingungen aussetzte, wie in seinen früheren Versuchen die Hefezellen, sie verhielten sich dem gegenüber ganz so wie diese, ebenso verhielten sich bei Mucor racemosus die Sporen der Sporangien ganz so wie die gewöhnlichen Sprosse (Gonidien), „Wenn in den zerdrückten Trauben, welche Herr Traube anwandte, keine Hefe zur Entwickelung kam, so waren überhaupt keine lebenden Ilefezellen auf den Trauben vorhanden. 19g Kryptogamen — Pilze. 145a. M. Traube. Ueber das Verhalten der Alkoholhefe in sauerstoffgasfreien Medien. (Das., S. 1384-1400.) Entgegnung auf vorstehenden Aufsatz. 145b. E. Donath. Ueber den invertirenden Bestandteil der Hefe. (Das., S. 795—797.) Das Ferment wurde nach einer von Zelkowsky und König bei anderen ungeformten Fermenten beobachteten Methode isolirt und näher untersucht. Er fand, dass die Substanz durchaus nicht als ein Eiweisskörper anzusehen ist. Er schlägt für dieselbe den Namen: Invertin vor. 146. 0. Brefeld. Ueber Gährung. II. Allgemeine Betrachtungen über die Bedeutung der Hefe als Culturpflanze und den gegenwärtigen Standpunkt ihrer Kenntniss. (Land- wirthschaftliche Jahrbücher 1875, S. 405—433.) 147. Derselbe. Beobachtungen, die Biologie der Hefe betreffend. (Sitzungsberichte der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin, 16. März 1875.) B. betrachtet die Hefe von dem Gesichtspunkte aus, dass sie eine durch lang- dauernde Zucht veränderte Culturpflanze geworden. Naturhefe kommt sehr verbreitet vor, sie hängt überall den Blättern und Früchten an , sie wird in der Weinbereitung praktisch verwerthet, und man kann sie sich rein bereiten, wenn man noch gährenden Most kalt stellt und den Absatz sammelt. Diese Naturhefe ist vielleicht für manche Zwecke der Culturhefe vorzuziehen, sie besitzt z. B. eine grosse Widerstandskraft gegen andere coneurrirende Pilze, wie sich gerade bei der Weinbereitung zeigt, wo die vielfach mit ausgesäeten Schimmelsporen nicht gedeihen und nur die Hefe sich entwickelt. Von der Culturhefe unterscheidet sich diese Naturhefe besonders auch dadurch, dass sie leicht zur Fructification (Gonidienbildung) zu bringen ist, was am besten durch Ausbreiten auf einem Objectträger geschieht , bei unter- gähriger Bierhefe ist dies B. nie, bei Branntwein-Oberhefe nur vereinzelt und langsam gelungen. B. glaubt, dass die Culturhefe mit der Zeit die Fähigkeit der Gonidienbildung verloren hat, weil sie sich in der Cultur nur durch Sprossung fortpflanzen kann. — Die Eigenschaft, Gährung zu erregen, theilt die Hefe nur mit wenigen ganz bestimmten Pilzen, und zwar ist sie bei diesen in verschiedenem Grade vorhanden. Für die Hefe ist die Gährung ein Vor- gang, welcher ihr die Bewegungsorgane, wie sie bei anderen niederen Organismen vorkommen, ersetzt, die Kohlensäure ist es, welche die Hefe an alle Stellen der Nährlösung bringt. • Wie die Hefe in der Natur In die Lage gebracht wird, sich weiter zu vermehren, zu sprossen, blieb bisher unbeachtet. Auf Blättern und Früchten konnte dies nicht geschehen, sie musste auf denselben zu Grunde gehen, denn getrocknete Hefezellen bleiben nur wenige Wochen keimfähig, die Gonidien dagegen noch 3 Monate. B. kommt zu dem Schluss, dass die Hefe mit der Pflanzennahrung in den thierischen Leib kommt und „dass in dem thierischen Leibe, in den Fäces vornehmlich der kräuterfressenden Thiere , im Miste und in der Jauche der Bildungsherd, der eigentliche Standort gegeben ist, wo die Hefe zugleich die Fähigkeit der Gährung erlangt hat". — Die "Verschiedenheit der vergohrenen Getränke liegt z. Th. in den verschiedenen Modifikationen und Arten der Vergährung. Wird die Vergährung bis zum Absterben der Hefezellen fortgeführt, so treten andere Producte auf, als wenn sie nur zur Gährung benützt wird, nämlich z. B. aromatische Verbindungen, Alkohole, welche den Fusel- ölen angehören, und verschiedene Säuren. Dieser Process wird bei der Weinbereitung benützt, bei der Bierbereitung dagegen gewöhnlich nicht, wohl aber wieder bei bestimmten Biersorten, denen die „Nachgährung" einen speeifischen Geschmack ertheilt. Die Gährung hat ihre natürlichen Grenzen mit der Anhäufung des Alkohols, das Wachsthum der Hefe wird aber wohl bei einem anderen Alkoholgehalt sistirt als die Gährung, beide Grenzen festzustellen, ist praktisch wichtig, z. B. in der Champagnerfabrication. — Für die Cultur der Hefe ist es wichtig, zu untersuchen, auf oder in welchem Substrat sie am besten gedeiht. In dieser Beziehung ist festgestellt, dass sie für ihre Entwickelmig ein Substrat liebt, welches schwach sauer reagirt durch irgend eine Pflanzensäure , dagegen wirken Milch- und Essigsäure ihrer Entwickelung entgegen. Wenn man bei der Hefecultur das Substrat gleichsam als den Nährboden für die Culturpflanze ansehen kann, so kann man von den verschiedenen Käse- pilzen und Bacterien, welche neben der Hefe auftreten und diese stören, als von Unkräutern der Cultur sprechen. Es ist wichtig, zu wissen, wie das Substrat beschaffen sein muss, um Referate. Phyeomycetes. 199 diese zu unterdrücken, wahrscheinlich wirkt eben in dieser Beziehung der geringe Säure- gehalt günstig. — Es ist Aufgabe der Wissenschaft, die Veränderungen zu untersuchen, welche die Hefezelle bezüglich ihres Inhaltes mit fortschreitender Gährung erfährt , ferner die Veränderungen, welche bis zum Tode der Zelle eintreten, welche Stoffe während der Gährung abgegeben werden, und welche in den todten Zellen zurückbleiben. Die Membran steht mit dem Gährungsvorgang selbst nicht in Verbindung, doch erfolgt der Process an der Oberfläche der Zellen. Es ist anzunehmen, dass die Zellen eine stickstoffhaltige Substanz abscheiden, welche als die eigentliche Gährung erregende Substanz anzusehen ist. Der Vorgang ist ähnlich wie bei der Lösung der Humussubstanzen etc. durch die Zellen der Wurzeln oder wie bei der der Stärke durch die Zellen des Keimlings. Dieser hypothetische Gährstoff häuft sich aber in den Hefezellen nicht an, seine Gewinnung kann also nie eine massenhafte, sondern höchstens eine spurenhafte sein. Der Essig-. Milch- und Buttersäurebildung wird am Schlüsse mit einigen Worten gedacht. 148. Dr. A. Mayer. Beiträge zur Lehre über den Sauerstoffbedarf und die gährungs- erregende Fähigkeit der Hefepilze. (Landw. Jahrbücher 1875, S. 969-997.) Veranlasst durch die Brefeld'schen Arbeiten hat sich M. für eine Reihe von Unter- suchungen die Beantwortung der Fragen gestellt: 1) Können Hefezellen sich durch Sprossung vermehren bei Abschluss alles freien Sauerstoffes? 2) Können Hefezellen gäbren während ihrer normalen Vegetation bei Gegenwart von Sauerstoff? Er stellt als schliessliche, durch seine Untersuchungen modificirte Resultate, folgende Thesen auf: 1) Die Athmung von freiem Sauerstoff ist nicht für alle niedrigste Organismengruppen nothwendig, damit diese die Erscheinungen des Zellwachsthums und der Zellvermehrung zeigen. 2) Beim Bierhefepilz kann, soweit bis jetzt die Untersuchungen reichen, bei Abschluss von Sauerstoff ein weiteres Wachsthum stattfinden; allein dasselbe ist jedenfalls sehr unbedeutend und von Zeit zu Zeit muss wieder Sauerstoffathmung stattfinden , damit die Entwickelung des Hefepilzes normal verläuft. 3) Dauert der vollständige Abschluss vom Sauerstoff läugere Zeit, so hört das Wachsthum des Hefepilzes gänzlich auf; aber dessen Lebensfähigkeit ist noch nicht erloschen. Dieselbe zeigt sich in der Gährungserregung. 4) Dauert der Sauerstoffabschluss noch länger fort, so werden die Veränderungen an den Hefezellen grösser und immer mehr äusserlich wahrnehmbar. Schliesslich hören die Zellen auf, Gährung zu erregen, und sind normalen Bedingungen zurückgegeben, unfähig von Neuem zu keimen oder irgend welche Lebenserscheinungen zu zeigen; sie sind aus- gegohren und todt. 5) Durch reichliche und gleichmässige Sauerstoffzufuhr ist es möglich, die Hefepilze vegetiren zu lassen, ohne dass sie gleichzeitig Gährung erregen. Die Regel ist aber, dass sie, und zwar dieselben Individuen, zugleich gähren und eine massige Sauerstoffathmung unterhalten, wodurch sie zum dauernden Wachsthum befähigt sind. 6) Die Gährung kann als eine Art Stellvertretung für die Sauerstoffathmung betrachtet werden, insofern sie bei lebenskräftigen Zellen um so mehr Platz greift, je vollständiger man die letzteren unterdrückt, und insofern die Gährungsbefähigung einem Organismus die Mög- lichkeit gewährt, längere Zeit bei Abschluss von Sauerstoff sein Leben zu bewahren. Allein die Stellvertretung jener inneren Athmung ist keine ganz vollständige , für alle einzelnen Functionen dauernd mögliche. 149. A. W. Bennett. Some account of modern researches into the nature of yeast. (Quaterly Journal of microscop. science, 1875, Arl., S. 142—158, mit 9 Holzschnitten.) Mittheilung der neueren „Anschauungen über die Natur, Formverhältnisse und Entwickelung der Hefe und Kampilze nach den Arbeiten von De Bary, Reess, Cienkowski und Brefeld (bis 1873). 150. L. Pasteur. Nouvelles observations sur la nature de la fermentation alcoolique. (Comptes rendus hebdom. des seances de PAcad. des Sc, 1875, Bd. 80, S. 452—457.) Gegen die Einwendungen, welche in neuerer Zeit Brefeld und Traube gegen die Pasteur'sche Erklärung der Alkoholgähruug erhoben haben, vertheidigt sich dieser durch 200 Kryptogamen. — Pilze. ein neues Experiment. Dasselbe beweist, wie er sagt, dass die Hefe, welche einer absolut luftfreien gährungsfähigen Flüssigkeit zugesetzt wird, sich normal entwickelt, die Menge, welche gebildet wird, hängt nur von der Menge der gähruugsfähigen Substanz ab. Die Gährung dauert unter diesen Verhältnissen länger an, als bei Luftzutritt, sie wird aber voll- ständig zu Ende geführt. Die Widersprüche der Brefeld'schen Versuche erklärt P. dadurch, dass dieser zu alte Hefe verwendet habe, die sich bei Luftabschluss nur schwer vermehrt. Traube hat, wie P. glaubt, nicht mit gereinigter Hefe operirt, die bei dem Luftabschluss durch die anderen sich schnell vermehrenden Fermente bald verdorben wurde. Schliesslich hält er seine Aussprüche über die Alkoholgährung . wie er sie schon 1861 geäussert, und seine Eintheilung der Organismen in Aerobien und Anaerobien (Fermente) aufrecht. VII. Ustilagineae. 151. J. Kühn. Der Weizensteinbrand, seine Formen und seine specifische Verschiedenheit von den Steinbrandarten wildwachsender Gräser. (Landwirthsch. Zeitung für "Westfalen und Lippe, 1875, No. 1 und 2.) Verf. beschreibt sehr genau die beiden Steinbrandsorten des Weizens Tilletia Caries (DC.) und T. laevis Kühn. Zu dem, was er schon früher über das Auftreten und den Verbreitungsbezirk der T. laevis bekannt gemacht (S. Bot. Jahresber. f. 1873, S. 86), wird noch hinzugefügt, dass er diese Brandform schon 1856 von Kolaczek aus Ungarn auf Winter- weizen, und Körnike aus dem Garten der Akademie Hohenheim und von Finsch (durch W. Umack) aus Nordamerika erhielt. Keimungs: und Entwickelungsweise der T. laevis stimmen ganz mit der von T. Caries überein. — Es ist für die Verhütungsmaassregeln gegen den Weizenbrand von Wichtigkeit zu wissen, ob die beiden Tilletia- Arten auf wildwachsenden Gräsern vorkommen. T. laevis ist noch niemals anders als auf dem cultivirten Weizen gefunden worden, dagegen geben Tulasne (Fischer v. Waldheim, Sorauer) als Nährpflanzen für T. Caries noch folgende Gräser an: Lolium temidentum», Aira caespitosa, Bromus secalinus, Poa pratensis, Apera spica venti, Agrostis sp., Hordeum murinum. — Wolf noch: Triticum repens. — Dass sich der Steinbrand des Lolchs ( Till. Lolii Auersw.) von T. Caries bei der Keimung durch breitere und kürzere Sporidien unterscheidet, hat S. schon früher gezeigt. — Auf Trespenarten fand K. nur Ustilago bromivora. — Versuche, Keimpflanzen von Aira caespitosa, Poa pratensis und Hordeum murinum durch Tilletia zu inficiren, gelangen nicht, K. konnte auch nie Brandähren dieser Gräser finden oder erhalten. — Der Steinbrand des Straussgrases (K. fand ihn in Menge auf Agrostis alba bei Kreuth) ist schon von Wallroth als eigene Species (Tilletia spliaerococca) erkannt worden, von T. Caries durch bedeutendere Grösse (26—30 Micr.) und höhere Leisten deutlich unterschieden. Ganz mit diesem übereinstimmend findet K. den Steinbrand von Apera spica venti. — Den Steinbrand der Quecke unterscheidet K. auch als specifische Art: Till, controversa (s. Bot. Jahresber. f. 1874, S. 249), die Felder auf dem Episp. sind hier relativ grösser als bei T. Caries. Till, contr. und T. spliaerococca konnten bis jetzt nicht zur Keimung gebracht werden, während T. Caries und T. laevis leicht keimen. Sommerweizen mit Queckenbrand stark inficirt gab ein durchaus negatives Resultat. — K. scheint es aus diesen Betrachtungen, wenigstens für die in Mitteleuropa vorkommenden Grasarten unzweifelhaft, dass sie diejenigen Brandarten nicht bergen, welche den Weizen schädigen. Der Weizenbrand kann hiernach lediglich durch den Weizen selbst verbreitet werden. Zu seiner Verhütung genügt demnach Abhalten des Weizenstrohes von Weizenäckern (oder den Vorfrüchten) und Desinfection des Saatgutes. Für dieselbe wird, wie früher, Kupfervitriollösung empfohlen auf 275 Liter Saat- weizen 1 Pfund Kupfervitriol. - 152. Derselbe. Mycologische Notiz. (Bot. Zeitung 1875, S. 583.) Durch Infection mit Sporen von Ust. Beessiana wurde im Garten des landwirtschaft- lichen Instituts zu Halle eine brandige Pflanze von Silgbum marianum Gärtn. erzogen. Sie trug zahlreiche, durchaus brandige ßlüthenköpfchen von stark abgeplatteter Gestalt. Die Brandsporen glichen denen der typischen Form. Interessant ist der Nachweis der Ein- wanderung dieses Parasiten auf die Species einer anderen Gattung. Referate. — Uredinei. 201 153. M. Reess. Ueber Ustilago? capensis, einen neuen Brandpilz vom Cap der guten Hoffnung. (Sitzungsber. der physik.-medic. Societät zu Erlangen, 8. März 1875, 3 S.) Dr. Bucbenau in Bremen sandte an R. degenerirte Köpfchen von Juncus capensis Thbg. und J. lomatophyllus Spreng., beide vom Cap, zur Untersuchung. — Die Fruchtknoten sind etwas verlängert und angeschwollen, mit goldgelbem Sporenpulver angefüllt. Die Sporen haben 15—16 Mikr. im Dchm., das Episporium ist mit breiten Netzleisten besetzt, es besteht aus 3 Schichten, nur die innerste, dünne Schicht ist gelb, die Netzleisten und Areolen sind, ebenso wie das dicke homogene Endospor farblos. — Die Perigöntheile erleiden durch den Pilz keine Veränderung. Dagegen verkümmern ohne Ausnahme die Staubgefässe , die Fila- mente bleiben kürzer, es wird kein Pollen gebildet. An den Fruchtknoten verhalten sich die Fruchtwand, Scheidewände imd ihre Verwachsungsstelle anatomisch durchaus normal. Die Placenten und Samenknospen sind gänzlich oder fast gänzlich zerstört. Mycel, welches dem Pilze anzugehören scheint, findet sich zwischen den Sporen, der Fruchtknotenaxe und am Ende des Köpfchenstieles. — Alle Köpfchen einer Pflanze sind entartet, es scheint demnach als dringe der Pilz in die jugendliche Pflanze ein, wachse ohne bemerkbare Schädigung bis in die Fruchtknotenbasis hinauf und fructificire im Fruchtknoten, ausschliesslich auf Rech- nung der Samenknospe und der Placenten. (98.) P. Magnus fand bei Berchtesgaden eine Ustilago in den Antheren von Succisa pratensis , die sich als neue Art erwies und als Ust. Succisae bezeichnet wird. Die Sporen bilden ein vollkommen weisses Pulver, haben 15,07—16,44 Mik. im Dchm. und ein netzförmiges Epi- spor. — Die netzförmige Zeichnung entspricht erhabenen, aufgesetzten Leisten, an den Kanten der benachbarten Maschen sind diese stärker als an den Seiten, der Bau des Epi- sporiums schliesst sich daher in dieser Beziehung dem Baue der Zellwand von Triceratium Favus (nach 0. Müller) an. Die Sporen keimten bald, das Promycel theilt sich durch drei Querwände in 4 Zellen und bildet Sporidien, zuerst an der Spitze, später an den Scheide- wänden, sie stehen oft zu 3 zusammen und es sprossen aus ihnen seeundäre, darauf tertiäre Sporidien. Infectionsversuche von Siiccisa-Blättevn blieben erfolglos. An diese Mittheilung knüpft M. die literarischen Bemerkungen , dass Geminella foliicola Sehr, gleich Uredo melanogramma DC. daher als G. melanogramma (DC.) zu bezeichnen ist, ebenso ist Ustilago umbrina Sehr, gleich Uredo Ornitliogali Schm. et Kze. (46 No. 263.) Fr. Körnicke. bemerkt, dass die von Ustilago longissima Lev. befallene Glyeeria aqnatica, welche keine Rispe treibt, in verschiedenen Gegenden Deutschlands (Wittenberg, Königsberg i. Pr., Lausitz) Bürstschilf, Bürstegras oder Platzegras genannt wurde, weil man glaubt, dass es dem Rindvieh, frisch gefressen, tödtlich sei. Mittheilungen in Landwirtschaftlichen Zei- tungen aus Mecklenburg bestätigen dasselbe, indem Ziegen und Rindvieh davon starben. Im Heu soll das kranke Gras unschädlich sein. — Auch die Angabe von Rosenbaum aus der Gegend von Zerbst, dass Sphaeria rimosa Alb. et Schw. zuweilen gefährliche Vergiftungen bei Vieh hervorrufen soll, zieht er hierher. VIII. Uredinei. 154. F. v. Thümen. Aphorismen über den sog. Generationswechsel der Pilze speciell der üredineen. (V. Bericht des Bot. Vereins in Landshut. 8 S.) v. Th. spricht sich unter Anführung von Beispielen missbilligend über die von einigen Autoren (besonders Fuckel) angewandte Nomenclatur der Uredineen-Arteu, so wie über zu- weit gegriffene Combination der auf einer Nährpflanze vorkommenden Fruchtformen zu der- selben Species aus. Er fasst diese Ansicht in folgende Sätze zusammen: 1) Solange nicht zur Evidenz, wenn möglich durch sorgfältig ausgeführte Culturversuche, der Nachweis einer Zusammengehörigkeit verschiedener Fruchtformen (wenn solche auch auf derselben Nähr- pflanze erscheinen), erbracht ist, müssen die Aecidien, Uredines und Telautosporcn als autonome Species betrachtet werden; auf Analogie gegründete Annahmen sind unstatthaft. 2) Ist bei einer Uredinee auch nur irgend eine Fruchtform verschieden, so ist der betreffende Pilz auch eine eigene gute Art. 202 Kryptogamen. Pilze. 155. J. Schröter, üeber einige Amerikanische Uredineen. (Hedwigia 1875, S. 161—172 u. 177—182.) Die in Europa auf Leguminosen vorkommenden Uredineen sind sämmtlich Uromyces- Arten. Es lassen sich bei denselben 10 Species unterscheiden, deren Merkmale kurz mit- gethcilt werden: 1) Um. Vieiae Fabae (Pers.), 2) Um. apiadatus (Str.), 3) Utn. apendiculatus (Pers.), 4) Um. Pisi (Str.), 5) Um. punctatus Sehr. , 6) Um. striatus Sehr. , 7) Um. Laburni (DC), 8) Um. Anthyllidis (Gr.), 9) Um, Hedysari Carest., 10) Um. pallidus Niessl. — In N. Amerika kommen von diesen Arten Um. appendicidatus auf Phaseolus, und Um. Vieiae Fabae vor, ausserdem eine verschiedene Um.- Art: Um. Lespedezae (L. v. S.), ferner aber auch ganz andere Gattungen, wie Triphragmium deglubens B. & C. und Phragmidium Hedysari L. v. S., ja sogar einige Typen, welche bei Europäischen Uredineen gar nicht ver- treten sind, besonders die Gattung Eavenelia (auf lephrosia) und eine hier neu aufgestellte Gattung Uropyxis. Letztere ist auf Untersuchung der Puccinia Amorpliac Curt. begründet. Diese Uredinee gleicht anscheinend einer Puccinia, die einzelne Zelle ist aber in der Seitenwand mit 2 gegenüberstehenden Keimporen versehen, die in derselben Ebene liegen; jede Spore ist von einer weiten, in der Mitte eingeschnürten, nicht zusammenfiiessenden Gallerthülle umgeben, die Gattung steht demnach mitten inne zwischen Puccinia und Gymnosporangium. — Von anderen Europäischen Uredineen kommen in N. Amerika (wie durch Untersuchimg von Originalexemplaren constatirt wurde) vor: Puccinia Violae DC, Pucc. Nolitangcre Corda, Pucc. Polygoni Pers. (hierher wohl auch P. concentrica L. v. S.), Pucc. Pimpinellae Link (— P. Myrrhis L. v. S., Uredo Chaerophylli L. v. S., P. Osmorrhizae), Pucc. Asteris Duby (= P. Asteris L. v. S.), Pucc. solida L. v. S. (= P. compaeta D. By), Pucc. Iridis (Duby) (Uredo Iridis L. v. S.), Pucc. Pruni Pers., Pucc. Menthae Pers. (hierher auch P. Cunilae Kunze), P. Circaeae Pers., Phragmidium mucronatum ,(Pers.), Phr. Potentillae (Pers.), Uredo Pirolae Mart., Colcosporium Compositarum, dazu noch eine Anzahl von L. v. S. und Berk angegebene Arten. Ob diese Formen ihre Verbreitung etwa dem Verkehr zwischen Europa und Amerika verdanken, oder ob sie rings um die nördliche Halbkugel verbreitet sind, lässt sich nur nach genauerer Kenntniss ihres Verbreitungsbezirkes erwägen. — Für einen Pilz, der von Amerika nach Europa gewandert sei, galt eine Zeit lang Cronartium ribicola Ditr. (Magnus, welcher anfangs diese Ansicht vertrat, spricht übrigens später nur noch davon, dass der Pilz von auswärts bei uns eingewandert sein möchte.) Diese Uredinee ist neuerdings auch im Innern von Russland auf Bibes nigrum gefunden worden, dagegen aus Amerika Itoch nicht bekannt, vorläufig ist demnach wohl nur anzunehmen, dass sie im östlichen Europa einheimisch ist. — Puccinia malvacearum Mont. ist bekanntlich ein ameri- kanischer Pilz, dessen Wanderung in Europa genau verfolgt worden ist. In Baden hat er sich so eingebürgert, dass er durch den strengen Winter 1874/75 nicht ausgerottet worden ist, er hat sich hier auch räumlich ausgebreitet in alle Nebenthäler und auf die höheren Orte des Odenwaldes, ist auch auf andere Malvaceen, speciell auf Maloa Alcca übergegangen. — Ein anderer Pilz, welcher wahrscheinlich aus Amerika übergesiedelt ist, ist Puccinia Maydis der neueren Autoren. Sie ist ganz identisch mit Puccinia Sorghi L. v. S., welche Schweinitz 1835 in Pennsylvanien auf Mais und Sorghum gefunden hat. In Europa ist sie zuerst 1844 von Berenger erwähnt worden, seit dem ist sie nach und nach in verschiedenen Theilen Italiens, Frankreichs, Oesterreichs . Süd- und Westdeutschlands constatirt worden. Morphologisch ist sie von den anderen grasbewohnenden Puccinien gut zu unterscheiden. Uredo Sorghi Pass. ist von der Uredo- Form der Mais - Puccinie verschieden. — Die Puccinia ITclianthi ist möglicherweise auch aus Amerika übergewandert, wenigstens wandert sie jetzt in Europa unbedingt weiter, aber umgekehrt wie Pucc. Malvacearum von Osten nach Westen. Sie wurde in Europa zuerst in Russland bemerkt, jetzt ist sie bis Ungarn, Steiermark und Schlesien vorgedrungen, weiter westlich ist sie noch nicht beobachtet worden. Eigonthümlich ist, dass, während Woronin neuerdings die Identität der Pucc. Helianthorum L. v. S. mit Pucc. Tanaceti DC. durch Iufectionsversuche nachgewiesen hat, die letztere nicht freiwillig auf Helianthus überzugehen scheint. Morphologisch sind die Teleutosporen der Pucc. Helianth. durch etwas andere Maasse constant von denen der auf Tanacetum vorkommenden Puccinie verschieden. Referate. — Uredinei. 203 •156. J. Schröter. Beobachtungen über die Zusammengehörigkeit von Aecidium Euphorbiae Persoon und Uromyces Pisi (Strauss). Ref. unterscheidet den auf Erbsen häufigen Rost von den auf manchen anderen Leguminosen vorkommenden Rostarten als Uromyces Pisi (Strauss). Derselbe unterscheidet sich durch kuglige. mit feinen Eindrücken dicht bedeckte, am Scheitel nicht verdickte Teleuto- sporen , die auf langen , zarten , farblosen Stielen stehen. Er wurde auf Pisum sativum, Lathyrus pratensis, Vicia Cracca, Lathyrus Silvester, L. sativus, L. Aplmca, L. tuberosus und auf Cicer gefunden. — Es fanden sich auf allen diesen Nährpflanzen Uredo- und Teleutosporen, dagegen nie Aecidium. — Dagegen fiel es R. schon lange auf, dass sich die am frühesten von dem Roste befallenen Pflanzen in der Nähe von Euphorbia-Stöckeu. befanden, auf denen Aecidium Euphorbiae wucherte. — Die Thatsache wurde weiter beobachtet und es stellte sich eine grosse Beständigkeit in dem geselligen Vorkommen der beiden Pilze bei Beginn der E/rafo-Vegetation heraus. — Hierauf wurden nun Pflanzen von Lathyrus pratensis, Vicia Cracca und Pisum sativum, die unter vorsichtigem Ausschluss einer anderweitigen Infection im Zimmer unter Glasglocke eultivirt waren, durch Sporen von Aecidium der Euphorbia Cyparissias inficirt. — 9 Tage nach der Aussaat erschienen auf allen inficirten Pflanzen Rasen von Uredo Pisi, die sich schnell vermehrten. — Nicht inficirte Controlpflanzen blieben rostfrei. — Es wird aus diesen Versuchen geschlossen, dass Uromyces Pisi (Strauss) eine heteröcische Uredince ist, deren Aecidium unter dem Namen Aecidium Euphorbiae Pers. längst bekannt war. — Die Wolfsmilch ist also ein gefähr- licher Feind der Erbsenculturen, besonders auch, weil das Aecidium in den Wurzelstöcken perenuirt. 157. P. Magnus. Ueber Aecidium auf Rheum. (Verhandl. des bot. Vereins der Provinz Brandenburg 1875, S. 61—62.) Auf Blättern des neueingeführten Pheum officinale Baill. , bei Potsdam eultivirt, hatte sich reichlich ein Aecidium eingefunden, welches in seinem Bau ganz mit A. rvbcllum Pers. auf Eumex Hydrolapatlmm , wie ihn M. gefunden (s. bot. Jahresber. f. 1873, S. 88)> übereinstimmt. Auf Pheum undulatum hat Kretzschmar dieses Aecidium schon früher gefunden, auch Cooke führt an, dass es auf Rhabarbar vorkomme. — Die Knospen, von welchen die Pflanzen abstammten, enthielten die Teleutosporen des Pilzes sicher nicht M. findet hier also einen neuen Fall von Uebertragung eines einheimischen Schmarotzer- pilzes von wildwachsenden Pflanzen auf eine fremde eingeführte Culturpflanze. 158. Th. Meehan. Change of habit through fungoid agency. (Proceedings of the Academy of natural Sciences of Philadelphia 1874, S. 146.) M. hatte früher schon beobachtet, dass die für gewöhnlich liegenden Stengel von Euphorbia cordata oder E. humistrata ein aufrechtes Wachsthum annehmen, wenn sie von Aecidium Euphorbiae hypericifoliae ergriffen werden. Neuerdings fand er, dass eine andere niederliegende Euph., E. maculata, durch diesen Pilz in derselben Weise verändert wurde , hier traten aber noch andere Umgestal- tungen ein: der vorher behaarte Stengel wurde fast glatt und an den Gelenken knotig, die Blüthen, welche sich sonst in den Blattachseln bildeten, traten nur am Ende der Zweige auf, die Blätter wurden regelmässiger. Durch alle diese neuen Charaktere wird die Pflanze der E. hypericifoUa sehr ähnlich. — M. will daraus nicht schliessen, dass E. hypericifoUa ein Entwickelungszustand von E. maculata sei, sondern nur, dass die Ernährungsverhältnisse, welche der Pilz in der Pflanze herbeiführt, ihre Charaktere nach der Richtung hin um- wandeln kann, wie sie bei jener Pflanze stattfinden. 159. F. v. Thümen. Puccinia De Baryana Thm. (Flora 1875, S. 364, 365.) Schon im vorigen Jahre hat v. Thm. den Namen der auf Anemone sylvestris vor- kommenden Puccinia solida De By in Puccinia De Baryana verwandelt, weil erstere Bezeichnung schon vorher von Kunze für einen anderen Pilz gebraucht worden war. (S. Bot. Jahresber. f. 1874, S. 203.) Hier giebt nun v. Th. einige Mittheilungen der Literatur über diese beiden Pilze und eine ausführliche Diagnose der P. compaeta Kunze nach Original- exemplar in Weigel plantae Surinamenses. 204 Kryptogamen. — Pilze. 160. Ch. Rellermann. Ueber Puccinia Malvacearum Mtge. (Landwirtschaftliche Versuchs-" Station 1875, S. 49-52.) Derselbe Aufsatz, den Prof. Reess v. Z. der phys. med. Soc. zu Erlangen vorgelegt hat. (S. Bot. Jahrosber. f. 1874, S. 173.) 161. . . . Guerison de la maladine des Malvacees. (La Belg. hortic. 1875, S. 66, 67.) Es wird schon wieder ein neues Mittel gegen die Malvenkrankheit angepriesen, welches sich nach englischen und französischen Zeitschriften vollständig bewähren soll. Die kranken Pflanzen sollen mit Lösung eines Geheimmittels (Gishurt Compound) begossen, dann mit Schwefelpulver bestreut werden. 162. F. v. Thümen. Zur Verbreitung von Puccinia Malvacearum Mntg. (Hedwigia 1875, S. 115-116.) v. Th. fand P. Malvacearum in vorigem Jahre schon bei Bayreuth massenhaft auf Althaea rosea, Malva sylvestris und M. neglecta, von der Insel Fühnen und vom Cap der guten Hoffnung erhielt er sie auf Alth. rosea. Im Hofgarten zu Bayreuth kam sie 1875 auf Malva crispa, mauritiana, moschata, borealis, Malopc grandiflora, malacoides, Lavatera thuringiaca und trimestris vor. 163. G. Winter, üeber das Aecidium der Puccinia arundinacea Hedw. (Hedwigia 1875, S. 113-115.) W. fand im Juli 1874 im Bot. Garten von Leipzig Bumex Hydrolapathum mit Aecidium rubellatum Rabh. behaftet. Blätter von Phragmites , welche im nächsten Um- kreise jener Pflanzen wuchsen , waren von der Uredo - Form der Puccinia Arundinacea besetzt, während um diese Zeit andere, weiter entfernt stehende Phragmites-Exempl&re davon Wenig oder Nichts zeigten. Dies brachte ihn auf den Gedanken, dass jenes Aecidium der fungus hymeniiferus von Pucc. arundinacea sei. — Im April 1875 säete er auf im Zimmer cultivirte Stöcke von Bumex Hydrolapathum Pucc. arundinacea aus. An den markirten Stellen der Blätter, wo die Aussaat stattgefunden, erschienen nach etwa 2 Wochen Spermogonien, bald darauf Aecidien, die mit Aec. rubellatum übereinstimmten. In der Mitte der Aecidien, die frei von Bechern waren, lagen noch die Klumpen der Puccinia. Im Mai wurde der Versuch mit demselben Erfolge wiederholt. — Umgekehrt wurden Pflanzen von Phragmites in Töpfen in das Warmhaus gebracht und alle Halme abgeschnitten. Auf die neuentwickelten Triebe wurden Anfang Juni Sporen von Aecidium rubellatum ausgesäet, am 24. Juni war die Uredo zu Pucc. arundinacea in Menge an den besonders inficirten Blättern vorhanden, ihm folgte nach kurzer Zeit (3. Juli) die Puccinia selbst. — W. schliesst daraus, dass die frühere Annahme, Aec. rubellatum sei der fuug. hymeniiferus von Uromyces Bumicum Fuck. (U. fraternus Lasch.), nicht festzuhalten sei. Die Nomenclatur der P. arundinacea gestaltet er folgendermaassen : Puccinia arundinacea Winter I. fungus hymeniiferus: Aecidium Bumicis Schlecht., IL fungus stylosporiferus : Uredo arundinacea Ilovel, III. fungus teleutosporiferus : Puccinia arundinacea Hedw. 164. J. Kühn. Ueber die Notwendigkeit eines Verbots der Pflanzung und Anlage des Berberitzenstraucb.es. (Landw. Jahrbücher 1875, S. 399—403.) Mittheilung eines im Auftrage des Ministers der landwirtschaftlichen Angelegen- heiten von K. ausgestellten Gutachtens. Nachdem K. den Zusammenhang des Getreiderostes (Uredo linearis und Puccinia graminis) mit Aecidium Berberidis dargelegt hat , zieht er die Frage in Erwägung, ob es unter so bewandten Umständen nicht gerathen sei, den Anbau der Berberitze zu verbieten. Dies würde gerechtfertigt sein, wenn der Berberitzenrost die einzige Ursache des Getreide- rostes wäre. Es wird jedoch wahrscheinlich gemacht, dass dieser auch durch überwinternde ZJrerüo-Sporen verbreitet werden könne. Für Puccinia straminis ist diese Fortpflanzungs- weise bekannt; dass P. coronata regelmässig in der Uredo-Form auf JIolcus lanatus über- überwintert, hat K. constatirt, an jungen Herbstsaaten, besonders Roggen, fand er auch neben der Uredo von P. straminis Sporenhäufchen, die entschieden zu Uredo linearis gehörten. Durch diese Ueberwinterung der t/redo-Sporen erklärt er den Umstand, dass das Ausbreitungsverhältniss des Grasrostes im Grossen und Allgemeinen nicht im Verhältniss steht zu der Häufigkeit der Berberitzensträucher. In der Nähe der Getreidefelder hält er Referate. — Uredinei. 205 den Berberitzenstrauch darum für besonders gefährlich, weil er die benachbarten Felder mit Rost inficirt, auch wenn dieser nicht allgemein verbreitet ist, schon die Thaufeuchtigkeit genügt, die Sporen des Aecidiums zur Keimung zu bringen. Ein Verbot gegen die Ber- beritzenhecken in der Nähe der Felder hält er demnach für begründet. Wie gross die Entfernung sein muss, damit der Nachtheil vermieden werde, lässt sich natürlich nicht genau feststellen, doch glaubt er 100 Meter annehmen zu müssen. 165. . . . Berberitzensträucher betreffend. (Fühling's landw. Ztg. 1875, S. 299.) Das K. Pr. landwirtschaftliche Ministerium hat eine Zirkular Verfügung an die Bezirksregierungen erlassen, in welcher sie, gestützt auf ein Gutachten des Prof. Kühn zu Halle (164) und ein anderes von Prof. Cohn zu Breslau auf die Schädlichkeit der Berberitzen- sträucher in der Nähe der Felder aufmerksam macht, weil ihr Rost (Aecidium Berberidis Pers.) den Rost des Getreides (Puccinia graminis P.) veranlasst. Einzelnen Bezirks- regierungen ist schon Anlass gegeben worden, das Anlegen, bezw. Halten von Berberitzen- sträuchern innerhalb einer bestimmten Entfernung von Garten- und Ackergrundstücken zu verbieten. Anderen Regierungen wird die Frage, ob das Halten, bezw. Pflanzen dieser Sträucher durch Polizeiverordnung zu verbieten sei, zur Prüfung empfohlen. „Ist diese Frage zu bejahen, so wird das Verbot auf eine bestimmte Entfernung von Ackergrundstücken zu beschränken, als Mass der Entfernung aber nach dem erstatteten Gutachten eine Aus- dehnung von 100 Metern anzunehmen sein." 166. A. Braun, G- Bolle, P. Magnus. Aecidium Berberidis und Aec. Magelhaenicum. (Ver- handlungen des Bot. Vereins der Prov. Brandenburg 1875, S. 76—77, 87—88.) A. Braun erwähnt, dass Aec. Berberidis dieses Jahr im Berliner Botan. Garten massenhaft auftrete, auch auf Kelchen und Früchten. Die in der Nähe der Berberitz- sträucher stehenden Pflanzen von Triticum repens sind von Puccinia graminis befallen, die entfernterstehenden nicht. — C. Bolle bemerkt hierzu, dass er auch auf fremden Berberis-Arten B. amurcnsis, B aristata das Aecidium gefunden habe, während die MaJionia-Arten ver- schont blieben. — P. M. macht darauf aufmerksam, dass Berkeley dies Aecidium auch auf Mahonia iticifolia gefunden. Auf Berberis-Arten kommt auch noch ein anderes Aecidium vor : Aec. magelhaenicum Berkeley, welches die ganze Fläche der Blätter und Zweige bedeckt und vollkommene Hexenbesen bildet. Dieses ist auf Berberis vidgaris in Oesterreich schon seit 1820 gefunden worden, neuerdings auch auf der Pfaueninsel bei Potsdam. Wahrscheinlich besitzt dies Aecidium ein perennirendes Mycel, doch konnte M. dasselbe wohl noch in den Blattbasen, nicht aber im Stamm auffinden. Die Sporen keimten leicht, drangen aber nicht in die Blätter von Triticum repens ein. Das Aecidium steht also wohl nicht in Beziehung zu Puccinia graminis. 167. P. Magnus. Epidemisches Auftreten einer Puccinia auf Centaurea Cyanus. — Wande- rung der P. Malvacearum. (Verhandl. des Bot. Vereins der Prov. Brandenburg 1875, S. 89-92.) In dem Universitätsgarten zu Berlin wurden sämmtliche Pflanzen der Centaurea Cyanus von einer Puccinia befallen. Zuerst traten an sämmt'lichen Blättern Spermogonien auf, später Credo, darauf Puccinia, das Mycel durchzog die ganze Pflanze, nie fand sich Aecidium. Die Puccinia ist also der auf Cirsium arvense vorkommenden Form sehr ähnlich. — M. hält sie nicht für eine eigene Art, sondern nur für eine abweichende Form der Pucc. Compositarum , durch eine seiner Entwickelung nicht ganz günstige Nährpflanze bedingt. — Ein ähnliches Verhalten zeigt die Puccinia auf Hieracium, hier findet sich stets nur Credo und Puccinia, doch hat M. durch Aussaat der Aecidium-S^oven von Taraxacum auf Hieracium auf letzterem Credo erzogen. Ueber weitere Wanderung der Puccinia Malvacearum führt M. folgende Daten an : dieselbe ist in drei Richtungen weiter gewandert: 1) nördlich der Meeresküste entlang von Frankreich und England nach Holland, Dänemark, Lübeck von der Küste aus in Nord- deutschland vordringend, so ist sie bis Hildesheim vorgedrungen , 2) in Süddeutschland von Rastatt bis Bayreuth September 1875, 3) von Südfrankreich bis nach Italien: Rom Frühjahr, Neapel Nov. 1874. 206 Kryptogamen. — Pilze. 168. M. Woronin. lieber Puccinia Helianthi. (Nach dem Protocoll der Bot. Sect. der St. Petersburger naturf. Gesellsch. v. 30. April 1874 in Bot. Ztg. 1875, S. 340, 341.) W. hat jetzt überwinterte Teleutosporen der Puccinia Discoidearum Link (von Tanacetum vulgare) auf gesunde Sonnenrosen-Pflanzen ausgesäet. V\ 2 —2 Wochen nach der Aussaat entwickelten sich an der inficirten Stelle Spermogonien und darauf Aecidien, welche denen der Puccinia Helianthi ganz gleich waren, nur nicht so kräftig entwickelt wie bei Ansteckung durch wirkliche P. Helianthi. Die Aecidium-Sporen keimten und veranlassten die Bildung von Uredo, die ebenfalls dem der P. Helianthi gleich war. — Diese Cultur- versuche, schliesst W. , sind völlig genügend, um die von P. Magnus ausgesprochene Ver- muthung, dass P. Helianthi auf Helianthus annuiis übertragene P. Discoidearum sei zu bestätigen. — Den Landwirthen wird hiernach der Rath ertheilt, von den Sonnenblumen- äckern alle Unkräuter, vor allen aber die Tanacetum-, Artemisia- und Chrysanthemum- Arten, auf denen P. Discoidearum gewöhnlich auftritt, zu entfernen. 169. Rostrup. Ein eigenthümliches Generationsverhältniss bei Puccinia suaveolens (Pers.). (Aus „Forhandlingerne ved de skandinaviske Naturforsekeres." 11. Mode i Kjöben- havn fra d. 3. til d. 9. Juli 1873. Kjöbenhavn 1874 cit. in „Bot. Zeit.« 1874, S. 556.) Die erste Generation (hier Spermogonien, kugelige Stylosporen und wenige Teleuto- sporen) hat folgende Namen: Uredo suaveolens Pers., U. Serratulae Schum. , U. obtegens Lk., Caeoma suaveolens Schlecht., Erysebe suaveolens Wallr., Trichobasis suaveolens Lev.; ihr Mycel durchdringt die ganze Pflanze. Die zweite Generation besteht dagegen aus wenigen eiförmigen Uredosporen und einer Menge Teleutosporen, deren Mycel nur fleckenweise in den Blättern auftritt und die allein bei solchen Exemplaren gefunden werden, die von der ersten Generation nicht an- gegriffen worden sind. Diese zweite Generation ist unter Uredo punctiformis Strauss, bei Wallroth vielleicht unter Puccinia inquinans Compositarum , E. Serratulae aufgeführt. Tulasne nannte Uredo suaveolens, Puccinia obtegens Lk. Fuckel dagegen Pucc. obteg. Tul. Der Vortragende nennt den Pilz Puccinia suaveolens (Pers.) und nimmt an, dass demselben ein Aecidium fehlt. — Die beiden hier unterschiedenen Generationen treten immer auf verschiedenen Exemplaren derselben Wirthpflanze auf. Die von den Wurzeln entwickelten CtVswm-Sprosse tragen schon das Mycel in sich, bevor sie sich noch über die Erde erheben ; sie schiessen schneller in die Höhe als die gesunden. Das Mycel überwintert in der Wurzel. In dem ersten Lebensstadium verbreitet der Pilz seinen eigenthümlichen süssen Geruch, welcher von den Spermogonien herrührt. In der letzten Hälfte des Mai werden die Uredo- sporen entwickelt; sie keimen nach 24 Stunden und erzeugen nach 1—2 Wochen auf den Blättern der Distel die zweite Generation in kleinen Sporenhaufen. In der zweiten Hälfte des Juni erscheinen die Teleutosporen und die erkrankten Sprosse welken, ohne zu blühen. Die von der zweiten Generation ergriffenen Distelsprosse können ihre normale Entwickelung vollenden. Fast alle Disteln sind im Spätsommer von dieser Generation ergriffen. Sorauer. 170. Carlo Bagnis. Osservazioni sulla vita e morfologia di alcuni fungbi üredinei. (Atti della Pu Accademia dei Lincei. Roma, 1875, 4°, 13 S. und 2 Taf.) Aus der Beobachtung der Wachsthumsverhältnisse einiger Uredineen glaubt B. schlicssen zu können, die Annahme, dass Aecidium, Uredo und Puccinia Entwickelungs- stufen eines Pilzes seien, sei irrig, vielmehr stellten diese Formen selbständige Gattungen, resp. Arten, dar. Er stützt sich damit erstlich auf Culturen von Puccinia Malvaccarum, bei denen er dieselben Verhältnisse fand wie frühere Beobachter. Speciell sah er auch, dass die Sporidien immer nur in die Scheidewände zwischen zwei Epidermiszellen eindrangen, zwischen den Zellen des Parenchyms ein Mycel mit pfriemlichen Haustorien bildeten und an diesem direct Teleutosporen erzeugten. Er hält es für wahrscheinlich, dass der Bildung der Teleutosporen eine Art sexuellen Actes, Copulation seitlicher Aeste vorangeht, und bildet derartige Zustände, welche er beobachtet hat, ab. — Puccinia Torauati wurde auf gesunde Blätter von Smimium Olusatrum übertragen. Nach 7 Tagen wurde vollständige Infection erzielt, auch hier trat immer nur wieder Puccinia, nie Aecidium oder Uredo auf. — Dem entsprechend wurde durch Infection mit den Sporen von Aecidium Smirnii nie eine Puccinia oder Uredo gewonnen. Die Spermogonien, welche meist in Begleitung der Aecidien auf- Referate. — Uredinei. 207 treten, hält B. ebenfalls für eine selbständige Species, er scbliesst dies daraus, dass nicht immer Spermogonien und Aecidien zusammen vorkommen. Er beobachtete z. B. eine weiss- sporige Varietät von Aecidium Smirnii, die ganz ohne Spermogonien auftrat. Die Bildung der Spermatien jener Spermogonien beschreibt er in ganz abweichender Weise, sie soll da- durch zu Staude kommen, dass der Inhalt der in den Behältern befindlichen Fäden (der sogenannten Sterigmen) sich theilt, und in eine Anzahl Spermatien zerfällt. — Auch den Zusammenhang von Aecidium Berberidis und Puccinia graminis hält er nicht für bewiesen. Er hat die Infectionsversuche mit Sporen der Puccinia zwar nicht wiederholt, stützt seine Behauptung aber darauf, dass Aecidium Berberidis in der Umgegend von Rom nicht gefunden worden sei, wiewohl Uredo linearis häufig vorkomme. Auf Allium Neapolitanum fand er häufig eine Uredo, welche morphologisch der Uredo linearis ganz gleich war und auf die benachbarten Gräser überging. Durch Infection des Allium und der Gräser mit den Uredo-S^oven wurde immer Uredo, nie die Puccinia graminis hervorgerufen. — Zum Schluss wird die eigenthümliche Bildung der Paraphysen bei Puccinia Allii und Pucc. Gladiöli beschrieben. Die Sporen dieser beiden Puccinien ruhen gleichsam in braunen kugeligen Behältern, die aus keulenförmigen braunen Paraphysen gebildet werden. Durch Kalilösung lassen sich dieselben bei P. Allii isoliren, und es lässt sich nachweisen, dass sie eine eigen- thümliche Bildung sind , die den Sporen analog ist , sie entspringen ganz wie diese einzeln von den Mycelästen und gehen durch allmähliche Uebergänge morphologisch in die Form der Sporen über. B. hat auch in mehreren Fällen gesehen, dass sie ganz wie die Teleuto- sporen fruetificirten. 171. M. Mussat. Dispersion des spores du Podisoma Juniperi. (Bulletin de Societe Linneenne de Paris, 4. Nov. 1874.) „Eine mit sporentragender Podisoma besetzte J. Sabina im Winter in eine Baum- schule versetzt, inficirte Birn- (nicht andere Kernobst-) Bäume sogleich im Frühling mit Boestelia, massenhaft die in der Nähe stehenden, aber auch 60 Meter entfernte und durch Hecken und hohe Maueru getrennte Exemplare." (Bot. Zeitung, 1875, S. 782.) 172. Michelsen. Birnbaumgitterrost. (Fühling's Landwirtschaftliche Zeitung, 1875, S. 864.) Bemerkungen über den Rost der Birnbäume (Boestelia cancellata), der 1867 in Frankreich, später auch in Belgien, bei Hildesheim, 1875 im Kanton Zürich (worüber Dr. Kramer: Bernische Blätter für Landwirthschaft , 1875, 29) massenhaft aufgetreten ist, und über seinen Zusammenhang mit Gymnosporangium Juniperi (Pers.). In Hildesheim zeigte es sich, dass die Verbreitung des Pilzes sehr von der Windrichtung abhängig ist. Im Kanton Zürich ist die Krankheit der Birnbäume so weit fortgeschritten, dass Kramer den dringenden Rath giebt, die dort vielfach üblichen Hecken von Sadebäumen auszugraben und zu verbrennen. 173. C. Cooke. Podisoma on Juniperus phoenicea. (Grevillea III, S. 189, 190.) C. untersuchte das von Gasparin bei Neapel auf Juniperus phoenicea entdeckte und von diesem als P. fuscum bezeichnete Podisoma von Neuem an Exemplaren, die Roux bei Marseille gefunden hatte. Er fand einige Unterschiede mit dem von Gasp. gezeichneten Pilze und ist der Ansicht, dass der von ihm untersuchte Pilz nicht als Pod. fuscum, sondern als Pod. Juniperi var. phoeniciae zu bezeichnen ist. — Wie gleichzeitig mitgetheilt wird, hat Peck (Quekett Journ., vol. II, p. 258) gefunden, dass Gymnosporangium Juniperi var. clavipes am Scheitel und nicht an der Scheidewand keimt. Darauf hin wird diese Form als besondere Species: Gymn. clavipes C. et P. bezeichnet. 174. Derselbe. Phragmidium. (Grevillea III, S. 171, Taf. 45.) Umrisse der Sporen einiger Phragmidien und Xenodochus bei Vergrösserung 400 mit der Camera lucida gezeichnet. (100. S. 319.) St. Schulzer v. Müggenburg erklärt die Phragmidium-Avten für Epiphyten. Er giebt an, Fälle beobachtet zu habeu, wo die Sporen nicht aus einem Hypostroma, sondern aus hyalinen ästigen Hyphen entstanden, die sich im Blattparenchym nahezu horizontal verbreiteten, ohne sich zu ver- flechten. „Die Hypostromata , auf welchen wir die meisten Phragmidien sehen, sind aus- schliesslich das Eigenthum der Monospori- (Uredo-) aber das passendste Substrat für manches Phragmidium , auf welcher dessen Sporen üppig keimen u. s. w. — Dort also, wo 208 Kryptogamen. — Pilze. das Phragmidium auf einem Hypostroma erscheint, ist es ein Parasit der Caeomacee, die er jedenfalls schädigt , oft unfruchtbar macht , und kann ebendeshalb nicht als ein hervor- brechender Brandpilz betrachtet werden. — Das. S. 21 theilt Seh. mit, er habe eine Melam- psora auf Kirschen- und Weichselblättern gefunden, welche mit einer Puccmia (von ihm P. pallide-flavens benannt) im Zusammenhang steht. Die Sporen der Melampsora sind walzenförmig, 2— 3fächerig, 37—48 Mik. lang. Er benennt sie Melampsora Cerasi. 175. C. A. J. A. Oudemans. Drei unrichtig bestimmte Pilze. (Bot. Ztg. 1875, S. 585—592.) 1) Äscospora Scolopendrii Fuckel untersuchte 0. an einem von Fuckel selbst mit- getheilten Exemplare und fand, dass sie nicht zu den Ascomyceten gerechnet werden kann, sondern zu den ÜreMneen gestellt werden muss. Der Pilz wird als Aeeidium Scolopendrii bezeichnet. — 2) Äscospora pulverulenta Riess. auf Prunus Padus ist ebenfalls eine Uredinee, die mit einem Peridium versehen ist. 0. glaubt, dass sie auch als Endophyllum oder Aeeidium pulverulentum zu bezeichnen ist. — 3) Phyllosticta Dianthi West, unter- sucht 0. an einem Exemplare, welches er von Westen dorp geschenkt erhalten hatte. Er fand daran, dass der Pilz mit Borsten besetzte Perithecien und zweifächrige, 14—16 Mik. lange, 3,5 Mik. breite, an beiden Enden in ein Haar auslaufende Sporen habe, er müsse also zur Gattung Dinemosporium gerechnet werden. 176. P. Magnus. Kurze Notiz zu Äscospora pulverulenta Riess. (Bot. Ztg. 1874, S. 685, 686.) Äscospora pulverulenta Riess, welche Prof. Oudemans zu Endophyttum oder Aeeidium rechnet (S. No. 175) ist = Uredo Padi Kze. und gehört als Stylosporenfructifi- cation zu Melampsora (Ihekopsora) areolata Fr. — Otth. hat schon Melampsora Epilobii als besondere Gattung: Pucciniastrum abgetrennt, die also mit Phragmospora Magn. synonym ist, indess rechnet Otth. zu Pucciniastrum auch Mel. areolata. — Äscospora Sco- lopendrii Fuck. möchte nach M. wohl zu Uredo filicum Desm. gehören. 177. Körnicke. Flachs mit Melampsora Lini. (Verhandl. des naturhist. Vereins d. preuss. Rheinlande und Westphalens, XXXI. Jahrg., 1874.) (98.) P. Magnus beschreibt eine neue Uredinee, welche bei Berlin auf Clielidonium majus gefunden worden ist, Caeoma Chelidonii n. sp. Die Spermogonien bilden wie die von Caeoma pini- torqnum flache Lager mit etwas convergirenden Sterigmen, sie liegen aber zwischen Epidermis und der darunter liegenden Parenchymschicht, auf der Oberseite des Blattes. Die Caeoma- Lager liegen auf der Unterseite, die Sporen werden reihenweise, ohne Zwischenstücke, ab- geschnürt, das Epispor ist glatt, der Durchm. beträgt 20,5 zu 16,4 Mik. — Eine Puccinia auf Viola epij)sila-palustris , die ihm aus Königsberg i. Nn. mitgetheilt wurde, wird als Pucc. (Micropuccinia) nidificans n. sp. beschrieben. 178. P. Magnus, üeber die Familie der Melampsoreen. (Separatabdr. aus den Verhandl. des Bot. Vereins der Prov. Brandenburg 1875, 4 S.) Die Familie der Melampsoreen zeichnet sich besonders durch den verschiedenen Bau ihrer Teleutosporenlager aus. M., welcher dieselben genauer untersuchte, fand, dass die Arten der alten Gattung Melampsora darin ebenfalls beträchtliche Verschiedenheiten zeigen, er sah sich dadurch genöthigt, die Zahl der Gattungen zu vermehren. Er giebt für dieselben folgende Merkmale an: a. Teleutosporen in flachen Lagern. 1. Melampsora s. st. Teleutosporen intercellular gebildet, ungetheilt. Stylosporen immer mit Paraphysen versehen (Arten: M. populina, M. betulina, M. salicina, M. Euphor- bia e, M. Litii.) 2. Melampsorella Sehr. Teleutosporen ungetheilt intracellular (M. Caryophyllearum). 3. Phragmopsora n. gen. Teleutosporen mehrfächerig intercellular (Art: Melampsora Epilobii [Chaül.]). 4. Tliecopsora n. gen. Teleutosporen mehrfächerig intracellular, fleckweise auftretend. Stylo- sporenlager gehen voraus (Art: Melampsora areolata Fr.) 5. Calyptospora Kühn. Teleutosporen mehrfächerig, intercellular. Sie überziehen die ganze Fläche des angeschwollenen Stengelthciles ; ohne Stylosporen (C. Goeppertiana Kühn). Eeferate. — Basidiomycetes. 209 b. Teleutosporen zu einem sich mitten aus dem Stylosporenlager erhebenden Säulchen verwachsen: 6. Cronartium. S. a. No. 5, 9, 12, 21. IX. Basidiomycetes. 1. Hymenomycetes. 179. Dr. Max Reess. üeber den üefruchtungsvorgang bei den Basidiomyceten. (Programm zum Eintritt iu die philosophische Facultät. Erlangen 1875. 21 S. mit 4 Holzschnitten.) Die neuerdings herrschend gewordene Annahme, dass der Fruchtträger der Basidio- myceten das Product der Befruchtung eines von dem Mycel ausgehenden Carpogons sei, ist zuerst von Karsten (1860) aufgestellt worden. Er beschrieb diese Art der Entwicklung zuerst für Agaricus campestris, dann auch für Ag. vaginatus. Ihm folgte Oersted mit einer ähnlichen Angabe über Ag. variabüis. — R. ging bei seinen Forschungen nach den Frucht- organen der Basidiomyceten von den Untersuchungen Woronin's aus, der schon 1872 aus den Sporen von Coprinus ephemerus in Mistdecoct auf dem Objectträger vollkommen ausgebildete Fruchtträger dieses Pilzes gezogen hatte; er operirte mit Coprinus stercorarius, dessen Fruchtträger durchschnittlich etwa 14 Tage nach der Aussaat der Sporen auf Mist reiften. Die Culturen wurden sämmtlich auf Objectträgern gemacht, theils im Grossen, durch Aussaat vieler Sporen in Mistdecoct, theils durch Aussaat einer einzelnen Spore auf eine kleine keimfrei gemachte Pferdemistprobe; einzelne Culturen wurden in Geissler'schen feuchten Kammern unter stärkerer Vergrösserung durchgeführt. — Die frischen Sporen von Copr. sterc. keimen nicht in reinem Wasser, in frischem Mistdecoct aber schon nach wenigen Stunden, indem sie aus einem Ende eine Papille vorstülpen, die zuerst zu einer kugligen Blase anschwillt, aus der dann der cylindrische Keimschlauch weiter wächst. Nach 16 — 18 Stunden ist das Mycel schon mehrfach verzweigt, nach einigen Tagen hat sich schon ein vielfach verzweigtes kreisförmiges Gewebe gebildet. Das Mycel ist anfangs scheidewandlos, vom 2. Tage an erscheinen zahlreiche Querwände, vom 5. oder 6. Tage an Schnallen an den Mycelfäden und bald auch Anastomosen der Myceliumhyphen. — Vom 2. oder 3. Tag nach der Aussaat ab erheben sich zahlreiche Seitenzweige oder Zweigspitzen des Mycels in senk- rechter Richtung, sie bilden sich zu straffen plasmastrotzenden Zellen um. An ihrer Spitze sprossen einige dünnere kurze Zweige: Stäbe. Jetzt theilt sich die Trägerzelle durch Quer- wände, und nun treiben alle Zellen meist am oberen Ende Stäbe aus. Der Stab theilt sich, wenn er eine gewisse Länge erreicht hat, durch eine Querwand, der obere Theil fällt ab (Stäbchenzellen), der untere Theil erzeugt durch weitere Sprossung immer neue Stäbchen- zellen. In 2 Tagen ist das Plasma der Träger zur Bildung solcher Zellen verbraucht. — Die Stäbchenzellen sind cylindrisch, etwa 4—5 Mik. lang, 1 — 5 breit, farblos, mit zarter Membran versehen, sie sind keimungsunfähig, also keine Conidien, sie werden vielmehr als „Spermatien" bezeichnet. Um die jüngsten Fruchtanfänge, bezw. die Carpogonien von Coprinus kennen zu lernen, ging R. von den makroskopisch noch erkennbaren Jugendzuständen auf jüngere zurück. Die Fruchtanlagen bilden sich an der Oberfläche des Substrats, sie sitzen nicht auf Mycel- strängen, sondern stets auf einfachen Hyhen. In den jüngsten Fruchtzuständen konnte nie eine Karsten'sche „centrale Eizelle" aufgefunden werden. Durch genaue Durchforschung von Objectträgerculturen gelang es, die Jugendzustände der Coprinus- Frucht zurückzuführen auf unregelmässig geformte Knäuelcheu aus wenigen gedärmartig verschlungenen Hyphen. Als einfachste Fruchtanfänge erscheinen kurze Seitenzweige vom Mycel, die aus wenigen, viel dickeren, tonnenförmig angeschwollenen , reich mit Plasma gefüllten Zellen bestehen. Diese Zweige werden als „Carpogonien" bezeichnet. — Es wurde nun auf eine etwaige Copulation dieser Carpogonien mit den früher beschriebenen Stäbchen geachtet, und in der That fand R. Zustände auf, in welchen die Spitze eines Carpogons mit einer stäbchenförmigen Zelle verschmolzen war, ebenso weiter entwickelte Zustände, wo sich eine solche Vereinigung noch erkennen Hess. Aus allem diesem schliesst R. mit hoher Wahrscheinlichkeit: Die Spermatien von Coprinus sind männliche Zellen, ihr Träger das Antheridium, ihre Function Botanischer Jahresbericht III. 14 210 Kryptogamen. — Pilze. die Befruchtung des Carpogonium's. In Folge der Befruchtung wächst das Carpogonium zum Fruchtkörper aus. — Nach dieser Deutung sind Sexualorgane und Befruchtungsvorgang bei Goprinus den entsprechenden Verhältnissen hei Flechten und Florideen zunächst verwandt. 180. 0. Kirchner. Beobachtungen der Geschlechtsorgane bei der Gattung Coprinus. (Bericht über die Thätigkeit der botan. Section d. Schles. Gesellschaft i. J. 1875, 4. Febr., S. 8.) Sporen von Coprinus ephemerus Bull, im Mistdecoct ausgesäet, keimten nach 12 Stunden und bildeten auf dem Objectträger ein vollständig einzelliges Mycel. Vom 4. Tage ab zeigten sich an den Enden oder seitlich am Mycel blasige Anschwellungen, an denen sich, meist zu 4 auf einem Träger, kurze, mit bläulichem Plasma gefüllte, meist etwas gekrümmte Stäbchen abgliederten. Sie theilten sich noch einmal durch eine Querwand und fielen dann ab. — Vereinzelt fanden sich auch kurze, aus rosenkranzförmigen Zellen gebildete Zweige, vielleicht den Carpogonien von Reess entsprechend, ihre weitere Entwicklung wurde aber nicht beobachtet. 181. Ph. van Tieghem. Sur la fecondation des Basidiomycetes. (Comptes rendus des seances de l'Acad. des Sciences 1875, Bd. 80, S. 373-377.) v. T. eultivirte einzelne Sporen von Coprinus ephemeroides und C. radiatus in ab- geschlossenen Zellen auf Mistabkochung. Sie keimten sofort und bildeten ein verzweigtes Mycel von 3 Mik. Durchmesser, das mit vielen Querwänden versehen ist. Die Mycelien entwickeln sich nach 2 verschiedenen Typen. In den meisten Fällen bilden sich 4—5 Tage nach der Aussaat an der Spitze kurze Seitenäste, ein Büschel von etwa 20 Zweigen. Jeder Zweig theilt sich durch Querwand in 2 Theile, der obere Theil wird abgeworfen, er bildet Stäbchen von 4—5 Mik. Länge, und etwa 1 — 5 Mik. Breite, aus dem unteren Ende sprossen dann mehrmals hinter einander neue Stäbchen. Diese Stäbchen keimten nicht, die stäbchen- bildenden Mycelien entwickelten keine anderen Organe. — Ein anderer Theil der Mycelien bildete dagegen nie Stäbchen, sondern am 7. oder 8. Tage schwollen bei ihnen die Enden einiger Seitenzweige zu grossen Blasen an, die durch eine Scheidewand abgegrenzt wurden und sich mit dichtem Protoplasma erfüllten. Sie zeigten gewöhnlich 1 oder 2 Einschnürungen, am Scheitel eine kurze Papille. Wenn sie sich selbst überlassen wurden, entwickelten sich die Blasen nicht weiter, wurden sie aber mit Stäbchen zusammengebracht, so vereinigte sich ein Stäbchen mit dem Scheitel der Blase und erschien bald darauf geleert. Darauf theilt sich die Blase durch 1—2 Querwände, die Glieder schwellen tonnenförmig an, und aus ihnen sprossen seitlich gekrümmte Aeste, welche den Anfang des Fruchtkörpers bilden. — v. T. erklärt hiernach die Stäbchen für männliche Zellen: Pollinidien, den Büschel der Stäbchen mit ihren Trägern für ein Antheridium, die Blasen für weibliche Zellen: Carpogone, die Papille am Scheitel für eine Trichogyne. Die Mycelien von C. epliem. und radiatus sind diöcisch; v. T. konnte einmal eine gekreuzte Befruchtung der beiden Pilze hervorbringen. Demnach hält er die von Reess nur wahrscheinlich gemachte Befruchtungsart durch diese Beobachtung für vollständig bewiesen. 182. Dr. E. Eidam. Zur Kenntniss der Befruchtung bei den Agaricus • Arten. (Bot. Ztg. 1875, S. 649—654, 665-670, Taf. VIII.) 182b. Derselbe. Keimung der Sporen von Ag. coprophilus Bull und Ag. fascicularis Pers. (Sitzungsber. der bot. Section der Schlesischen Gesellschaft im J. 1875, S. 31 — 32.) E. knüpfte an die Beobachtungen von Reess, Kirchner und van Tieghem (179—181) über die Bildung von Spermatien und Carpogonen an den Mycelien von Copirinus-Avten an, und versuchte auch bei anderen Agaricincen die gleichen Bildungen aufzufinden. Es gelang ihm dies mehr oder weniger vollständig bei Agaricus coprophilus , Ag. fascicularis und Ag. mutabilis. Die Sporen keimten in Mistdecoct innerhalb der ersten 24 Stunden, indem der Inhalt der Spore blasenartig austrat, dann zu einem anfangs einfachen, später mit Quer- wänden versehenen Mycel auswuchs. Bei Ag. coprophilus erscheinen schon am 3. Tage an den Enden der Haupt- und Nebenäste dünne Ausstülpungen, einseitig oder allseitig, die zu spiralig eingerollten Fäden auswachsen, solcher Spiralen stehen oft 20 und mehr neben einander. Sic zerfallen durch Querwände in kleine Glieder und fallen als solche ab. Keimung der Glieder wurde nicht beobachtet, sie gingen vielmehr nach einigen Tagen zu Grunde, sie werden (in 182) als Spermatien (in 182 b als Conidien) gedeutet. An dem Spermatien Keferate. — Basidiomycetes. 211 tragenden Mycel wurde nichts gefunden, was hätte für Carpogonien gehalten werden können. Dagegen erschienen an den Mycelien aus einzelnen Sporen an den Enden der Zweige blasenförniige Auftreibungen, an der Spitze mit einer kurzen Papille versehen. Bei Zusatz von Spermatien trieben die blasigen Zellen unter gleichzeitiger Vergrösserung eine Menge kurzer Seitenäste, so dass sie ein morgeiisternartiges Ansehen gewannen; weitere Entwicke- lung wurde nicht beobachtet. E. glaubt, dass die letzteren Organe Carpogonen sind, und dass auch bei Ag. coprophilus eine geschlechtliche Verschiedenheit der Sporen vorhanden ist. — Bei Ag. fascicularis ist die Spermatienbildung ähnlich, doch stritt sie nicht nur an den Enden, sondern an der ganzen Länge der Mycelen auf. 183. J. de Seynes. Note sur l'organe lemelle du Lepiota cepaestipes. (Bulletin de la Soc. bot. de France 1875, S. 99- 101 mit 1 Holzschn.) Lepiota cepaestipes Sow., deren Mycel sehr reichlich und unvermischt in Lohe und in Treibhauserde wuchert, erschien De S. als ein geeignetes Object, die Befruchtungsorgane an den Mycelien aufzufinden. Schon im Jahre 1873 fand er einmal (aber nur in einem Falle) an den Mycelfäden dieses Pilzes ein eigeuthümliches Organ. Auf einem kurzen senkrechten dünnen Seitenaste erhob sich eine grosse, fast kuglige Blase, in welcher drei geballte Proto- plasmamassen lagen. Auf dem Scheitel der Blase erhob sich wieder ein langer dünner, an der Spitze etwas angeschwollener Fortsatz, und ihm anliegend ein anderer solcher Faden, der nur 1 / 4 so lang war. De S. betrachtete dieses Gebilde anfangs für ein Oogonium, ist jetzt aber geneigt, dasselbe als weibliches Organ (Carpogon), den Fortsatz an der Spitze als Trichogyne zu deuten. 184. PL vau Tieghem. Sur le developpemeat du fruit des Coprins, et la pretendue sexulalite des Basidiomycetes. (Comptcs rend. hebed. des seances de l'Ac. des sc. Taf. 81, 1875, S. 877-880.) Weitere Untersuchungen des Verf.'s über die Entwickelung von Coprinus haben seine Ansichten über dieselbe bedeutend verändert. Er erzog durch Culturen in der Zelle aus den Sporen die vollständigen Fruchtträger verschiedener Coprinus-Arten. Dabei zeigte es sich, dass die Stäbchen (bei C. plicatilis und stercorarius) keimen, sie würden daher nach v. T. nicht für männliche Organe, sondern für eine besondere Sporenart anzusehen sein. Andererseits entstanden vollständige Fruchtträger (C. plicatilis, radiatus und filiformisj, auf Mycelien, die keine Stäbchenbildung gezeigt hatten und nie mit Stäbchen in Verbindung getreten waren. Nach Aussaat in Mistdecoct schwellen die Stäbchen elliptisch an, treiben Keim- schläuche, die sich bald reich verzweigen, und nach 2 Tagen hat das Mycel schon neue Stäbchen gebildet. Wenn man die Stäbchen in Culturen aussäet, wo schon Mycel des Coprinus gebildet war, copuliren ihre Keimschläuche mit dem Mycel und dadurch, dass ihr Protoplasma übertritt, können sie einem durch Mangel an Nahrung erschöpften Mycel neuen Anstoss zur Entwickelung geben. Auf dieselbe Weise und mit demselben Erfolge können sie auch mit der einzelligen Grundlage für die Fruchtträger anastomosiren. Dies erscheint also nur als ein vegetativer Vorgang, nicht als Befruchtungsact. Im Gegentheil erachtet es v. T. durch diese Thatsachen für erwiesen, dass sich der Fruchtträger von Coprinus ohne Befruchtung bildet. 185. Worthington G. Smith. Reproduction ia Coprinus radiatus. (Aus Gardeners Chronicle abgedruckt in Grevillea IV, S. 53- G5, Taf. 54-61.) Verf. beobachtete Coprinus radiatus Fr. von März bis December auf Pferdemist in seinem Garten. Der Pilz brauchte zu seiner Entwickelung von Stecknadelknopfgrösse bis zur völligen Ausbildung hier nur wenige Stunden. Um 7 Uhr Abends waren alle Exemplare unreif, um 11 oder 12 begann ein schnelles Wachsthum, um 2—3 Uhr Morgens war dies beendet, bei feuchtem Wetter hielt der Pilz bis 9 oder 10 Uhr aus, bei trockenem bis 5 Uhr Nachmittags. Das Gewicht des Pilzes ist so gering, dass 150 Exempl. erst 1 Gran, 72,000 eine Unze wiegen, die Zahl der Zellen eines Exempl. wird auf 22,560,000 berechnet, ohne die Sporen, welche 3,200,000 betrugen. Daraus wird weiter berechnet, dass in einer Unze der Pilze über 1 '/z Billionen Zellen enthalten seien. — In dem Hymenium stehen in Zwischenräumen, von einander getrennt durch unfrucht- 14* 212 Kryptogamen. — Pilze. bare Gewebszellen die Basidien und Cystidien. Sm. betrachtet diese beiden Elemente als weibliche (Basidien) und männliche (Cystidien) Organe und giebt von dem Befruchtungs- vorfan^e wie er ihn sah und auffasst, folgende Darstellung. Die Cystidien sind entweder einfach rund, den jungen Basidien gleich, am Scheitel mit kugligen Körnern besetzt, oder sie tragen vier Spitzchen. Wenn sie in eine Flüssigkeit gelegt werden, verlängern sich diese Spitzen zu einem kurzen Faden, der an der Spitze kuglig anschwillt und hier kuglige Körner trägt. Dies sind Spermatozoiden. Sie lösen sich los, beginnen nach 2 Stunden sich zu bewegen und zeigen dann eine kurze schraubenförmige Windung. Aus einem Strudel, der um sie herum gebildet wird, glaubt Sm. schlicssen zu können, dass sie mit Wimpern bekleidet sind. Die Bewegung kann bis zu 4 Tagen anhalten, dann kommen sie zur Buhe und treiben auf feuchtem Boden dünne Keimschläuche. Diese Spermatozoiden legen sich einzeln oder zu mehreren an eine Spore und dringen in dieselbe ein, sie wird dadurch befruchtet, zeigt im Inneren einen Kern und keimt innerhalb 24—48 Stunden, indem eine dicke Zelle aus ihr heraustritt. Auch unbefruchtete Sporen keimen, treiben aber nur dünne Schläuche. — Während die zugesetzte Flüssigkeit die jungen Zellen ernährt und ihr weiteres Wachsthum fördert, löst sie die Zellen des alten Pilzes schnell auf. Es bilden sich dabei schnell Monaden und Bacterien. Sm. hält es für nicht unwahrscheinlich, dass sich die Pilzzellen direct in diese Organismen umwandeln. — Das weitere Wachsthum des Pilzes wurde unter dem Mikroskop verfolgt, und ist auf den Tafeln dargestellt. Demnach werden zuerst die grossen Zellen des Hutes gebildet (sie enthalten z. Th. Crystalle), besonders früh die Haare auf demselben. Wenn er die Grösse eines halben Stecknadelknopfes hat, besitzt er das Ansehen eines Bovists. Er ist dann noch ganz geschlossen, im Innern ist aber schon die Anlage der Lamellen zu erkennen. Jetzt bildet sich am Grunde auch das Mycel, aus welchem später neue Hüte hervorwachsen können. — Bald nach der Beife zerfällt der Pilz, zuerst schwinden die Haare des Hutes, dann dieser selbst. — Sm. hat nie an dem Mycel eines Agaricus Sexualorgane gefunden. Er bekämpft darum die Ansicht der Autoren, welche die Befruchtung durch besondere an diesem gebildete Elemente gefunden haben wollen. 1S6. J. de Seynes. On Agaricus ascophorus Feck. (Grevillea HI, S. 169, Taf. 46. Peck hatte (State Museum of Nat. History for New-York 1872), einen Agaricus ascophorus beschrieben, der seinem Bau nach ganz einem Agaricus gleichen, seine Sporen aber zu 12 und mehr in Schläuchen bilden sollte. De S. erhielt eine Probe des Pilzes zu- geschickt und fand bei der Untersuchung, dass die Basidien desselben ganz so gebaut sind wie bei anderen Agaricineen , sie besitzen am Scheitel vier Sterigmen, und in einem Falle sah er noch eine junge Spore an dem Sterigma ansitzen. In Schläuchen gebildete Sporen sah er nie. Zwischen den Basidien finden sich grosse fiaschenförmige Cystidien, ähnlich denen von Ag. rimosus. Diese sind es wohl, welche für Schläuche gehalten worden sind. 187. J. Berkeley (Gardener's Chronicle for April 17, 1875) bemerkt über denselben Gegenstand, dass er in dem Hymenium des Pilzes keine Schläuche gefunden habe, wohl aber die Körper, welche wahrscheinlich dafür gehalten worden sind. Er nennt sie verzweigte Ascidien und hält sie für ähnliche Gebilde wie die stachligen Zellen in den Lamellen mancher Marasmius-Axten. Die Sporen von Ag. ascophorus waren gleich denen der Abtheilung Flammula. 188. M. C. Cooke. On Corticium amorphum Fries. (Grevillea, Bd. III, S. 136—138.) C. hält Corticium amorphum Fr. = Peziza amorpha Pers., ebenso wie Babenhorst für einen Ascomyccten, der seiner lederartigen Beschaffenheit und anderer Merkmale wegen nicht zu Peziza, sondern in eine eigene Gattung gestellt werden müsse. Einen Pilz, den Peck auf Abics balsamica gefunden und 1872 unter dem Namen Nodularia balsamicola veröffentlicht, erklärt er für identisch mit der erwähnten Species. Als Gattungsname wird aber die Peck'sche Bezeichnung nicht festgehalten, da P. die Gattung nicht genügend begrenzt und Karsten schon früher ein anderes Subgenus von Peziza so genannt habe. Der Pilz wird daher als Aleurodiscus amorphus Babenhorst aufgeführt, und sämmtliche Synonymen, welche C. hierher zieht, citirt. 189. Derselbe. On Corticium Oakesii B. et C. Wird von Fries als Synonym zu üort. amorphum gezogen. C. hält dies für nicht Referate. — Basidiomycetes. 213 richtig. Er erklärt, dass er in die Gattung Alenrodiscus als besondere Species A. Oakesii gehöre, von A. amorphus durch elliptische 0,025 x 0,014 Mm. grosse Sporen verschieden. In Indien soll nach Berkeley eine 3. Species von Aleurodiscus vorkommen. 190. Worthington G. Smith. New and rare Hymenomycetous fungi. (Journal of Botany 1875, S. 97-99, Taf. 161-162.) Aus dem Subgenus Eccilia, von dem nur wenige Arten bekannt sind, beschreibt Sm. 2 neue Formen, die in Warmhäusern gefunden worden sind, und giebt Abbildungen von ihnen. Ag. (Eccilia) atropunctus Pers., welcher Fries unbekannt geblieben, wurde neuerdings bei Hereford aufgefunden. Von dem ansehnlichen Boletus sulfureus Fr., der in Schottland (Aviemore, Inverness), in Menge gefunden wurde, und Hydnum squamosum Schaff., in Somerset gefunden, ferner von einer neuen Art von Polyporus, auf importirten Farnstämmen, und einer neuen Laschia auf Encephalartos werden Beschreibung und Abbildung gegeben. (S. neue Arten) 191. R. Christison. Notice of a remarkable Folyporns from Canada. (Transactions and proceedings of the bot. soc. of Edinburgh 1874, S. 180—181.) Dr. Johnston hatte am Lake Huron einen Pilz erhalten, der auf der .weissen Kiefer wuchs. Die Indianer theilten ihm über denselben eine Legende mit: „erlebe, schreie wie ein Kind, blute bei Verwundung und falle erst ab wenn er todt geschlagen wurde". Er enthält eine bittere Substanz und soll zur Wundbehandlung dienen. — Nach einer Analyse von Dr. Maclagan enthielten 100 Theile: 64,59 Harz, 25,79 Cellulose, 9,62 wässrigen Extract. Die bittere Substanz ist in dem Extract enthalten, nicht im Harz. — Der Pilz war 18 Zoll lang, 22 — 26 Zoll im Umfang. Berkeley hält ihn für Polyporus Pini canadensis (Schweinitz), womit die Beschreibung übereinstimmt. 192. W. F. Gibbon u. D. D. Cunningham. Fungi from interior of a white-ant hill. (Grevillea, Bd. III, S. 165-166.) Es war schon früher bekannt, dass in dem Innern von Termiten - Häuf en Pilze vor- kommen, sie wurden als zweierlei Art bezeichnet, erstlich kleine weisse Körner von der Grösse eines Stecknadelknopfes, sodann spargelähnliche, bis 14 Zoll lange Pilze, die sehr wohl- schmeckend sein sollen und „Chuephor" genannt werden. G. fand bei Dootha in 0. Indien in Ameisenhaufen ebenfalls Pilze, die von einer bläulichen körnigen Masse entsprangen, die gewöhnlich Ameisenfutter genannt wird und sowohl in Ameisen - als in Termitenhaufen vor- kommt. Cunn., dem diese Pilze mitgetheilt worden waren, fand, dass sie zu der Agaricus- Abtheilung Lepiota gehörten, sie sind durch sehr lange Stiele ausgezeichnet. Bisher hatte man nur Pilze aus der Abtheilung der Podaxineen in Ameisenhaufen gefunden. Das sog. Ameisenfutter hält er für das Mycel des Pilzes und erklärt es für möglich, aus ihm den Pilz künstlich zu ziehen. Sein Vorkommen erinnert an eine Beobachtung von Belt, der in den Nestern der blattsammelnden Ameisen in Nicaragua eine ähnliche Pilzsubstanz fand, derentwegen die Ameisen vielleicht die Blätter zusammen tragen. 193. C. Kalchbrenner. Icones selectae Hymenomycetum Kungariae. III. Budapestini 1875. Dasselbe enthält die Abbildung von 29 Pilzen: üortinarius torvus Fr., C. cypriacus Fr., Inocybe piriodora Pers., I. plumosa Bolt, Ag. (PsathyraJ fatuus Fr., Hygrophorus pudorinus Fr., H. ligatus Fr., H. limacinus Fr., H. agafhosmus Fr., H. metapodius Fr., H. lacmus Fr., H. laetus Pers., H. aureus Arch., H. hypotliejus var. mendax Kalchbr. (früher hat sie Kalchbr. als eigene Art betrachtet, hat aber jetzt Uebergänge zur typischen Art gefunden), Lentinus hispidosus Fr., L. vulpinus Fr., L. resinaceus Fr., L. omphalodes Fr., Panus craterellus Dur. et Mont., Lenzites tricolor Bull, ferner 7 von Kalchbr. und 3 von Schulzer neu aufgestellte Arten. (S. neue Arten.) (100.) St. Schulzer v. Müggenburg vertheidigt die Annahme, dass sein Agaricus superbims mit Ag. olearius DC. identisch sei. Fries erklärte jenen für Zizyphinus Vir.; aus einer Vergleichung der von Fr. angeführten Merkmale ergiebt sich aber, dass beide Pilze nicht übereinstimmen. — Ag. olearius stellte Fr. früher zur Gruppe Derminus, weil er braune Sporen haben sollte, Ilasemann beschreibt die Sporen als röthlich, setzt den Pilz aber in die Gruppe Lencospora; dahin 214 Kryptogameu. — Pilz«-. rechnet ihn Fries jetzt auch. — Ag. superbiens hat ehenfalls weisse Sporen; dies war der Grund, warum ihn Seh. früher von Ag. olearius DC. unterschied. — Er kommt meist auf blosser Erde, nicht wie Ag. olearius auf Stöcken vor. Ag. olearius wird in allen Werken als giftig bezeichnet, Ag. superbiens verursacht, wie Seh. an sich selbst und von Anderen erfuhr, Erbrechen; aber ohne unangenehme Nebenerscheinungen, kann also als bequemes Brechmittel gelton. Es wurde ihm beschrieben, dass Ag. superbiens eben so wie Ag. olearius im Dunkeln leuchtete. — An der Besehreibung des Pilzes in den Icones select. Hymen. Hung. wird verbessert, dass der Stiel „aufwärts verdickt, in den Stiel übergehend", ist, sowie dass er in nassen Jahren auch an Weissbuchenstöcken erscheint. Ferner beschreibt Seh. (S. 322) eine Monstrosität von Cantharellus cornueopioides. Der Körper des Tilzes, oben 13 Cm. breit, 15,8 Cm. hoch, theilte sich aufwärts in unförm- liche Aeste, diese in kleine Lappen, wie bei Sparassis. Die Sporen waren normal. Der Geruch war stark hach Aprikosen. — Ein monströses Exemplar von Fistulina hepatica, welches aus einer Baumwurzel 9,3 Cm. unter der Erde hervorwuchs, hatte 20,8 Cm. Höhe, wovon etwa i j 3 unterirdisch; es theilte sich kurz vor dem Austritte an die Luft wiederholt in fleischfarbene Aeste und breitete sich oben auf 22 Cm. aus. Im unentwickelten Zustande waren die Aeste keulen- oder hörnerförmig. 194. J. de Seynes. Note sur l'Agaricus Craterellus Dr. et Lev. (Bulletin de la Societe bot. de France 1875, S. 87, 88.) Fries hat in der zweiten Ausgabe seiner Epicrise die Ansicht ausgesprochen, Agaricus craterellus möchte wohl eine Species von Pleurotus sein, vielleicht nur eine Form von Ag. chioneus oder Ag. perpusülus. — De S. hält die grosse Verschiedenheit dieses von den genannten Pilzen aufrecht. Bei den Pleurotus- Arten ist anfangs ein Stiel vorhanden, der sich später zurückbildet; bei anderen Formen besteht anfangs eine pezizenförmige Bildung, aber später bildet sich nur eine Seite weiter aus. Ag. craterellus dagegen zeigt immer das Ansehen einer Peziza, in der Mitte mit einer Papille versehen, von welcher die Lamellen ausstrahlen. — Die übrigen Charaktere, durch welche sich der Pilz unterscheidet, werden ausführlich besprochen. 195. Wittmack. Fihizomorpha. (Monatsschrift des Vereins zur Beförderung des Garten- baues, 18. Jahrg., S. 103.) Mittheilung eines Falles, in welchem eine Rhizomorpha eine 8 M. hohe, V2 M. starke Bobinia zu Grunde gerichtet hatte. Der Pilz, welcher vorgelegt wurde, gehört zu Uli. fragüis Roth (Eh. subcorticaiis Pers.), nach W. vielleicht das Mycel von Agaricus melleus. 2. Oasteromycetes. 196. Dr. Eidam, üeber Keimung und FortpSanzung der Gasteromyceten. (Bericht über die Thätigkeit der bot. Sect. der Schlesischen Gesellschaft 1S75, S. 38—40.) Sporen von Orucibuhtm vulgare und Cyathus striatus keimten spärlich bei 15— 18°C, sehr reichlich aber bei einer constanten Temperatur von 25°. Vor der Keimung schwellen sie stark an und werden vollständig kuglig, jede Spore treibt 1—4 Keimschläuche. Das Mycei von Cyathus zeigt eine auffallende Neigung, in kleinere Theilstücke zu zerfallen. Entweder zerbröckelt das ganze Mycel in kleine Theilchen, oder die Enden der Aeste rollen sich ein, septiren sich und fallen als Spiralen oder Ketten ab. Diese Zellen keimten manch- mal. — Bei Crucibulum kam ein solches Zerfallen nicht vor, doch finden sich an den Enden, die sich in die Luft erheben, leicht sich trennende Gliederungen. Einen ausgesprochenen Geschlechtsact konnte E. bei der Anlage der Fruchtkörper niemals wahrnehmen. 197. Vincenzo Cesati. Battarraea Guicciardiana Ces. (Atti della R. Accademia delle Scienze Fisiche e mat. di Napoli, Vol. VII, 1875. 4°. 7 S. u. 1 col. Taf.) C. hat Gelegenheit gehabt, mehrfach das höchst merkwürdige, vereinzelte Auftreten seltener Pilze in Italien zu beobachten. So fand er z. B. 1840 bei Brescia in Menge die auffallende Cordyccps myrmecophila Ces., die später nur einmal von ihm wiedergefunden wurde, ferner eine Bacemclla (TorruhiaJ mcmorabilis, welche seitdem nicht mehr beobachtet wurde; Poronia Oedipus (Mont.). vorher nur aus Südamerika bekannt, fand er bei Como, und Xyluria Gucpini, früher nur bei Angers gefunden, bei Bosisio. — Zu den höchst ver- Referate. — Basidiomycetes. 215 einzelt gefundenen Pilzen gehören auch die verschiedenen Battarraea-Arten. Die Exemplare, die man von den Arten dieser Gattung aufgefunden und in der wissenschaftlichen Literatur besprochen hat, lassen sich leicht zählen, und sind in dieser Schrift zusammengestellt. C. hat schon früher Gelegenheit gehabt (s. Bot. Jahresber. f. 1873), über das plötzliche Auftreten eines Exemplars der B. phalloides bei Neapel zu berichten; neuerdings erhielt er die Mit- theilung, dass in einem Garten bei Pitti gegen 20 Exemplare einer Battarraea gefunden wurden (No. 33). Er konnte einige derselben, welche gut erhalten waren und sich im ersten Reifezustande befanden, genau untersuchen und erkannte in ihnen eine neue Species, die er nach der Besitzerin des Gartens: B. Gtiicciardiana nannte. Das grösste Exemplar war 38 Cm. lang, 8,5 Cm. breit. Sehr interessant war es, dass bei der Untersuchung das Vorkommen von eigenthümlichen Zellen constatirt wurde, deren Wände mit spiraligen Bändern versehen sind. W. G. Smith hat dieselben auch schon an englischen Exemplaren der B. phalloides aufgefunden und erklärte sie für Spiralfaserzellen, die von dem Capillitium und den Hyphen des Stieles entspringen sollten. C. sah von diesem keine Spur, er fand sie nur zwischen den Sporen, und nie fand er einen Zusammenhang mit Hyphen; in dieser Beziehung glichen sie den Elateren einer Trichia oder eines Lebermooses. Auch das Capillitium fand er nicht wie Smith aus einzelnen Hyphen gebildet, sondern aus Platten, die Kammern bildeten, wie bei Spumaria. Eine sehr ausführliche Diagnose des neuen Pilzes, dessen Structurverhältnisse auf der beigefügten Tafel durch schöne Abbildungen veranschaulicht werden, schliesst die Ab- handlung. Die Unterschiede zwischen den bis jetzt bekannten Battarraea- Arten werden durch folgende Tabelle ausgedrückt: Volva . Stipes Peridium (Pseudo-) Sporidia Batt. phalloides triplex ; aequalis; apice sensim in peri- dium dilatato; cavus, in adultis funiculo centrali praeditus ; hemisphaericum, tegmine volvaceo, subcampanulato, arete adaptato; fusca ; B. Gtiicciardiana duplex ; sensim in basim attenuatus; apice obiter constricto in peiidium abeunti ; cavus, tela arachnoidea s. bysso faretus; hemisphaericum, tegmine volvaceo, campanulato, arete adaptato; cinnamomina ; B. Gaudichaudii {Haplomyces Corda) duplex ; sensim in basim attenuatus; apice ad J /a partem di- ametri constricto ; cavus, funiculum centralem seri- ceum fovens; planitscule con- vexum, tegmine volvaceo laxe adaptato ; purpureo- fusca B. Stevenii (Dendromyces Liboschitz) triplex ; ad medium ven- tricosus apice mimme con- stricto in peri- dium abeunti. obiter convexum. luteo brunnea. 198. F. Hazslinszky. Ein oberirdischer Hypogaeus. (Abhandlung aus dem Gebiete der Naturwissenschaften. Herausgegeben von der ungarischen Akademie der Wissenschaften. Bd. VI, No. Vin. 5 S. [Magyarisch.]) Magnus sandte H. einen Fungus hypogaeus, den er am 7. Nov. 1871 auf Blumen- töpfen im Warmhause des Berliner botanischen Gartens gesammelt. H. knüpft daran die Hoffnung, dass wenigstens ein F. hypog. auf feuchter (vielleicht durchsichtiger) Oberfläche eultivirt und dessen vollständige Entwickelungsgeschichte beobachtet werden kann. H. beschreibt und bildet ab den von Magnus gefundenen F. hypogaeus und hält ihn für eine noch unbeschriebene Varietät einer bekannten Art: Hydnangium cameum Wallr. ß Caldariorum Hazsl. — S. a. Mo. 17, 18, 19, 26, 28, 39. Kanitz. 216 Kryptogamen. — Pilze. X. Ascomycetes. 1. Allgemeines. 199. Ph. van Tiegnem. Sur le developpement du fruit des Chaetomium et la pretendue sexualite des Ascomycetes. (Comptes rend. hebd. d. sce. de l'acad. des sciences 1875, Bd. 81, S. 1110-1113.) Sporen von Chaetomium keimten bei Culturen in der Zelle und bildeten ein reicb verzweigtes Mycel. Am 7. Tage trat die Fruchtbildung ein, ohne dass Conidienbildung vor- hergegangen wäre. Auf einem Mycelfaden erhebt sich ein Seitenzweig, der sich schraubig einrollt. Die Schraube hat 2 Windungen und keine Höhlung in der Mitte, und ist sitzend. Sie bildet das Carpogon. Aus dem unteren Theile sprosst ein dünner Zweig, der an der Schraube empor wächst, und sich bald vielfach verzweigt. Die Zweige anastomosiren nicht mit der Schraube, sie bilden endlich eine zellige Hülle um die Schraube. Aus letzterer sprossen die Schläuche, während aus den Zellen der Hülle die langen Haare hervorwachsen. Am Grunde des Peritheciums wachsen Zweige hervor, die zur Befestigung dienen. — Manchmal entsteht an der Basis des Carpogons ein aufrechter Zweig, der mit diesem ana- stomosirt, grade dann bleibt jedesmal das C. unfruchtbar. — Bei Sordaria setosa und 8. copröpMla ist der Vorgang ebenso, nur werden hier keine Haare, dagegen Conidien gebildet. v. T. schliesst daran eine Uebersicht über die verschiedenen Fruchtbilduugsmodalitäten, welche bei den Ascomyceten bekannt sind. Das Carpogon ist in allen Fällen mehr oder weniger spiralig, es ist aber entweder einfach oder doppelt, aus 2 sich engberührenden Aesten gebildet. Immer bildet sich durch Sprossung an der Basis eine Hülle (Periascogon), während aus dem oberen Theile die Schläuche sprossen (Ascogon). Einfach ist das Ascogon bei Eurotium, Hypocopra, Ascobolus, Peziza, Chaetomium, Sordaria, doppelt bei Penicillium, Erysiphc, Podosphaera und Gymnoascus. — Verf. glaubt, dass durch diese Thatsachen die sog. Sexualität der Ascomyceten wieder in Frage gestellt werde, weil in dem einen Falle angenommen werde, das einfache Carpogon sei der weibliche, die Hüllfäden der männliche Theil (Pollinodien), während man in den anderen Fällen, die ganz gleich organisirten Hüll- fäden nur als Bedeckung ansehe, eines der 2 Carpogone als männlich, das andere als weiblich. Diese Annahme sei indess nicht bewiesen , bei Penicillium bleiben beide Aeste gleich und beide sprossen zu Schläuchen aus, bei den anderen Arten seien zwar die beiden Aeste verschieden und nur einer bilde die Schläuche, dies könne man aber als einen Act der Verkümmerung auffassen. — Sein Schluss ist, dass man aus der Berührung und selbst aus der Verschmelzung zweier, den jungen Fruchtkörper zusammensetzender Theile noch nicht sicher berechtigt sei, wenn andere Beweise dafür fehlen, eine Einwirkung der beiden Theile auf einander, d. h. eine Befruchtung, anzunehmen. 2. Discomycetes. 200. P. Magnus. Eine Bemojkung zu Exoascus Populi Thm. (Hedwigia 1875, S. 1—3.) M. hat Exemplare des Exoascus Populi Thm., die er von v. Timmen selbst erhalten hatte, untersucht, und findet sie ganz gleich der längst bekannten Taphrina aurea. — Die Bezeichnung Taphrina hält er aufrecht, besonders auch deshalb, da es unbestimmt ist, ob Ascomyces coerulescens , auf welchen Montagne und Desmazieres die Gattung Ascomyces gründeten, denselben Bau besitzt wie T. aur. — Die Gattung Ascomyces Magn. ist nicht identisch mit Ascomyces Mont. M. schlägt daher, falls Asc. coerul. nicht zu Taphrina gehören sollte, den Namen Endoascus für die Gattung vor, zu welcher Ascomyces Tosquinctii gehört. — Weiterhin wendet sich M. gegen v. Timmen wegen seiner Bemerkungen über Protomyces paehydermus Thm. 201. Derselbe. Zur Naturgeschichte der Taphrina aurea Pers. (Hedwigia 1875, S. 97—98, und Verhandl. des bot. Ver. der Prov. Brandenburg 1875, S. 72.) Von den Wachsthumsverhältnissen der Taphrina aurea P. giebt M. jetzt folgende Darstellung: Die jüngsten Anlagen der Asci erscheinen als abgetrennte Glieder schmaler zwischen den Oberhautzellen einherkriechender Pilzhyphen. Diese Hyphen verzweigen sich vielfach und laufen gekreuzt übereinander. Die Glieder erscheinen daher bald einfach cylin- drisch, bald zwei- bis mehrstrahlig. Jede Zelle wird zu einem Ascus. Beim Heranwachsen Referate. — Aseoraycetes. 217 * des Ascus schwillt die Zelle in der Mitte beträchtlich an, während sie an den Scheidewänden stationär bleibt. In Folge dessen bleiben die heranwachsenden Asci nur durch eine sehr kleine Berührungsfläche mit einander verbunden, die man an den ausgewachsenen Asci nicht mehr bemerkt. Die Mitte der jungen Asci wächst nach aussen, die Cuticula durchbrechend, hervor, und verlängert sich nach innen zum rhizoiden Fortsatz zwischen den Parenchym- zellen. — M. vergleicht dieses Wachsthum mit dem mancher Saprolegnieen , z. B. Achlyo- geton entophytum nach Schenk. — 3 beigegebene Figuren stellen einzelne Entwickelungs- stufen des Vorgangs dar. 202. M. C. Cooke. Synopsis Helvellaceorum Pileatorum. (Hcdwigia 1875, S. 7—10, und Corrigenda: daselbst S. 39.) Die bisher beschriebenen hutlragenden Helvellaceen werden namentlich, mit Citirung der Stelle, wo sie zuerst beschrieben sind, aufgeführt, einige neue Arten sind kurz beschrieben. Es werden genannt von Morchella (Dill) Fr. 17, Gyromitra Fr. 5, Helvella (L.) Fr. 22, Verpa (Siv.) Fr. 7, Citaris Fr. 1, Spathularia Pers. 1, Mitrula Fr. 13, Leotia (Hill) Fr. 11, Geoglossum (Pers.) Fr. 18, zusammen also 25 Arten. 203. Derselbe. Pezizae Americanae. (Hedwigia 1875, S. 81—85.) Beschreibung von 21 neuen Peziza- Arten, aus den N. Amerikanischen Staaten, 16 aus New-Jersey, von Ellis, 3 aus New-York von Gerad, 1 aus Maine v. Bolles, 1 aus Mexico von Salle gefunden. Schläuche und Sporen sind z. Th. in No. 204 abgebildet, worauf im Text verwiesen ist. 204. Derselbe. Carpology of Peziza. (Grevillea, Bd. III, S. 127, 128, 186; IV, S. 41. Taf. 38-41, 43, 44, 50, 51.) Fortsetzung (s. Bot. Jahresber. 1874). Fig. 122—274. Schläuche, Sporen, Paraphysen, häufig auch Haare in Umrissen mit der Camera lucida gezeichnet. Der Text enthält nur die Namen, und Anführung der Sammlung, aus welcher das untersuchte Exemplar stammte. 205. Derselbe. Revision of Geoglossum. (Grevillea, Bd. IU, S. 133, 134.) Genauere Beschreibung von Schläuchen , Sporen und Paraphysen derjenigen Geoglossum -Arten, welche Verf. in seinem „Handbook" aufgeführt hatte. — In den Ver- einigten Staaten von Amerika kömmt eine mit G. glutinosum verwandte Species vor, deren Sporen 16zellig sind. Bei G. Walteri, vor Kurzem in Australien gefunden, sind sie 8zellig. Ein kleines Geoglossum in den Vereinigten Staaten, welches kaum über 1 Zoll hoch wird, ist dem G. hirsutum nahe verwandt, aber fast glatt, die Stacheln im Hymenium sind sehr dünn, kaum länger als die Paraphysen. 206. Derselbe. Mycographia, seil Icones Fungorum. (Figures of Fungi from all parts of the world. P. I.) Verf. hat sich die Aufgabe gestellt, in diesem Werke die mikroskopischen Elemente der Discomyceten abzubilden in Zeichnungen, die mit der Camera lucida aufgenommen sind. Die erste Lieferung enthält nach der Anzeige (Grevillea IV, S. 90) die Darstellung von 16 Geoglossum-Formen und 64 Pezisen der Abtheilung Humaria. ' 207. Derselbe. New Scotch Peziza. (Grevillea IV, S. 91.) P (Sarcoscyplia) coprinaria Cooke. S. n. a. A. 208. W. Phillips. Note on Peziza fuscescens Pers. (Grevillea III, S. 188, 189.) P. fuscescens Pers. und P. brunneola Desm. werden häufig verwechselt, und selbst Berkeley und Broome haben noch in neuester Zeit gezweifelt, ob dieselben nicht ein und dieselbe Art bezeichneten. Ph., der beide Pilze in England aufgefunden hat, giebt eine Zu- sammenstellung der Literatur über dieselben, und hält P. brunneola durch die Form der Paraphysen, welche länger und eben so breit als die Schläuche sind, für verschieden von P. fuscescens. 209. Charles B. Plowright. On the fructification of Rhytisma maximum Fries. (Grevillea IV, S. 28—30, Taf. 53, f. 1-9.) P. fand Eh. maximum, auf Weidenzweigen in England selten, in mehreren Frucht- sorten. Spliaeria aurea Sowerby und Cryptomyces wandln Greville erklärt er für Synonymen derselben. Die Fructification des Pilzes erfolgt abweichend von anderen Bhytisma-Arten im 218 Kryptogameu. — Pilze. Frühling und Sommer. Die Stromata entwickeln entweder sofort Schläuche mit acht ellip- tischen Sporen, oder zuerst kuglige Spermatien, darauf Schlauchschichten. Ausser diesen fand P. noch zwei andere Fructificationsformen, die eine einem Fusarium, die andere einer Hendersonia (mit 4zelligen braunen Sporen) gleichend. — S. a. No. 3, 4, 48. 53. 3. Pyrenomycetes. 210. Dr. J. Peyritsch. Beiträge zur Kenntniss der Laboulbenien. (Sitzungsber. der k. Akad. der Wissenschaften, LXVIII. Bd., Oct. 1873, 28 S., 3 Taf.) 211. Derselbe, üeber Vorkommen und Biologie der Laboulbeniaceen. (Daselbst Bd. LXX, Oct. 1875, 9 S.) Das Erscheinen der ersterwähnten Arbeit konnte schon im Bot. Jahresbericht für 1873 erwähnt werden, dort wurde auch bereits der Theil desselben, welcher sich auf Entwicklungs- geschichte dieser Pilze bezieht, im Wesentlichen mitgetheilt, es bleibt über den anderweitigen Inhalt noch Mehreres nachzutragen. — In der 2. Abhandlung berichtet P. über seine weiteren Beobachtungen in Bezug auf das Vorkommen der Laboulbeniaceen und über die Resultate der Infection von gesunden Fliegen mit Laboulbenia. Die Familie der Laboulbeniaceen hat eine weite geographische Verbreitung; eine Art ist in Caracas, eine andere in Afrika gefunden worden. — P. hat ihr Vorkommen bisher auf folgenden Käfern nachweisen können: Bembidium littorale, B. varium, B. fasciolaturn, B. ruficorne, B. tenellum, B. quadripunetatum, B. bipunetatum, B. femoratum, B. flam- mulatum, Clivina fossor, Patrobus excavatus, Harpalus distiuguendus, Anehomenus albipes, A. marginata, A. viduus, A. angusticollis, Chlaenius vestitus, Nebria brunnea, N. picicornis, Dyschirius rufus. — Staphylinus sp. — Haliplus obliquus, H. rnficollis, Hydrobius glo- bidus, Deleaster dichrous, Laccophilus minutus, L. hyalinus. — Die meisten dieser Käfer leben häufig untergetaucht auf dem Boden der Gewässer, die Pilze führen also ein amphi- biotisches Leben. Die Beobachtungen über die verschiedenen Formen der Familie fasst P. schliesslich (in 210) in einer systematischen Aufstellung zusammen, die im Wesentlichen hier wieder- gegeben sein möge: Laboulbeniaceae. Parasitische Pilze, die mit Pollinodien und Trichogyne versehen sind. Die Pollinodien entwickeln sich an endständigen Trägern ; die Fruchtkörperanlage seitlich mit einer nach der Befruchtung abfallenden ein- bis mehrzelligen Trichogyne endigend. Der Fruchtkörper (Perithecium) öffnet sich an der Spitze mit einem Porus. Sporen 2 zellig, spindelförmig, mit hyaliner Membran ; diese keimen ohne eine Ruheperiode durchzumachen und wachsen direct wieder zu den gestielten Fruchtkörpern aus. Der vegetative Theil des Pilzes besteht aus grossen, weiten, mit dicken Membranen versehenen Zellen. I. Laboulbenia Mont. et Robin. Der Peritheciumträger endigt an der Spitze mit mehreren einfachen oder ästigen, gegliederten, fadenartigen Zweigen (Paraphysen), das Peri- thecium mit einer zugespitzten, von einem apicalen Porus durchbohrten Mamilla versehen. 1. L. Bougetii Mt. et Rob. Dunkel gelbbraun; Paraph. einer breiten Basis ein- gefügt, unächt gabelig getheilt, ungefähr von der Länge des Perith., gelb; Stiel viel kürzer als das Perith. — Auf Brachinus crepitans., B. explodens und B. sclopeta. 2. L. Guerinii Rob. Schwarzbraun; Paraph. zahlreich, getheilt, halb so lang als das Perith., fast ungefärbt; Stiel länger als das Perith. — Auf Gyretes sericeus. 3. L. flagellata n. sp. Licht gelbbraun, nur die Mamilla an der Basis schwärzlich; Paraphysenfäden 4—7, ziemlich gleich, einfach oder nur an der Basis getheilt, ungefärbt, meist das Perith. überragend. — Auf Bembidium lunatum, Anehomenus albipes und A. marginatus. 4. 1j. aneeps n. sp. Licht gelbbraun; Paraphys. in geringer Zahl, bogenförmig, gekrümmt, ungefähr so lang als das Perith. und ungefärbt. — Auf Anehomenus viduus. 5. L. fasciculata n. sp. Licht gelbbraun; Paraphys. zahlreich, büschelförmig, eben auseinander tretend, ungefärbt, ungefähr so lang als das Perith. — Auf Chlaenius vestitus, 6. L. luxurians n. sp. Dunkelbraun, Paraph. zaldreich, bogig gekrümmt, oben fächerförmig auseinander tretend, ungefähr halb so lang als das Perith. und ungefärbt. — Auf Bembidium varium. Referate. — Ascomycetes. 219 7. L. vulgaris n. sp. Dunkelbraun oder schwärzlich, Paraph. zahlreich, ungleich, die kürzeren büschelförmig, von der Basis eines starken mehrgliedrigen Stämmchens ent- springend, ungefärbt, das stärkere Stämmchen ungefähr so lang als das Perith., mehrgliedrig, dunkel pigmentirt, an der Spitze verästelt, Aestchen ungefärbt. — Auf vielen Bembidinm- Arten und Deleaster dichrous. 8. L. Nebriae Peyr. Schwärzlich; Paraphysenfäden in geringer Zahl, ungleich; die grosse Paraph. einfach oder gabelig getheilt, dunkel pigmentirt, viel länger als das Perith. — Auf Nebria brunnea. IL Stigmatomyces Karsten. Der Peritheciumträger endet an der Spitze mit einem scheinbar seitlichen gekrümmten zelligen, an der Convexität mit spitzigen Fortsätzen versehenen Zweig. Perith. mit einem Bauch- und Halstheil versehen. Stigmat. Baeri (Knoch) — Laboidbenia Baeri Knoch, Stigmatomyces muscae Karst., Laboidbenia muscae Peyr. — Auf der Stubenfliege. III. Helminthophana. Ein gestreckter, gegliederter, mit spitzigen Fortsätzen versehener Zweig, scheinbar seitlich zwischen 1. und 2. Trägerzelle des Perith. inserirt; Perith. mit einem Bauch- und Halstheil versehen, der Porus desselben wird von einem mehr- lappigen Krönchen umgeben. H. Nycteribiae — Laboidbenia N. Peyr. IV. Chitonomyces. Der Peritheciumträger endet mit einem scheinbar seitlichen einfachen, ungegliederten, nur mit wenigen knolligen Hervorragungen versehenen gekrümmten Zweig. Das Perith. länglich, an der Spitze 3 lappig, der mittlere Lappen am Scheitel auf- reissend und die Sporen entleerend. Ch. melanurus n. sp. Perith. gelblich, der an der Spitze schneckenförmig gekrümmte Zweig schwarz. — Auf Laccophillus minutus und L. hyalinus. V. Heimatomyces. Der Peritheciumträger endet mit einem scheinbar seitlichen einfachen gegliederten Zweig. Das Perithecium an der Spitze in ein Hörn ausgezogen , der Porus desselben seitlich gelegen. H. paradoxus Braun, Peritheciumträger kurz, obere Stielzelle tafelförmig. Sporen grösser als bei den anderen Lab., stumpf. 212. R. Wolff. Beitrag zar Kenntniss der Schmarotzerpilze. (Landwirtschaftliche Jahr- bücher, IV. Band, 1875, S. 351—397, Taf. III. und IV.) Der erste Theil der Abhandlung (S. 35—374) beschäftigt sich damit, den Land- wirthen die wissenschaftlichen und maassgebenden Ansichten über Parasitismus der Pilze und Verhütung der dadurch hervorgerufenen Pflanzenkrankheiten, gegenüber den darüber noch vielfach verbreiteten Vorurtheilen , klar vorzuführen. Als specielles Beispiel hat W. die Entwickelung der Mehlthaupilze zum Gegenstand einer selbstständigen Untersuchung gemacht und theilt im zweiten Theile die Resultate derselben mit. Die eigenen Unter- suchungen erstreckten sich besonders auf die Entwickelung von Erysvphe graminis und E. communis. — E. graminis Leveille war bisher nur sehr unvollkommen bekannt gewesen; und von E. communis kaum unterschieden worden, besonders waren von ihr die Asci und Sporen nicht beobachtet. W. fand durch seine Untersuchungen, dass sie eine vollkommen selbstständige, auf einzelnen Gramineen-Axten schmarotzende, so viel bis jetzt bekannt, keine andere Nährpflanzen bewohnende Species der Erysiplieen repräsentirt. Ihre Eigentümlich- keiten fasst er in folgende systematische Diagnose zusammen: Erysiphe graminis Lev. Mycelium epiphylisch auf der Epidermis der Nährpflanze, dieser dicht angeschmiegt, oft verästelt, durch nicht zahlreiche Querwände septirt; — Conidien- träger an der Basis zwiebelartig angeschwollen, die perlschnurförmig an einander gereihten Conidien, bis 10 an der Zahl tragend; Conidien gewöhnlich rundlich ellipsoidisch, manchmal auch walzenförmig, an beiden Enden abgerundet, bisweilen citronenförmig. — Haustorien an halbkreisförmigen ungelappten Appendices; Appendiculae an der Basis, resp. der Unterseite der Perithecien, zahlreich, sehr kurz, dunkelbraun, wie die Peritheciumrinde. — Perithecien dicht umgeben und eingebettet in einen Filz von langen gekrümmten, farblosen, borsten- förmigen Haaren, welche in sehr grosser Anzahl zur Zeit der Perithecienbildung von dem Mycelium producirt werden. -- Füllgewebsinhalt farblos; — Asci in verschiedener Anzahl, 220 Kryptogameu. — Pilze. zwischen 8-16, zur Zeit der Peritheciumreife ohne Sporenanhige; — Ascosporen erst im Frühjahr gebildet, meist 8, selten 4 in jedem Ascus, farblos, rundlich bis walzenförmig elliptisch; Membran glatt. — Nährpflanzen: Triticmn vulgare, turgidum, repens; Sccale cereale; Hordeum vulgare, Dactylis glomcrata; Bromus mollis, tectorum. Ob die unter E. communis vereinigten, auf den verschiedensten Nährpflanzen vor- kommenden Formen zu derselben Species gehören, erscheint W. noch ungewiss, nur Infections- versuche können darüber entscheiden, er selbst machte solche Versuche nur auf Trifolium pratense, Tr. hylmdum, Tr. repens und Lupinus luteus. — Die Keimung der Conidien findet bei beiden Erysiphen in übereinstimmender Weise statt, sie treiben in feuchter Atmo- sphäre, aber, wiewohl etwas langsamer, auch in trockener Luft, nach 10—16 Stunden, oft an mehreren Stellen Keimschläuche, von denen der eine auf der Nährpflanze als Haustorium in eine Epidermiszelle eindringt, der andere zum Mycel auswächst, welches bald wieder Conidien bildet. Die Peritbecien bilden sich auf dieselbe Weise, wie De Bary an anderen Species beschrieben, indem sich vom Mycel zwei kurze, hakig gekrümmte Zweige erheben, die sich an der concaven Seite dicht berühren: Ascogon und Pollinodium, darauf um die- selben Hüllschläuche emporwachsen. Es folgt dann die Bildung der Perithecien , in denen man anfangs Hülle und Füllgewebe unterscheiden kann, darauf Bildung der Schläuche und (bei E. graminis, ebenso auch bei E. Galeopsidis erst im nächsten Frühjahr) die der Sporen. — Keimung der Ascosporen war bisher noch nicht bekannt. W. fand, dass die- selbe bei E. communis in feuchter Luft oder in Wasser erfolgt, wenn sie überwintert haben, nie tritt sie in trockener Luft ein. Bei E. graminis entwickeln sich, wenn überwinterte Perithecien in Wasser gelegt waren, nach einigen Tagen die Sporen. Die reifen Schläuche saugen begierig Wasser an, sprengen das Perithecium, platzen an der Spitze und schleudern durch Zusammenziehen der Schläuche die Sporen eine Strecke weit fort. Die Keimung der Ascosporen und ihre Weiterentwickelung verhält sich ganz so, wie die der Conidien. Die Ueberwinterung der Er ysiplie- Arten geschieht nur durch die Perithecienfrüchte. Ausnahmsweise fand W. keimfähige Conidienfrüchte noch im Januar nach — 3° R. Kälte, doch gingen sie bei — 5° zu Grunde. — Die Keimung der Ascosporen erfolgte bei Zimmer - culturen schon im Februar und März. — Die Ausbildung der Perithecien kommt nicht auf allen Nährpflanzen zu Stande, wo sich die Conidienform entwickelt, manchmal bilden sich aber in einem Jahre auf einer Nährpflanze keine Perithecien aus, die sonst die Bildung der- selben begünstigt. — Die Schädigung der Nährpflanzen ist um so grösser, je jünger diese sind, das plasmareiche Gewebe der jungen Pflanzen begünstigt unbedingt das Wachsthum des Parasiten. — Atmosphärische Einflüsse fördern ebenfalls die Entwickelung derselben: Trockenheit schadet wenig, dagegen sind heftige Regengüsse, welche die Conidien abspülen, dem Pilze verderblich. — Die Frage, ob das von Erysiphe befallene Futter auf die Thiere, welche es fressen, nachtheilig wirke, glaubt W. nach eigenen Versuchen bestimmt verneinen zu können. — Als einziges ausreichendes Mittel gegen die Verbreitung der Erysiplien ist das Bestreuen der befallenen Pflanzen mit feinen staubförmigen Substanzen, z.B. Schwefel- blumen, zu empfehlen. Ihr Nutzen besteht, wie experimental nachzuweisen ist, darin, dass sie die keimenden Conidien abhalten, in die Epidermis einzudringen, und ebenso die jungen Mycelfäden von dieser fernhalten, worauf sie zu Grunde gehen. Bei Feldfrüchten ist dieses Verfahren freilich nicht anwendbar. Hier ist es das Beste, die stark befallenen Früchte (Klee, Lupinen) schnell, bevor sich die Perithecien ausgebildet haben, zum Grünfutter ab- zumähen, oder wenn die Perithecien schon zur Reife gekommen, sie zur Gründüngung unter- zupflügen. 213. W. Voss. Beiträge zur Kenntniss des „Kupferbrandes" und des „Schimmels" beim Hopfen. (Verh. d. k. k. zoolog.-bot. Ges. in Wien 1875, S. 613-620, mit 1 Holzschnitttafel.) Die von den Landleuten als Kupferbrand und Schimmel bezeichnete Krankheit des Hopfens trat im vergangenen Jahre in den Hopfengärten bei Rohrbach in Oberösterreich sehr verbreitet auf. Der Kupferbrand wird durch eine Milbe verursacht, der „Schimmel" durch Sjiltaerotheca Castagnei Lev. — Der „Schimmel" wird zuerst 1803 von Breitenbach erwähnt; erst 1835 führt Ulbricht (Böhmens Ilopfenbau und -Handel) an, dass die Krankheit durch Pilzbildung veranlasst wird. Den Pilz fand V. ganz gleich der Sph. Castagnei Fuck. Referate. — Ascomycetes. 221 v. Humuli auf der wilden Hopfenpflanze ; aber es ist erwäknenswerth , dass es ihm nie gelang, unter dein vielen vorliegenden Materiale auch nur ein einziges Blatt zu finden, auf welchem der Mehlthaupilz vegetirte, er findet sich vielmehr an der angebauten Pflanze vor- nämlich an den unteren Deckschuppen und au den Zapfenstielen, in Folge dessen die Zapfen klein bleiben und verdorren. Umgekehrt ist der Pilz bei der wilden Hopfenpflanze auf den Zapfen sehr selten anzutreffen. 214. P. A. Saccardo. Conspectus generum Pyrenomycetum Italicorum systemate carpo- logico dispositorum. (Atti della Societä Veneto-Trentina di Science nat. Padova 1875, vol. IV, fasc. 1, 24 S. und 1 Tabelle.) Bei Aufstellung eines neuen Systems der Pyrenomyceten ging S. davon aus, den Bau der Sporen als einheitliches Priucip bei Umgrenzung der Gattungen festzuhalten. Er lässt die auf den Bau der Fruchtkörper gegründeten Abtheilungeu (Systema biologicum) bestehen, unterscheidet aber in jeder Abtheilung eine Anzahl Gruppen, welche auf den Bau der Sporen basirt ist (System, carpologicum) , in einer Tabelle stellt er am Schlüsse beide Systeme zusammen. — Nach den Sporenformen unterscheidet er folgende Gruppen: I. Alantosporae. Sporidia continua, cylindrica, curvata (botuliformia) utrinque obtusius- cula, hyalina v. luteola v. subolivacea. II. Hyalosporae. Spor. globosa, ovoidea v. oblonga, continua, hyalina. III. Phaeosporae. Spor. continua fuliginea v. nigricantia. rV. Didymosporae. Spor. bilocularia, ovoidea v. oblonga, hyalina v. fusca. V. Phragmosporae. Spor. 2-pluriseptata, oblongata v. fuscoidea, hyalina v. fuliginea. VI. Scolicosporae. Spor. vermicularia v. bacillaria, v. filiformia, septulata v. guttulata, hyalina v. fuliginea. VII. Dictyosporae. Spor. ovoidea, oblonga v. subfusoidea, transverse et longitudinaliter septata (muriformia). Die 127 Pyrenomyceteu-G&ttxiügen, welche S. annimmt, werden demnach folgender- maassen geordnet: Farn. I. Perisporiaceae Fr. Sect. 1. Hyalosporae. 1. PodosphaeriaKze., 2. Sphaerothecahcv., 3. Pliyllactinia Lev., 4. Uncimda Lev., 5. Microsphaera Lev. , 6. Erysiphe Hedw. , 7. Eurotium Lk., 8. Lasiobotrys Kze. et S., 9. Apiosporium Wallr. Sect. 2. Phaeosporae. 10. Chaetomium Kze. Sect. 3. Didymosporae. 11. Dimenosporium Fckl. Sect. 4. Phragmosporae. 12. Perisporium Fr. Fam. II. Sphaeriaceae Fr. p. p. Sect. 1. Alantosporae. *Simplices v. caespitosae. 13. Enchnoa Fr., 14. Coelosphaeria Sacc. , 15. Fachiaea Sacc. — ** Compositae stromaticae. 16. Calosphaeria Tul., 17. Coronophora Fuck. , 18. Quaternaria Tul., 19. Valsa Fr., 20. Eutypella Nke., 21. Eutypa Tul. , 22. Cryptosphaeria Grev. , 23. Cryptovalsa Ces. et De Not., 24. Diatrype Fr., 25. Diatrypella Ces. et De Not. Sect. 2. Hyalosporae. *Simplices. 26. Phomatospora Sacc, 27. Gnomonia Ces. et De Not., 28. Plagiostoma Fckl., 29. Ilypospila Fr., 30. Laestadia Awd. , 31. Trichosphaeria Fckl. — ** Stromaticae. 32. Diaporthe Nke. Sect. 3. Phaeosporae. *Simplices. 33. Melanospora Cd., 34. Ceratostoma Fr., 35. Helminthosphaeria Fckl., 36. Sordaria Ces. et De Not., 37. Eosellinia De Not., 38. Anthostomella Sacc. — ** Stromaticae , compositae. 39. Authostoma Nke., 40. Xylaria Hill., 41. Poronia Lk., 42. Ustulina Tul., 43. Hypoxylon Bull., 44. Dal- dinia Ces. et De Not., 45. Nummidaria Tul. Sect. 4. Didymosporae. * Simplices. 46. Microthyrium Desm., 47. Sphaerella Ces. et De Not. , 48. Apiospora Sacc. , 49. Lizonia Ces. et De Not. , 50. Epicyniatia Feld., 51. Venturia De Ntrs., 52. Eriosphaeria Sacc, 53. Didymosphaeria Fckl., 54. Amphisphaeria Ces. et De Not., 55. Delitschia. — ** Caespitosae : 56. Gibbera Fr. p. p. , 57. Otihia Nke. — *** Compositae , stromaticae. 58. Endotliia Fr., 59. Melanconis Tul. p. p., 60. Hercosptora Fr., 61. Valsaria Ces. et De N. 222 Kryptogamen. — Pilze. Sect. 5. Phragmosporae. * Simplices. 62. Massar ia De Ntrs., 63. Bebentischia Karst., 64. Leptosphaeria Ces. et De Not., 65. Clypeosphacria Fckl., 66. Byssothecium Fckl., 67. Chaetosphaeria Tul., 68. Enchnosphaeria Fckl., 69. Herpotrichia Fckl., 70. Melanoma Nke., 71. JSerfo'a De Ntrs., 72. Trematosphaeria Fckl., 73. ilfeZo- wasfa'a Nke., 74. Caryospora De Ntrs., 75. Hormospora De Ntrs., 76. Lophiostoma Ces. et De Ntrs. — ** Caespitosae. 77. Botryosphaeria Ces. et De Not. — *** Stro- raaticae. 78. Melogramma Fr., 79. Thyridaria Sacc. , 80. Pseudocalsa Ces. et De Ntrs., 81. Aglaospora De Ntrs. Sect. 6. Scolicosporae. * Simplices. 82. Bhaphidophora Fr., 83. Dilopliospora Fckl., 84. Linospora Fckl., 85. Ceuthocarpon Karst., 86. Lasiosphacria Ces. et De Ntrs., 87. Leptospora EM. p. p., 88. Bombardia Fr. — ** Stromaticae. 89. Sillia Karst., 90. Cryptospora Tul. Sect. 7. Dictyosporae. * Simplices. 91. Capnodium Mtgn. , 92. Pleospora Rbh., 93. Tcichospora Fckl. — ** Caespitosae. 94. Üucurbitaria Gray. — *** Stromaticae, compositae. 95. Fenestella Tul., 96. Thyridium Nke. Farn. III. Hypocreaceae De Ntrs. Sect. 1. Hyalosporae. 97. Eleutheromyces Fckl. Sect. 2. Didymosporae. * Simplices. 98. Passerinula Sacc, 99. Ilypomyccs Tul., 100. Nectria Fr. — ** Stromaticae compositae. 101. Sphaerosiilbe Tul., 102. Hy- poerea Fr. Sect. 3. Phragmosporae. 103. Calonectria De Ntrs. Sect. 4. Scolicosporae. 104. Claviceps Tul., 105. Torrubia Lev., 106. Epichloe Fr. Sect. 5. Didyosporae. 107. Thyronectria Sacc. Farn. IV. Dothideaceae Nke. Sect. 1. Hyalosporae. 108. Polystigma Pers. , 109. Phyllachora Nke., HO. Maz- zantia Mtg. Sect. 2. Didymosporae. 111. jEwn/ae7tora Fckl., 112. Dothidea Fr., 113. Scirrhia Nke. Sect. 3. Phragmosporae. 114. Homostegia Fckl., 115. Bhopographus Nke. Farn. V. Hysteviaceae Cda. Sect. 1. Hyalosporae. 116. Aporia Duby. Sect. 2. Didymosporae. 117. Aylograplium Lib., 118. Glonium Mühlenb. Sect. 3. Phragmosporae. 119. llysterium Tode, 120. Mytüidion Duby. Sect. 4. Scolicosporae. 121. Acrospermum Tode, 122. Lopliium Fr., 123. Ostropa Fr., 124. Colpoma Wallr., 125. Lophodermlum Chev., 126. Hypoderma DC. Sect. 5. Dictyosporae. 127. Hysterographium Cda. Die einzelnen Familien und Gattungen sind scharf charakterisirt und für jede Gat- tung einige Arten als Beispiele citirt. 215. Derselbe. Kova Ascomiycetum Genera. (Grevülea IV, S. 21, 22.) I. Fracliiaea. II. Thyridaria. III. Thyronectria. IV. Passerinula. V. Phomato- spora. VI. Patinella. S. n. A. 216. ... Classification of Pyrenomycetes. (Grevillea IV, S. 30-32.) Wendet sich gegen das von Saccardo vorgeschlagene System der Pyrenomyccten. Es wird behauptet, dass das Princip, welches demselben zu Grunde liege (Bestimmung nach den Sporen), nicht consequent durchgeführt sei, und zu künstlicher Trennung natürlicher Gruppen, resp. Vereinigung entferntstehender Arten führe. 217. G. v. Niessl. üeber Sphaeria caulium Fries. (Hedwigia 1875, S. 21-24.) Fries hat seine Sphaeria caulium nur auf äusserlich wahrnehmbare Merkmale ohne Berücksichtigung von Schläuchen und Sporen begründet; genauere Untersuchungen haben gezeigt, dass er unter diesem Namen zwei verschiedene Arten zusammengefasst und auch unter seinen Originalexemplaren in Seierom. suecic. ausgegeben hat. Da die Fries'sche Bezeichnung auf jede der beiden Arten gleichmässig passt, muss sie für beide aufgegeben werden. Die eine derselben ist als Lophiostoma caulium (Desm. 1841) zu bezeichnen; sie hat spindelförmige, '/ 25 Mm. lange Schläuche, die Sporen haben 5—7 Septa, keine Anhängsel, sind hell wasserfarbig. Synonym ist Loph. microstomum Niessl. Die zweite ist Lophiostoma Referate. — Ascomycetes. 223 insidiosum (Desm.) Ces. et De Not., wie N. durch Vergleich der Originalexemplare aus der Desmaziere'schen Sammlung fand. Sie besitzt olivengrüne, geschwänzte Sporen und ist synonym L. appendiculatum Niessl I. Beide Arten scheinen gleich häufig und durchaus nicht an bestimmte Pflanzen gebunden zu sein. So finden sich z. B. auf Tanacetum vulgare und Epilobium hirsutum beide, allerdings nicht vermischt. — Ob LopMostoma caulium bei De Notaris nur in Beschreibung und Abbildung nicht ganz glücklich dargestellt ist, oder ob es vielleicht eine dritte Art repräsentirt, müsste erst entschieden werden. 218. Derselbe, üeber Sphaeria revelata Berk. et Br. (Hedwigia 1875, S. 24.) Beschreibung der fast in Vergessenheit gerathenen Art, welche N. von verschiedenen Substraten (Syringa vulgaris, Vibumum Opidus, V. Lantana, Crataegus) bekannt ist. Sphaeria Opidi Fckl. wird sicher, Sjih. Lonicerae Sow. mit Wahrscheinlichkeit hierher gerechnet. N. findet, dass sie sowohl hinsichtlich der Wachsthumsweise der Perithecien, als in Bezug auf die Sporen zunächst den heilsporigen Massarien verwandt ist, und bezeichnet sie daher als Massaria revelata (Berk. et Br.). Sie bildet einen Uebergang zu Massariopsis. 219. Derselbe. Notiz zur 20 Centurie der Fungi europ. und zu Plowright's sfer: brit. Cent. II. (Hedwigia 1875, S. 129-131.) Unter No. 1928 der f. eur. fand N. neben der Massaria auf Acer eine der Gattung Calospora angehörende Valsee, welche er näher beschreibt. In den meisten Perithecien finden sich ausserdem Stylosporen von 50—60 Mik. Länge, 3—4 Br. „Es ist dies wieder ein sehr ausgeprägter Fall der Stylosporenbildungen in den fertigen schlauchführenden Peri- thecien." Derselbe Pilz ist von Plowright als Valsa platanoides Berk. ausgegeben worden, er wird daher als Calospora platanoides bezeichnet. Ein von Plowright (Cent. II, No. 18) als Dothidea tetraspora Berk. et Br. ausgegebener Pilz ist, wie N. fand, nicht dieser, sondern eine neue Art der Gattung Fuckelia, die er als F. Ploivrightii beschreibt. — Dia- trype cineta Berk. et Br. (derselbe Cent. No. 22) wird als ein Myrmaecium, vielleicht eine von M. rubricosum verschiedene Species bezeichnet. Sphaeria herpotricha Fr. (No. 78) ist Leptosphaeria pontiformis (Fuck.) = Sphaeria fareta Berk. et Br. und wahrschein- lich auch Sph. tritorulosa Berk. et Br. auf Epilobiwm hirsutwm werden zur Gattung Dia- portlie gestellt. Letztere wird genauer beschrieben. 220. Derselbe. Neue Kernpilze. (I. Serie. Oesterreich. Bot. Zeitung 1875, S. 46—49, 85—87, 128-130, 165-166, 199—203.) N. beschreibt 20 neue Arten aus den Gattungen Gnomoma (4), Sphaerella (6), und Didymosphaeria (10). Er hat bei den Beschreibungen jede Form hinsichtlich ihrer morpho- logischen Merkmale mit allen ihm bekannt gewordenen, dahin gehörigen Arten sorgfältig ver- glichen, und nur solche als neu angenommen, welche gut fässbare Unterschiede wahrnehmen lassen, wobei auf die Wachsthumsverhältnisse des Mycels und der Perithecien ebenso viel Gewicht gelegt wurde als auf die Gestalt der Schläuche und Sporen. Durch Rücksicht auf die verschiedenen Substrate hat er sich nicht beeinflussen lassen. — Die Gattung Didy- mosphaeria fasst er in weiteren Grenzen auf, als ihr Gründer Fuckel, er macht keinen Unterschied zwischen dem Auftreten gefärbter oder farbloser Sporen, und rechnet zu der Gattung auch eine Gruppe von Formen, die in Schläuchen und Sporen an die Gattung Sphaerella erinnern, aber durch das Vorhandensein von rudimentären Paraphysen, grössere und festere Perithecien, Entwickelung des Wachsthums in der inneren Rinde, stärker definirte Mündungen, Bildung der Schläuche in Verwandtschaft zu den Plcosporen, speciell zu Didy- mosphaeria stehen. Als Beispiele für diese Gruppe werden Sphaeria Bryoniae Fuckel und Sph. commanipula B. et Br. angeführt. Eine Gruppe der Gattung, die er als b) Transitores bezeichnet (Paraphyses distinetae. Sporidia disticha), vermittelt den Uebergang der ersten Gruppe zu den eigentlichen D.\ c) Gcnuineae (Paraphyses distinetae. Sporidia monosticha hyalina, olivacea vel fuseidula). Die ganze Gattung schliesst sich demnach ziemlich natürlich an Sphaerella an. 221. V. de Cesati. üeber einige Arten der Gattung Rosellinia De Notaris. (Aus Atti della Sc. fis. e mut. di Napoli, Vol. V, ausgez. in Hedwigia 1875, S. 13-16.) Nach einer historischen Einleitung und kritischen Besprechung einiger Arten der Gat- tung MoselUnia giebt der Verf. die Diagnose der (4) von ihm neu aufgestellten Arten. (S. n. A.) 224 Kryptogamen. — Pilze. (100. S. 227.) St. Schulzer v. Müggenburg fand Bosellinia Aquila (Fr.) auf modernden Haselnussästen und entrindeten Eichen- bäumen. Er beobachtete bei derselben eine neue Conidienform, die von der, welche Tulasne beschrieben, verschieden ist, sie gleicht einem Sporotrichum (Bonorden) und bildet an der Spitze der Fäden 2—3 ovale, dunkelbraune Conidien, 6—8 Mik. lang. — In den alten Pyrenien vegetirt im Herbst ein Schimmel: Nodulisporium Aquilae Schulzer, welcher nur als specifischer Schmarotzer der Bosellinia angesehen wird. 222. Haberlandt. Reiskrankheit. (Fühlings Landwirtschaftliche Zeitung 1875, S. 552.) H. berichtet nach den Untersuchungen von Garovaglio, dass als Ursache der Reis- krankheit wirklich Bleospora Uryzae anzusehen sei, von welcher jener Beobachter Pykniden, Spermatien und Ascosporen beschrieb. Die jungen, noch farblosen, in allen Theileu der Pflanze wuchernden Mycelien veranlassen die weisse Reiskrankheit: Carolo bianco, die älteren gefärbten Mycelien, besonders aber die reifen Perithecien geben der Pflanze ein schwärz- liches Ansehen und verursachen dadurch die schwarze Reiskrankheit: Carolo nero. Der Pilz ist sehr verbreitet (er kommt auch auf Java vor) und vernichtet nicht selten die Ernte völlig. 223. Zop£ Ueber Sordaria und Melanospora. (Verhandl. des Botan. Vereins der Provinz Brandenburg 1875, S. 78.) Z. berichtet über eine neue Varietät der Sordaria coprophila, sodann über eine als Schmarotzer auf Humaria carneo-sanguinea Fuckel gefundene 31elanospora. Die Conidien- form der letzteren ist Didymaria Helvellae Cd., ihre Hyphen heften sich mit eigenthümlichen Organen an den Paraphysen e. c. des Nährpilzes an. Die Schlauchform entwickelt sich aus spiralig gewundenen Astenden, ähnlich wie Eurotium. 224. G. Winter. Hypocreopsis, ein neues Pyrenomyceten-Genus. (Hedwigia 1875, S. 26—27.) Die Gattung, auf eine einzige Species gegründet, welche W. auf Schafkoth bei Halle fand, steht Hypocrea sehr nahe, unterscheidet sich aber durch die nur wenige Perithecien enthaltenden Stromata, die Form der Asci und Sporen und die Anwesenheit zahlreicher Paraphysen. (S. neue Arten.) 225. Wm. Carruthers. On Ergot. (Aus Journal of the Royal Agricultural Society of England 1874, abgedruckt im Journal of Botany 1875, S. 15—23.) In diesem Aufsatze giebt C. eine klare, genaue und gemeinverständliche Darstellung über den Bau, die Entstehung und Entwickelung des Mutterkornes und der Claviceps purpurea, wie sie allmählich durch die Untersuchungen von Bauer, Leveille, Quekett, Tulasne, Bonorden und Roze bekannt wurde. Bauer erkannte schon 1805 den Bau der Sphacelia und ihre Beziehungen zum Sclerotium; seine Zeichnungen wurden aber vor 1841 nicht publicirt. Leveille gab 1826 dem Sphacelia- Zu stand diese Benennung, hielt ihn aber für einen Parasiten des Sclerotiums. Queckett benannte diesen Zustand 1841 : Eryotetia abortifaciens. Tulasne machte endlich (Ann. des Sc. Nat., Ser. III, Vol. XX) den feineren Bau der Sphacelia, ihre Entwickelung und die Entwickelung der Claviceps purpurea aus den Sclerotien genau bekannt. Durieu gelaug es (1856), durch Ansteckung von Roggen- blüthen mit den Sporen der Claviceps, Mutterkorn hervorzurufen; Bonorden erreichte durch die Sporen der Sphacelia dasselbe; Roze bestätigte (1870) diese Versuche. — Neues konnte C. diesen Untersuchungen nicht hinzufügen; er giebt in seinen Beschreibungen, welche durch 9 gute Holzschnitte (meist Copieen nach Tulasne) erläutert werden, ihre Resultate an. — Als einziges Mittel, das Mutterkorn zu bekämpfen, wird sorgfältige Vernichtung der Sclerotien genannt, nicht nur in dem Getreide selbst, sondern besonders auch auf den wildwachsenden Gräsern der Ackerrainc. Als wilde Gräser, die vorzüglich von Mutterkorn befallen werden, erwähnt er: Bromus secalinus, B. mollis, B. pratensis, Tritieum repens, Alopecurus pratensis, Phleum pratense, Festuca clatior, Hordeum murinum, Glyceria fluitans. — Nach den Beobachtungen von Carrott fügt er noch hinzu, dass Lolium temulentum stets mehr oder weniger von Sclerotium clavus befallen sei, und nur diesem ist es zuzu- schreiben, dass dieses Gras in den Ruf gekommen ist, giftig zu sein. Auch auf Arundo arenaria soll in manchen Jahren (1847 nach J. Curtis) das Mutterkorn ausserordentlich häufig vorkommen. Referate. — Ascomycetes. 225 226. J. J. Couvee. Bydrage tof de kennis van het Sclerotium Clavus DC. (Acad. Prpef- schrift. Rotterdam 1875. 86 S. mit 3 Taf.) 227. Th. Taylor. Certain Fungi parasitic on Flants. (The monthly microscop. Journal, Vol. XIII, 1875, S. 118-125, Taf. 95-97.) 1) In Nordamerika finden sich an den Zweigen von Kirsch- und Pflaumenbäumen schwarze Gallen (Black -nots), die jetzt allgemein als Pilzgallen anerkannt werden. Der Pilz, welcher sie hervorruft, war indess noch nicht näher beschrieben, wiewohl v. Schweinitz (er starb 1834) die Galle als Sphaeria morbosa bezeichnet hatte. T. untersuchte die Schwarz- galle des Pflaumenbaumes (von Boston) nach einer von ihm oft angewendeten Methode: er legte die Gallen einige Tage in Scheidewasser, neutralisht dann mit Ammoniak, wäscht aus, behandelt dann die Schnitte mit Aetzkali, färbt sie zur Unterscheidung von Stärke, Cellulose und Mycel mit Jod, wäscht wieder mit Alkohol aus; auf diese Weise erhielt er sehr gut durchsichtige und übersichtliche Präparate. Er fand in der Oberflächcnschicht der Galle schwarze Perithecien (Sphaeria morbosa Schw.) mit zelliger Structur, an der Spitze mit gegliederten Haaren besetzt. Cladosporiwn-iihnliche Gebilde schienen mit ihnen in Zusammen- hang zu stehen. Peck hatte in den Perithecien schon Schläuche gesehen, und T. fand die- selben bei späteren Untersuchungen ebenfalls. Sie sind sackförmig, 0,001 Zoll breit, 7mal so lang; die Sporen scheinen nach der Zeichnung zu 10 im Schlauche zu liegen, lanzettlich, unten spitz, oben abgerundet. 2zellig zu sein. — 2) Oidium Tuckeri sah T. in den Jahren 1871 häufig an fremden (europäischen) Weinsorten. 1871 und 1872 fand er daran häufig Perithecien, welche bekanntlich in Europa noch nicht aufgefunden wurden. Nach vorheriger Behandlung mit Scheidewasser konnte er in ihnen auch die Schläuche auffinden. 1873-74 fanden sich keine Perithecien. — (Nähere Beschreibungen der Perithecien und Schläuche sind nicht angegeben. Aus der Zeichnung geht nur hervor, dass die Anhängsel einfach faden- förmig sind.) 228. Th. Meehan. Continuous growth in fungoidal exerescences. (Proceed. of the Acad. of Nat. Sciences of Philadelphia 1874, S. 221.) An den Zweigen von Quercus tinetoria finden sich Auswüchse, welche eine gewisse Aehnlichkeit mit Insectengallen haben, sie sind aber durch Pilzbildung veranlasst. Von ähnlichen Gebilden, die Walsh und Peck an Pflaumen- und Kirschbäumen beobachtet haben, unterscheiden sie sich besonders dadurch, dass sie nicht wie diese einjährig sind, sondern durch mehrere Jahre fortwachsen. Im ersten Jahre sind die Auswüchse nur klein, im zweiten von der Grösse der kleinen Spielkugeln (Murmeln), im dritten von der einer Wallnuss ; viele an den stärkeren Aesten hatten den Durchmesser einer Austerschaale. Die Langlebigkeit der kleinen Organismen, welche die Auswüchse verursachten, scheint M. besonders bemerkenswerth. 229. Ch. B. Plowright. Some remarks lipon Sphaeria (Gibbera) morbosa (Schw.). (The monthly microscop. Journal, Vol. XIII, 1875, S. 209, 210.) Es wird erwähnt, dass C. H. Peck im Jahre 1872 (Quekett Journal, October) schon einige Beobachtungen über die Wachsthumsverhältnisse der Sph. morbosa bekannt gemacht hat. Er fand, dass man das Mycel schon im November in Anschwellungen der Rinde findet; im Frühjahr nimmt die Anschwellung zu und bedeckt sich äusserlich mit Cladosporium- Rasen, mit 4theiligen Conidien; im folgenden Winter und Frühjahr bilden sich die Perithecien aus. — P. untersuchte zwei Exemplare der Gallen, die er von Peck und Gerard erhalten. Er fand den Conidienzustand so, wie ihn Peck beschreibt, die Schläuche waren 0,0005 Zoll, breit, 0,003 Zoll lang, die Sporen 0,001 : 0,003 Zoll , fast farblos (sehr hellbraun), flaschen- förmig mit einer Scheidewand. Er fand nie (wie Taylor) 10 Sporen in einem Schlauche, sondern nur acht. — Der Pilz hat viel Aehnlichkeit mit Cucurbitaria cupularis Fr., P. rechnet ihn aber seiner parasitischen Lebensweise wegen zu Gibbera, (100. S. 298.) St. Schulzer v. Müggenburg beschreibt einige Formen, die Gicinnobulüs Cesatii auf Oidium Tuckeri und Erysiphe communis, auf Kürbisblättern schmarotzend verursacht. Sie sind verschieden, je nachdem die Oidium -Glieder oder die Perithecien ergriffen werden. Die Sporen wechseln sehr an Gestalt und Grösse (oval bis lang cylindrisch, 6—14,5 Mik. lang, 2 -4 Mik. dick). — Ganze Botanischer Jahresbericht III. 15 226 Kryptogamen. — Pilzo. Blätter wurden entweder vou Cicinnubolus allein oder von der Erysiplie für sich bewohnt, kamen für sich nirgends gemischt vor. „Wir haben den Cicinnobolus, besonders an Reben, als einen sehr nützlichen Pilz zu begrüssen, denn es ist klar, dass er die Erysiphe nicht blos an der Fructification hindert, sondern förmlich ausrottet." — S. a. No. 16, 23, 49, 53, 141. 230. A. Petrowsky. Die Chlamydo-Sporen bei Penicillium glaucum. (Protocoll der Sitzung der Gesellschaft zur Erforschung des Gouvernements Jaroslawl, in naturhistorischer Hinsicht. März 15, 1875. [Russisch. J) An der hinteren Seite eines an der Wand hängenden Bildes wurden die Chlamydo- Sporen gefunden, welche nach der Structur dem Verf. unbekannt waren; sie waren zimmt- farben, sehr dickwandig und in der Hülle von einer Schicht polygonaler Zellen eingeschlossen. Beim Aufweichen reissen sich diese Zellen, durch die Abrundung ihrer Wände, von einander los und fallen ab. Die Chlamydo-Spore keimt nach ihrer Zerstörung und dabei nur im Fruchtsafte, dessen Schicht sehr dünn sein muss. Sie keimt, zwei Keimschläuche gebend; nachher theilt sie sich selbst und die Tochterzellen theilen sich nochmals. Wie die aus der Spore entstandenen Zellen, sind auch alle ersten durch die Theilung der Keimschläuche entstandenen Zellen sehr dickwandig, zimmtfarben und enthalten deutlich sichtbaren Zellkern ; je weiter von der Spore, desto dünner und heller sind die Zellwände und desto kleinere Dimensionen besitzt der Kern. Dieses Promycelium endet sich mit den gewöhnlichen weissen Hyphen und auf einem von ihnen bildeten sich die Trauben von Conidien, welche zeigten, dass diese Chlamydo-Sporen zu dem Penicillium glaucum gehören. Batalin. Anhang. Hyphomyceten e. c. 231. P. Sorauer. Die Entstehung der Rostflecken auf Äepfeln und Birnen. (Monatsschrift des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den königl. preuss. Staaten im Jahrg. XVin, S. 5-15, Taf. I.) Bereits im vorigen Jahre hat S. seine Beobachtungen über Entstehung der Rost- flecken auf Früchten des Kernobstes mitgetheilt, welche hier etwas weiter ausgeführt werden. Er bezeichnet den Pilz, welcher die Ursache der Rostflecken der Aepfel ist, jetzt als Fu- sicladium dendriticum (Wallr.) Fuckel. — Anhangsweise werden F. dendriticum, F. pyriwum (Lib.) Fuckel, und F. orbiculatum Thüm. (welches auf Ebereschen vorkommt), sehr aus- führlich beschrieben. — Auf der Tafel ist ein Apfel mit Rostflecken in verschiedener Ent- wickelung sowie mikroskopische Bilder der drei Fusicladium- Arten in verschiedenen Ent- wickelungsstadien dargestellt. 232. F. v. Timmen. Napicladium eine neue Hyphomyceten-Gattung. (Hedwigia 1875, S. 3 u. 4.) v. Thm. fand den Pilz, welcher nach Sorauer die Rostkrankheit der Aepfel her- vorruft, bei Bayreuth epidemisch auftretend. Er ist der Ansicht, dass derselbe nicht zu Fusicladium Bon. gehört, da er septirte Sporen besitzt. Er gründet darauf eine neue Gattung und Art: Napicladium Soraueri. (S. neue Arten.) 233. G. Winter. Napicladium Soraueri Thümen. (Hedwigia 1875, S. 35-36.) W. hat Napicladium Soraueri Th. an v. Thümen'schen Originalexemplaren unter- sucht und findet ihn in allen Merkmalen mit Fusicladium dendriticum (Wallr.) Fuckel (non Rabh.!) übereinstimmend. Bei beiden kommen sowohl septirte als unseptirte Conidien vor, erstere seltener (8—10 pr. Ct.). — Die Aufstellung der neuen Gattung erklärt er daher für überflüssig und bemerkt, dass auch Sorauer im Irrthum war, wenn er die auf den Früchten wachsenden Eexemplare von Fusicladium zu Fusicladium virescens Bon. brachte. Fu- sicladium dendriticum und Fusicladium virescens sind wahrscheinlich durch Uebergänge verbunden und mögen zu einer Art gehören, doch bleibt dies noch zu beweisen. 234. W. Phillips. Parasitism or polymorphism-which? (Grevillea IV, S. 82-83, Taf. LIII, f. 10—15.) Auf einem Baumstumpf fand Ph. schwarze Schimmelrasen , die aus verschiedenen Formen gemischt waren, die man als Monotospora sphaeroeephala B. et Br. , M. megalo- spora B. et Br., Jlelminthosporium obocatum Berk. und Stilbum rigidum P. bezeichnen konnte. Er wirft die Frage auf, ob diese Formen gesellschaftlich unter einander wuchsen oder Formen desselben Pilzes darstellten. Diese Frage lässt er unentschieden. Der Stamm Referate. — Ascomycetes. 227 des Stilbum war mit Seitenzweigen besetzt, die ganz der Monotospora sphaerocephala glichen, auch hier konnte er nicht feststellen, ob diese nur als Parasit auf dem Stilbum lebte. (100. S. 369.) St. Schulzer v. Müggenburg äussert die Ansicht, dass die Sporen von Hymenomyceten, auf unrechtem Substrate keimend, Hyphomyceten erzeugen möchten, und theilt von ihm gemachte Beobachtungen über Formwandel einiger Hyphomyceten mit, z. B. ein Anodotrichum Cd. in Epochnium Lk., Aspergillus in Penicillium. 235. Dr. L. Schenk. Ueber die Kräuselkrankheit der Kartoffel. (Centralblatt für Agricultur- chemie 1875, S. 280—283.) Seh. beobachtete die Kräuselkrankheit an Kartoffelpflanzen im botanischen Garten von Leipzig. Die erkrankten Pflanzen zeigten das schon von J. Kühn hervorgehobene Aus- sehen. Diese seit etwa einem Jahrhundert bekannte Krankheit ist nicht durch einen Pilz veranlasst, sondern vielmehr durch eine Störung des ganzen Ernährungsprocesses der Pflanze, deren ursächliche Momente noch einer näheren Untersuchung bedürfen. Es zeigten sich aber in den Kartoffelculturen des bot. Gartens Pflanzen, welche in ähnlicher Weise erkrankt waren. Sie nahmen eine gelbgrüne Färbung an, an Stengeln und Blattstielen zeigten sich braune Stellen, die Blätter vertrockneten und krümmten sich ein, die für die ächte Kräuselkrankheit charakteristische glasige, spröde Beschaffenheit des Stengels fehlte aber gänzlich. Bei diesen kranken Pflanzen fand sich in den Gefässbündeln und dem Parenchym reichliches Pilzmycel; an den braungefärbten Stellen hatte dasselbe die Epidermis durchbrochen und Conidien gebildet. Der Pilz, von dem Mycel, Conidien- bildung und Keimung der Conidien beschrieben werden, stimmt durchaus mit dem auf Moor- rüben und Raps beobachteten, von Kühn beschriebenen Sporidesmium (Polydesmus Mont.) exitiosum K. überein , so dass er sich von ihm nicht trennen lässt und als eine weitere Form var. Solani bezeichnet werden muss. Das ursächliche Moment des Erkraukens der Kartoffelpflanzen liegt hier in der Einwanderung des Pilzes. Seh. hebt aber hervor, dass diese Krankheit nicht die ächte altbekannte Kräuselkrankheit ist, welche in jüngster Zeit viel besprochen worden ist. 236. Prof. Leidy. A Fungus in a Flamingo. (Aus Rep. of the Academ. of Sciences of Philadelphia, April 1875, in: The monthly micr. Journ., Vol. XHI, 1875, S. 255-^6.) In den Lungen eines Flamingo's, welcher im zoologischen Garten von Philadelphia gestorben war, fand sich eine verhärtete braune Substanz, welche aus einer Schimmelbildung bestand. Der Pilz war ein Aspergillus , von Asp. glaueus sehr verschieden, vielleicht Asp. nigrescens, welchen Robin schon in den Lungen eines Fasans auffand. Die Fruchtträger waren 0,25—0,4 Mm. lang, 0,004 Mm. breit ohne Scheidewände, die Sporen farblos (in Masse grünlich), 0,003 Mm. im Durchmesser. 237. Fr. Haberlandt. Das Vorkommen und die Entstehung der sogenannten Milchsäure- hefe (Oidium lactis Fres.). (Haberlandt, Wissenschaftlich -praktische Untersuchungen auf dem Gebiete des Pflanzenbaues. Wien 1875. S. 202-229, mit 14 Holzschnitten.) H. hat durch zahlreiche, mit den verschiedensten kritisch ausgewählten Abänderungen ausgeführte Culturversuche die wenigen (in der Einleitung sorgfältig zusammengestellten), in der Literatur vorhandenen, oft sich widersprechenden Angaben über Oidium lactis geprüft und zu vervollständigen gesucht. Er stellt seine Ergebnisse in folgenden Schlüssen zusammen: „1) Oidium lactis ist ein Hyplwmycet, dessen Entwicklung bis zur Sporangienbildung fort- schreitet; derselbe dürfte unter die Ascomyceten einzureihen sein, doch fehlt es bisher an Anhaltspunkten, um ihm seine Stellung im System anweisen zu können. 2) 0. lactis erweist sich als ausserordentlich formbeständig, mag dieser Pilz in welcher Nährstofflösung immer gezogen werden; am meisten differenzirt sich derselbe in der ihm zusagendsten Nährflüssig- keit, auf der Oberfläche gestandener Milch. 3) Von einer Umwandlung der Bierhefe in 0. lactis oder von einer Abstammung beider von Bacterien und Vibrionenformen kann nicht im Entferntesten die Rede sein. 4) Die Milchsäurehefe (0. lactis) und die Milchsäuregährung stehen in keinerlei Beziehung zu einander. 5) O. lactis entwickelt sich in grosser Menge auf den Exkrementen der Rinder, wobei als nothwendige Folge auch die Aussaat seiner Conidien auf der gemolkenen Milch und dem Futter statthaben muss. 6) Es ist sehr wahr- 15* 228 Kryptogamen. — Pilze. scheinlich, dass 0. luctis überall zu Hause ist, wo Kühe gehalten werden und Milchwirth- schaft getrieben wird. 7) 0. lactis schützt die Oberfläche der Milch vor der Ansiedlung der Schimmel- und Mucor- Pilze; das Gleiche ist auch beim Käse der Fall. 8) Ich fand noch keine Käsesorte, dessen Rinde nicht 0. lactis enthalten hätte; es kann aber vorkommen, dass unter besonderen Umständen auch die Entwickelung anderer Pilze auf und in dem Käse begünstigt wird. 9) Im lebenden Organismus bildet sich in den Milchdrüsen kein 0. lactis; dagegen ist es gewiss, dass in dem Magen und den Eingeweiden stets zahlreiche Oidium- Glieder im Inhalte vorkommen und sich unter Umständen sehr reichlich vermehren können. 10) Wenn demnach künstlich aufgezogene Säuglinge (Kälber) mit der Milclmahrung ent- wickelungsfähiges Oidium in ihrem Ernährungscanal aufnehmen, so geschieht dies deshalb, weil sie die Milch nicht unmittelbar aus dem Euter saugen, vielmehr gestandene kalte oder nur lauwarm und heiss gemachte Milch als Nahrung erhalten." — Die angeführte und auch abgebildete Sporangienform scheint eine Art Corawimw-Bildung zu sein. 238. F. v. Timmen. Der Grind oder Schimmel des Obstes, Oidium fructigenum Lk. (Oesterreichisches Landwirtschaftliches Wochenblatt 1875, No. 41, S. 484.) Den von Persoon als Monilia fructigena beschriebenen, später von diesem als Torula fructigena und Acrosporium fructigenum bezeichneten Obstschimmel erachtet v. Th. für einen ächten Eischimmel, und zieht daher die von Link gegebene Bezeichnung 0. fructigenum den anderen Namen vor. Er fand ihn auf Aepfeln, Birnen, Zwetschken, Pflaumen, Aprikosen, Schlehen und Corneliuskirschen ; auf Pfirsichen bisher noch nicht. Nicbt blos auf abgefallenen, sondern auch auf noch hängenden Früchten kommt er vor. Früchte, welche von dem Schimmel befallen waren, konnten wochenlang in feuchtem Grase liegen, ohne zu faulen, und die Umgebung der Schimmelrasen blieb fest, wenn die übrigen Fruchttheile auch faulten. Auf diese Beobachtung hin schreibt v. Th. dem Oidium einen „antiseptischen Einfluss" zu. „Diese höchst interessante Beobachtung, dass ein Pilz das Fauligwerden vegetabilischer Substanzen verhindert, während sonst zumeist das Gegentheil stattfindet, dürfte auch nicht ohne Einfluss auf das praktische Leben sein, indem die Verwendung des abgefallenen Obstes zu technischen Zwecken in oidiumreichen Jahren jedenfalls eine weit lohnendere sein wird als sonst." — Von dem Obstschimmel werden 3 Arten unef eine Varietät unterschieden: 1) «Das ächte Oidium fructigenum Link, die häufigste Form, auf Aepfeln, Birnen und Aprikosen, dazu als var. Prunorum, die auf Pflaumen. Zwetschken und Schlehen vor- kommende Form. 2) Oidium Wallrothii v. Th. (Oospora Candida Wallroth), mit längeren, an beiden Seiten abgestutzten Sporen, lediglich auf Aepfeln, kleine weisse concentrische Rasen bildend. 3) Oidium laxum (Oospora laxa Wallr.), mit verzweigten Hyphen und ovalen Sporen, auf Aprikosen. 239. R. Hartig. Der Wurzeltödter der Eiche Rhizoctonia quercina. (Zeitschr. für Forst- und Jagdwesen, Bd. VIII, S. 329-332.) Im Regierungsbezirk Coblenz trat eine Krankheit in den Eichensaatkämpen in ver- derblichster Ausdehnung auf, die Blätter der jungen Eichen verbleichten und starben ab, die Krankheit schritt in den Saatrillen fort, ohne dass sich ein äusserer Grund erkennen liess. Als Ursache der Krankheit wurde ein anfänglich farbloses, später braunes Pilzgewebc gefunden, das auf der Oberfläche der unteren Pflanzentheile wuchert und im Boden fort- wächst. Es bildet theilweise verflochtene Stränge, welche von hirsekorngrossen dunkel- braunen Pilzkörperchen entspringen. Letztere entsprechen in ihrem Baue der Rhizoctonia violacea, der Wurzeltödter der Eiche wird darum als Rhizoctonia quercina bezeichnet. Als rationellstes Mittel zur Verhinderung des Weiterfressens der Krankheit wird ein Isoliren der kranken Stellen im Saatkampe durch Stichgräben von etwa 0,3 Meter Tiefe angerathen. 240. D. E. Hallier. Ein gefährlicher Feind der Kartoffel. (Oesterreichisches Landwirt- schaftliches Wochenblatt 1875, S. 387—388.) Als Ursache der Kräuselkrankheit der Kartoffel, welche Dr. Oehmichen in neuerer Zeit bei Jena verheerend auftreten sah, erscheint H. ein Pilz, welchen er Rhizoctonia tabiftca nennt. Das Mycelium desselben wächst anfangs in den Tüpfelgefässen der Triebe aufwärts bis in die Blattstiele, ist aber in dieser Zeit sehr schwer zu erkennen. Später durchbohrt es die Tüpfel der Gefässe und alle anderen Gewebetheilc, es sind dann die Neu aufgestellte Arten. — Schizomycetes. 229 Intercellularräume und das Innere der abgestorbenen Parenchymzellen mit braunem Mycel erfüllt. An den Enden desselben bilden sich kuglige Conidien. Bald darauf entstehen an den Mycelenden durch vielfache Theilung vielzellige, verschieden gestaltete Körper, als Bhizoctonien bezeichnet. Sie unterscheiden sich von Bh. Solani Kühn dadurch , dass die Hyphen, welche sie bilden, nicht violett, sondern dunkelolivenbraun sind. Die oberflächlichen Zellen wachsen zu Fäden aus, an deren Spitze sich gekammerte Conidien bilden. — Das Mycel geht aus den Gefäss bündeln der Mutterkartoffel in diejenigen der Triebe über, später aus den Trieben in die kleinen Seitenzweige, welche die Brut erzeugen. — Als Mittel gegen die Krankheit wird empfohlen, nur mittelgrosse Kartoffeln unzerschnitten in den Boden zu legen und alle kleinen, am Ansatzpunkt missfarbenen Brutkartoffeln auszuscheiden. 241. M. J. Berkeley. On th« thread blight of Tea. (Quarterly Journal of microscop. science 1875, April, S. 130—133, mit 4 Holzschnitten.) Schwarze Flecken auf den Theeblättern, welche man früher oft für die Wirkung eines pilzlichen Parasiten gehalten hat, werden durch eine kleine Wanze hervorgerufen. Dagegen giebt es wirklich eine Krankheit der Theepflanze, welche durch einen Pilz veran- lasst ist, sie ist unter dem Namen Fadenbrand (thread -blight) bekannt. Der Pilz besteht aus weissen Fäden, welche alle Theile der Theestaude überziehen und auch auf benachbarte andere Pflanzen, z. B. Andrachne und Kastanien überkriechen. Er bildet weisse, auf der Oberfläche behaarte, innen feste, rundliche oder abgeflachte Knötchen, in welchen keine Fruchttheile gefunden wurden, es ist darum unmöglich, zu bestimmen, in welche Gattung er gehört. Das Vorkommen höher entwickelter Pilze auf lebenden Blättern und Stämmen ist in den Tropen keine Seltenheit, B. führt eine Reihe von Beispielen auf. — Es werden noch einige Parasiten auf Theeblättern erwähnt, die indess nur ganz unvollkommen bekannt sind (eine Flechte: Strigula?, Cystopus?) und der Entwickelung der' Theepflanze wohl nicht schädlich sind. 242. G. Fasserini. La nebbia nelle mellonaje. (Bolletino del Comizeo agrario parmense S. 145-148.) Unter „Nebbia" Nebel versteht man in Oberitalien als Pflanzenkrankheit das, was man in Deutschland als Mehlthau bezeichnet, d. h. das schnelle Absterben ganzer Striche der Culturpflanzen. Meist wird dabei die schnelle Entwickelung mikroskopischer Pilze beobachtet, welche gewiss an dem Verderben der Pflanzen Theil haben, deren Wachsthum aber durch die feuchten Herbstnebel rapide begünstigt wird. P. hatte Gelegenheit, einen Fall einer solchen schnellen Verderbniss von Melonen- culturen zu beobachten. Er fand, dass die absterbenden Pflanzen an Stengeln, Blättern und jungen Früchten von dem Fusarium Lagenarium besetzt waren, welches er 1867 zu Parma auf Lagenaria entdeckt hatte. Diesen Pilz hält er für die Ursache der Krankheit. Er geht nur auf Melonen und Lagenaria, sparsam auch auf Cucumis sativus (nur auf die Blätter) über, auf Cucurbita maxima nicht. — P. schliesst aus anderen Mittheilungen, dass die Krankheit schon früher aufgetreten ist, nur in weniger erheblicher Ausdehnung. — Als Gegenmittel empfiehlt er das Schwefeln bei Beginn der Krankheit, besonders aber eine geschickte Auswahl des Bodens und der Lage für die Melonenculturen. 243. Dr. Frazer. Problematic fungal growth. (Quarterly Journal of microscopical science 1875, April, S. 204.) Auf einem metallenen Blumentopfe fand F. kleine keilförmige Körperchen, die ihm pilzlicher Natur zu sein schienen. Sie hatten eine flaumige Oberfläche und waren in auf- einanderfolgenden Bändern weiss und roth gefärbt. Fructification war nicht vorhanden. C. Neu aufgestellte Arten. I. Scliizomycetes. l.Micrococcus fulvus Cohn (102, S. 181, Taf. VI, f. 18). Rostrothe Ueberzüge auf Pilz- culturen e. c. bildend. Ascococcus Billroth emend. Cohn (102, S. 154). Cellulae achromaticae minimae globosae densissime consociatae in familias tuberculosas globosa vel ovales irregulariter 230 Kryptogamen — Pilze. lobatas, lobis in lobulos minores sectis, Capsula globosa vcl ovali gelatiuoso - cartilaginea crassissima circumdatas , in membranam möllern facile recedentem floecosam aggregatas. 2. Ä. Bilrothii Cohn. Familiae tuberculosae 20—160 Mik. Capsula ad 15 Mik. crass. In solutione ammonii tartarici aeidi aere lavata sponte ortum, membranam odore lactico vel butyrico praeditam formantem. (1. c. Taf. V, f. 2—5.) 3. Bacillus ruber Frank (102, S. 181, Taf. VI, f. 17). 4. Spirillum rosaceum Klein (108). 5.Spirochaete Obermeieri Cobn (102, S. 196, Taf. VI, f. 16). Die im Blute der an febris recurrens leidenden Kranken vorkommende Sp. Myconostoc Cobn n. gen. (102, S. 204). Filamenta tenerrima achroa implicata con- voluta muco inclusa in globulos perparvos congesta. 6. M. gregarium Cohn. Globuli gregarii in superficie aquae putridae natantes. (1. c. Taf. V, f. 6.) Cladothrix Cobn n. gen. (ds.). Filamenta leptotrieboidea tenerrima achroa non articulata strieta vel subundulata pseudodichotoma. 7. Cl. dichotoma Cohn. In aqua putrida. (1. c. Taf. V, f. 8.) Streptothrix Cohn n. gen. (ds.). Filamenta leptotrieboidea tenerrima achroa non articulata strieta vel anguste spiralia, parce ramosa. 8. Str. Foerstcri Cohn. Filamenta in Micrococco mueoso nidulantia, concretiones in cana- liculo lacrimali hominis raro repertas componentia. (1. c. Taf. V, f. 7.) IL Myxomycetes. 9. Diderma albulum Howe (37). Peridien gedrängt, weisslich, oblong oder verkehrt eiförmig, länglich ; inneres Peridium aschgrau ; Flecken weiss, grubig, braun, in der Masse schwarz aussehende Sporen tragend; Stiele kurz, glatt, von dem häutigen Hypothallus sich erhebend, nicht hyalin; ohne Columella. — Auf Rinde von Ailanthus. 10. Didymium simulans Howe (ds.). Peridien gehäuft oder zerstreut, klein, weiss, fast kugelig, oder unregelmässig, breit genabelt; Flocken weiss, hellbraune, in efer Masse schwarz aussehende und unter der Lupe ins Purpurne fallende Sporen tragend; Stiele strohfarben, gedreht, oben spitz zulaufend; Columella fehlt. — Auf Ailanthus. 11. Bursula crystallina Sorokin (129). III. Phyconrycetes. 1. Chytridiaceae. Bhizogaster n. gen. Reinsch (95, S. 97). Corpus plantae unicellularis ex parte in- feriore radiculari in substrato virente radicante et ex parte superiore fruetifero formatum; pars inferior plantae evolutae ex plerumque radiculis binis contortis atteuuatis in spatia intercellularia paren hymatis in Stratum viventem penetrantibus exstituta, pars superior ex utriculis ovalibus ternis in basi cohaerentibus sporas et Zoogonidia? proereantibus formata. Plantula ex cellulis sphaericis minimis cellulis plantae infeetae insidentibus evolvitur. 12. Eli. muscicola R. Utriculis sporas proercantes long. 22,4—27,8, lat. 13—15,5. Longit. utriculor. Zoogonidia evolv. 16,8—23,8 Plantulae altitudo 33—49. — Hab. in foliis Ortho- trichi et Barbulae. Voges. occ. Siphopodium n. gen. Reinsch (95, S. 96). Stroma unicellulare , ex cellula maxima in inferiore parte tubuliformi in substrato vivente (frons Hepaticaram) basi dilatata in- sidente in superiore parte in ramos complures repetito furcato-ramosissimos transiente formatum; Sporae unicellulares sphaericae in ramulorum ultimorum suminis attenuatis evolutae. 13. S. dendroides R. Cellula stroma formans in infima parte basi ampliata substrato viventi insidens, membrana crassa tristratosa, colore obscure fusco, rami majores bini aut terni oppositi repetito furcato-ramosi, cellulae inferior pars tubuliformis triens usque quadrans plantulae altitudinis. - Latit. cellulae in media 16,8. Sporar. diam. 5,6-9,7. — Hab. in Metzgeriae furcatae fronde. — Vogesi occ. U.Hapalocystis mirabilis Sorokin (132). Neu aufgestellte Arten. — Phycomycetes. 231 15. Synchytrium chrysosplenii Sorokin (96). 16. Synch. muscicola Reinsch (95 , S. 97). Plantula tubercula sphaerica foliis et caulibus Muscorum frondosorum insidentia formans; cellulae perdurantes cellulas matricales zoo- sporangia evolventes parencliymati plantae infeetae insidentes interdum in inferiore parte parenehymatis caulis in Strato summo cellularum parenehymatis subteetae, cytioplasmate dense granuloso colore intensive luteo-fusco cellulae matricales zoosporangia evolventes sphaericae paulo minores cellulis perdurantibus 12—16 a zoosporangia sphaerica inclu- dentes, cytioplasma Zoosporangiorum decolpratum; Zoosporae? — Diam. cell, perdur. 50—100 Mik. — In Leskea. — Voges. occ. 17. Synch. pyriforme Reinsch (ds.). Plantula tubercula pyriformia breviter pedicellata in foliis Muscorum frondos insidentia formans; cellulae perdurantes parencliymati plantae infeetae semper insidens basi truncata substrato aretissime adhaerens, cytioplasmate dense granuloso colore obscure-fusco, cytiodermate crasso plurilamelloso basin cellulae versus angustato; cellulae matricales zoosporangiorum? — Hab. in Necker ae viticulosae foliis. — Voges. oeeid. 18. Synch. sanguineum Schröter (101, S. 36). Eusynehytrium, dem Synch. Taraxaci nahe stehend. Bildet blutrothe Krusten a. d. Wurzelblättern v. Girsium palustre. — Schwarzwald. 19. Synch. Selaginellae Sorokin (96). 2. Saprolegnieae. 20. Pythium polysporum Sorokin (96). 3. Peronosporeae. 21. Peronospora (Calothecae) Lini Schröter (101, S. 36). Conidienträger sparrig dichotom verzweigt, Endäste pfriemlich. Conidien 18—20 : 13. Oosporen 22—26 Mik. Durchmesser. Epispor mit undeutlicher kleingenetzter Zeichnung. — Auf Linum catharticum. — Baden. 22. P. muscorum Sorokin (96). 23. P. Sempervivi Schenk (141). 4. Mucorineae. 24. Mucor Beaumontii Berk. et Curt (36, S. 148, No. 700). Floccis curtis hyalinis; sporis oblongis vel ellipticis obtusissimis atropurpureis. — Auf Kohlblättern. — Alabama. 25. M. cueurbitarum B. et C. (ds. No. 701). Lanosus; vesiculis demum nigris; columella clavata; sporis breviter fusiformibus. — Auf faulen Kürbissen. — Carolina Inf. 26. M. curtus B. et C. (ds. No. 703). Floccis curtis nigris; sporis fusiformibus utrinque subappendiculatis. — Auf Melonen. — Carolina Inf. 27. M. paradoxus B. et C. (ds. No. 700). Floccis hyalinis curtis, vesiculis globosis obova- tisque ; sporis oblongis majoribus minoribusque. — Auf verfaultem Boletus. — Pennsylvanien. 28. M. plasmaticus van Tieghem (142, S. 33). Sporen 25—40: 13-20 Mik., oval; Frucht- träger bis 8 Cm. hoch. — Auf Pferdemist. 29. M . pruinosus B. et Br. (6). Pusillus, niveus, vesiculis globosis, reticulatis; sporis irre- gularibus. Sporen 25—40 : 13—20, oval. — Auf Pferdemist. Pilaira gen. nov. van Tieghem (142, S. 51). 30. P. Cesatii v. T. 31. P. nigrescens v. T. (ds. S. 60). 32. Phycomyces microsporus v. T. (ds. S. 64). Spinellus gen. nov. v. T. (ds. S. 65). 33. Sp. sp>haerosporus v. T. (S. 75). M.Bhizopus microsporus v. T. (ds. S. 83). 35. Bh. minimus v. T. (ds. S. 84). 36. Circinella simplsx v. T. (ds. S. 92). dl.Mortierella biramosa v. T. (ds. S. 102). 38. M. pilulifera v. T. (ds. S. 105). 39. M. strangulata v. T. (ds. S. 110). 40. M. tuberosa v. T. (ds. S. 106). il.Syncephalis comu v. T. (ds. S. 121). 42. S. fasciculata v. T. (ds. S. 130). 43. S. intermedia v. T. (ds. S. 127). 44. S. nodosa v. T. (ds. S. 131). 45. S. ramosa v. T. (ds. S. 129). 46. S. reflexa v. T. (ds. S. 134). 47. S. sphaerica v. T. (ds. S. 125). 48. S. tetrathela v. T. (ds. S. 134). 49. S. ventricosa v. T. (ds. S. 133). hO.Piptocephalis cruciata v. T. (ds. S. 149). 51. P. fusispora v. T. (ds. S. 146). 52. P. microcephala v. T. (ds. S. 147). 53. P. sphaerospora v. T. (ds. S. 150). 232 Kryptogamen. — Pilze. IV. Ustilagineae. 54. Ustilago ambiens Karst. (1, S. 108). Sori epidermide nigrefacta, demum varie rumpente, tecti, elongati, discreti v. confluentes, saepe superficiem foliorum totam occupantcs, 1 mm. — 3 cm. longi. Sporae difformes. ut plurimum subspbaeroideae, laeves, atrofuscae, diam. 10—14 Mik. — In foliis graminum. — Spitzbergen. 55. U. capcnsis Keess (153). 56. U. mirabilis Sorokin (96). 57. U. Eeiliana Kühn (43, No. 1988). U. sporis laevibus, subglobosis, crassiusculis (10,4 Mik. inter et 13,3 Mik. etiamet. variantibus) semipellucädis, brunneis; paniculam totam con- tractam et obvolutam et abortivam corrumpens. — In Sorgho vulgari. 58. U. Succisae Magnus (s. No. 98). 59. Geminella exotica Schröter (101, S. 36). Sporen aus je zwei kugligen, an der Be- rührungsstelle abgeflachten Zellen bestehend, 16—18 Mik. lg., 11—12 br., Membran kastanienbraim, etwas höckerich. — In den Fruchtknoten von Cissus sicyoides. — Brasilien. 60. The caphora affinis Schneider (22, ohne Diagn.). In den Früchten von Astragalus glycyphyllus. Gl.Urocystis hypogaea Körnicke (14, S. 9, ohne Diagn.). An den chlorophylllosen, vom Boden bedeckten unteren Blatttheilen von Omithogalum umbellatum. — Bei Bonn. 62. U. magica Passerini (47, No. 233). Praeter acervulorum disp. et crassitiem ab Urocystis Colchici etsi affinis, sporarum cellulis periphericis minoribus magisque regulär, differre videtur. — Ad fol. Allii magici. — Parma. 63. U. sorosporioides Körnicke (14, S. 10, ohne Diagn.). Auf Blättern von Thalietrum minus. — Bei Bonn. V. Uredineae. 64. Uromyces Arisaemae Cooke (38), Uredo Ari Virginici Schw. e. p. Auf beiden Blatt- seiten, Flecken unbegrenzt, kaum verfärbt. Häufchen heerdenweise in Kreisform oder schneckenliniger Anordnung, klein, manchmal von blasig gehobener Oberhaut bedeckt; Pseudosporen verkehrt eiförmig, kurz gestielt, rostbraun, an der Spitze mit einer hyalinen Papille. — An Arisaema. — New York. 65. U. Plumbaginis Schneider (22). — (Nach Vergleich der Originalexemplare ist dies Uromyces Erythronii DC. auf Lilium candidum. — Dr. Schröter.) 66. U. Pontederiae Gerard (38). Auf der unteren Blattseite, zerstreut, öfters den Blattrippen folgend; Sori klein, anfangs von der Oberhaut bedeckt, welche später unregelmässig zerreisst, dunkelbraun; Pseudosporen oblong oder eiförmig, kurz gestielt, an der Spitze mit einem hyalinen Fleck, kaum papillös. — An den Blättern von Pontederia cordifolia. — New York. 67. Puccinia aecidiiformis Thümen (35). P. acervulis hypophyllis, gregariis in soris sparsis, ochraceis, dein expallentibus ; sporidiis ovoideis, pauce constrictis, obtusis, pallide flavis, 54—58 Mik. long., 30 crass., pedicello hyalino recto, caduco, 6 Mik. long. Fungus habitus Aecidii. — In fol. Nidorellae mespilifoliae DC. — Prom. bon. sp. 68. P. Ander soni B. et Br. (6). Maculis orbicularibus, brunneo cinctis; soris hypophyllis minutis congestis; sporis oblongis, centro constrictis, obtuse apiculatis. — Auf Cnicus heteroph. 69. P. enormis Fuckel (14, S. 12, Fg. rh. 2628). Acervulis in caulibus, petiolis et foliorum nervis primär iis, J / 2 mm. aequantibus, hemisphaericis , demum erumpentibus; fuscis, in strias parallelas, densas, longissimas, fere totum caulem etc. occupantes seriatis; teleuto- sporis vole irregularibus, laevissimis, ovatis, medio vix constrictis, basin versus plerumque obliquis, parum attenuatis, breviter pediccllatis , apice plus minusve apiculatis, rectis vel obliquis, gibbosis, quandoque septis binis, fuscis 42 Mik. long, 16 er. — Auf Chaero- phyllum aureum. — Ob. Engadin. 70. P. Fcrgussoni B. et Br. (6). Maculis pallidis; soris minutis in orbiculos congöstis; sporis oblongis, obtuse apiculatis. — An Viola palustris. 71. P. Iiastata Cooke (7, S. 179). Amphigenis; acervulis sparsis, pulverulentibus, atro-brunneis ; pseudosporis cllipticis, leniter constrictis, laevibus (0,038—0,04 x 0,02—0,025 mm.), Neu aufgestellte Alten. — Uredineae. 233 *s breviter pedicellatis ; stylosporis globosis, laevibus (0,02 x 0,022 mm.). — Ad. fol. Violae hastatac. — Un. St. Maine. 72. Puccinia Lycoctoni Fuckel (14, S.ll et Fung. rb. 2625). I. Fung. hymemiferus-Accieftttin bifrons DC. II. F. stylosp. ignotus. III. F. teleutosp. Acervulis hypophyllis, epidermide fissa grisea erampentibus , oblongis, irregularibus confluentibusque , convexis, atro-fuscis; teleutosporis oblongo-ovatis, medio constrictis, breviter pedicellatis, laevibus, fuscis hyalino apiculatis, 48 Mik. long, 20 er. — Auf Aconitum Lycoctonum. — Ob. Engadin. 73. P. microsora Körnicke (14, S. 14, Fg. rb. 2637). I. Fung. stylosporiferus. II. F. teleutosp. Acervulis minimis, subseriatim dispositis, exsertis, suborbicularibus vel breviter ellipticis, epidermide demum parum fissa obtectis; teleutosporis difformibus; aliis rarioribus Puc- ciniae modo septatis, ellipticis, medio paullo constrictis, apice plerumque acutis et parum vel vix incrassatis, episporio tenui laevi, fuscescentibyalinis , stipite brevi vel perbrevi ipsis multo breviori insidentibus ; aliis (mesosporis) plurimis, Uromycetis modo simplieibus, obovatis vel clavatis, obtusis, apice vix vel non incrassatis, laevibus, fuscis, in stipitem hyalinum gracilem mesosporae circiter aequalem angustatis. — Auf Carex vesicaria L. — Bei Bonn. 74. P. nidificans Magnus (98) = P. Fergussonii B. et Br. 75. P. Oxijriae Fuckel (14, S. 14, Fg. rb. 2635). I. F. stylosp. Acervulis bypo-epiphyllisque, greges formantibus, minutis, plerumque oblongis, erumpentibus, in macula laete purpurea, fuscis; stylosporis perfecte globosis, asperis fuscis, 26 Mik. diam. II. F. teleutosp. Acer- vulis demum in iisdem foliis petiolisque ratis, plerumque elongatis, gregariis, in macula purpurea, per epidermidem longitudinaliter fissam erumpentibus, atro-fuscis; teleutosporis oblongo-ovatis, utrimque plus minusve rotundatis, vertice quandoque parum apiculatis, breviter pedicellatis, medio constrictis, laevibus, fuscis, 46 Mik. long, 18 er. — Auf Oxyria digyna. — Ob. Engadin. 76. P. Passerinii Schröter (101, S. 37). Sporen leicht ablöslich, kurz gestielt, Membran dicht mit halbkugligen Warzen bedeckt, dadurch von P. Thesii verschieden. Sie besitzt keine Uredosporen, wird aber von Aecidium begleitet. — Auf Thesium. — Italien. 77. P pedunculata Schröter (101, S. 37). Auf Eumex scutatus. Ist P Rumicis Fuckel. Dieser Name kann nicht bestehen bleiben, weil schon eine P Rumicis Lasch (auf Rum. acetosa) existirt. 78. P. Physospermi Passerini (43, No. 1969) = P. Umbelliferarum Physospermi Erb. critt. ital. — Forma et situ acervorum, sporisque subconstrictis saepe longe stipitatis videtur distinguenda. — In Ph. aquilegifolio. — Parmae. 79. P Plectranthi Thm. (35). P. acervulis hypophyllis, sparsis, fuscis; sporidiis subclavatis, medio constrictis, parte superiore apice incrassato, obtuso, parte inferiore ovoideo, pedi- cello hyalino, curvato; flavescentibus, 56 Mik. long, 15 crass, pedicello 15 Mik. long. In fol. Plectranthi laxifolii. — Prom. bon. sp. 80. P. Podospermi Kunze (43, No. 1967) = P. Podospermi DC. 81. P semireticulata Fuckel (14, S. 12 und Fung. rh. 2627). F. teleutosp. Hypophyll. Acervulis hemisphaericis, gregariis, praeeipue in nervis primariis et petiolis arete congestis confluentibusque, et foliorum partes valde destruentibus, primo membrana cinerea, nitida tenuissima tectis, demum liberis, atro-fuscis; teleutosporis ovatis, medio non vel vix constrictis, breviter abrupte pedicellatis, fuscis, loculo superiori magis rotundato, epi- sporio reticulato-aspero, loculo inferiori basin versus parum attenuato, episporio laevi, 32 Mik. long, 18 er. — An der Blattunters, v. Geranium sylvaticum, — Ob. Engadin. 82. P Schroeteri Passerini (29, S. 255). Acervuli macula fusco-violacea cineti, magni, oblongi, solitarii, vel pauci approximati, epidermide tecti vel cineti: sporae subellipticae , aureo- castaneo-fuscae , obscure reticulatae, utrinque rotundatae, vel basi interdum attenuatae, ad septum non vel vix constrietae, stipite brevissimo, crasso hyalino. — An Bl. v. Narcissus. 83. P Soldanellae Fuckel (14, S. 14) = P. Soldanellae Unger. 84. P. Tecleae Passerini (34, S. 184). Acervuli in macula exarida fusco-limitata ad Cucur- bitariae modum aggregati, prominentes, epidermide rupta cineti, atri; teleutosporae ob longae utrinque subrotundatae, ad septum constrietae, loculo inferiore sublongiore, rubi- 234 Kryptogamen. — Pilze. ginosae, colore et magnitudine illis P. arundinaceae subsimiles; stipite concolore pallidiore translucido, tenui, longitudine admodum varia, sporam duplo v. triplo plerumque superante. Sporae sine stipite IG— 20 Mik. long, 5—6 crass. — Auf Teclea nobilis. — Abyssinien. 85. Puccinia tripolii B. et Br. (6). Auf Aster tripolium — P. Asteris Duby. 86. P. tuberculata Körnicke (14, S. 11). Auf llialictrum minus. — (Jedenfalls gleich P. Thalictri Chev. — Sehr.) 87. Triplir agmium Filipendulae Passerini (29, S. 255). Form, stylosp.: Acervuli sparsi, globuliformes, epidermide tecti, lutei, dein epidermide rupta cineti, aurantiaci; sporae globosae vel ovatae, aurantiacae, stipitatae. — Form, teleutosporea: Acervuli ut supra, fusci, nitidi, dein atri, pulverulenti ; sporae gibboso-subglobosae, primo luteo-aurantiae, dein fuscae, laeves!, stipite hyalino longiusculo, sporas subaequante. — Au Blättern von Spiraea Filipendula. 88. Phragmidium longissimum Thm. (35). Ph. acervulis hypophyllis, gregariis, pallide ochraeeis, cirrhosis; sporidiis longissimis, lineari-lanceolatis, 4septatis, ad septa incrassatis, fiavidis, apice acuto, hyalino, pedicello longissimo, hyalino, curvato, 200-240 Mik. long, 13-14 er., pedicello 100 1. — In fol. Bubi rigidi Sm. — Prom. bou. sp. 89. Melampsora Balsamiferae Thüm. (154). Auf Populus balsamifera. „Uredo (Caeoma cylindricum Schlecht) ist ganz abweichend you dem auf Pop. nigra und P. pyramidalis" 90. M. Cerasi Schulzer (100). 91. Co leospor ium detergibile Thm. (35). C. acervulis hypophyllis, minutis, sparsis, pallide fiavis, dein expallescentibus; sporidiis irregularibus, plerumque reniformibus , episporio crasso, echinulato, 22-30 Mik. long, 14—19 er., flavescentibus. — In fol. Psilostomac ciliatae Kl. — Prom. bon. sp. 92. Uredo alpestris Schröter (101, S. 37). Rothsporige Uredo auf Viola biflora, vielleicht zu Melampsora, jedenfalls wohl kaum zu Puccinia alpina gehörig. — Schweiz, u. Salzb. Alpen. 93. Aecidium Bellidiastri Fuckel (14, S. 36, Fg. rh. 2696). Hypophyllum. Cupulis plerumque in orbem dispositis. in macula purpurea, margine denticulato, albo; sporidiis aurantiacis. — Auf Bellidiastrum Micheln. — Ob. Engadin. 94. A. Lobeliae Thm. (40, S. 75, No. 60). Aec. acervulis rotundatis vel ovatis, dense gregariis, folia, petiolosque fere oecupans, ampullaceis, primo epidermide tectis, demum liberis, ore crassiusculo laevi, elato, ochraeeis; sporidiis irregulariter globosis, vel varie rotundatis, 18—22 mm. in diam., episporio punetulato, laevi, pallide ochraeeis. — An Lobelia platy- calix. — Victoria. 95. A Mac Oivanianum Thm. (35). Aec. acervulis hypophyllis, sparsis, minutis, in macula exarida, aurantiaco - roseis ; sporidiis polygonis vel irregulariter rotuudatis, 15—22 Mik. diam., flavescentibus; epidermide crasso, laevi. — In Conyzae ivaefoliae Less. fol. — Prom. bon. sp. — f. Conyzae pinnatilobatae. — Differt: sporidiis rotundatis, oblongis, obtuse-ovoideis, quadrangulis, hyalinis. 96. A. ornamentale Kalchbrenner (35, JS T o. 224). A. pseudoperidiis myriadeis denso agmine totam ramulorum superficiem oecupantibus, pallide carneis, coneavis, vel passim obeonicis, vel cylindrico-angulatis, ore sublaceris; sporis globoso-angulatis, aurantiaco -carneis. — Ramulos Acaciae hirsutae circinatim detorquet. — Prom. boni spec. 97. Peridermium? loranthinum Passerini (34, S. 184). Amphigenum, peridia totam folii paginam oecupantia conferta tubulosa, apice rotundato clausa, demum rupta v. longi- tudinaliter fissa; sporae globosae v. mutua pressione angulatae flavidae, episporio crassi- usculo laevi, 9—10 Mik. crass. — Auf Blättern von Loranthus. — Abyssinien. Pericladium Passerini (34, S. 185). Peridium coriaeeo-suberosum, irregulariter sub- globosum, perfecte clausum, tandem vertice fissum, v. varie ruptum; sporis subglobosis v. irregularibus, liberis. 98. P. Grewiae P. Peridia circa ramulos stipata subglobosa v. mutua pressione angulosa aut a latere applanata, extus badio-fusca, ruguloso-furfuracea; sporae innumeiac globosae v. subaugulosae laeves, primo hyalinae, deinde fuliginosae opacae, nucleatae. 4 Mik. crass., striola laterali signatae. — Auf Grewia. — Abyssinien. 99. Caeoma Chelidonii Magnus (s. No. 98). Neu aufgestellte Arten. - Basidiomycetes. 285 VI. Basidiomycetes. 1. Tremellaceae. 100. Calocera hamata Pass. (34, S. 183). Simplex sparsa vel laxe gregaria, cylindrico- clavata, apice obtuso, cinereo-fuliginea, opaco-pulverulenta, ultra medium arcuato-hamata, ibique pallidior et rubido-pellucens. — Auf Acacia spirocarpa. — Abyssinien. 101. Laschia coccinea W. G. Smith (190, S. 99). Hut häutig, blasenförmig , gallertartig: Stiel seitenständig, gallertartig, fein, striegelhaarig; Poren gross, sechseckig mit gallert- artigen Wänden; der ganze Pilz glänzend roth. — Auf einem Encephalar tos -St&mmc. 2. Hymenomycetes. a. Exobasidieae. 102. Exobasidium Bhododendri Cramer (43, No. 1910) = Ex. Vaccinii Woron. c. Bho- dodendri Fuck. — Geschwulst 5—25 mm. : Durchmesser, roth oder gelblich. 103. Ex. discoideum Ellis (47, No. 210). Carnosum et compactum, sed intus textura laxiore, primitus turbinatum et supra concavum, dein margo expanditur et discus uncialis et ultra convexus fit, subter dilute viride et laeve; hymenium albo-pruinosum, in herb. cons. lilacinum; sporae obscure uniseptatae et apice abrupto curvatae, 0,0008 unciae longae circ. — Amer. sept. — subt. fol. vir. Azaleae viscosae. b. Auricularineae. 104. Hypochn us Beccarianus Pass. (34, S. 182). Expansus, arcte adnatus, fusco-purpureo- velutinus, vel cinereo-lividus, albido-marginatus, fibris rigidiusculis simplicibus non sep- tatis contextus. — Auf Acacia spinocarpa. — Abyssinien. 105. Corticium insidiosum Pass. (34, S. 183). Non differt a Hypochn. Beccariano nisi colore intensiore et fibris nullis vel saltem non visis. — Abyssinien. 106. Cyphella fraxinicola B. et Br. (6). Minuta orbicularis extus nivea breviter villosa; disco flavo e sporis fuscescente, prolifero. c. Hydneae. 107. Badulum coralliniim B. et Br. (6). Effusum, album; subiculo nitido tenuissimo pelli- culoso; tuberculis fasciculatis deorsum divisis, obtusis coralloideis. 108. B. deglubens B. et Br. (6). Orbiculare, ferrugineum, subdiaphanum ; tuberculis erectis, subcylindricis, irregularibus, sparsis; interstitiis laevibus, e sporis albis pulverulentis. 109. B. epilencum B. et Br. (6). Effusum, ochroleucum, totum resupinatum; subiculo niveo, strato ceraceo tecto; tuberculis sparsis cylindricis, apice sub lente fimbriatis deciduis. 110. Hydnum anomalum B. et Br. (6). Pallide flavum; strato tenui gelatinoso; dentibus primum granuliformibus, dein stipitatis sursum obtuse divisis. — An einer abgest. Aesche. 111. H. melleum B. et Br. (6). Melleum, effusum, tenue; margine subtiliter byssoideo; subi- culo dentibusque, apice acutis quandoque divisis, deorsum pulverulentis, medio nudus. 112. H. penicillatum Passerini (34, S. 182). Cinereum, subiculo tenui vel subnullo, aculeis fasciculato-penicillatis, rectis, tenuiter fistulosis ; sporis minutissimis oblongo-fusiformibus. — Abyssinien. 113. IT. Stevensoni B. et Br. (6). Album, effusum, subtus farinaceum, hie illic byssaceum; aculeis cylindricis, obtusis vel truncatis quandoque compressis, apice pulverulentis. 114. Kneif fia subgelatinosa B. et Br. (6). Tenuis e subfiavo cremicolor; granulis minutis subgelatinosis, apice fimbriatis. d. Polyporeae. 115. Polyporus (Besup.) blepharistoma B. et Br. (6). Totus resupinatus, niveus; mycelio arachnoideo subfarinoso; poris parvis; dissepimentis tenuibus margine ciliato-dentatis. 116. P. bufonius Bolla (27, S. 131). 117. P. clirysoleucus Kalchbr. (193, S. 72, No. 31). Inodermeus, stuposus. P. pileis effuso- reflexis, imbricato confiuentibus, mollibus, villoso-tomentosis, azonis, forma variis, circa marginem tenuem uno alteroque sulco notati. Pori medioeres, primum breves. alveolares, demum profundiores, subrotundi, acuti vel e situ obliqui, canaliculati, ceterum integri, albido et demum ochraeeo-aurei. Substantia mollis, floecoso-fomentaria, pileo prorsus concolor ochraeeo-badeo. — Queensland, 236 Kryptogamen. — Pilze. 118. Polyporus (Besup.) collabefactus B. et Br. (6). Strato glabcrrimo corticoideo; poris primum e subiculo collabendo excavatis brevibus; margine obtuso. 119. P Eucalypti Kalchbr. (193, S. 73, No. 32). Placodermeus, e Suberosis. Pileo e car- noso suberoso, tuberoso, velutino, tectu mollissimo, azono, opaco, laevi, colore peculiari ex umbrino in badio, violaceumque vibrante. Poris minutulis, rotundis, ore integris, roseo-pruinosis. Substantia aquabilis, purpureo-violacea. — A. Eucalyptus. — Queensland. 120. P. (Anodermei) Keithii B. et Br. (6). Concbatus; pileo rubro-fusco, processibus denti- formibus hispido; hymenio pallido; dissepimentis laceratis. 121. P. Keremis Passerini (34, S. 181). Albido alutaceus, pileo parvo carnoso fragili sub- triquetro, intus candido, postice depresso. margine tumido inflexo, subtus convexulo; pori elongati ampliusculi, margine denticulati, albido-alutacei. Abyssinien. 122. P. leonotis Kalcbbr. (193, S. 73, No. 35). E spongiosis, funalibus, carne colorata, juxta Bolyporum Bheaden et P. leoninum collocandus. P. pileis spongioso-carnosis, imbricato- concrescentibus, piano - convexis, strigoso-hirsutis, azonis, sed nonnunquam obsolete sul- catis, saturate ferrugineo-fulvis, margine obtusiusculo, repando. Poris minimis, rotundis, pallide cinnamomeis. — Australia. 123. P. melleo-fuscus Bolla. (27, S. 131). 124. P murinus Kalchbr. (193. S. 72, No. 29). E coriaceis, contextu albo, Pileus semiorbi- cularis, vel subreniformis , conchatus, vertice in stipitera spurium protractus, subtiliter tomentoso-villosus, murinus vel subolivascens, zonatus, zonis in pileo calvescente albis. Pori minuti, perbreves, passim inaequales albi. — Queensland. 125. P myclodes Kalcbbr. (193, S. 73, No. 42). Mesopus, carnosus. P. pileo carnoso, fragili, irregulari, subrepando, profunde umbilicato, fere infundibuliformi, superficie inaequali, ruguloso, obsolete villoso, alutaceo vel pallide fuscescente. Stipite solido inaequali, obconico, in pileum dilatato, cum poris curtis, minutis, inaequalibus, albido. Carne albo. — Australia. 126. P placodes Kalchbr. (193, S. 73, No. 36). E Placodermeis laevigatis. Pileus floccoso- suberosus, utrjnque applanatus, subreniformis, tenuis, rigidus, leviter concentrice sulcatus, sublaccatus, verrucis multis obsitus, rufescenti ochraceus, intus obscurior cinnamomeo- umbrinus; poris minimis, brevissimis, ore rotundis, integris. griseo- cinnamomeis, dcmum fuscidulis. Pondere levissimus; fere aeneo-nitens. — Queensland. 127. P penetralis W. G. Smith (190, S. 98). Hut korkartig, dünn, wellig, glänzend, schwach, aber grobstriegelhaarig, Stiel lang, wurzelnd (seitenständig), Poren lang, eckig, fein, zierlich gezahnt und zerschlitzt; die ganze Pflanze holzig aber zuletzt zerbrechlich, wie Zunderholz. — Auf einem importirten Farnstamm (Dicksonia antaretica). 128. P. (Besup.) Benyi B. et Br. (6). Subiculo crasso, pulvinato, pulverulento ; poris parvis, elongatis; dissepimentibus tenuibus. 129. P xeranipelinm Kalchbr. (193 , S. 72, No. 27). E coriaceis , contextu colorato. P. pileis suberoso-coriaceis, dense imbricatte, conchatis, villoso-glabratis, zonis plurimis con- centricis exaratis, purpureo - umbrinis. Contextus fulvus. Poris minimis, rotundatis, aequalibus, pileo concoloribus. — Queensland. e. Agariceae. 130. Can tharcllus Stevensoni B. et Br. (6). Pileo orbiculari umbilicato, pallido glabro; margine inflexo; stipite cylindrico, subtiliter pulverulento albo dein obscuriore; lamellis decurrentibus pallidis antice fuscatis. — An Holz zwischen Moos. 131. Paxillus (Lcpista) laetipes Schulzer (28, S. 82). Pileus e pulvinato explanatus margine subinvolutus dein patens, carnosus, versus marginem aequaliter attenuatus, glaber, pri- mitus fuscus dein expallens, nee hygrophanus. Lamellae liberae, postice rotundatae, ab hymenophoro facile secedentes, aquoso-albidae, dein fuscescentes, confertac ; stipes vulgo cyliudricus, saepe basi obesus, evanescente floeculosus, laete violaceus, spongioso-faretus, mycelio albo submembranaceo insidens. Caro sordide alba. Odor et sapor gratus. Sporae albido -luteae, in cumulo dilute-alutaceae, 5 Mik. long. — Scrotinus in pratis. — Ungarn. 132. Lentinus scoticus B. et Br. (6). Inodorus; pileo glabro hyprophano multiformi, reni- Neu aufgestellte Arten. — Basicliomycetcs. 237 formi expanso; stipite omniuo obsoleto, brevi vel longo deorsum fuscovestüo, plerumque umbilicato; margine lobato sinuato; lamellis dentatis decurrentibus; mycelio repente fusco. — An Ulex. 133. Marasmius calobates Kalcbbr. (40, S. 71, No. 18). Pileo membranaceo, l j 2 — 1" lato, leviter umbilicato, plicato, ferrugineo-fuscescente ;• stipite corneo, fistulöse, capillari, nigri- cante, pro ratione longissimo 2-3", ad basin institiam glaberrimo; lamellis paueis, latius- culis, pileo pallidioribus. — Queensland. 134. M. rhyticeps Kalcbbr. (40. No. 17). M. pileo membranaceo, bemisphaerico, mox expanso, rugoso-plicato, centro leviter papillato, glabro, 2" lato, fusco-rufescente ; stipite carneo, capillari, velutino, 1—1 1 / 2 " longo; basi institia albo-tomentoso , rufo-fusco vel sursum pallescente; lamellae 8—12, latiusculae, ventricosae, distantes, stipitem attingentes, albae. — Queensland. 135. M. rufo-pallidas Kalcbbr. (40, No. 16). M. pileo membranaceo, convexulo, late um- bonato; umbone linea circulari terminato; striatulo, glabro, pallide rufescente; stipite filiformi, glabro, pallido, basi mycelio albido affixo ; lamellis stipitem attingentibus, sub- confertis, pallidis. ld6.Hygroph.orus (Gamarophyllus) insignis Scbulzer (28, S. 81). Fungus nobilissimus, totus albidus, lamellae in adultis pallidae. Pileus centro carnoso margine primo involuto tenui, e turbinato-gibboso planus paululum depressus. Lamellae decurrentes, haud distantes; stipes solidus, firmus deorsum sensim incrassatus, evanide flocculosus. Odor et sapor non ingratus. Serotinus, in pratis catervatim nascens. — Ungarn. 137. Agaricus (Eccilia) Actis W. G. Smith (190, S. 97). Hut fast bäutig, tief genabelt, dichtflaumig, weiss; Rand gestreift und eingekrümmt; Lamellen dick, weitläufig, tief herabläufend, roth; Stiel knorplig glatt; Geruch stark, pilzartig; Sporen knotig. — Unter keimenden Caffee- Samen. 138. .4. (Clitocybe) albo-flavus Schulzer (28, S. 81). Serotinus, subcaespitosus, in pratis seriatim crescens. Pileus disco carnoso, margine inaequali tenui, mox expansus, valde irregularis subhyprophanus, ex albido flavescens. Lamellae po^dce rotundatae, sub- decurrentes, sublineares, confertae, pallidae; stipes passim basi incrassatus, sub lentc fibrosus, spongioso-farctus, sordide albidus. Odor non ingratus, sapor dulcidulo-aquosus. — Ungarn. 139. A. (Eccilia) flosculus W. G. Smith (190, S. 97). Hut fast häutig, krystallartig bestäubt, tief genabelt, etwas unregelmässig, schwarzbraun, im Alter weiss werdend; Stiel flaumig oder eingewachsen : fädig, knorplig mit fleischigem Kern, nach unten verdünnt ; Lamellen herablaufend, etwas wollig, dick, roth; Sporen knotig. — Auf Farrenstämmen. 140. A. (CoUybia) Stevensoni B. et Br. (6). Pileo semiovato, obtuso, viscido, pallide luteo hie illic e visco maculato; stipite tenui fibrilloso sursum pulverulento extus intusque rufulo radicato; lamellis latis adnatis, dento decurrentibus distantibus candidis. 141.4. tomcntoso-hirsutiis Bolla (27, S. 131). 3. Gasteromycetes. 142. Hydnangium nudum Hazslinsky (25, S. 64, Taf. 3). H. subglobosum vel coadunatione individuorum difforme, glabrum, fuscum, totum ex fibris hyphoideis conflatum; peridio proprio nullo, in mycelio albo, radieiformi. Gleba elastica, solida, ochroleuca, multi- locellata, nonnisi e loculorum dissepimentis simplieibus et sporis constans. Locellis majusculis subgloboso polygonis, prima juventute faretis, mox aeriferis seu inanibus. Dissepimentis in utraque pagina fruetiferis, exceptis superficialibus vices peridii gerentibus. Basidiorum distinetum Stratum nullum. Sporis globosis in apieibus hypharum evolutis, demum cum articulo hypharum coniformi deeiduis; maturis ochraeeis episporio pellucido verrueoso tectis, diametro 0,016—0,018 mm. — Ungarn. Pachy derma Schulzer. Gen. nov. (28, S. 79, mit Abb.). Peridium sessile, valde crassum, coriaceum, fragile, sponte non dchiscens, glabrum, intus absque loculamentis; flocci capillitii e basi emergentes erecti, ramosi, ubique verriculosi; sporae singulae in his verriculis nascentes, sessilcs globosae. 238 Kryptogamen. — Pilze. 143. Pachy derma Strossmayeri. Peridium depressum, adultum fulvum, siccum humorem absorbens; sporae granulatae. In caespititiis. — Ungarn. 14:4..Lycoperdon Kerense Passer. (34, S. 184). Peridium flaccidum tenuissimum fusco- plumbeum persistens ore angusto dehiscens; cortex nitidiusculus laevis vel apicem versus granulis innatis disseminatus; basls sterilis nulla, sporae fusco-purpureae, longe pedi- cellatae, ciceris s. avellanae parvae magnitudine. — Abyssinien. 145. Scleroderma strobilinum Kalcbbr. (40, S. 74, No. 49). S. peridio globoso-depresso, superius profunde areolato, rimoso et demum juxta rimas disrumpente, glabro, pallido, areolis angulatis, squamarum strobuli instar promiuentibus ; stipite solido, siccitate fere ligneo, deorsum attenuato. Sporarum massa a stipite distineta, cinereo-fuscescens. Sporae globosae, verruculosae, vix pellueidae, nigricantes. — Queensland. 146. Geaster Beccarianus Passer. (34, S. 183). Cortex pcridii in lacinias quinque inaequales, ovato-acutas, siccitate revolutas ad medium fissus, strato interno tenui instructus. Capitulum sessile; peridium ovato-globosum flaccidum, ore obtuso dentato; dentibus striato-fimbriatis; columella nulla. Sporae minutae fuscae parce granulosae, nucleo- pallidiore, illis G. Micheliani similes. — Abyssinien. 147. G. cryptorhynchus Hzs. Kalchbrenner (26, S. 162). Aeusseres Peridium ausgebreitet, 10 — 14 Cm. im Durcbmesser. Peristom mit einem sebr langen dünnen Schnabel, welcher beim Aufspringen des äusseren Per. abbricht, so dass nur eine kurze kegelförmige Mündung zurückbleibt. Sporen warzig 4—6 Mik. im Durchmesser. 148. Mutinus papuasius Kalcbbr. (40, S. 74, No. 48). M. peridio exteriori laxo, cum stipite gracili pallido. Receptaculo ovoideo-oblongo, sublibero, laeviusculo, nigro. — Queensland. 149. Mycenastrum Beccarii Passer. (34. S. 183). Late obovatum haud radicatum, basi compressum gibbosum, apice in lacinias irreguläres dehiscens; peridio coriaceo rigido extus Strato tenui vernicoso albido - cinereo obducto, capillitio denso fusco-ferrugineo, sporis globosis laevibus castaneis, appendiculo punctiformi notatis. — In einem Termiten- haufeu. — Abyssinien. 150. Battarraea Qmcciardiana (s. No. 197). 151. Talasnodea leprosa Kalcbbr. (40, S. 74, No. 50). Habitus prorsus T. mammosae, sed peridium furfure luride umbrino, demum secedente obductum. Sporae minutae, vix echinulatae, cum capillitio carneo rufescentes. — Australia. 152. Tulo stoma atrum Bolla (27, S. 132). VII. Ascomycetes. 1. Discomycetes. a. Stictideae. 153. Stictis ylaucoma B. et C. (37, S. 7, No. 775). Liberata nigra, extus pruinosa; disco piano demum elevato. — A. Kosa rubiginosa, Vibumum opulus und Kerria japonica. — Car. Sup. 154. St. stereicola B. et C. (ds. 776). Rufa, minuta, margine radiato. — A. Stereum frustu- losum. — Penns. 155. Propolis rufa B. et C. (ds. S. 27). Auf abgest. Zweigen. Unregelm. , vorbrecheud, mit schwach erhobenem Rande; Hymenium röthlich; Spor. oblong, schwach gekrümmt, stumpf, mit durchscheinender Hülle (0,0013). — Mass., New Engl. 156. Habrostictis aurantiaca Rahm. (53, No. 266). b. Helvellaceae. 157. Fe zi za griseo-rosea Gerard (38). Sitzend: Becher fleischig dünn , halbkuglig, später ausgebreitet, aussen grau-gelb, etwas mehlig bestäubt; Scheibe blass rosa, später blass bräunlich, 1 — Vj 2 Zoll breit; Schläuche cylindrisch; Sporen elliptisch, rauh, 0,015 — 0,018 x 0,0075— 0,01 mm. Paraphysen linear, kaum verdickt. 158. P. pertenuis Sacc. (32, S. 34). Cupulis ceraceo-mollibus, microscopicis cum stipite brevi crassiusculo imbuliformibus, niveis, furfurellis totis 120—130 mic. altis, stipite 80—20, disco coneaviusculo concolori, margine minutissime crenulato; ascis tenellis clavulatis, 30 : 4, subsessilibus, paraph. filif. clavulatis obo., 8 sp.; sporid. oblique monost., ovoideis, ä'/ss : 2, hyalinis. — Ia ramis fägiaeis. Neu aufgestellte Arten. — Ascomycetes. 239 159. Peziza scubalonta C. et Ger. (36, S. 92). Zerstreut, sitzend, ziemlich fleischig. Becher halbkuglig, bald ausgebreitet. (1 cm. b.), aussen mit dichten hellbraunen Haaren besetzt; Scheibe concav, orangeroth; Schläuche cylindrisch; Sporen elliptisch, glatt (0,018 x 0,009 mm.), Paraphysen gegliedert, nach oben leicht verdickt. - Auf Pferdemist. — Cats Kill Mountains. 160. P (Patcllea) radiocineta Cooke (203, S. 84). Subgregaria, sessilis, ceraceosicca, atra, e fibrillis niveis radiantibus enatis. Cupula minuta, patellata, margine elevato, integro; disco coneavo 1 j /t — 1 / a Mm. Ascis clavato - cylindraeeis , spor. biseriatis fusif. triseptatis, hyalinis 20—30 : 5. Paraphys. numerosis filif. — Ad ligna quercina. — New Jersey. 161. P. (P.) inquinans Cooke (ds. S. 84). Subgregaria, sessilis, ceraceo-sicca, atra quandoque in macula dealbata insidens. Cupula minuta, 1 j a — i j 2 mm. lata, patellata, margine leniter elevato, disco coneavo. Ascis clavato-cylindraeeis , spor. biseriatis fusif., trinucleatis, hyalinis 20 : 4. Paraph. clavatis apieibus brunneis. — Ad ram. Pyri mali. — New Jersey. 162. P. (NipteraJ minuta Passerini (34, S. 185). Sparsa v. subgregaria, pusilla, ceraceo- carnosa, flavescens v. subcarnea, subhyalina, disco coneavo, margine furfuraceo, siccitate versiformi contracto. Asci cylindrici , basi attenuata ineurvi, apice obtuso subtruncato, 8 sp. , sporae minutae obscure distichae fusiformes reetae hyalinae, apieibus acutis. Paraphyses tenues parcae. Asci 25 Mik. long, 2 er., spor. 5 1., 1 er. — Abyssinien. 163. P. (MollisiaJ Andropogonis B. et C. (36, 743). Cupula primum clausa nigra, demum expansa placentaeformis ; margine undulato, disco badio-flavo; ascis clavatis; sporidiis biserialis oblongis utrinque angustatis triseptatis. — A. Andropogon. — Car. Inf. 164. P. (M.J atriella Cooke (203, S. 83). Gregaria, sessilis, ceraceo mollis, minuta '/s llim - !• Cupula primum hemisph., mox applanata, anguste marginata, glabra, atra, disco atro- cinereo-nigrescente. Ascis clavati-cylindraeeis, sporidiis anguste fusiform. 30 : 2,5, multi- nucleatis. Paraph. filif. — Ad eulm. Andropogonis. — New Jersey. 165. P. (aureofulva) Cooke (ds. S. 83). Subgregaria, ceraceo -mollis, minuta; cupula hemisph. dein expansa l j 2 mm. lata sicco contraeta, disco convexo, aureo-fulvescente , margine extusque brunneo, vix elevato, in statu sicco obscuriore. Ascis clavato cylindraeeis; sporidiis ellipticis variabilibus, binucleatis, obtusis, hyalinis 10—15 : 5. Paraph. superne incrassatis. — Ad lign. vet. — New Jersey. 166. P. (M.J Brassicaecola B. (36, No. 736). Tenuis expansa flexuosa extus intusque rufa; sporidiis concatenatis uninucleatis. — Auf Kohlstrünken. — New Engl. 167. P. (M.J cervimda Cooke (203, S. 84). Subgregaria, sessilis, minutissima 1 / 10 — i j 5 mm. Cupula globosa, primum poro aperta, dein hemisphaerica, ad marginem pallidiorem con- traeta, extus cervinula, disco albido. Ascis clavatis (40 long), spor. cylindrac, rectis v. curvulis, hyalinis 12—14 : 2. — Ad eulmos Caricis. — New Jersey. 168. P. (M.J diaphanula Cooke (203, S. 84). Gregaria minutissima. Cupula diaphana albida, pallescens, hemispherica, demum applanata 0,1 mm. lata. Ascis clavatis, spor. elongato- ellipticis, uninucleatis 17—20:8. Paraph. linear, vix incrassatis. — Ad ligna vet. — New Jersey. 169. P. (M.J Erigeronata Cooke (203 , S. 83). Gregaria , ceraceo-mollis , sessilis. Cupula hemispherica, demum applanata, atro-umbrina, nigrescens, */a mm. 1., disco livido-cinereo, margine leniter elevato. Ascis brevibus, clavatis, spor. biseriatis v. stipatis, elliptico- linearibus 10 : 2. — Ad caul. Erigeronis. — New Jersey. 170. P. (M.) eustegiaeformis B. et C. (36, No. 741). Applanata facile deeidua picea e subi- culo maculaeformi orbiculari oriunda, disco pallido. — A. Arundinaria. — Car. Inf. 171. P. (M.) exidiella B. et C. (ds. No. 740). Gregaria regularis extus intusque flavo-rufa; ascis clavatis; sporidiis oblongis angustis hyalinis. — A. Cornus florida. — Car. Inf. 172. P. (M.) exigua Cooke (203, S. 83). Sparsa minutissima, sessilis, subtremellosa, miniata. Cupula hemisphaerica, dein applanata v. convexa, margine vix elevato. Ascis minutis lanceolatis, spor. linear, hyalinis. vix 5 1. — In caul. Erigeronis. — New Jersey. 173. P. (M.) fibriseda B. et C. (36, No. 737). Irregularis aurantiaca extus saccharina; mar- gine fracto laciniato; disco coneavo. — A. Minus Americana. — Virginia. 174. P. (M.J fraeta B. et C. (ds. 742). Minuta erumpens nigra subglobosa cito expansa 240 Kryptogamen. — Pilze. fracta; ascis clavatis; sporidiis biseriatis oblongo-clavatis hyalinis. — A. Hydrangea vulgaris. — Virginia. llh.Peziza (Mollisia) introspecta Cooke (203, S. 84). Gregaria v. sparsa, minuta, diaphana. Cupula sessilis, mollis, hemispher. demum cupiüata, applanatave, aquoso- pallida 0,3—0,4 mm. Ascis clavatis, stipitatis. Spor. arcte fusif., dein leniter öseptatis 40—45 : 8. Paraph. linear. — Ad lign. car. — New Jersey. 176. P. (M.) luctuosa Cooke (ds. S. 83). Gregaria v. sparsa, atro brunnea , nigrescens. Cupula hemispherica dein expansa 0,7—1 mm. 1. , disco concavo, fuligineo v. cinereo, margine elevato integro. Ascis subclavatis, spor. linearibus, minutis, rectis v. curvulis, spermatoideis 71. — Ad caul. Polygoni. — New Jersey. 177. P. (M.) microstigma Passerini (29, S. 258). Sparsa vel gregaria, punetiformis , mollis, fusca, cupula madore aperta, disco concavo pallidiore, margine tumido integro, vix extus rugulosa. Asci clavato-fusiformes 8spori; sporae fusiformi-lanceolatae integrae. Para- pbyses ascorum longitudinc. — An Stengeln von Trifolium pratense. 178. P. (M.) milthophthalma B. et C. (36, No. 741). Minuto liemispbaerica extus nigra intus cinnabarina; ascis linearibus parapbysibusque flexuosis; sporidiis oblongis minutis hyalinis. — A. Cornus florida — Car. Inf. 179. P. (M.) olivaceo- lutea B. (ds. 746). Minuta erumpens cito deeidua, extus olivacea margine albido; disco concavo pallide luteo. — A. Blättern. — Car. Inf. 180. P. (M.) pinastri C. et P. (39a, S. 297). A. Nadeln von Pinus rigida. Sitzend, zart, zerstreut, anfangs mit weissem Mehl bestreut, bald nackt und graubraun, halbkuglig, dann eben; Rand oft zerschlitzt; Scheibe heller, blassgrau; Schläuche cylindrisch-keulcn- förrnig; Sporen schmal-lanzettlig, stumpf (0,0005—0,0006 Zoll). — New York. 181. P. (M.) protrusa B. et C. (ds. 745). Erumpens punetiformis epidermide hie illic circum- data; ore flexuoso, extus granulata castanea, intus coneava alba. — A. Bl. v. Magnolia glauca. — Car. Inf. 182. P. (M.) pulviscula Cooke (203, S. 84). Gregaria, minutissima, saccharina, subtremelloidea. Cupula globosa, applanata glabra, pallida, aquoso-lutescens , 0,4 mm. lat. Ascis cylin- draeeis 30 : 5. Spor. minutissimis spermatoideis. — Ad caul. Phytolaccae. — New York. 183. P. (M) liussellii B. et C. (36, S. 158, No. 739). Erumpens fasciculata lateritia; margine obtuso ; disco leviter concavo ; ascis clavatis ; sporidiis biseriatis oblongis utrinque angustatis demum uniseptatis. — A. Rinde. — New Engl. 184. P. (M.) saccharifera B. (ds. No. 738). Mollis gregaria pallide aurantiaca irregularis extus saccharina; margine tumidula; disco concavo. — A. Liquidambar. — Alabama. 185. P. (M.) stenostoma B. et C. (ds. S. 159, No. 744). Erumpens elongata aterrima, ore angusto; ascis clavatis; sporidiis oblongis angustis uniseriatis binucleatis. — A. Andro- pogon. — Car. Inf. 186. P. (M.) Stevensoni B. et Br. (6). Minuta; stipite brevissimo sursum incrassato; cupulis subglobosis, saccharinis; sporidiis minutis subeymbaeformibus. 187. P. (M.) Taxodii B. (36, 747). Cupulis extus nigris intus coneavis pallide cinereis, margine inflexo; ascis clavatis amplis; sporidiis quaternis majoribus obovatis fenestratis. — A. Taxodium d. — Car. Sup. 188. P. (Durella) Coriariae Passerini (29, S. 259). Sparsa vel gregaria, sessilis, firma, madore discoideo-applanata, disco subconeavo, cinereo-violacea; in statu sicco contraeta, difformis, fusco-nigrescens. Asci breviusculi clavati, stipitati, 8spori; sporae distichae, tereti-oblongae, tenues, byalinae, edoplasmate granuloso, medio tandem tenuiter diviso. Paraphyses crassiusculae, subclavatae, intus granulosae, ascos aequantes. — Auf Coriaria myrtifolia. 189. P. (Hymen oscyphe) crocitineta B. et C. (36, 749). Sessilis, primum globosa vivide crocicolor; bymenio concavo citrino. — A. Eichenklötzen. — Georgia. 190. P. (II.) exarata B. (ds. 750). Mellea; cupula irregulär! coneava margine inflexo; stipite crasso eximie costato pruinosa; sporidiis minutis oblongis. — Car. Inf. 191. P. (II.) gracilipcs Cooke (203, S. 82). Cupula submembranacea, delicatula, fuscescens, diseoidea, demum convexa 2—3 mm. e radice sclerotio, compresso, rugoso, atro, enatis. Neu aufgestellte Arten. - Ascomycetes. 241 Stipite tenuissimo (1 unc long), glabro, bruimeo, obscuriore. Ascis cylind., spor. ob- longis 8:4. — New Jersey. 192. Peziza (Hymenoscyphe) longipes C. etP. (39, S.295). An Blattstielen. Gelblicb; Becher concav (2— 3"), flach, zuletzt fast eben; Scheibe manchmal röthlich gelb; Stiel sehr lang (1 Zoll oder mehr), gleich dick, schlank; Schläuche cylindrisch; Spor. schmal elliptisch, grade oder gekrümmt, einkernig (0,0005-0,0006x0,0002—0,00025 m.). — New York. 193. P. (EL.) nigrescens Cooke (203, S. 83). Stipitata, atrobrunnea, nigrescens, minima, firmula. Cupula primum clavata, dein expansa, applanata 0,3 mm. margine vix elevato. Disco pallidiore, subcinereo, stipite crassulo, superne in cupula expanso, duplo longiore (0,5 mm.). Ascis subcylindr., spor. elongatis, fusiformibus obtusis, rectis v. curvulis, binucleatis hyalinis 20 long. — Ad caul. Erigeronis. — New Jersey. 194. P. (H.) soleniiformis B. et C. (36, S. 160, No. 749). Minuta Candida primum hemi- sphaerica. margine tumido, dein cylindrica, demum ore expanso flexuoso. — A. Holz. — Alabama. 195. P. (H.) subcarnea C. et P. (39, S. 295). Auf Jungermannia. Zerstreut, sehr klein, gestielt, blass fleischfarbig, anfangs keulenförmig; Schläuche cylindrisch; Sporen sehr klein, hyalin, linienförmig. — New York. 196. P. (Fibrina) Cedrina Cooke (203, S. 81). Sparsa, atro-brunnea, extus 'fibroso-rugosa. Cupula globosa, mox aperta, cupulata, margine contracta, disco pallidiore 1 — 2 mm. Ascis cylindr., spor. ovalibus 20:10. Paraph. numerosis, clavatis, apice curvulis. — A. Juniperus virginiana. — New York. 197. P. (F.) pomicolor B. et R. (36, No. 735). Sparsa subhemisphaerica sero aperta extus pomicolor furfuracea; disco olivaceo. — A. Rinde von Taxodium. — Car. Inf. 198. P. (F.) umbilicata B. et C. (ds. S. 157, No. 734). Depresse-subglobosa; ore minuto umbilicata umbrino-gilva. — Penns. 199. P. (Tapesia) atro-fusca B. et C. (ds. No. 732). Cupulis atro-fuscis; margine inflexo crenulato granulato nitido subiculo ochroleuco membranaceo oriundis ; sporidiis ellipticis binucleatis. — Alabama. 200. P. (T.) scariosa B. et C. (ds. 733). Cupulis tenuibus confluentibus collapsis nigris; margine albido e subiculo nigro oriundis; ascis clavatis; sporidiis lineari-subfusiformibus. 201. P. CT.) tela B. et C. (ds. S. 156, No. 731). Subiculo exptinso albido; margine ebyssino; cupulis minutis concavis fuscis. — Car. Inf. 202. P. (Dasyscypha) cdbo-pileata Cooke (203, S. 82). Epiph. Sparsa vel subgregaria, stipitata, Candida dein ochracea. Stipes gracilis, cupula mox expansa extus cum floccis hyalinis, albidis, brevibus ornata, disco obscuriore. Ascis cylindraceis. Sporidiis linea- ribus minutis. — Ad fol. Magnoliae. — New Jersey. 203. P. (D.) Arundinariae B. (36, S. 155, No. 727). Parva, cupula cyathiformi extus albo- tomentosa; stipite demum glabrato discoque pallide umbrinis. — A. Arundinaria. Car. Inf. 204. P (D.) Cookii Passeriui (29, S. 258). Minuta, subgregaria, sessilis, mollis, pallide rosea; cupula demum applanata, extus margineque floccis brevibus hyalinis fasciculatis obsita, disco concavo. Asci parvi cylindrico - clavati , saepe longe et flexuose stipitati; sporae lineares, minutae, spermatoideae. — Auf Rinde von Pirus Malus. 205. P. (D.) marginata Cooke (203 , S. 82). Epiphylla. Sparsa vel gregaria , subbrunnea, sessilis, cupula turbinata, dt in aperta, minuta, margine floccis septatis, brunneis ornata, disco pallidiore. Ascis cylindraceis, spor. minutis linearibus spermatoideis. — Ad fol. quercina, Andromedae e. c. — New Jersey. 206. P (D.) nigrocincta B. et C. (36, No. 730). Minuta punctiformis plana coccinea extus pilis brevibus nigris hispidula; ascis clavatis; sporidiis oblongis curvatis. — Car. Inf. 207. P (D.) pollinaria Cooke (203, S. 82). Epiphylla, subgregaria, minuta, mollis, sessilis, pallida, albo-floccosa pulverulenta, subfarinacea. Cupula globosa primum clausa, demum poro aperta. Ascis cylindr., spor. minutis ellipticis. — Ad fol. quercina. — New Jersey. 208. P (D.) puber ula B. et C. (36, No. 729). Cupulis globosis cervinis furfuraceo-tomentosis ; pedicello brevi pallido; disco concolore, sero expanso laetiore. — A. Bl. v. Fraxinus. - Car. Inf. Botanischer Jahresbericht III. 16 242 Kryptogamen. — Pilze. 209. Peziza (Dasyscypha) resinaria Cooke et Phillips (7, S. 185). Heerdenweise, gestielt; Becher anfangs kreiseiförmig, dann geöffnet ( J / 2 —l mm.), äusserlich mit weissem •wolligen Flaum bekleidet. Rand eingebogen. Sporen oval, sehr klein (0,005 x 0,0025 mm). — Auf Taunenharz. 210. P. (D.) snbtilissima Cooke (ds. S. 121). Aeusserlich von P. calycina Sh. kaum zu unterscheiden. Sporen cylindrisch, gekrümmt, 0,009 mm. lang, farblos. — An Föhrenrinde. 211. P. (D.) translucida B. et C. (ds. 728). Minuta hyalino gregaria; cupulis hemisphae- ricis margine inflexo; stipite brevissimo. — A. Castanea. — Penns. 212. P. (D.) trichodea Phillips et Plowright (8, S. 125, No. 23). Gesellig oder zerstreut; Stiel kurz; Becher anfangs kuglig, dann becherförmig; äusserlich mit langen starren hanfartigen Haaren bekleidet; Scheibe weisslich ; Sporen zweireihig, elliptisch zweikernig, 0,0002 Zoll lang. — An Kiefernadeln. 213. P. (1).) vulpina Cooke (203, S. 82). Gregaria, sessilis, punctiformis, vulpino-rubra, sicco testacea, cupula subglobosa, plano-depressa, primum .tenuiter tomentosa, demum subglabra 0,5 mm. lat. margine tumido. Ascis cylind., spor. ellipticis. minutis, binucleatis, dein uniseptatis, hyalinis. — New Jersey. 214. P. (Sareoseypha) albo-cincta B. et C. (36, No. 726). Cupula coccinea concava extus margineque floccis niveis ornata; sporidiis ellipticis echinulatis. — Car. Inf. 215. P. (S.) alphitodes B. (ds. 721). Cupula hemisphaerica stipiteque elongato hispidulis pallidis; margine undulato; sporidiis subfusiformibus. — Boston. 216. P. (S.) coprinaria Cooke (207). Fast heerdenweise, sitzend, karmoisinroth. Becher halbkuglig, bald abgeflacht (1 cm. breit); Rand leicht erhaben, mit langen, hellbraunen septirten Haaren besetzt; Schläuche cylindrisch; Sporen elliptisch, glatt; Paraphyseu 1 keulenförmig, am Scheitel mit orangefarbenen Körnern gefüllt. — A. Mist. — Schottland. 217. P. (S.) hirtipes Cooke (203, S. 81). Substipitata, cupula carnosa, hemisph. 1—2 unc. lat. disco urceolato, extus atro-brunneo flocculosa, iutus pallidiore, margine leniter in- curvato; stipite brevi, basi tomento denso radicante atro strigoso. Ascis cylindraceis sporidiis ellipticis 20 : 12. Par. furcatis, hyalinis. — Ad ramul. deject. — Maine. 218. P. (S.J pubida B. et C. (36, No. 724). Cupulis congestis hemisphaericis , margine in- flexo extus stipiteque brevi velutinis; paraphysibus brunneis; sporidiis fusiformibus granulatis. — Alabama. • 219. P. (S.) pusio B. et C. (ds. 722). Cupula hemisphaerica in stipitem crassum costato- venosum glabrescentem decurrente; extus albida intus aurantia. — Texas. 220. P. (S.) semitosta B. et C. (ds. 723). Umbrina extus velutino-hispidula intus spadicea; cupula hemispherica in stipitem rugoso-costatum decurrente; margine inflexo; sporidiis subfusiformibus granulatis. — Pennsylvanien. 221. P. (S.) Stygia B. et C. (ds. S. 153, No. 720). Pusilla nigra; cupula turbinata extus hispidula; disco plano-concavo olivaceo-nigro; stipite longe radicato ßbris floccosis strigoso; paraphysibus linearibus apice curvatis; sporidiis globosis laevibus. — Car. Inf. 222. P. (S.) texensis B. et C. (ds. S. 154, No. 725). Cupula applaiiata sordide aurantiaca extus parce setis fusiformibus pallidis basi bulbosis septatis sparsa